Seite 6 von 9 ErsteErste ... 45678 ... LetzteLetzte
Ergebnis 51 bis 60 von 85

Einen Monat im Isaan...

Erstellt von hello_farang, 26.12.2003, 18:46 Uhr · 84 Antworten · 5.265 Aufrufe

  1. #51
    hello_farang
    Avatar von hello_farang

    Re: Einen Monat im Isaan...

    @darkrider: Die Bilder sind alle mit einer Spiegelreflexkamera und 50mm-Objektiv gemacht, und danach teilweise am Rechner zusammengesetzt (Mekongblick und das Wat bei Roi Et).

    @Sakon Nakhon: Der Ring am Mittelfinger ist nur ein Ring. Der Verlobungsring kam etwas spaeter dazu...

    Tschuess hello_farang

  2.  
    Anzeige
  3. #52
    hello_farang
    Avatar von hello_farang

    Re: Einen Monat im Isaan...

    Einen Monat im Isaan... (Teil 20)

    Aufgrund einer sehr unruhigen Nacht, denn es schuettet mal wieder ohne Unterlass durch, wachen wir beide erst um 10:00 Uhr auf. Nach einem ausgiebigen Fruehstueck spricht meine Freundin mit ihrer Cousine und deren Vater, etwas spaeter laufen (!) wir zum Dorfplatz am Rand von Ban Sam Kha. Auf dem Weg dorthin soll ich eine Flasche Lau-Khao kaufen, was mich aus dem Munde meiner Freundin doch einigermassen verbluefft. Aber schnell nimmt der alte Herr die Flasche an sich, ohne sie jedoch zu oeffnen. Es geht zum Haus des Dorfgeistes, um diesen um Wohlwollen fuer unsere Beziehung zu bitten. Neben dem Schnaps haben wir auch Raeucherstaebchen, Kerzen, und Blumen dabei, als Opfergaben.
    Der Vater der Cousine ist einer von 2 Maennern im Dorf, die den Schluessel fuer das kleine Haus haben, indem der Dorfgeist wohnt. Es war mir schon aufgefallen, das immer wieder Bewohner kamen, um mit ihm loszugehen. Wenn eine wichtige Entscheidung ansteht, dann wird vorher der Dorfgeist um Rat und Wohlwollen gebeten, wobei der Onkel jedesmal den Schrain aufschliesst und die Leute durch Gebete ankuendigt.
    So auch uns, und wieder lerne ich etwas Neues. Nachdem er etwas Schnaps in mehrere kleine Schalen gegossen hat, dabei Gebete spricht, sollen wir uns niederknien. Und zwar auf die Schwelle des Eingangs zur Huette, nicht davor. So erkennt der Dorfgeist, wer anwesend ist, und wir direkt mit ihm in Kontakt treten koennen. Etwas fragend schaue ich, ob ich nun wirklich die Schwelle beruehren solle, denn ansonsten achte ich stets darauf, dies eben nicht zu tun. Ich mache es jedoch meiner Freundin nach, und unsere Knie ruhen auf der Schwelle.

    Auch wenn auf dem Dorfplatz hinter uns viele Leute versammelt sind, behelligt uns niemand bei diesem Ritual, wir beten und bitten gemeinsam um den Schutz unserer Verbindung.
    Nach einigen Minuten sind die Gebete gesprochen, die Blumen dargebracht, die Raeucherstaebchen entzuendet, und wir verlassen den Ort wieder. Der Onkel verschliesst das Haus, grinst zustimmend, und geht. Den restlichen Schnaps nimmt er mit, er wird ihn wohl getrunken haben.

    Wir bleiben noch auf dem Platz, und nun sind auch die Dorfbewohner wieder an uns interessiert. Es wird Boole gespielt, einige tanzen zu Musik aus einer kleinen Anlage, und es herrscht prima Stimmung. Besonders interessant sieht eine Art Wettstreit aus: Ein rundes Fischernetz, welches Bleikugeln am Rand hat, wird moeglichst korrekt ausgebreitet auf den Boden geworfen. Ein weiterer Fischer kommt, und probiert nun, mit seinem Netz das zuerst geworfene komplett zu ueberdecken durch seinen Wurf. Da ich dazu aufgefordert werde, probiere auch ich mein Glueck, aber es ist deutlich schwieriger als es ausschaut. Mehr als 60% Ueberlappen bekomme ich nicht hin, jedoch ist es ein riesen sanuk fuer alle. Nach 10 Wuerfen gebe ich auf, und wende mich dem Boole zu, das liegt mir doch naeher. Meine Freundin sitzt unterdessen mit einigen Frauen aus dem Dorf auf einem grossen umgestuerzten Baumstamm zusammen, und sie unterhalten sich.
    An einem Stand kaufe ich 2 Bier, und wir Boolespieler teilen uns den Gestensaft. So ziehen ein paar Stunden ins Land, es wird immer heisser - bestimmt wieder mal 38°C- und irgendwann gehen wir nach Hause. Vorher kehren wir aber noch bei einer Tante ein, um dort hervorragend zu essen.

    Ihre Tochter ist ein sehr intelligentes Maedchen, gerade 17 Jahre alt geworden. Sie ist die 2te Tochter einer sehr armen Familie, aber Aufgrund ihrer sehr guten Noten und Englisch-Kenntnisse von der Schulbehoerde fuer eine Foerderung vorgeschlagen worden. Vor einigen Tagen kam der postivie Bescheid aus Bangkok, und nun darf sie auf Staatskosten in Khon Kaen auf eine weiterfuehrende Schule gehen, die ihr einen guten Abschluss verspricht. Damit kann sie spaeter sogar eine Universitaet besuchen, und natuerlich sind alle im Dorf richtig froh. Sie ist die erste, der diese Chance hier zuteil wird.

    Ich habe sie die ganze Zeit ueber gut gelaunt nur mit Dauergrinsen erlebt, als ob man ihr die Mundwinkel festgetackert haette, so wie auf den Bild. Nie war in dem Laecheln irgend etwas gequaeltes, immer war es ehrlich und aus vollster Ueberzeugung. So entwaffnend smilend und nett, wie sie jedesmal zu Besuch kam, so ist sie auch. Ein Portraet von ihr haette niemals anders ausgesehen. Ich freue mich natuerlich auch riesig ueber die gute Nachricht, denn sie hat es wirklich verdient. Ein schlagfertiges, aufgewecktes junges Maedel, welches auch kein Blatt vor den Mund nimmt, sondern stets sagt was sie denkt, und das kann sie auch noch in die richtigen Worte fassen.

    Eine froehlich-traurige Party schliesst sich an, denn sie muss das Dorf ja nun verlassen, um in die grosse Stadt in ein Internat zu ziehen. Es ist wieder einmal eine Lehre fuer mich, wie es abgeht in einem kleinen Dorf auf dem Isaan. Die engen Bindungen, alle moegen sie, keiner will sie gehen lassen, aber dennoch ist klar das sie fort muss. Ich bin sehr stolz, das sie sich mit mir extra noch einmal fotogarafieren lassen moechte. Im Hintergrund steht ihre Mutter.



    Waerend der Wochen dort habe ich viel mit ihr auf englisch geredet, sie hat mir etwas lao-thai beigebracht. Immer beharrt sie darauf, das ich englisch mit ihr spreche, damit sie so viel wie moeglich von mir lernen kann. Ich mache es gerne, auch wenn ich ja lieber etwas mehr lao lernen wuerde, bloss dafur bleibt zu wenig Zeit. Fuer sie ist es wichtig, die englische Aussprache und viele Bedeutungen einzelner Worte zu lernen, wenn auch in meinem ami-farang-slang, oder evt. genau deshalb?! Ich bringe ihr, und natuerlich meiner Freundin, einige verschiedene Aussprachen und Eigenheiten der englischen Sprache bei. Nebenbei auch etwas deutsch, aber das scheint eher nebensaechlich zu sein.
    Sobald ich englisch rede, kleben die beiden an meinen Lippen, und probieren sofort, es zu wiederholen. Es sind jedesmal lustige und durch viel Lachen unterbrochene Lehrstunden, die ich abhalten muss, aber das mache ich gerne. Eine VCD zu sehen, bei der staendig zurueck ´gespult´ wird, weil das eben Gesprochene nochmals analysiert werden muss, soetwas kenne ich zur Genuege (Filme mit Leonardo di Caprio lehne ich dabei jedoch strikt ab, denn dann sind die Maedels nicht mehr bei der Sache). Ich muss immer nachsprechen und erklaeren, was der Schauspieler eben gesagt hat, und was gemeint ist. Ganz speziell die korrekte Aussprache scheint die jungen Damen zu interessieren, auch wenn ich oft korrigieren muss. Bin wirklich am ueberlegen, ob ich nicht doch das Angebot der Schule in Kuchinarai annehmen sollte. Der Rektor und seine Englisch-Lehrerin hatten mir zu Sonkran angeboten, dort eine Stelle anzunehmen als begleitender Englisch-Lehrer. Ich weiss aber um die Problematik der Arbeitserlaubnis in Thailand, und hatte dankend abgelehnt. "Privatunterricht" scheint jedoch eine tolle Alternative zu sein...

  4. #53
    CNX
    Avatar von CNX

    Re: Einen Monat im Isaan...

    Warum kommt einem die Zeit bis zur Fortsetzung nur immer so lange vor ?

    Gruss
    C N X

  5. #54
    hello_farang
    Avatar von hello_farang

    Re: Einen Monat im Isaan...

    Einen Monat im Isaan... (Teil 21)

    Vorgestern brachte der Nachbar, dem die verrueckte Huehnenmeute gehoert, die uns jeden Morgen mit lautem Gegacker und Kraehen zu wecken versucht, ein winziges Kueken. Es ist im Gegensatz zu seinen Geschwistern, die zusammen mit ihm geschluepft sind, viel zu klein und kann kaum laufen. Geschweige denn mit der Glucke und den anderen Kueken auf Nahrungssuche gehen. Zwar ist eigentlich von Anfang an klar, das es nicht durchkommen wird, aber dennoch nehme ich mich dem Winzling an. Natuerlich werde ich wieder mal fuer verrueckt erklaert, aber das interessiert mich nicht.
    Zwei Tage lang fuettere ich es mit halben rohen Reiskoernern, was gar nicht so einfach ist. Denn wie soll ich ihm als riesige Ersatzmutti beibringen, das es ein Huhn ist und wie es sich zu ernaehren hat? Ich bekomme heraus, das es klappt, wenn ich einige Reiskoernchen auf den Boden streue, und dann mit dem Finger so tue, als wuerde ich danach picken. Zu trinken gebe ich ihm, indem es troepfchenweise aus einen Strohhalm etwas Wasser in den Schnabel bekommt. Schlafen tut der kleine Piepmatz im Korb mit der schmutziger Waesche, und jeden Morgen erhebt sich ein wildes Gepiepe. Besonders angenehm scheint es immer mein Glas mit Kaffee zu finden, denn sofort wird dessen Naehe gesucht, schoen warm... Natuerlich bleibt auch diese meiner Aktionen nicht lange unbeachtet, und vor allem die Kids sind interessiert, ob das Kueken durchkommt, und spielen mit ihm.

    Heute mittag ist es jedoch gestorben, und relativ unspektakulaer im Abfalleimer gelandet. Damit habe ich zwar keine Probleme, aber meine Freundin macht einige -meiner Meinung nach- flapsige Bemerkungen darueber. Ich werde sauer, will mich aber nicht mit ihr streiten, also schnappe ich mir den Schluessel fuer das Moped, und fahre alleine los.

    Endlich mal ohne "Tschaa tschaa" im Ruecken, bin ich recht schnell in Kuchinarai. Dort sehe ich von Westen her dicke schwarze Wolken aufziehen, also entscheide ich mich fuer den Weg nach Osten, Richtung Mugdahan. 30 Kilometer weiter holt mich der Regen aber ein, und es wird richtig ungemuetlich. Die Tropfen peitschen hart ins Gesicht, die Strasse ist voller Wasser, also suche ich nach einem Unterstand. In einem kleinen Dorf sehe ich links auch einen, und halte an. Dort sind bereits einige Thais versammelt, die sich ebenfalls ins Trockene gefluechtet haben, und natuerlich wird mein Erscheinen mit erfreuter Verwunderung bedacht. Unter den anderen entdecke ich auch 3 Polizisten, von denen der eine mich zu kennen scheint, denn er beginnt sofort mich heran zu winken, und seinen Leuten irgend etwas zu erklaeren, was mit mir zu tun hat. Breites Grinsen allerseits, und selbstverstaendlich "Hello farang! / Sawat dii khrap!".
    Er kramt all sein englisch zusammen: "Khun farang with family. Pickup go Mugdahan, I see! Control, kautschai mai?" Ahh, ich begreife, er war einer der Polizisten, die neulich bei der Strassensperre dabei waren, und erkennt mich. Es beginnt eine lustige Unterhaltung in verschiedenen Sprachen, mit Haenden und Gesten, wobei ich erklaere, das meine Heimat Deutschland ist, ich in Ban Sam Kha wohne, und gerade etwas Stress mit meiner Freundin habe. Ob ich es richtig treffe, weiss ich nicht, aber "Tob salom salai" mit einer passenden Handbewegung verstehen sie grinsend, "Phom khab with motobike soong tschua mOOng, lang dschaag nan mai mii panhaa" (frei uebersetzt: "Ich fahre 2 Stunden mit dem Moped, und danach ist die Sache wieder vergessen") und alle lachen herzlich mit mir. Es werden einige Fruechte und Wasserflaschen herum gereicht, die Stimmung im stroemenden Regen ist super unter dem grossen Dach des Unterstands.

    Irgendwann nach einer guten halben Stunde hoert der Regen auf, und alle ziehen wieder ihrer Wege. Natuerlich wird es eine Rundum-Verabschiedung, mit viel Laecheln und Gewinke. Die eine Frau erklaert mir, das sie ganz in der Naehe ein Restaurant hat, und ich mitkommen soll. Klar, das Angebot nehme ich gerne an, denn durch die Snacks habe ich Hunger bekommen. Also fahre ich hinter ihr und ihren 2 Kindern, die mit auf dem Moped der Dame sitzen, her bis wir ihr Zuhause erreichen. Wieder einmal muss ich genaue Anweisungen geben, wie sie bitte kochen moege, mang sawirat eben. Es schmeckt sehr gut, und ich bleibe eine ganze Weile dort, denn es sind einige Maenner versammelt, die bei dem schlechten Wetter lieber einen Lau Khao trinken als sich in den Regen zu stellen. Natuerlich bin ich sofort eingeladen, und die Chefin erklaert, was sie vorher ueber mich erfahren hat. Irgendwann merke ich, das ich bereits ueber 3 Stunden unterwegs bin, mich festgequatscht habe, und dank 4 Glaeser Reisschnaps auch schon leicht einen im Kahn habe. Der Aerger ueber meine Freundin ist laengst verflogen, also mache ich mich gemuetlich auf den Heimweg.

    Irgendwo am Strassenrand entdecke ich die netten Polizisten wieder, und hupe hoeflich gruessend, was natuerlich erwidert wird. Es sind bei meiner Ankunft in Ban Sam Kha mehr als 4 Stunden vergangen, seit dem ich weggefahren bin, und irgendwie scheinen sich die Leute so langsam Gedanken um mich gemacht zu haben, denn auch die Cousine sitzt vor dem Haus und guckt besorgt. Meine Freundin empfaengt mich jedenfalls sehr intensiv liebevoll, und fragt sofort, wo ich denn so lange war. Ich erzaehle ihr meine Erlebnisse, und das alles in Ordnung ist. Aus freien Stuecken entschuldigt sie sich fuer die Bemerkungen vorhin ueber das Kueken, danch flitzt sie sofort in die Kueche, um mir etwas zu kochen und ein Bier zu holen.

    Wieder einmal endet dieser Tag mit gemuetlichem Zusammensitzen vor dem Fernseher bei VCDs, diesmal sind es Mitschnitte einige Konzert der Band ´Loso´...

  6. #55
    hello_farang
    Avatar von hello_farang

    Re: Einen Monat im Isaan...

    Einen Monat im Isaan... (Teil 22)

    Der letzte Tag ist gekommen, ich kann es noch gar nicht fassen. Als ich morgens aufwache, und weiss, das es heute nach Bangkok zurueck geht, will ich am liebsten einfach liegen bleiben. Natuerlich auch, weil mir der Schaedel maechtig droehnt, aufgrund der Abschiedsparty gestern Abend. Die Jungs aus der Nachbarschaft haben mir heftig zugesetzt mit dem Reisfusel, und es wollte einfach kein Ende nehmen. Wann ich in´s Bett gekippt war, kann ich nicht mehr sagen.

    Wie ein gepruegelter Hund schleiche ich mich zur Dusche, nehme die Plastikschuessel aus dem grossen Tonbottich, und kippe mir minutenlang Wasser ueber den Koerper. Zwar werde ich langsam wieder munter, aber dieses unbestimmte Gefuehl, nun die so lieb gewonnenen Menschen verlassen zu muessen, will einfach nicht weichen.

    Mit einem Handtuch um die Hueften trete ich ins Freie, und mir ist klar, das ich das nun fuer lange Zeit zum letzten Mal machen werde. Alles erscheint mir einerseits viel schaerfer und intensiver als sonst, andererseits fast unwirklich. Am liebsten wuerde ich das hier alles mitnehmen, oder noch besser: Einfach bleiben! Ich schaue Mutti lange an, und sie sieht wohl was ich denke, denn ein trauriges "Uii, Ko-ja" entfaehrt ihr, und sie streichelt kurz meinen Bauch. Meinen Blick kann sie nicht ertragen, und verzieht sich in die Kueche, um ein bombastisches Fruehstueck zu zaubern.

    Die Stunden danach verbringe ich mit dem Packen meiner Reisetasche, unterbrochen von vielen Seufzern. Gegen Mittag bin ich damit fertig, und sitze mit meiner Freundin und Mutti vor dem Haus. Natuerlich wissen alle anderen auch Bescheid, das ich heute fahren werde. Also sind viele NachbarInnen gekommen, und versuchen irgendwie, nochmals gute Stimmung zu verbreiten. Viele Dorfbewohner kommen vorbei, und verabschieden sich kurz aber herzlich von mir, niemand will heulen oder klagen. Aber das es allen schwer faellt ist zu spueren.

    Gegen 14:00 Uhr kommen dann auf einmal alle Frauen der direkten Nachbarschaft, Verwandte und gute Freunde, und es beginnt eine unglaubliche Abschiedszeremonie. Viele haben weisse Baender mitgebracht, und Mutti hat auch ein dickes Buendel davon organisiert.



    JedeR nimmt mindestens einen dieser Faeden, knotet ihn mittig, und rollt mir diesen am Arm zunaechst Richtung Hand, dann Richtung Koerper. Dabei sprechen sie auf mich ein -bzw. wuenschen mir das alles Schlechte mich verschonen moege, und alles Gute zu mir kommen moege- und knoten den weissen Faden schliesslich um mein Handgelenk. Dabei wird von den anderen mein Arm gehalten, als Unterstuetzung. Dasselbe passiert auch mit meiner Freundin, die neben mir sitzt. Nach einer Stunde haben wir -zig dieser Baender an beiden Handgelenken, und es will gar kein Ende nehmen. Ich bin sehr beeindruckt, und mittlerweile wieder in der Realitaet angekommen. Die Leute kommen und gehen schnell, denn einen langen Abschied mag man nicht in Thailand. Fuer mich dauert es jedoch, denn ich muss ja die ganze Zeit sitzen bleiben, und allen "Auf Wiedersehen" sagen.

    Mein Trost ist, das wenigstens meine Freundin noch bis Bangkok mitkommen wird. Um 17:00 Uhr besteigen sie, Mutti und ich das Moped, die Reisetasche wird auch noch hochkant zwischen die Beine genommen, und ab geht es nach Kuchinarai zur Bushaltestelle. Ein schneller Abschied von Mutti, und wir besorgen 2 Tickets. Um 19:15 Uhr sitzen wir dann im Bus in der ersten Reihe, und lassen den wundervollen Isaan hinter uns...

  7. #56
    hello_farang
    Avatar von hello_farang

    Re: Einen Monat im Isaan...

    Hallo zusammen,

    da mein Reisebericht nun beendet ist, moechte ich mich hiermit fuer das rege Interesse daran bei Euch bedanken.

    Es war das erste Mal, das ich eines meiner Reisetagebuecher in dieser Form ausgewertet habe, und es hat viel Spass gemacht. Gewiss, es ist noch viel mehr passiert in diesem Monat, aber alles braucht Ihr ja nun auch nicht zu erfahren...! :P

    Was mir auf jeden Fall klar ist: Auf der naechsten Thailandreise ist eine Digicam am Start! Wie man bei einigen Bildern ja sieht, hat meine Canon ziemlich gelitten an Sonkran, und versagte so manches mal teilweise. Sorry dafuer, aber die pictures, die ich mit in die Texte gepackt habe, waren es mir trotzdem wert gezeigt zu werden.

    Tschuess, und nochmals: Danke fuer Eure Aufmerksamkeit!
    hello_farang

    p.s.: Ob und wann ich die 4-Monats-Reise zusammenfasse, weiss ich noch nicht so genau...

  8. #57
    PETSCH
    Avatar von PETSCH

    Re: Einen Monat im Isaan...

    Beeindruckend, Klasse und:: :bravo:
    Vor allem: für die Mühe, die Du Dir gemacht hast
    vollste Hochachtung.
    Euch alles Gute und schreib bloß die Zusammenfassung

  9. #58
    darkrider
    Avatar von darkrider

    Re: Einen Monat im Isaan...

    @Hello-farang:
    Danke für Deine tolle Story, habe viel daraus entnehmen und lernen können. (ich wußte vorher fast nix über den Issaan)
    Deine Eindrücke stimmen in etwa mit dem überein, was mir meine Freundin mal so nebenbei erzählt hatte.
    Sie hat sich fast geschämt, mir etwas zu berichten, über die Lebensumstände, dabei bin ich wirklich nicht verwöhnt bzw. erwarte
    keine Luxusherberge.
    Ich bin natürlich jetzt sehr neugierig geworden und möchte in naher Zukunft mal wenigstens für paar Tage dahin fahren.
    Ist es sinnvoll, sich da einen Tropenschlafsack oder etwas ähnliches zum "Zudecken" mit zu nehmen ?-(Wenn ich im Haus der Eltern meiner Freundin mit übernachte)
    so long
    darkrider

  10. #59
    Iffi
    Avatar von Iffi

    Re: Einen Monat im Isaan...

    @hello-farang,

    danke für deine zur Abwechslung mal völlig unromantisch geschriebene Geschichte aus dem Issan. So recht aus dem Leben und aus der Sicht der heutigen Generation erlebt. Klasse :bravo:

    Und auch danke dafür, dass du es (meist) dem Leser überlassen hast, die Lage und dein Erlebtes zu beurteilen. Einfach, indem du das manchmal leicht übertriebene Mass an persönlicher Einschätzung und Interpretation auf ein Minimum reduziert hast.

  11. #60
    pef
    Avatar von pef

    Registriert seit
    24.09.2002
    Beiträge
    3.974

    Re: Einen Monat im Isaan...

    @hello-farang

    habe deine Berichte gerne gelesen, da sie Realität widerspiegeln. Keine Unter-/Übertreibungen einfach das tägliche Leben im Isaan, so wie ich es auch kenne.

Seite 6 von 9 ErsteErste ... 45678 ... LetzteLetzte

Ähnliche Themen

  1. Antworten: 175
    Letzter Beitrag: 13.12.13, 15:21
  2. Antworten: 5
    Letzter Beitrag: 12.03.12, 14:55
  3. 12 Kg Reis im Monat
    Von Hippo im Forum Sonstiges
    Antworten: 2
    Letzter Beitrag: 31.03.08, 14:52
  4. Nur einmal im Monat
    Von Malivan im Forum Ehe & Familie
    Antworten: 18
    Letzter Beitrag: 28.04.06, 21:47