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Eine Fahrt durch den Issaan

Erstellt von Mang-gon-Jai, 27.10.2002, 09:03 Uhr · 58 Antworten · 6.260 Aufrufe

  1. #41
    Avatar von heini

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    Re: Eine Fahrt durch den Issaan

    Gleich geht´s weiter

    wie lange ist gleich? ;)

    ............... schaue hier fast jede stunde rein;)
    ungeduldiger gruss heini

  2.  
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  3. #42
    gruffert
    Avatar von gruffert

    Re: Eine Fahrt durch den Issaan

    Mangonjai

    Nette Story, vor allem Deine Mitreisenden sind lustig geschildert. Jeder der mal mit einer Thai Frau unterwegs war, wird sich an aehnliche Anekdoten erinnern.
    Schade ist nur, dass Du so wenig ueber den Isaan selbst schreibst. Vom Phanom Rung waere doch mehr zu berichten, als die verunglueckte Bierbestellung. Auch waere interessant welche Staedte ihr auf der Route besucht hast, und was dort erwaehnenswert waere.
    Uebrigens sind es von Phanom Rung bis zu mir nur 40 km. Ich haette mich gefreut wenn Du mit Deiner Truppe mal hier vorbeigekommen waerst.

    Guenther

  4. #43
    Avatar von Mang-gon-Jai

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    Re: Eine Fahrt durch den Issaan

    @gruffert
    Vom Phanom Rung waere doch mehr zu berichten, als die verunglueckte Bierbestellung.
    Jaaa, ich bin ja noch gar nicht da! Es ist doch erst der Vorabend. Am nächsten Morgen geht´s zum Khmer-Tempel und darüber berichte ich natürlich ausführlich.

    Ich hatte überlegt, dich zu treffen. Doch mit meinem Harem wollte ich dir nicht zur Last fallen.

    Viele Grüße

    Mang-gon Jai


  5. #44
    Avatar von Mang-gon-Jai

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    Re: Eine Fahrt durch den Issaan

    Eine Fahrt durch den Issaan (6)


    Hier hatten wir die letzte Nacht gewohnt

    Am anderen Morgen standen wir früh auf. Heute wollten wir die alte Khmer-Tempelanlage auf dem Khao-Phnom-Rung besichtigen. Bei Sonnenaufgang waren wir bereits auf dem Berg. Ich war davon ausgegangen, dass so früh morgens noch keine Touristen dort oben sind. Mit dieser Vermutung hatte ich Recht.
    Wir waren die ersten, die an diesem Tage die Eintrittskarten lösten.
    „Wiele?“, fragte die Verkäuferin der Eintrittskarten, da sie aus ihrer Position, in einer kleinen Bude, uns nicht alle sehen konnte.
    „Khon sam khon lää nung Farang – Drei Personen und ein Farang“, antwortete ihre Kollegin.
    Sind Farang keine Personen???

    Wir waren wirklich allein in der großen Tempelanlage.
    Später dann fielen sie jedoch in Scharen ein, besonders die Japaner.
    Fotografieren Japaner eigentlich alles? Dass sie die Tempelanlage fotografieren, kann ich ja verstehen, ist ja auch wohl normal.
    Aber sie fotografieren die Bäume und Sträucher, einen alten Rasenmäher, das Gras und die Erde. Am liebsten fotografieren sie sich gegenseitig. Zu Hause sehen sich dann wohl die Bilder an und wissen dadurch, wo sie gewesen sind. Als ich einmal nicht aufgepasst hatte, haben sie sogar mich fotografiert. Toll, jetzt stecke ich wohl in irgendeinem japanischen Fotoalbum oder bin Star einer Diavorführung.

    Der Khao-Phnom-Rung ist ein alter, erloschener Vulkan. Auf seiner Kuppe befindet sich die wohl großartigste Khmer-Stätte Thailands.
    Die Anlage symbolisiert, entsprechend dem hinduistischen Weltbild, den Sitz Shivas auf dem Berg Meru (Krailasa).



    Über eine etwa 200 Meter lange Prozessionsstraße gelangt man zum grandiosen Treppenaufgang.





    Nach mühevollem Aufstieg steht man dann vor dem Hauptheiligtum zwischen vier rechteckig angelegten, mit Seerosen bewachsenen Teichen. Sie symbolisieren die vier heiligen Flüsse des indischen Kontinents. Es ist wirklich beeindruckend.
    Symbolisch gesehen ist der maiskolbenförmige Prang der Anlage der kosmologische Gipfel am Ende der Prozessionsstraße.



    Über eine Nagabrücke, der Schlangenkörper bildet das Geländer, gelangt man in das Hauptheiligtum.
    Hier liegt der Stier Nandi, das mythische Reittier Shivas.
    Einmal im Jahr, zu Songkran, scheint die aufgehende Sonne im hinteren Teil der Anlage, im Gopura, durch alle 15 dort befindlichen Tore.

    Schon im frühen 10. Jahrhundert begann man mit dem Bau dieser Anlage. Sie liegt an einer fast vollständig zerstörten Jahrtausende alten Straße, die ins heutige Kambodscha, zur Tempelanlage Ankor-Wat führt.


    Langsam, völlig allein, streiften wir durch diese großartige Anlage. Ich spürte eine gewisse Ergriffenheit. Auch meine Frauen schienen beeindruckt. Das sonst dauernde Schwatzen war heute nicht zu hören.


    Dann füllte sich die Anlage. Scharen laut schreiender Touristen übernahmen die Herrschaft der Anlage. Wir gingen.
    Etwas weiter unten lag der große Parkplatz auf dem auch unser Auto stand. Hier herrschte jetzt Volksfeststimmung.
    Um den Parkplatz herum waren Restaurants aufgebaut. Etliche Stände mit kitschigen Andenken gab es. Losverkäufer priesen ihre garantierten Gewinnlose an. Jetzt war es besser, zu fahren.

    [align=right:31ced30406]Bald geht´s weiter[/align:31ced30406]

  6. #45
    Avatar von Mang-gon-Jai

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    Re: Eine Fahrt durch den Issaan

    @Jinjok
    Darauf hat der Moderator sicher keinen Einfluß. Die Probleme mit der Forums-Software konnte nur Visitor lösen.
    Da hast du Recht. Ich habe leider keine Möglichkeit, etwas zu ändern.


    Gruß

    Mang-gon Jai

  7. #46
    woody
    Avatar von woody

    Re: Eine Fahrt durch den Issaan

    Hallo MGJ

    Ich freue mich, dass Du gesund wieder zurück bist.
    Deine Reiseerzählung habe ich bis hierhin verfolgt und bin schon gespannt auf die nächste Fortsetzung.
    Es ist bedauerlich, dass Deine Jindi nicht mit Dir zusammen fliegen konnte, aber ich hoffe, Du findest einen Möglichkeit, damit Sie möglichst schnell folgen kann.

    gruss woody

  8. #47
    gruffert
    Avatar von gruffert

    Re: Eine Fahrt durch den Issaan

    Hallo Mangonjai

    Sorry, ich war wohl wieder mal zu ungeduldig. Schoene Beschreibung der Tempelanlage und vor allem sehr schoene Bilder. Mach mal weiter so!

    Guenther

  9. #48
    Avatar von MichaelNoi

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    Re: Eine Fahrt durch den Issaan

    Hallo MGJ,
    Phanom Rung haben wir heuer gleich nach unserer Hochzeitsfeier in Ban Khog What besucht ( etwa 50 Km Autofahrt ). Mir fiel zwar auf, dass es plötzlich steil den Berg hinaufging , aber dass es sich dabei um einen alten Vulkankegel handelt, hat mir keiner gesagt. Das erklärt jetzt auch die Verwendung von Lavagestein beim Bau von Phanom Rung.

  10. #49
    mehling
    Avatar von mehling

    Re: Eine Fahrt durch den Issaan

    MGJ

    Schön, daß du nochmal da bist.
    Dein Reisebericht gefällt mir sehr gut, auch dein Schreibstil...dein Bericht erinnert mich sehr an eigene Erlebnisse beim reisen mit Thais in Thailand...

    Mehling

  11. #50
    Avatar von Mang-gon-Jai

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    Re: Eine Fahrt durch den Issaan

    Eine Fahrt durch den Issaan (7)

    Unterhalb des Khao-Phnom-Rung gibt es eine weitere Anlage - Muang tham. Muang tham ist etwas jünger als die Tempelanlage auf dem Berg. Sie hat wohl einst als Verwaltungssitz gedient. Hier gibt es etliche (künstliche) Seen.
    Einer dieser Seen ist gewaltig. Rechteckig, mit einer Kantenlänge von 1.200 Metern. Wenn man bedenkt, dass es damals keine Bagger und Kräne gab, ist das schon beeindruckend. Einen solchen See mit Hacke und Spaten auszubuddeln, ist schon was. Die haben sicher tagelang gearbeitet.
    In der alten Ruinenstadt gibt es ebenfalls vier Wasserbecken. Diele sind L-förmig angelegt.
    Erst vor kurzer Zeit hat man festgestellt, dass diese Becken unterirdische Verbindungen mit den umliegenden Seen haben. Man konnte also in der Anlage in den kleinen Becken den Wasserstand der außenliegenden Seen ablesen.
    Wozu das alles?
    Schon vor langer Zeit waren die Khmer in der Lage, ihre Reisfelder künstlich zu bewässern. Dazu also die Seen. Über ein kompliziertes System von Kanälen und Rohrleitungen gelangte das Wasser auf die Felder. Aus diese Weise war es möglich, drei Ernten pro Jahr einzubringen. Dieses Verfahren verschaffte den Einwohnern Wohlstand, leider jedoch auch Neid.
    Noch eine Nacht blieben wir in dem Resort. Es war stürmisch und regnete. Der Wind heulte und rütteltet an Fenstern und Türen. Dann klopfte es an unserer Tür.
    Draußen standen Noi und Tap.
    „Gua, pii jöö. Norn kondiao mai dai – Wir haben Angst, es gibt viele Geister. Wir können allein nicht schlafen.“
    So lagen wir also wieder zu viert in einem Bett. Kaum dass sie sich in Sicherheit fühlten, waren sie nicht mehr ängstlich und auch nicht müde und es wurde erneut bis zum Morgen geschwatzt.
    Also starten wir am anderen Tag recht spät. Unser neues Ziel war Khao-Jai

    Heute fuhren wir die breiten Strassen entlang. Da gibt es nicht viel zu berichten. Am späten Nachmittag näherten wir uns unserem Dschungel.
    Wir mir bekannt war, sollte es innerhalb des Nationalparks keine Übernachtungsmöglichkeit geben. Man müsse außerhalb des Parks wohnen. Von dort aus kann man dann Touren in den Nationalpark unternehmen.
    Wie nicht anders zu erwarten, waren die Unterkünfte außerhalb des Khao Jai verhältnismäßig teuer. Außerdem wollte ich auch nachts im Urwald sein, möglichst allein und ohne Betreuer.
    Kurz gesagt, wir fuhren am späten Nachmittag in den Park hinein. Sehr schnell erfuhren wir dann, dass man durchaus im Khao Jai übernachten / wohnen kann. Am einfachsten in Zelten. Wir entschlossen uns also zu zelten.


    In zwei solcher Zelte wohnten wir.

    Hier hatte ich allerdings meinen Reisegefährtinnen gegenüber noch gewaltig Überzeugungsarbeit zu leisten.
    Es gibt richtige Campingplätze dort. Zelte werden vermietet – richtig prima.
    Wir mieteten zwei Zelte, die ich allein aufbauen musste. Ein Zelt für Jindi und mich, eins für Noi und Tap.

    Falls ihr das nachmachen wollt, solltet ihr es euch wirklich genau überlegen. In einem Zelt, welches tagelang in tropischer Hitze steht, herrschen Temperaturen, die an einen Hochofen erinnern. Trotzdem müssen die Türen (Reißverschlüsse) stets dicht geschlossen bleiben. Die Gefahr, dass sich Viehzeug wie Skorpione, Thakarp oder Schlangen in euer Zelt schleicht, ist recht hoch und eine Kobra ist nicht der richtige Bettgenosse.
    Falls ihr im Khao Jai übernachten wollt, würde ich euch wirklich das Wohnen in Häusern empfehlen.
    Sicher kennt ihr die Aussagen, dass man im Khao Jai nicht wohnen kann. Das ist jedoch nicht ganz richtig. Die Aussage müsste Lauten: Es gibt keine Hotels im Khao Jai (mehr).
    Viele Wildhüter sind in dem riesigen Park beschäftigt. Sie wohnen mit ihren Familien in kleinen Holzhäusern im Wald. Sie sind sehr daran interessiert, ihre Häuschen zu vermieten. Für diese Zeit ziehen sie dann zu einer befreundeten Familie.
    Im Khao Jai gibt es Dörfer. Eines habe ich selbst gesehen. Auch die Bewohner dieser Dörfer sollen ihre Behausungen liebend gern an Touristen vermieten.


    Um uns herum war dichter Dschungel.

    Nun, wir wohnten jedenfalls in Zelten.
    Ganztägig waren Affen um uns herum. Vorsicht, die Viecher klauen! Sie klauen blitzartig alles, was ihr aus der Hand legt. Beim Zeltaufbau haben sie mir doch tatsächlich einen Hammer geklaut. `Thua khamoi` hat sie Jindi daraufhin getauft.
    Abends, wenn die Sonne untergegangen ist, sind die Affen verschwunden. Man hört Nachtvögel und Geräusche anderer Tiere im dichten Wald. Tap hörte sogar einige Geister heraus.
    Nachts, stockdunkel, ist es schön im Wald. Trotzdem hatte ich etwas Zweifel, ob wir nicht ein großes Wagnis eingingen. Etwa 50 Tiger und ca. 100 Elefanten soll es in den Wäldern geben. Auch andere große Wildtiere, wie Bären und Wildbüffel gibt dort in großer Zahl.
    Doch sie ließen uns in Ruhe. Lediglich ein Rudel recht großer Hirsche besuchte uns in der Nacht. Trotzdem war mir etwas wohler, als der Morgen graute. Meine Mäuse schliefen noch, als ich den ersten Spaziergang im Dschungel unternahm.
    Erst ging ich die befestigten Wege entlang, doch der Wald reizte mich und so traute ich mich auf die schmalen Trampelpfade und drang in den Wald ein.


    Früh morgens im Wald
    Es ist phantastisch. Dichter Nebel lag im Wald. Überall die fremden Stimmen um mich herum. Schaurige Stimmen. Ich kann verstehen, dass die Einheimischen an Geister glauben.
    Dann traf ich auf einen kleinen Fluss, der sich träge durch den Wald schlängelte.


    Ein kleiner Fluss im Wald.

    Überall Affen, die mich genau beobachteten und mich den anderen Tieren lautstark ankündigten. Eine Kobra lag am Rand des Trampelpfads und machte keinerlei Anstalten, zu verschwinden. Ich musste erst ein Stück morsches Holz nach ihr schmeißen.
    Vor mir ein Baum, der über und über mit Lianen behangen war. Eine Liane bewegte sich, eine Ngu Lüam, ein Python.
    Langsam folgte ich den träge fließenden Fluss. Große Fische waren in dem grünen Wasser. Hin und wieder konnte ich sie sehen.
    Dann hörte ich Wasser rauschen. Ich näherte mich einem Wasserfall.
    Schließlich sah ich, wo das Wasser in die Tiefe stürzte. Von hier oben aus war es nicht gut zu erkennen. Ich wollte nach unten.
    An Wurzeln und Lianen hielt ich mich fest, stolperte und strauchelte mehrfach und kam trotzdem heile unten an.
    Über mir hatte sich das Blätterdach nahezu vollständig geschlossen. Es war dunkel hier unten und kalt.



    Unter dem dichten Blätterdach, fast im Dunklen, konnte ich den Wasserfall betrachten.

    Das abstürzende Wasser des kleinen Flusses erzeugte einen kalten Nebel, der zu mir herüberdrang. Ich fror.
    Über glitschige Steinplatten kletterte ich ganz langsam zum Ufer des Flusses. Direkt vor mir stürzte das Wasser aus der Höhe herab.
    Lange saß ich dort und beobachte den Wasserfall. Irgendwie hatte ich etwas ganz Neues entdeckt und trotzdem war es vertraut.
    Ein Nichts, nur ein Wasserfall und trotzdem irgendwie ergreifend.


    [align=right:3203f5e6f1]Bald geht´s weiter[/align:3203f5e6f1]

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