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Erkundungen in Ayutthaya III

Erstellt von Jinjok, 11.01.2002, 13:27 Uhr · 2 Antworten · 1.467 Aufrufe

  1. #1
    Avatar von Jinjok

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    Erkundungen in Ayutthaya III

    Teil 3: Tag 2 - Wat Phra Mongkon Bophit und Wat Phra Si Sanphet

    Nachtrag Teil 1: City Pillar Shrine.. Lak Muang von innen. . Elefantenritt

    Das Informationsmaterial vom TAT ist ein guter Leitfaden für die Verhältnisse vor Ort. So wird zum Beispiel auch der ortsübliche Preis für Tuk Tuk-Fahrten darin genannt. Der Preis ansich ist natürlich dennoch Verhandlungssache, aber wenn man den Preis für die Stunde kennt, ist es schon einfacher für die nächste Fahrt von 15 Minuten zu verhandeln. Und die Tuk Tuk Fahrer gehören ja zu den größten Abzockern im Tourismusgeschäft von Thailand. Sie versuchen nicht selten von vornherein die anhnungslosen Touristen gnadenlos zu betrügen. Bei wem das geld aber locker sitzt, bracht sich nicht den Streß zu machen die mit 20-50 THB überhöhten Preise auf normales Farangniveau herunter zu feilschen. Als Einheimischer würde man jedoch nur einen Bruchteil bezahlen, so ist das in Thailand. Aber da vor unserem Hotel der klimatisierte Stadtbus in 20 Minuten-Takt vorbeifuhr mußten wir von den rasenden Betrügern kaum Gebrauch machen.

    Für 5 Baht kann man in den modernen Bussen (vergleichbar mit den Micro-Bussen in BKK) mit großen Fenstern bequem eine Stadtrundfahrt machen. Im historischen Stadtzentrum, welchens auf einer ovalen Insel liegt, durchkämmen die 2 Stadtbuslinien 5 und 6 die gitterartig angelegten Straßenzüge in Mäanderform bis hin zum Busterminal am Chao Phrom Market. Dabei werden die Straßenzüge abwechselnd von je einer Linie bedient und nur am Busterminal treffen sie sich. Man kann also quasi in jeder Straße in der Innenstadt einen Bus besteigen der zum Markt fährt. Durch die Zick-Zack-Tour ist nur manchmal nicht klar ob der Bus gerade vom Markt kommt oder dorthin fährt. Also fragt man besser bevor man einsteigt und stellt sich im Falle auf die gegenüberliegende Straßenseite. Praktisch kann man wie ein Tuk Tuk den Bus immer anhalten wo man gerade einen trifft.

    Unser Hotel U-Thong In entpuppte sich als äußerst gut ausgebuchtes Durchgangshotel der großen Reiseunternehmen. Jede Nacht fanden hier jeweils 3...5 Tourbusse Unterschlupf. Alles professionell durchorganisiert, so wie man sich den Alptraum eines Expresstrips für Pauschalreisende durch Thailand vorstellt. Ankunft im Hotel zwischen 18 und 20 Uhr Abendessen mit westlichen Schlagern von einer Amateurband. Das Repertoire war so eingefahren, daß jeden Abend zur gleichen Zeit das gleiche Lied lief. Am nächsten Morgen Frühstücksbuffet mit American BF, chinesischen, japanischen und natürlich warmen Thai Gerichten. 8 Uhr waren immer alle Busse verschwunden. Ein harter Zeitplan für einen Urlaub. Nun für uns wars interessant das zu sehen und wir freuten uns, für die Stadt 5 Tage Zeit zu haben und alles in Ruhe geniessen zu können.

    Natürlich standen wir auch immer zwischen 7 und 8 Uhr auf,. (wenn wir nicht verschliefen um etwas vom Tageslicht zu haben. Auf unserer Busfahrt in Richtung Innenstadt kommt man auf der Einfallstraße 309 vom Highway 1 aus Richtung Bangkok zunächst in einen Kreisverkehr, in dessen Mitte ein letzter Chedi des Wat Phra Sompleam befindet. Um diesen Chedi fahren alle Fahrzeuge von und nach Bangkok, Bang Pa In und dem Stadtzentrum. Als nächstes erklimmt der Bus die steile Rampe zur modernen Naresuan Doppelbrücke über den Mae Nam Pasak. Tief zwischen den beiden Brückenteilen der Richtungsfahrbanen duckt sich die kleine Predee Gitterstahlbrücke aus den Tagen, da die Ausfallstraße nach Bangkok mit einer Fahrspur noch ausreichend war.

    Links von der Brücke direkt am Flußufer erhebt sich der Hotelturm des Krung Sri River Hotels (THB 1500 +++). Wenige 100 meter dahinter befindet sich ebenfalls direkt auf dem außerstädtischen Ufer das Thewaraj Tanrin Hotel (THB 1100+++). Von hier kommt man mit einer Fähre direkt ins Stadtzentrum am Chao Phrom Market. Außerdem ist gleich dahinter der Bahnhof von Ayutthaya. Weiter geht die Fahrt auf der anderen Seite die Brücke wieder hinab. Die alte Hauptstadt ist komplett von Wasserläufen umschlossen über die 7 Brücken führen. Neben dem bereits erwähnten Mae Nam Pasak umschließt der Mae Nam Chao Phraya die Hauptinsel. Etwas in der Mitte des Eilandes biegt der Bus nach links ins Stadtzentrum ein. Immer wieder kann man zwischen den bebauten Grundtstücken einzelne oder mehrere Prangs und Chedis aus dem Mittelalter sehen.

    Heute sind die schützenden Stuck- und Sandsteinüberzüge längst vom Zahn der Zeit zerfressen oder wurden durch die Zerstörungswut der burmesischen Besatzer entfernt. Daher erscheinen die Ruinen von Ayutthaya heute überwiegend als rötliche Ziegelbauten. Die Ruinen werden häufig mit gelben oder neonfarbenen Kunstfasertüchern umwickelt um die darin lebenden Geister zu ehren. Außerdem findet man in Zentrum noch viele traditionelle Teakholzbauten, auch nagelneue, was der Stadt ein gewisses Flair gibt. Wir haben uns für diesen Tag gleich eine der Hauptattraktionen aus dem Reiseführer gepickt, den alten Königspalast mit dem benachbarten Tempel Mongkon Bophit. Wir verlassen den Bus direkt davor.

    Vom ehemaligen Wat Phra Mongkon Bophit ist heute nur noch der Wihan erhalten. Er beherbergt eine der größten Buddhafiguren Thailands Phra Mongkon Bophit, die König Chairacha Thirat 1538 beim Wat Chi Chiang bestellt hatte. Die Figur stand ursprünglich im Wat Chichiang im östlichen Teil der Stadt und wurde auf Geheiß von König Song Tham 1612 an seinen heutigen Platz gebracht. Der dazu errichtete Mandapa (Gebäude mit flachem Dach) umschließt die gigantische Figur knapp, sodaß sie fast den ganzen Innenraum ausfüllt. Während der Regentschaft von König Sua (1697-1706) traft eine Blitz die Spitze des Mandapa worauf es einstürtzte. Dabei fiel der Kopf des Phra Mongkon Bophit herunter.Der König ließ das Gebäude als Wihan wiedererbauen. Während der Regentschaft von König Borom Makot (1732-1758 ) fanden weitere Restaurierungen statt. In Besatzungszeiten wurde der Wihan immer wieder von den Burmesen zerstört.

    Zuletzt wurde Phra Mongkon Bophit 1955 restauriert. Dabei fand man hinter einem Deckel der linken Schulter mehere hundert Buddhafiguren, die Mönche vor den herannahenden burmesischen Truppen und deren Zerstörungswut in Sicherheit brachten. Vermutlich wurden die Mönche von den Burmesen umgebracht, da die Figuren mehrer Jahrhunderte dort unbeschadet überdauerten. Heute werden sie im Chao Sam Phraya National Museum unweit der Fundstelle ausgestellt. 1956 spendete der damalige Premier von Burma Nai Uhnu THB 200.000 für die Restaurierung des Wihan. 1990 entschied die Phra Mongkon Bophit Foundation die Figur mit Plattgold zu überziehen. Das wurde 2 Jahre später vollendet. Ihre Majestät Königin Sirikit spendete THB 70.000 für die Beschaffung des Goldes.

    Der Eintritt in diesen wat ist frei. Im inneren kann man die gigantische Statue umrunden. Neben Ständen an denen man die üblichen Devotialien kaufen kann um sich verdienste zu erwerben, sind auch noch ein paar Köpfe historischer Buddha-Figuren ausgestellt. Der Platz um den Wihan wurde im Jahr 2001 in Rahmen des Projektes Ancient Park Ayutthaya ungestaltet. Dahinter befindet sich nun eine gigantische Busrststätte mit einem kleinen Dorf für Farang- und Nippun-Souveniers. Zum Glück sieht man das von vorn nicht gleich. Wir haben das auch erst entdeckt, als wir an einem anderen Tag das ganze Areal zu Fuß umrundeten.

    Gleich neben dem Wihan liegt der Eingang zum Wat Phra Si Sanphet. König Rama Thibodi I. legte hier 1350 den Königspalst an der bis zur Regentschaft von König Sam Phraya in Jahre 1448 hier stand. Der spätere König Borom Matrai Lokanant ließ hier einen Wat errichten um dieses Areal für religiöse Zwecke zu nutzen. Sein Sohn König Rama Thibodi II. befahl 2 Chedi zu errichten. Einer davon beherbegte die sterblichen Überreste seines Vaters, der andere die Gebeine seine Bruders König Borom Maracha Thirat III. Ein weiterer Chedi wurde von König Borom Mrachnopth Thangkun aus den selben Gründen errichtet, um die Asche von König Rama Thibodi II. aufzunehmen.

    1499 wurde ein herrschaftlicher Wihan errichtet. Im folgenden Jahr befahl König Rama Thibodi II. den Guß einer mit Gold überzogenen stehende Buddha-Figur mit einer Höhe von 16 Metern. Diese Figur Phra Si Sanphet war das Hauptobjekt der Verehrung im königlichen Wihan. Später wurden die Aschen königlicher Familienmitglieder in kleineren Chedis entlang des Wihans beigesetzt. Wat Phra Si Sanphet war ein königlicher Wat und daher lebten keine Mönche auf seinem Gelände. Der Wat wurde benutzt um königliche Zeremonien abzuhalten, Almosen an die Möchne anderer Tempel zu übergeben und die Wian Tian Zeremonie an buddhistischen Feiertagen durchzuführen, welche u.a das dreimalige nächtliche Umrunden des Wihans mit Kerze, Blumen und Joss Sticks beinhaltete.

    Als Ayuttaya 1776 endgültig zerstört wurde, stahlen die Burmesen das Gold welches die Buddha-Figur überzog. Chakri König Rama I. ließ während seiner Regentschaft (1782-1809) in der Ratanakosin Zeit den erhaltenen inneren Kern der Figur nach Bangkok in den Wat Phra Chetuphon bringen und diese in einem speziell dafür erbauten Chedi aufbewahren. Eine weitere bedeutende Buddha-Figur, genannt Phra Lokanat, wurde etwa zur selben Zeit in diesen Wat gebracht, der übrigens unter dem populären Namen Wat Po bekannter ist. Überreste von irdenen Wasserpfeiffen, die auf dem Gelände von Si Sanphet gefunden wurden, weisen auf den Ursprung dieses Areals aus der Zeit von König Narai dem Großen.

    Nachden die Stadt zerstört war, überwucherten in den nächsten 250 Jahren Büsche, Sträucher und Bäume die Ruinen der ehemaligen Paläste und Tempel. Zu Beginn des vorigen Jahrunderts begannen Historiker und Wissenschaftler die Ruinen auszugraben und ihren Zustand für die Nachwelt zu sichern. Heute sind vom Wat Phra Si Sanphet nur noch die 3 in einer Reihe stehenden Chedi und die Linie zu beiden Seiten fortführenden Wihan als ehemaliger Haupteingang auf der einen und dem Phrasat Phra Narai auf der anderen zum Teil nur noch die Grundmauern übrig. Noch stehende Pfeiler, Säulen oder Seitenwände haben sich schon beachtlich geneigt und drohen jeden Moment umzustürzen.

    Teil 4: Tag 2 - Wat Phra Ram und Baan Khun Paen


    Letzte Änderung: Jinjok am 11.01.02, 13:52

  2.  
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  3. #2
    Avatar von seven

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    Re: Erkundungen in Ayutthaya III

    Das Areal um den alten Königspalast hat mich am meisten fasziniert, da man nicht alle der alten Bäume, die die Ruinen umwachsen haben, gefällt hat. So findet man halbverfallene Chedis, die schräg aus der Wiese "herauswachsen" neben Buddhastatuen ohne Kopf und alten Bäumen, die sich mit ihren Wurzeln einen Weg durch die alten Bauten gegraben haben. Wenn nicht gerade eine Reisegruppe durch die Anlage poltert, ist es richtig idylisch dort.
    Wieviele Tage ward Ihr den in Ayutthaya? Das kannst Du ja fast als Doktorarbeit abgeben ...

  4. #3
    Avatar von Jinjok

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    Re: Erkundungen in Ayutthaya III

    @Seven
    Wir waren 5 Tage in Ayutthaya unterwegs. Die anderen Sehenswürdigkeiten werden sicher nicht so ausführlich behandelt werden. Das Ganze ist jetzt 4 Monate her und ich hatte hier im Forum versprochen, daß ich darüber berichten werde und jetzt wird es höchste Zeit dafür. Kampf dem Vergessen. Gleichzeitig wird das das Gerüst für einen Reisbericht auf einer späteren Homepage. Dort werden dann alle Bilder Bilder zu sehen sein. Die Bereichtsreihe hier im Forum ist sowas wie die Beta-Version. Die dabei entstehenden Manuskripte kann ich später als Vorlage benutzen.

    Leider sind wir nicht weiter in das Freigelände des alten Königspalastes vom Wat Phra Si Sanphet aus weitergegangen. Ich glaubte, man könne später von der anderen Seite auf das riesige Areal gelangen, was ein Irrtum war. Wir konnten nur auf einer Umrundung des ganzen Geländes von der Straße aus die idyllischen Szenerien innen betrachten. Aber wir kommen wieder und dann habe ich noch ein paar andere Sachen vorgemerkt.
    mfg jinjok

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