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Die Legende vom Smaragd Buddha

Erstellt von Jinjok, 07.01.2002, 10:13 Uhr · 44 Antworten · 4.174 Aufrufe

  1. #31
    Avatar von Jinjok

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    Re: Die Legende vom Smaragd Buddha

    Hehe ich liebe Polemik, wer braucht schon konstruktive Kritik! Zugegeben, war mein Ansatz von 2002 nicht vollkommen, aber vor 6 Jahren war es halt in der deutschen Internetlandschaft nicht besser zu bekommen. Inzwischen sind die internationalen Quellen ausführlicher und mannigfaltiger geworden. Die Behauptung, die Figur wäre laotisch und von den Siamesen Zitat: "geklaut" worden ist zu simpel und zu kurz gedacht.

    Praktisch ist die Figur indisch und wurde über die Lanna-Reiche genauso zum ererbten thailändischen Kulturgut wie die die historisch vergleichsweise kurze laotische Episode von 226 Jahren es zu einer geschichlichen Erbschaft Laos macht. Hier meine Zusammenfassung der heute bekannten Oddysee des Smaragbuddhas vom letzten Jahr:

    Zitat Zitat von Jinjok im Januar 2007
    Der Ursprung der Figur liegt wahrscheinlich in Indien vor 2050 Jahren. Der Legende nach schlug 1434 ein Blitz in den Chedi des Wat Phra Keaw in Don Tao im Königreich Lanna, in der heutigen Provinz Chiang Rai. Im geborstenen Chedi fanden die Mönche verschiedene historische Buddhafiguren aus Gips. Die Größte nahm der Abt des Tempels mit in sein Kuti und reinigte sie mit geheiligtem Wasser bevor er sie an einem ehrenvollen Platz aufstellte. Als er sich vor ihr zur Meditation niedergelassen hatte, bekam die trocknende Gipsoberfläcke einen Riß und ein Stück der Figur platzte ab. Darunter kam ein grüner Edelstein zum Vorschein, der bekannterweise kein Smaragd ist sondern Jade. Der Abt entfernte die Gipshülle ganz und war von der Pracht wie erstarrt. Später wollte König Sa Fang Kaen die auf so wundersamme Weise wiederentdeckte Figur nach Chiang Mai bringen lassen. Die transportierenden Elefanten weigerten sich aber weiter zu gehen als bis nach Lampang. So glaubte man daß der Schutzgeist des Smaragdbuddha wollte, das er in Lampang bliebt. Der König Tiloka holte sie dann 34 Jahre später in die Hauptstadt Chiang Mai wo sie im Wat Chedi Luang in einer nach Osten blickenden Nische des großen Chedis aufbewahrt wurde.

    Der König des Lanna-Reiches hatte keinen Thronerben aber seine Tochter heiratete den König des Lan Xang-Reiches und zusammen bekamen sie einen Sohn der später König Setthathirat (Thai: König Chaichettha) wurde. Als der König von Lanna 1551 starb, wurde dem Prinzen im Alter von 15 Jahren der Thron angeboten. Als nur ein Jahr später sein Vater starb, wollte König Setthathirat in seine Heimat zurückkehren und König von Lan Xang werden. Er nahm den Smaragdbuddha mit nach Luang Prabang, der Haupstadt von Lan Xang. Er kehrte jedoch nie nach Chiang Mai zurück, genausowenig wie die Figur des Smaragdbuddha. 1558 okkupierten die Burmesen wieder einmal einen Teil der siamesischen und laotischen Reiche, dabei zerstörten sie gewöhnlich die religösen Bauten und raubten alle Wertgegenstände. König Setthathirat wurde von der Armee des burmesischen Königs Bayinnaung aus Luang Prabang verjagt und verlegte die Hauptstadt 1564 an seinen sicheren Aufenthaltsort Vientiane (Thai: Vieng Chan) und brachte die Figur des Smaragdbuddha dorthin vor den burmesischen Zerstörern in Sicherheit.

    1565 ließ er Haw Pha Kaew errichten um dem Smaragdbuddha eine würdige Heimstatt zu geben. Hier verblieb er bis zur Zeit des Untergangs des Reiches von Ayutthaya 1778, Thailands damaliger Hauptsatdt. Prinz Phraya Chakri, der Gründer der noch heute in Thailand regierenden Chakri-Dynastie und spätere König Rama I. von Siam, zog noch als General unter König Thaksin von Siam nach Laos und nahm Vientiane ein. Er raubte den Smaragdbuddha und brache ihn in die neue Hauptstadt Siams nach Thonburi. Nachdem König Thaksin dem Wahnsin anheimgefallen war und getötet wurde, wurde die Hauptstadt auf die östliche Seite des Menam Chao Phrya, auf die Insel Rattanankosin verlegt und Krung Thep Maha Nakhorn gegründet.

    Zu dieser Zeit befand sich auf dem Ostufer nur ein chinesischer Handelsposten mit dem Namen Bang Kok was soviel wie Farm der Kok-Früchte (Obstbäume) bedeutet. 1784 wurde neben dem Palast des Königs der Wat Phra Kaew eingeweiht, der die Figur des Smaradgbuddhas noch heute beherbergt. König Rama I. ließ zwei Kleidungsstücke für den Smaragdbuddha anfertigen, eins für den Sommer und eins für die Regenzeit. König Rama III. ergänzte das Stück für die 3. thailändische Jahreszeit den Winter. Der Wechsel wurde zu Beginn jeder Jahreszeit in einer religiösen Zeremonie durch den König vorgenommen, der bei der Gelegenheit die Figur auch reinigte. Heute hat das wegen des fortgeschrittenen Alters von König Rama IX. Prinz Vajiralongkorn übernommen.

  2.  
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  3. #32
    Avatar von ReneZ

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    Re: Die Legende vom Smaragd Buddha

    Danke

    die meisten Internetseiten zu diesem Teil der Geschichte
    sind Englisch. Es ist schon interessant, zu lesen, wie
    unterschiedliche Verben benutzt werden für die Umsiedlung
    von Chiang Mai nach Laos, und von Laos nach Thonburi.
    Je nach Ansicht des Verfassers, versteht sich.

    Weil die Statue in Ihrer besser dokumentierte Geschichte
    an 7 Stellen war, finde ich es auch schwierig, der
    Behauptung zu folgen, dass die in der Mitte (die 4. oder
    5.) die einzig Richtige wäre(n).

    Wenn der smaragd Buddha jetzt in Chiangrai aufbewahrt
    werden würde, hätte wohl niemand ein Problem damit haben
    können....

    Gruss, René

  4. #33
    Avatar von Grüner

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    Re: Die Legende vom Smaragd Buddha

    Jinjok, Du bist sehr gut informiert, aber bei folgendem Punkt

    Zitat:
    Nachdem König Thaksin dem Wahnsin anheimgefallen war...

    gibst Du die "offzielle" Geschichtsversion weiter, die in Bezug auf den ermordeten Taksin, der Privatmeinung bzw. Geschichtsklitterung des putschenden Chakri-Clans entspricht und mit Geschichtswissenschaft nichts zu tun hat.

    Zitat:
    "Jahrhundertelang war Geschichte in Thailand der persönliche Besitz der Königsfamilie ... auch nach der "Revolution" von 1932 behielt man das exklusive Recht der Monarchie bei, Geschichte zu deuten..." Mukhom Wongtes: Intellectual Might and National Myth. Bangkok: Matichon 2003, xxi (= Vorwort, zitiert nach der deutschen Übersetzung in dem u. a. Buch von Hensel, S. 120.

    Ich empfehle nochmals Terwiel, Wyatt, Baker, Handley und Thongchai für eine thailändische Geschichte über dem Niveau der Seifenopern im dortigen Fernsehen.

    Für den hier konkret vorliegenden Fall (König Taksin) kann man auf Deutsch auch die Zusammenfassung im Kapitel "Wie Bangkok Hauptstadt wurde" im Stadtführer "Bangkok von Innen" von H. M. Hensel lesen (Zenos Verlag). Mir liegt die 4. Auflage vor, dort S. 290-296. Die 6. Auflage soll aber im Juni kommen, also vielleicht noch ein paar Wochen mit dem Entdecken warten.

  5. #34
    Avatar von Silom

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    Re: Die Legende vom Smaragd Buddha

    Zitat Zitat von ReneZ",p="586750
    Danke

    ...die meisten Internetseiten zu diesem Teil der Geschichte
    sind Englisch. Es ist schon interessant, zu lesen, wie
    unterschiedliche Verben benutzt werden für die Umsiedlung
    von Chiang Mai nach Laos, und von Laos nach Thonburi.
    Nein nicht Chiang Mai, sondern Chiang Rai.

    Ich hoffe aber jetzt nichts durcheinander zu bringen.

    War der Bereich Chiang Mai/Rai nicht laotisch?

  6. #35
    Avatar von HPollmeier

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    Re: Die Legende vom Smaragd Buddha

    Hallo,

    wer sich fuer die Geschichte Thailands interessiert, stoebert gewiss gern in den Quellen.

    Dazu verweise ich auf ein Buch des verstorbenen Dr. Gad Labudda. Es laesst sich bestimmt antiquarisch erwerben.

    Damit die Suche leicht faellt, ein paar Kopien:








    Gruss
    HPollmeier

  7. #36
    Avatar von Khlui_2

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    Re: Die Legende vom Smaragd Buddha

    Dazu verweise ich auf ein Buch des verstorbenen Dr. Gad Labudda
    excellenter Tip!

    Danke.
    Mache mich dann auf die Suche.

    Gruß
    Hagen(Khlui_2)

  8. #37
    Avatar von Grüner

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    Re: Die Legende vom Smaragd Buddha

    Zitat Zitat von HPollmeier",p="589482
    Dazu verweise ich auf ein Buch des verstorbenen Dr. Gad Labudda.
    Das Buch hatte ich mal in Bangkok bei einem Bekannten erwischt und durchgeblättert. Es sind ein paar Anekdoten drin, bei denen man sich durchaus festlesen kann, wenn man die noch nicht kennt, aber insgesamt ist es auf dem Stand der 1980er Jahre. Es wimmelte für mich schon beim ersten Durchblick vor aus zweiter Hand und aus den "offiziellen" Büchern abgeschriebener Desinformation.

    Ein Buch, das schon auf dem Titel mit dem Deppenapostroph glänzt, ist übrigens schon mal rein formell (fehlende Korrektur) nicht ernstzunehmen. Der erste Eindruck bestätigt sich leider beim Weiterlesen.

    Nach meiner Meinung OK, wenn man wirklich gerade auf Deutsch absolut nichts anderes zur Verfügung hat und Englisch überhaupt nicht lesen kann. Als "Hintergrundwissen" für die Steintischversammlungen einzelner Landsleute in Pattaya und Phuket könnte es gerade noch beeindrucken.

    Wenn es unbedingt Deutsch sein muß, dann noch lieber die Publikationen der Deutsch-Thailändischen Gesellschaft, obwohl, wie ich kürzlich aus erster Hand erfahren habe, man bei der ehrenwerten DTG zum Teil aus den historischen Manuskripten vorauseilend (für wen oder was eigentlich?) genau die Stellen zensiert hat, die auch nur ansatzweise kritisch sein könnten. Eine Schande. Wer wirklich über Thailand Bescheid wissen will, muß zur Zeit leider Englisch lesen können.

    Wyatt, Terwiel
    und mit leichten Abstrichen auch Handley und Thongchai schreiben leicht verständliches Englisch, anders als oft deutsche Akademiker in ihrer eigenen Sprache daherstelzen. Auch deshalb empfehlenswert: man lernt gleich doppelt.

  9. #38
    Avatar von HPollmeier

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    Re: Die Legende vom Smaragd Buddha

    Hallo,

    Gad schreibt an einer Stelle:

    "Die Absicht dieses Werkes besteht darin, Deutschsprachigen auf unterhaltende Weise die Möglichkeit zu geben, einen Eindruck von jener Zeit und einer Verbindung zu geben, von der nur wenig bekannt ist."

    Mit einem Laecheln haette er gewiss wahrgenommen, welch tiefgreifende Folgen sein Ansinnen hatte:

    Zitat Zitat von Grüner",p="589668
    Als "Hintergrundwissen" für die Steintischversammlungen einzelner Landsleute in Pattaya und Phuket könnte es gerade noch beeindrucken.
    Gruss
    HPollmeier

  10. #39
    Avatar von dutlek

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    Re: Die Legende vom Smaragd Buddha

    Zitat Zitat von Grüner",p="589668
    Wer wirklich über Thailand Bescheid wissen will, muß zur Zeit leider Englisch lesen können.
    Warum nur in Englisch?
    Hat Thailand denn keine eigene Buecher (Fachliteratur) in der Landessprache?

  11. #40
    Avatar von MadMovie

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    Re: Die Legende vom Smaragd Buddha

    Zitat Zitat von dutlek",p="589743
    Zitat Zitat von Grüner",p="589668
    Wer wirklich über Thailand Bescheid wissen will, muß zur Zeit leider Englisch lesen können.
    Warum nur in Englisch?
    Hat Thailand denn keine eigene Buecher (Fachliteratur) in der Landessprache?
    Ich kenne nur relativ wenige Member, die so perfekt Thai in Wort und Schrift beherrschen, dass sie dies im Original lesen könnten.

    Zitat Zitat von Grüner
    Für den hier konkret vorliegenden Fall (König Taksin) kann man auf Deutsch auch die Zusammenfassung im Kapitel "Wie Bangkok Hauptstadt wurde" im Stadtführer "Bangkok von Innen" von H. M. Hensel lesen (Zenos Verlag). Mir liegt die 4. Auflage vor, dort S. 290-296. Die 6. Auflage soll aber im Juni kommen, also vielleicht noch ein paar Wochen mit dem Entdecken warten.
    Danke für den Tipp!

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