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Die Geschichte von Weenacha

Erstellt von moselbert, 17.12.2007, 10:44 Uhr · 63 Antworten · 3.337 Aufrufe

  1. #31
    Avatar von moselbert

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    Re: Die Geschichte von Weenacha

    XXI. DIE WÄSCHEREI (1982)

    „Ich weiß, was Du arbeiten kannst, Weenacha.“ sagte Naree.

    Weenacha hatte nur wenig zu tun, denn nicht viele Leute ließen in der letzten Zeit ihre Kleider bei ihr daheim nähen. Der Nachteil war, sie hatte auch nur ein geringes Einkommen.

    „Was meinst Du, Naree?“

    „Kennst Du die gerade eröffnete Uni in Salaya? Es gibt dort immer mehr Studenten. Ich wasche deren Wäsche. Das ist ein recht guter Verdienst. Es gibt aber so viele Studenten, dass auch mehrere Wäscherinnen daran verdienen können.“

    „Du meinst, ich sollte auch...“

    „Ja, Weenacha. Wenn Du Lust hast, nehme ich Dich mit.“

    „Doch, das wäre nicht schlecht. Das Nähen läuft nicht so gut. Warum nicht Wäsche waschen.“

    Narees Mann arbeitete in Saudi-Arabien. Er schickte zwar oft Geld nach Hause, aber ein kleiner Nebenverdienst war auch für sie eine gute Sache. Das Geld konnte man sich dann für später zurücklegen. Oder für etwas ausgeben, das sonst nicht erschwinglich war.

    Wie verabredet fuhr Weenacha mit Naree an einem der nächsten Tage mit. Bruder Chawakorn war außer Haus, noch beim Militär, auch Sarak würde demnächst dorthin gehen. Watikorn und Wirit besuchten die Schule. Nur für den knapp ein Jahr alten Suthimon musste sie sich etwas überlegen. An diesem ersten Tag nahm sie ihn auf dem Arm mit.

    Naree hatte schon einige Kunden. Diese sollten ihren Kommilitonen von der neuen Kollegin erzählen. Und so hofften sie durch Mundpropaganda mehr Kunden zu gewinnen.

    Nach einiger Zeit hatte Weenacha einen Kundenstamm. Jeder hatte monatlich 250 Baht zu bezahlen. Dafür holte sie die Wäsche an der Uni ab. Meist waren es nur die weißen Hemden der Studentenuniform, die gewaschen werden mussten. Sie wusch die Wäsche von etwa 30 Studenten und Studentinnen, was ihr einen Monatsverdienst von 7000 bis 8000 Baht einbrachte. Allerdings nur während der Semester. In den Ferien fiel dieses Einkommen aus.

    Dafür musste sie jeden Werktag mit dem Zug zur Uni fahren, die gereinigte und gebügelte Wäsche an dem vereinbarten Platz abliefern und die schmutzige Wäsche abholen. Dann ging es wieder nach Hause zurück, die Wäsche wurde gewaschen und geplättet. Zwar hatte Weenacha ein Bügeleisen, somit war das Bügeln kein Problem. Die Hemden mussten allerdings alle per Hand gewaschen werden. Da sie sich auch noch um ihre Kinder kümmern musste, hatte sie kaum Freizeit. Und so musste sie zum Teil bis spät in die Nacht arbeiten. Es gab Tage, an denen sie nur 3 Stunden schlafen konnte.

    So machte sie sich dann täglich, nachdem sie ihre älteren Kinder zur Schule geschickt und Suthimon gestillt hatte, auf den Weg zur Eisenbahn. Da Suthimon nach dem Stillen immer sehr lange schlief, hatte sie es sich angewöhnt, ihn unbeobachtet zu Hause zu lassen. Damit nichts passieren konnte, band sie ihn an einem Baum an, während er auf seinem Deckchen schlief. Meist schlief er auch noch, wenn sie wieder zurückkam. Manchmal war er schon wach und krabbelte auf dem Boden herum.

    Eines Tages traute sie ihren Augen nicht, als sie zum Haus zurückkam. Die Decke lag auf dem Boden, das Seil war am Baum festgebunden, von Suthimon war aber nichts zu sehen. Ihre Hunde saßen auf dem Grundstück und schauten sie schwanzwedelnd an. Es war alles so wie immer, nur ihr Jüngster war nicht mehr zu sehen.

    Sie stellte die Wäsche ab und suchte nach ihm. Aber wo sie auch suchte, Suthimon blieb verschwunden. Sollte er etwa in den Klong gefallen sein? Sie machte sich große Vorwürfe, ihn nicht mitgenommen zu haben. Sie alarmierte Tanten und Cousinen, ihr bei der Suche zu helfen. Aber wo sie auch suchten, Suthimon blieb verschwunden. Weenacha traten die Tränen in die Augen.

    Nach mehreren Stunden erfolgloser Suche kam plötzlich eine Nachbarin zu ihr und erzählte, Suthimon sei in ihrem Haus und es gehe ihm gut.

    „Warum sagst Du mir das erst jetzt?“

    „Ich habe nicht gehört, dass Ihr ihn sucht.“ meinte diese.

    „Nicht gehört? Wir haben doch laut gerufen.“

    „Mag sein, ich hatte mich etwas aufs Ohr gelegt. Komm mit.“

    Weenacha folgte ihrer Nachbarin in deren Haus, das in einiger Entfernung von ihrem eigenen lag. Suthimon lag in einem Bettchen und lachte sie an. Sie nahm ihn an sich und küsste ihn.

    „Danke. Wie ist er hier her gekommen?“

    „Ich ging an Deinem Haus vorbei und da sah ich ihn auf dem Boden krabbeln. Das Band hatte sich gelöst. Damit er nicht in den Klong fällt, habe ich ihn mit zu mir genommen.

    „Das ist sehr lieb von Dir. Ich glaube, ich werde ihn jetzt doch immer mitnehmen, wenn ich zur Mahidol fahre.“

    Auf dem Heimweg grübelte Weenacha. Konnte sich die Schnur von selber lösen? Hatte sie den Knoten nicht fest genug gemacht? Dass Suthimon den Knoten selber aufgemacht hatte, konnte sie ausschließen.

    Oder hatte die Nachbarin ihn entgegen ihren Aussagen losgebunden und mit nach Hause genommen? Aus welchem Grunde hätte sie das tun sollen?

    Der Tag war Weenacha eine Lehre. Sie nahm ihn von nun an immer mit, wenn sie an der Uni zu tun hatte.

    Ein paar Monate später eröffnete an der Universität eine eigene Wäscherei. In einem Rundschreiben wurden die Studenten gebeten, die Wäsche jetzt immer dort waschen zu lassen. Der Betreiberin der Wäscherei waren die Externen eine lästige Konkurrenz. Deswegen hatte sie die Universitätsleitung gebeten, in ihrem Sinne tätig zu werden. Die Wäschereibesitzerin war früher auch eine Externe gewesen. Eine Wäscherei auf dem Gelände der Uni, mit Waschmaschinen und Bügelmaschinen, konnte zum einen etwas günstigere Preise für die Studenten anbieten. Zum anderen hatte sie dennoch einen höheren Verdienst.

    Was der Vorteil derjenigen war, die zum einen die Idee, zum anderen das Geld für die Investitionen vorstrecken konnte, war natürlich der Nachteil der anderen. Auch Naree und Weenacha hatten nun keine Möglichkeit mehr, dort etwas zu verdienen. Was für Naree nur ärgerlich war, hatte für Weenacha existenzielle Konsequenzen. Ihr kleines Vermögen, das für Notzeiten reichen sollte, wurde nun immer geringer.



    eine neue Arbeit muss gesucht werden. Davon im nächsten Kapitel.

  2.  
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  3. #32
    Avatar von moselbert

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    Re: Die Geschichte von Weenacha

    XXII. ARBEITSSUCHE IN BUDDHAMONTHON (1982)


    Salaya war ein aufstrebender Ort am Westrande von Bangkok. Im Vergleich zu ihrer Heimat Sala Thamassop, die nur eine Eisenbahnstation entfernt war, eine ganz andere Welt. Dort kreuzte sich die neu gebaute Überlandstraße von Bangkok nach Nakhon Pathom mit der Sai 4, einer Nord-Süd-Verbindung. Zusätzlich kamen hier noch die Straßen aus dem Nordosten der Provinz Nakhon Pathom und dem Westen von Nonthaburi herein. Der neu erbaute Campus der Mahidol Universität, die hauptsächlich Ärzte ausbildete, und die zum 2500. Geburtstag von Buddha erbaute riesige Grünanlage Buddhamonthon waren sicherlich die Highlights der Gegend. In ihrer Heimatsiedlung gab es keine Straßen, nur einen Kanal, der gleichzeitig die Grenze zu Nonthaburi bildete. Und natürlich die Eisenbahnlinie.

    Weenacha hatte außer gelegentlichen Arbeiten als Näherin, die sie zu Hause machen konnte, keine Möglichkeiten Geld zu verdienen. Das war natürlich in ihrer Situation nicht gut: sie musste drei Kinder versorgen.

    Deswegen entschloss Weenacha sich, in Salaya nach Arbeit zu suchen. An der örtlichen Verwaltung und am Bahnhof hingen Arbeitsangebote aus.
    Nach ein paar Tagen sprach sie ein Mann am Bahnhof an. Es sollten in den kommenden Wochen Verschönerungsarbeiten an der Straßenfront der Buddhamonthonanlage durchgeführt werden. Sie könne am Folgetag mit Arbeiten anfangen. Sie müsse nur jetzt zum Arbeitsbüro mitkommen.

    Weenacha sagte zu. Der Mann hatte noch andere Leute am Bahnhof angesprochen. Zu mehreren fuhren sie auf einem Pickup das kurze Stück zu der Anlage. Dort ging der Mann in eine aufgestellte Baracke, in der das Arbeitsbüro untergebracht war. Die Arbeiten wurden vom Militär beaufsichtigt. Deswegen war ihr Gesprächspartner hier auch ein Offizier.

    „Wie ist Ihr Name?“ fragte er.

    „Weenacha.“

    „Schön, Frau Weenacha. Sie können sich aussuchen was Sie arbeiten wollen. Wir machen Pflasterarbeiten am Gehweg und setzten Sträucher an die Seite. Das wird einige Monate dauern. Was haben Sie lieber, Steine oder Pflanzen?“

    „Ich würde lieber mit Pflanzen arbeiten.“ antwortete sie.

    „Gut. Da haben sie recht, die schweren Steine überlassen wir lieber den Männern, was?“ lachte der Offizier.

    „Es gibt da nur ein Problem.“ meinte Weenacha.

    „Welches?“

    Sie machte ein Kopfbewegung zu Suthimon, den sie auf dem Arm trug. „Ich muss meinen Sohn mitbringen. Zuhause ist niemand da, der auf ihn aufpasst.“

    „Das geht natürlich nicht.“ sagte der Mann, der sie am Bahnhof angesprochen hatte.

    „Moment.“ widersprach der Offizier. „Natürlich ist das nicht ideal. Auf dem Arm können Sie ihn bei der Arbeit natürlich nicht herumtragen. Wie haben Sie sich das gedacht?“

    „Ich könnte ihn in einem Tuch vor der Brust tragen. Da kann er sogar schlafen, wenn er will.“

    „Also, Frau Weenacha, wie gesagt, ideal ist das nicht. Aber wenn Sie keine andere Möglichkeit haben. Hm.“

    „Das behindert sie doch nur.“ warf der andere Mann ein.

    „Das sehen wir dann. Also, versuchen wir es mit Ihnen. Kommen Sie morgen vorbei. Sie fangen um 8 Uhr an, geht das?“

    Weenacha dachte nach. Dann waren Wirit und Watikorn schon zur Schule. Wenn sie sich beeilte, könnte sie es schaffen.

    „Ich denke schon. Wie lange muss ich arbeiten?“

    „Bis 18 Uhr, 10 Stunden. Montag bis Freitag. Ich hoffe, dass Sie es schaffen. Wenn es nicht geht, dann sagen Sie es uns und wir suchen uns jemand anderen.“

    So fuhr Weenacha an diesem Tag wieder nach Hause.

    Sie erzählte ihren älteren Kindern am Nachmittag, dass sie in den nächsten Tagen und Wochen nach der Schule zu einer Großtante gehen sollten. Weenacha würde sie nach der Arbeit dort abholen. Auch ihre Tante informierte sie über die neue Situation.

    „Na, das ist ja schön, dass Du endlich ordentliche Arbeit hast. Wie lange soll das gehen?“

    „Ein paar Monate. Zum Glück kann ich Suthimon mitnehmen.“

    Ihre Tante hatte in der Siedlung einen kleinen Imbiss. Sie stand früh auf, kaufte auf dem Markt ein, kochte dann diverse Gerichte, meist irgendwelche Fleisch- oder Gemüsecurries, die sie dann an die Passanten verkaufte. Deswegen war sie die meiste Zeit zu Hause und konnte sich um ihre Großneffen kümmern.

    „Ich bin Dir sehr dankbar, dass die beiden hier sein können, bis ich von der Arbeit komme.“

    „Keine Ursache, Weenacha. Das mache ich doch gerne.“



    Eine Einladung zum Essen gibt es im nächsten Teil.

  4. #33
    Avatar von PengoX

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    Re: Die Geschichte von Weenacha

    Super Geschichte

    aber ist 8000 Baht/Monat nicht etwas zu viel für eine Wäscherin im Jahr 1982?

    PengoX

  5. #34
    Avatar von moselbert

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    Re: Die Geschichte von Weenacha

    Danke, dass sie Dir gefällt, Pengox.


    250 Baht pro Student, dann kommts drauf an wie viel Studenten sie versorgt (30 * 250 = 7500), täglich arbeiten bis spät in die Nacht und in den Semesterferien gibt es nix. Für die schwere Arbeit gönne ich ihr mal ein paar Baht mehr. Aber die Arbeit ist sie ja schon wieder los.

  6. #35
    Avatar von moselbert

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    Re: Die Geschichte von Weenacha

    XXIII. EINLADUNG ZUM ESSEN (1982)


    Der erste Tag bei der neuen Arbeit war etwas ungewohnt für Weenacha. Nicht dass sie nicht gerne gearbeitet hätte. Aber sie hatte nicht daran gedacht, dass sie ja nicht irgendwo im Schatten arbeitete, sondern unter der prallen Sonne im Freien. Und so holte sie sich gleich zum Einstand einen kräftigen Sonnenbrand.

    „Morgen ziehe ich etwas langärmeliges an. Und setze eine Kopfbedeckung auf.“ dachte sie abends zu Hause.

    Ihr machte die Arbeit mit den Pflanzen Spaß, die Kollegen waren nett und auch die Chefs waren freundlich. Schade nur, dass das Ende der Arbeiten abzusehen war, denn irgendwann würden alle Pflanzen an der kilometerlangen Straßenfront gesetzt sein.

    „Die kommen wegen Dir.“ meine eine Kollegin.

    „Wer?“

    „Ist Dir schon mal aufgefallen, dass Utak und Bulakit jetzt öfter aus ihren Baracken rauskommen und hier nach dem Rechten schauen?“

    „Nein, das ist mir nicht aufgefallen. Ich dachte das machen sie immer so.“

    „Du bist ja noch nicht so lange hier beschäftigt. Aber den Soldaten, die hier draußen mitarbeiten, fällt das schon auf. Die müssen nämlich immer grüßen, wenn die Offiziere vorbeikommen.“

    Utak war für die Lohnauszahlung zuständig. Bulakit beaufsichtigte die Arbeiten an den Außenanlagen.

    Weenacha hielt die Äußerungen ihrer Kollegin für Hirngespinste. Wer würde sich für sie interessieren, die hier mit einem Kleinkind vor der Brust Sträucher in die Erde pflanzte.

    Utak zahlte jeden Tag den Lohn an die Arbeiter aus. Eines Tages war Weenacha wieder einmal im Büro.

    „Sie sind sehr fleißig, Weenacha. Meist sind Sie eine der letzten, die hier gehen.“

    „Ich kann ja nicht früher kommen, weil ich meine anderen Kinder erst zur Schule schicken muss. Deswegen muss ich abends dann länger arbeiten.“

    „Das ist mir schon klar. Darf ich Sie heute mit dem Wagen nach Hause bringen? Ich mache auch gleich Feierabend.“

    „Zu meinem Ort führt keine Straße. Nur die Bahn und der Kanal.“

    „Keine Straße? Auch nicht zum Bahnhof?“

    „Zum Haltepunkt führt eine Schotterpiste. Aber ich werde wie immer den Bus nach Salaya nehmen und dann mit dem Zug nach Hause fahren.“

    Utak dachte nach.

    „Ich würde sie gerne mal zum Essen nach Feierabend einladen, Weenacha. Ich möchte sie gerne näher kennenlernen. Haben Sie etwas dagegen?“

    „Ich muss mich um das Essen für meine Söhne zu Hause kümmern.“

    „Kaufen Sie doch etwas in dem Restaurant für die Jungs. Ich lade Sie natürlich ein.“

    „Es würde sich auch für mich nicht schicken, alleine mit Ihnen Essen zu gehen.“

    „Ich tue Ihnen schon nichts. Aber ich verstehe das. Dann bringen Sie doch jemanden mit, eine Anstandsdame.“ Er lächelte.

    „Ich werde darüber nachdenken, Utak.“

    Ein paar Tage später war es dann so weit. Weenacha hatte ihre ein paar Jahre jüngere Cousine Gesa als Begleitung gewinnen können.

    Utak lud beide Damen ins Restaurant Puttachat an der Sai 2 Straße ein. Weenacha hatte an diesem Tag Suthimon in die Obhut von Verwandten gegeben.

    Es sollte nicht das letzte Essen der Drei sein. Utak lud Weenacha und ihre Cousine immer öfter ein und bezahlte auch das Essen, das sie für ihre Söhne im Restaurant kaufte und anschließend mit nach Hause nahm.

    Weenacha erfuhr, dass Utak unverheiratet war, dass er sie sehr attraktiv fand und dass er sich eine nähere Verbindung vorstellen konnte.

    Weenacha war aber vorsichtig. Schließlich hatte sie genügend schlechte Erfahrungen mit Männern gemacht, dem Vater ihrer Kinder vor allem.

    Eines Tages sah sie eine gut gekleidete Frau auf der Arbeit erscheinen. Sie verschwand in der Baracke von Utak. Nach einiger Zeit kam sie wieder heraus und unterhielt sich mit den Arbeiterinnen. So erfuhr Weenacha, dass dieses die Ehefrau von Utak war. Die Ehefrau ließ in den Gesprächen durchblicken, dass sie es nicht gerne sehen würde, wenn ihr Mann nach der Arbeit mit anderen Frauen essen gehen oder sonst etwas machen würde. Offenbar war ihr das häufige Fernbleiben ihres Mannes nach einiger Zeit aufgefallen.

    Später am Tage holte sie sich den Lohn bei Utak ab.

    „Es ist Ihnen ja wohl klar, dass ich nicht mehr mit Ihnen essen gehen werde.“ sagte sie. „Sie sind zwar immer sehr nett gewesen. Ich weiß das auch zu schätzen. Aber meine Beziehung mit dem Vater meiner Kinder ist genau deswegen zu Ende gegangen, weil er sich mit anderen Frauen herumgetrieben hat. Sie werden sicher verstehen, dass ich nicht der Grund dafür sein will, dass ihre Ehe eventuell in die Brüche geht. Außerdem hätten sie es mir sagen sollen, dass Sie verheiratet sind.“

    „Wären Sie dann mit mir essen gegangen?“

    „Natürlich nicht.“

    „Schön. Lassen wir es sein. Aber es hat mir gefallen, mich mit Ihnen zu unterhalten.“

    „Ihrer Frau sicherlich weniger.“ meinte Weenacha zum Schluss.

    Dann verließ sie die Baracke wieder.

    Ein paar Tage später machte Bulakit, ihr anderer heimlicher Verehrer, ihr den Vorschlag, mit ihm essen zu gehen. Er machte allerdings klar, dass er verheiratet sei. Weenacha erbat sich Bedenkzeit.

    Ihre Kolleginnen meinten, sie solle das Angebot annehmen. Bulakit werde sonst leicht böse und könnte sie eventuell rausschmeißen.

    Das wollte Weenacha natürlich auch nicht. und so ging sie ein paar Mal mit Bulakit zum Essen, der auch für sie, ihre erneut mitgehende Cousine und die zu Hause wartenden Kinder das Essen bezahlte.

    „Sie sind anders als die anderen, Weenacha.“ meinte er eines Tages. „Die anderen, mit denen ich essen gehe, wollen Geschenke von mir. Sie sagen, ich solle besser mit meiner Frau essen gehen und mich um die Familie kümmern.“

    „Weil es die Wahrheit ist, Bulakit.“

    Irgendwann lud er Weenacha nicht mehr zum Essen ein. Er wollte die Frauen beeindrucken, die er einlud, und sich nicht von ihnen Vorhaltungen über sein Eheleben machen lassen. Das hätte er bei seiner Frau auch haben können.
    Weenacha war es recht, dass die gemeinsamen Essen beendet waren.

    Allerdings war auch nach wenigen Monaten die Arbeit an den Außenanlagen in Buddhamonthon beendet. Von jetzt an musste sie wieder sehen, wo sie Arbeit bekam.



    Die Brüder heiraten. Darüber im nächsten Kapitel...

  7. #36
    Avatar von moselbert

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    Re: Die Geschichte von Weenacha

    XXIV. HEIRAT DER BRÜDER (1984)


    Weenacha hatte noch etwas Land aus dem Erbe ihrer Eltern behalten. Je ein Stück des auf ihren Namen registrierten Landes war für ihre Brüder gedacht. Sie hätten sich und ihren Familien eigentlich dort ein Haus bauen sollen. Aber Chawakorn hatte das Grundstück nicht haben wollen, sondern lieber das Geld. Denn er hatte nach Ende der Militärzeit eine Arbeitsstelle als Haustechniker in der neuen Mahidol Universität in Salaya begonnen. Dort hatte er auch eine Frau kennengelernt, die er heiraten wollte. Er wollte mit dem Geld ein Holzhaus auf einem gepachteten Stück Land in Om Noi, südlich der Universität gelegen, kaufen.

    Chawakorn war ein zuverlässiger junger Mann geworden, deswegen schlug Weenacha ihm die Bitte nicht ab.

    Sarak war ganz anders als sein Bruder geraten. Er war leicht erregbar, gereizt. Vor allem aber war er von den Meinungen und Plänen anderer rasch überzeugt.
    Auch er hatte irgendwann seine Militärzeit beendet. Er wollte eine Frau aus Korat heiraten. Auch er wollte sich das Geld auszahlen lassen anstatt auf dem Grundstück ein Haus zu bauen. Weenacha kannte ihre beiden Brüder sehr gut. Während sie von Chawakorn immer eine gute Meinung hatte, war das bei Sarak nicht so. Deswegen zögerte sie, das Land zu verkaufen und ihm das Geld zu geben.

    „Warum behandelst Du mich anders als meinen Bruder?“ fragte er.

    „Weil Du anders bist, Sarak. Es tut mir leid, das sagen zu müssen. Aber Ich denke, es wäre besser für Dich, wenn Du das Grundstück nutzt. Geld ist schnell verprasst.“

    „Du bist schlimmer als Mutter und Vater.“

    „Die würden das ganz genauso sehen.“

    „Meinst Du? Ich bin jetzt 21, meine liebe Schwester. Volljährig. Und das Grundstück steht mir zu. So haben es doch die Eltern sicher bestimmt.“

    „Ja, schon. Aber sie wollten auch, dass Du vernünftig bist.“

    „Was ist daran unvernünftig, wenn ich das Geld für meine Hochzeit haben will? War Chawakorn auch unvernünftig? Bei ihm hast Du Dich nicht gesträubt.“

    „Ich habe ihm auch gut zugeredet und wollte ihn umstimmen.“

    „Aber er hat jetzt sein Geld bekommen, geheiratet und eine Familie. Gönnst Du mir mein Glück nicht, nur weil Du keinen Mann abbekommst?“

    „Das zu sagen, ist unfair.“

    „Es ist unfair, mir das Geld nicht zu geben. Aber ich kann auch anders. Du weißt, ich war beim Militär. Ich könnte Dich zum Beispiel leicht mit einer Pistole töten, wenn ich meine, in meiner Ehre gekränkt zu sein.“

    Weenacha erschrak. „Das würdest Du nicht tun.“

    „Normalerweise nicht. Wenn Du also nicht willst, dass ich in eine emotional ausweglose Situation gerate, dann verkaufe das Grundstück und zahle mir meinen Erbanteil aus. Ich hoffe Du verstehst.“

    Ein feines Lächeln spielte um Saraks Lippen.

    Natürlich hatte er Recht. Sie sollte ihn gleich behandeln wie seinen Bruder. Vielleicht würde er ihre Vorurteile ja Lügen strafen. Andererseits, alleine schon die unverhohlen ausgesprochene Drohung ihr gegenüber bestärkte sie wieder in ihrer Meinung über ihn.

    Aber sie konnte es wegen der Kinder nicht riskieren, dass er seine Drohung wahr machen würde. So verkaufte sie seinen Anteil am Land und zahlte ihn aus. Sarak heiratete und zog nach Korat.


    Ein Brief kommt aus Deutschland. Aus Deutschland? Die Erklärung kommt im nächsten Kapitel.

  8. #37
    Avatar von Donnongkhai

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    Re: Die Geschichte von Weenacha

    ...wirklich schoene Geschichte aus dem Thailaendischen (oft harten) Leben geschildert. Toll geschrieben Danke.

    Manfred

  9. #38
    Avatar von moselbert

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    Re: Die Geschichte von Weenacha

    Bitte.


    Und danke für die Blumen.

    Weiter gehts...

  10. #39
    Avatar von moselbert

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    Re: Die Geschichte von Weenacha

    XXV. BRIEF AUS DEUTSCHLAND (1986)

    Jedes Jahr kam Weenachas Freundin Pranalee mit ihrem Mann zum Urlaub nach Thailand. Sie hatte inzwischen eine Arbeit in Deutschland gefunden. Auch ihr Mann kam daher. Wo ihre Freundin arbeitete, wusste Weenacha nicht. Aber man konnte in Deutschland anscheinend viel mehr Geld verdienen als in Thailand. Sehr viel mehr.

    Pranalee sah natürlich, dass Weenacha mit dem Geld knausern musste, um sich und ihre Kinder über die Runden zu bekommen. Allerdings war Weenacha zu stolz um Geld von Pranalee anzunehmen. Aber Pranalee versuchte ihrer Freundin auf eine andere Art und Weise zu helfen.

    „Du könntest nach Deutschland kommen, aber dazu müsstest Du einen Deutschen heiraten. Ich habe da jemanden kennengelernt, der wäre was für Dich.“ Pranalee zog ein Foto aus der Tasche. „Gefällt er Dir?“

    Weenacha sah einen Farang, schlank, ohne Brille, dunkle Haare.

    „Es kommt nicht aufs Aussehen an, Pranalee.“ antwortete sie.

    „Ja. Das weiß ich. Ich habe Paul ja auch nicht aus Liebe geheiratet. Er ist zwar ganz nett, und wir leben zusammen. Aber das wichtigste ist doch, dass ich jetzt in Deutschland sein kann und dort Geld verdiene. Ohne Heirat bekommst Du nur für ein paar Monate eine Aufenthaltsgenehmigung.“

    „Und die Kinder?“

    „Die kannst Du hier bei Verwandten lassen, oder auch mitnehmen. Mein Sohn ist ja auch noch hier in Thailand, ich werde ihn aber nachkommen lassen, denke ich. Denn in Deutschland bekommt er auch eine bessere Ausbildung. Und das mit der Ehe... Wenn Du erst mal verheiratet bist, und Dir der Mann nicht gefällt, dann kannst Du Dir ja immer noch einen neuen suchen. Wenn Du drei Jahre in Deutschland bist, dann bekommst Du die Erlaubnis immer dort zu leben, ob du nun verheiratet bist, oder nicht.“

    Pranalee dachte nach.

    „Ich denke, ich werde mir auch einen Neuen suchen. Ich habe schon einen kennengelernt, der mir besser gefällt.“

    Weenacha mochte ihre Freundin zwar und unterhielt sich gerne mit ihr. Allerdings hatte sie eine ganz andere Vorstellung vom Heiraten und von der Familie. Pranalee schien die Männer an ihrer Seite ein bisschen wie Schmuckstücke zu behandeln, die man bei Bedarf auch mal austauschen konnte.

    „Ja, ich weiß. Du denkst da anders.“ sagte Pranalee. „Aber wenn er der Richtige ist, dann ist es ja gut. Hast Du ein Foto von Dir?“

    „Ich weiß nicht, ich glaube nicht. Diejenigen, die ich für den Ausweis machen musste, die hat die Verwaltung bekommen.“

    „Die würden auch nicht taugen, denn Du brauchst Fotos auf denen Du lächelst. Und nicht welche, wo Du ernst schaust, wie es für die Ausweisfotos Vorschrift ist. Wir gehen nachher zum Fotografen.“

    Und so hatte Weenacha nach einiger Zeit hübsche Porträtfotos von sich.

    „Ich nehme eines mit, wenn Du nichts dagegen hast.“ sagte Pranalee vor ihrer Abreise nach Deutschland.

    „Ja, nimm es mit, auch wenn ich nicht sehr hübsch aussehe. Ich werde wohl keine Chancen haben.“

    „Sei nicht so pessimistisch. Die Deutschen stehen auf Asiatinnen. Einige zumindest.“

    Nach einiger Zeit, Pranalee war inzwischen schon lange wieder in Deutschland, kam ein Brief aus diesem fernen Land.

    Weenacha öffnete ihn. Die Schrift war zwar genauso wie sie sie aus dem Englischunterricht in der Schule kannte. Aber die Worte waren ihr unverständlich. Über eine Cousine und ihren Bruder Chawakorn, die beide an der Uni Mahidol arbeiteten, hatte sie dort einige Leute kennengelernt. Und so fuhr sie mit dem Bus dorthin und fragte nach Menschen, die Deutsch sprächen und ihr einen Gefallen tun könnten.

    Und tatsächlich, eine Frau war bereit ihr den Brief zu übersetzen.

    „Würden Sie auch meine Antworten ins Deutsche übersetzen?“ fragte Weenacha.

    „Wenn es nicht überhand nimmt, gerne.“ antwortete diese.

    Der Deutsche hatte ihr Foto von Pranalee bekommen. Offenbar hatte Pranalee auch noch etwas über ihr Leben in Thailand gesagt. Der Deutsche hatte geschrieben, Weenacha scheine nach dem Foto und dem bisschen, dass er über sie wusste, zu urteilen, eine sehr interessante Person zu sein. Er würde gerne etwas mehr über sie wissen. Er selber arbeite bei der Post, sei unverheiratet und lebe in Bremen.

    Wo der Ort war, wusste Weenacha zwar nicht, aber sie sah aus dem Brief auch, dass er offenbar kein reicher Mann war. Denn Postbeamte bekamen nicht allzu viel Gehalt. Auch wenn es in Deutschland vielleicht etwas mehr war als in Thailand.

    Sie schrieb ihm zurück, dass sie drei Kinder hätte und unterschiedlichen Tätigkeiten nachginge. Sie würde Wäsche von Leuten waschen und ausbessern, sie habe auch schon gartenbauliche Arbeiten zu tun gehabt.
    Die Briefe waren natürlich einige Zeit unterwegs. Und so trudelte die Antwort erst zwei Monate später ein. Diesmal war es nicht nur ein Brief, sondern der Deutsche hatte ein kleines Paket geschickt. In diesem war eine Kette und ein Kleid. Offenbar hatte Pranalee ihm auch von Weenachas Größe und Figur erzählt. Im beiliegenden Brief, den sie sich wieder übersetzen ließ, schrieb er, er wolle ihr gerne auch etwas Geld zukommen lassen.

    Eines Tages konnte sie sich bei Pranalees Mutter mit ihrer Freundin telefonisch unterhalten.

    „Richte Dir ein internationales Konto ein, Weenacha.“ sagte Pranalee. „Das ist dann einfacher mit dem Geld.“

    „Ich habe ein schlechtes Gewissen wegen dem Geld.“

    „Du brauchst kein schlechtes Gewissen zu haben, Weenacha. Die Deutschen sind fast alle reich. Die Kosten sind zwar auch etwas höher, aber dennoch bleibt am Monatsende noch genug Geld übrig. Er ist auch nicht verheiratet und hat auch von der Seite keine Ausgaben.“

    Weenacha ging also zur Bank und ließ sich ein Sparkonto einrichten. Das Buch hinterlegte sie bei Pranalees Mutter. Denn hier im Haus, das Pranalee ihrer Mutter gekauft hatte, schien es sicherer aufgehoben zu sein als daheim.

    Irgendwann schrieb er ihr, er habe 500 DM geschickt. Allerdings war das Geld nicht auf dem Konto angekommen, wie die Bank ihr versicherte.

    Weenacha war das etwas peinlich, denn so konnte er ja eventuell den Eindruck gewinnen, sie sage das nur, um noch mehr Geld von ihm zu bekommen.
    Er schien aber nicht beunruhigt und meinte, dann würde er das Geld eben auf einem anderen Wege schicken.

    Und tatsächlich, nach einigen Wochen kam eine Postanweisung mit 300 DM. Umgerechnet waren das 7500 Baht. Das war für Weenacha eine große Summe. Die half ihr tatsächlich ein wenig. Aber ihr war das Ganze doch nicht geheuer. Sie schrieb zurück, dass sie kein Geld mehr von ihm haben möchte. Sie müsse das schwere Leben hier alleine meistern.

    Irgendwann schliefen dann auch die Briefe ein.

    Als Pranalee davon erfuhr, schüttelte sie nur den Kopf. Aber sie bemühte sich weiterhin im fernen Deutschland, einen passenden Mann für ihre Freundin zu finden. Vielleicht würde es beim nächsten Mal besser klappen.


    Um "Enns Familie" geht es im nächsten Kapitel.

  11. #40
    Avatar von moselbert

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    Re: Die Geschichte von Weenacha

    XXVI. ENNS FAMILIE (1988)


    Sarak und seine Ehefrau aus Korat hatten sich getrennt. Die Ursache für diese Trennung war ein junges Mädchen namens Enn gewesen. Sie hatte ihn so lange angehimmelt, bis er ihr nicht mehr widerstehen konnte. Sarak war inzwischen wieder in Bangkok und bei seiner Schwester Weenacha eingezogen. Das Haus war groß genug. Und in Thailand braucht man nicht so viel Platz. Ein Zimmer pro Familie wurde meist als ausreichend angesehen.

    Und da Enn öfter bei Sarak sein wollte, holte Sarak sie schließlich zu sich.
    Weenacha hatte nichts dagegen. Das Haus war ja groß genug.

    Sarak hatte auch in der Mahidol Universität als Aushilfskraft angefangen und brachte etwas Geld in den gemeinsamen Haushalt. Enn war eine ausgesprochen gut aussehende junge Frau. Allerdings hielt sie nichts davon, im Haus auch mal mitzuhelfen, zu kochen oder sauberzumachen. Deswegen hatte sie sich schon öfter mit Weenacha gestritten.

    Weenacha arbeitete inzwischen bei einer Plastikfabrik. Es gab 60 Baht pro Schicht. Eine ging von 8 bis 17 Uhr, eine weitere von 17 bis 22 Uhr. Manchmal machte Weenacha beide Schichten hintereinander um mehr Geld in der Tasche zu haben.

    Eines Tages kam sie nach Hause und das Grundstück war voller fremder Menschen.

    „Was ist denn hier los?“ fragte sie Sarak.

    „Enn hat ihre Schwestern mitgebracht. Sie werden von jetzt an bei uns wohnen. Das Haus ist ja groß genug.“ antwortete der.

    „Wie viele Leute sind denn das?“

    „Drei Schwestern und ein Schwager.“

    „So geht das aber nicht, Sarak. Sie sollte mich zumindest vorher fragen.“

    „Sie hat mich gefragt. Und da das hier das Haus unserer Eltern ist und ich genauso ein Kind unserer Eltern bin wie Du, habe ich ja gesagt.“

    „Ach. Und was arbeiten die Schwestern und der Schwager?“

    „Nichts. Sie haben keine Arbeit. Der Mann hat ab und zu eine Aushilfsarbeit. Deswegen konnten sie die Miete ihrer Wohnung nicht mehr aufbringen. Aber hier brauchen sie ja nichts zu bezahlen.“

    „Es wäre schon gut, wenn sie auch etwas zum Leben beisteuern könnten. So viel Geld verdiene ich auch nicht. Und, mein lieber Bruder, was das Haus unserer Eltern angeht ... Du hast zwar Recht. Aber jetzt ist es mein Haus. Chawakorn und Du, Ihr habt jeder ein großes Grundstück gehabt und hättet euer Haus darauf bauen können. Geld war genug da. Ihr habt es verkauft. Chawakorn hat jetzt sein Haus in Omnoi gebaut. Ich denke mit seinem Verdienst als Haustechniker bei der Mahidol kommt er gut über die Runden. Was ist mit Deinem Geld geworden?“

    „Das weißt Du doch. Ich hatte mit meiner damaligen Frau in Korat etwas bauen wollen, aber die Ehe hat ja nicht so geklappt wie gedacht.“

    „Ja. Aber das Geld ist weg, oder?“

    „Würde ich sonst hier wohnen?“

    „Gegen Dich habe ich ja auch nichts. Und Deine Enn soll meinetwegen auch hier wohnen. Auch wenn sie nicht im Haushalt hilft und auch nichts arbeitet.“

    „Sie hilft schon.“

    „Sagt sie.“

    „Ja, sagt sie. Und ich glaube ihr. Du willst sie nur rausekeln.“

    Weenacha sagte nichts mehr.


    Im nächsten Kapitel hat wieder ein Geldverleiher seine Hände im Spiel...

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