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Ein Nashorn und fünf alte Knollen ...

Erstellt von moselbert, 15.03.2005, 20:34 Uhr · 112 Antworten · 12.842 Aufrufe

  1. #1
    Avatar von moselbert

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    Ein Nashorn und fünf alte Knollen ...

    ... oder 1 Monat Bangkok

    4½ Wochen war ich Anfang des Jahres von (fast) allen Kommunikationsmitteln abgeschnitten: kein (eigenes) Telefon, (fast) kein Internetzugang. Es war ein Härtetest.

    Immerhin hatte ich immer genug zu essen und ein Bett zum schlafen.

    Nein, kein Gefängnis. ;-D

    Der Grund war unsere diesjährige Reise nach Bangkok, wo wir nicht im Hotel, sondern natürlich bei unseren Kindern in einfacher Umgebung übernachteten.

    Von dieser Reise soll der folgende Bericht handeln.
    Mag sein, dass der eine oder andere meinen Bericht als langweilig empfindet. Aber so war er nun mal, unser Urlaub.

    Da ich diesen Reisebericht auch im Internet und in einem anderen Forum veröffentliche, das sich nicht mit Thailand befasst, sind vielleicht manche Dinge beschrieben, die Ihr schon zu Genüge kennt.
    Ich bitte deshalb um Vergebung.

    Viel Spaß beim Lesen des umfangreichen Reiseberichts.

    Einführung

    Die unten stehende Karte (Kartenquelle: Thailand CD von Thinknet) zeigt unsere Reiseziele in diesem Urlaub. Allzu weit haben wir uns nicht von unserer Unterkunft in Bangkok – Nongkaem entfernt, aber ich hoffe, dass dennoch einiges Interessante dabei ist. Vor allem Familienereignisse, Zeremonien, Tempel, Märkte und das Essen sind das Thema.


    Unsere thailändische Familie ist sehr groß. Deswegen stelle ich sie zur besseren Orientierung vor:

    Meine Frau ist die Chefin. (Eigentlich wäre ich das Familienoberhaupt, aber ich gebe diese verantwortungsvolle Position gerne an sie weiter und beobachte sozusagen aus dem Hintergrund das ganze Geschehen. Ich bin ja auch nur der Stiefvater. Allerdings werde ich behandelt, als wäre ich der richtige Vater, was mich sehr freut.)

    Sie hat drei Söhne. Dem Alter nach sortiert: Tonn (30), Lek (28 ) und Taeng (23).
    Jeder lebt mit einer Partnerin zusammen: Eé (24), Nui (26) und Bui (24).
    Insgesamt gibt es fünf Enkel:
    Aus einer früheren Verbindung von Tonn stammt Muu (12)
    Lek und Nui haben Mongkorn (6), Wirapat (9Monate)
    Taeng und Bui haben Gong (6) und Film (4)


  2.  
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  3. #2
    Avatar von moselbert

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    Re: Ein Nashorn und fünf alte Knollen ...

    Fr 21.01.2005

    Die Anreise gestaltete sich wie jedes Jahr.
    Mit dem Taxi ging es zum Flughafen Hahn. Dieser ehemalige amerikanische Militärflugplatz hat sich nach Abzug der Soldaten, vor allem durch Ryanair, zu einem Regionalflughafen mit starkem Anteil von Billigfliegern entwickelt.


    Für den Thailandreisenden von der Mosel hat er insofern Bedeutung, weil man von hier mit unschlagbaren 12 Euro pro Person mit dem Bus nach Frankfurt zum Flughafen fahren kann.


    Und dort ist dann der Startpunkt für den Flug TG922 nach Chiang Mai über Bangkok, unserem Reiseziel.


    Zuvor heißt es aber Check-In am Schalter der Thai Airways.


    Im Wartebereich hatte meine Frau die Möglichkeit, sich mit Landsfrauen zu unterhalten. Eine gut gekleidete Dame aus Gießen sowie drei junge Mütter aus Freiburg sind unter ihren Gesprächspartnern. Eines der Kinder nimmt sie gleich auf den Arm.

    Dann geht es ins Flugzeug. 8 ½ Stunden sollte der Flug dauern.


    Zur Unterhaltung der Fluggäste wird zwischen Dezember 2004 und Februar 2005 auf jedem Flug der Thai Airways nach Thailand eine Verlosung durchgeführt. Hauptgewinne: zwei Freiflugtickets, eines für die Economy Class und eines für First/Business Class. Wir saßen auf den Plätzen 35I und 35K.
    Dann dir Durchsage des Ergebnisses: Gewonnen hat Mr. Norbert in Reihe 35 (wir werden schon ganz hibbelig), Sitz 35G. Noch ein Norbert in der gleichen Reihe. Kann man nichts machen. Knapp daneben ist auch vorbei.

    So ein Flug ist eine komplizierte Sache für meine Frau. In ihrer Umhängetasche führt sie Buddhafigürchen mit sich. Diese dürfen aber nicht auf dem Boden stehen. Denn da wären sie auf gleicher Höhe mit den Füßen der Menschen. In die obere Ablage kann sie die Tasche auch nicht legen, weil ihre Riechfläschchen und das Portemonnaie drin sind. Also muss die Tasche über die Rückenlehne des Vordersitzes gehängt werden, oder auf dem Schoß liegen, oder anstelle der Armlehne zwischen uns auf der Sitzfläche stehen. Beim Servieren des Essens oder wenn mal einer auf die Toilette muss, ist auch immer darauf zu achten, dass die Tasche nicht auch mal aus Versehen auf den Boden gerät.


    Fortsetzung folgt...

  4. #3
    Avatar von moselbert

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    Re: Ein Nashorn und fünf alte Knollen ...

    Sa 22.01.2005

    Normalerweise sitzen wir in der Mitte, weil meine Frau die Schwankungen des Flugzeuges in Kurven nicht so gut verträgt. Wir bekamen dieses Mal aber Plätze am Fenster. Das wiederum hatte den Vorteil, dass ich das Fliegen besser vertrug, weil ich bei den von mir ungeliebten Luftturbulenzen rausschauen konnte. Wenn ich was von der Umgebung sehe, macht mir das Gewackel nichts aus.
    Es hatte auch den Vorteil, dass ich Fotos machen konnte. Nach vielen Stunden Flug über Österreich, Ungarn, Rumänien, das Schwarze Meer, Georgien, Aserbaidschan, das Kaspische Meer, Turkmenistan, Afghanistan, Pakistan, Indien, den Golf von Bengalen, kommt die Küste Myanmars mit den vorgelagerten Inseln ins Blickfeld. Beruflich (meteorologisch) interessant waren die Wolken. Wir flogen in 33000 Fuß Höhe, die Sonne schien, und trotzdem befanden sich über uns noch dunkle Wolkenschichten (Cirrus).
    Hier eine der größten Inseln des Landes, Man’aung Kyûn im Bundesstaat Arakan südlich von Bangladesh. Wenn Myanmar (früher Burma) eine andere, demokratisch gewählte, Regierung hätte, könnte es sich zu einem Touristenmagneten entwickeln. Tausende Kilometer Küste, tausende Inseln, viel Natur.


    Hier die Mündung des Thanlwin Myit oder Salween bei Moulmein. Kurze Zeit später erreicht man den Luftraum Thailands.


    Viel war von oben allerdings jetzt nicht mehr zu sehen. Die Luft war sehr dunstig und viele Cumulus- oder Haufenwolken verhinderten den Blick auf den Boden. In den Wolken konnte man aber mit viel Phantasie allerlei Getier erkennen. Beispielsweise einen Elefanten hinten in der Mitte.


    Allmählich sank das Flugzeug und wir konnten mehr Einzelheiten wahrnehmen. Hier zum Beispiel eine typische Reihenhaussiedlung in Thanyaburi (Pathum Thani) nordöstlich vom Flughafen.


    Ein Sportstadion an der Grenze Lam Lukka (Pathum Thani) – Don Muang (Bangkok). Unten ein Golfplatz.


    Schließlich landete das Flugzeug problemlos gegen 13 Uhr Ortszeit. Zwischen den beiden Landebahnen des Flughafens befindet sich übrigens auch ein Golfplatz. Ich würde wahrscheinlich eher die landenden Flieger treffen als die Löcher.
    Die Autos der Spieler müssen die Rollbahn überqueren. Wenn ein Flugzeug kreuzt, wird die Ampel auf rot geschaltet und die Schranke geschlossen.


    Bereits im Flugzeug hat man seine Daten in eine „Arrival and Departure Card“ eingetragen. Die Beamtin an der Passkontrolle kontrollierte die Eintragungen, überprüfte das Visum und nahm die „Arrival Card“. Die „Departure Card“ wird in den Pass des Touristen geheftet und bleibt bis zum Verlassen des Landes im Pass. Bei Thais ist es genau umgekehrt. Sie haben die „Arrival Card“ so lange im Pass, wie sie sich im Ausland aufhalten. So ist eine lückenlose Kontrolle der Personenbewegungen an den Grenzen gewährleistet.
    Übrigens Visum. Deutsche dürfen ohne Visum einreisen, wenn sie sich bis zu 30 Tagen im Lande aufhalten. Die genehmigte Aufenthaltsdauer wird in den Pass eingestempelt.
    Dieses Jahr waren wir 31 Tage in Thailand. Man hat nun die Möglichkeit ohne Visum einzureisen und bei der Ausreise eine Strafgebühr zu bezahlen, die pro Tag „Overstay“ mit einem gewissen Betrag berechnet wird. Oder man wendet sich in Deutschland an das zuständige thailändische Konsulat und lässt sich ein Visum für 30€ ausstellen, mit dem man 90 Tage im Land bleiben darf. Ich hatte mich für die letzte Methode entschieden. Der eine Tag „Overstay“ wäre zwar billiger gekommen, aber ich bin ein Beamter und zudem ein etwas vorsichtiger Mensch im Umgang mit Behörden. Wer weiß, ob man nicht auch noch auf eine schwarze Liste gesetzt wird und irgendwann einmal mit Nachteilen zu rechnen hat. Wahrscheinlich nicht, aber mit dem Visum war ich auf der sicheren Seite.

    Früher musste man auch noch eine Zollerklärung ausfüllen. Das war dieses Jahr nicht mehr nötig.

    Nach diesen Formalitäten warteten die Reisenden auf die Koffer.


    Meine Frau hatte ein mulmiges Gefühl. Sie hatte Salami aus Deutschland mitgenommen. Im Flugzeug wurde durchgesagt, dass, wer Fleisch und Wurstwaren nach Thailand einführt, mit Gefängnis oder einer hohen Geldstrafe zu rechnen hat. Sie erkundigte sich bei einem herumlaufenden Beamten näher. Der meinte aber, bei Wurst, die man selber konsumieren will, gebe es keine Probleme. Nur verkaufen dürfe man sie nicht. Meine Frau war beruhigt. Vor zwei Jahren noch hatte sie aus dem gleichen Anlass eine große Salami auf der Toilette vor dem Zoll aus dem Koffer herausgeholt und dann in der WC Zelle „vergessen“. Die Putzfrau wird sich sicher gefreut haben.

    Nach Passieren des Zolls, der die meisten und auch uns ohne Kontrolle durchgelassen hatte, gingen wir in den Bereich wo die Abholer warteten.


    Diese Aufnahmen gehören bald zu den historischen Bildern Thailands. Wahrscheinlich war dies unser letzter Besuch auf dem Internationalen Flughafen Don Muang im Norden der Stadt. Wenn alles planmäßig verläuft, soll im Herbst 2005 der neue Internationale Flughafen Suvannaphum im Osten der Stadt fertig gestellt sein. Der Regierungschef macht jedenfalls gehörig Druck und schläft auch schon mal auf der Baustelle, wie man in den Nachrichten hört. Er hat die pünktliche Fertigstellung zur Chefsache erklärt. (*)

    Auch unsere Abholer warteten schon. Lek und Taeng waren mit ihren Familien gekommen. Alle quetschten sich in Leks Auto, einen Toyota Soluna (man glaubt gar nicht wie viele Thais in einen normalen PKW passen) und fuhren nach Nongkaem.


    Zu Hause angekommen, wurden wir von den inzwischen 7, zeitweise 8 Hunden herzlich begrüßt. Die beiden Gänse waren zunächst reserviert und fauchten, aber wenig später waren wir auch akzeptiert. Wir machten uns frisch.



    (*) Neueste Informationen: Der neue Flughafen wird zwar wohl Ende 2005 fertig. Allerdings sagt die ICAO, die Piloten müssen die Anflüge auf den neuen noch etwas länger trainieren. Deswegen fliegen wir wohl nächstes Jahr auch noch den alten an. Der neue wird dann vielleicht im April 2006 eröffnet.

  5. #4
    Avatar von moselbert

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    Re: Ein Nashorn und fünf alte Knollen ...

    Lek wollte uns unbedingt sein neues Haus zeigen, das er im letzten Herbst gekauft hatte. So fuhren wir am Nachmittag zur Siedlung Pueksa 16. Sie liegt in der Provinz Nonthaburi im Kreis Bangyai.

    Die Siedlung ist eine der typischen Reihenhaussiedlungen, wie sie in großer Zahl in und um Bangkok zu finden sind. Ein Haus gleicht dem anderen. Sie unterscheiden sich nur in den Anbauten, die von den Besitzern nachträglich hinzugefügt wurden.


    Lek hat ein Reihenendhaus gekauft. Dieses ist etwas teurer, aber es hat eine größere Grundstücksfläche. Deswegen kann man einen kleinen Garten anlegen. Das Haus kostet ca. 900.000 Baht in bar. Lek hat es über eine Bank finanziert. Jetzt bezahlt er im Monat 4500 Baht und nach 17 Jahren ist alles berappt und es gehört ihm. Umgerechnet also entweder 17 Jahre monatlich 90€ oder einmalig 18000€. Undenkbar in Mitteleuropa.


    Das Haus besitzt im Erdgeschoss ein großes Zimmer und ein Bad. Das Bad mutet durchaus europäisch an, zumindest was die Toilette und die Wasserspülung angeht. Die Dusche hängt typisch Thai frei im Raum, das Wasser fließt durch einen Gully im Fußboden ab.


    Auch das Wohnzimmer wird von einer modernen Thai Familie, wenn sie das nötige Kleingeld hat, westlich eingerichtet. Sofa und Fernseher gehören zur Ausstattung.


    Ebenso ein Kühlschrank, der bei vielen Thai Familien nicht in der Küche sondern eben im Wohnzimmer zu finden ist.
    Eine Treppe führt in den ersten Stock.


    Dort gibt es ein weiteres Bad und drei kleine Zimmer, jedes etwa 3x4 Meter groß. Eines davon dient als Zimmer für die Buddhastatue, eines wird als Schlafzimmer genutzt, das Dritte als Abstellraum und Wäschezimmer. Allerdings wird das Haus von der Familie nicht immer genutzt. Da Mongkorn noch auf eine Schule in der Nähe am Wat Makok geht, wohnen sie unter der Woche noch in ihrem alten Zimmer im Haus der Eltern von Nui.

    Und was ist das? Das soll einmal die Küche werden. Thailändische Reihenhäuser in dieser Preisklasse haben keine Küche. Die muss man sich selber bauen. Da ist es von Vorteil, wenn man einen Baumeister in der Familie hat. Der Vater von Nui ist so einer. Hinten sieht man die Anbauten hinter den Häusern, die die Nachbarn bereits errichtet haben. Baumaterialien hat Lek schon gekauft.


    Nach der Besichtigung des Hauses fuhren wir zum Einkaufsmarkt Carrefour in der Petkasem Straße. Carrefour ist eine französische Kette, die in Thailand einige Märkte betreibt. Die Märkte sind mit Globus oder Real in Deutschland vergleichbar.
    Zunächst ging es in das Food Center. So ein Center gibt es in jedem Einkaufszentrum. Dort kann man an zahlreichen Essensständen gegen vorher gekaufte Coupons seine Mahlzeiten erstehen. Mein erstes Essen in Thailand war Schwein mit Reis für 25 Baht (0.50€) und eine klare Suppe gab es gratis dazu.


    Mit dabei waren auch 4 Enkel: Film, Mongkorn, Muu und Gong.


    Anschließend wurden die ersten Einkäufe getätigt. Wichtig waren vor allem eine warme Wolldecke und ein Moskitonetz. Nachts kann es im Januar, wenn man bei offenen Fenstern schläft, doch recht frisch werden. Letztes Jahr, mit einer dünnen Nachtdecke wurde es mir manchmal zu kalt. Dieses Jahr hatte ich auch etwas dickere Schlafanzüge eingesteckt.
    Und unser Moskitonetz vom vergangenen Jahr war in der Zwischenzeit zum Fischgehege umgewidmet wurden.

    Wieder zu Hause ließ ich es mir nicht nehmen, das Moskitonetz selber in unserem Zimmer aufzuhängen. Anschließend stand der ersten Nacht in Thailand nichts mehr im Wege.



    ... wird fortgesetzt

  6. #5
    Avatar von DisainaM

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    Re: Ein Nashorn und fünf alte Knollen ...



    lass Dir nicht zuviel Zeit


  7. #6
    Avatar von moselbert

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    Re: Ein Nashorn und fünf alte Knollen ...

    Unser Haus

    Es ist an dieser Stelle vielleicht mal an der Zeit, unser Haus vorzustellen.

    Es liegt in der Soi 110 Petkasem (110.Seitengasse der Petkasemstraße) in Bangkok - Nongkaem. Man fährt oder geht von der Hauptstraße ein paar hundert Meter bis zum Klong Charoen Suk.


    An der Klongbrücke geht ein Fußweg ab, dem man noch ein bißchen folgen muß.


    Hier stehen einige Häuser. Die Nachbarn sind alle ganz nett.


    Das letzte Haus vor einem größeren Sumpfgrundstück ist das unsere. Hier im Vorderhaus lebt unser Ältester Tonn mit seiner Familie. Und wir auch, wenn wir in Thailand sind.


    Und hier im Hinterhaus lebt unser jüngster Sohn Teang mit Frau und zwei Kindern.
    Wir planen, wenn das Geld vorhanden ist, das Hinterhaus abzureißen und durch einen Neubau zu ersetzen. Bevor es die Termiten abreißen...


    Wie man sieht, sind die Häuser einfacher und weniger komfortabel als das von Lek in der neuen Siedlung. Die Fenster haben noch nicht einmal Glas sondern sind nur einfache Holzklappen. Dafür fahren hier häufig öffentliche Verkehrsmittel. Lek wohnt in einer etwas abgelegenen Siedlung. Daher war das Haus dort auch nicht so teuer.

    Wieder zurück zu unserem Vorderhaus. Die Türen im Haus sind alle unterschiedlich hoch. Manche sind so niedrig, dass sich größere Menschen (über 1.70m) den Kopf anstoßen. Mit Schaumstoff kann man sich helfen.


    Ein Blick in einen sehr wichtigen Raum, europäische Toilette mit thailändischer Spülung. Zum Glück sind WC und Dusche in unterschiedlichen Räumen.


    Im Bad nebenan ist alles vorhanden: Waschbecken, Dusche und thailändisches Wasserfass mit Schöpfschale. Die Thais sind Menschen, die auf Sauberkeit großen Wert legen und gerne duschen.


    Eine Bemerkung zur grünen Tube in der Mitte.

    Es handelt sich um die beliebte Zahncreme der Marke ´Darlie´. Sie zeigt einen schwarzen Mann mit Zylinder und weißen Zähnen. Als ich 1988 das erste Mal in Thailand war, hieß die Zahncreme noch ´Darkie´. wegen des schwarzen Manns wahrscheinlich. Irgendwann muß wohl jemandem gedämmert haben, daß der Name ´Darkie´ (von ´dark´ = dunkel) für eine Zahncreme nicht gerade verkaufsfördernd ist. Und so wurde sie umbenannt.

    Und über allem wacht die Königsfamilie. König Rama IX Bhumipol und Frau Sirikit in der Mitte, rechts die bereits verstorbene Königsmutter, links Rama V Chulalongkorn, ein sehr beliebter Herrscher aus dem vergangenen Jahrhundert.


    Und hier schlafen meine Frau und ich. Im 1.Stock, ohne Klimaanlage, ohne Ventilator, bei offenem Fenster. Nachts ist es im Januar / Februar meist so kühl, dass man die elektrischen Helfer nicht braucht.



  8. #7
    Avatar von moselbert

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    Re: Ein Nashorn und fünf alte Knollen ...

    So 23.01.2005

    Lek hatte sich bei einer Sportveranstaltung am Bein verletzt, eine Zerrung oder etwas Ähnliches. Er ließ sich ab und zu massieren. Heute war es wieder soweit, dass eine Massage fällig wurde. Meine Frau und ich fuhren mit.
    Der Massagesalon lag in der Straße Buddhamonthon Sai 2, an ihrem nördlichen Ende nahe der Schnellstraße Pinklao – Nakhon Chaisi neben einer Tankstelle.


    Hier wurde die klassische medizinische Thaimassage angewendet. Entsprechend nüchtern war auch die Innenausstattung des Ladens.


    Lek wurde von einem besonders ausgebildeten Arzt massiert, während meine Frau und ich mit zwei normalen Masseusen vorlieb nehmen mussten. Ich fühlte mich zeitweise wie in einer mittelalterlichen Folterkammer. Alle Muskeln der Arme, der Beine, des Rückens und des Nackens wurden mit Fingern, Knien, Ellenbogen und was der menschliche Körper noch so an Folterwerkzeugen aufzuweisen hat, durchgewalkt. Knapp zwei Stunden dauerte die Tortur. Nach einer kurzen Zeit der Erschöpfung kam aber überraschenderweise doch ein positives Gefühl auf. Sogar meine linke Schulter, die in Deutschland in den letzten Wochen bei bestimmten Bewegungen, beispielsweise beim Umdrehen nach links, schmerzte, war wieder beweglich.
    Meine Frau bekam vom Arzt noch eine kurze Sondermassage am Kopf. Vielleicht hilft es ja gegen die Migräne, die sie manchmal befällt.


    Die Preise: 2 Stunden für 3 Personen 700 Baht (14€), meine Frau und ich jeweils 200 Baht, Lek war mit 300 Baht etwas teurer. Natürlich gab es für die Massierenden auch noch Trinkgeld.

    So eine Massage macht hungrig. Wir fuhren zum Restaurant Djüang, das am Talingchaner Autobahnkreuz liegt.


    Man kann in einem klimatisierten Raum sitzen oder aber in einem größeren Saal mit Ventilatoren.


    Hier gibt es preiswerte und leckere Sala Pau, das sind mit Fleisch oder Gemüse gefüllte kleine Dampfnudeln sowie andere im Dampf gegarte Speisen. Drei kleine Stücke kosten 20 Baht (0,40€), da kann man schon einige probieren. Natürlich ist der Thai dann noch nicht richtig satt, deswegen gab es noch noch eine Portion Reis mit Entenfleisch.


    Die nächste Station war das Krankenhaus Siriraj. Es liegt auf dem westlichen Ufer des Chaophraya Flusses gegenüber der Altstadt von Bangkok. Es ist bei meiner Frau sehr angesehen, zum einen ist es staatlich und somit preiswert, zum anderen hat sich auch schon der König mit Herzproblemen dort behandeln lassen.


    Wir wollten die Oma von Nui besuchen, die seit einiger Zeit dort liegt und kurz vor der Entlassung stand. Sie war wegen Lungenproblemen eingeliefert worden und hatte eine Zeit lang in der ICU (Intensivstation) gelegen. Sie war noch nie die dickste, jetzt hatte sie aber noch einige Kilo mehr abgenommen.


    Die Station im 10.Stock auf der sie lag, war eine für Menschen, die wenig Geld haben und demnächst entlassen werden. Vom Lift aus ging man um eine Ecke in den großen Saal, in dem sowohl in der Nähe des Lifts die Schwestern ihre Schreibtische und Schränke hatten, in dem aber auch 24 Krankenbetten standen. An den Längsseiten gab es lange Fensterflächen. Hier gab es keine Privatsphäre, die Betten konnten nur mittels Vorhängen von der Umgebung abgetrennt werden. Manche der überwiegend älteren Patienten lagen mit Schläuchen in der Nase in ihren Betten und röchelten oder hatten Drainagen von Operationswunden am Körper.

    Immer hatten die Schwestern zu tun, Betten machen, Aquarien reinigen, oder Verbände wechseln. Bei allem konnten die Kranken und ihre Besucher zuschauen oder zuhören. Die Vorhänge boten nur einen Sichtschutz.


    Die Mutter von Nui war fast die ganze Zeit der Krankheit bei der über 70jährigen. Das Krankenhaus bietet den Kranken ein einfaches Essen an, die Angehörigen müssen sich selber verpflegen. Das Krankenhausessen ist normal mit Reis, Fleisch und Gemüse. Da die Oma aber Vegetarierin ist, aß die Mutter das Essen des Siriraj und brachte für Oma die vegetarische Kost mit.

    In einem anderen Gebäude des Siriraj lag der von meiner Frau hoch geachtete Mönch eines Klosters bei Dan Khun Tot (Nakhon Ratchasima). Er war im Herbst mit einer Gehirnblutung ins Krankenhaus eingeliefert worden und hatte lange auf der ICU gelegen. Jetzt war er wieder so weit genesen, dass er kurze Audienzen geben konnte. Heute war so eine. Meine Frau, Lek, Nuis Mutter und ich begaben uns zu dem Flur vor seinem Krankenzimmer. meine Frau ließ sich von einer anderen Besucherin einen Jasminkranz mitbringen.

    Nach einiger Zeit kam der Abt aus seinem Zimmer und setzte sich an das Ende des Flurs auf einen Stuhl. Die Anwesenden beteten und arbeiteten sich auf den Knien nacheinander zu ihm vor. Als wir bei ihm ankamen, legten wir den Jasminkranz sowie eine Geldspende auf ein Kissen vor dem Abt. Ein Helfer des Tempels fragte mich nach meiner Herkunft und erklärte dem Abt dann, dass sogar aus dem fernen Deutschland jemand zu seiner Ehre hierher gekommen war.


    Die Teilnehmer an der Audienz bekamen ein Foto des Abtes überreicht.


    Wir waren bereits zwei Mal in dessen Tempel gewesen. Dem Abt wird nachgesagt, dass er mit Schlägen eines Reisigbesens auf den Kopf von Menschen diese vor Unfällen schützen kann. Und in der Tat: uns ist seitdem nichts passiert.

    Anschließend fuhren wir zum Einkaufszentrum Central Pinklao. Eines der typischen Shoppingtempel in der thailändischen Hauptstadt über mehrere Etagen mit vielen kleinen Läden und einem großen Kaufhaus, eben dem Central.


    In diesen Zentren kann man wirklich alles erledigen und auch seine Freizeit verbringen. Spielautomaten stehen auf jeder Etage. Es gibt sogar eine ganze Etage nur mit Automaten, Kinderkarussells und Kinos.


    Dann ging es wieder nach Hause. Wir machten uns frisch. Anschließend besuchten wir (meine Frau, Bui, Film, Gong, Muu und ich) das Tempelfest im nahe gelegenen Wat Udom Rangsi.

  9. #8
    Avatar von moselbert

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    Re: Ein Nashorn und fünf alte Knollen ...

    Tempelfest

    Jeder Tempel richtet von Zeit zu Zeit ein Fest aus. Man kann es mit einer deutschen Kirmes (=Kirchmesse) oder Kirchweih vergleichen. Das Tempelfest des Wat Udom ging heute zu Ende.
    Von „unserer“ Soi Petkasem 110 ist der Tempel über eine Fußgängerbrücke zu erreichen. Fußgängerbrücken sind in Bangkok für Fußgänger manchmal die einzige Möglichkeit, gefahrlos eine Ausfallstraße zu überqueren. Die Höchstgeschwindigkeit auf diesen Straßen beträgt für PKW immerhin 80 km/h, allerdings werden auch öfter höhere Geschwindigkeiten gefahren, besonders auch von Motorrädern.


    Wir kamen dank der Brücke gut über die Straße und warfen von oben bereits den ersten Blick auf das Tempelfest.


    Auf dem Fest hatte auch die Mutter von Eé einen Nudelsuppenstand. Dort bekam man ein Süppchen für 10 Baht (0,20€).


    So ein Süppchen ist die richtige Stärkung für einen Kirmesbesuch.


    Auf einem Tempelfest wird, wie in Deutschland auch, gekauft, gegessen und gespielt. Hier einige Beispiele:

    Teller und Schüsseln.


    Musikinstrumente.


    Klamotten.


    Gegrilltes Huhn.


    Gebratene Muscheln mit Ei.


    Spieße mit Wurst und Fleischbällchen.


    Diverse Curries und Gemüsegerichte.


    Süßspeisen.


    Frischer Saft der Kokosnuss.


    Motorradrennen für Kinder. (Ich halte dieses Vergnügen für nicht ganz ungefährlich.)


    Riesenrad.


    Hier ein Gebäude des Tempels: das Krematorium. Heute wurde allerdings kein Toter verbrannt.


    Wir besuchten auch den Vater von Eé, der im Tempel als Mönch lebt. Er schenkte uns eine wenige Zentimeter große Buddhafigur. Manche diese Figürchen sind sehr alt. Ihnen wird zum Teil bedeutende magische Kraft zugeschrieben. Meine Frau hat bereits einige davon in Deutschland. Auch ich habe schon einige bekommen. Sie stehen im Bücherregal über dem Bett, auf einem erhöhten Regal im Wohnzimmer oder sind in der Umhängetasche meiner Frau. Auch dieser wird sicher irgendwo seinen Platz finden.


    Es war zum Teil ganz schön voll.


    Noch ein Blick von der Fußgängerbrücke auf die nächtliche Petkasemstraße. Dann gingen wir wieder in unsere ruhige Seitenstraße zurück und machten uns auf den Weg nach Hause.




    wird fortgesetzt weil: Fortsetzung folgt ...

  10. #9
    Rene
    Avatar von Rene

    Re: Ein Nashorn und fünf alte Knollen ...

    Moselbert, das ist unfair, aber irre gut :bravo: :bravo:

  11. #10
    Avatar von moselbert

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    Re: Ein Nashorn und fünf alte Knollen ...

    Zitat Zitat von Rene",p="225353
    Moselbert, das ist unfair,...
    Was ist unfair? :???:

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