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Eine Motorradtour an die malaysische Grenze

Erstellt von waldi, 16.10.2003, 00:04 Uhr · 46 Antworten · 3.178 Aufrufe

  1. #1
    waldi
    Avatar von waldi

    Eine Motorradtour an die malaysische Grenze

    @ll

    Diesmal möchte ich euch nicht eine fiktive Geschichte, sondern eine true story, nach wahren Begebenheiten, selbst erlebt, erzählen.

    Es ist die Geschichte einer Motorradtour an die malaysische Grenze, obwohl keiner von uns die malaysische Grenze mit dem Motorrad damals erreicht hatte. Diese Geschichte spielt im Jahre 1998 und ist zu 100% wahr, ich werde nichts erfinden, nichts dazudichten, aber auch nichts weglassen.

    Es ist ein Kapitel aus meinen vermutlich nie fertig, werdenden Buch, aber eine in sich abgeschlossene Story. Nur zum besseren Verständnis, da ja noch kein Mensch mein Buch kennt, die Hauptpersonen sind Hugo, Sepp und ich. Die Namen sind natürlich aus Datenschutzgründen frei erfunden, sowie einige bestimmte Plätze wurden verändert, aber die Geschichte und alle Handlungen selbst sind 100% echt.
    Hugo ist Österreicher, lebt seit vielen Jahren auf der Insel Phuket, er ist einfach, nach seinen letzten Urlaub vor rd. 10 Jahren, nicht mehr heimgeflogen! Er betreibt einen Motorrad und Autoverleih auf Phuket. Sepp ist Bayer, lebt auch schon seit vielen Jahren auf Phuket und betreibt ein nettes Cafe, mit kleinen Restaurant, keine Beer Bar mit Service Damen, wohlgemerkt!

    Ich wünsche euch sehr viel Spaß beim Lesen und bitte wie immer um zahlreiche Kommentare, Bemerkungen, Kritiken... bitte auch zwischen den einzelnen Teilen und nicht erst am Schluss – die jeweiligen Moderatoren (ich poste diese story in 3 Foren) werden ja so nett sein, am Ende dann die gesamte Story in die jeweiligen Literatur bzw. Geschichten Foren verschieben, dann ohne Zwischenkommentare – Vielen Dank

    In Kürze geht es los

    Gruss, waldi

  2.  
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  3. #2
    Jakraphong
    Avatar von Jakraphong

    Re: Eine Motorradtour an die malaysische Grenze

    Nette Idee Waldi,
    Schon phänomenal, was da so an Literaten unter uns weilt.
    Ich freue mich darauf!

    Gruß Jakraphong, der Plagiatgeschädigte ;-D

  4. #3
    Avatar von dawarwas

    Registriert seit
    30.10.2002
    Beiträge
    3.385

    Re: Eine Motorradtour an die malaysische Grenze

    Na Super!
    Da hab ich es mir schon schoen gemuetlich, vor dem Pc gemacht, da faengt der noch gar nicht x an.

    Jetzt aber LOS.

  5. #4
    waldi
    Avatar von waldi

    Re: Eine Motorradtour an die malaysische Grenze

    Teil 1:

    Wieder mal war eine Ausreise ins benachbarte Ausland erforderlich. Wir wollten ohnehin schon lange wieder einen Trip auf dem Motorrad durch Südthailand machen. So verbunden wir das nützliche mit dem angenehmen und planten eine Tour, die uns am zweiten Tag nach Hat Yai, Nähe der malaysischen Grenze, bringen sollte. Es war mein letzter Ausreisetermin und musste unbedingt eingehalten werden, da ich Overstay vermeiden wollte. Wir planten die Tour zu dritt, Hugo, der alte Haudegen, Sepp und ich. Außer mir musste sonst niemand ausreisen. Mein Workpermit hatte ich bereits am Arbeitsamt abgegeben und unser Trip sollte so an die vier Tage übers Wochenende dauern. Natürlich kam wieder alles ganz anders, als wir es geplant hatten, aber das war inzwischen schon zum Normalzustand geworden.

    Im großen und ganzen musste Hugo und ich nicht viel planen, weil das sowieso Sepp übernahm und er sich am besten in Südthailand auskannte. Hugo konnte sowieso keinen Plan lesen und mich interessierten die Nebenstrecken nicht besonders, am liebsten nahm ich ohnehin den Flieger. Ich unternahm vorher dreimal eine Motorradtour nach Hat Yai sowie an die malaysische Grenze, das reichte mir eigentlich, aber ich wusste, mit Hugo und Sepp wird es ein sehr netter und sehr lustiger Ausflug, und Motorradfahren tue ich auch für mein Leben gern.

    Die erste Route sollte erst mal nur bis Ao Nang gehen. Wir starteten von Phuket, dann nach Kao Lak, über die Berge des Nationalparks Kao Sok, dann auf der anderen Seite der Berge wieder Richtung Phang Nga, die alte Straße über die Berge nach Ao Luk, weiter Richtung Krabi und schließlich Ao Nang.

    Wir trafen uns um sieben Uhr Morgens bei Marios Bakery in Kata und nahmen erst mal ein German Breakfast zu uns. Um halb acht starteten wir unsere Tour.

    Hugo und Sepp fuhren wie immer mit T-Shirt und ohne Helm. Ich fuhr zwar auf Phuket auch grundsätzlich ohne Helm, aber auf längeren Strecken zog ich immer meinen Vollvisierhelm auf, auch wenn er im Falle eines Falles wahrscheinlich nicht viel nutzte (es war so ein 1000 Baht Helm), aber ich fühlte mich einfach besser und sicherer. Bruno und Sepp fuhren mit ihrer eigenen HONDA CB 1, 400cc und ich hatte damals noch meine SUZUKI GSX 400cc.

    Über die Fahrt bis zur Sarasin Brücke ist nicht viel zu erzählen, außer das der Verkehr absolut chaotisch ist, bis zur Ausfahrt zum internationalen Flughafen. Dann geht’s eigentlich und nach Verlassen der Brücke machten wir unsere erste Zigarettenpause. Wir alle drei waren starke Raucher, aber Sepp fuhr immer als Erster und wenn er fuhr, dann fuhr er. Ich wusste, das ich ihn öfters überholen muss, um ihn zu stoppen, damit wir unsere Sucht befriedigen konnten.

    Hinter Khok Kloi machten wir unsere erste kurze Rast um etwas zu trinken. Hugo nahm seinen ersten Sangthip Coke an diesen Morgen. Wir begnügten uns mit einer Soda. Nach kurzer Zeit schwangen wir uns wieder auf die Böcke, weil wir wollten das faszinierende Panorama der nebelverhängenden Schluchten von Kao Sok erleben. Dieses Naturschauspiel ist leider spätestens um halb elf vorbei, eher schon früher.

    Am Ende der ausgebauten Strecke, kurz bevor man Kao Lak erreicht, geht es rechts weg nach Kao Sok.

    Anmerkung vom Autor: Wenn jemand mal einen feinen und ruhigen Urlaub in Kao Lak machen will, hier eine sehr schöne Bungalowanlage (www.sanukresort.com) Dies sind sehr gute Freunde von mir und sehr zu empfehlen. Beachte aber, für Nachtschwärmer und Servicekräfte Jünger, die nur Pattaya kennen, ist dieses Gebiet absolut nicht geeignet! Dafür Erholung pur, wie Phuket vor 15 Jahren...

    Nach einer kurzen Zeit auf sehr schlechter Straße erreichten wir die Abzweigung Richtung Kao Sok Nationalpark. Ab jetzt geht es auf einer sehr gut ausgebauten Straße immer bergauf und man kann auf geilen Serpentinen Kurven, als geübter Motorradfahrer, so richtig die Sau rauslassen. Wir erreichten die Stelle mit den bizarren, nebeligen Schluchten bzw. Tälern und es waren noch vereinzelt Nebelschwaden zu sehen. Eine wunderbare Sache, wenn man sich bewusst ist, das man sich eigentlich in den Tropen befindet und gar nicht so weit weg vom Äquator ist.

    Der Verkehr auf dieser Straße ist gleich Null, vereinzelt kommen Jeeps on Tour mit Touristen entgegen und manchmal sieht man Touristenbusse.

    Wir erreichten den Punkt, wo man dann abbiegt in Richtung der bekannten Baumhäuser im Nationalpark. Diese Abzweigung muss man auch nehmen, wenn man an den bekannten Rafting Touren teilnehmen will. Jetzt machten wir unsere erste längere Rast.

    Wir setzten uns in eine der typischen Bretterbuden und kauften uns was zu essen und zu trinken. Hugo wollte natürlich wieder ein Glas Sangthip Coke, aber mitten auf dem Land verkaufen sie diese nicht, sondern nur eine kleine Flasche. Na ja, was soll’s, zusammen schaffen wir die schon.

    Nach einer Stunde fuhren wir wieder weiter, jetzt ging’s bergab, wieder durch eine wunderschöne Landschaft und geilen Serpentinen. Nach einiger Zeit erreichten wir den Ort Phang Nga. Wir stießen von nördlicher Seite auf Phang Nga, so mussten wir nicht in den Ort rein, sondern bogen gleich links ab, über die Berge Richtung Ao Luk.

    Diese Strecke ist ein absolutes Muss für jeden Motorradfahrer, der in Südthailand seine Runden dreht. Zum Zeitpunkt dieser Geschichte war die Straße noch nicht neu asphaltiert, aber im Jahre 2001 wurde die Strecke komplett neu in Stand gesetzt und ist göttlich für Motorradfreunde.

    Es geht durch eine Traumlandschaft, wie man sie nur aus dem Fernsehen kennt, und das ganze in schlangenartigen Kurven rauf und runter auf super ausgebauter Straße. Und das allerbeste, Verkehr ist gleich null. Ein Traum!

    Wir erreichten Ao Luk. Inzwischen sahen wir überall die bizarrsten Gebirgsformationen, die es nirgendwo sonst auf der Welt gibt. Ein jeder, der das erste mal in diese Gegend kommt, wird sie nie vergessen. In Ao Luk machten wir wieder einen längeren Stop in, nun schon, Stammlokal, von uns. Wir waren wieder auf der normalen Strecke Richtung Krabi, und die sind wir drei, vermutlich schon hundertmal gefahren, meist in den verschiedensten Konstellationen an Leuten.

    Jetzt waren wir nicht mehr so weit weg von unseren ersten Etappenziel und somit gönnten wir uns ein Chang Beer. Hugo natürlich nicht, hier bekam er wieder sein Glas Sangthip Coke.

    Nach gut einer halben Stunde ging es weiter. Jetzt fuhren wir eine Strecke, die ich auch sicherlich mindestens dreißigmal gefahren bin, aber ich kann sie beim besten Willen nicht erklären, geschweige sie niederschreiben. Ich würde diese Strecke jederzeit mit einem Auge fahren, aber die Orte, die man da durchquert, kann ich wirklich nicht benennen.

    Wir fuhren jetzt absolut durch die Pampa und der gesamte Verkehr bestand aus Traktoren, bestenfalls Pick Up’s, die auf Ernte Tour sind oder ähnliches. Natürlich kann man hier nicht die Sau rauslassen bei der Geschwindigkeit, aber das machten wir sowieso nie, wir fuhren auf gut ausgebauten Straßen so maximal an die hundertzwanzig Km/h, und ansonsten angepasst an die jeweiligen Verhältnisse.

    Wir fuhren durch die verschiedensten Gebirgsformationen, an versteckten Tempeln, immer mehr auftauchenden Moscheen, dieses Gebiet ist jetzt schon sehr moslemisch, aber immer näher nach Ao Nang kommend. Ao Nang ist inzwischen ein sehr bekannter Touristenort, damals war er bei weitem noch nicht so überlaufen, es war noch ein Geheimtipp unter Back Packers, aber inzwischen hat ihn auch schon der Massentourismus eingeholt.

    Anmerkung vom Autor: Ich würde euch auf jeden Fall einen Ausflug in das wunderschöne Phang Nga Gebiet empfehlen, bevor ihr z. Bspl. nach Phi Phi Island fährt. Phi Phi Island war vor 10 bis 15 Jahren wunderschön, inzwischen ist es zu einen moslemisch, gesteuerten ............ geworden. Genauso meidet den James Bond Felsen! Da werdet ihr nur Horden von fotografierenden Japanern finden, sowie aggressive Händler, für das moslemische Dorf auf Stelzen gilt das gleiche. Macht besser per gemieteten Jeep einen Ausflug in das Phang Nga Gebiet, weiter nach Krabi, sowie Ao Nang. Da setzt ihr euch in ein Boot und schippert durch die wunderschönen Inseln, unter anderen kann man da noch See Adler beobachten, Freeclimbing ist auch möglich und versucht unter Umständen einen Trip in die sogenannten Hongs zu machen. Diese Felsformationen, die aus dem Wasser ragen, sind innen hohl und nur mit Schlauchbooten bei Ebbe zu erreichen. Ein Naturschauspiel der besonderen Art, gibt es sonst nirgendwo auf der Welt.

    Wir erreichten unser erstes Etappenziel Ao Nang.

    Hier haben wir einige sehr gute Bekannte, denn die deutschsprachige Community der Expats ist hier nicht sehr groß. Wir stiegen in unseren Stamm Guesthouse ab. Daneben befindet sich der berüchtigte Austrian Meeting Point.

    Hang on, Guys...



  6. #5
    waldi
    Avatar von waldi

    Re: Eine Motorradtour an die malaysische Grenze


    Teil 2:

    Wir checkten erst mal in unser Guesthouse ein und gönnten uns eine lange Dusche. Um 18.00 Uhr wollten wir uns im danebenliegenden Austrian Meeting Point treffen. Der Austrian Meeting Point ist ein Restaurant unter der Leitung von Miguel.

    Miguel ist auch Österreicher und lebt seit vielen Jahren in Thailand. Er ist verheiratet und hat eine bezaubernde Tochter mit seiner thailändischen Ehefrau. Miguel kochte selber und hat die beste europäische Küche in Ao Nang. Er ist ein sehr durchtrainierter Mitsechziger, und war viele Jahre bei der französischen Fremdenlegion. Über seine Zeit bei der Legion sprach er aber überhaupt nicht gerne, nur manchmal, wenn er so richtig einen in der Krone hatte, ließ er sich die eine oder andere Geschichte aus seiner Zeit bei der Legion entlocken. Darüber möchte ich aber nichts schreiben, weil es niemanden etwas angeht und vermutlich wirklich zu starker Tobak für Otto Normalverbraucher wäre.

    Miguel sprach vier Sprachen fließend, deutsch, französisch, englisch und thailändisch, er behauptete von sich selber, das er am besten französisch spricht, obwohl seine Muttersprache deutsch ist. Ich selbst habe ihn öfters englisch sprechen gehört und das war absolut perfekt. Ich meine dies zu beurteilen zu können, da ich selbst auch recht ordentlich englisch spreche. Sein Thai konnte ich nicht deuten, aber so flüssig und schnell, wie er mit den Thais sprach, habe ich selten gesehen.

    Der Austrian Meeting Point war damals zu dieser Zeit der absolute Treffpunkt der deutschsprachigen Community der Expats und ein Unikum. Hugo, Sepp und ich trafen uns zum vereinbarten Zeitpunkt und ließen uns erst mal Miguels feine, österreichische Küche zukommen.

    Es waren wie immer auch einige ortsansässige Expats im Lokal und somit tauschten wir mal den neuesten Tratsch und Klatsch über Ao Nang und Phuket aus.

    Da fällt mir gerade eine Geschichte mit Hugo als Hauptakteur ein, die sich so vor 2 Jahren am Weihnachtsabend in diesem Lokal abgespielt hatte. Hugo war in Österreich ein sogenannter Land’ler, und somit kannte er sich mit Tieren sehr gut aus. Es war Weihnachten, und ein 5 Sterne Hotel hatte als Gag eine richtig alte Kutsche mit Pferd für Rundfahrten im Ort, für die Touristen organisiert. Irgendwie hatte dies Hugo mitbekommen und konnte den Kutscher überreden (vermutlich mit den nötigen Scheinen) das Pferd kurzfristig „auszuleihen“, und trabte als Reiter hoch zu Ross zur Mitternachtseinlage mitten im Lokal bis zum Tresen ein. Natürlich hatte er mit dieser Aktion wieder voll den Vogel abgeschossen und die Lacher auf seiner Seite. Damals hingen noch die Bilder von dieser Einlage an den Wänden, heute gibt es dieses Lokal ja leider nicht mehr, da Miguel im Jahre 2000 in Rente ging.

    Der Abend verlief eigentlich wie immer, wir saßen zusammen und amüsierten uns bei Bier, Sangthip Coke und labberten dummes Zeug.
    So gegen zehn Uhr machten wir uns, Hugo, Sepp, zwei ortsansässige Expats und ich, auf den Weg, in die damals einzigste Barstrasse. Diese Barstrasse lag Richtung Meer, auf der linken Seite, und es gab so an die sechs oder sieben Bars. Damals gab’s die übertrieben breiten Straßen auch noch nicht. Alles war noch familiärer und übersichtlicher. Thais haben meiner Meinung nach sowieso eine Autobahn Phobie und pflastern ihr ganzes Land mit übertrieben Highways in den kleinsten Orten zu.

    Wir erreichten die Barstrasse (unter den Expats als Soi AIDS bezeichnet) und setzten uns an die Pear Bar, die nach der gleichnamigen Besitzerin Pear benannt wurde. Pear arbeitete lange Zeit bei Miguel als Bedienung und ähnliches im Restaurant. Das ähnliche brachte ihr einen Farang aus Österreich ein, der ihr diese Bar finanzierte und sie somit den Schritt in die Selbstständigkeit geschafft hat.

    Da wir uns länger nicht gesehen hatten war erst mal großes Hallo angesagt, und wir wurden von der Chefin überaus zuvorkommend an den Tisch geleitet. Wir kauften uns zusammen ein großes Fläschchen Sangthip mit ausreichend Coke für Hugo und Soda für uns. Da ich mit Pear ein sehr gutes Verhältnis hatte, unterhielten wir uns auch sehr angeregt, wie es ihr so ginge und wie alles so laufe. Sie erzählte mir auch sehr viel über ihren neuen Faranglover aus Österreich. Dazu aber später mehr, wir kommen ja in ein paar Tagen nach unserer Reise an die Grenze wieder nach Ao Nang. Wir wollten es an diesen Abend nicht zu sehr krachen lassen, weil am nächsten Tag hatten wir noch eine sehr lange und anstrengende Fahrt vor uns.

    Irgendwann, so nach der zweiten großen Flasche Sangthip verabschiedeten wir uns und ab ging’s in die Heia.

    Wir starteten am nächsten Morgen nach einen guten Frühstück leicht verkatert so um neun Uhr. Heute war die Etappe Ao Nang – Krabi – Trang – über das Khao Pu Khao Ya Gebirge nach Phattalung und dann über den Highway nach Hat Yai.

    Die Strecke von Ao Nang bis Krabi ging noch etwas schleppend, aber wir waren guter Dinge, und der Kater löste sich durch den Fahrtwind binnen kurzer Zeit ins Nichts auf.

    An Krabi ging’s links vorbei, an einen sehr berühmten Tempel, der Name ist mit jetzt entfallen, aber es ist der Tempel der 1000 Stufen, sehr zu empfehlen. Im hinteren dieses Tempel wohnen die Mönche in „in den Felsen gehauten Höhlen“ und man findet hier einen Regenwald der Extra Klasse, sehr feucht, sodass man da binnen kürzester Zeit am ganzen Körper durchnässt ist, auch wenn man sich nicht bewegt. Es gibt da auch die berühmten Tiger Caves Höhlen.

    Danach passierten wir den damals noch nicht ans internationale Netz angeschlossenen Flughafen von Krabi.
    Diese Strecke jetzt ist zwar sehr stark befahren, vor allen von sehr vielen Trucks, aber wenn man flüssig mit dem Verkehr mitzieht, ist es eine sehr angenehme und entspannende Fahrt. Was mir persönlich absolut gut gefällt ist die Straßenführung hier. Vielleicht ist der eine oder andere schon mal von Los Angeles nach Las Vegas gefahren, so richtig lange Geraden, Hügel rauf, Hügel runter, nur das man hier in Thailand inmitten einer immer grünen Landschaft fährt, und nicht durch die Wüste.

    Unterwegs tankten wir mal an einer TEXON Tankstelle und da sah ich, das meine Kette ganz lasch in den Seilen hing. Diese Tankstelle hatte aber keinen Service, was eigentlich unüblich ist in Thailand, aber wir waren mitten in der Pampa.

    So fuhr ich als erster gleich mal los um eine Werkstätte zu suchen, am Straßenrand sind ja überall kleine Häuser, und Mopedwerkstätten gibt’s in Thailand an jeder Straßenecke. Ob dies Fachmänner sind würde ich mal sehr weit dahingestellt lassen, aber für ihre Honda Dreams, Suzuki Crystal reicht’s allemal. Schon nach sehr kurzer Zeit wurde ich fündig und fuhr vor. Der „Werkstattmeister“, ein junger Thai, schraubte gerade an einer Kettensäge (?) rum. Als er mich sah, kam er sofort auf mich zu und begutachtete mein Motorrad. Ich denke, das er nicht jeden Tag solche „Rennsemmeln“ zu sehen bekommt.

    Ich erklärte ihm mein Problem mit der Kette und binnen Sekunden schraubte er an der Hinterachse rum, spannte die Kette und fettete sie auch gleich unaufgefordert. Natürlich waren gleich Oma und Opa, sowie die Frau von ihm mit drei Kindern aus dem hinter der Werkstätte, liegenden Haus, gekommen, und bestaunten mein Motorrad, aber am meisten mich. Mit meinen geringen Thai Kenntnissen hatten wir gleich eine lustige Konversation und natürlich wurde mir sofort ein Glas Wasser gereicht. Das ist in Thailand das absolut, normalste der Welt, außer in den Touriorten natürlich.

    Inzwischen waren Hugo und Bruno aufgeschlossen und warteten am Straßenrand. Auf meine Frage, was denn der Service kostet, winkte er sofort mit beiden Armen und wertete diesen Service als Freundschaftsdienst, so als wenn wir uns schon Jahre kennen würden.

    Ja, liebe Leser, auch das ist Thailand... ich würde eher sagen, das ist das „unverfälschte“ Thailand, und ich hatte auch sehr oft das Vergnügen, dies sehr oft erleben zu dürfen.

    Ok, wir starteten wieder durch und erreichten Trang.

    Trang ist schon eine relativ große Stadt mit den unverfälschten Tuk Tuks, die ich je in ganz Thailand gesehen habe. Diese Teile sehen irgendwie richtig lustig aus, kleiner als die Tuk Tuks in Bangkok, irgendwie so richtig sechziger Jahre Style und alle sind in Navy grün. Sepp fuhr eigentlich immer voraus, aber in Trang würde ich Sepp heute niemals mehr voraus fahren lassen. Damals schon, weil ich mich noch nicht so gut auskannte in dieser Stadt. Natürlich verfuhren wir uns, wie fünfmal später auch, da Bruno als erster fuhr. Nach einer verlorenen halben Stunde, die wir wieder brauchten, um aus Trang richtig rauszukommen, erreichten wir den großen Kreisverkehr. Von da geht so eine Art Autostraße Richtung Phattalung. Wir machten jetzt die erste längere Rast, gegenüber dem bekannten Schiffshotel (sieht aus wie ein Hochseekreuzer, vielleicht kennt es ja einer).

    Hugo bestellte sich mal gleich einen Sangthip Coke. Wir ließen uns ein sehr schmackhaftes Gung Reisgericht schmecken, natürlich für einen Preis, den Touristen in den Touriorten für den Zahnstocher bezahlen.

    Wir starteten wieder und nach einiger Zeit, so vor Thanon Khot kommt wieder eine göttliche Strecke für Motorrad..........en, über das Gebirge nach Phattalung. Also, wirklich ohne Übertreibung, diese Strecke kann ich euch nicht beschreiben, die muss man fahren! Man meint, man fährt in Österreich durch die Alpen, nur es ist dreißig Grad warm und rundherum ist tiefster Dschungel. Einfach Göttlich und nicht in Worte zu fassen.

    Wir erreichten Phattalung bzw. bevor man in die Stadt kommt, geht es rechts auf den Highway Richtung Hat Yai. Highway fahren ist was für Lamers, aber wir bzw. ich hatte heute noch einen wichtigen Termin, somit mussten wir jetzt ein bisschen Gas geben, es war schon so 14.00 Uhr.

    Über Highway Fahren weigere ich mich Berichte zu schreiben, außer das wir unterwegs jetzt das erste mal in einen richtigen Platzregen gerieten, sodass wir die Autobahn verlassen mussten. Wir mussten pausieren, es ging nichts mehr. Sicherlich kennen viele den tropischen Regen und wissen, wovon ich spreche.

    Aber so gegen 16.00 Uhr erreichten wir Hat Yai und da war ich jetzt gefragt, da ich Hat Yai bestens kenne und somit übernahm ich jetzt die Führungsposition. Hat Yai war früher „die“ Schmuggler Stadt in Thailand und hat so um die 100.000 offiziellen Einwohner.

    Damals war ich noch Stammgast im Pink Lady Hotel, mitten im Zentrum, und genau da leitete ich meine Kumpels hin. Wir betraten die Lobby und natürlich wurde ich sofort von den überaus hübschen Rezeptzionistinnen erkannt und wir bekamen ein spezial Zimmer im achten Stock für einen Spezial Preis. Das Pink Lady Hotel ist genauso ein Wolkenkratzer in Hat Yai wie viele andere Hotels, aber in dieser Anlage ist alles vorhanden, sodass man(n) eigentlich nicht auf die Straße gehen muss. Ein spitzen Restaurant, jeden Abend eine Super Show mit internationalen Showeinlagen und natürlich sehr hübschen Mädels, ein Night Club im obersten Stockwerk (nicht zu empfehlen – sehr teuer), ein sehr großes und exklusives Turkish Bad für die Herren der Entspannung, Billard Bar, Karaoke, usw, usw..... einfach alles da!

    Sepp und Hugo staunten nicht schlecht, als wir diese Hotelanlage betraten, sie waren doch etwas anderes gewohnt, und als sie sahen, wie ich da mit Khun Waldi persönlich begrüßt wurde, sagten sie gar nichts mehr.

    Wir checkten schnell ein und ich sagte Hugo und Sepp, das wir uns dann später irgendwo in der Stadt treffen (wir rufen uns am Handy an), ich muss jetzt sofort an die Grenze, um zu stempeln. Die Grenze Sadao zur malaysischen Grenze schließt um 18.00 Uhr und ich muss unbedingt heute noch stempeln.

    Ich setzte mich auf meine Suzuki und düste durch den inzwischen dichten Feierabendverkehr los.

    Leider glaube ich weder an unseren Gott, noch an Buddha, noch an irgendeinen Allah oder Hindu Gott, aber irgend jemand musste mir damals bei dieser Abreise an die hundert Schutzengel auf meinen Sozius gesetzt haben.... das Schicksal nahm seinen Lauf....

    Hang on, Guys


  7. #6
    waldi
    Avatar von waldi

    Re: Eine Motorradtour an die malaysische Grenze

    An Krabi ging’s links vorbei, an einen sehr berühmten Tempel, der Name ist mit jetzt entfallen, aber es ist der Tempel der 1000 Stufen

    hallo leute...

    nur so als zwischenruf... ich weiss, das in diesen forum einige "alte hasen" und "kenner" von thailand sitzen...

    ich schreibe diese story synchron 1/1 zu den foren und aus meinen gedaechtnis... ich nehme nur eine landkarte zur hilfe... eigentlich ist es ein noch nicht fertiges manuskript....

    wenn jemand mir div. hinweise zu oertlichkeiten bzw. div namen geben kann, bitte ich dies zu tun... natuerlich mich auch berichtigen...

    ich habe mir diese/s story/kapitel bewusst ausgesucht (oeffentlich zu schreiben), um mich selbst unter druck zu setzen (das ich es schnell schreibe), weil ich es recht langweilig finde und es wenig sprengkraft zu meinen anderen kapitel in meinen, vielleicht irgendwann fertig, werdenen buch hat...

    natuerlich wird es in dieser story highlights geben, aber nicht so, wie in den anderen kapitel....

    also, ich erwarte gerne zwischenrufe...

    gruss, waldi

  8. #7
    waldi
    Avatar von waldi

    Re: Eine Motorradtour an die malaysische Grenze

    ... jetzt wollte ich grad meinen letzten post editieren - geht nicht.... geht nur 60 min.... war die antwort... ok, anyway - ich bin zu spät dran, egal - ich bitte einen mod, den zu loeschen...

    ...aber ich bin schon auch etwas entäuscht - das kein member zeit für "ein" bzw. "einen" post/kommentar hat...

    sicherlich wollen alle erst "zuende" lesen, weiss ich doch...
    [mod:20e4f4f5e1="Jinjok"]Ich lösche ich den Absatz, mit dem Du bestimmte User nicht provozierst, sondern verunglimpfst. Das ist auch zugleich eine Warnung.[/mod:20e4f4f5e1]

    aber soll ich weiterposten? ...oder nicht? ...besteht interesse?

    gruss

    waldi

  9. #8
    Avatar von Dr. Locker

    Registriert seit
    11.08.2002
    Beiträge
    1.700

    Re: Eine Motorradtour an die malaysische Grenze

    @Waldi
    Dann will ich Dich mal erloesen und wenigstens ein Feedback geben...

    Schreib blos weiter...

    Anfixen und dann aufhoeren gilt nicht...

    Du weisst doch, wir lesen gerne Geschichten.

    Die suedlichste Ecke von TH kenne ich bisher noch nicht, aber evtl. verschlaegt es mich ja im Dezember in die Ecke...

    Bin bisher nur bis Krabi Ko Lanta etc. gekommen...

  10. #9
    Thai-Robert
    Avatar von Thai-Robert

    Re: Eine Motorradtour an die malaysische Grenze

    Hallo zusammen

    Ich bin vor 5 Minuten wieder zu Hause in Sattahip angekommen.

    Zurueck von HatYai ..... Sadao direkt an der Grenze von Malaysia.

    Aber jetzt bin ich muede von der Fahrt und werde meinen Senf morgen dazu geben wenn ich die Geschichte gelesen habe.

    Na,und neues gibt es auf der Strecke natürlich auch.

    Deshalb werde ich ein paar Fotos verkleinern und mit reinsetzen.

    Also... Gute Nacht.

    eeehhhhh...achso,IHR schlaft ja sowieso schon

  11. #10
    Avatar von tira

    Registriert seit
    16.08.2002
    Beiträge
    17.260

    Re: Eine Motorradtour an die malaysische Grenze

    Zitat Zitat von yunike5ROBERT
    ...Gute Nacht.

    eeehhhhh...achso,IHR schlaft ja sowieso schon
    natürlich robert,

    auf arbeit wo denn sonst, 13.00 ortszeit in jöreman....


    gruss

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