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Eak in Jöremanie - her 1st visit

Erstellt von Harry55, 25.07.2004, 22:30 Uhr · 69 Antworten · 4.974 Aufrufe

  1. #41
    Harry55
    Avatar von Harry55

    Re: Eak in Jöremanie - her 1st visit

    21. 07. 2004 - 16. Tag
    Gegen 10 Uhr wage ich es, Madam nach dem werten Befinden zu fragen.
    Beim kleinsten Niesen frage ich nach: "Influenza or Pneumonia?"
    Sie kann schon wieder lächeln, will sich aber nach dem Frühstück noch mal zwei Stunden auf´s Ohr hauen, sie fühlt sich nicht wohl.
    Ich brauche mal wieder cash - kein Automat in Glowe, sagt die Dame an der Rezeption. Ich fahre nach Sagard, verschmähe die Sparkasse und düse nach Sassnitz, ohne Eak, versteht sich. Ich bin rechtzeitig 12 Uhr wieder zurück, um die Holde aus süßen (?) Träumen zu reissen.
    "You want to see trouble a little bit like Pattaya?"
    Sie nickt eifrig.
    (Zur Erläuterung: Wer The Discovery Of Siam nicht gelesen hat, sollte wissen, dass sie Geschäftsfrau aus Bangkok ist, eine Barbesitzerin zu ihrem Freundeskreis zählt, sonst aber damit nichts am Hut hat).
    Ich füge für mich noch in Gedanken hinzu, allerdings ohne miniberockte junge Schönheiten aus dem Isaan.
    Spät geht es über Bergen und Putbus nach Lauterbach, eine Region, die ich auch noch nie besucht habe. Wir bummeln durch den Hafen von Lauterbach, verpassen daher die Abfahrt des Rasenden Roland (etwas für Eisenbahnromantiker, wie Otto ).
    Zurück in ein Wirtshaus und Eak´s Lieblingsmahl dieser Tage, Scholle mit Bratkartoffeln geordert.
    Mit der dampfspuckenden Kleinspurbahn geht es nach Binz, dass lokale Werbestrategen gerne "Nizza der Ostsee" nennen. Vielleicht ein wenig hoch gestochen. Aber ich habe Eak nicht zuviel versprochen, hier herrscht reges Treiben, wurde in den letzten Jahren viel gebaut; auf der Seebrücke hat man den Eindruck, bis nach Schweden laufen zu können, so lang ist die.
    Ich spiele wieder den "Folterknecht" (wie man mich inzwischen wenig feinfühlig nennt ) - Eak wird sich später ausdrücklich für die vielen Eindrücke bedanken - und drücke auf´s Tempo. Als Reiseleiter habe ich die Fahrpläne von Bäderbahn und Schmalspurbahn im Kopf und wir sind heute spät dran. Also nur Kaffee und Wasser und weiter (Harry, der Böse).
    In der Bäderbahn (eine Art Mini-Tram auf Rädern) sitzen wir eng neben einer binationalen Familie. Frau (sehr hübsch) aus Lateinamerika, der Mann Deutscher. Spricht mit seiner Frau fließend Spanisch und mit seinem Sohn Deutsch. Eak nimmt Kontakt zu dem Kleinen auf, spielt mit ihm und er lacht. Irgendwie berührt es mich, vielleicht habe ich doch die Richtige gefunden?
    Abends auf der Hotelterrasse fragt sie mich: "You said you love me?"
    Ich nicke eifrig. "Then help me!" Und stopft mir eine Kartoffelkrokette in den Mund, die sie nicht so gerne mag. Damit war dieser Tag auch gerettet.

    Nächster Teil: Hiddensee

  2.  
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  3. #42
    Chak2
    Avatar von Chak2

    Re: Eak in Jöremanie - her 1st visit

    Harry, nimm dir die Bezeichnungen wie "Folterknecht" nicht so zu Herzen. Besser kann es eine Frau doch gar nicht haben als einen Reiseführer, der ihr möglichst viel in dieser kurzen Zeit zeigt.
    Ich habe da überhaupt kein Talent zu, abgesehen davon, dass ich selbst schon am ersten Tag einer solchen Tour schlappgemacht hätte.

  4. #43
    Harry55
    Avatar von Harry55

    Re: Eak in Jöremanie - her 1st visit

    22. 07. 2004 - 17. Tag
    Auf Hiddensee gibt es eigentlich nicht viel zu sehen, dennoch zieht es täglich hunderte Touris auf die Insel. Ich wähle die Route über den Fährhafen Schaprode. Eak genießt die Fahrt mit dem Schiff und fotografiert vorüber gleitende Segelboote. In Vitte steigen wir gleich um auf ein Pferdefuhrwerk (auf Hiddensee haben nur Arzt, Feuerwehr und Handwerker ein Auto). Eak telefoniert wieder mal ausgiebig mit der Freundin, die ihren zweiten Laden hütet.
    In Kloster angekommen, zweimal die Hauptstrasse rauf und runter, Souvenir für den Chef der Englischschule, Roger, gekauft, Fotos am Strand und Lunch in der Nähe des Hafens. Wirklich nicht prickelnd, dieser Ausflug, aber Eak hat es gefallen. Auf dem Heimweg nutze ich die Wittower Fähre, um auf Rügen alles mal getestet zu haben (knapp fünf Euro). Wir sind zeitig zurück in Glowe. Eak erscheint zum Abendessen wieder barfuss in Badelatschen, um sich eine Stunde später über das kalte Wetter zu beschweren (20 °C). Ich sage, wenn du ins Wasser steigst (sie schüttelt sich), kannst du nach Schweden schwimmen. Von da sind es nur noch ein paar tausend Kilometer bis zum Nordpol. ;-D
    Ich lade sie ein, in den Gastraum zu gehen. Sie nippt an ihrem Weißwein, den sie neuerdings bevorzugt, läßt sich von mir eine Zigarette geben (sie hat in Thailand nie geraucht) und bleibt sitzen.
    Es wird noch ein amüsanter Abend mit Wörterbuch, Riesling und Lübzer Bier.

    Nächster Teil: Abschied von der Ostsee

  5. #44
    Harry55
    Avatar von Harry55

    Re: Eak in Jöremanie - her 1st visit

    @danke, chak2! :bravo:
    Aber jeder hier ist ein Thailand-Freak, der schon Sightseeing-Touren bei 40 °C gemacht hat. Ich war immer dem Hitzschlag nahe, wenn ich in Thailand mittags irgendwohin geschleift wurde.
    @alle,
    diese Reise ist keine Rache an Eak, sondern ein Dankeschön - muss auch mal gesagt werden.
    Bitte weiter lesen!
    Gruss, Harry55

  6. #45
    Harry55
    Avatar von Harry55

    Re: Eak in Jöremanie - her 1st visit

    23. 07. 2004 - 18. Tag
    Heute heißt es schon wieder Abschied nehmen von der Ostsee und der Insel Rügen, wo ich inzwischen jeden Strassenbaum kenne.
    Eak hatte hohe Erwartungen, die nur zum Teil erfüllt werden konnten. Sie wollte kein Kuscheln im Strandkorb, kein Faulenzen am Strand (wie in Pattaya) und das Wasser mied sie wie das Nordpolarmeer (was niemand ihr verübeln kann).
    Vom Rügendamm aus bewundern wir die Silhouette der alten, einst mächtigen Hansestadt Stralsund. Ich schwelge mal wieder in Kindheitserinnerungen, möchte unbedingt das Ostseebad Graal-Müritz wieder sehen, wo das VEB Synthesewerk einst ein Ferienheim hatte und ich auch bei 13 °C Wassertemperatur schwimmen ging. Das Ferienheim ist heute ein Reha-Zentrum. Von da ist es nicht weit zum Strand. Endlich mal ein kurzer Fussmarsch für Eak. Ich erkenne das alte Eis-Café wieder, ansonsten hat sich viel verändert. Gebaut wird gerade ein Aquadome, um auch Urlauber im Winter anzulocken, wie ich Eak erkläre. Sie wundert sich wieder mal, wie viele verrückte Deutsche es doch gibt, die mit Freuden ins eisig kalte Wasser hüpfen (Farang baa; baa ist ihr neues Schlagwort, bekomme es bei jeder Gelegenheit zu hören).
    Es ist Freitag, ich hätte es wissen müssen! Vor Neuruppin stehe ich im Stau, schalte um von NDR2 auf Antenne Brandenburg und bekomme die Hiobsbotschaft, Stau auf der A 13 von Groß-Köris bis hinter das Schönefelder Kreuz. Erstmal Lunch-Pause an einer Autobahnraststätte, die alle gleich aussehen. Eak probiert Gulasch mit Nudeln.
    Ich will mal wieder besonders schlau sein und fahre in Königs Wusterhausen von der Autobahn. Für die Ortsdurchquerung brauche ich 50 Minuten, weil die Ampelrückstaus kilometerlang sind. Eak lernt von KW über Märkisch Buchholz bis Teupitz ausgiebig die märkische Heide kennen, Kiefernwälder ohne Ende, dazwischen malerische Seen. Glücklich zu Hause angekommen gibt es noch einen fröhlichen Abend im "Adria". Aber es ist für mich nicht mehr so wie früher, als noch Rosi Jacubasch den Laden führte.

    Nächster Teil: Kaufrausch

  7. #46
    Harry55
    Avatar von Harry55

    Re: Eak in Jöremanie - her 1st visit

    24. 07. 2004 - 19. Tag
    Grossherzig, wie ich nun mal bin, habe ich uns einen freien Tag eingeräumt. Ich biete Eak scherzhaft an, sie könne gern meine grosse Wohnung sauber machen. Sie sagt nein, sie futtert die vielen Pillen nur, weil sie eine Hausstauballergie hat (herrlich, ihre Pantomime dazu ) und zu Hause würde sie eine Putze beschäftigen.
    Sie hat eine andere Idee: Es fehlen ihr noch ungefähr ein paar hundert Mitbringsel für Freunde und die Angestellten (die während ihrer Abwesenheit ohnehin nur gegammelt haben, wie ich später erfahre).
    Shopping-Tour von Elsterwerda (Toom-Markt) bis Senftenberg (Kaufland), bis Eak alles hat, was sie sucht (es sind eher Kleinigkeiten, die nicht allzu teuer sind).
    Für mich richtig seltsam, so gut wie kein Sightseeing, keine Autofahrten über hunderte Kilometer. Ich zeige ihr den Grünewalder Lauch (ebenfalls ein ehemaliger Braunkohlentagebau), wir besuchen die Miniaturwelt Brieske, wo ein Mann mit viel Liebe zum Detail die ganze Lausitz nachgebaut hat. Abendessen dann in der Niemtscher Mühle am Senftenberger See. Eak putzt wieder mal einen ganzen Grillteller weg.
    Der Abschied rückt näher, unglaublich, wie die Zeit vergangen ist!

    Nächster Teil: Das Ende vom Lied

  8. #47
    Harry55
    Avatar von Harry55

    Re: Eak in Jöremanie - her 1st visit

    25. 07. 2004 - 20. Tag
    Schon im Mai war klar gewesen, sie möchte ihren Geschäften in Bangkok nicht so lange fern bleiben, hatte deshalb nur ein 30-Tage-Visum beantragt. Die Flugtickets liegen bereit, sie hat Mühe, alle Souvenirs im Gepäck zu verstauen. Ich halte es nicht aus (die Leser ahnen es), verfrachte sie ins Auto zu einer vorletzten Tour. Ziel ist diesmal der Saurierpark Kleinwelka in der Nähe von Bautzen. Eher etwas für Kinder, aber Eak ist begeistert wie ein kleines Mädchen und fotografiert nahezu alles! Die letzten unbeschwerten Stunden, ich will es nicht wahr haben. Zwischenstopp am letzten (und ältesten) See, der aus einem Tagebau entstand - der Knappensee. Hier habe ich als Jugendlicher 1970 mit Freunden mal Camping gemacht.
    Wir warten lange auf den Lunch im "Seestern" und versuchen, die aufdringlichen Wespen zu verscheuchen.
    Zu Hause gibt es Kaffee und Kuchen, aber uns beiden ist nicht nach Essen zu mute, die nahe Trennung lähmt uns. Eak verabschiedet sich von meiner Familie und wir düsen nach Berlin. Die Stimmung ist bedrückt. Plötzlich lächelt mich Eak an: "You forgot something!"
    - "Please help me thinking", antworte ich.
    "The difference of flight tickets, you remember, you want to give me!"
    "I´ve not enough cash money in my pockets, later!" Und anstatt den Schnabel zu halten oder es Deutsch zu murmeln:
    "The last weeks was expensive enough, I paid a lot of money for you!"
    Ich bereue es sofort, aber es ist zu spät. Fortan ist die Atmosphäre im Auto so unterkühlt, dass Eisblumen an den Scheiben wachsen könnten.
    Ich sage noch, sie bekommt ihr Geld irgendwann wie abgemacht, aber es ist alles umsonst. Noch ein letztes Glas Wasser und dann ein unterkühlter Abschied mit Wangenkuss. "Thank you for all", sagt sie müde lächelnd, aber es klingt nicht sehr überzeugend.
    Ich fahre nicht zu Frank, sondern rase nach Hause. Ich beginne zu ahnen, welchen Mist ich gebaut habe. Habe ich der Beziehung fahrlässig den Todestoss versetzt? Wie geht es weiter? Will sie noch etwas von mir wissen?

    Nächster Teil und Schluss: Epilog

  9. #48
    Harry55
    Avatar von Harry55

    Re: Eak in Jöremanie - her 1st visit

    Epilog
    Ich hatte die Gefahr aus einer ganz anderen Ecke vermutet (von ihrer ehemaligen Freundin, die auch versucht hat, mich telefonisch zu erreichen). Jetzt habe ich das Beziehungs-Grab selbst geschaufelt.
    In den ersten Tagen ihrer Rückkehr kein Lebenszeichen; sie reagiert weder auf Email noch SMS. Wenn ich anrufe, kommen immer Besetztzeichen oder irgendwelche thailändische Bandansagen, bis ich dahinter steige, ich nutze den falschen Call-by-call-Provider.
    Im Forum finde ich die richtige Vorwahlnummer für Handy-Anschlüsse.
    Es gibt immer eine Lösung, wozu hat man Bekannte im LoS?
    Zunächst erreiche ich den Ami Roger von der Englischschule, der sagt, Mo ist nicht da. Ich versuche es noch mal und habe sie endlich an der Strippe, vermisse ihr glockenhelles Lachen. Sie sagt nicht viel, gibt den Hörer weiter und ich verhandele 11 Minuten mit Mo, bitte sie, die Feuerwehrfrau zu spielen, um den Brand zu löschen.
    Jetzt geht es nur noch um Schadensbegrenzung und Mo ist bereit, zu vermitteln. Aber die Enttäuschung sitzt noch zu tief, um sofort positive Reaktionen zu bekommen. Also, Email mit Entschuldigung (verliere ich da mein Gesicht, bei zuviel "sorry" und "excuse me"?).
    Es passiert etwas, was in der Geschichte unserer Beziehung noch nie vorgekommen ist: Sie schickt mir eine Email von 5 KB, also zwei Seiten, das hat es noch nicht gegeben. Aber nach der Lektüre bin ich nicht schlauer. Zuviel Gerede um ihre Enttäuschung, sie muss sich um ihre Geschäfte kümmern, hat während ihrer Abwesenheit Geld verloren usw. Und, als klitzekleine Hintertür, sie kann mir jetzt seltener Emails schicken, weil sie sich vorrangig um ihren zweiten shop kümmert, aber da steht nicht der Computer.
    Wie geht es weiter?
    Polemik hilft da nicht, aber viele von euch haben Erfahrung im Umgang mit Thaifrauen. Was ist da noch zu retten?
    (Den Differenzbetrag werde ich natürlich überweisen).

    Schluss

  10. #49
    waldi
    Avatar von waldi

    Re: Eak in Jöremanie - her 1st visit

    @harry55

    tolle geschichte, und vor allen ehrlich geschrieben... du hast mut! ...sehr gut!

    Was ist da noch zu retten?
    gar nix, da war nie was zu retten - ihr passt nicht zusammen, punkt!

    lass dir nix einreden von den verständnisvollen...

    du bist schon viel weiter drin in der opferrolle, als du glaubst...

    such dir eine andere...

    waldi

  11. #50
    Tel
    Avatar von Tel

    Re: Eak in Jöremanie - her 1st visit

    Also jetzt mal Hand aufs Herz Harry - glaubst du ERNSTHAFT eine Geschäftsfrau aus einer Millionenstadt wie Bangkok, die offensichtlich mit beiden Beinen im Leben steht, würde alle Zelte abbrechen um künftig in der kalten ostbrandenburgischen Provinz ihr Dasein zu fristen? Da muss die Kohle schon so dick kommen, dass auch alle nahen und fernen Verwandten bis ans Lebensende ausgesorgt haben.
    Das Ding mit dem Ticket war doch nur noch der berühmte Wink mit dem Zaunpfahl...

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