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Es geschieht einfach ... 2004 ... es geht weiter ...

Erstellt von Stalker, 20.09.2006, 18:49 Uhr · 37 Antworten · 7.208 Aufrufe

  1. #1
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    Es geschieht einfach ... 2004 ... es geht weiter ...

    … es geschieht einfach, ich bin zu schwach dagegen anzukämpfen …

    Ich habe mich verliebt, in ein Bargirl genauer gesagt in eine Freelancerin aus Thailand. Alles erscheint mir unwirklich. Abschiedsparty mit der Familie, Rückflug nach Deutschland … alles wie durch einen Dunstschleier wahrgenommen. Nun, ein Tag nach der Rückkehr aus dem Land of Smile bin ich schon wieder unterwegs. Nach Stunden auf der A9 und der A6 befinde ich mich Anfang Dezember 2003 auf einer Landstraße zwischen Ulm und dem Nirgendwo. Nebel liegt auf den Feldern, man hat das Gefühl das die Wolken nach unten gefallen sind. Obwohl es nicht regnet hängen dicke Tropfen an den blattlosen Bäumen die hin und wieder entlang der Landstraße stehen.

    Innerhalb von 48 Stunden ein Temperatursturz von 30° Celsius. Und mit der Kälte ist auch jede Farbe aus der Welt entschwunden. Grautöne herrschen vor. Es ist gerade 16.00 Uhr und schon bricht die Dämmerung herein. Als ich endlich am Ziel angekommen bin ist es bereits dunkel.

    Wie geht es weiter … geht es überhaupt weiter???

    Es hat mich doch kräftig erwischt. Etwas, dass ich nie im Sinne hatte ist eingetreten.
    Nachdem ich nach Deutschland zurückgekommen bin, muss ich aus beruflichen Gründen für 4 Wochen nach Baden-Württemberg. 800 km weit weg von zu Hause, aber mit Handy und Internetzugang - somit steht einem Kontakt zu Su nichts im Wege. Natürlich kommt es zu regem Mailverkehr, zu einer Vielzahl an Telefonaten. So kitschig und unglaubwürdig es klingen mag … man gesteht sich gegenseitig seine Liebe ein.

    Alle Alarmsirenen und Überwachungsmonitore versagen. Früher belächelte Geschichten von Bekannten erscheinen in einem ganz anderen Licht. Die Isolation in den Bergen bringt mich durcheinander wie den paranoiden Jack Torrence im Overlook-Hotel. Werde zwar nicht zum Mörder meiner Familie, aber dafür ist die Ehe in Gefahr.

    Als Dozent muss ich hier Microsoft Office-Jüngern die Vorzüge von Suns Star Office nahe bringen, ein schweres Unterfangen, noch mehr erschwert durch meine recht fahrige Art und Weise dieses Seminar diesmal durchzuführen. Ich kann es besser, bin aber ohne jeden Ehrgeiz.
    Na, im Urlaub erholt??? Zum Glück ist irgendwann Wochenende. Als ich dann Samstagnacht mit fast einer ganzen Flasche Jack intus meinen besten Freund anrufe, bietet er an, mir die Fresse einzuschlagen, wenn ich wieder nach Hause gekommen bin.
    Das bringt mich wieder runter.

    Es vergehen keine vier Wochen und schon überweise ich per Western Union 10.000 Baht. Ein Liebeskasper, ein Bargirlsponsor, unglaublich, aber doch Realität wenn ich mir die Quittung ansehe die mir die Angestellte der Reisebank aushändigt, nachdem sie es endlich geschafft hat Su’s Vor- und Nachnamen in den Computer einzuhacken.

    Auch Oh, hatte sich per E-Mail gemeldet. Mir ständig geschrieben wie sehr sie mich vermisst. Eines Tages stand „Love you to much“ im Abschlusssatz unter der E-Mail. Zog die Notbremse und berichtete ihr von meinen Gefühlen zu Su. Danach wurde ich herzlich in den Club „Der weltgrößten ...........“ aufgenommen. Gibt sicher schlimmere Clubs, aber was soll’s …

    Su’s Geschichte war sicher geeignet ein Sensibelchen wie mich weich zu kochen. Jeder, der schon einmal intensiveren Verkehr mit den „Schönen der Nacht“ hatte kennt deren Geschichten. Oft habe ich selber über die Wasserbüffel-fällt-auf-Pap-Storys gelacht, obwohl ich mir schon damals darüber im Klaren war, dass die meisten Frauen diesen Job nicht machen, weil sie horny sind oder einfach nur „die schnelle Kohle machen wollen“. Es muss eine Schwelle überschritten werden, die Schwelle seinen Körper jedem der bereit ist dafür zu zahlen zu übergeben. Wenn auch der Körper dabei im glücklichen Fall nicht durch Krankheiten oder Sucht zerstört wird, so nimmt doch die Seele sehr oft Schaden.

    Es gibt tausende Beweggründe und die Vertreter der verschiedenen Fraktionen halten die eine oder andere Story für typisch und allgemeingültig. Es ist aber ein Puzzle, das sich aus vielen Einzelteilen zusammenfügt und es sicher auch gestandenen Psychologen und Soziologen schwer machen wird hinter die Beweggründe zu kommen, warum diese Frauen sich verkaufen und ihre Kunden davon Gebrauch machen.

    Ich möchte und kann jedoch nicht wissenschaftliche Abhandlungen darüber verfassen, sondern nur meine Geschichte weitererzählen. Selbst hatte ich mir bis zu diesem Zeitpunkt nie Gedanken darüber gemacht. Als ich 1993 das erste Mal nach Thailand kam, die ersten Reisen unternahm, hatte ich immer eine „persönliche Reiseleiterin“ dabei. Hat immer gut geklappt und habe mit Einigen von den Damen bis heute Kontakt. Ein paar sind ins Ausland gegangen, andere wieder in ihre Dörfer zurückgekehrt. Nachdem ich dann meine Frau kennen lernte war es mit dieser Art Reiseleitung vorbei, hatte ich doch nun eine Ganzjahres-Allround-Service. Bloß noch flüchtige Bekanntschaften zu Damen der Nacht die aber nur für wenige Stunden oder maximal 1-2 Tage in meinem Leben verweilten.
    Die Nacht vom 5. zum 6.12.2003 veränderte dies alles, eine Laune des Schicksals, irgendwann musste es so kommen, hatte es ja oft genug herausgefordert.

    Su erblickte 1971 das Licht der Welt als Tochter einer junger Frau aus Lampoon und eines Tagelöhners aus der Nähe von Khon Khaen. Zwei Brüder und eine ältere Schwester waren schon da, sie war die jüngste. Zu den schlechten Angewohnheiten des Familienvaters gehörte neben übermäßigem Alkoholgenuss auch häusliche Gewalt. Irgendwann wurde es der Mutter zuviel und sie kehrte mit den drei älteren Kindern nach Lampoon zurück.
    Der Vater hatte nichts Besseres zu tun als Su, die gerade die zweite Klasse besuchte, von der Schule zu nehmen und wie eine Leibeigene zu Hause zu behalten. Kurze Zeit später begann er damit, sie regelmäßig zu missbrauchen. Das ging dann so bis zum 12. Lebensjahr. Kleinste „Vergehen“ im Haushalt wurden hart bestraft, gleichzeitig wurde Su aber auch in eine Abhängigkeit zu Ihrem Vater gedrängt, da er ja ihre einzige Bezugsperson war. Su schaffte es Verbindung zu ihrer Mutter über Verwandte des Vaters herzustellen. Es fiel ihr schwer über das Erlebte und den Alltag zu sprechen. Anfangs glaubte die Mutter ihr nicht, aber schließlich kam sie doch nach Khon Khae und es gelang Su nach Lampoon zu holen.

    Als der Vater eines Tages betrunken vor dem Haus randalierte und die Auslieferung „seiner Tochter“ forderte, wurde er unter Androhung von Gewalt vom Hof gejagt.
    Die Mutter hatte inzwischen einen neuen Mann. Ein Eisenbahner, der jedoch viele „Freunde“ hatte und leider auch viel von seinem Lohn versoff und verspielte, bevor er ihn nach Hause brachte.
    Ein Schulbesuch war finanziell nicht mehr machbar. Su konnte jedoch lesen, schreiben und rechnen.
    Trotz beidseitigen Bemühens war ein Bruch in der Familie vorhanden. Su trug - völlig ungewollt - das Stigma ihres Vaters. Mutter und Tochter geritten oft in Streit. Su warf ihrer Mutter indirekt vor sie im Stich gelassen zu haben. Und für die Mutter war sie das ungewollte Kind - schon von Geburt an, ein Esser mehr, den es zu versorgen galt.

    Schließlich verkaufte Su als Tagelöhnerin Getränke am Bahnhof von Lampoon. Sie lernte einen Jungen kennen, verliebte sich in ihn, wurde mit 16 Jahren schwanger. Der zukünftige Vater wird seiner Verantwortung nicht gerecht. Auch er ist Freund des Alkohols. Als Su ihm dann schon hochschwanger den 5ex verwehrt, schlägt er sie und lässt sie schließlich im 8. Monat mit dem Sohn sitzen.
    Die Mutter, die natürlich von Anfang gegen diese Beziehung war, nimmt Su wieder zu sich, versäumt es aber nicht sie ständig spüren zu lassen, wie „schlecht“ sie ist.

    Ein gesunder Sohn wird geboren, als der kleine 1 Jahr alt ist, findet Su einen neuen Partner. Alles scheint nun in die richtigen Bahnen gelenkt zu werden. Der neue Boyfriend kümmert sich um sie und das Kind. Nach fast 2 Jahren vermeintlichen Glückes erfährt sie jedoch von seiner „Mia Noi“ - es folgt ein erster Selbstmordversuch.

    In den folgenden Jahren lebt Su bei Ihrer Mutter und arbeitet als Maid bei Telekom Asia. Hier ist sie beliebt, darf auch öfter ihren Sohn zur Arbeit mitbringen. Sie hat zweimal im Monat frei, arbeitet täglich bis zu 14 Stunden und erledigt mitunter noch kleine Dienste für die hohen Damen und Herren im Büro. Zu Hause gibt es oft Streit mit dem ältesten Bruder. Auch der Sohn bekommt die Abneigung sehr oft zu spüren. Als in den Büros der Telekom Asia ein neuer Chef seinen Dienst antritt, kann Ton seine Mutter nicht mehr direkt nach der Schule aufsuchen. Irgendwann fängt er sich dann ein paar Ohrfeigen von seinem Onkel ein - als Su diesen zur Rede stellt kommt es zu einer Rangelei und vorerst zum Bruch mit der Familie.

    Eine Freundin ist inzwischen nach Bangkok gezogen. Da sie ihren Sohn während der Arbeitszeit nicht mehr bei der Familie lassen kann, folgt Su der Freundin und versucht in der großen Stadt alleine Fuß zu fassen. Mit 23 Jahren kommt sie nach Bangkok und versucht sich und ihren Sohn über Wasser zu halten. Es fällt ihr sehr schwer. 1997 fährt Ton während der Schulferien zu seiner Oma. Su ist völlig mutlos, hat keine gute Arbeit, kann kaum Wohnung und Schulgeld bezahlen und unternimmt schließlich einen zweiten Selbstmordversuch, der zum Glück wie der erste Versuch nicht zum Ziel führt. Bei einem Tempelbesuch kurz nach ihrer Rückkehr aus dem Krankenhaus überzeugt sie der Mönch von der Sinnlosigkeit ihrer Versuche und bestärkt sie in dem Wunsch alles erdenklich Gute für ihren Sohn zu tun.

    Zusammen mit der Freundin geht sie nun zur Sukhumvit und arbeitet lange Zeit im Thermae Coffee House. Eines Tages trifft sie hier au Eric. Einen mit einer Japanerin verheirateten Kanadier. Ende 40zig sehr großzügig. Ein Geschäftsmann der aus beruflichen Gründen mehrmals im Jahr nach Bangkok kommt. Eric hat eine Vorliebe für Marihuana, Whiskey und Jazz-Musik. Der Saxaphone-Club ist sein Stammlokal. Wenn er in Bangkok ist, sieht Su ihn nur am Abend. Mit dem Geld von Eric kann sich Su die Achtung ihrer Familie erkämpfen, ihren Sohn in die Srivikorn Schule Nähe Eekamai schicken und der Mutter ein Haus in Saphan Kwai kaufen. In diesen drei guten Jahren während der Liason mit Eric hat sie es eigentlich nicht nötig ihrer Arbeit im Thermae nachzugehen. Da sie sich das Geld jedoch nicht einteilt, sondern gleich an die Familie weitergibt und immer wieder erfolglos versucht ein „Business“ zu machen, geht sie trotzdem weiter anschaffen.

    1999 lernt sie ihre bald beste Freundin Kaew kennen. Auch Kaew mit ihrer großen Familie ist früh schwanger geworden. Ihre Tochter schickt sie auf die gleiche Schule in Eekamai in der ja Su auch ihren Ton hinbringt. Die Frauen arbeiten nun zusammen, wohnen teilweise zusammen. Kaew arbeitet eigentlich als Servicekraft in einer Gogo in Patpong. Beide konzentrieren sich aber schließlich auf die Sukhumvit Road und arbeiten im Biergarten und im Thermae. Kaew, die keinen ständigen Farang.-Sponsor hat wird von Su unterstütz.
    Als Su dann Anfang 2003 eine E-Mail von Eric bekommt, in der er ihr mitteilt, dass seine Frau hinter seine Eskapaden gekommen ist und er dann anschließend jeden Verkehr beendet, bricht für Su eine Welt zusammen. Inzwischen hat Kaew einen Franzosen kennengelernt, der einen Nachtclub betreibt und reich genug ist ein Riesencondo direkt an der Suk zu bewohnen. Nun unterstützt Kaew ihre Freundin Su, die bald wieder regelmäßig an der Suk arbeiten geht.

    Am 3.12.2003 begegne ich Su das erste Mal, was jeder ja im 2003er Thread nachlesen konnte.

    Mit dem Wissen um all diese Dinge fliege ich dann Ende April 2004 nach Thailand. Wir haben uns unzählige E-Mails geschrieben, telefoniert. Obwohl ich sie schon im Dezember 2003 kennen gelernt habe, ist alles neu und ich bin sehr aufgeregt. Ihr geht es ebenso.

    Fortsetzung folgt ….
    Stalker

  2.  
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  3. #2
    Avatar von Stalker

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    Re: Es geschieht einfach ... 2004 ... es geht weiter ...

    Su will mich vom Flughafen abholen. Der Service der Lauda Air ist recht gut, werfe ein paar Drogen nach dem Abendbrot ein und schaffe es tatsächlich fast 7 Stunden zu schlafen. Landeanflug und Check In verlaufen relativ unspektakulär.

    Hab von Su in der Zwischenzeit ein paar pixelige Webcambilder geschickt bekommen. Sie verspricht mir in einem „5exy-Outfit“ zum Flughafen zu kommen. Da hat sie dann auch nicht zu viel versprochen.
    Plötzlich steht sie mit einem Strahlen im Gesicht vor mir. Wir schaffen es gerade einmal uns an den Händen zu fassen und uns gegenseitig in die Augen zu schauen. Eine Umarmung vor all den Leuten ist Su zu peinlich und auch ich mache keine Anstalten dies zu tun.

    Irgendjemand müsst jetzt eigentlich Cut sagen. In meinem rechten Augenwinkel schälen sich aus der Masse an Menschen zwei Personen die zielgerichtet auf uns zugehen.
    Oha … die Regisseurin naht. Es ist Kaew mit sehr dunkler Sonnenbrille und streng nach hinten zu einem Zopf zusammengebundenen Haaren. Sie ist klein, wiegt mindesten 40 kg weniger als ich, trotzdem hab ich ein mulmiges Gefühl. Kann mich noch an ihre Verwünschungen per Telefon erinnern, als ich Su aus dem Hades des Biergartens am Ambassador vor ihren Augen „entführte“. Statt mich aufzufressen schiebt sie jedoch nur ihre Sonnenbrille über den Haaransatz. lächelt mich an: „Welcome to Thailand Stalker, how are you?“. Kaew hat Su mit zum Flughafen begleitet, alleine hat sie sich nicht getraut mich abzuholen … der zweite Begleiter entpuppt sich als Su’s mittlerweile 14jährigen Sohn Ton, der mich mit einem artigen Wai begrüßt.

    Wir folgen Kaew in die Abflughalle. Ein hier wartendes Taxi bringt uns schnell in Stadtinnere. Schon die ersten Meter auf dem Highway erzeugen in mir ein vertrautes Gefühl wieder „in der 2. Heimat“ zu sein. Auch im Taxi schaffen wir es nur, uns wie verliebte Teenies an den Händen zu halten. Su und ich sind eigentlich auch nicht in der Lage eine Unterhaltung zu führen. Kaew beginnt mich über den Flug und die vor mir geplanten Aktivitäten in den nächsten 2 Wochen zu befragen. Hier lasse ich nun die erste Überraschung platzen. Ich möchte ein paar Tage nach Norden fahren. War schon lange nicht in Chiang Mai. Bei der Gelegenheit können wir uns ja auch einmal Su’s Heimatstadt Lampoon ansehen. Su ist begeistert, war sie doch schon seit über einem Jahr nicht mehr zu Hause. Kaew meint, dass sie Su und mich im Hotel absetzen wird und hofft mich vielleicht in den nächsten Tagen zum Dinner zu sehen. Wahrscheinlich muss ich mich erst einmal vom Flug erholen mutmaßt sie. Ich brauche jedoch nur einen Dusche, möchte die Sachen auspacken und dann nach Saphan Kwai zu Su’s Familie fahren, da ich einige kleine Mitbringsel dabei habe. Das Strahlen von Su’s Gesicht verläuft inzwischen von einem Ohr zum anderen.

    Das Taxi bringt uns in die Sukhumvit Soi 3. Hier befindet sich das Zenith-Hotel. Ein Mittelklassehotel mit einem recht guten Preis/Leistungsverhältnis. Störend empfinde ich nur die verkehrsreiche Soi 3, die ich meistens wie ein Hase rennend überqueren muss. Am Hotel verabschieden wir uns erst einmal von Kaew und Ton. Die Zwei fahren mit dem Taxi weiter. Wir ersteigen die Stufen zum Hotel. Die Rezeption und Lobby erreicht man dann mit dem Fahrstuhl. Nach Erledigung der Check-In-Formulitäten werden wir in unser Zimmer gebracht. Toller Ausblick auf die Stadt, nicht abgewohnt, sauberes Bad, erste Gelegenheit für eine Umarmung. Beginnen uns Einzurichten und den Koffer zu entleeren. Stimmen auf dem Flur. lauter werdendes gebrochenes Englisch mit leicht arabischen oder indischen Akzent. Schließlich klopft es an der Tür.

    Ein Hotelboy, eine attraktive Inderin und ca. 6 aufgebrachte Inder stehen vor der Tür. Der Urlaub fängt ja schon recht spannend an, denke ich bei mir. Es stellt sich heraus das fünf von den Herren gleich in den anschließenden Zimmern zusammen mit ihren Familien eingezogen sind. Das 6. Ehepaar müsste jedoch auf eine andere Etage ziehen, da wir in diesem Zimmer hier eingecheckt sind. Nur schade, dass ich mit dem Auspacken fast fertig bin. Su hält sich im Hintergrund und so helfe ich dem Staff aus der Klemme und stimme einem Zimmerwechsel zu. Auch die Inder sind begeistert und wenn man sich in der Lobby begegnet wird man auch noch Tage später nett begrüßt.

    Mit dem Zimmerwechsel ist es dann aber doch nicht so einfach. Wir müssen noch einmal in die Lobby und Platz nehmen. Eine Dame an der Rezeption fragt mich dann ob ich nicht vielleicht noch zwei Stunden warten könne, man würde hier solange auf unser Gepäck aufpassen. Davon bin ich nun jedoch nicht begeistert, erkläre ihr dass ich einen 20 Stunden Flug hinter mir habe (stark übertrieben) und es zum ersten Mal erlebe das ich hier kein Zimmer bekomme, obwohl ich doch mehrmals stets zufriedener Gast in Ihrem Hause war (bin zum ersten Mal hier). Die Dame verschwindet in einer Tür hinter der Rezeption und kommt kurze Zeit freudestrahlend mit der Meldung, dass sie nun ein freies Zimmer hätte wieder heraus. Und was für eins. Aus meiner Superior Room Buchung wird eine Suite im Hemingway-Track. Man bedankt sich für mein Verständnis es gibt noch einen kleinen Korb mit frischem Obst und dann ist Zeit nur noch für Su und mich ….













    2 Bäder, großes Kingsizebett, regelbare, leise Aircon ... hier fühlt man sich wohl

    Nach dem wir irgendwann wieder zu uns gekommen sind, verlassen wir das Hotel und fahren nach Saphan Kwai. Hier lerne ich fast die ganze Familie kennen. Allerdings weilen Mutter und Stiefvater in Lampoon, werde sie also erst später kennen lernen.

    Sus Wohnung besteht aus einem großen Raum. Der überdachte Eingangsbereich vor der Wohnungstür ist von ihr zu einem einfachen Verkaufsstand umfunktioniert worden. Hier verkauft sie selbstgemachte Sojamilch, Süßspeisen und gegrilltes Weißbrot, das mit verschiedenen Aufstrichen versehen wird, bei denen eine Nutella-artige Schokocreme noch die mit dem wenigsten Zucker ist. Für mich ungenießbar, aber trotzdem kommen pro Tag einige Baht zusammen.

    Der große Raum ist in einem sehr hellen Gelb von Su und Ton selber gestrichen worden. Habe schon viele Behausungen dieser Art gesehen und bin angenehm von der Ordnung und Sauberkeit überrascht, die hier herrscht. Nun kann man ja sicher anbringen, dass hier meinetwegen Frühjahresputz gemacht wurde. Im Laufe der nächsten Jahre stelle ich dann aber bei meinen später stets unangemeldeten Überraschungsbesuchen fest, dass diese Ordnung und Sauberkeit Su’s Grundeinstellung zu diesen Dingen repräsentiert.
    Ja, sie hatte auch mal eine Couch meint Su, musste diese aber irgendwann verkaufen. Im hinteren Bereich steht ein Bett, auf dem Ton schläft, während die Mutter die darunter liegende Matratze hervorzieht und es sich dann direkt auf dem Boden bequem macht.



    Das Bild über dem Fernseher hat Su für ihren Ex-Boyfriend Eric machen lassen ...



    Tons großer Helden spielen alle bei Real ...

    Eine kleine Tür auf der linken Seite des Raumes führt hinaus in schmalen einen Gang, der auf der einen Seite von der Hauswand auf der anderen Seite von der Mauer des Nachbarn begrenzt ist. Hier befindet sich Su’s provisorische Küche und ich muss mich schon etwas schmal machen um an den hier stehenden Sideboards vorbeizukommen, ohne etwas herunterzureißen. Am Ende des Ganges befindet sich die Toilette nebst einfacher Dusche. Su versucht einen Ventilator, der zur Luftkühlung mit Eiswürfeln befüllt wird, in Gang zu bringen. Das Geschenk eines Customers.

    Nach und nach treffen Verwandte und Bekannte ein um mich zu begutachten und zu begrüßen. Die Mitbringsel werden verteilt, es herrscht eine fröhlich-unbeschwerte Stimmung.

    Die Nachbarin nebenan verkauft richtiges Thaifood. Ihr Name ist Nam. Eine allein erziehende Mutter von zwei Töchtern und Su’s Freundin.
    Wenn Su ihrer Freelancer-Tätigkeit nachgeht wirft sie mehr als ein Auge auf Ton. Ich habe gleich die Gelegenheit Nams Kochkünste kennenzullernen, als mir einfällt, dass ich seit der Flugzeugkost nichts mehr zu mir genommen habe. Das Essen ist vorzüglich.

    Irgendwann verabschieden wir uns von Ton, den Verwandten, Bekannten, Nachbarn und Neugierigen und kehren zurück an die Suk.
    Zu Abend essen wir schließlich im Restaurant über dem Foddland in der Soi 5, bevor wir dann zurück ins Hotel kehren.



    Blick auf die Soi 5 ....

    Schon ist der erste Tag zu Ende. Glücklich und zufrieden vom guten Start der gemeinsamen Zeit gibt es dann im Hotel noch viel zu tun und zu erzählen …. Irgendwann gegen 5.00 Uhr morgens schlafen wir dann ein.

    Fortsetzung folgt …
    Stalker

    PS.: Wer mal ein Foto von Nams Küche sehen möchte, muss nach meinem Fotothread vom Juni/Juli 2005 wühlen

  4. #3
    Avatar von rusu

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    Re: Es geschieht einfach ... 2004 ... es geht weiter ...

    Für diesen Thread bedankt sich rusu :bravo:

  5. #4
    Avatar von simon

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    781

    Re: Es geschieht einfach ... 2004 ... es geht weiter ...

    Hm... der Beitrag schon älter, dass du den wieder ausgegraben hast rusu ;)
    Aber gute Schreibe, gefällt mir !

  6. #5
    Enrico
    Avatar von Enrico

    Re: Es geschieht einfach ... 2004 ... es geht weiter ...

    @Stalker

    Radisson Hotel? Sachs mir bitte.

  7. #6
    Avatar von Stalker

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    Re: Es geschieht einfach ... 2004 ... es geht weiter ...

    @simon

    Der Beitrag ist neu. Auch wenn er in der Vergangenheit spielt.

    @Enrico

    ????? Zenith Hotel - Soi 3 oder was meinst DU, steh aufm Schlauch.

    Stalker

  8. #7
    Avatar von Otto-Nongkhai

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    Re: Es geschieht einfach ... 2004 ... es geht weiter ...

    ,da bekommt man Appetit!

  9. #8
    Enrico
    Avatar von Enrico

    Re: Es geschieht einfach ... 2004 ... es geht weiter ...

    @Stalker

    die Zimmer sehen aus wie im Radisson in der Rama 9, hat mich halt nur interessiert.

  10. #9
    Avatar von Stalker

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    15.08.2006
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    Re: Es geschieht einfach ... 2004 ... es geht weiter ...

    Weiter gehts ....

    Es ist schon fast Mittag, als wir endlich wach werden.



    Der Himmel ist bedeckt, wahrscheinlich wird es Regen geben, meint Su. Als wir das Hotel verlassen - es ist inzwischen 13.00 Uhr - erwidert der Security mein „Guten Morgen“ mit einem mehr als breiten Grinsen.
    Die nächsten Tage in Bangkok verlaufen unspektakulär. Wir versuchen uns richtig kennen zu lernen. Wir gehen shoppen. Ich möchte Su’s Wohnung mit Sitzgelegenheiten ausstatten. Wir kaufen eine Couch, dazu zwei Sessel, einen Clubtisch und einen Computertisch. Computertisch??? Ja, wo soll denn sonst der Computer draufstehen, den Ton so dringend für den Schulunterricht - und vor allem für seine Freizeitgestaltung braucht.



    Pantip ... hier wurde der Computer gekauft, na wenigstens bekomme ich regelmäßig MP3s per Mail ...





    abends ... vor dem Pantip ...

    ……..

    Noch gehe ich mit rosaroter Brille durch die Gegend und tue all diese Dinge, ohne etwas zu hinterfragen. Inzwischen - über zwei Jahre später - würde ich mir den Computerkauf auf jeden Fall sparen. Ich will aber keinen Entwicklungen vorgreifen.
    Nur soviel, vor sich selbst kann man viele Verhaltensweisen der Partnerin mit der Andersartigkeit der Kultur - ThaiStyle halt - entschuldigen. Sollte jedoch in einer Beziehung nicht den Auffassungen eines jeden Partners Respekt gezollt werden?
    Soll man den ThaiStyle bis zur Schmerzgrenze tolerieren, anstatt augenscheinlichen Nonsens als solchen zu benennen und sich dem dann auch verweigern?

    Ein Beispiel: Su, ist die Einzige, die sich um die Eltern kümmert. Die beiden Brüder mit Ihren „soliden“ Berufen und die beiden anderen Schwestern fühlen sich dazu nicht berufen. Getreu dem Motto, wenn man schon mit Farangs verkehrt, muss man auch die Zeche bezahlen. Hinzu kommt das die Mutter nie wirklich zufrieden zustellen ist. Der durch seinen Alkoholismus oft pflegebedürftige Vater (stand schon dermaßen neben sich, dass er nackend ums Haus rannte) ist mitunter Su’s einziger Verbündeter in der Familie, der jedoch unter dem Regime der Mutter steht und ihr auch nicht helfen kann, wenn es hart auf hart kommt. Sie wird also ausgenutzt und somit ist das auch eine Belastungsprobe für einen Farang-Boyfriend. Oft versucht sie aus dieser Welt auszubrechen, schafft es jedoch nicht und hofft durch ihr „Take Care“ irgendwann doch noch von der Familie geachtet zu werden.

    Ist genug Geld da, dann ist alles Bestens, wehe aber, wenn Su einmal nicht helfen will oder kann, dann ist ein wochenlanger Spießrutenlauf keine Seltenheit.

    Aber ich greife den Dingen vor und verzettele mich. Eigentlich will ich hier nicht das für und wieder dieser Beziehung aufarbeiten, es kommt jedoch zwangsläufig dazu.
    Diese Sache zu beenden, bzw. gar nicht erst zu beginnen, wäre wahrscheinlich das Beste gewesen. Nun kenne ich ihre ganze Geschichte, die Hintergründe, die ganzen Abgründe ihrer Lebenssituation. Und da hat dann ein User aus 'nem anderen Forum insofern recht, mich als Sensibelchen zu bezeichnen, weil ich es nicht übers Herz bringe, diese Beziehung zu beenden. Versteht mich bitte nicht falsch, bin nicht aus Mitleid mit ihr zusammen. Sie ist für mich eine liebens- und begehrenswerte Frau und ich genieße meine Zeit mit Ihr.

    Doch manchmal - in den „dunklen“ Stunden des eigenen Seins in dem man sich selbst und seine Handlungen hinterfragt, wäre es für mich doch besser gewesen, das Nachtleben Thailands als Spaßveranstaltung zu nehmen und mich auf meine Familie zu konzentrieren, anstatt mich hier zu verlieren. Ein Member in einem anderen Forum fragte mich sinngemäß, warum ich mir das alles antue, diese Frage kann ich mir selbst nicht beantworten, ich weiß nur, dass nach dem Ende dieser Beziehung - das im Moment jedoch in keinster Weise absehbar ist - eine Neuauflage mit einer anderen Hauptdarstellerin für mich nicht mehr in Frage kommt.

    ……

    Fortsetzung folgt ...
    Stalker

  11. #10
    Avatar von Stalker

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    Re: Es geschieht einfach ... 2004 ... es geht weiter ...

    ... nun mal weiter in Rückblenden ...

    Hier ein paar Bilder von unserer Zeit in Bangkok.







    Bilder aus dem MBK. Das Computerspielgeschäft i27 ist allerdings im MBK im 4. Floor. Hier konnte man seinerzeit recht gute Schnäppchen machen. Handelt sich um Originalsoftware. Inzwischen ist aber fast alles lokalisiert und internatonale Versionen haben im Preisniveau deutlich angezogen. Sich mit irgendwelchen Skriptem rumzuschlagen, um dann die Thaivariante doch noch auf englisch oder deutsch zu patchen, ist mir persönlich zu anstrengend.







    Abends gehen wir dann in den Biergarten. Hier treffen wir auf Nut & Kaew, Su’s Freundinnen die ich schon ein halbes Jahr zuvor kennen lernen durfte. Kaew, die damals auch noch als Freelancerin arbeitet - inzwischen ist es auch bei ihr damit vorbei - hatte immer recht bittere Weißmachercremes aufgetragen. Der Blitz meiner Ixus ist in der Automatik ziemlich hell und betont das noch einmal.



    Nut & Kaew mit 2 Kilo Weißmachcreme im Gesicht ... :O

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