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Eine Motorradtour an die malaysische Grenze

Erstellt von waldi, 16.10.2003, 00:04 Uhr · 46 Antworten · 3.179 Aufrufe

  1. #31
    mrhuber
    Avatar von mrhuber

    Re: Eine Motorradtour an die malaysische Grenze

    Klasse, Robert, was der Buddha da alles sieht ;-D

    Gruß
    Karlheinz

  2.  
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  3. #32
    Thai-Robert
    Avatar von Thai-Robert

    Re: Eine Motorradtour an die malaysische Grenze

    Tja,wo Du Recht hast da haste Recht ..... :-)

    Da oben sitzt man fast auf Wolke Nr.7....oder sagt man im 7.ten Himmel ?

    hhmmmm..... meine Lady versperrt mal wieder die ganze Sicht...

  4. #33
    PETSCH
    Avatar von PETSCH

    Re: Eine Motorradtour an die malaysische Grenze

    @robert:
    Tolle Fotos, toller Bericht. :bravo:

    Bitte sei doch so nett, und gib mal ne
    Anfahrskizze bzw. Beschreibung durch.
    Surrathani Richtung Süden ist ein bischen mager.

    Wäre nett; denn dann können wir beim nächsten
    Aufenthalt, der uns mit Sicherheit wieder in
    den Süden führen wird, dort mal stopover machen!
    Herzlichen Dank

  5. #34
    Avatar von Otto-Nongkhai

    Registriert seit
    05.11.2002
    Beiträge
    12.292

    Re: Eine Motorradtour an die malaysische Grenze

    Schoene Bilder vom Sueden ,Robert .

    Musst du uns denn immer eifersuechtig machen ,
    mit den Bildern der huebschen Pu ?

  6. #35
    Thai-Robert
    Avatar von Thai-Robert

    Re: Eine Motorradtour an die malaysische Grenze

    @ Otto-Nongkhai

    Du sollst Dir doch die Landschaft ansehen.....

    @ PETSCH

    Die Route werde ich noch reinsetzen mit den entsprechenden Fotos.

    Aber es ist mal wieder wie immer .....mir laeuft die Zeit davon.

    Ich muss Samstag frueh zum Flughafen Bangkok.

    Es geht mal wieder ein paar Tage ins kalte Germany.

    Ich berichte , sobald ich kann mit einer Beschreibung der Fahrt und verkleinerten Fotos.

  7. #36
    Iffi
    Avatar von Iffi

    Re: Eine Motorradtour an die malaysische Grenze

    Darf ich mal eine Frage an die Gemeinschaft stellen? Der Hintergrund ist folgender.

    Ich fand die Beschreibungen dieser Motorrad Tour echt gut und ich habe mich selber in diese Landschaft, die ich kenne, versetzt gefühlt. Mir wehte echt der Wind in dieser einmaligen Natur um die Nase.

    Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich nicht täglich und sowieso nicht alles im Nitty lese. Kam also zu spät und habe deswegen auch den Waldi nicht ermutigt, weiter zu machen, was ich eigentlich hätte tun sollen, wollen.

    Meine Frage nun.

    Ist hier noch jemand, der möchte, dass Waldi seine Geschichte weiter erzählt?

    Falls die meisten dagegen sind, OK. Ich werde für immer zu diesem Thema schweigen. Falls nicht, wäre ich dafür, dass wir "Erwachsenen" einen Weg versuchen, der es ermöglicht, dass diese aus meiner Sicht, gut geschriebene und interessante Geschichte hier weiter geschrieben werden darf.

    Wie denkt ihr darüber?

  8. #37
    waldi
    Avatar von waldi

    Re: Eine Motorradtour an die malaysische Grenze

    naja, was solls... streiten/schmollen bringt ja nix und auch wenn ich es jetzt nur für´n @iffi poste...., aber ich denke, viele andere hier lesen auch gerne geschichten.... nur sagen sie es nicht...

    eine kleine fortsetzung....

    waldi


    Nach relativ kurzer Zeit lies der dichte Stadtverkehr nach und ich erreichte die Stadtgrenze von Hat Yai.

    Jetzt geht es noch so rund 50 km immer gerade aus, die Straße ist meist vierspurig und man kann es laufen lassen. Am Straßenrand sieht man hier sehr viele Fabrikhallen internationaler Konzerne.

    Die Straße führte mich jetzt durch viele kleine Ortschaften und ich muss erwähnen, das es an der kompletten Strecke nur so an die fünf größere Kreuzungen mit Ampelanlagen gibt. Zum Glück gab’s die!

    Da ich jetzt ein wenig unter Zeitdruck stand, gab ich zeitweise richtig Gas, zwischendurch zeigte mein Tacho öfters hundertsiebzig bis hundertachtzig Sachen an. Ist eigentlich absoluter Blödsinn auf thailändischen Straßen, aber ich musste jetzt auf niemanden Rücksicht nehmen und wollte die Ausreise schnell hinter mich bringen.

    Die Fahrt ging flüssig voran, alle meine Anzeigen auf dem Armaturenbrett waren in Ordnung, Temperatur war zwar etwas hoch, aber das ist für die Suzuki normal in diesen warmen Breitengraden.
    Ich merkte absolut nichts, was sich da unter meinen Arsch zusammenbraute.

    Ich fuhr wieder mal so knapp hundertachtzig Sachen und erreichte die nächste Ortschaft, Ban Khlong Ngae. Da in dieser Ortschaft eine Ampelanlage kam, verringerte ich die Geschwindigkeit und von weiten sah ich schon, das die Ampel auf Rot schaltete, also lies ich das Motorrad ausrollen.

    Ich hatte die Kreuzung erreicht, stand jetzt, und plötzlich gab es ein komisches Geräusch. Ich sah auf den Boden und binnen Bruchteilen von Sekunden war unter meinen Motorrad eine gewaltige Ölpfütze von rund zwei Meter Durchmesser. Sofort stellte ich den Motor aus und fluchte wie ein Berserker. Scheiße, Scheiße, Scheiße, jetzt hat es mir den Motor zerrissen und er ist explodiert.

    Das ich zwanzig Sekunden vorher noch hundertachtzig km/h gefahren war, dachte ich in diesen Moment natürlich nicht. Das wurde mir erst viel später bewusst. Nicht auszudenken, wenn mir das bei voller Fahrt passiert wäre, das ganze Öl auf dem Hinterreifen, Blockieren des Motors, usw., ich denke nicht, das ich dann hier noch Geschichten schreiben könnte.

    Die Ampel schaltete auf Grün und ich Arsch stand in einer Ölpfütze von inzwischen gigantischen Ausmaß. Ich schob nun mein Motorrad auf die linke Straßenseite und überlegte, ...jetzt war guter Rat teuer. Ich stand in einer südthailändischen Ortschaft, wo normalerweise niemand freiwillig einen Stop einlegt, ...mit einen kaputten Motorrad.

    Nun ja, improvisieren ist eine Spezialität von mir, das hatte ich in meinen unzähligen Reisen rund um den Globus gelernt. Ich hielt Ausschau nach einer Werkstatt, und natürlich war da auch eine. Ich schob meinen Bock dahin, und stellte ihn sogleich zwischen all die kleinen Mopeds, die da rumstanden.

    Der Werkstattchef und seine Angestellten (die Thais hier sind schon sehr dunkelhäutige Typen und vorwiegend Moslems) kamen von allen Richtungen auf mich zu, und natürlich war sofort ein Palaver erster Güteklasse in Gange. Ich denke nicht, das diese Werkstatt jemals ein Farang, vor mir, betreten hat. Ich versuchte ihnen, mein Problem zu erklären, aber ich wusste sehr gut, das dies vergebene Liebesmüh ist. Inzwischen hatte sich eine Traube von Einheimischen um mich versammelt, es waren so an die fünfundzwanzig Leute, die diesem Spektakel nun beiwohnten. Eine erstaunliche und lautstarke Diskussion unter den Männern war nun in Gang gesetzt und ich verstand nur Bahnhof.

    Egal, ich wusste mit solchen Situationen umzugehen und suchte mir gleich den Obermacker bzw. Werkstattchef raus und fragte ihn, ob ich mein Motorrad hier unterstellen kann, an eine Reparatur dachte ich, in Anbetracht des Schadens, sowieso nicht. „Khap, Khap, no Ploblem“ – war seine Antwort.

    Ok, aber wie komme ich jetzt an die Grenze? Ich erklärte den Männern, das ich unbedingt noch an die Grenze muss, um zu stempeln.

    „Gibt es hier ein Taxi?“, fragte ich in die Runde. Allgemeines Gelächter, natürlich nicht. „Fährt hier ein Bus an die Grenze?“, „Nein, um diese Zeit nicht mehr“, war die Antwort. „Hat jemand ein Auto und kann mich dahin fahren?“, „Nein“, - der Werkstattchef hätte zwar einen Pick Up, aber der ist unterwegs, um Ersatzteile zu besorgen. „Na fein“, dachte ich, haste mal wieder voll in die Scheiße gegriffen.

    Plötzlich sagte einer, sein Schwager ist Schulbusfahrer, und er wohnt gleich um die Ecke. Er würde ihn mal fragen. Gesagt, getan, der nette Mann kam auch gleich und erklärte sich bereit, mich an die Grenze zu bringen – mit einen LKW, der zu einen Schulbus umgebaut war!!!

    Nun folgten natürlich die Verhandlungen, was dieser Service kostet, aber das erspare ich euch. Wir einigten uns auf zweihundert Baht.

    Nun war ich wieder unterwegs... mit einen 7,5 Tonnen, schweren LKW, der auf der Ladefläche mehrere Sitzbänke für vermutlich 50 Kinder installiert hat. Irgendwie war ich jetzt wieder in eine Situation reingeraten, die mir die wenigsten Menschen abkaufen werden.

    Wir erreichten die Grenze und ich war natürlich „der Blickfang“ für die Grenzer. Ich stand mit meinen Motorrad Klamotten, inklusive Vollvisierhelm, vor dem Grenzer, der natürlich gesehen hatte, das ich mit einem LKW vorgefahren wurde. Ich sorgte mal wieder für allgemeinen Sanuk...

    Natürlich war jetzt der Stempel für die Grenzer Nebensache, sie interessierten sich viel mehr für meine Geschichte. Ich denke, dieser Grenzbeamte erinnert sich heute noch an mich.

    Nun hatte ich meinen Ausreisestempel. Ich organisierte einen Taxifahrer (das ist an der Grenze überhaupt kein Problem), der mich nun schnell durch das Niemandsland an die 300m entfernte, malaysische Grenze bringen sollte, und dann nach Hat Yai. Wir fuhren an die andere Grenze, ich füllte schnell die Immigration Card aus, reiste nach Malaysia ein, ging auf die andere Straßenseite, und reiste wieder aus Malaysia aus. Das ganze dauert im Normalfall maximal fünf Minuten, je nach Schlange an den Schaltern. Ich setzte mich wieder in mein Taxi, machte noch schnell einen Zwischenstop im Duty Free Laden im Niemandsland, und kaufte mir noch schnell 3 Flaschen Chivas und 4 Stangen Marlboro Light. Da freute sich auch der Taxifahrer, weil die bekommen drei Prozent Provision vom Duty Free Shop. Eingeführte Waren kontrolliert an der thailändischen Grenze kein Mensch, ich bin da manchmal mit 30 Flaschen Schnaps (Wir kauften für befreundete Barbesitzer in Patong ein) und Unmengen an Zigaretten durch – NIE wurde irgendwas beanstandet, die Zöllner sahen sogar die ganzen Duty Free Plastiktüten – interessierte niemanden. Vielleicht ist es heute anders, keine Ahnung, damals no ploblem.

    Ich reiste in Thailand wieder ein, hatte nun wieder mein 90 Tage Visa eingestempelt.

    Während der Fahrt nach Hat Yai überlegte ich nun, wie es weitergehen soll. Na ja, morgen ist ein neuer Tag, heute ist heute, jetzt muss ich erst mal meine Kumpels informieren, was Sache ist.

    Ich traf wieder im Pink Lady Hotel ein, diesmal natürlich „ohne Motorrad“, und freute mich auf eine erfrischende Dusche. Danach rief ich Sepp an, wo sie denn sind und so trafen wir uns schräg gegenüber vom Pink Lady Hotel in einen Carlsberg Biergarten mit Live Musik, vor einen großen Kaufhaus.

    Ich erzählte ihnen meine Geschichte, natürlich wieder großes Gelächter über den Schulbus LKW. Aber wir waren uns alle einig, das wir uns den heutigen Abend nicht vermiesen lassen, morgen ist auch noch ein Tag. Das wichtigste war natürlich, das mir nichts passiert ist, alles andere ist Nebensache und passiert halt nun mal in solchen Ländern.

    Wir saßen nun einige Zeit in diesen Carlsberg Biergarten und lauschten der wirklich guten Live Band. Hugo und Sepp hatten schon eine kleine Flasche Sang Thip vernichtet. Irgendwie war ich noch zu aufgedreht von meinen kleinen Missgeschick. Inzwischen wurde mir auch bewusst, das diese Geschichte auch ganz anders ausgehen hätte können.

    So beschloss ich, mich für zwei Stunden abzuseilen, ....da ich nun ein nicht aufschiebbares, dringendes Bedürfnis hatte. Ich erklärte Hugo und Sepp, das ich kurz etwas wichtiges zu erledigen habe und das wir uns in zwei Stunden im Restaurant des Pink Lady Hotel, wo auch die Show ab 21.00 Uhr losgeht, wieder treffen sollten. Sie waren natürlich sofort einverstanden und wollten sich die Show am Abend auch nicht entgehen lassen.

    Ich ging zurück ins Hotel, nun Richtung Turkish Bath Service, und setzte mich vor das große Schaufenster. Blitzschnell war der Manager, ein sehr kleiner Thaichinese zur Stelle, und begrüßte mich wie einen alten Bekannten. Nun ja, wir kannten uns auch schon einige Zeit.

    Er wusste auch über mein kleines Laster bescheid, das ich auswärts, wenn ich auf Reisen bin, eigentlich nur Spaß mit zwei „Personal Service Ladies“ suche. Die Dienste einer einzigen Fachkraft war mir schon längst zu langweilig und zu eintönig geworden.

    Ich suchte mir eine Dame aus und sagte dem Manager, sie solle sich eine weitere Dame ihrer Wahl für die nächsten 90 Minuten auswählen, damit die ganze Aktion keine Lamer Nummer werden soll. Er wusste natürlich genau, was ich meinte, und informierte die Damen auch, was Sache sein muss und was nicht, damit es keine Reklamationen meinerseits gibt.

    Die Superstar Kategorie kostete damals 1.900 Baht, also 3.800 Baht, abzüglich der Provision von zweimal 500 Baht für Schlepper, die ich natürlich nicht bezahlen musste, ...so wechselten 2.800 Baht den Besitzer. Auf Phuket bekommen die Schlepper 500 Baht in der Christin und 400 Baht in Phuket Town. Expats, die diesen Service öfters beanspruchen, brauchen natürlich die Schlepper Gebühr nicht zu bezahlen. Aber es ist natürlich von den Managern sehr gern gesehen, das Expats auch manchmal Neukunden vorbeibringen.

    Die zwei Damen kamen, und wir benutzten den Aufzug, um in den sechsten Stock zu fahren (Das Pink Lady Hotel besteht aus zwei Türmen, wobei aber nur in einem die Zimmer für Hotelgäste sind)

    Die Zimmer sind sehr elegant, alles in feinsten Marmor, mit einer riesigen Badewanne ausgestattet, King Size Bett und im Fernsehen laufen andauernd recht ansehnliche Videos, die man in Thailand nur unter dem Ladentisch kaufen kann. Die weiteren Aktionen sollten jetzt der Phantasie des geneigten Leser selbst überlassen sein. Ich schreibe keine „Blue Movie“ Geschichten mit Details, das können andere viel besser.

    Inzwischen war es kurz vor halb zehn Uhr abends, ich war jetzt richtig gut drauf, wie neugeboren und sehr entschlackt und entspannt, so gesellte ich mich mit sehr guter Laune sechs Stockwerke tiefer und traf Hugo und Sepp im Restaurant wieder. Die tägliche Abendshow war natürlich schon voll im Gange und auf der Bühne gaben sehr hübsche Mädls ihr bestes. Die Show besteht aus sehr vielen Gesangseinlagen, einigen Tanzeinlagen einer sehr durchtrainierten, gemischten Tanzgruppe, sowie eines Chinesen, der sehr bekannte Songs in chinesischer Sprache singt. Selbstverständlich fehlen die Katheus mit ihrer sehr professionellen Travestie Show auch nicht.

    Das Publikum hier wird nicht von Touristen oder Farangs beherrscht, eigentlich gibt es überhaupt keine Touristen aus westlichen Ländern, höchstens mal der eine oder andere Visa Farang, der hier der Show beiwohnt. Hauptsächlich trifft man hier Malaien und thaichinesische Geschäftsleute, die sich so was leisten können und wollen. Dieser Laden ist eigentlich fast jeden Tag brechend voll mit vorwiegend männlichen Kurzzeit-Touristen aus Malaysia.

    Hugo und Sepp gefiel die Show sehr gut, sie kannten den Ablauf natürlich, wie jeder Expat, der in Thailand wohnt, sehr gut. An den obligatorischen Blumenkranz Geschenken beteiligten wir uns natürlich nicht. Aber es war genauso, wie in vielen anderen Shows dieser Art, das die meisten Blumenkränze der chinesische Sänger bekam, nicht die durchgehend sehr hübschen Mädls.

    Wir leerten an diesen Abend zwei Flaschen Chivas, die ich von der Grenze mitgenommen hatte (ist in Thailand überhaupt kein Problem, das man seinen eigenen Stoff mitbringt, nur die Softdrinks muss man im Lokal ordern). Natürlich hatten wir auch genug weibliche Gesellschaft mit am Tisch, denen unser Chivas auch sehr schmeckte. Ich glaube auch, das Sepp die Nacht nicht unbedingt einsam, alleine, in seinen Zimmer verbracht hatte. Ich war noch zu ausgepowert und am Schluss auch zu besoffen für irgendwelche Aktivitäten.

    Der nächste Morgen brach an und da war es wieder, mein Problem mit dem fehlenden Motorrad.

    Wir checkten vorsichtshalber mal nicht aus dem Hotel aus, weil wir ja nicht wussten, was jetzt genau Sache mit dem Motorrad ist. Ich fuhr bei Sepp am Sozius mit und nach kurzer Fahrt erreichten wir Ban Khlong Ngae.

    Sofort war wieder eine Menschentraube da, jetzt konnten sie doch drei Farangs bestaunen.

    Inzwischen hatte der Werkstattmeister schon die Verkleidung weggebaut und sehr schnell festgestellt, das nur der Verbindungsschlauch vom Motor zum Ölkühler geplatzt war. Mir fiel ein Stein vom Herzen, - da habe ich ja mal richtig Glück gehabt. Da ich gestern sofort den Motor ausgemacht hatte, wird dieser auch nichts abbekommen haben.

    Sehr routiniert erklärte uns der Werkstattmeister, das dies alles überhaupt kein Problem sei, er hätte sich schon so seine Gedanken gemacht und hätte einen einzigartigen, grandiosen Einfall. Er würde einfach einen Gartenschlauch abschneiden und in die geplatzte Stelle, links und rechts mittels Schlauchbinder befestigt, einsetzen. Ich beobachtete Hugo, Hugo beobachtete Sepp und Sepp sah mir in die Augen. Wir mussten uns schon sehr zusammenreißen, das wir nicht einen Lachanfall kriegten und uns am Boden wälzten. Wir wollten natürlich nicht, das der Werkstattmeister sein Gesicht vor seinen Angestellten und den gesamten Zuschauern verliert, indem wir ihm auslachten, und so beherrschten wir uns.

    Sepp, der relativ gut Thai spricht, versuchte dem guten Mann zu erklären, das dieser Schlauch direkt aus dem Motorraum kommt und das da ein Kreislauf des Öles zwischen Motorraum und Ölkühler abläuft, und das da ein gewaltiger Druck herrscht sowie das Öl sehr heiß wird. Der Originalschlauch hat mit guten Recht eine Metallummantelung und an beiden Enden eine robuste Verschraubung, - ein Plastikgartenschlauch wäre denkbar ungeeignet.

    Es kam natürlich, wie es immer kommt, wenn man mit Thais zusammenarbeiten muss, ein thailändischer Werkstattmeister kann sich nicht irren und Farangs wissen sowieso nichts. Obwohl er Sepp in seiner Sprache sehr genau verstanden hatte, ließ er sich nicht abbringen und lächelte nur. Dann ging er lautlos an seine Arbeit, schnitt ein Stück vom Gartenschlauch ab und setzte es als Verbindungsstück ein.

    Das ganze dauerte rund eine halbe Stunde und wir unterbrachen ihn nicht. Wir wussten aus Erfahrung, das dies absolut vergebene Liebesmüh ist und er sich nichts dreinreden lässt. Wir sind in Thailand!

    Nachdem er neues Öl eingefüllt hatte, wollte er die Verkleidung schon hinbauen, aber da wurde es uns doch zu bunt und fragten ihn, ob er denn nicht vorher mal starten will, bevor er wieder alles hinschraubt.

    Darauf lies er sich gnädigerweise ein und startete.

    Natürlich war das ganze überhaupt nicht dicht und auch die gewaltsame, festere Verschraubung der Schlauchbinder brachte nichts. Das Öl spritzte in der ganzen Werkstatt rum. Inzwischen war der Motor auf Betriebstemperatur und der Plastikschlauch begann nun auch leicht zu schmelzen.

    Wir konnten uns beim besten Willen ein Schmunzeln nicht verkneifen!

    Der Werkstattmeister stellte den Motor aus, inzwischen war er selbst vollgespritzt mit heißen Öl, und überlegte. Er erinnerte sich, das in Hat Yai eine Suzuki Vertretung sei und man sollte doch ein Original Ersatzteil einsetzen.

    Er baute nun den geplatzten Schlauch aus, um ihn als Vorlage für die Suzuki Vertretung zu benutzen und schickte einen Mitarbeiter los, einen neuen in Hat Yai zu besorgen

    Es war inzwischen halb zwölf Uhr mittags und wir wussten, was dies bedeutet. Der Ersatzteiltransport wird durch eine mindestens zweistündige Pause zur Nahrungsaufnahme des Fahrers unterbrochen. Sepp und Hugo sagten, sie lassen mich jetzt alleine und wollen ein bisschen durch die Gegend fahren – diese Geschichte hier zieht sich sicherlich noch einige Stunden hin. Ich wusste natürlich nur zu gut, wie recht sie haben. Wir wollten uns dann telefonisch wieder irgendwo verabreden.

    Nun saß ich da und langweilte mich. Die Werkstatt war in einen sogenannten Town Haus, unten war das Business in einer Garage und oben wohnten die Betreiber. Die ganze Straße war so aufgebaut. Somit besuchte ich einen nach den anderen und begutachtete die verschiedenen Geschäfte. Überall wurde ich gastfreundlich empfangen und jeder wollte ein nettes Schwätzchen mit mir halten. Mach das mal in Europa! Da bekommste nicht mal ein Glas Wasser, ohne das du etwas kaufst, unterhalten will sich sowieso keiner mit dir.

    Um halb vier kam der Fahrer mit dem gewünschten Ersatzteil zurück. Na ja, vier Stunden für 25km hin und 25km wieder zurück ist doch in Ordnung.

    Der Werkstattmeister ging wieder an seine Arbeit und binnen kürzester Zeit baute er den neuen Schlauch fachgerecht ein. Wieder Öl rein, Motor an und siehe da, alles dicht, nichts schmelzte weg, alles lief wieder rund.

    Jetzt wurde die Rechnung gemacht, er gab den gleichen Preis für den Schlauch weiter (ich spickte die Originalrechnung der Suzuki Vertretung, die am Schreibtisch lag, in einen günstigen Moment, als mich niemand beobachtete). Er schlug nur Arbeitskosten von 290 Baht und das Öl auf, den Gartenschlauch brauchte ich nicht zu bezahlen. Zusammen machte die Rechnung 1.790 Baht aus. Ich gab ihm 2.000 Baht und bedankte mich sehr höflich und verabschiedete mich bei ihm und allen Angestellten. Leider war ich nie wieder in dieser Werkstätte, obwohl ich später noch sehr oft durch diesen Ort fuhr, aber ich denke, die Leute kennen mich heute noch. Es war wieder ein Erlebnis, das ich niemals missen möchte.

    Ich fuhr jetzt wieder als Motorradfahrer nach Hat Yai zurück, Hugo und Sepp traf ich wieder in dem Carlsberg Biergarten und diesen Abend wollten wir richtig einen draufmachen, da jetzt wieder alles in Ordnung sei und wir uns morgen wieder auf den Heimweg Richtung Phuket machen können.

    Natürlich wussten wir da noch nicht, was sich morgen auf der Autobahn ereignen wird!

    Wir saßen wieder im Carlsberg Biergarten, aber heute war eine andere Live Band da, die uns nicht so besonders gut gefiel. Wir latschten ein bisschen durch die Gegend und landeten im Red Light District von Hat Yai, nahe des Kanals, aber auch da gefiel es uns nicht besonders. Wenn man mal länger in Thailand lebt, hat man recht schnell die Schnauze voll von der dümmlichen Anmache mancher Service Damen.

    Wir gingen kurz ins Hotel, um uns ein wenig frisch zu machen. Nach einer Stunde trafen wir uns wieder im Restaurant, aber auf die gleiche Show von gestern hatten wir auch keine Lust.

    So gingen wir in den Country Western Saloon, ein ganz normaler Musikschuppen mit Live Musik, ganz in der Nähe des Pink Lady Hotels. In diesem Laden gibt es keine Service Damen, hier trifft sich die mittlere bis obere Schicht der Thais, ganz normale Leute. Die Bands, die da aufspielen sind aller erste Sahne und es ist immer eine Super Stimmung da.

    Sepp hatte mir diesen Schuppen mal auf einen Visa Trip vor Monaten hier in Hat Yai gezeigt. Zum Glück erinnerte er sich an diesen Abend daran und somit war der Abend gesichert.

    Wir hatten einen super Abend mit guter Stimmung, viel Chivas, nur Hugo trank seinen geliebten Sangthip Coke.

    Irgendwann landeten wir im Hotel, ganz seriös, alleine ohne Anhang, und schliefen den Schlaf der Gerechten.

    Am nächsten Morgen trafen wir uns um neun im Restaurant und frühstückten erst mal ausgiebig.

    Heute war die Strecke Hat Yai zurück bis Ao Nang/Krabi geplant.

    Wir verließen Hat Yai und ich testete öfters mein Bike, indem ich kurzzeitig mal richtig den Gashebel aufriss, aber es war alles in Ordnung. Der Werkstattmeister hatte einen guten Job gemacht und der Schlauch war dicht und die Temperatur war zwar wie immer zu hoch, aber das war ich gewöhnt und es war normal für meine Suzuki. Wir bogen wieder auf den Highway Richtung Phatthalung ab und fuhren so dahin. Eigentlich wollte ich nie über eine Motorrad Autobahnfahrt schreiben, aber ich komme jetzt nicht umhin.

    Wir waren circa sechzig Kilometer von Hat Yai entfernt, da wurde Sepp als führender immer langsamer. Ich schloss zu ihm auf und fragte ihn, was denn los sei?
    „Geht dein Bock nimmer schneller, oder was?“ schrie ich rüber. „Keine Ahnung, irgendwas stimmt nicht, die Elektrik spielt verrückt und die Maschine verliert immer mehr an Leistung“ entgegnete er mir. Hugo beobachtete alles sehr aufmerksam, er war einer der besten Motorradfahrer, die ich jemals in meinen Leben kennen gelernt hatte, früher, als er noch in Österreich lebte, fuhr er öfters Rennen am Salzburgring.

    Inzwischen fuhr Sepp nur mehr so an die sechzig Sachen und wurde immer langsamer, die Trucks huschten an uns vorbei wie tieffliegende Kampfjets mit einer wahnsinnigen Geschwindigkeit, meist wild hupend, aber mehr zum Gruß und nicht als Verärgerung, wir fuhren eh ganz links.

    Endlich kam dann eine Ausfahrt auf einen kleinen Parkplatz, wir fuhren raus und Sepps HONDA CB1 starb sofort ab. Keine Chance, den Bock neu zu starten... kein Strom mehr, die ganze Elektrik war zusammengebrochen, es machte nicht mal mehr leise „klack“ wenn man den Startknopf drückte. Es leuchtete auch kein einziges Licht mehr am Armaturenbrett.

    Jetzt standen wir da, weit und breit nicht mal ein Dorf, geschweige denn eine Ortschaft, nur die Autobahn und wir, mitten am Arsch der Welt. Sepp und Hugo kannten sich mit Motorrädern eigentlich sehr gut aus, aber sie wussten auch nicht, was los ist. Ich, als Computerfuzzie kann zwar ganz gut Motorradfahren, aber von der Technik weiß ich auch nicht besonders viel, somit hielt ich mich sowieso raus.

    So rauchten wir erst mal eine Zigarette und hielten Kriegsrat, wie wir nun weiter vorgehen sollten.

    Sepp schlug vor, ich solle mal weiter fahren und im nächsten Dorf an der Autobahn eine Werkstätte suchen und mich um eine geeignete Abschleppmöglichkeit umsehen, weil die CB 1 fährt selbstständig keinen Meter mehr. Hugo hielt dies auch für die beste Idee, so machte ich mich auf den Weg, also wieder rauf auf den Highway und los ging’s.

    Nach circa 10km kam ich in einen Ort, welcher durch die Autobahn vor Jahren getrennt wurde, ich glaube mich erinnern zu können, das es Ban Phi Pan Rup war.

    Vielleicht muss ich jetzt erwähnen, das es in Thailand nichts ungewöhnliches ist, das auch auf dem Highway manchmal Kreuzungen sind, die durch Ampelanlagen geregelt werden.

    Ich bog ab und schaute mich, wieder mal.... LOL, nach einer Werkstatt um. Ich wurde sehr schnell fündig, weil Mopedwerkstätten gibt es wirklich in jedem Dorf, so klein kann das Dorf gar nicht sein. Ich fuhr vor, aber weit und breit kein Mensch zu sehen. Ich ging in die nach allen Seiten offene Werkstätte und zwischen all den ganzen Schrott und ölverschmierten Boden schaute plötzlich ein junger Thai in einer Hängematte, mit seinen schlaftrunkenen Augen, direkt in mein Gesicht. Ich denke, er hatte kurzzeitig die Furcht, das ihn ein Phee (Geist) in Form eines Farangs aus seinen sicher wohlverdienten Schlaf vor der Mittagspause gerissen hat.

    Schnell fasste er sich, ich eigentlich auch, und ich fragte ihn nach einen Seil, damit ich meinen Kumpel hierher schleppen kann. Selbstverständlich verstand er mich nicht, hier im tiefsten Süden sprechen sie einfach seltsames thai, aber ich denke, das war wohl meine Schuld – ich will ihm nichts unterstellen.

    Ich sah an der einzigen Wand ein recht robustes Seil hängen und fragte ihn, ob ich mir das kurz ausleihen kann? „Khap, Khap“, war seine knappe Antwort, vermutlich wollte er mich so schnell wie möglich loswerden. „Ich bring’s zurück“, sagte ich zu ihm und schon war ich wieder auf den Rückweg auf dem Highway zu meinen Kumpels.

    Ich bog wieder auf die Autobahn Raststätte ein und sah schon von weiten, das inzwischen ein schmächtiges Braunhemd, ein Polizist mit seinen 125cc Renner, aber mit einen Colt, wo sogar Dirty Harry neidisch wäre, bei meinen Kumpels war.

    Das Braunhemd war der ortsansässige Polizist, ich schätzte mal, so an die dreißig Jahre alt, der hier in der Pampa für Recht und Ordnung sorgte. Sofort fiel mir auf, welch lustiger und umgänglicher Typ dieser Bulle war.

    Sepp und Hugo hatten sich in der Zwischenzeit schon mit Khun Tschep, so hieß das Braunhemd, angefreundet. Khun Tschep wusste in dem Ort, aus dem ich gerade kam, eine HONDA Vertragswerkstätte. Komisch, mir fiel diese gar nicht auf, aber egal, Khun Tschep ist der Einheimische hier, und nicht ich.

    Stolz präsentierte ich Sepp mein 5m langes Seil und somit wurde meine Suzuki und ich als Fahrer zum Abschleppunternehmen. Khun Tschep war auch sofort sehr angetan von mir, da ich ein Abschleppseil organisiert hatte und wir nun Sepp über die Autobahn nach Ban Phi Pan Rup, in seine vorgeschlagene HONDA Vertragswerkstatt schleppen konnten.

    Wir befestigten das Seil an meiner Rückbank sowie an Sepps Vordergabel der CB1 und Khun Tschep überwachte dies sehr sorgsam als unserer polizeilicher Begleitschutz über dem Highway.

    Hugo beobachtete das Geschehen sehr genau und ich bin mir sicher, er ärgerte sich ungemein darüber, das hier an der Raststätte bzw. Parkplatz kein Sangthip Coke zur Verfügung stand.

    Wir starteten..., Sepp hing an mir bzw. an der SUZUKI und wir fuhren wieder auf dem Highway. Khun Tschep übernahm sofort den wichtigsten Part, er fuhr neben uns her, in Form eines Polizeibeamten, und somit war das Abschleppen auf der Autobahn auch genehmigt.

    Meine größte Sorge war die Temperatur meiner Suzuki, die war ja schon zu hoch, wenn ich alleine fuhr, nun mit der Last von Sepp und seiner CB1 stieg sie in ungeahnte Höhen. Zum Glück hatte der Werkstattmeister wirklich gute Arbeit geleistet und es passierte nichts.

    Wir erreichten die Kreuzung bzw. die Ampelanlage von Ban Phi Pan Rup, und ich ließ meine SUZUKI mit Sepp als Anhänger langsam am linken Seitenstreifen ausrollen, weil die Ampel auf Grün stand, und wir nicht rechts rüberziehen konnten, wegen der Trucks, und somit auch nicht abbiegen konnten.

    Wir standen jetzt am linken Straßenrand, die Trucks pfiffen an uns vorbei, aber Khun Tschep wusste Abhilfe. Ich muss jetzt natürlich auch sagen, das diese Ampeln mit einer Induktionsschleife im Boden versehen sind, die nur auf Rot für die Autobahn Verkehrsteilnehmer schalten, wenn wirklich Fahrzeuge die Autobahn überqueren wollen.

    Plötzlich heulte im Hintergrund eine Polizeisirene auf, Khun Tschep wollte gerade für mich und Sepp die Überquerung klar machen, da sprang er plötzlich auf und stürmte auf den HONDA Accord zu, der hinter uns hielt.

    Zuerst machte er einen Wai, dann salutierte er vor dem Fahrer im HONDA Accord, uns schwante böses.....

    Es war der Chief Superintendent der hiesigen Polizei, der zufällig um diese Zeit nach Hause fuhr, er wollte einfach nur wissen, warum Khun Tschai da mitten auf der Autobahnkreuzung rumhopste und sich wichtig macht.

    Khun Tschai erklärte dem Chief Superintendent, einen durchaus respektablen Thai in Zivil mit Bauchansatz, kurz die Sachlage von Sepp mit seinen defekten Motorrad und das er sich um das ganze Dilemma kümmert. Der Chief Superintendent lachte kurz auf, gab uns Farangs noch einen kurzen Wink und ein Lächeln und fuhr dann mit seinem HONDA Accord einfach weiter. Er war schon lange weg, da salutierte Khun Tschai immer noch.

    Anmerkung vom Autor: Schleppt mal in Europa auf der Autobahn mit einen Motorrad ein anderes Motorrad mit Hilfe eines fünf Meter langen Strick ab. Das ganze mit Polizeiunterstützung, und wenn der Obermacker der Polizei vorbeikommt, der lächelt auch nur und gibt seinen Segen dazu bzw. es interessiert in eigentlich gar nicht. Ist doch cool, oder?

    Nun war Khun Tschai in seinem Element – er sprang auf die Kreuzung zu, die Ampel wollte einfach nicht auf ROT schalten, weil kein Fahrzeug die Gegenfahrbahn frequentierte.

    Khun Tschai versuchte die Trucks aufzuhalten bzw. zu stoppen, aber keiner hielt. Alle LKW Fahrer sahen grün auf der Ampel und hupten den kleinen, schmächtigen Polizisten am Highway auf die Seite, irgendwie ignorierten sie ihn einfach. Kein Truck hielt sich an die Anweisungen von Khun Tschai.

    Dann kam eine längere Lücke und ich gab Sepp ein kurzes Zeichen, jetzt überqueren wir die Autobahnkreuzung. Khun Tschai wies uns ganz wichtig ein und somit waren wir in Ban Phi Pan Rup. Tatsächlich , Khun Tschai fuhr vor, so 200m rechts vom Highway, sahen wir das HONDA Zeichen an einen neu erbauten Gebäude prangen.

    Ich schleppte Sepp bzw. seine CB 1 direkt in die neue Werkstatt zwischen drei nagelneue Hebebühnen für HONDA Dreams (??).

    Nun ließ ich die Jungs alleine und brachte das Seil an den sehr hilfsbereiten Thai von vorher zurück. Diesmal wachte er in seiner Hängematte nicht mal auf, so legte ich das Seil an den alten Platz zurück und fuhr zu den anderen zurück.

    Als ich bei der HONDA Vertretung wieder ankam, standen Sepp, Hugo und Khun Tschai schon wieder am Parkplatz. In der HONDA Vertretung konnte man Sepp nicht helfen, da erstens kein Mechaniker da war, zweitens es auch keinen Mechaniker gibt, der jemals an was größeren als an einer HONDA Dream rumgeschraubt hat und außerdem sei jetzt sowieso Mittagspause, und da hätte sowieso keiner Zeit. Nicht mal Khun Tschais intervenieren half da, aber Khun Tschai wäre kein Thai, wenn er nicht einen anderen Ausweg wüsste.

    Rund 500m entfernt kenne er noch eine andere Werkstatt, die können sicher weiterhelfen. Also schleppte ich Sepp mit CB1 dahin. Eine typische Bretterbude mit 5 Tonnen Schrott im Garten, aber egal. Es war eine Haushaltsgeräte Werkstatt. Der Werkstattmeister und sein Lehrling machten sofort einen sehr geschäftigen Eindruck, nachdem ihnen Khun Tschai und Sepp das Problem erklärten. Sofort wurden alle möglichen Abdeckungen weggebaut und mit einen Messgerät wurde rumgemessen wie Messtechniker auf einer Raumstation.

    Nach fünfzehn Minuten geschäftigen Messen, nach allen Regeln modernster Messtechnik, kamen sie zu der Erkenntnis, das die Batterie leer sei. Das wäre alles, es hat sich für sie wieder mal bestätigt, das Farangs einfach nichts wissen. Man muss nur eine neue Batterie einbauen, und schon läuft das Motorrad wieder wie ein neues aus der Fabrik, erklärte uns der Werkstattmeister mit einen verschmitzten, überlegenen Lächeln im Gesicht.

    Hugo und ich merkten Sepp an, das sein Blutdruck inzwischen auf 250 gestiegen war. Natürlich ist die Batterie leer, schnauzte er den Werkstattmeister an, aber wieso ist sie leer, sie ist erst 2 Monate alt.

    Inzwischen waren wir, die drei Farangs, uns einig, das entweder die Black Box im Arsch ist, oder der Regler, sodass die Lichtmaschine die Batterie nicht mehr lädt oder die Lichtmaschine selber kaputt ist. Am wahrscheinlichsten war die Black Box.

    Khun Tschai griff wieder ins Geschehen ein und erklärte uns, im Nachbarort, circa drei Kilometer entfernt, sei ein Shop, da kann man sicher eine neue Batterie kaufen. Sepp sagte, er will nicht nach Hat Yai zurück, sondern er will weiter und das beste wäre, wir laden die alte Batterie und fahren dann weiter. Es sei ihm egal, wenn die Batterie durch eine Hauruck Schnellladung kaputt geht. Ich sollte aber trotzdem mit Khun Tschai in den Shop fahren, vielleicht gibt’s ja da wirklich eine neue. Er wollte sein Motorrad hier nicht alleine lassen, da war Sepp eigen.

    Khun Tschai bestand darauf, das ich „bei ihm am Sozius“ mit seiner 125cc Rennsemmel mitfahre, das war ein Bild für Götter. Der kleine schmächtige Thai und ich mit meinen 90 Kilo hintendrauf. Während der Fahrt, er gab natürlich Gas wie ein Irrer, so wie jeder Thai, bei jedem Schlagloch drückte mir sein Dirty Harry Colt durch den Bauch fast die rechte Niere raus. Wir erreichten so einen Tante Emma Laden für Waren aller Art und natürlich gab’s hier keine Batterien für Motorräder. Aber ich denke, er wollte eh nur eine Show mit einen dummen Farang abziehen – ich spreche wenig thai, aber verstehen tue ich um einiges mehr. Inzwischen hatte ich nicht mehr so eine freundliche Meinung von diesen kleinen Muselmann. Wir fuhren wieder zurück.

    Sepp meinte, die Batterie sei soweit wieder voll, und baute sie wieder ein. Das Bike lief wieder ganz normal. Nun wollte Khun Tschai fünfhundert Baht von Sepp für den grandiosen Service, aber da lachten wir alle drei, ihn lautstark aus. Sofort berichtigte er sich, da er vermutlich schon damit gerechnet hatte und uns nur abtasten wollte, und sagte hundert Baht für die Werkstatt und für ihn, was wir wollen. Sepp drückte Khun Tschai 200 Baht in die Hand und sagte, er soll den Werkstattmeister geben, was er für richtig hält. Khun Tschai lächelte, wünschte uns gute Fahrt, steckte das Geld ein, sagte irgendwas unverständliches zum Werkstattmeister, der die ganze Zeit nun schon wieder in der Werkstatt saß, setzte sich auf sein Moped und fuhr los. Wir sind hier im tiefsten Muselmanngebiet.

    Wir schwangen uns auch auf die Böcke und fuhren wieder auf den Highway.

    Natürlich wussten wir, das wir nicht allzu weit kommen werden, da Sepps CB1 früher oder später wieder schlapp machen wird, wenn die Batterie leergesaugt ist.

    Wir waren so kurz vor Phatthalung, als plötzlich der Himmel immer dunkler und dunkler wurde. Wir kannten diese Anzeichen nur zu gut und zum Glück kam auch gleich eine Autobahnraststätte. Durch Sepps Malheur hatten wir natürlich auch viel Zeit verloren und hingen unseren Zeitplan schon um einiges nach, und nun das auch noch.
    Die Batterie von Sepp vertrug auch wieder ein Ladegerät, zum Glück hatten sie eines an der TEXON Raststätte. Allzu weit hätte es Sepp eh nicht mehr geschafft, da die Batterie schon fast wieder leer war. Er verzichtete die letzte Etappe eh schon auf alle Stromfresser wie Licht, Blinker, Hupe, usw.

    Der Himmel war nun rabenschwarz und wir konnten uns gerade noch in die Raststätte retten, bevor es aus Eimern goss.

    Hugo bestellte nun gleich mal ein kleines Fläschchen Sang Thip mit Coke für uns.

    Wir hatten an diesen Tag noch gut 250 km Landstraße vor uns.

    Hang on, Guys

  9. #38
    Avatar von Jinjok

    Registriert seit
    05.07.2001
    Beiträge
    5.556

    Re: Eine Motorradtour an die malaysische Grenze

    Zitat Zitat von waldi",p="95011
    naja, was solls... streiten/schmollen bringt ja nix und auch wenn ich es jetzt nur für´n @iffi poste...., aber ich denke, viele andere hier lesen auch gerne geschichten.... nur sagen sie es nicht...
    :bravo:
    Das ist die richtige Einstellung!
    Jinjok

  10. #39
    Iffi
    Avatar von Iffi

    Re: Eine Motorradtour an die malaysische Grenze

    Super, Waldi,

    fühle mich glatt als Mitfahrer.

  11. #40
    Avatar von Dr. Locker

    Registriert seit
    11.08.2002
    Beiträge
    1.700

    Re: Eine Motorradtour an die malaysische Grenze

    @Waldi
    Du postest hier sicher nicht NUR fuer Iffi...

    Es gibt noch den Einen oder Anderen Mitleser... :P

    Bisher wirklich gut zu lesen, Dein Schrieb...

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