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E s s a y s

Erstellt von Ralf_aus_Do, 16.05.2005, 15:31 Uhr · 30 Antworten · 2.311 Aufrufe

  1. #11
    Avatar von phimax

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    Re: E s s a y s

    Zitat Zitat von Ralf_aus_Do",p="245646
    Ich könnte noch so lange ´auf das Gesicht schauen´ -
    ich würde weniger bemerken.
    Diesen Link kennst du?

    Der Thread dazu.

  2.  
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  3. #12
    Avatar von phimax

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    Re: E s s a y s

    Zitat Zitat von Ralf_aus_Do",p="248210
    [...]sie fragte mich irgendwann abends, ob mir nach Turnübungen wäre
    [...]das ´Angebot ausschlagen´ geschah jedoch nicht aus ´Überlegungen´ heraus, sondern instinktiv
    (das glaubt mir zwar hier niemand [...]).
    Das es instinktiv die richtige Entscheidung war, weißt du heute ja.
    Und lächle einfach über die Ungläubigen, sie wissen nicht, was ihnen entgeht.
    Wenn du jetzt noch Gesichterlesen hinbekommst...

    Aber das nur nebenbei.



    Weder Geld noch 5ex stellen einen Garanten für eine funktionierende Beziehung dar. Was eine glückliche Beziehung ausmacht, muß jeder für sich selbst entscheiden - er weiß jetzt zumindest, was er ausschließen sollte.
    Es sind keine Garanten, doch sie erleichtern das dauerhafte Zusammenleben; zumindest sollten sie als Basis vorhanden sein. Wie groß die Basis sein soll, ist von den Erwartungen der Beteiligten abhängig.

    Ein Fehlen des einen wie des anderen, muß nicht (zwangläufig) zum Ende einer Beziehung führen - doch die Gefahr der Substitution ausserhalb der Beziehung ist gegeben und imho nicht gering.

    Und eure Beziehung unterscheidet sich erheblich von vielen anderen...
    ...ihr konntet sie frei von Zwängen eingehen.

    Diese Freiheit ist es dann auch, die Turnübungen und Kohle in den Hintergrund stellt.

  4. #13
    Avatar von Samuianer

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    Re: E s s a y s

    Hallo,

    einige sehr interessante Aufwuerfe die hier gemacht wurden.

    Schade das sich sowenig Antworten/Beitraege dazu finden.

    Bei der Lektuere dieser "Essays" faellt mir auf das es immer wieder - auch in anderen Threads - um die gleiche Problematik "Liebe, Geld und Abhaengigkeiten in einer zwischenmenschlichen Beziehung" geht.

    Der elementarste Teil zur Sicherung des Ueberlebens eines Einzelindividiums, ist eben nur durch Einkommen, d.h. finanzielle, materielle Absicherung moeglich. Beduerfnisse also, die auf Urinstinkten beruhen und darauf ausgerichtet sind unseren Fortbestand zu sichern.

    Folglich begruendet sich eine Beziehung zwangslaeufig meist auf diesen vorgegeben 'Abhaengigkeiten' - auch wenn wir uns darueber nicht unbedingt bewusst d.h. im Klaren sind oder uns das nicht eingestehen wollen/koennen.

    Wer sich nicht einsam fuehlt und nicht gerade bettelarm ist, braucht weder eine feste Beziehung, noch eine Amme, noch die 'potenzielle Amme' einen Versorger.

    (Auch umgekehrt - moechte hier keinen Krieg der Geschlechter anregen oder dem Manne vor der Frau den Vorzug geben)

    Warum sucht dann Mensch immer wieder eine Beziehung einzugehen, wenn er/sie doch eigentlich 'Alles' hat und 'abgesichert' ist?

    Viele leiden unter, ich will es mal als "Masseneinsamkeit" bezeichnen, aber ueberall, es sei denn Mensch befindet sich in der Taklamkan Wueste, sind Menschen denen es oft - oder fast immer - genauso geht.. d.h. die nach Kontakten suchen.

    Allein aus diesem Grund ist eine feste Bindung, was Geselligkeit, neue Bekanntschaften, Zerstreuung, Unterhaltung und reger Austausch mit Neuem anbetrifft, doch geradezu kontraproduktiv.

    Da wird Haben oder nicht haben mit ins Spiel gebracht - ich meine das ist wenn ueberhaupt sekundaer - wir sollten mal die echten Hintergruende unserer Triebe - die uns in Partnerschaften mit dem gegenteiligen Geschlecht treiben und alle anderen Moeglichkeiten, Unmoeglichkeiten und Konsequenzen die sich mit einer gewissen Regelmaessigkeit in ALLE Beziehungen irgendwann - mal schneller mal langsamer - einschleichen, befassen.

    Wonach suchen wir eigentlich?

    Nach Informationen, Kurzweil, Geselligkeit die das Leben anscheinend lebenswerter machen, Pfortpflanzung, die Erhaltung der menschlichen Rasse - nicht wirklich, oder?

    Wieviele von den hier Anwesenden haben nicht schon die eine oder andere traumatische Beziehungskiste hinter sich oder stecken noch voll drin?

    Was haben die am Anfang gesehen, geglaubt, geliebt, projeziert, und was ist ploetzlich daraus geworden?

    Warum, wieso, weshalb?

    War da nicht vorher, gegenseitig immer wieder beschworen "Liebe" im Spiel, oder eben nur ganz einfach nur irdische Triebe, Beduerfnisse nach "Waerme", "Geborgenheit" und "Glueck"? Die die eigentlichen Ausloeser waren und von den hehren, so charakterstarken Aeusserungen schlichtweg - um das "Ziel" zu erreichen, verbraemt, huebsch geschminkt wurden?

    Nur so ein paar Gedanken zu diesem so hochinteressanten Thema...

    ich bin Aufgrund persoenlicher Erlebnisse, ernsthaft der Meinung das wir uns in den meisten Beziehungen, der Eine wie die Andere sich absolut was vormachen. Jeh nach Grad der Abhaengigkeit ist diese "Verschleierung" der Tatsachen mehr oder weniger intensiv ausgepraegt.

    Irgenwann einmal, meist bedingt durch den Faktor Zeit, laesst die Energie diese 'Makulatur' aufrecht zu erhalten nach und das Geruest faengt an zu broeckeln.

    Dann kommt es meist zu einer Phase der Vorwuerfe, des Zu-kurz-gekommen-seins, des Nicht-mehr-beachtet-seins...

    Wo kommt das so urploetzlich her?

    War doch die Grundlage aller Grundlagen "Liebe" oder etwa nicht?

    Wo beibt diese, ach so viel besungene und gelobte Eigenschaft, wenn es vor den Scheidungsrichter geht?

    Ja, wo nur?

    Dann hat sich die Quadratur des Kreises vollzogen! Oder sich die sprichwoertliche Katze in den Schwanz gebissen.

    Kreis vollendet.

    Beziehungen koennen sich, abgesehen von ganz wenigen Ausnahmen, nur auf Abhaengigkeiten aufbauen - wer keine Abhaengigkeiten hat/kennt oder besser sich von nichts abhaengig macht oder machen laesst, nur der ist eigentlich wahrlich in der Lage zu lieben - weil die "Liebe" einer 5exuellen Beziehung zwischen zwei Geschlechtern - u.A. immer Eifersucht beinhaltet, d.h. den Wunsch alleinige/r "Besitzer/in" des anderen Individiums zu sein.

    Ist einfach die menschliche Natur, so scheint es.

    Und da es aber heisst: "Eifersucht ist eine Leidenschaft die mit Eifer sucht was Leiden schafft!" wird die prekaere Situation einer "Liebesbeziehung" zwischen Maennlein und Weiblein deutlich.

    Diese Erkenntniss allein laesst die Frage nach dem "Warum"? aufblitzen..warum? Sich abrackern um eine "feste Beziehung" aufzubauen die von vornherein zum Scheitern - oder dem Leben einer Lebenslangen Illusion - verurteilt ist..Wozu?

    Wer wuerde sich, sofern ihm/ihr die folgenden Konsequenzen bewusst/bekannt sind auf so ein waghalsiges Unternehmen einlassen? Wer und warum wohl?

    ...mal gaaanz ehrlich - worum geht es wirklich in einer Beziehung zwischen den Geschlechtern?

    Ich bin heute ernsthaft der Meinung das "Liebe" die a-5exuell ist unbedingt erfuellender ist, als jede Liebe die bedingt auf 5exuellen Beziehungen aufbaut - jeh sein kann.

    ..fuer Heute genug, bis bald

  5. #14
    Avatar von Ralf_aus_Do

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    Re: E s s a y s

    Ich gehe dann mal erstmal auf Antworten ein, ehe ich einen weiteren Beitrag schreibe (auch das habe ich gleich noch vor, mein Schatz schläft tief und fest, ich bin hellwach)

    Phimax hat von Erwartungen gesprochen, davon daß ich ja jetzt wüßte, instinktiv richtig gehandelt zu haben. Hiermit hat er 'meine Meinung' bestätigt. Ich kann hier nur darauf hinweisen, daß es das wunderbarste der Welt sein kann einen geliebten Menschen außerhalb des Bettes kennenzulernen.

    Hier zitiere ich, und nummeriere die Zitate:

    Samuianer schrieb
    (...)

    (1) faellt mir auf das es immer wieder - auch in anderen Threads - um die gleiche Problematik "Liebe, Geld und Abhaengigkeiten in einer zwischenmenschlichen Beziehung" geht.

    (...)

    (2)Der elementarste Teil zur Sicherung des Ueberlebens eines Einzelindividiums, ist eben nur durch Einkommen, d.h. finanzielle, materielle Absicherung moeglich. Beduerfnisse also, die auf Urinstinkten beruhen und darauf ausgerichtet sind unseren Fortbestand zu sichern.

    (...)

    (3.)Wer sich nicht einsam fuehlt und nicht gerade bettelarm ist, braucht weder eine feste Beziehung, noch eine Amme, noch die 'potenzielle Amme' einen Versorger.

    (...)

    (4.)Wonach suchen wir eigentlich?
    Ich habe mir Mühe gegeben Samuianers Beitrag arg zu kürzen, um Antworten oder Anmerkungen aus meiner Sicht darzulegen - ich halte vieles was er hier schrieb für richtig, einiges für unrichtig, alles für lesenswert. Trotzdem meine Anmerkungen

    1.) Das Leben dreht sich doch um die Suche nach Glück, Glück wird meiner Erfahrung nach nur durch Liebe möglich (schon dies mögen viele anders sehen) Liebe jedoch bedingt Abhängigkeiten, die Glück zerstören können. Es wundert mich nicht, daß so viel darüber geschrieben wird, letztlich wundert es mich, daß nicht mehr drüber gesagt wird.

    2.) Da widerspreche ich komplett, finanzielle Absicherung darf niemals Ziel, sondern sollte Werkzeug sein - die Definition von finanzieller Absicherung als Ziel treibt Menschen in ihr Unglück und andere mit ihnen!

    3.&4.) Menschen streben nach Glück, da sie nicht wissen, was Glück ist, stellen sie sich andere Fragen, in Phasen, in denen sie Glück haben sind andere Dinge die Unglück bedeuten geringerwertig, Geld mag Glück bedeuten, mehr Geld aber nicht mehr Glück. Da die Suche nach Glück ungeheuer schwierig ist, wissen wir noch nicht einmal wonach wir wirklich suchen und versuchen uns lieber an der recht einfach zu bewerstelligen materiellen oder 5exuellen Befriedigung.

  6. #15
    Avatar von MadMovie

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    Re: E s s a y s

    @ Samuianer,

    besser kann man es nicht ausdrücken!

  7. #16
    Avatar von Ralf_aus_Do

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    Re: E s s a y s

    4.) Bearbeitung
    Was prägt Menschen

    Münzen werden 'geprägt', mit hohem Druck wird Münzenrohlingen ein Stempel aufgedrückt. Bei der Herstellun von Münzen geschieht dies rasend schnell.

    Soeine Prägung kann man sosehr man sich bemüht nicht ohne die Münze einzuschmelzen rückgängig machen, ein Rest der alten Prägung bliebe bestehen.

    Nicht ganz so schnell kann man Menschen prägen, es ist aber nach wie vor ein schneller Vorgang. Ich möchte hier nichts detailliert berichten - es handelt sich hier jedoch um 'Erlebtes', meine Freundin wurde geprägt, wie wir alle von unseren Erfahrungen geprägt werden. Die Prägung, die meine Freundin trägt äußert sich in Angst vor Menschen, meine Freundin zeigte lange Zeit bevor wir ein Paar wurden erhebliche Angst vor mir. Ich mag hierzu nicht vieles mehr schreiben wollen, nur ist diese Angst nachwievor spürbar. Ich würde niemals ihr wehtun, sie hat denoch immer noch ein wenig Angst, ihre Vergangenheit, insbesondere die aus ihrer ersten Ehe mit der sie nach Deutschland kam, ist mir bekannt.

    Bevor wir ein Paar wurden, war die Angst vor mir schlimmer, zu dieser Zeit mußte ich auch einmal den Urheber der Angst kennenlernen, zu dem Zeitpunkt bewertete ich dies als 'leicht reparabel' ich wußte nicht, wie prägend wenige Jahre seien können.

    Ich befürchte, Angst wird immer Teil unserer Beziehung bleiben.

    hiermit schließt sich #4, das war reichlich kurz, ich habe aber um so länger nachdenken müssen

  8. #17
    Avatar von mipooh

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    Re: E s s a y s

    Im Grunde könnte alles so einfach sein, wie es ist. Aber durch die angesprochenen Prägungen stellen wir die Welt erst auf den Kopf bevor wir anfangen sie zu beurteilen.

    Die Frage "Liebt sie mich?" ist eigentlich sekundär. Meine eigentliche Frage ist, liebe ich und steht sie dabei in meinem Blickfeld? Ist sie es, die mir immer wieder eine Möglichkeit verschafft, dieses mir sehr angenehme Gefühl zu leben, jemand zu sein, der liebt?

    Natürlich habe ich grundsätzlich diese Möglichkeit zu lieben und zwar unabhängig davon, ob mir jemand eine Gelegenheit gibt. Das ist ja meine Freiheit, zu fühlen und zu denken, was immer ich will. Und doch sind da andere Menschen, die mir Gelegenheiten geben. Das hilft mir, der Mensch zu sein, der ich sein mag. Denn mit dem Gefühl der Liebe geht´s mir einfach nur gut.

    Ich sage manchmal zu meiner Frau, dass es mir völlig egal sei, ob sie mich liebt. Sie solle es geniessen, es sei ihr Gefühl, meines sei meine Liebe und die sei mir wichtiger als ihre. Natürlich ist das eine krasse Vereinfachung, denn es ist wie beschrieben ihre Liebe, die mir die Gelenheiten erweitert meine eigene zu fühlen. (Wie gesagt, grundsätzlich ist es nicht meine Voraussetzung, aber es hilft)

    Und Geld, das ist doch meine Energie von gestern, die mangels Gegenliebe vorübergehend in Scheine verwandelt wurde. Mit meiner heutigen Liebe gibt es in Wahrheit gar keinen direkten Zusammenhang. Wenn ich nun abstrahierte alte Energien mit mir herumschleppe, die ich heute in Zuwendungen jeder Art verwandeln kann, dann könnte ich natürlich meinen, dies einsam und allein tun zu müssen.(so wie ich es meist einsam und allein erkämpft habe)

    Eine Zwickmühle, denn wenn ich mit dem Gelegenheiten-Geber zusammen bin, wird es mir kaum gelingen, gleichzeitig einsam meine alten Energien in Zuwendungen dritter zu verwandeln...

    Die Lösung ist (für mich), mich auf das heute zu konzentrieren und meine Gelegenheiten zu suchen, der zu sein, der sich wohlfühlt. Also ein liebender Mensch. Dass ich meine Energien von gestern dabei nicht missachte ist für mich insofern selbstverständlich, dass ich weiss, was ich alles leben musste um so viele Energien zu abstrahieren. Also schmeisse ich nicht sinnlos damit herum. Sie aber nicht teilen zu wollen, das hiesse für mich, sie einsam wieder umzuwandeln.

    Es ist also eine Art Gratwanderung zwischen meinem Gestern und meinem Jetzt. Beides verdient Beachtung.

    Jetzt mal praktischer: Natürlich kann meine Frau nicht im selben Maß über mein Geld verfügen wie ich. Sie kennt nicht meinen Existenzkampf in der Bemühung es zu bekommen und sie würde es so schnell verpulvern, dass mir schwindelig würde.
    Andererseits kann ich mir meinem Haupt-Gelegenheitsanbieter gegenüber keine zu grosse Einsamkeit leisten. Denn dann kommen die Gelegenheiten nicht bei mir an (nicht weil sie sie nicht gäbe, sondern weil mein Schwerpunkt auf der Betrachtung anderer Dinge liegt). Also finde ich es ok, dass sie nicht arbeiten geht, Dinge mit meinem Geld bezahlt, gut wohnt, isst und trinkt und auch sonst viele schöne Dinge tut, die oft Geld kosten.

    Würde sie meine Vergangenheit überstrapazieren, mein Geld also rausleiern und verpulvern, hätte ich sicher ein Problem, dies zu akzeptieren. Ich habe auch oft genug erklärt (wenn sie nach meinen Maßstäben unachtsam damit umging), dass mein Geld meine Energie von gestern ist, und dass ich mich noch gut erinnern kann, wie ich es mir erkämpfen musste.
    Das ist ein Teil Welt, den sie nicht in meiner Weise kennt, sondern in ihrer Weise. Und diese Weisen unterscheiden sich erheblich. Vorsorge für später gab es in ihrem Leben nicht, bzw in einem für mich Europäer nicht erkennbarem Maß.
    Ich habe dafür Verständnis und gebe auch Gelegenheiten, diese Dinge ein wenig kennenzulernen. Sie wiederum vermittelt mir ein Stück Sorglosigkeit, was nicht zu verachten ist.

    Es gibt, bezogen auf Liebe, keinen direkten Zusammenhang mit Geld, aber es gibt Begegnungen. Im Alltag kommt beides vor und es liegt an jedem Einzelnen, wo er situativ Schwerpunkte empfindet. Und auch, wo er sie haben möchte. Denn diese ständige Entscheidung zwischen Vergangenheit und Gegenwart (auch in Bezug auf Zukunft, denn was ist wenn die Kohle alle ist) ist Alltag. Das wird sich auch niemals ändern und grundlegende Fragen sollten möglichst schon im Vorfeld einer Beziehung geklärt sein.

    Danach gilt es nur noch, die Standpunkte zu vermitteln, während man sich (hoffentlich) nicht davon abbringen lässt, die Beziehung zu leben.

    Ich denke, dies ist ein Punkt, der oft nicht ausreichend klar bzw. geklärt ist. Und dann kommt es zu diesen Konflikten, in denen dem, der mehr abstrahierte Vergangenheit mit sich herumschleppt, unwohl wird. Oft zu recht, weil es für ihn ein Teil seines Lebens war, der sich in Goldkettchen und ähnlichen Spirenzchen auflöst.
    Aber woher soll so eine arme Frau den Wert der Vergangenheit eines Falang kennen, der mal locker in einer Bar ein paar Tausend Bath vertrinkt....nicht gerade die beste Art der Wertevermittlung...

    Und in Anbetracht dessen fürchte ich, dass mein Geschreibsel sowieso die am besten verstehen, denen ich es gar nicht sagen müsste...

    Gruss
    mipooh

  9. #18
    mrhuber
    Avatar von mrhuber

    Re: E s s a y s

    Selten kann ich einen Beitrag so nachempfinden wie jenen vom @samuianer. Eine klare und deutliche Auseinandersetzung mit der Thematik, die seit jeher die Menschen beschäftigt.

    Die Grundfeste meines Lebens auf jemand anderen aufzubauen, mein Glücksempfinden danach zu richten, ob ich in trauter Zweisamkeit in einer Idylle versinke, die nur allzuschnell brüchig werden kann - da möchte ich mich nicht drauf verlassen.

    Es gehört für mich zu den unnatürlichsten Lebensweisen, ein ganzes Leben auf einen Menschen einzurichten. Und es ist ja überdeutlich zu erleben, wie oft diese Vorhaben scheitern, aus den unterschiedlichsten Gründen.

    Ich habe es schon auch versucht, jahrelang, immer wieder, dieses Gefühl von Glück, das tatsächlich nur ein Liebesgefühl auslösen kann, in dieser Intensität jedenfalls, zu erreichen, zu erleben, und habe es auch immer wieder geschafft - aber immer wieder nur auf eine gewisse Zeit begrenzt. Das war mir nicht genug, sollte es denn so sein, daß es der Gang der Dinge ist, daß dieses hohe Gefühl mit der Zeit wieder abnimmt? Damit gebe ich mich nicht zufrieden, ich will nicht mein ganzes Leben lang einen Kompromiss leben. Und dazu dann Vorhaltungen, Treue, Erwartungen, Forderungen, alles Dinge, die es nicht wert sind, einen Kompromiss aufrecht zu erhalten.

    Aber jeder ist eben anders gestrickt, und ich habe auch ziemlich aufgehört, weiter groß darüber nachzudenken - möglicherweise in dieser Richtung resigniert. Nichts desto trotz fühle ich mich freier denn je, freier von diesen Erwartungen, die ich irgendwann, auch im herkömmlichen moralischen Sinn, immer wieder an mich selbst gestellt hatte.

    Ist nichts für mich, ich will mein Leben selbst in der Hand haben, selbst entscheiden - will mich nicht davon abhängig machen, ob ich nun geliebt werde oder vielleicht doch nicht, ob eigentlich was anderes dahinter steckt - ist mir den Aufwand nicht wert.

    Dies alles ist keine Laune, die mal so eben aus mir raussprudelt. Ich hatte mal andere Ideale. Vielleicht habe ich sie auch durch eigenes Unvermögen eleminiert, keine Ahnung. Was für mich zählt, ist das Leben, wie ich es im Moment empfinde.

    Vielleicht geht es ja mal wieder in die andere Richtung, wer weiß.


    @mipooh

    auch verstehe ich sehr gut, was Du schreibst, lese auch Deine homepage, eine erstaunliche Entwicklung. Was ich nicht nachvollziehen kann, oder vielleicht habe ich das auch falsch verstanden, ist Deine etwas egoistische Form Deines Liebens - indem Du es nicht davon abhängig machst, ob Du ebenfals geliebt wirst - hauptsache Du kannst Deine Liebe auf jemanden projezieren.


    @Ralf

    mir gefällt, daß Du Dir mehr Gedanken um Deine Freundin machst als über Dich. Respekt!

    Karlheinz

  10. #19
    Avatar von mipooh

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    Re: E s s a y s

    @mrhuber
    Es mag nach Egoismus klingen. Ich denke, das ist es aber nicht. Worauf ich hinweisen möchte ist, dass wir selber die Produzenten in unserem Leben sind, insbesondere die Produzenten unserer Gedanken und Gefühle.
    Und dass diese nicht nur irgendwie zufällig da sind (oft auch schon), sondern dass wir eine Entscheidungsfreiheit haben. (was wir mit unserer Fähigkeit zur Wertschätzung anfangen)


    Vom Empfinden her ist meine Erfahrung, dass ich meine eigenen Gefühle stärker wahrnehme als die eines anderen Menschen.

    Und meine Vorstellung von Selbstbestimmung und Verantwortung lässt mich meine eigenen Gefühle schneller bewerten als die eines anderen Menschen. Dem ich ja volle Freiheit zubilligen mag. Daher die krass wirkende Schlussfolgerung, dass die Liebe des anderen (von der Empfindensseite) an zweiter Stelle kommt. Deshalb nehme ich sie schon wahr...

    Was die Wertschätzung angeht ist es genau umgekehrt. Denn meine Liebe, das bin ja ich, was sollte ich da noch zusätzlich wertschätzen. Der Part ist schon irgendwie inbegriffen. Ich denke, da ist dann der Ausgleich, der mich vor Egozentrik bewahrt.

    Deine Erfahrungen zum Thema Liebe kann ich gut nachvollziehen. Allzuoft kommen durch Routine und Alltag ganz andere Spielchen auf. Das ist verhängnisvoll und ich kann nachvollziehen, dass man darauf lieber verzichtet. Tue ich auch nach einer gewissen Zeit der Hinweise auf das was da wird. Und da daran zwei beteiligt sind, kann ich auch nicht einfach sagen, selber schuld, denn das träfe es nicht.

    Eine liebevolle Beziehung als solche am Leben zu erhalten ist gar nicht so einfach. Dazu gehört für zwei Menschen ein immer wieder hoher Grad an Aufmerksamkeit und Bewusstheit dazu. Kommt, ehrlich gesagt, sogar so selten vor, dass ich die "einsame Version" (keiner für immer, einige für Zeiten) durchaus nachvollziehen kann. Ich bin damit selber auch nicht sicher am Ende. Nur spreche ich derzeit aus einer Beziehung, die l(i)ebenswert ist. Rückblickend müsste ich es für wahrscheinlicher halten, dass auch diese Beziehung zeitlich begrenzt ist (vom Tod mal abgesehen). Mein Herz sagt halt, versuch´s trotzdem (jedesmal). Und das war immer so. Vielleicht gar nicht weit von dem weg, was Du so empfindest.

    Übrigens habe ich vor langer Zeit entdeckt, dass ich sehr häufig Menschen lieben kann. Leider ist es oft nicht lebbar, das nötige Feingefühl, eine Abstimmung, fehlt. Ich freue mich immer, wenn es mal irgendwo gelingt, trotz Partnerschaft (und im Prinzip, aber nicht in der Häufigkeit auch geschlechtsunabhängig, 5exunabhängig sowieso, zumindest für mich...).

    Gruss
    mipooh

  11. #20
    mrhuber
    Avatar von mrhuber

    Re: E s s a y s

    @mipooh

    ja, damit kann ich allerhand anfangen. Möchte jetzt nicht sagen, Du hättest das von Dir vorher geschriebene nun relativiert, bitte so nicht verstehen. Nein, Dein Empfinden und Deine Denkweise ist mir durch diese, detailliertere Beschreibung, verständlich geworden.

    Vieles, was Du schreibst, über Deine Vorstellungen, über die Art und Weise wie Du es jetzt angehst, kenne ich. Möchte fast sagen, aus etwas früheren Jahren. Auch die Bereitschaft, die Fähigkeit, zu lieben, ist mir so nicht fremd.

    Es ist eben alles einem ständigen Wandel unterworfen. So auch eine Meinung, die ich heute schreibe. Denn, wenn ich nachdenke, und zu dem selben Thema noch vor 10 Jahren geschrieben hätte, sähe es anders aus. So ist es nicht weit hergeholt, daß selbiges in weiteren 10 Jahren...

    Insofern sollte man dies alles zwar in voller Überzeugung empfinden, aber dennoch nicht allzu wichtig sehen. Aus Deinen Beiträgen schimmert ja auch ein ziemliches "Zeitgerüst" hervor, mit einer interessanten Abhandlung über die >frühere Energie<.

    Gute Gedanken hier zu einem bewegten Thema.

    Karlheinz

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