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Erkundungen in Ayutthaya IV

Erstellt von Jinjok, 14.01.2002, 12:14 Uhr · 2 Antworten · 1.360 Aufrufe

  1. #1
    Avatar von Jinjok

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    Erkundungen in Ayutthaya IV

    Teil 4: Tag 2 - Baan Khun Phean - Wat Phra Ram

    Nachtrag Wat Phra Si Sanphet:
    Glücklicherweise waren zu dem Zeitpunkt, als wir das Gelände des königlichen Wats besuchten, keinen ganzen Reisebusladungen Touristen über diese historische Stätte hergefallen, sodaß wir die seltsamme Stimmung von grandioser Vergangangenheit dieses vormals pompösen Ensembles der Verehrung Buddhas und den Verfall in uns aufnehmen konnten. Hauptanziehungspunkt sind natürlich die 3 erhaltenen großen Chedi, die früher die sterblichen Reste der frühen Ayutthaya-Könige aufgenommen hatten. Tatsächlich sind alle Grabkammern heute leer, da sie entweder schon durch die Burmesen oder später durch Grabräuber geplündert wurden. Aber die Innenräume der Türme zeigen nach mehr als 500 jahren immer noch Reste der einstig prachtvollen Bemalung.

    Allerdings hausen heute Fledermäuse in den offenen Chedis, deren Urin und ... bei der Luftfeuchtigkeit und Wärme einen nasenbetäubenden Gestank um die Ruinen verbreiten. Dazu kommt, daß während der Regenzeit große Flächen der Ruinenfelder unter Wasser stehen und sich durch Ausspühlung auch dort ... und Urin der nächtlichen Flieger anreichern. Der beißende Gestank begrüßte uns auch an vielen der später besuchten historischen Stätten. Das Gelände des Wat Phra Si Sanphet liegt inmitten des riesigen Areals des Ayutthaya Historical Parks und ist fernab der großen Straßen. Wenn man ein paar hundert Meter von der Tempelruine in das Hinterland geht, gelangt man auf das Gelände des ehemaligen könglichen Palastes. Nachdem man das tropische Buschwerk entfernt hat und die alten Bäume (oftmals weißblühende heilige Temple Trees) zwischen den hunderten fast vollständig verfallenen Gebäuderesten stehen ließ, entstand so eine einzigartiger Parklandschaft.

    Erhalten sind auch noch die Entwässerungsgräben in dem ehemals sumpfigen Gelände über die hölzerne Bogenbrücken führen. Da die Bustouristen oft nur viel zu wenig Zeit haben, sich bis in die hintersten Winkel des Parks vorzuwagen, hat man hier die Mixtur aus Landschaft und historischen Zeitzeugen fast für sich allein. Leider haben auch wir uns aus Unkenntnis nicht weiter als einige 100 Meter von der Hauptruine des Si Sanphets nördlich bewegt und erkannten die Schönheit und Ruhe erst später bei einem ausgedehnten Spaziergang um das Areal des Königspalastes. Auf dem Weg um das Gelände kommt man auch an Resten der ehemaligen Befestigungsanlagen vorbei.

    Nachdem wir wir unseren Rundgang durch die Trümmer des Wats von Si Sanphet beendet hatten meldete sich unser Magen. Wir gingen zu den vielen Foodständen, die sich vor dem Tempel an der Straße entlang zogen. Leider waren diese alle nur für Touristen da und entsprechend waren die Preise auch hoffnungslos überhöht. Aber da der Hunger nunmal sein Recht forderte namen wir ein paar über dem Holzkohlenfeuer gerillte Hühnerteile mit Sticky Rice und dazu eine Green fanta auf Crushed Ice. Damit verzogen wir uns in den Schatten der alten Bäume hinter des Denkmals für des Helden-Königs und Ayuttaya-Gründer U-Thong aka. König Rama Thibotodi I.

    So gestärkt und erfrischt machten wir uns auf zum Park von Baan Khun Phean. Khun Phaen war ein reicher und einflußreicher Mann in den Glanztagen von Ayutthaya. Das nachgebaute Haus in traditionellen Thaistil besteht aus 4 Einzelhäusern, die sich um einen überdachten Mittelplatz gruppieren. Das Ganze ist komplett aus Teakholz steht auf ca. 3 Meter hohen Pfeilern.. Khun Phean war nicht nur durch seinen Macht und Reichtum berühmt sondern auch wegen seinem Erfolg bei Frauen. Er hatte mehr Mia Lunags und Mia Nois als irgendein anderer zu jener Zeit. Thai Dandies lieben es sich mit einem Khun Phean Amulett zu behängen, welches ihnen ähnlichen Erfolg bein weiblichen Geschlecht sichern soll. Diese Amuletts sind also heiß begehrt.

    Das Haus liegt am Rande des Ayutthaya Historical park und ist umgeben von See die bei der Entwässerung des Geländes vor Jahrhunderten entstanden. Herrliche weitausladende alte Bäume spenden Schatten und laden zum Verweilen in den Mittaghitze ein. Auch inmitten der Seen schwimmen überdachte Plattformen, auf denen man im Schatten das Mittagessen verdauen kann. Gegenüber dem Park Baan Khun Phean auf der anderen Straßenseite befindet sich eine kleine Uhr- und Souvenir-Fabrik, die wir aber nicht besuchten.

    Als nächstes machten wir uns auf den kurzen Weg zum Wat Phra Ram. Er befindet sich gegenüber dem Wat Phra Mogkon Bophit und südöstlich außerhalb des ehemaligen königlichen Palastgeländes. Er wurde von König Ramesuan 1369 an der Stelle errichtet, an der die Einäscherung seines Vaters, des legendären König U-Thong stattfand. Da König Ramesuan nur 1 Jahr regierte, konnte er den tempel nicht fertigstellen. Entweder hatte sein Nachfolger König Boromaraja I. daran weitergebaut, oder König Ramesuan hatte es später nach dem Tod von König Boromaraja I in seiner 2. Regentschaftzeit selbst abgeschlossen. Später war der Tempel jedenfalls nach vielen An- und umbauten in schlechtem Zustand. Der weithin sichtbare Prang verziert mit Garuda- und schreitenden Buddha-Figuren wurde aber erst bei einem kompletten Umbau während der Regentschaft von König Borom Matrai Lokanat errichtet. Eine weitere große Renovierung erfuhr der Tempel 1741 unter der Regngentschaft von König Boromakot, nur 35 Jahre vor der endgültigen Zerstörung der Stadt durch Burma.

    Der Wat Phra Ram wird von einem Sumpf umgeben, der sich vermutlich schon vor der Stadtgründung dort befunden haben mag. Er wurde früher Nong Sano genannt und war kleiner als heute. Währden der Erbauung der Stadt wurde große Mengen Erde zur Planierung der Gelände für den Palast, den Wat Mahatat, Wat Rajaburana und den Wat Phra Ram selbst ausgegraben. In dessen Ergebnis füllten sich die ausgeschachteten Gebiete mit Wasser und versumpften im Laufe der Jahrhunderte. In den Schriften des palastes wurde der Supmf immer Bung Phra Pam genannt. Heute ist das ausgedehnte Feuchtgebiet mit unzähligen Lotos bepflanzt und sieht in der Blütezeit der Pflanze außerordentlich schön aus.

    Der Eintritt wie zu den meisten der Hauptruinen kostete 30 THB. Den Prang kann man bis zer halben Höhe erklimmen und hat einen schönen Überblick über das Tempelgelände sowie das von vielen Bäumen bewachsene Areal des Ayutthaya Historical Park. Viele Der Stuckelemente des Prangs und er ihn umgeben kleineren Gebäudereste sind heute verfallen bzw. entfernt. Dennoch läßt sich die einstige Pracht erahnen. Auffällig ist, daß es fast keine unversehrten Buddha-Statuen auf allen Ruinenfeldern zu sehen gibt. Selbst bei sehr gut erhaltenen Statuen, die noch alle sonstigen Schmuckdeteils in bestem Zustand aufweisen, wurde von den fanatischen Burmesen offenbar in ihrem fanatischen Haß auf den Theraveda-Buddhismus der Siamesen, die Köpfe abgeschlagen oder zumindest das Gesicht zerstört.

    Mehr als einmal versuchte ich mir vorzustellen, wie die Stadt heute aussehen würde, wenn die Besatzer nicht diese Zerstörunsgwut an den Tag gelegt hätten und die Siamesen mit Respekt vor derem kulturellem Erbe unterworfen hätten. Tempelanlagen wie der Wat Phra Ram wären heute detailreiche Zeitzeugen einer untergegangen Kultur. Aber so sind nur vermodernde Ziegelbauten und zahllose Buddha-Figuren mit zerstörten Gesichtern zu sehen.

    Teil 5: 3. Tag - Auf den Spuren von King U-Thong und Königin Si Suriyouthai

  2.  
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  3. #2
    Nelson
    Avatar von Nelson

    Re: Erkundungen in Ayutthaya IV

    Hallo Jinjok,

    vielen Dank für Deine schönen und überaus informativen Reiseberichte!

    Und da ich neugierig bin: Gibt es auch von Dir und Deiner Mia Bilder zu sehen? Oder hab ich diese übersehen.

    Gruß, Nelson

  4. #3
    Avatar von Jinjok

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    05.07.2001
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    Re: Erkundungen in Ayutthaya IV

    Hallo Nelson
    Bilder von mir gibt es kaum, da ich immer hinter der Kamera bin und meine Frau wohl keinen Drang verspürt, mich auf den virtuellen Film zu bannen. In erster Linie sind die Bilder ja dazu gedacht, die Informationen über die Sehenswürdigkeiten von Ayutthaya etwas besser verdaulich zu machen. Was ein Bild meiner Frau dazu beitragen könnte, ist mir nicht ganz klar. Aber wenn ich bei den nächsten Sehenswürdigkeiten über ein Bild stolpere, wo meine Frau mit daraufgeraten ist, werde ich es einbauen.
    mfg jinjok

    Letzte Änderung: Jinjok am 14.01.02, 19:48

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