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E s s a y s

Erstellt von Ralf_aus_Do, 16.05.2005, 15:31 Uhr · 30 Antworten · 2.308 Aufrufe

  1. #21
    Avatar von Samuianer

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    Re: E s s a y s

    @Ralf_aus_Do:

    Hallo, tja zu 2.) deiner Anwort: Es sollte nicht das Ziel sein - ist es aber unumgaenglicherweise! Ohne Moos, nichts los! Da gibt es leider nichts dran zu ruetteln!

    Ich wollte das eigentlich in der beziehungstechnischen Realition gespiegelt sehen.

    Deine Anwort auf meine Frage "wonach wir eigentlich suchen..?" - "nach Glueck!! erscheint im ersten Hinblick korrekt.

    Wollen wir uns mal gemeinsam die Muehe machen und diesen Begriff etwas genauer unter die "Lupe" zu nehmen oder gar ein wenig, in der Pathologie der Sinne, sezieren?

    GLUECK ist mit hundertprozentiger Sicherheit fuer jeden DAS Spitzenfeeling, der Superrausch - das Kribbeln im Bauch, die Schmetterlinge bei einer neuen Liebe, Gewinn beim Bingo, beim Skat, beim Tischtennis, der Fund eines edlen Steines im Flusslauf, bei einem boesen Un-glueck ungeschoren davon gekommen zu sein - Glueck oder gluecklich waehnt sich Mensch immer dann wenn ihm gerade kein Elend d.h. Un-glueck wiederfaehrt.

    Da es sich bei diesem Phaenomen aber nur um Polaritaeten, die Gegensaetze Glueck/Un-glueck, handelt ist Glueck nicht wirklich als solches zu definieren - weil es, wenn es nicht mehr erfahren werden kann - Mensch un-gluecklich macht.

    Fazit: Wenn ich mich also NICHT aufmache um "Glueck" zu suchen - dann duerfte folgerichtig d.h. logischerweise, mich auch kein Un-glueck finden, richtig?

    Somit stellt sich die Frage: "Warum dann nach Glueck suchen?"

    Warum, wozu, weshalb, wofuer? Wenn uns dieses gefundene, angenommen Glueck, wenn es weiterziehen will, zerfaellt, verloren gehen kann - dann ungluecklich macht - warum in aller Welt danach suchen?

    Weil es uns die Illusion liefert wir ´leben´, weil wir erleben?

    ich suche im Zweifesfall mal nach ein wenig Zerstreuung, nach einer Aufgabe, die seh ich z.B. darin taegliche Anforderungen die sich mir stellen zu loesen, Blumen giessen, die Katzen streicheln und fuettern, Waesche waschen, das Buero auskehren, mal wieder ein paar Seiten im Buch weiterlesen, mit Kunden konferieren, Auskuenfte erteilen, vielleicht mal irgendwo ein guten Wein oder ein guten Cocktail schluerfen, in die Landschaft und den blauen Himmel blinzeln, ganz entspannt das Auto von A nach Z zu steuern und dabei den Komikstrip der um mich herum ablaeuft zu geniessen - aber nach Glueck suchen?

    Ich meine mal wer das Leben geniessen kann, die Duefte die in der Luft liegen noch wahrnimmt, dessen Herz immer noch poetische Gefuehle beim Anblick eines sich zusammenbrauenden Gewitters oder eines Sonnenuntergangs umspuelen - wer noch die Voegel zwitschern hoert, der kann sich doch gluecklich schaetzen, oder?

    Das Leben ist so einfach und so kompliziert wie wir es erlauben zu sein.

    Wir sind die, wenn auch konditionierten, Darsteller, aber es liegt ausschliesslich an uns wie der Film ablaeuft. An Nichts und Keinem anderen, wenn dann, sind das alles nur Meilensteine am Wegesrand, auf dem wir entlangrasen oder muessige Runden tun.

    Ich liebe guten Kaffee, meine Katzen, ein geruhsames Leben, keinen Stress, keine Hektik, ein kuehles Bier, ein guten Wein, gute Musik, Gemaelde, Kunstwerke, Novellen, Literatur, Reisen usw. usw.

    Habe alle die Wesen, die Abschnitte meines Lebens mit mir teilten geliebt, gemocht, ja verehrt - aber auf dem langen Pfad herausgefunden - das wenn sich das nicht auf Gegenseitigkeit belaeuft - (was es meist nicht ist, sondern auf Abhaengigkeiten basiert) Mensch einem Nebelschleier hinterher jagt.

    Ich bin Heute ganz fest der Meinung das Mensch immer irrt wenn er versucht sein "Glueck" in einer Beziehung zwischen zwei Menschen zu finden, das kann Mensch & Mensch sich u.U. gemeinsam erarbeiten - aber dieses "Glueck" wird IMMER vom funktionieren und der Anwesenheit des einen oder anderen Partners abhaengig sein, darum kann es imho kein wahres Gleuck bedeuten weil es konditioniert ist, zu ganz bestimmten, festgelegten Konditionen ´gluecklich´ machen soll.

    Nicht das ich hier die Monogamie, Polygamie oder gar eine Solokarriere propagieren moechte, ich moechte nur klarstellen das der Gluecksbegriff eine der groessten Illusionen des Leben schlechthin darstellt.

    Und das ´wahre Glueck´, oft ganz einfach am Wegesrand steht und darauf ´wartet´ erkannt zu werden - nur manche bevorzugen halt die beruehmte "rosarote Brille".

    Und begeben sich vorzugsweise in den Irrgaten der Illusionen und der ungebremsten Emotionen.

    Aus diesem Stoff ist diese diffuse Scheinwelt ´kreiert´ wie wir sie heute um uns wahrnehmen koennen...immer mehr Gimmicks, immer mehr Schickschnack, immer mehr unterhaltungselektronischer Technokram, immer mehr Chrom, Edelstahl, Glassfassaden, immer mehr Betonpisten, immer ´bessere´ Automobile, immer neue Wunsch-und Traumziele, immer mehr Illusionen - die Jagd nach dem ´Glueck´ - ist die ´Jagd danach´ geworden - das Adrenalin, der Reiz, der Input, immer mehr, immer schneller wird konsumiert, verbraucht, verbraten - dabei ist das Gluecklichsein, das auf Zufriedenheit, auf Seelenfrieden aufbaut den "Bach runtergegangen"...

    Wie kann da Einer nach dem Glueck suchen - es finden - und dann noch gluecklich sein?

    Ich sage dazu ganz lapidar: "Nie im Leben!" Denn, ganz einfach, wer nicht einfach zufrieden d.h. gluecklich ist wird es nie werden - vielleicht kann es erlernt werden - wieder gluecklich zu sein.

    Der trick scheint der zu sein, garnicht erst nach dem "Glueck" suchen zu wollen - denn dann hat Mensch "es" ja!

    -

    Ich hoffe mal mich hier einigermassen verstaendlich ausgedrueckt zu haben - was den Inhalt anbetrifft - so ist die darin enthaltenen Stellungnahme meine ureigenste. Soll weder irgendjemandem zu neuen Erkenntnissen veranlassen, noch an denen die sich gern in den "Irrgaerten" aufhalten, Kritk ueben.


    Guten Abend!

  2.  
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  3. #22
    Avatar von mipooh

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    Re: E s s a y s

    Eine tiefe Einsicht in das Wesen des Buddhismus....
    Ich denke unumwunden, Du hast Recht in dem was Du sagst.

    Glück ist nicht etwas, was mir geschieht, sondern resultiert aus meiner Haltung dem Leben gegenüber. Dies kann ich herausfinden im Irrgarten. Eben dass Glück "grundlos" sein muss, wenn es dauerhaft bzw. besser gesagt immer wiederkehrend sein soll.
    Es kann nicht auf einer Beziehung beruhen, aber eine Beziehung kann mir die Möglichkeit der "richtigen Haltung" erleichtern oder erschweren. Basieren wird die Fähigkeit, es immer und immer wieder zu erleben auf meiner urpersönlichen Haltung meinem Dasein (und dem Dasein schlechthin) gegenüber. Und diese Haltung, oft auch vereinfachend als Offenheit bezeichnet, entsteht oft wie von selbst in den von Dir genannten Situationen..Verliebtheit, Bingo, Auto etc., ist aber nicht davon abhängig.(im Sinne von "so gehts" oder "nur so gehts")

    Meist entsteht die Situation eben nicht bewusst von mir gewählt sondern eher wie ein Geschenk an mich. Dummerweise mit dem Nachteil, dass ich es "davon abhängig mache", was es im Grunde nie war.

    Das Glück zu suchen heisst demnach für mich, zuzulassen, dass ich mit einer geschickt gewählten Haltung diesem Leben gegenüber, es häufig erfahren kann. Es ist niemals etwas statisches, so wie meine Gefühle nicht statisch sein können.

    Eine glückliche Beziehung heisst somit für mich zweierlei. Da muss der eine Mensch sein, der die "richtige" Einstellung hat und der zweite, der dies für sich ebenso tun muss. Die Wahrscheinlichkeit einer "glücklichen Beziehung" resultiert da heraus. Kommt selten genug vor....

    Deshalb hatte ich auch weiter oben davon gesprochen, dass es mir in erster Linie schnurz sein kann, ob meine Frau mich liebt. Erstmal ist wichtig, ob ich in der glücklichen Lage bin zu lieben und ob mir gelingt, dieses Gefühl zu leben, auch während sie mir im Blickfeld steht. Und wenn das dann bei meiner Frau auch noch so ist, Bingo...

    Dumm an der Geschichte, finde ich, ist, dass Menschen ihre Gefühle behandeln wie Regen und Sonnenschein. Nach dem Motto, das kommt eben einfach so. Und da ist eine der grössten Illusionen zu finden. Ich habe bemerkt, dass ich fühlen kann, was immer ich will, ebenso wie ich denken kann, was immer ich will. Damit dann etwas geschickt umzugehen, verbessert die Chance auf (auch gemeinsames) Glück enorm.
    Ist aber kein Garant, denn wie gesagt, da ist noch der zweite Mensch. Und der ist natürlich ebenso frei wie ich...

    Eine meiner Schlussfolgerungen aus Erlebtem ist, es gibt sowas wie eine Pflicht, eine Notwendigkeit, ein Grundbedürfnis nach Glück. Wenn das erfüllt werden soll, dann muss ich auch schonmal bewusst damit umgehen. Sollte dies mit einem Partner nicht oder nicht mehr gelingen und ich finde keinen Weg, zu einem gemeinsamen Gelingen zurückzufinden, dann bleibt wohl irgendwann nur der Weg, es einsam (als Gegenstück zu gemeinsam) zu (ver)suchen. Was mich wiederum mit zB einem anderen Partner in Berührung bringen kann....

    Wie mein wichtigster Lebenslehrer mal sagte, it´s very simple, but it´s not easy...

    Gruss
    mipooh

  4. #23
    Avatar von Mr_Luk

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    Re: E s s a y s

    @mipooh

    Erst durch das Wissen, dass Glück oder glücklichsein nur in der Polarität zu Unglück/unglücklichsein (as in samuianer #21/22) Bestand hat, versteht man erst dass die Suche nach Glück zum einen ein natürliches Bedürfnis-, und zum Anderen nur eine 'romatische' Perspektive ist.
    Es kann auch keinen Himmel geben in dem "alles gut oder besser" wird, weil auch gut und besser nur zu der Polarität "schlecht und schlechter" existieren kann. Ein Himmel also absolut sinnlos und paradox wäre...

    Das Leben ist nicht (nur) die eigene Produktion (wie du im vorigen Posting anklingen liessest), sondern eine komplexe Coproduktion. Nicht nur der 'Partner' spielt dabei eine Rolle, sondern viele andere beteiligte Schlüsselfiguren sowie die 'Statisten'. Auch die können eine Wende in die eine oder andere Richtung bewirken, wenn man's am wenigsten erwartet.

    Sogar die "eigenen" Gefühle und Gedanken sind zum Teil coproduziert, auch wenn's schwer zu verstehen und anzunehmen ist.

  5. #24
    Avatar von mipooh

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    Re: E s s a y s

    Ich erlebe dies als Ergänzung zu dem von mir gesagten. Auch das habe ich erlebt. Leider gelingt es kaum, in einem Posting wirklich alles wichtige zu sagen.

    Lebenskunst ist mE, sich durch die Polarität nicht einfach abschrecken zu lassen und das übergeordnete Prinzip zu finden und dann zu einem eigenen Konzept zu kommen.

    Bezogen auf Glück und Unglück wäre dieses Prinzip mE die Freiheit des Geistes, konkret gesagt, die von mir angesprochene Freiheit bezüglich Denken und Fühlen. Diese lässt es dann zu, den Part der Coproduzenten zu relativieren. (Liest sich vielleicht einfacher als es ist)

    Dass es nicht vollständig möglich ist, der Produzent zu sein, hatte ich versucht zu verdeutlichen, denn was ist die schönste Liebesbeziehung ohne den Partner....
    Wär auch noch schöner...mipooh in der Rolle des "lieben Gottes", würde mir gar nicht gefallen...nee, ich bin schon eingebunden in den Irrgarten. (Aber ich weiss wo es raus und reingeht, und das ist doch schonmal was...)
    Gruss
    mipooh

  6. #25
    Avatar von Mr_Luk

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    Re: E s s a y s

    @mipooh

    Es war ja auch als Ergänzung gedacht. Ja, ein "Post" oder eine Aussage ist nie komplett. Diese art Ergänzung ist wohl auch das was du in der "Partnerschaft" siehst, wenn ich dich richtig verstehe. In einer intimen Beziehung erlebt man erst recht dass "nicht alles gesagt werden kann". Auf den ersten Blick sieht es aus als bestünde ein Mangel an Kommunikation, oder eine Abstimmung der Frequenzen würde einen weiterbringen. Erst viel später merkt man dass man es mit einer anderen Entität zu tun hat... die (nur) eine Ergänzung sein kann.

    Alle Konzepte sind gleich löcherig und an einem bestimmten Punkt alle austauschbar. Aus einer vedisch-hinduistische Perspektive heraus versucht man zu deprogrammieren und wieder neu (besser) zu programmieren. Man könnte es als eine Art Perfektionierung sehen. Aus einer buddhistischen Betrachtungsweise heraus, hingegen, deprogrammiert man ohne neu zu programmieren. Zumindest versucht man eine solche Perfektionierung zu vermeiden.

    "Hätte er an dieser Stelle geschwiegen, wäre er ein Philosoph geblieben!"

    Wär auch noch schöner...mipooh in der Rolle des "lieben Gottes", würde mir gar nicht gefallen...nee, ich bin schon eingebunden in den Irrgarten.
    Ja, denn das wäre als wolle man den Wald aufräumen...

    Im Buddhismus versucht man ja eben gerade auf die "Funktion" und den "Posten" eines Gottes zu verzichten. Es gibt keinen einzigen Gott und Gott ist auch nicht alles. Man ist es nicht 'selbst' und auch keine Übermacht ist 'verantwortlich'. Es sind aber auch nicht die Anderen die an unserem Missgeschick Schuld sind. Es gibt sowas wie Schuld nicht - das ist nur eine Wortschöpfung mit einer sehr seltamen Idee dahinter. Karma heißt nichts anderes als Aktion. Weder eine 'Verstaatlichung' noch eine 'Privatisierung' löst das eigentliche Problem - das Problem entsteht nur durch die Fragestellung

    Man fragt sich ja nicht wieso man lacht, wieso sollte man sich also fragen weshalb man weint?

  7. #26
    Avatar von Ralf_aus_Do

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    Re: E s s a y s

    Ich freue mich über all diese Beiträge, leider kommt mir gerade dieses Wochenende arg viel dazwischen - nichts unangenehmes, ich habe einfach nur anderes zu tun.

    Ich werde zur Mitte der Woche geantwortet haben, das verspreche ich!

  8. #27
    Avatar von Samuianer

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    Re: E s s a y s

    Ahhh...

    ...bei der Lektuere der Post´s in diesem Thread bzw. der Antworten in diesem ´Ast´, geht mir durch den Kopf das viele, wirklich interessante Aspekte, ´angeschnitten´ wurden , dabei kommt mir unweigerlich immerwieder Folgendes in den Sinn:
    [highlight=yellow:118c7d8858]
    EINSAMKEIT = ZWEISAMKEIT = LIEBE = 5ex = LIEBE = 5ex = GELD = BESITZ = EINFLUSSNAHME = ABHAENGIGKEIT = DUALE KONDITIONIERUNG [/highlight:118c7d8858]

    Da darf jetzt jeder nach seinem Gutduenken mit herumspielen.

    Die sich mir aufwerfende Frage ist:
    "Warum, wenn 5ex eigentlich zur Fortpflanzung dient, hat Mensch diese kolossale Konstruktion "Liebe" darum herum aufgebaut?"

    "Ich liebe dich!" Steht doch meist nur bei einer 5exuellen Beziehung auf dem Notizzettel.

    Ich ´liebe´ meinen Garten, meine Katzen, das Meer, Thailand, Elefanten, Tiger u.v.A.m. - haenge aber nicht im Geringsten dem Gedanken an - mit irgendeinem dieser Objekte/Wesen 5ex zu haben -

    was ist dann dieses ´lieben´ und was ist "Liebe"? Das eine, gewissen Wesen und Objekten gegenueber gewisse Vor-lieben zuteil werden lassen - das Andere? Ganz bestimmten Objekten/Wesen ausschliessliche "Liebe" zuteil werden lassen?

    Wie funktioniert das?

    Imho kommt mir der Gedanke an ´unkonditionellen 5ex´ - mit einem Partner Gefuehle austauschen und 5ex zu haben/machen OHNE dabei in die Abhaengigkeit zu tappen - sich zu binden, sich fest-zu-legen (..denn wie Mensch sich bettet so liegt er!)

    Was ist der Knackpunkt? Geht unser Libido schlichtweg mit uns durch?

    Weil 5ex machen/haben "so schoen" ist? Weil wir uns fuer Sekunden/Minuten/Stunden/Tage etc. in Freudentaumelkaskaden und Gefuehlsfeuerwerken wiederfinden - moechten wir das Erlebte gleich - fuer den Zweck der Wiederholung/erfahrung festnageln?

    Spielen uns unsere Ur-Triebe unser Unterbewusstsein eine kleine Tarantella auf?

    Liegt hier nicht irgendwo der "Hase im Pfeffer begraben"?

    Machen wir mit unseren "Pfauentaenzen" und dem ganzen Imponiergehabe nicht Alle selbst irgendwas vor?

    Aengste, Komplexe, Einsamkeit... was bildet diesen Drang sich zu "verlieben", sich dann zu binden, sich fest-zu-legen - fuer mich zeichnet sich das in Besitzverlangen aus. Um sicher zu stellen das jederzeit ein 5exualpartner ´greifbar´ ist.

    Unterhalten kann ich mich mit jedem meiner Mitbuerger - dabei verspuer ich selten d.h. NIE das Verlangen diesen Partner zu kuessen oder zu streicheln.

    Schlafen kann ich am Besten allein. Zum essen brauch ich nicht unbedingt Gesellschaft und wenn, dann leistet mir die Katze auf dem Stuhl oder Spatz auf dem Ast allerbeste Gesellschaft (bin ja fast nirgendwo wirklich Allein), meine Waesche kann ich waschen lassen, kann es aber auch selber. Fuer den Hausputz kann eine Putze eingestellt werden.

    Wo kommt dieser Bindungsdrang, den wir so schoen mit dem galanten Fang-Wort "Liebe" so huebsch verbraemen, her?

    Meine Mutter, meine Grosmutter, mein Grossvater, mein Vater, meine Geschwister - (und was weiss ich, wieviele meiner Mitmenschen noch) lieb(t)en mich alle und ich sie - heute noch - warum gab es da nie das ´natuerliche´ Beduerfniss mit denen 5ex zu haben?

    Warum taucht dieses Phaenomen nur bei ´Auserwaehlten´ auf?

    Weil das ´Bild´ stimmt, den Wuenschen, Traeumen, Vorstellungen am naechsten kommt? Weil die Pherromone (oder wie die ´Dinger´ heissen) mit aller Macht der Biologie, ihren Einfluss gueltig machen wollen? ;-D


    Ich find´s schon ganz lustig, vorallem aber hoechstinteressant - dieses "Drama" Leben, Liebe, Mensch, Sein - Menschsein...

  9. #28
    Avatar von Mr_Luk

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    Re: E s s a y s

    Der Mensch ist halt ein komplexes Wesen, das aus mehreren Abteilungen/Wesenheiten besteht:

    1. der "homo sapiens biologicus" (das Tier, seine Bedürfnisse, die Triebe)
    2. der "homo soziopaticus" (je nach Breitengrad die soziale Konditionierung)
    3. der "homo philosophicus-eticus-principus" (die 'Einstellung, die Perspective, die Prinzipien, das Leitmotiv)
    4. der homo sapiens karmikus (die Bestimmung, - eine Mischung aus selbstgeneriertem Schicksal, äusseren kausalen Einflüssen und Manipulationen, eventuell 'Rückstände' aus früheren Leben)

    Es ist das komplexe und richtige Zusammenspiel dieser einzelnen Identitäten, die den 'homo sapiens (mas o menos) integrus' bildet.

    Die Formen der Liebe sind bekannt und bereits als 1.Mutter-Vater-Kind-Liebe und 2. Nächstenliebe, sowie 3. geschlechtliche Liebe unterteilt. Sie greifen aber auch schon mal (je nach der Konstellation vom homo 1-4, gleitend ineinander über.

    Das 'Modell' mit dem gleichen Partner möglichst lange, sogar ein Leben lang zusammen zu bleiben, sprich Monogamie, ist keine Erfindung des homo sapiens. Es ist auch nicht unbedingt aus einer sozialen Konditionierung heraus entstanden. In der Tierwelt haben wir so einige Modelle von Monogamie, sie dürften existiert haben, längst bevor der homo sapiens in Erscheinung getreten ist.

    Beim homo sapiens allerdings liegt der Grund zur Monogamie recht nahe, weiß man doch dass homo sapiens Junge in vielen Fällen sehr langer, oft lebenslanger "Pflege" bedürfen (im hohen Alter erst recht) und dass dieser "Instinkt" einen ganz praktischen (und egoistischen) Hintergrund haben dürfte.

  10. #29
    Avatar von mipooh

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    Re: E s s a y s

    Nicht alles, was Liebe genannt wird, verdient diesen Begriff.
    Liebe ist nicht nur ein Wort, dann fehlt etwas. Liebe ist eigentlich ein Gefühl. Dazu noch ein überfliessendes (nicht überflüssiges!). Selbst die stilleren Formen beinhalten das, eben nur nicht so stark "aufschäumend".
    Was das mit 5ex zun tun hat? Zunächst mal gar nichts. Aber es kann auf der Grundlage von Liebe dazu kommen. (Egal ob diese Liebe einfach, geradlinig gelebt werden kann oder sehr kompliziert als Ausdruck eines Mangels, Sehnsucht, Begehrens)

    Ist nun dieser Mangel die Grundlage wird es maximal zu einer sehr kurzen Erfüllung kommen. Der Mangel ist (meist) nicht behoben. Manche sehen sie sogar im rein physischen ........, was ich für ein Symptom eben gerade des Mangels ansehe.
    Kommt es zur Erfüllung steht einer Wiederholung der Handlungen aus ähnlicher emotionaler Lage nicht viel im Wege. Man würde kaum sein Bier aus einem Colaautomaten ziehen wollen... Abgesehen davon, dass noch bis vor 50 Jahren 5ex häufig zur Vermehrung führte, und die Liebe dadurch eine weitere Dimension bekam.

    Ich denke, das heutige Problem ist, die Einfachheit dieser Zusammenhänge wie Ehe, Lebensgemeinschaft zu erfassen. Nach meinen Beobachtungen fehlt es an Fülle der Emotionen. Sicher ein nicht unwichtiger Grund uns zu den einfachen Menschen zB hier in TH hingezogen zu fühlen, die da oft weniger Mangel zu haben scheinen. Dieser Schein trügt allerdings, ihre kulturelle Problematik ist von unserer nur erheblich verschieden, so dass dieser Anschein nur eine Teilwahrheit wird.

    Tolle Fragen, tolle Antworten, ich bin beeindruckt.
    Gruss
    mipooh

  11. #30
    Avatar von Ralf_aus_Do

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    Re: E s s a y s

    Ich bin doch ........rtert, die die mich kennen wissen dies.

    Ich habe auch meinen Thread verschlampt und gerade einmal wiedergefunden.

    Insbesondere bedanke ich mich für die freundlichen und lesenswerten Beiträge, die ich zu beantworten versäumte, ich bin ........rt.


    5.) Lieblingsworte
    Konditioniert auf ´Nichts wissen macht auch nichts´

    "Ich muß doch nicht alles wissen" - ist eine klare Aussage; eine Aussage die meine Freundin immer dann traf, wenn ich ihr irgendetwas erzählte, was ihr als ´nicht ihren Lebensbereich berührend´ erschien. Sie wehrte somit Wissen ab, ´das ist kompliziert, das will ich nicht wissen´.

    Konditioniert auf Gebrauchswissen hinterfragt der Mensch recht wenig. Es gibt im Forum einige Threads zum thailändischen Schulwesen, in diesen Threads fällt immer wieder die Aussage, das thailändische Schulwesen rege nicht zum Hinterfragen von Sachverhalten an. Ich mutmaße mal, daher kam dieses mir Nerven kostene "ich muß doch nicht alles wissen". Diese "ich muß doch nicht alles wissen" Haltung stellte sich mit der Zeit als Fehler heraus, der Sohn meiner Freundin wurde eingeschult, meine Freundin fühlte sich von der Klassenlehrerin ihres Sohnes nicht für voll genommen. Zu diesem Zeitpunkt, wir waren ja noch kein Paar, erzählte sie mir häufiger, daß sie eine gute Ausbildung für ihren Sohn möchte, wie sie dazu beitragen könnte war ihr aber unklar. Fortan versuchte ich ihr zu erklären, daß auch Informationen, die auf den ersten Blick nutzlos erscheinen, für etwas gut sein können, daß man zwar nicht alles wissen muß und sogar nicht alles wissen kann, daß ein höherer Wissensstand allerdings auch keinen Schaden anrichte.

    Gelegendlich kommt es noch dieses ´ich muß doch nicht alles wissen´ aber seltener. Meine Freundin möchte schon mehr wissen, die schulische Ausbildung sollte zu Wissensdurst anregen, dies wurde glaube ich bei meiner Freundin versäumt. Ob meine Freundin nun häufiger Dinge hinterfragt um mit eine Gefallen zu tun, oder ob sie das für sinnvoll hält weiß ich nicht, ich hoffe immer letzteres ist der Fall.

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