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Eine Motorradtour an die malaysische Grenze

Erstellt von waldi, 16.10.2003, 00:04 Uhr · 46 Antworten · 3.191 Aufrufe

  1. #41
    Avatar von heini

    Registriert seit
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    1.254

    Re: Eine Motorradtour an die malaysische Grenze

    @Waldi

  2.  
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  3. #42
    Mandybär
    Avatar von Mandybär

    Re: Eine Motorradtour an die malaysische Grenze

    Hallo Waldi,

    weiter so, :bravo: :bravo:


    Grüße
    Mandybär

    der selber gelegentlich gerne eine Motorradtour in Thailand fährt.

  4. #43
    Thai-Robert
    Avatar von Thai-Robert

    Re: Eine Motorradtour an die malaysische Grenze

    Na,endlich geht`s weiter.

    Jetzt haben wir ja auch lange genug gewartet :bravo:

  5. #44
    waldi
    Avatar von waldi

    Re: Eine Motorradtour an die malaysische Grenze


    Teil 7:

    Es schüttete wie aus Eimern, ein tropischer Regenschauer, wie er normalerweise nur in der Regenzeit vorkommt.

    Inzwischen saßen wir nun fast zwei geschlagene Stunden in dieser Raststätte fest. Sepp hatte seine vollgeladene Batterie auch schon wieder ins Motorrad eingebaut.

    Plötzlich schien Petrus auch auf dieser Seite der Erde mit uns Mitleid zu haben und der Himmel wurde wieder etwas freundlicher. Wir machten uns wieder auf den Weg. Wir hatten noch rund fünf Kilometer bis die Autobahn bei Phatthalung für uns zu Ende war und wir Richtung Trang abbogen. Motorradfreunde können sich sicher vorstellen, das es nach einen Platzregen keinen Spaß macht, auf der Autobahn zu fahren, aber wir mussten einfach schnell weiter, wir hatten schon viel zuviel Zeit verloren. Wir wollten Ao Nang unbedingt noch vor Einbruch der Dunkelheit erreichen. Nicht zuletzt, da Sepp seine elektrischen Bauteile am Motorrad, wie Licht, nicht mehr einschalten wollte. Sein Bremslicht ging natürlich auch nicht mehr, da wir alle Sicherungen, außer die, für die Zündung, entfernt hatten.

    Es ging den Umständen entsprechend, recht flott, trotz leichten Nieselregen, dahin. Sogar Hugo und Sepp fuhren jetzt mit Helm. Wir erreichten das Gebirge und der Regen wurde wieder stärker.

    Wir machten aber keine weitere Pause, sondern zogen nur unseren Regenschutz über. Als wir den höchsten Punkt des Gebirges erreicht hatten, regnete es wieder aus vollen Rohren. Bei der Abfahrt durch die Serpentinen tuckerten wir nur mehr so mit vierzig, fünfzig Stundenkilometern dahin, es war in den Kurven einfach zu gefährlich. Zum Glück machte Sepps CB 1 nicht schlapp, weil hier gibt es wirklich nichts, weit und breit keine Häuser oder Hütten, geschweige denn eine Werkstätte.

    An der nächsten Kurve kam die nächste Überraschung, ein Überlandbus, der nach Trang unterwegs war, lag quer über die Fahrbahn auf der Seite. Wegen des schwachen Verkehrs war der Stau auch noch nicht übermäßig lang, und es gab kein Vorbeifahren für die Autos. Der Bus blockierte den gesamten Verkehr in beide Richtungen. Na fein, das auch noch, heute war wirklich nicht unser Tag.

    Überall lagen die Verletzten blutüberströmt rum, weit und breit kein Notarzt oder ähnliches, kein schöner Anblick. Für die anderen Verkehrsteilnehmer war jetzt natürlich „Gaffen“ angesagt, das ist auch eine Lieblingsbeschäftigung der Thais. In diesen Bezug, sind sie für mich, einfach nur pervers und krank.

    Anmerkung vom Autor: Es gibt in Thailand eigene, sehr beliebte Zeitungen bzw. Illustrierte, die über nichts anderes berichten, als über die schlimmsten Unfälle und Verbrechen mit den entsetzlichsten Bildern, bis ins kleinste Detail. Nahaufnahmen von entstellten Toten oder Mordopfern ist ganz normal, aber wehe, es wird im Fernsehen ein kleines Stückchen Busen gezeigt, da schlägt die Zensur gnadenlos zu. Da sollte jeder seine eigenen Schlüsse daraus ziehen, - ich habe meine Meinung dazu.

    Irgendwie schafften wir es, uns, mit unseren Motorrädern durchzudrücken, zwischen all den blutverschmierten Menschen und dem Bus.

    Sicherlich fährt man jetzt etwas geschockt und vorsichtiger weiter, aber so was besonderes ist es auch nicht, weil jeder, der länger in Thailand lebt, sieht früher oder später solch schreckliche Unfälle, und man gewöhnt sich an alles, so schrecklich das auch klingen mag. Außerdem würde ich jedem raten, falls er zufällig zu einen unmittelbar, passierten Unfall dazu kommt, fahrt unbedingt weiter, und macht euch nicht wichtig, es könnte euch sehr zum Nachteil ausgelegt werden. Ist alles schon oft genug passiert!

    Sehr langsam ließen wir das Gebirge hinter uns. Jetzt wurde es erst richtig lustig, weil die nächsten fünf Kilometer wurde die Straße ausgebaut. Das hieß für uns, fünf Kilometer auf überschwemmter Schotter bzw. Lehm Piste, im strömenden Regen, das Motorrad wie ein Schiffskapitän, durch die Pfützen zu leiten. Natürlich sah man die ausgehöhlten Löcher im Belag durch das viele Wasser auch nicht, also wirklich eine feine Sache. Hugo verschwand einmal kurz in einen dieser Löcher und machte einen Abstieg wie John Wayne vom Pferd, in seinen besten Zeiten. Nachdem wir uns überzeugt hatten, das er sich nicht weh getan hat und dem Motorrad auch nichts passiert ist, lachten Sepp und ich, uns natürlich halbtot über den dreckverschmierten Hugo. Sanuk muss sein, da waren wir schon richtige Thais.

    Irgendwie schafften wir auch dieses Teilstück und konnten, weil es wieder zu regnen aufgehört hatte, wieder Gas geben. Unser Zeitplan war komplett im Arsch. Wir erreichten Trang und machten kurz Rast, um zu tanken und etwas zu Essen. Hugo war auch schon ganz grantig, weil er solange nicht zu seinen Glas Sangthip mit Coke kam. Der Regen hatte ihm, auch auf ganz natürliche Weise, den ganzen Dreck von der Straße wieder weggewaschen, und somit waren wir alle wieder happy, im Grunde konnte uns eh nix mehr erschüttern.

    Sepp war der Meinung, seine Batterie hält noch locker, ohne weitere Aufladung, bis Ao Nang durch. Leider war das aber ein Trugschluss.

    Die Uhr zeigte uns jetzt 15.30 Uhr an, und wir dachten, bis zur Dunkelheit schaffen wir es noch leicht bis Ao Nang. Wir starteten durch und verließen Trang, ohne uns zu verfahren.
    Bis kurz vor Krabi lief es jetzt ganz gut, es regnete meist nicht, und wir gaben jetzt wieder ein bisschen Gas, um die verlorene Zeit etwas aufzuholen. Das durch die höhere Geschwindigkeit, Sepps Batterie auch mehr beansprucht wurde, ließen wir außer Acht.

    Kurz vor Ban Nua Khlong war wieder mal Pause angesagt. Sepp merkte, wie die Batterie immer schwächer und schwächer wurde, auch die Zündung funktionierte nicht mehr richtig, er wurde immer langsamer und langsamer. Er wusste, er schafft es nicht mehr weit. Wir erreichten den Ort Ban Nua Khlong und suchten so schnell wie möglich, eine Werkstätte.

    Wir wurden, wie üblich, recht schnell fündig, und Sepp hoppelte inzwischen wie ein Hase mit seiner CB 1 in die Garage. Natürlich, wie immer, ein Riesen Auflauf an Leuten, und der Werkstattmeister wollte schon loslegen mit seinen Künsten. Sepp war inzwischen auch nicht mehr der freundlichste (kann man es ihm verdenken? – denke nicht) und schnauzte den Werkstattmeister in Thai an. „Du brauchst nichts messen, ich weiß, das die Batterie leer ist.“ „Hast du ein Ladegerät?“ „Khap“, war seine Antwort, leicht verduzt. Woher kannte dieser arrogante Farang das thailändische Wort für Ladegerät, dachte er sich vermutlich.

    Hugo und ich wollten an dieser geistigen Konversation auf hohen Niveau nicht teilnehmen und wir setzten uns an den, um die Ecke gelegenen Fressstand. Ich kaufte mir ein Soda Nam, und Hugo, ja, was, lieber Leser?

    Nach einiger Zeit kam dann auch schon Sepp mit hochroten Kopf wieder auf uns zu und erzählte das dieser Werkstattmeister zwar ein Ladegerät hatte, aber es dauerte fünfzehn Minuten, bis er Sepp sagte, das es kaputt sei. Nachdem (?) es schon an der Batterie angeschlossen war - natürlich. Aber er war noch so freundlich, ihm zu sagen, das sein Nachbar, ein Möbelschreiner, auch eines hat. Also bauten sie die Batterie schnell aus, und die hängt jetzt in der Schreinerei am Ladegerät. Circa 100m weiter, auf der anderen Straßenseite. Inzwischen war es 17.30 Uhr!

    Wir wussten, das wir Ao Nang nicht mehr bei Helligkeit erreichen werden.

    Sepp meinte, er ließe die Batterie jetzt mit vollen Ladestrom laden, damit wir so schnell wie möglich weiterkommen. Eine halbe Stunde Ladezeit muss reichen, die Batterie sollte dann die letzten Kilometer mit Abblendlicht durchhalten.

    Um 18.15 Uhr gingen wir in die Schreinerei und bauten die Batterie wieder ein. Die CB 1 lief auch wieder und sogar das Vorderlicht brannte, weil inzwischen wurde es schon leicht dunkel. Sepp gab dem Schreinermeister einen Hunderter und wir düsten los.

    Wir ließen den Ort Ban Nua Khlong und machten uns auf den Weg, weiter nach Krabi. Als wir den Stadtrand von Krabi erreichten, war es stockfinstere Nacht. Sepp fuhr jetzt immer in der Mitte, da er ja nur ein Vorderlicht und kein Rücklicht, geschweige Blinker oder Bremslicht hatte. Ich fuhr als erster und plötzlich war das Licht von Sepp hinter mir verschwunden.

    Wir stoppten, Sepp hielt die Maschine gerade noch am Laufen, aber das Abblendlicht war aus. „Was ist denn jetzt schon wieder los?“, schrie ich hinter. „Keine Ahnung“, war die Antwort, „Das Licht geht nimmer, aber der Motor läuft noch, trotz Zündaussetzer“, war seine Antwort. „Und nun?“, war meine Frage. „Weiter geht’s, fahr du hinter mir, dein Licht ist besser als Hugos“. Hugo fuhr jetzt vor, Sepp in der Mitte, ohne irgendein Licht in stockfinsterer Nacht, und ich hinten.

    Ein jeder Motorradfahrer wird jetzt wissen, was das heißt. Bei absoluter Dunkelheit fuhr Sepp jetzt ohne Licht! Er hatte nur meinen Lichtkegel von hinten und Hugos Rücklicht zur Orientierung. Aber Sepp ist auch ein sehr routinierter Fahrer, sodass wir die letzten 25km (!!!) auch noch schafften. Zum Glück regnete es wenigstens nicht mehr.

    Wir erreichten endlich Ao Nang und parkten unsere Bikes vor dem Austrian Meeting Point.
    Miguel sah uns, lief auf den Parkplatz und bekam erst mal einen Lachanfall. So, wie wir aussahen.

    Dreckig, durchnässt, gegen den Wind stinkend, setzten wir uns in die Kneipe, bestellten ohne weiter auf Miguel zu achten, eine große Flasche Sangthip mit Soda und Coke.

    Als Hugo sein Glas Sangthip Coke in der Hand hielt schrie er erst mal durch das ganze Lokal:

    „Heit is Party Time!!!” Sepp und ich nickten nur wohlwollend mit dem Kopf.


    Hang On, Guys


  6. #45
    Avatar von Nokgeo

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    Re: Eine Motorradtour an die malaysische Grenze

    @waldi,

    lesen... und lesen und irgendwie dabeisein.
    Konnte dabei sein...mich reinversetzen . Das hat Spass gemacht. gruss.

    Ps. war genug Wasser in der Batterie ? Ist ja manchmal so...an das Einfachste denkt keiner.gruss.

  7. #46
    waldi
    Avatar von waldi

    Re: Eine Motorradtour an die malaysische Grenze


    Teil 8:

    Nachdem wir die Flasche Sangthip vernichtet hatten, gingen wir erst mal alle drei ins daneben liegende Guesthouse, checkten ein und freuten uns auf eine erfrischende Dusche. Wir stanken wirklich gegen den Wind. Um 21.00 Uhr trafen wir uns wieder in Miguels Kneipe.

    An diesen Abend war der Austrian Meeting Point relativ voll. Zwei ältere Ehepaare aus Wien feierten ihren letzten Urlaubstag. Es ist immer wieder schön anzusehen, wie ältere Menschen auch einen drauf machen. Natürlich waren diese zwei Ehepaare nicht zu den Neckermann Touristen zu zählen. Sie waren beide schon in Rente und bereisten nun die Welt.

    Wie meist an jeden Abend, tauchten auch einige der ortsansässigen Expats auf. Zu dieser Zeit gab es genau neun (!) deutschsprachige Expats in Ao Nang. Alle neun betrieben irgendein Business, es waren keine Rentner dabei. Natürlich war es hier genauso, wie in den größeren Touristenorten, wie Phuket oder Pattaya, etc.

    Nicht mal diese neun schafften es, einen Zusammenhalt unter den deutschsprachigen herzustellen, nein, sie waren genauso untereinander zerstritten, wie es in jeden anderen, größeren Touri-Ort auch der Normalzustand ist. Leider! Ein deutsches / österreichisches / schweizerisches Phänomen!

    Wir tranken, gemeinsam mit den lustigen Wienern, noch ein Fläschchen und hatten eine Menge Spaß.

    Um 23.00 Uhr brachen wir auf, um noch einen Abstecher in die Soi AIDS zu machen. Natürlich wurden wir schon von weiten von der Pear abgefangen, um uns dann in ihre Bar zu geleiten. Bei Pear brauchten wir nicht groß zu bestellen, binnen kürzester Zeit stand unser Fläschchen mit Coke und Soda, sowie ein Riesen Eimer Eis, auf unseren Tisch.

    Unser Tisch wurde auch gleich, von mehr bzw. weniger hübschen Mädls, belagert. Sie wussten zwar alle, das wir nicht auf Brautschau waren, aber es war immer recht lustig bei uns am Tisch. Da sowieso keine Opfer in Form von männlichen Farang Touris da waren, waren alle Mädls dieser Bar bei uns am Tisch.
    Lek, eine Service Dame dieser Bar, zeigte uns gleich einen Brief, den sie erst heute aus Kaiserslautern, Deutschland, erhalten hatte. Sie fragte uns, ob wir den so nett wären, ihr dieses deutsche Kauderwelsch zu übersetzen.

    Anmerkung vom Autor: Wie kommen eigentlich so viele zukünftige Ehemänner auf die Idee, ihrer zukünftigen Frau, einen Brief auf DEUTSCH (Übersetzungsmöglichkeiten gibt’s doch überall) zu schicken? Wissen diese weitgereisten Globetrotter denn nicht, das eine thailändische Service Dame über keinerlei Deutsch Kenntnisse verfügt. Ich selbst wurde sehr oft zum Übersetzen bemüht. Aber im Prinzip ist es eigentlich egal, weil fast alle Service Damen eh nur wissen wollen, wie viel Geld schickt der vermeintliche Prinz denn. Alles andere wird als nicht vermeidliches Geschwätz abgetan und interessiert eigentlich gar nicht. Im Gegenteil: Meist wird sich in der Gemeinschaft anderer Service Damen ein richtiger Spaß daraus gemacht, was so manche Deppen ablassen. Auch ganz seriöse Herren, die in ihren Heimatland voll im Leben, und ihren Mann stehen, mutieren da zur absoluten Lachnummer, nur weil ihnen eine käufliche Bardame, ein paar nette Worte ins Ohr geflüstert, und diverse Weichteile geknetet, hatte. Wird mir immer unverständlich bleiben...

    Sepp las den Brief und übersetzte, so gut es ging, ihr das ganze ins Thai. Es war halt ein Brief aus der ganz normalen Liebeskasper Ecke, und wir hatten eine Menge Spaß bei der Übersetzung. Lek wollte das ganze Süßholz Geschwätz gar nicht hören, sondern wollte nur wissen, wie viel schickt der zukünftige Ehemann aus dem gelobten Schlaraffenland, auch Deutschland genannt.
    Sepp konnte ihr leider keine positive Aussage in dieser Richtung geben, da es der Zukünftige vorzog, ihr kein Geld zu schicken, da er selbst finanzielle Probleme hatte, aber er beteuerte unzählig oft seine Liebe in den romantischsten Worten seiner Sprache, und er will sie unbedingt das nächste mal, wenn er kommt, mitnehmen und heiraten..

    Lek fragte nun Sepp direkt: „Wie viel schickt er nun?“. „Nix“, antwortete Sepp. „Nix?“, fragte Lek mit hochgezogenen Augenbrauen ungläubig. „Nix“, erwiderte Sepp nochmals.
    Lek nahm Sepp den Brief aus der Hand, und zerriss ihn in tausend kleine Teile. Damit war für sie dieses Thema erledigt.

    Pear wich diesen Abend nicht mehr von meiner Seite. Ich wusste, das Pear einen österreichischen Farang schon längere Zeit an der Angel hatte. Dieser war nicht so geizig, wie der Herr aus Kaiserslautern, und finanzierte Pear diese Bar und ein Haus in der nahen Umgebung, - das hatte er ihr auch schon gebaut. Er war ein guter Farang mit warmen Herz!

    Alle ortsansässigen Expats wussten (die Thais sowieso), das Pear schon seit Jahren mit einen Polizisten aus Krabi Town zusammen ist, aber es wurde, wie vieles, einfach totgeschwiegen und somit nicht vorhanden. Dieses Verhalten übernehmen die meisten Expats recht schnell, weil sie wissen, das es unmöglich ist, einen Liebeskasper aufzuklären bzw. fast immer der Schuss nach hinten los geht. Somit sagt man besser nichts, und alles ist in Ordnung.

    Der Abend nahm seinen Lauf und irgendwann wackelten Hugo und Sepp ins Gästehaus.

    Pear wollte mir noch unbedingt ihr neues Haus zeigen und somit machten wir uns auf den Weg. Es war ein sehr schönes, neu erbautes Häuschen, mit zwei Schlafzimmern. Natürlich mit Klimaanlage ausgestattet, weil der Herr aus Österreich durch sein Übergewicht sehr leicht schwitzte. Er war aber nur maximal zwei mal im Jahr auf Urlaub hier, in diesem schönen, seinem (??) Haus. Die meiste Zeit war das Braunhemd aus Krabi Town hier.

    Da wir uns sehr gut leiden konnten, erzählte sie mir sehr viel aus dieser Beziehung. Wir machten an diesen Abend bzw. Morgen keine menschlichen Verrenkungen, die eigentlich zur Fortpflanzung dienen, sondern wir unterhielten uns nur sehr lange Zeit. Es war wieder mal eines dieser Gespräche mit einer Service Dame, wie leicht doch manche Farangs abzukochen wären. Von Gefühlen oder ähnliches war in ihren Erzählungen nie die Rede, alles war auf ein Thema (Geld) aufgebaut.
    Irgendwann ging ich dann auch in mein Guesthouse.

    Nach einer sehr kurzen Nacht trafen wir uns um 10.00 Uhr zum Frühstück und starteten nun zu unserer letzten Etappe Richtung Phuket. Eigentlich wollten wir die alte Strasse nach Phang Nga fahren, aber dieses Vorhaben verwarfen wir recht schnell, in Anbetracht der Situation von Sepps Motorrad.

    Sepps Batterie war wieder vollgeladen und unsere erste Etappe bis Ao Luk verlief problemlos. Da kannten wir ein sehr kleines Restaurant, das die besten Sate (kleine Spießchen) verkaufte, die ich je gegessen habe. Das ganze mit einer leckeren Erdnuss Soße garniert, einfach Spitze.

    Anmerkung vom Autor: Dieses Restaurant befindet sich circa 400m vor Ao Luk links, von Phang Nga aus, auf der neuen Strasse, kommend (kurz bevor man auf die große Kreuzung kommt, wo man dann rechts Richtung Krabi abbiegt). Den Namen weiß ich nicht mehr, aber ich würde jeden, dieses Lokal sehr empfehlen, der mal in diese Gegend kommt. Vorm Lokal steht ein großes Schild mit draufgemalten Sate Spießchen.

    Nach kurzer Rast machten wir uns wieder auf dem Weg. Die Fahrt bis Ban Khok Kloi verlief auch problemlos. Wir plätscherten, immer näher nach Phuket kommend, so dahin. Wir überquerten die Sarasin Brücke und waren wieder auf der Insel.

    Natürlich nahm der Verkehr nach der Airport Kreuzung wieder ungemein zu und wir wussten, nun waren wieder in unserer Area.

    Sepps Motorrad hielt, mehr schlecht wie recht, bis zu seinem eigenen Werkstattmeister in Kata Beach durch. Nachdem wir das Motorrad in der Werkstätte abgeliefert hatten, fuhren wir nach Karon Beach und tranken abschließend ein Chang Beer. Gemeinsam ließen wir unseren Trip noch mal vor unseren geistigen Auge vorbeiziehen.

    Es war eine sehr lustige, nette Motorrad Tour, natürlich mit den diversen Erlebnissen garniert, aber das gehört einfach dazu.

    ENDE

    Nachwort:
    Bei Sepps Motorrad war die Black Box im Eimer, nach Austausch dieser, lief die CB1 wieder einwandfrei und wir machten noch viele, unzählige Motorrad Touren. Hugo lebt heute noch auf der Insel und vermietet erfolgreich seine Autos und Motorräder. Pear trennte sich ein halbes Jahr später vom Österreicher und lebt heute noch mit ihren Braunhemd, inzwischen mit ihm verheiratet, in „ihren“ neuen Haus. Die Bar hat sie auch aufgegeben. Miguel ist inzwischen Rentner, lebt in der Nähe von Krabi Town, er bezieht Rente von der französischen Legion und Österreich. Die Expats in Ao Nang sind inzwischen in der Anzahl stark gewachsen, aber einen Zusammenhalt gibt es bis heute nicht.


    copyright beim Autor Waldi (zur Verfügung gestellt für www.nittaya.de)
    Auszüge, Kopien oder die ganze Geschichte darf nur nach meiner ausdrücklichen Genehmigung anderwärtig veröffentlicht werden.

    #############################

    Ich hoffe, Ihr hattet etwas Spass beim Lesen und bedanke mich für Eure Aufmerksamkeit!

    Waldi

  8. #47
    Mandybär
    Avatar von Mandybär

    Re: Eine Motorradtour an die malaysische Grenze

    Hi Waldi,

    danke für den super Bericht.

    Bzgl.Einigkeit von Expats möcht ich Dir sagen, daß es die fast nirgendwo auf der Welt gibt.
    Dies hat meines Erachtens auch mehrere Gründe.

    Einerseits sind die wenigsten finanziell so abgesichert, daß ein Überleben ohne Arbeit möglich ist. So arbeiten auch viele in den selben Branchen wie Gastronomie, Computerbranche usw.
    Naturgemäß ist hier der Wettbewerb unter Expats härter und wird oft mit unfairen Mitteln geführt.
    Andererseits muß man, wenn man den Entschluß gefaßt hat im Ausland zu leben und auch zu reüssieren ein ziemlich starker Charakter sein, wo ich mir vorstellen kann daß hier auch ziemlich heftige Reibungpunkte aufeinander prallen.
    Es ist schon sehr interessant und es fällt mir eigentlich jedes Jahr auf daß fast jeder Expat täglich so seine Stundenration an Kollegenbeschimpfung losläßt.

    Den selben Stess könnte mancher daheim auch haben.

    Grüße und Danke für Deine Mühe

    Mandybär

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