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Ein deutscher Kaufmann sieht Siam

Erstellt von PengoX, 03.11.2005, 22:32 Uhr · 8 Antworten · 1.610 Aufrufe

  1. #1
    Avatar von PengoX

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    Ein deutscher Kaufmann sieht Siam

    Letztes Wochenede haben wir den Speicher meiner Oma aufgeräumt und für Ebay geplündert. Dabei ist mir ein Exemplar der Zeitschrift 'Der Ans....' Heft 2/1935 ins Auge gestochen. Darin ist der 5. und leider letzte Teil eines Berichtes mit dem Titel 'Ein deutscher Kaufmann sieht Siam'. Leider haben wir keinen anderen Teil des Berichtes gefunden.

    Thema des 5. Teils ist 'Hinterindien, der Luftknotenpunkt des Ostens'.
    Ich werde die Seiten am Wochenende scannen und ins Netz stellen (ich denke es sollte keinen bedenken wegen des Copyright mehr geben - die Zeitschrift ist schliesslich 70 Jahre alt).

    Und für alle die des Altdeutschen nicht mächtig sind tippe ich das Ding mal ab. (Gibts eigentlich eine OCR Software für Altdeutsch?)

    Hinterindien ist für die Weltluftfahrt von ungeheurer Bedeutung. Ein kurzer Blick auf den Globus genügt, um die Richtigkeit dieser Behauptung zu beweisen. Hinterindien, die südöstlichste asiatische Halbinsel ist die unterbrochene Landverbindung zwischen Asien und Australien. Der Schiffahrtsweg nache dem Fernen Osten läuft um die Halbinsel herum. Und jede Luftverbindung nach Australien oder von Südasien nach dem Fernen Osten muß Hinterindien berühren. Diese geopolitische Lage ist in zweierlei Hinsicht bedeutungsvoll: Verkehrspolitisch und Strategisch.
    Das Netz der transkontinentalen asiatischen Luftlinien ist nicht sehr eng gespannt. Bisher befliegen drei GEsellschaften mit je einer Linie den Luftweg Europa-Asien. Es sind dies:

    1. Die holländische Koninklijke Luchtvaart Maatschappij, die einen wöchentlichen Dienst von Amsterdam nach Bandoeng (java) unterhält.
    2. Die französische Air France, die wöchentlich die Strecke Paris-Saigon befliegt, und
    3. Die englische Imperial Airways, die wöchentlich einmal London mit Singapore verbindet.
    In Anschluß an den holländischen Dienst besteht eine Reihe von Linien in Niderländisch-Indien.

    Die bereits bestehenden Linien gabeln sich alle in Bangkok. Die französische Gesellschaft fliegt östlich nach Saigon ab, während die Engländer unter Anfliegen von Penang und Kuala Lumpur Singapore erreichen und die Holländer nach Singapore direkt unter Zwischenlandung auf dem malayischen Flughafen Alor Star anfliegen und von dort ihre Reise nach Batavia und Bandoeng fortsetzen.
    Die verkehrspolitische Wichtigkeit Hinterindiens wird aber noch bedeutend erhöht durch zwei weitere Strecken, die jetzt im Laufe dieses Jahres eingerichtet werden. Es sind dies die von den Engländern und Holländern beflogene Verbindung Singapore-Australien und die von den Engländern in Verbindung mit den Siamesen befliegende Strecke Rangoon-Hongkong, die später weiter über Shanghai nach Japan ausgebaut werden soll. Damit wird das gesamte asiatische transkontinentale Flugnetz mit Ausnahme der in Vorbereitung befindlichen deutschen Europa-Linie, in Hinterindien zusammengeführt werden.

    Die vier Länder Hinterindiens verfügen über ausgezeichnete Landeplätze, an deren weiteren Ausbau ständig gearbeitet wird. hervorzuheben sind die besonders die neuen Flugplätze in Donmuang bei Bangkok, der kombinierte Land- und Wasserflugplatz von Singapore, der zu den grösten und modernsten Kombinationsanlagen gehört, und der im Bau befindliche Landflugplatz von Pitsanuloke in Mittelsiam, der als Knotenpunkt für die Linien Europa-Südasien und Indien-Ferner Osten ausgebaut wird und mit zwei zementierten Fahrbahnen für eine recht erhebliche Beanspruchung gedacht ist. Donmuang, Pitsanuloke und Singapore werden die großen Kreuzungspunkte werden.
    In der künftigen Entwicklung spielen besonders die West-Verbindungen, d.h. die Verbindungen Süd- und Südasiens mit dem Fernen Osten eine große Rolle, die in Singapore auf die Australien-Luftlinie treffen werden. Und hier setzt die strategische Bedeutung Hinterindiens im Weltluftwesen ein.

    Mit dem Ausbau der Verkehrsfliegerei ging Hand in Hand die Befestigung der wichtigsten Verkehrszentren.
    Wie aus den bisherigen Ausführungen hervorgeht, liegen die wichtigsten Kreuzungspunkte des Systems in Siam und Britisch Malaya. Beide Staaten haben dem militärischen Ausbau ihres Flugwesens höchste Aufmerksamkeit geschenkt.
    Siam hat bereits vor dem Kriege den Wert einer Fliegertruppe für das zentral gelegene Land erkannt. Nach Eintritt des Landes in den Weltkrieg im Jahre 1917 sandte es eine Abteilung seiner Flieger nach Japan zum Abwehrdienst. Außerdem waren eine Reihe von Siamesen als Flugzeugmonteure und Beobachter an der Westfront tätig. Sie haben die Kriegszeit gut ausgenützt und mir ihren dort erworbenen Kenntnissen im Lande eine ausgezeichnete Fliegertruppe herangezogen, die sich mir jeder europäsischen messen kann. Nachdem zunächste französisches Fluggeräte benutzt worden sind, ist man sehr bald dazu übergegangen in Donmuang selbst Flugzeuge zu bauen. Diese Werkstätten sind mit den modernsten Machinen ausgerüstet und werden von in Europa oder Amerika ausgebildeten siamesischen Militäringenieuren geleitet.


    [Fortsetzung folgt ... bin gerade zu faul]

  2.  
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  3. #2
    Avatar von Palawan

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    Re: Ein deutscher Kaufmann sieht Siam

    Zitat Zitat von PengoX",p="289905
    [Fortsetzung folgt ... bin gerade zu faul]
    Gut Ding will Weile haben... ist schon klar !

    Ist aber interessant wie bereits vor 70 Jahren erkannt wurde, dass die grossen Hub´s Asiens in Bangkok und Singapur liegen werden. Auch die Bezeichnung dieser Länder ( Hinterindien ) finde ich recht amüsant.

    Will nicht hetzen, aber besteht eine Chance auf die Fortsetzung... :P

    Gruss Palawan

  4. #3
    woody
    Avatar von woody

    Re: Ein deutscher Kaufmann sieht Siam

    Zitat Zitat von Palawan",p="423444
    ....... Auch die Bezeichnung dieser Länder ( Hinterindien ) finde ich recht amüsant.....
    Das war eigentlich eine logische Bezeichnung.

    Indien war der ganze Subkontinent der heute in 6 Staaten aufgeteilt ist: Indische Union, Pakistan, Bangla Desh, Sri Lanka, Nepal und Burma.
    Und von Europa aus gesehen liegen die restliche Länder SOA eben hinter Indien.
    Die Franzosen nannten die Länder SOA Indochine, was genauso selbsterklärend ist.

    Der ursprüngliche Begriff ´Straits Settlement´ den die Engländer für die nördlich von Indonesien gelegen Sultanate verwendeten, die heute fast alle zur Malaiischen Union gehören, ist noch mehr aus der Mode gekommen.

  5. #4
    Avatar von resci

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    Re: Ein deutscher Kaufmann sieht Siam

    Zitat Zitat von woody",p="423485
    Und von Europa aus gesehen liegen die restliche Länder SOA eben hinter Indien.
    Als Hinterindien wurde die sogenannte "Halbinsel Hinterindien" bezeichnet mit ganz Thailand, Kambodscha und Teilen von Vietnam, Burma, Laos, der Malayischen Halbinsel mit Singapur, sowie östliche Teile Indiens und und Bangladesch.

    Also so ziemlich alles was sich so ~1000 km östlich, westlich und südlich von Thailand befindet.

    resci

  6. #5
    woody
    Avatar von woody

    Re: Ein deutscher Kaufmann sieht Siam

    Zitat Zitat von resci",p="423510
    Zitat Zitat von woody",p="423485
    Und von Europa aus gesehen liegen die restliche Länder SOA eben hinter Indien.
    Als Hinterindien wurde die sogenannte "Halbinsel Hinterindien" bezeichnet mit ganz Thailand, Kambodscha und Teilen von Vietnam, Burma, Laos, der Malayischen Halbinsel mit Singapur, sowie östliche Teile Indiens und und Bangladesch.

    Also so ziemlich alles was sich so ~1000 km östlich, westlich und südlich von Thailand befindet.

    resci
    Ja und, hab ich doch auch geschrieben, bis auf Burma sind wir 'kondom ;-D ', oder?

    Burma gehörte zu (Britisch Indien)

  7. #6
    Avatar von resci

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    Re: Ein deutscher Kaufmann sieht Siam

    Zitat Zitat von woody",p="423516

    Ja und, hab ich doch auch geschrieben, bis auf Burma sind wir 'kondom ;-D ', oder?

    Burma gehörte zu (Britisch Indien)
    ok, dann gehen wir fast kondom.

  8. #7
    Avatar von martinus

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    Re: Ein deutscher Kaufmann sieht Siam

    @ PengoX

    es gibt "lernfähige" OCR-Software (ich verwende OmniPage 9.0), bei der du Fehler manuell korrigierst und beim nächsten Scannlauf sollte das Ergebnis in Ordnung sein.

    Bei der Schrift ist es schon einen Versuch wert.

    Martin

  9. #8
    Kali
    Avatar von Kali

    Re: Ein deutscher Kaufmann sieht Siam

    Zitat Zitat von martinus",p="427352
    [...] (ich verwende OmniPage 9.0)[...]
    Hatte mir vor einem Jahr zu Weihnachten Omnipage 15 gegönnt, liest sogar Text aus Grafiken heraus - erste Sahne
    Mal so OT eingeflochten

  10. #9
    Avatar von yong

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    Re: Ein deutscher Kaufmann sieht Siam

    von abbyy gibts auch ne finereader version fuer fraktur: http://www.frakturschrift.de/

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