Seite 3 von 5 ErsteErste 12345 LetzteLetzte
Ergebnis 21 bis 30 von 42

freiberger`s Foddostrecke

Erstellt von freiberger, 14.03.2014, 12:50 Uhr · 41 Antworten · 3.828 Aufrufe

  1. #21
    ccc
    Avatar von ccc

    Registriert seit
    09.07.2011
    Beiträge
    3.949
    Zitat Zitat von Helli Beitrag anzeigen
    Hahaha, das kenne ich auch. Diese ausgefeilte Technik nennt man nivellieren!
    Bei fortschreitender Bautätigkeit wirst Du den Wasserschlauch noch öfter sehen.
    Ich habe ihnen dann aus einem hiesigen Baumarkt eine Wasserwaage mitgebracht.
    Staunen war angesagt! Auch benutzen? Nein, das ist neu - brauchen wir nicht!
    Gar so sehr altmodisch ist diese Technik gar nicht. Wasserwaagen sind was schönes, aber ab 3m nicht mehr zu handeln. Selbst auf Großbaustellen verwendet man heute auch bei uns noch gelegentlich die sogenannte Schlauchwaage, obwohl es seit einigen Jahren elektronische Geräte gibt, die leichter zu handhaben sind.

    P.S.: Sorry, KKC war etwas schneller

  2.  
    Anzeige
  3. #22
    Avatar von rolf2

    Registriert seit
    04.09.2006
    Beiträge
    19.360
    Zitat Zitat von KKC Beitrag anzeigen
    So eine Schlauchwasserwaage ist schon ganz nützlich.
    Wenn man zwei weiter auseinander stehende Objekte auf eine Höhe bringen möchte nützt Dir eine normale Wasserwaage eben nix.
    genau, und ein Schlauch ist sowieso vorhanden, bei einer Aufschüttung mit +- 5-10cm und Grobplanum ist sowas ganz praktikabel

  4. #23
    Avatar von waanjai_2

    Registriert seit
    24.10.2006
    Beiträge
    26.303
    Zitat Zitat von KKC Beitrag anzeigen
    So eine Schlauchwasserwaage ist schon ganz nützlich.
    Wenn man zwei weiter auseinander stehende Objekte auf eine Höhe bringen möchte nützt Dir eine normale Wasserwaage eben nix.
    Wo wären wir bloß, hätten unsere Handwerker nicht unsere Schwellenländer.

  5. #24
    Avatar von freiberger

    Registriert seit
    20.10.2012
    Beiträge
    731
    während 2 Bierchen gegenüber dem Toplandhotel in Phitsanulok


  6. #25
    ccc
    Avatar von ccc

    Registriert seit
    09.07.2011
    Beiträge
    3.949
    Man sollte als Farang sich nie vorschnell über thailändische Bau- und Handwerkstechniken lustig machen! Bei all den Dingen, die erst in den letzten Jahrzehnten Einzug in Thailand hielten, da gibt es noch Nachholbedarf (bestimmte Betonarbeiten und vor allem Strom mit FI-Erdungstechnik), aber auf anderen Gebieten beherrschen sie Techniken, die bei uns längst vergessen sind. Ich habe da 2 oder 3 Erlebnisse gehabt, wo ich nur staunen konnte.

  7. #26
    Avatar von freiberger

    Registriert seit
    20.10.2012
    Beiträge
    731
    mit der schlauchwaage habe ich noch gelernt.aber da musste man eben bissel aufpassen,dass das ding auch voll war.
    und die drei experten hatten eben keine ahnung.die haben es geschafft,nach 5 meiner vorher eingeschlagenen pfähle ein gefälle von 40 cm rein zu bekommen.
    dann hab ich das abbrechen lassen.für die wäre es gut gewesen,die hätten nur die hälfte bringen müssen.
    die haben immer wieder nachgefüllt und wieder und wieder.
    da war mir schon klar,wie das endet.einmal rum und die wären von 80 auf 0 gekommen beim ersten pfahl.

    also wir haben damals mit sauberem wasser an dem einen ende gesaugt und das andere hing im wasserfass.
    ich hatte zwar den apparat gezückt,in der erwartung,wie die das dreckige reisfeldwasser spucken,aber das wollten oder kannten sie wohl nicht.

    2 tage später stand ich mit dem niv da und die haben blöd gekuckt,weil sie dachten,naja,da können wir auch schätzen.

  8. #27
    Avatar von freiberger

    Registriert seit
    20.10.2012
    Beiträge
    731
    Zitat Zitat von ccc Beitrag anzeigen
    Man sollte als Farang sich nie vorschnell über thailändische Bau- und Handwerkstechniken lustig machen! Bei all den Dingen, die erst in den letzten Jahrzehnten Einzug in Thailand hielten, da gibt es noch Nachholbedarf (bestimmte Betonarbeiten und vor allem Strom mit FI-Erdungstechnik), aber auf anderen Gebieten beherrschen sie Techniken, die bei uns längst vergessen sind. Ich habe da 2 oder 3 Erlebnisse gehabt, wo ich nur staunen konnte.

    erzähl doch mal.

  9. #28
    Avatar von rolf2

    Registriert seit
    04.09.2006
    Beiträge
    19.360
    jup, bei uns ist die "Hand"werkskunst weitestgehend verlorengegangen, hier können die Leute mit Maschienen umgehen. Allerdings ist bei dem Ausbildungssystem in Thailand eine systematische Kenntnissvermittlung auch nicht gegeben.

    Hier können die Leute mit Lasernivellierern umgehen, wissen aber nichts mehr über Schlauchwaagen

  10. #29
    Avatar von Yogi

    Registriert seit
    05.01.2007
    Beiträge
    27.574
    Zitat Zitat von ccc Beitrag anzeigen
    Gar so sehr altmodisch ist diese Technik gar nicht.
    A.D. 2002 haben wir für eine Beschichtungsanlage für Pipelinerohre in Samsun, Türkei die fertig bestellte Halle für die Rollgänge mit einer Schlauchwaage kontrolliert. Das nur wegen fehlendem Nivelliergerät und ausgeführt von deutschen Schlossern.

  11. #30
    ccc
    Avatar von ccc

    Registriert seit
    09.07.2011
    Beiträge
    3.949
    Zitat Zitat von freiberger Beitrag anzeigen
    erzähl doch mal.
    Nur ein Beispiel (ca. 15 Jahre her): Wir waren gerade zu Besuch bei der Schwiegermutter, als folgendes passierte: Bruder der Schwiegermutter hat ein Feld mit Obstbäumen (Longan, oder wie die Dinger heißen). Immer wenn's zur Ernte geht schläft er über Nacht auf dem Feld, da ihm sonst die Ernte gestohlen wird. Dazu hat er eine kleine Holzhütte, die aber eines Tages zusammenkracht. Daher großer Familienrat. Hütte reparieren oder neu bauen?

    Irgend jemand schlägt vor, doch gleich eine Ziegelhütte hinzubauen, hält länger und man kann dort auch etwas versperrt aufbewahren. Ok, wird beschlossen, Baubeginn soll der nächste Tag sein, Onkel schläft die eine Nacht noch in den Trümmern der Holzhütte.

    Soweit, so gut. Jetzt muss man noch wissen, dass auf dem Feld kein Wasseranschluss vorhanden ist, kein Brunnen im Umkreis von 20 Gehminuten und natürlich auch kein Strom. Bei uns im DACH wäre das eine Angelegenheit, die wahrscheinlich eine Woche benötigt (Wassertank besorgen, anfüllen, Stromaggregat ausleihen, Betonmischer organisieren, etc.).

    In Thailand beginnt die Arbeit so gegen 10Uhr, bei Sonnenuntergang ist der Bau fertig. Zunächst wurde Wasser organisiert, indem einfach ein Brunnen geschlagen wurde. Zugegebenermaßen ist die Bodenbeschaffenheit in Thailand eine andere als bei uns, da praktisch keine Steine (zumindest dort, wo sich das abspielte), aber es ging mit einer speziellen Schlag und Bohrtechnik rund 4m in die Tiefe, zwei dieser blauen Plastikrohre wurden in den Boden getrieben, unten eingeschlitzt und mit einem Holzpfropfen versehen. Die beiden oberen Enden wurden mit einem Rohr verbunden in das eine Handpumpe eingebaut wurde, und nach rund 2 Stunden Arbeit sprudelte genug Wasser. Ich hatte zuvor schon einmal bei einem Brunnenbau für meine Eltern zugesehen. Da werkten 5 bis 6 Leute eine Woche, bis Wasser kam (war allerdings ein gemauerter Brunnen). Bei den Thais hatte man den Eindruck, die machen den ganzen Tag nichts anderes, so rasch war das erledigt.

    Während die eine Gruppe den Brunnen schlägt, kommt so alle 10min irgend jemand mit Moped, teilweise mit Anhänger vorbei und liefert Zementsäcke ab, Bauholz und Bausteine (keine echten Ziegeln, sondern diese grauen Hohlziegel, c. 50x25x10cm). Sand kommt mit einem Büffelkarren und wird auf eine notdürftig gerodete und eingeebnete Stelle geschüttet.

    Dann wird der Beton angemischt (der als Mörtel verwendet wird). Das geschieht per Hand, indem man aus dem Sandhaufen einen Ring formt, in die Mitte werden die Zementsäcke ausgeleert und dann wird, noch trocken, das ganz mit Harken vermischt, erneut zu einem Ring geformt in dessen Mitte nun Wasser kommt, wieder gut durchmischen und nach kurzer Zeit hat man eine ganz brauchbare Mischung. Diese erste Mischung wird als kleines Fundament (nicht größer als ca. 3x2m) direkt auf den Boden aufgebracht und einigermaßen gerade abgezogen, alles Pi x Daumen.

    Dann gibt es eine Pause von ca. 2h; In der Zeit ist das Fundament dank der hohen Temperaturen schon einigermaßen fest und die erste Schar der Ziegel wird aufgebracht. Als einzige Öffnung gibt es eine Tür, dazu wird die einigermaßen noch intakte Tür der alten Holzhütte verwendet, samt Rahmen, der gleich als ganzes mit eingemauert wird. Ein paar Lüftungsziegel (wie man sie von den Naßräumen am Land her kennt) werden als Belüftung eingebaut und gegen Abend ist das ganze hoch genug, dass mit Bambus und diversen alten Holzresten ein Rost direkt auf die oberste Ziegelschar gelegt und an dieser festgenagelt (!) wird (Dübeln Fehlanzeige, gibt ja auch keinen Strom für eine Bohrmaschine). Darauf kommen ein paar frisch gekaufte gewellte Dachplatten, und fertig ist das ganze.

    Der Onkel erklärte mir dann übrigens noch, dass man ein wenig gepfuscht habe, weil es schnell gehen musste, denn genaugenommen hätte man an den 4 Ecken der Hütte zuerst je eine Betonsäule betonieren müssen, aber er habe im Nachbarort schon eine solche Hütte gesehen, wo es das auch nicht gab, und deshalb fand er es ganz ok. Er blieb übrigens auch gleich über Nacht dort um seine Ernte zu bewachen.

    Die Hütte steht übrigens bis heute (zuletzt gesehen vor rund 4 Wochen), lediglich das Dach scheint ausgebessert worden zu sein.

    Fazit: Kein Hi-tech-Bau, aber rasch und effizient errichtet und vor allem die Art und Weise wie der Brunnen geschlagen wurde war für mich sensationell.

Seite 3 von 5 ErsteErste 12345 LetzteLetzte