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Die Kupplerin

Erstellt von moselbert, 16.05.2004, 01:25 Uhr · 30 Antworten · 2.586 Aufrufe

  1. #11
    Avatar von moselbert

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    Re: Die Kupplerin


    DIE KUPPLERIN
    Teil 5
    LIEBER GOTT
    So 05.07.92

    Ich schrieb in mein Reisetagebuch:

    Habe ich die letzten Tage häufig mit Freudentränen in den Augen dagestanden, so sind es heute Tränen der Enttäuschung und Traurigkeit.

    Vielleicht sollte ich mir ein Beispiel an den Thais nehmen. Sie sind immer so ruhig und zeigen ihre Gefühle nicht. Mir fällt das jetzt sehr, sehr schwer.
    Irgendwann laufen die Thais aber über wie ein Hellmannscher Regenschreiber. Langsam Wut anstauen und dann irgendwann explodieren.

    Ich kann mir auch vorstellen, dass ich am falschen Platz warte. Aber wo fahren AC Busse ab, wenn nicht am AC Busbahnhof?

    Oder sind sie schon weg und ich habe sie irgendwie verpasst?

    Vielleicht sind Mee, Paul und Oin enttäuscht, dass ich nicht mitgekommen bin. Die Busfahrkarte werde ich ihnen natürlich bezahlen.

    Immer gibt es unglückliche Umstände in unserer Beziehung.

    Ich warte noch bis 20 Uhr, dann fahre ich mit Bus oder Taxi ins Hotel zurück. Oder kommen sie doch noch?

    Lieber Gott. Ich bitte Dich selten um etwas. Ich hoffe, Oin ist...


    In dem Moment als ich ihren Namen schrieb stand sie vor mir.

    „Schnell, noch 3 Minuten.“ sagte sie und rannte los. Ich raffte meine Sachen zusammen und lief hinterher. Es war 18 Uhr 55.

    „Schnell zum Bus.“ wiederholte sie.

    Der Bus stand abseits der anderen. In der Tür erkannte ich Paul.

    „Der gehört noch zu mir.“ erklärte er dem Fahrer. „Komm rein.“ forderte er mich auf.

    Oin blieb draußen.

    „Ich komme morgen mit dem Auto nach.“ erläuterte sie.

    Im Bus erzählte ich Paul, was geschehen war. Offenbar hatte die Rezeption wirklich etwas falsch aufgeschrieben, denn der Bus fuhr planmäßig um 19 und nicht um 18 Uhr. Ich Deutschland wäre ich vielleicht schon weg gewesen.

    Was hatte ich geschrieben?

    „So langsam glaube ich, dass der liebe Gott nicht will, dass ich mit Oin zusammenkomme.“

    „Jetzt darfst Du.“
    sagte er.

    „Danke, lieber Gott.“ antwortete ich.

    Ich habe die katholische Kirche verlassen. Auch Gott ist nicht katholisch. Aber er ist überall. Heute war er ganz nahe bei mir und ich habe ihn gefühlt.

    Du bekommst heute Nacht ein ganz langes Gebet, lieber Gott.


    (Ein Hellmannscher Regenschreiber besteht aus einem Topf, in dem der Regen gesammelt wird, sowie einer Schreibrolle, auf der der Wasserstand aufgezeichnet wird. Ist der Topf voll, entleert er sich automatisch durch einen Überlauf.)

    Endlich hatte ich sie gesehen. Und in Krabi würde ich sie auch sehen. Teil 6 -OINS PLAN- folgt demnächst.

  2.  
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  3. #12
    Avatar von rübe

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    Re: Die Kupplerin

    ich fass es ja echt nicht....da wartet man bericht um bericht auf die dame...dann kommt sie endlich und was macht sie??? huscht nur mal kurz durchs bild

    am donnerstag treff ich mich in bangkok übrigens auch mit einer dame, um nach krabi zu gehen...ich hoffe, die bleibt etwas länger im bild

    grüsse von...

    rübe


  4. #13
    Chak
    Avatar von Chak

    Re: Die Kupplerin

    Hoffentlich bleibt sie da länger. :O

  5. #14
    Avatar von Bieris

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    Re: Die Kupplerin

    Irgendwie habe ich den Verdacht, dass Oin diesen Stil weiterziehen wird.

    - Und doch habe ich Mühe mit der Vorstellung: Sonne, Strand, Thai Food, Singha und ..... Liebeskummer. Passt irgendwie nicht zusammen, oder?

    Warte gespannt darauf wies weitergeht.

    Gruss, Bieris

  6. #15
    Chonburi's Michael
    Avatar von Chonburi's Michael

    Re: Die Kupplerin

    Zitat Zitat von Bieris",p="135089
    - Trotzdem habe ich Mühe mit der Vorstellung: Sonne, Strand, Thai Food, Singha und ..... Liebeskummer. Passt irgendwie nicht, oder?
    Vielleicht sind es gerade diese Dinge die Ausloeser fuer Liebeskummer? Zu Hause - weit weg - alleine mit den Fragen - "Realitaet" der neuen Situation.

  7. #16
    Avatar von moselbert

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    Re: Die Kupplerin

    DIE KUPPLERIN
    Teil 6
    OINS PLAN
    Mo 06.07.92


    Schade dass wir die meiste Zeit nachts gefahren waren, so konnte ich keine Landschaft sehen. Und schlafen konnte ich im Bus ebenso wenig wie im Flugzeug.
    Die letzten Kilometer seit 6 Uhr war es hell, so konnte ich wenigstens einige Fotos von der interessanten Landschaft machen. Schöne Kalksteinfelsen, die unvermittelt aus der Landschaft aufragten.

    Um 08:30 waren wir am Busbahnhof von Krabi, der etwas außerhalb lag.
    Wer war alles mitgefahren? Das waren neben mir, Paul und Mee noch deren Tochter, eine ausgesprochen hübsche Person, der Sohn von Oin, Martin, ein Deutscher aus Hannover mit seiner thailändischen Frau und einer etwa 5 jährigen Tochter, sowie eine andere Verwandte.
    Wir stiegen in ein Songtaew um, das uns in die Stadt brachte.

    In einem Hotel in der Stadt bekam ich ein Zimmer, und auch Martin mit Familie wurde hier untergebracht. Mee und Oin hatten sich je ein Townhouse nahe dem Busbahnhof gekauft. Sie würden dort schlafen.
    Oin war, wie ich hörte, um 5 Uhr in Bangkok losgefahren und würde am Nachmittag hier ankommen.

    Ich übersetzte im Hotel die ergreifenden Tagebuchseiten in Thai und machte einen Brief an Oin daraus. Mit dem Nachsatz, dass der Herrgott zwei Wochen vor dem Ende uns einen neuen Anfang geschenkt hat. Wahrscheinlich hätte ich wirklich Schluss gemacht, wenn sie sich nicht am Mittwoch gemeldet hätte. Aber das war ja jetzt nicht mehr nötig.

    Und dann war Oin tatsächlich da. Sie war mit ihrer Mutter gekommen. Ein sympathischer Thai hatte den Wagen gefahren. Es war ihr Bruder. Wir setzten uns in das Café gegenüber dem Hotel. Wir, das war der ganze Verein.

    „Norbert, möchtest Du nicht Oins Schwester heiraten?“ fragte Mee mich.

    Paul fiel ihr ins Wort: „Nicht mit dem Dampfhammer. Langsam, langsam.“

    Ich schaute etwas irritiert. Und dann schaute ich die andere Verwandte an, die etwas still am Tisch saß.

    Oin nahm mich zur Seite.

    „Die Sache ist die.“ sagte sie, „Ich bin seit 1980 mit einem Fernfahrer verheiratet. Er weiß über meine Arbeit Bescheid. Ich habe Dir anfangs nichts von meinem Mann erzählt, weil ich nicht wusste, wie ernst es Dir war. Inzwischen mag ich Dich sehr, aber scheiden lassen will ich mich auch nicht. Dennoch wäre es schön, wenn wir uns weiter ab und zu sehen könnten. Natürlich dann nicht mehr auf der Arbeit, sondern besuchsweise privat.
    Ich denke, daß Ihr, Du und meine Cousine Nuu, sehr gut zusammenpassen würdet. Überleg es Dir. Außerdem tut mir Nuu leid. Sie ist so eine nette Person und lebt dennoch seit 10 Jahren alleine.“


    Ich war sprachlos. Mit allem hatte ich gerechnet, nur nicht damit.
    Alle hatten Verständnis dafür, dass ich mich erst mal zurückzog und über das Ganze nachdachte.

    Ich schwankte zwischen sofortiger Abreise und erst mal Abwarten.


    Eine überraschende Wendung der Geschichte. Das muß man erst mal verdauen.
    Wie es weitergeht lest Ihr in Teil 7 -AUSFLÜGE UM KRABI- bald an dieser Stelle.

  8. #17
    Avatar von Peter-Horst

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    Re: Die Kupplerin

    @all,

    dazu passt der Thai Spruch:

    Heirate nicht was Du liebst, Liebe was Du heiratest.

    Gruß Peter

    P.s.: Schöne Geschichte freue mich schon wies weitergeht.

  9. #18
    Avatar von moselbert

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    Re: Die Kupplerin

    DIE KUPPLERIN
    Teil 7
    AUSFLÜGE UM KRABI
    Di 07.07.92


    Heute fuhren wir nach dem Frühstück zum Strand. Ein wirklich traumhafter Platz hier. Sand, Palmen, Felsen im Meer.
    Allerdings hatte ich bei der Stimmungslage nicht so den rechten Blick für die Schönheiten. Ich versuchte mich mit Nuu zu verständigen. Das war recht schwierig, denn mein Thai war nicht besonders gut. So schrieb ich meine deutschen Sätze auf und mit meinem Wörterbuch die Übersetzung darunter. Das konnte sie dann meist auch lesen. Die Antworten gingen dann meist auch über das Wörterbuch, denn Nuu konnte weder Englisch noch Deutsch.

    Viel war auf diese Weise natürlich von ihr und über sie nicht zu erfahren. Sie arbeitete in einer Fabrik und hatte schon ältere Kinder, die in Thailand bei Verwandten bleiben sollten. Ihre Eltern waren schon gestorben. Sie war etwa 5 Jahre jünger als ich, also 33.
    Es stellte sich auch heraus, daß Nuu keine Verwandte von Oin war, sondern eine Schulfreundin, allerdings die beste und somit vielleicht so etwas ähnliches wie eine Schwester.

    Sie war mit der ganzen Situation auch nicht so glücklich. Ich sagte ihr, daß es natürlich, sollte ich in die Aktion einwilligen, nicht einfach werden würde. Weder für sie noch für mich. Immerhin liebte ich Oin. Ich sagte Nuu, daß es am Anfang sein könne, daß die Liebe zu ihr erst wachsen könne, wenn die andere Liebe, die zu Oin erkaltet wäre. Mir war klar, daß es zwischen Oin und mir nichts mehr werden konnte, denn sie war ja verheiratet. Zum einen war es nicht meine Art, anderen die Frauen auszuspannen und zum anderen hatte sie ja so etwas von vorneherein ausgeschlossen.

    Scherzhaft überlegten wir sogar, gemeinsam Oin für ihre Aktion zu verprügeln. Aber nur scherzhaft.

    Mi 08.07.92
    Gestern schon waren wir am späten Nachmittag alle am Tempel der Tigerhöhle gewesen, Wat Tham Suea. Leider war schon alles zu, sodaß wir heute nochmals hinfuhren.

    Es handelt sich um ein Tempel der ín einer Landschaft mit Kalksteinfelsen und tropischem Wald liegt. Man kam bei der Herumkletterei auf den Treppen und Wegen ganz schön ins Schwitzen.
    Am Getränkestand erstand ich eine Flasche Lipo, einen Fitmacher, den ich bisher nur aus einem Roman von Blettenberg kannte. Ziemlich süß das Zeug.

    Dann gab es ein kräftiges Gewitter, das sich schon seit längerem angekündigt hatte. Es schüttete wie aus Kübeln und wir mußten eine Zeit im Tempel sitzen und warten, das es aufhörte.
    Ich schaute mir andächtig die Buddhafiguren an. Im Tempelgelände gab es auch eine Statue, die mich eher an die Gottesmutter Maria erinnerte. Das war ein guter Platz zum Nachdenken. Und ich entschied mich.
    Abends aßen wir alle in einem kleinen Restaurant. Dabei wurden alle weiteren Schritte besprochen. Mit einem Teil der Truppe würden Nuu und ich morgen nach Bangkok zurück fahren. Am Montag würde ich dann bei der Deutschen Botschaft für Nuu ein Drei-Monats-Visum beantragen. Sie würde dann mit Oin, Mee und den anderen mit Singapore Airlines am 5.August. Dann dürfte ich mich 3 Monate um sie kümmern. Vielleicht würde dann ja wirklich etwas aus der Hochzeit. Das würde sich zeigen.

    Bis zum 5.August mußte ich die Junggesellenbude in Deutschland aber noch gut in Schuß bringen.


    Wie es weitergeht lest Ihr in Folge 8 -DURIAN UND WACHTELEIER-

  10. #19
    Avatar von moselbert

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    Re: Die Kupplerin

    DIE KUPPLERIN
    Teil 8
    DURIAN UND WACHTELEIER
    Do 09.07.92


    Heute waren wir bei einer Mönchszeremonie. Der Bruder von Oin lebte in Krabi. Er war Songtaewfahrer und ihm gehörte auch das Fahrzeug mit dem wir meist durch die Gegend fuhren. Ein Verwandter seiner Frau wurde als Mönch ins Kloster aufgenommen. Es gab ein großes Fest, dem ich zuschauen durfte. Der neue Mönch wurde in weißen Gewändern um den Tempel getragen. Dazu spielte eine Musikgruppe auf. Offenbar eine Verabschiedung aus dem bisherigen Leben. Dann trat er in das neue Leben als Mönch ein, bekam seine gelben Gewänder. Für mich als Europäer was das alles sehr interessant, auch wenn ich nicht alles verstand, was da an Zeremonien veranstaltet wurde.



    Abends wurden wir von den noch in Krabi bleibenden verabschiedet und in den Nachtbus nach Bangkok gesetzt. Oin schärfte mir noch ein, mich gut um Nuu zu kümmern, insbesonders was Geld anging, denn sie hätte ja eigentlich in ihrer Fabrik arbeiten müssen. Nuu saß im Bus neben mir.

    Anfangs war die Fahrt noch einigermaßen erträglich. Dann jedoch wurde der Gestank immer aufdringlicher. Offenbar hatte ein Reisender im Kofferraum des Busses Durianfrüchte mitgenommen. Diese verbreiteten einen penetranten Gestank. Den Thais schien das alles nichts auszumachen. Aber mir. Pinkelpausen wurden nicht gemacht, denn der Bus hatte im hinteren Teil eine Toilette.

    So war ich froh, daß wir dann wenigstens ein Mal einen Halt machten, um etwas in einer Raststätte zu essen. Es gab allerdings auch dort recht gewöhnungsbedürftige Gerichte. Ich nahm etwas von den Wachteleiern, die hatte ich zwar auch noch nie gesessen, erschienen mir aber einigermaßen genießbar zu sein.

    Fr 10.7.92
    Morgens kamen wir in Bangkok an. Nuu und ich fuhren zum Manohra Hotel. Ich begab mich auf mein Zimmer um mich frisch zu machen. Nuu mußte unten warten, weil Damenbesuch nicht gestattet war.

    Die offenbar nicht ganz koscheren Wachteleier und die Duriandüfte hatten meinem Köper wohl den Rest gegeben, denn ich hatte einen heftigen Durchfall bekommen.

    Ich wollte eigentlich anschließend mit Nuu im Taxi zum MBK Center fahren. Aber Nuu lenkte den Taxifahrer auf eine andere Strecke. Sie hatte gesehen, wie elend es mir ging und ließ uns zur Mahidol Universität im Westen von Talingchan chauffieren. Auf dem Wege dorthin hätte ich mich beinahe erbrochen.

    In der Uni schien sie bekannt zu sein und sich auch bestens auszukennen. Sie lotste mich zu einer Praxis, wo mir Mittel gegen den Durchfall gegeben wurden. Kurz unterhielt sie sich an einer Bushaltestelle mit einem 16 jährigem Jungen. Später sagte sie es sei ihr Sohn.

    Ich rief noch bei der deutschen Botschaft an. Wir machten zusammen folgenden Zeitplan ab. Wir würden Montag Vormittag zur Botschaft kommen. Es würde der Paß sowie Paßbilder von Nuu benötigt, der Paß von mir sowie eine Kostenübernahmeerklärung. Dann wäre am Mittwoch das Visum fertig. Das Flugticket würde Paul besorgen, weil ich nicht so viel Geld mit hatte.

    Sie geleitete mich noch zum Manohra, wo wir uns verabschiedeten. Den größten Rest des Tages blieb ich auf dem Zimmer, beziehungsweise auf der Toilette.

    Die Grafik hier an der Hotelzimmertür bekam jetzt für mich einen tieferen Sinn.



    Teil 9 der Geschichte -SONNTAGSAUSFLUG- fölgt demnächst an dieser Stelle.

  11. #20
    Avatar von moselbert

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    Re: Die Kupplerin

    DIE KUPPLERIN
    Teil 9
    SONNTAGSAUSFLUG
    Sa 11.07.92

    Es ging meinem Verdauungstrakt wieder einigermaßen. Ich kaufte nach einem leichten Frühstück und viel Tee ein Wörterbuch und einen Sprachführer Deutsch für Nuu.

    Die Frau von Martin hatte in Krabi ein Treffen für heute abend bei Oin vorgeschlagen, wenn auch die anderen wieder aus Krabi zurück waren. Allerdings hatte nur Nuu die Adresse und ich nicht.

    So 12.7.92
    Morgens hatte ich noch leichte Bauchschmerzen, Überreste der Horrorfahrt mit den Durians. Um 8 Uhr rief die Rezeption an, eine Frau würde unten auf mich warten. Es war Nuu. Ich ließ ihr ausrichten ich käme in 15 Minuten. Nach der Morgentoilette ging ich hinunter und wir frühstückten im Hotel, bevor wir uns auf einem wirklich netten Sonntagsausflug einige Sehenswürdigkeiten von Bangkok anschauten.

    Zunächst ging es zum Wat Phra Kaeo, meiner Meinung nach die schönste Gebäudeanlage der Welt. Ich mußte mir allerdings zugestehen, noch nicht allzu viele Gebäudeanlagen gesehen zu haben. Aber ich konnte mir kaum etwas schöneres vorstellen.




    Dann ging es zum MBK, wo ich ein Lehrbuch mit deutscher Phonetik kaufte, sowie einen Europa Reiseführer in Thai, wo Deutschland auch beschrieben war. Einen nur über Deutschland hatten sich nicht.

    Dann fuhren wir zum Lumphinipark. Etwas spazieren, eine Stunde Tretboot fahren. Ich schwitzte zwar wie Sau, aber es machte Spaß.

    Am Ende des Tages gab ich ihr 2500 Baht. Am Freitag hatte sie Geld von mir noch strikt abgelehnt. Ich schrieb ihr jetzt aber auf, sie solle es ruhig nehmen. Schließlich müsse sie Ihren Sohn ernähren. Sie erzählte mir, sie habe noch Geschwister, bei denen der Sohn wohnt, während sie in Deutschland ist.

    Wenn mir das jemand vor zwei Wochen prophezeit hätte, ich hätte ihm nicht geglaubt. Ich wollte doch eigentlich nur Erinnerungen an Thailand, an Bangkok auffrischen. Ab und zu ein Treffen mit Oin. Oder auch nicht. Und jetzt?
    Ein ganzes Familientreffen in diesem schönen Krabi. Oin, lauter Schwestern, ihre Mutter.

    Nuu konnte auch nicht mit ihr verwandt sein, sie hatte ein ganz anderes Gesicht. Sie war aber doch sehr nett. Sie wollte mir sogar im Wat Phra Kaeo die Schuhe zubinden, das fand ich völlig ungewöhnlich. Wahrscheinlich war ich noch zu sehr auf das Aussehen von Oin fixiert. Ich mußte mich erst noch an Nuu gewöhnen.



    Teil 10 der Geschichte -DAS VISUM- demnächst an dieser Stelle

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