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Die Unzufriedenheit in uns

Erstellt von dutlek, 30.04.2007, 07:56 Uhr · 10 Antworten · 1.268 Aufrufe

  1. #1
    Avatar von dutlek

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    Die Unzufriedenheit in uns

    Die Unzufriedenheit kennen wir meistens als „Problem“: Wenn wir sagen: „Ich weiss nicht warum das so ist? Was ist die Ursache davon?“ Wenn irgendwann ein Problem auftaucht, wird immer schnell gesagt, dass die Personen einen Fehler gemacht haben, dass jetzt so etwas passieren muss. Im Dhamma gibt es viele verschiedene Formen der Unzufriedenheit und die dazugehoerigen Ursachen. Von uns und von Bhudda sind die Gedanken etwas verschieden. Dies liegt an der Ursache, die uns unzufrieden werden laesst. Gemaess der Linie des Dhamma gibt es Unzufriedenheit, die von der Ursache abhaengt. Das steht in einer Lehrrede namens „WITANG KASUT“: Buddha war im Schedawan-Tempel von Bin-tig-ga in der Stadt Sawat-ti gewesen. Er hat seinen Moenchen erklaert, was die Unzufriedenheit ist, die von einer Ursache abhaengen.

    Weil wir noch nicht die Wahrheit wissen, darum haengendie Gedanken vom Geist ab. Dann kennen wir nur die sechs Sinne oder auch die Wahrnehmungen von Augen, Ohren, Nase, Zunge, Koerper und demGeist. Die Wahrnehmungen der Sechs Sinne sind Glueck, Unglueck oder ein neutrales Gefuehl.

    Den Kontakt zwischen innen und aussen stellen die Augen, Ohren, Nase, Zunge, Koerper und Geist her. Das sind Geraeusche wie Geschmack, Geruch, Kaelte, Waerme, hart, weich und Gedanken. Man kann also Dinge anfassen ueber die sechs Sinne mit den Augen, Ohren, Nase, Zunge, Koerper und Geist. Wir erkennen das Gefuehl von Gier. Es ist das Wollen, Suchen von Koerper, Sprache, Geruch, Geschmak, Anfassen und von Gedanken.

    Weil wir etwas haben wollen, haften wir an der Zufriedenheit, den Gedanken, der Entscheidung und an den verschiedenen anderen Dinge an. Weil wir anhaften, bleibt unser Leben so wie das von allen anderen Lebewesen. Bei einem guten Leben existieren wir als Menschen, Goetter, koerperliche und koerperlose Goetter im Himmel. Das Gegenteil sind die, die nicht gut sind. Es sind die Tiere, Hungergeister, Daemonen und Hoellenwesen.

    Je nach dem Leben, das wir gefuehrt haben, werden wir an verschiedenen Plaetzen wiedergeboren. Wir koennen als Menschen, Goetter, Daemonen, Hoellenwesen oder als Tiere wiedergeboren werden. Nachdem wir in ein anderes Leben geboren worden sind, werden wir alt, verfallen, sterben, sind traurig, unzufrieden mit Koerper und Geist. Es ist die Unzufriedenheit, die vom Geist der Person kommt, die nicht die Wahrheit wissen. Wenn man etwas nicht weiss, dann suchen die Gedanken nach allen Dingen und ob es ihnen gefaellt oder nicht, dann haften sie daran. Das heisst „U-BA-THAAN.

    Wenn unser Geist an etwas anhaftet, kommt das in unser Leben und wir haengen an diesen Dingen fest. Wenn es gut ist, dann ist man zufrieden und gluecklich. Wenn es nicht gut ist, dann ist man unzufrieden und ungluecklich.

    Zusammengefasst kann man sagen, wenn der Geist an irgendwas haftet, dann folgt immer unzufriedenheit. Wenn er sehr lange anhaftet, dann folgt auch laengere Unzufriedenheit. Aber wenn unser Geist alles loslassen kann, dann gibt es keine Unzufriedenheit. Wenn wir an etwas anhaften, dann sind es Dinge die GIER, HASS und VERBLENDUNG haben.

    Der Dhamma ist sehr schwer und nicht einfach zu verstehen. Weil im Geist vor allem GIER ist, dasshalb koennen wir nicht sehen, verstehen und haben keine Weissheit zum Verstehen. Hachdem wir praktizieren und langsam verstehen, kommt auch langsam die Wahrheit zum Vorschein. Das ist identisch mit dem Sonnenschein, der kommt um die Welt zu erhellen damit die Dunkelheit weggeht.

    [hr:09109076c9]

  2.  
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  3. #2
    Avatar von Samuianer

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    Re: Die Unzufriedenheit in uns

    Moechte zu der Thematik gern Nagarjuna erwaehnen:

    "Nagarjunas Lebenswerk bestand in der genauen Erläuterung und Systematisierung von
    Buddhas Worten. Er verfasste sehr viele Kommentare, in denen er darlegt, dass der
    materiellen Welt eine letztendlich vorhandene Wirklichkeit fehlt und die Lebewesen keine
    wirklich existierende Persönlichkeit besitzen (Lehre von der Leerheit).
    Der methodische Ansatz seiner Lehre ist, dass jedes Ding nur durch das Vorhandensein
    seines Gegenteils eine Wirklichkeit erfährt. Diesem Grundsatz folgend werden alle
    Gegensätze als unabhängig existent abgelehnt und widerlegbare Standpunkte vermieden."

    Quelle:



    Schwierig zu verstehen, setzt aber voraus das wir uns ueberhaupt als "Existente Persoenlichkeit" sehen und verstehen.

    Das wiederum leitet direkt in die "Identifikationsfalle" des "Ich".

    Sehe ich mich, mein Leben nur als Reflektion der Dinge die um mich herum geschehen, ist eine gewisse Distanz hergestellt und laesst interpretierte Geschehnisse wie "Leid" oder "Freude" und "Glueck" in einem ganz anderen Rampenlicht erscheinen.

  4. #3
    Avatar von Tschaang-Frank

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    Re: Die Unzufriedenheit in uns

    Dutlek

    Das was du oben beschreibst ist ja nun das ABC des Buddhimus - das sollte man schon verstanden haben und so wie du es beschrieben hast sollte es fuer die meisten auch nicht zu schwer sein.

    Wir haben hier ja immerwieder das Thema "Auswandern" - genau aus den oben beschriebenen Gruenden wird das nie etwas - also zumindest solange nicht wie man seine "anhaftungen" mitschleppt.
    Das gibt es kein Land auf der Welt und wenn ich zum Jupiter fliege in dem ich "gluecklich" leben werde!

  5. #4
    Avatar von maphrao

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    Re: Die Unzufriedenheit in uns

    Ist es wirklich so, dass Tiere im Buddhismus schlecht sind?
    Wieso ist das so? Wieso werden Elefanten verehrt, wieso haben viele Buddhisten Haustiere?
    Fragen über Fragen von jemandem, der sich bisher nur gaaanz oberflächlich mit dem Buddhismus auseinandergesetzt hat.

  6. #5
    Avatar von chinnotes

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    Re: Die Unzufriedenheit in uns

    Also ich weiß nicht...
    Ich muss gestehen, dass ich mich mit Buddhismus nicht näher befasst habe und ich habe keine einzige buddhist. Schrift gelesen, sondern nur hin und wieder von anderen gelesen, was Buddhismus ausmache..

    Der Gedanke, dass man z.B. wiedergeboren wird als Tier, als körperlicher Gott oder als Dämon, ist für mich absolut nicht nachvollziehbar...und wenn ich das richtig verstanden habe, ist das ein zentraler Glaubenssatz (wenn das das richtige Wort ist) im Buddhismus...

    Oder- wie Maphrao schon bemerkt- wieso sollen Tiere "böse" sein? Böse kann meines Erachtens nur der Mensch sein, er allein hat einen Willen und kann sich für dieses oder jenes entscheiden...Sollte man mit "böse" was Anderes meinen, müsste man andere Worte benutzen.

    Oder wo man etwas vergleicht mit dem Sonnenschein, "der kommt, um die Welt zu erhellen, damit die Dunkelheit weggeht". Als gäbe es da eine Finalität, wie das Wort "um zu" oder "damit" ausdrückt. Für mich gibt es nur die Aussage "die Sonne scheint", das ist identisch mit "es ist nicht mehr dunkel".

    Usw. usw. Bei fast jedem Satz habe ich Einwände.

    Ich weiß, dass der Buddhismus als praktische Lehre viel geleistet hat und leistet, dass er die Menschen gut durch Leben führt, aber glauben, verstehen, nachvollziehen kann ich die Aussagen und zugrunde liegenden Gedanken nicht...

    Bitte versteht mich nicht falsch. Natürlich heißt das oben Gesagte nicht, dass ich intolerant bin. Ich lasse jedem seinen Glauben und versuche, keinem meine Gedanken aufzuzwingen. Aber wenn ich an zentrale Glaubenssätze einer Religion nicht glauben kann, ja (vielleicht ist das vermessen) für definitiv unrichtig halte, warum sollte ich mich dann mit einer solchen Religion näher beschäftigen? Höchstens aus historischen oder kulturwissenschaftlichen Gründen, ich könnte den Buddhismus nur betrachten, wie ich die Tiere in einen zoologisches Museum betrachte, und staunen, was es alles gibt...

    Erwin

  7. #6
    Tana
    Avatar von Tana

    Re: Die Unzufriedenheit in uns

    Dutlek schrieb> Weil wir noch nicht die Wahrheit wissen, darum haengendie Gedanken vom Geist ab. Dann kennen wir nur die sechs Sinne oder auch die Wahrnehmungen von Augen, Ohren, Nase, Zunge, Koerper und demGeist. Die Wahrnehmungen der Sechs Sinne sind Glueck, Unglueck oder ein neutrales Gefuehl.>

    Das stimmt so nicht. Menschen haben weitaus mehr als 6 Sinne. Und bevor man sich Diesen nicht bewusst ist, also sein Wesen nicht richtig kennt, sollte man erst gar nicht damit anfangen sich mit Buddha zu beschaeftigen. Da kommt auf Dauer nicht viel bei raus, ausser ein starkes Beduerfnis Anderen sein Erlerntes oder auch seine Erkenntisse mitzuteilen, so falsch die auch sein moegen.

    Als Einstieg empfehle ich das Buch >Die 12 Sinne, von Albert Soesman>
    Damit Ihr wirklich mal Erkenntnis erlangt. Ein Baum waechst ja schliesslich nicht von oben nach unten.

    Gerd

  8. #7
    Tramaico
    Avatar von Tramaico

    Re: Die Unzufriedenheit in uns

    Zitat Zitat von maphrao",p="475763
    Ist es wirklich so, dass Tiere im Buddhismus schlecht sind?
    Wieso ist das so? Wieso werden Elefanten verehrt, wieso haben viele Buddhisten Haustiere?
    Fragen über Fragen von jemandem, der sich bisher nur gaaanz oberflächlich mit dem Buddhismus auseinandergesetzt hat.
    Lass Dich nicht irritieren. Beantworte Deine Fragen einfach selber und stelle die Fragen in einer Weise, die fuer Dich von Bedeutung ist.

    Sind Tiere fuer DICH schlecht? Antworte rein aus Deinem Gefuehl und Deinen Erfahrungen heraus. Unabhaengig davon, was andere sagen, meinen oder interpretieren.

    Wir leben in unserer Familie mit 3 Hunden, 6 Katzen, 10 Fischen und 1 Eichhoernchen zusammen und kuemmern uns nebenbei auch noch um freilaufende Exemplare in der Nachbarschaft.

    Warum? Nun, wir empfinden den Umgang mit Tieren als aeusserst angenehm, weil sie oft ehrlicher, offener und leichter zu nehmen sind als mancher Mensch und fuer mich ist es sogar leichter Tiere zu lieben als Menschen.

    Selbst dann, wenn alle Moenche und Prediger dieser Welt dozieren wie wichtig es sei die Menschen zu lieben und dass Tiere eine niedrigere Lebensform seien.

    Das Wohlergehen meiner Tiere, fuer die ich Sorge trage, liegt mir mehr am Herzen als das manches Menschen.

    Trotzdem sehe ich mich als Buddhisten.

    Beirrt mich das und/oder wirft es Fragen in mir auf? Nein, ich folge MEINEM Weg einfach weiter, ohne mein "wie ich bin" in Frage zu stellen, weil es nicht konform mit DEM Buddhismus sein koennte.

    Muss ich die Menschen lieben um Buddhist zu sein? Ist dieses Bedingung. Nun, dann bin ich nach dieser Regel kein Buddhist.

    Bedingungslose Liebe ist aber letztendlich genauso deskonstruktiv, wie bedingungsloser Hass, denn beides sind Extreme, die es nach der Philosopie des Mittelweges unbedingt zu vermeiden gilt.

    Innige Liebe bringt sogar Gefahr mit sich. Die Angst zu verlieren. Eine Situation, die zwangslaeufig wieder Leid ausloest. Zufriedenheit ist nicht zu erreichen, da die schwarzen Wolken der Moeglichkeit des Verlustes staendig ueber einem schweben.

    Sei Dir selber treu und lasse Dich durch fuer Dich Unverstaendliches nicht aus dem Tritt bringen.

    Im Buddhismus gilt es sich vom "Leiden" zu befreien und hierdurch eine Ausgewogenheit, eine Harmonie, in absoluter neutraler Zufiedenheit muendend, zu erreichen.

    Hilft Dir die Erkenntnis, dass Tiere schlecht seien dabei oder eine Trennung von "Himmel" und "Hoelle", von schwarz und weiss, von gut und boese? Falls ja dann profitiere davon. Wenn nicht und es erscheint Dir unverstaendlich, dann verwerfe es einfach und wende Dich ergiebirgeren "Wegweisern" zu

    Im Buddhismus gibt es eigentlich nur die Suchenden.

    Die Suchenden, nach dem fuer sie richtigen Weg Erkenntnis zu erlangen, naemlich die Realisierung der absoluten Ausgewogenheit. Auch Moenche und alle ueber den Buddhismus Dozierenden sind letztendlich nur Suchende.

    Selbst Buddha war nur ein Suchender, der aber letztendlich gefunden hat und lediglich seine Erfahrungen teilte.

    Nicht er leitet in Goettlichkeit unsere Schritte, sondern wir tuen dies immer nur selbst. Zufriedenheit koennen wir daher nur durch uns selbst erreichen.

    Die Last kann uns NIEMAND abnehmen.

    Mei mie tang lad - Keine Abkuerzungen

    Viele Gruesse,
    Richard

  9. #8
    Avatar von Nokhu

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    8.024

    Re: Die Unzufriedenheit in uns

    Zitat Zitat von chinnotes",p="475784
    Ich lasse jedem seinen Glauben...
    ...wenn er ihn braucht.

    Religionsmässig glaube ich schon ewig nicht mehr. Und das weltliche "glauben" ist bei mir auch immer zu 100% in die Hose gegangen. Deshalb auch hier kein Bedarf mehr.
    Glauben heisst, nicht wissen.

    [s:ee19a9149b]Ich glaube[/s:ee19a9149b] ich bin Realist.

    Was das jetzt mit Unzufriedenheit zu tun hat?

    Ich weiss es nicht!

  10. #9
    Avatar von Dieter1

    Registriert seit
    10.08.2004
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    31.992

    Re: Die Unzufriedenheit in uns

    Klaus,

    Buddhismus wie ihn Tramaico hier interpretiert, hat weniger mit "Glauben" als mit Logik zu tun und steht deshalb in keiner Weise in Widerspruch zum Realismus :-) .

    Gruss Dieter

  11. #10
    Auntarman2
    Avatar von Auntarman2

    Re: Die Unzufriedenheit in uns

    Zitat Zitat von Dieter1",p="475939
    Klaus,

    Buddhismus wie ihn Tramaico hier interpretiert, hat weniger mit "Glauben" als mit Logik zu tun und steht deshalb in keiner Weise in Widerspruch zum Realismus :-) .

    Gruss Dieter
    Sagen wir mal so: Es hat primär mit einem "Glauben an sich selbst" zu tun. Was natürlich auch die Voraussetzung ist für ein eigenes glückliches Leben, was dann auch die Umgebung erfreut. Was man natürlich nur so sehen kann, wenn man Realist ist .

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