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Die Fragen...

Erstellt von hello_farang, 17.07.2007, 02:32 Uhr · 176 Antworten · 22.498 Aufrufe

  1. #71
    hello_farang
    Avatar von hello_farang

    Re: Die Fragen...

    Mein Handy klingelt, ich taste verschlafen danach auf der Ablage am Kopfende vom Bett. Gruene Taste druecken "Khrap?!" Es ist Kob der mir sagt, das er jetzt in Chalong losfaehrt. Tippa hat sich beim ersten Klingeln umgedreht und mir dabei die Decke fast komplett weggezogen. Also egal, dann stehste eben auf und gehst duschen denke ich mir. Kurz vor Sieben, das ist ja wie in Deutschland. Das Wasser ist natuerlich wieder eiskalt, aber es macht wach. Beim Zaehneputzen betrachte ich mich im Spiegel, man du musst dich unbedingt mal wieder rasieren, siehst ja aus wie ein Berber. Komischerweise steht Tippa aber auf diesen Dreitagebart-Look, vermutlich weil die Thaimaenner eben nicht so einen Bartwuchs haben. Das sonore Summen meines Panasonic-Elektrorasierers laesst mich fast im Stehen wieder einpennen, aus Ermangelung von After shave schmiere ich mir etwas Sonnenmilch um die Fresse.

    Greife mir die Packung Krong Thip, stecke mir einen Stengel in den Mund und gehe raus. Die Nok Salikgas pluendern gerade den Muelleimer neben uns, ich betrachte sie dabei, und sie mich. Vielleicht bekommen sie ja von dem Fruehaufsteher etwas? Nein, ich hab nichts fuer euch, randaliert mal huebsch weiter im Muell. Zum ersten Mal sehe ich die Mitbewohner des Resorts, die morgens zum joggen an den beach gehen. Sportliche bodies, die mich freundlich gruessen. Ich winke gelangweilt zurueck, ihr habt doch alle einen an der Waffel. Schont doch eure Koerper, dann habt ihr laenger was von euren Knien. Noch ne Kippe, dann kommt ein rotes TukTuk den Weg runter, hinter der Windschutzscheibe grinst Kob. Mit seiner Men in black-Sonnenbrille sieht er aus wie ein Berufskiller, absolut vertauensunwuerdig aber sehr cool. Er parkt sein Gefaehrt direkt vor mir, steigt aus und wir umarmen uns. Die Tasche nehme ich und stelle sie in den Bungalow, schaue dabei kurz nach Tippa. Sie schlaeft tief und fest, also lade ich Kob auf einen Kaffee ein.

    Steige zu ihm in die kleine Fahrerkanzel, und stosse mir dabei heftig den Kopf. Die Dinger sind eben nicht fuer farangs gebaut worden. Im Rueckwaertsgang geht es zum Restaurant, wo wir anhalten. Dort sitzen bereits einige andere Leute, zwei mit reichlich Gepaeck am Hacken. Interessierte Blicke Richtung des kleinen Fahrzeugs, ob der uns wohl mitnimmt? Wir setzen uns an einen der Tische und bestellen zwei Kaffee, ich schaue die beiden Gepaeckmenschen an. "Braucht ihr ein TukTuk? Wohin soll´s gehen?" "Wir muessen nach Phuket Town zum Hafen, macht der das?" Ich frage Kob, na klar macht der das -fuer 650 Baht. Die beiden sind einverstanden, und packen ihr Zeug in sein TukTuk. Ueber die Kaffeetassen hinweg grinsen wir uns zu, denn wir wissen beide das der Preis viel zu hoch ist. Man koennte sich auch einfach an die beachroad stellen und den Bus ranwinken, das wuerde pro Person 20 oder 30 Baht kosten.

    Als Kob mit seinen Kunden weg ist, schlurfe ich zurueck zum Bungalow. Die Tuer ist zu, Tippa muss also mal kurz aufgestanden sein um sie zu schliessen. Ich rufe durch die Glaslamellen des Fensters, keine Reaktion. Weil die Vorhaenge zugezogen sind kann ich sie weder sehen noch ihr irgendwas zuwerfen, damit sie aufwacht. Na super. Zum Glueck erblicke ich weiter hinten in der Gasse die Putzfrauen, wie sie sich auf ihren Arbeitstag vorbereiten. Gehe zu ihnen und bitte die Schluesselfee, mir die Tuer zu oeffnen. Eine lustige und stets gut gelaunte Truppe von fuenf jungen Damen, die einem Witz nie abgeneigt sind. So auch jetzt, denn als ich mit dem Maedel das die Schluessel hat losziehe kommt ein Spruch von hinten und alle lachen. Sie hakt sich daraufhin bei mir ein und erwidert lachend etwas auf thai, von dem ich nur ´faeaen´ verstehe. Aber mir ist schon klar was ihre Kolleginnen meinten, also lege ich kurz meinen Arm um sie als waeren wir ein Paar. Gejohle und Lachen von hinter uns, wir drehen uns grinsend zu ihnen um, dann gehen wir zu meinem Bungalow. Sie schliesst auf, ich bedanke mich laechelnd.

    Tippa liegt baeuchlinks im Bett und schaut verschlafen zur Tuer, streckt ihre Hand nach mir aus. Noch bevor sie sich umdrehen kann setze ich mich auf ihren Po und ziehe die Decke soweit runter, wie es in dieser Stellung moeglich ist. Streife ihre Haare beiseite, kuesse sie auf den Hals und massiere ihren nackten Ruecken. Im knieen fixiere ich ihr Becken mit meinen Oberschenkeln, sie laechelt und versucht erfolglos sich zu befreien "Koja I´m horny" Na da sind wir schonmal zwei. Ein Condom wird einer ordnungsgemaessen ausgiebigen Funktionskontrolle unterzogen. 5ex am fruehen morgen ist herrlich, die gemeinsame Dusche danach nicht minder. Ihr Koerper macht mich irre, ich braeuchte mindestens zehn Haende um sie ueberall gleichzeitig streicheln zu koennen.

    Tippa zwaengt sich in die knallengen Jeans im stone washed look, die sie auch bei unserer ersten Begegnung getragen hat. BH mit rosa aufgedruckten Bluemchen, darueber eine koerperbetonende rote Bluse mit kurzen Aermelchen. Ich schuettele verstaendnislos mit dem Kopf, sie schaut mich fragend an "Not 5exy?" Doch, sehr sogar, aber wir gehen gleich zum brunch, da kannste dir doch nicht die engste Hose anziehen die du hast. Das wird ein mehrstuendiges Fressen, zieh dir was anderes an untenrum. Sie kramt eine rote Jogginghose raus, die ist zwar fast genauso knapp geschnitten wie die Jeans, aber aus dehnbarem Stoff. Dazu passt nun natuerlich die Bluse farblich nicht mehr, also die auch noch ausgezogen und gegen eine schwarze ausgetauscht. Oder doch besser das gruene T-Shirt mit der 23 drauf, oder die schwarze Trainingshose zusammen mit der ersten Bluse, ich soll entscheiden. Mach wie du willst, ich werde mich hueten einem Maedel zu was zu raten wenn es um ihre Klamotten geht.

    Ich suche meine thailaendische Militaerhose raus, die ist schoen schlabberig, dazu ein schwarzes Hemd, Gebetskette um den Hals, fertig. So Schatz, ich warte draussen, brauche erstmal eine Kippe. Malte ist auch schon wach und sitzt vor seinem Bungalow, ich gehe rueber und klopfe bei Harkan, Chris und Ee. "Ja?" "Wie schauts? Wollen wir bald mal zum Daenen fahren, ich habe Kohlendampf" "Wir sind gleich soweit" "Alles klar, ich warte nebenan. Tippa braucht auch bestimmt noch ne halbe Stunde um sich fuer passenden Klamotten zu entscheiden" Gelaechter von drinnen, ich hoere eine kurze Uebersetzung ins englische, dann geht die Tuer auf und Ee steckt grinsend ihren suessen Lockenkopf raus. "Koja baa", na super jetzt faengt die auch schon damit an.

  2.  
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  3. #72
    hello_farang
    Avatar von hello_farang

    Re: Die Fragen...

    Setze mich zu Malte, der mir den Rest seiner morgendlichen Tuete reicht. Frage ihn, ob er in ein paar Tagen mal mit Tippa und mir nach Bangkok kommen will. Wie wollt ihr hoch? Keine Ahnung, entweder mit dem Zug oder im Flieger. In einen der VIP-Busse bekommt mich niemand. Viel zu kalt, dauert zehn Stunden, und die durchgeknallten Fahrer sind alle auf JaaBaa, no way. Die Fluege kosten ja nicht viel, und man waere in 3 Stunden inclusive Lift zum Flughafen in der Hauptstadt. Aber Tippa ist skeptisch, denn sie ist noch nie geflogen. Ich war schon froh drueber, sie neulich zu dem Bootstrip nach Railey ueberreden zu koennen. Ob ich sie nun auch noch in ein Flugzeug bekommen werde, das muss ich mit ihr ausdiskutieren. Grundsaetzlich waere Malte dabei, aber andererseits haette er auch nichts dagegen, noch zwei Wochen laenger auf Phuket zu chillen "Besprich das erstmal mit deinem Schnucki, auf Zug habe ich jedenfalls keinen Bock. Da ist man ja einen Tag unterwegs"

    Irgendwann ist unsere Truppe endlich vollzaehlig, und die Mopeds werden gestartet. Im entspannten Konvoi geht es in Kata den Berg hoch, vorbei am Viewpoint zum daenischen Restaurant. Als wir ankommen ist es mittlerweile schon kurz nach Zehn, und einige Bruncher haben sich bereits eingefunden. Das warme Buffet ist beachtlich, bestimmt sieben Meter lang mit allem was man so futtern kann. Natuerlich kann ich mir einige Kommentare zu den daenischen giftroten Techno-Wuersten nicht verkneifen, die sich Chris gleich im Dutzend auf den Teller baggert. Das rechte Drittel der Tafel ist den Beilagen, also Gemuese, Bratkartoffeln, Salat, und Fruechten vorbehalten. Genau meine Gegend. Es gibt einen Koch der nur dafuer da ist, Eier in allen Variationen zuzubereiten. Auf einem anderen grossen Tisch stehen Brot, Broetchen, Toast, Marmelade, Schinken, Kaese, Butter und Margarine, Quark und Jogurt. Drei verschiedene Saftspender, Kaffee und Tee, Wasser -der Wahnsinn. Nur Bier und die ueblichen amerikanischen Softdrinks muss man extra bezahlen, aber darauf verzichten wir alle. Ich komme nicht an dem frischen Schwarzbrot vorbei, endlich mal wieder anstaendiges Brot. Dazu lasse ich mir zwei Eier in die Pfanne ruehren, gewuerzt mit reichlich Prik pon und Pfeffer.

    Insgesammt sitzen wir locker drei Stunden beisammen, lassen es uns richtig gut gehen. Alles, was Kueche aufzubieten hat, wird auch probiert. Wie sich das fuer die Betreiber rechnet begreife ich nicht. Zwischen Broetchen und gebackenem Gemuese berede ich mit Tippa die Idee mit dem Flieger. Fuer eine Woche hoch nach Bangkok, das steht ja fest. Ich kann ihre Zweifel zerstreuen, und sie willigt ein das wir das Flugzeug nehmen. Wesendlich unkomplizierter und schneller klaeren wir das Uebernachtungsproblem. Sie meint, das wir bei ihrer Schwester wohnen koennen, die ganz in der Naehe der Uni ein Appartement hat. Fuer mich ist aber auch klar, das wir mindestens eine Nacht in der Militaerkaserne am Flughafen sein werden.

    Ich muss dort unbedingt vorbei um Hallo zu sagen, wenn ich in Bangkok bin. Und das wird bestimmt wieder ein feucht-froehlicher nicht enden wollender Abend, so wie ich Phii Neng und seine Kameraden kenne. Malte nickt zustimmend, Tippa ist bei dem Gedanken jedoch nicht ganz wohl. Thailaendischer Respekt vor Uniformen, und dann auch noch Militaerpolizei? Ich lache "Not only military police but also snipers, soldiers, special force. They do take care of you, no problem. And you will love Neng´s wife and their children" Sie hatte wohl etwas falsche Vorstellungen davon, wie Neng mit seiner Familie dort lebt. Natuerlich nicht in einer Soldatenstube mit zehn Mann, sondern als Offizier hat er in der Kaserne eine eigene Wohnung mit Ausblick auf Don Muang. Woher ich ihn kenne moechte Tippa wissen, ich nicke in Richtung Malte. Er ist mit der Schwester von Neng buddhistisch verheiratet. Die drei-Tage-Feier damals werde ich nie vergessen, und auch nicht meine ersten Eindruecke von Neng. Zusammen mit seinen Kumpels aus der Disco- und Rotlichtszene hatten wir Spass ohne Ende. Am Hochzeitstag wurde dann natuerlich auch mit scharfen Waffen in der Gegend rumgeballert, boese Geister vertreiben. Undenkbar in Deutschland, das jemand nachts sein M 16 rausholt und Leuchtspursalven in den Sternenhimmel schickt, das ganze natuerlich mit 2,8 Promille im Schacht.

    Zu dritt werden also Plaene geschmiedet, Malte will mitkommen aber dann gleich weiter nach Nakhon Pathom zu seinem Frauchen. Treffen wuerden wir uns dann erst wieder bei Neng. Weil ich sie gefragt habe holt Tippa ein Bild ihrer Schwester aus ihrer Geldboerse. Joi, auch ein huebsches Kind ihrer Eltern, zwei Jahre aelter als Tippa. Sie ist Verkaeuferin bei einer Honda-Niederlassung und heisst Sarinya. Ein ermahnendes "She have boyfriend" folgt, Schatz so wie sie ausschaut wundert mich das nicht. Meine Antwort ist, das ich ihr zaertlich ueber den Ruecken streichele "You too". Sie laechelt, beisst in mein Ohrlaeppchen und kuesst es, als ich aufjaule vor Schmerzen. Wieso musst du immer so grob zu mir sein? Nur weil ich dir gerne den suessen Hintern versohle? Die Striemen deiner Fingernaegel werde ich noch lange auf meinem Koerper bewundern koennen, nun beisst du mir fast das Ohr ab. Sei doch zur Abwechslung einfach mal lieb zu mir.

  4. #73
    hello_farang
    Avatar von hello_farang

    Re: Die Fragen...

    Zurueck zum Resort waere langweilig, also fahren wir Harkan, Chris und Ee hinterher zu einer Rastabar. Ein wunderschoenes Holzhaus mitten im Nirgendwo. Unter dem Dach und an den Waenden haengen unzaehlige psychodelische Oelgemaelde, hintern Tresen ein dicker Thairasta. Er legt Musik auf und spricht dazu staendig in sein Mikrophon. Noch interessanter ist der zahme Adler, der vor dem Haus auf und ab huepft. Weiss-grau, und ein praechtiger Bursche. Haette nie gedacht, das die Voegel so gross sind, sein Schnabel hat die Laenge meines gekruemmten Zeigefingers, ist aber um einiges gefaehrlicher. Natuerlich juckt es mich, also frage ich den Rasta, ob man den auch mal streicheln kann? Klar geht das, aber ich soll vorsichtig sein. Er geht mit mir raus, und laesst den Greifvogel auf seinem Hockstock Platz nehmen. Erstmal beaeugen wir uns ein paar Minuten, dann spreche ich mit dem Adler auf deutsch. Erzaehle ihm, das unser Wappentier ein Kollege von ihm ist. Seine hechelnde Zunge zeigt Entspannung, ich traue mich und streichele seine weichen Brustfedern, mit einen wachen Blick auf seinen beeindruckenden Schnabel. Das Teil in die Hand gehackt zu bekommen braucht kein Mensch. Er stellt die Fluegel leicht ab, man das Biest hat locker zwei Meter Spannweite. Man versteht sich, er bleibt ganz locker und geniesst es, ich auch.

    Die Jungs haben sich waerenddessen in die Haengematten geschmissen und chillen. Tippa liegt auf einem ueberbreiten Liegestuhl aus Bambus, streckt ihren Arm nach mir aus. Ich lasse mich nicht lange bitten und lege mich dazu. Die riesige Jamaikafahne mit dem Canabisblatt laesst vermuten, das man hier nicht nur drinks bestellen kann. Fragen muss ich nicht, denn Harkan steht auf und winkt mich ran. Wir gehen durch eine Tuer und treten auf eine lange schmale Terrasse ueber einem kleinen Bachlauf. Eine uralte Singer-Naehmaschine steht da, ich muss grinsen als sich Harkan davor setzt. Will der jetzt etwa naehen? Er zieht die Schublade auf, und holt Blaettchen, Filterpappe, und einen grossen Beutel Grass heraus. "Das ist hier fuer alle Gaeste frei. Man darf nur nicht in der Bar ......" Na das nenne ich ja mal einen kundenorientierten Service, die location wird mir immer symphatischer. Ein granioser Ausblick ueber ein Reisfeld, gesaeumt von Palmen. Das Grass ist der Hammer, ein alter schwanzwedelnder Koeter mit Halstuch gesellt sich zu uns. So struppig und zerzaust wie der ausschaut wird er von mir nicht gestreichelt, scheint ihm aber auch egal zu sein. Harkan lacht "Pass mal auf", und er blaesst der Toele die Abluft um die Schauze. Der Schwanz beginnt ueber den Holzboden zu wedeln, er steckt wirklich seine Nase in Richtung Rauch und freut sich. Absolut laessig, ein Hash-Hund?! Ich nehme die Tuete, ziehe zweimal, dann drehe ich mir die Glut in den Mund und blase den Hund an. Seine Nuestern werden gross, und mit einem Laecheln zieht er sich den shut rein. Ich muss aufhoeren weil ich anfange zu lachen bei dem Anblick. Harkan grinst sich was, er kennt den Hund bereits. Fragt mich, wieviel Geld ich dabei habe und ob ich was haben will. Haben wollen? Natuerlich, meine Vorraete sind aufgebraucht. Checke meine Brieftasche, eintausendundvierhundert Baht, den Tausender wuerde ich investieren. "Cool, dann sind wie jetzt bei 4000, das gibt nochmal Rabatt", ich reiche ihm den Schein. So von Rasta zu Rasta, die sich ueberdies auch schon ein paar Wochen kennen, wird das bestimmt ein guter deal. Er hat die Kohle gerade eingesteckt, da geht die Tuer auf und Ee und Tippa kommen zu uns. Ee stuerzt sich gleich auf den Koeter und knuddelt ihn "Dloopy!" Ich verstehe ´Groupie´ und wundere mich, sie muss lachen und meint, nein so wie der lustige Comichund. Sie meint Droopy, und in der Tat gibt es gewisse Uebereinstimmungen. Die unendliche Langsamkeit, die bekifften halbgeschlossenen Augen, sogar weisses Fell und schwarze Ohren. Ee merkt, das Droopy voellig entspannt ist und will von uns wissen, was wir mit ihm gemacht haben? "Nothing, I just gave him a shut right into his nose. He enjoyed this as you can see" Harkan meint, das er Grass auch frisst, wenn man es ihm gibt, selbst unser lautes Lachen kann den Koeter nicht aufschrecken. Ich versichere den Maedels, das es sichere zwanzig Zentimeter zwischen der Tuete und seiner Nase waren, also ziehen sie auch mal an dem Joint.

    Tippa fasst mich bei der Hand und geht mit mir diese schmale Terrasse runter, bis wir am Ende ankommen. Was jetzt? Sie erzaehlt mir, das sie eben mit ihrer Schwester in Bangkok telefoniert hat. Und Sarinja will mit mir sprechen, also holt sie das Handy raus und drueckt auf Wahlwiederholung. Ohne einen Ton zu sagen horcht sie, und reicht mir dann das mobile phone rueber. Ich rufe ein thailaendisches "Hallo?" rein, am anderen Ende antwortet auch ein "Hallo?" "Sawat dii khrap Sarinya, phom tschueue Koja" "Ui, Koja, sabai dii mai khaa?", eine liebliche Stimme die zu dem Foto passt. "Sabai sabai, how are you?" "Mir geht es gut, danke" "Uii, khun phuut pasaa joerman mai khrap?" "Ein bisschen, but better speak english" Wir unterhalten uns also auf englisch, hat auch den netten Nebeneffekt das Tippa das halbe Gespraech -meine Saetze- mitverfolgen kann. Sarinya ist sehr locker, natuerlich koennen wir bei ihr im Appartement wohnen, sie wird solange bei ihrem Freund schlafen. Ich meine zwar, das wir uns auch ein Hotelzimmer nehmen koennen, aber das lehnt sie strikt ab. Sie sagt, das Tippa ihr berichtet hat, ich sei 35 und jung geblieben. Wo ich denn gerne mal hin will in Bangkok? Technodisco waere laessig, aber gerne auch nur zuhause und zu FreundenInnen von euch. Die Kaserne lasse ich erstmal beiseite, allerdings fragt sie im naechsten Satz danach. "Khrap, the military area for sure" Tippa trommelt an meinem Arm, sie will das Handy haben. Also verabschiede ich mich bis naechste Woche und reiche das Ding weiter. Ich hoere nur etwas von blue-green eyes, Schatzi bleibt zum Glueck beim englisch. Ihre leuchtenden Augen sind auf meinen gehaftet waerend der Saetze, dabei streichelt sie mich verdaechtig sanft ueber den Bauch. Ich rechne jeden Moment mit einem Kneifen oder Schlag, aber nichts ausser Sanftmut. Wie schoen.

  5. #74
    hello_farang
    Avatar von hello_farang

    Re: Die Fragen...

    Nachdem Tippa das Gespraech beendet hat meint sie, das ihr Schwester zu ihr gesagt hat, ich haette eine gute thailaendische Aussprache. Und das sie mich am Telefon sehr sympathisch fand. Das mit meinem thai verbuche ich zwar als hoefliches Kompliment, aber die Sympathie beruht auf Gegenseitigkeit. Ich habe ja den Vorteil, die Schwester bereits auf dem Foto gesehen zu haben, und ihr englisch war naherzu akzentfrei, das deutsch klang suess. Ausserdem will Sarinya sofort ein Bild von mir haben, worauf meine Augen gut zu erkennen sind, denn sie haette noch nie zweifarbige gesehen.

    Oha, na Chris hat eine Digicam, aber das Foto sollten wir dann besser am Vormittag machen, wenn ich noch nicht stoned bin. Tippa muss lachen, sie schmiegt sich an mich und eine kleine Ewigkeit lang umkreisen sich unsere Zungen. "We can make it now" huepft sie los ueber die Terrasse, um Chris nach seiner Kamera zu fragen. Gemeinsam kommen sie nach einem Moment zurueck, er hat sein digitales Spielzeug schon in der Hand. Erklaere ihm kurz, worum es geht. Dann stellen Tippa und ich uns nebeneinander so hin, das ein vernuenftiges Licht auf unsere Gesichter faellt, und das tolle Panorama im Hintergrund mit aufs Bild kommt. Sie lehnt ihren Kopf verliebt an meine Schulter, Chris macht einige Bilder die natuerlich sofort besichtigt werden. Alle prima gelungen, aber unsere Gesichter sind zu klein, also wird gleich noch eine zweite close-up session geschossen, worauf nur unsere Koepfe zu sehen sind und man meine Augenfarbe gut erkennt. Heute abend laden wir die dann runter in einem Internetcafe und mailen sie nach Bangkok.

    Tippa sucht die Bilder aus, die zu ihrer Schwester geschickt werden sollen. Ausserdem laesst sie sich von Chris erklaeren, wie man mit der Kamera Macroaufnahmen macht. Sie nimmt das Teil und beginnt, nun nur meine Augen zu fotografieren. Auf meine Frage hin, warum sie das macht, meint sie "Tilak, you have lovely killer-eyes, very mystic" Verdammt, das habe ich vor vielen Jahren schonmal gehoert. Meine damalige deutsche Freundin hatte ein Klitze Angst vor meinen Augen, und sie beschrieb es sinngemaess mit den Worten "Du hast einen unglaublich vielfaeltigen Blick, und kannst damit sprechen. Aber deine Augen sehen oft so aus, als wuerdest du irgendwann Amok laufen"

    Wir haben es seinerzeit in einem Gespraech konkretisiert und es kam heraus, das ich anscheinend einkalt gucke, wenn ich jemandem genau zuhoere. Was fuer mich ein konzentrierter Blick ist, zeigt sich fuer mein Gegenueber oft als etwas Einschuechterndes. Was mir ueber viele Jahre aufgefallen ist, das sich Leute nach kurzer Zeit von meinem Blick abwenden muessen wenn ich so schaue. Auch ist es des oefteren vorgekommen, das sich krawallbereite Menschen in einer Kneipe oder auf der Strasse anders entschieden haben, wenn ich sie durchbohrend anblicke. So nach dem Motto ´Im Zweifelsfall laesste den mal besser in Ruhe´. Hat mich mehrmals um unnuetze Schlaegereien gebracht, sogar waerend meiner ´schlimmen Zeiten´, wo es mir durchaus darum ging, mich gerne zu pruegeln. Interessanterweise war ich es in den letzten Jahren der entschied, wann es zu einer Schlaegerei kommt, oder zu einem heftigen Flirt.

    "But you have also such a lovely view when you look at me. I never saw before" Schatz, der Mensch hat 26 Gesichtsmuskeln, und mit etwas Uebung kann man die sehr konkret nutzen. Ich muss etwas rudern, um ihr klarzumachen was ich meine. Um die Augen herum sind es ca. fuenfzehn, diese umgeben meinen Blick und veraendern ihn. Natuerlich kann man auch seine Pupillen erweitern oder verengen, auf ´liebevoll´ und ´agro´ stellen, aber das Zusammenspiel der Summe macht letztendlich den gewuenschten oder unterbewussten Effekt aus. An der Iris, also der Farbe dort, kann ich nichts manipulieren, die ist von der Evolution bestimmt.

    Was soll ich als farang denn zu euren Augen sagen? Schwarze Pupillen, dunkle Iris, ein fliessender Uebergang sodass es zusammen riesige Teller sind. Als haettet ihr alle einen LSD-Trip geschluckt, aber es ist eben nicht so. Eher, als wuerde man in einen schwarzen Stern gucken, mystisch, geheimnisvoll, und verlockend.

    Weil Harkan mit einer weiteren netten rauchenden Ueberraschung zu uns gekommen ist, hoert er zu. Und aeussert sich "Alter, deine Augen sind in der Tat verwirrend, sogar fuer mich. Was meinst du wohl wie die auf Maedels wirken?!" Ich nehme Tippa in den Arm "Naja, vielleicht ´bad boy nice looking´. Bisher kamen jedenfalls noch keine Beschwerden. Ausserdem gehoert ja noch etwas mehr dazu als nur zu glotzen, man sollte sich auch nett unterhalten koennen. Und damit habe ich kein Problem"

    Er verraet mir laechelnd, das sein allererster Eindruck -der ja angeblich immer zaehlt- ein anderer war als er heute ist. Bin zu ihm rueber an einem morgen und habe gefragt, ob er ein paar Blaettchen fuer mich hat. Aber eben mit dem boesen Blick, bzw. noch reichlich Restalkohol im Blut von einer durchzechten Nacht. Da musste ich mein Opfer wohl anvisieren, um ohne zu schwanken anzukommen. Habe mich dann einfach neben ihn gesetzt, und mit seinen Papers einen gerollt, das war dann sein zweiter, angenehmerer Eindruck von mir. Ich kontere kurz und trocken, das ich damals in die Runde geschaut habe, und mir der Rastahippie als das lohnende Ziel erschien. Wer sich mit langen Dreads auf dem Kopp durchs Leben bewegt, der hat ein gesundes Selbstbewusstsein. Es folgt ein klatschendes ´high five´, Tippa schiesst davon ein Foto, und will danach, das wir beide uns nochmal nebeneinandersetzen. Nix da, wir stellen uns hin, und ueberhaupt: Wieso willst du Harkan mit auf dem Bild haben? Messerblick, aber sie lacht nur und meint wir sollen uns umarmen fuer den Klick. Legen uns also die Arme um die Schultern, Harkan grinst in die Linse waerend ich ihn anschaue und ihm meine als Pistole geformte linke Hand an die Schlaefe halte. Tippa ist nicht dumm und weiss, das wenn das Foto gemacht ist, sich die Leute entspannen, also macht sie sofort noch eins. Dieses ist super, denn ich habe ´meine Knarre´ gehoben und Harkan und ich lachen uns an ohne zu ahnen, das sie nochmal knippst. Chris erobert sich sein Hightec-Produkt zurueck, und latscht fotografierend durch den Laden.

    Harkan flirtet etwas mit Tippa, ich ziehe sie an mich ran und frage ihn "Wann will deine Freundin herkommen?" Er lacht "Ich will doch nichts von Tippa", aber ich kenne die Einstellung der Rastafarais. Erst kommt da Haile, dann die Musik, und direkt danach Maedchen. S. M. Haile Selassi finde ich klasse, die Musik auch, aber meine Freundin gehoert mir. Streife ihre Haare etwas beiseite, und wie einen Besitzstempel setze ich ihr einen dicken Knutschfleck zwischen Hals und Schulterblatt, so. Koennte man doch nur den Geschmack, die Zartheit, und den Geruch ihrer Haut abspeichern, aber daran muessen Bill Gates und seine Programmierer noch reichlich tuefteln.

    Wir gehen zurueck in die Bar, Tippa und ich schnappen uns die riesige Doppelhaengematte. Der dicke MC ruft gerade einigen vorbeifahrenden Mopeds etwas zu, zwei Touris halten wirklich an und kehren um. Der Grauadler huepft Richtung Eingang, ein Kommando aus dem Mikrophon pfeift ihn aber zurueck. Ich schaukele in einer Haengematte zusammen mit meiner Freundin, ueber uns wackeln die Oelbilder hin und her, ein warmes Lueftchen von hinten verdraengt alle Gedanken. Reaggeamusik flimmert durch den Raum, einige Billardkugeln treffen aufeinander weil Malte mit Ee spielt, komplettes Relaxen. Ich ueberlege, ob es wohl jemanden interessieren wuerde, wenn ich mit Tippa jetzt und hier...? Den Gedanken daran hebe ich mir auf bis zu dem Zeitpunkt, an dem ich mein eigenens Haus plus plaeae juan und faeaen habe.

    Harkan verschwindet mit dem dicken Thairasta in einem anderen Raum, ein weiterer Rasta uebernimmt die Bar. Tippa und ich teilen sich schaukelnd ein kleines Chang, Chris und Malte gehen nochmal durch die Tuer zu der Naehmaschine. Ich bin bedient, ausserdem ist es momentan viel zu gemuetlich um aufzustehen. Man koennte wehmuetig werden bei der Situation. Extrem-Chillen, ein suesses einundzwanzigjaehriges Maedchen im Arm, die Reisfelder drumherum kuehlen den Wind auf 29°C herunter, perfekte Musik, und dann kommt auch noch die Frage ob wir etwas zu essen haben wollen. "Some ´No names´ maybee if you can make" "Sure, but only vegetables" "Perfect!", was soll ich auch anderes sagen. Es dauert nicht lange, und eine wirklich suesse junge Thai kommt um uns zwei Teller mit den gebackenen Gemuesestuecken zu bringen. Ihre 108 kleinen Zoepfe wurschteln beim Reichen der Speise um ihren Kopf wie Signale, sie hat einen perfekten hardbody. Mein Laecheln wird vor rechts aus der Haegematte mit einem kurzen Hieb bedacht, jaja ist gut. Ist stecke Tippa ein Teil in den Mund, schiele dabei aber auch auf den knackigen davonschwebendern suessen Hintern in einer sehr ansprechenden Hotpen. Zwischen die schlanken Oberschenkel wuerden locker zwei aufeinandergelegten Haende passen, warum stellt man bloss solche Bedienungen ein? Zum Glueck verschwindet der Hase wieder durch die Kuechentuer, sonst wuerde ich fuer nichts garantieren.

  6. #75
    hello_farang
    Avatar von hello_farang

    Re: Die Fragen...

    Wie macht man sich Freunde in Thailand? Vielleich auch dadurch, das man zufaellig seinen MP3-CD-Player dabei hat, in dem eine 700 MB Ragga CD klemmt. Stehe auf, Tippa beschwichtige ich das ich gleich zurueck bin, und reiche den Player ueber den Tresen. Der Rasta stoepselt um, und dreht auf laut. Ragga-Muffin, also die Symbiose aus Reaggea und Downbeats schallt ueber die Hochebene. "Music for more than 8 houres on this disc" erklaere ich ihm, er faehrt einen PC hoch und grinst "Can I copy?" "Sure, its for you!" Nachdem der Rechner laeuft stoepselt er kurz um, laesst dabei aber wieder die eigene Anlage laufen. Meine 160 songs werden runtergesaugt, dann wird auf die Lieder zurueckgeschaltet. Ragga und Ska droehnen durch die thailaendische Luft, als haette man sowas hier noch nie gehoert. Bei dem Anfangsbuchstaben A kommt nicht viel, aber dafuer gleich acht Songs von ´Bad Manners´, also feinstem Oldshool-Ska. Ich kann mich natuerlich nicht zurueckhalten und tanze mit, zu mir gesellen sich der Rasta hinter der Bar, zwei weitere Gaeste, und die Kleine aus der Kueche. Die ist mir aber voellig egal, wenn ich tanze, dann tanze ich nur fuer mich.

    Wahrer Ska, da wo er herkommt, naemlich von den Rastas, die in GB integriert wurden durch Okkupation, working class und bodenstaendig. Etwas komisch ist, das ich beim Tanzen keine Stiefel trage sondern die Fuesse blank sind. Aber die Bewegungen sind gleich, und auch die Rastas kennen sie aus dem FF. Was dann an Downbeats folgt, das sprengt fast die Boxen. Zuhause habe ich dafuer in meinem Wagen einen extra Subwoofer plus Bassroehre, hier knarrt es schonmal gut bei den ganz tiefen Frequenzen. Bin froh, das sich keine Bilder von der Decke loesen bei den Vibrationen, und der zurueckgekommene dicke DJ schraubt heftig an seinem Mischpult um die optimale Soundqualitaet herauszuholen. Kurzgeschorene farangs und Dreads schwingende Thais tanzen gemeinsam den Ska, es ist einfach nur geil. Man braucht mit den Jungs gar nicht unbedingt reden koennen um auf einer Welle zu surfen, das geht sehr viel einfacher. Jeder meiner Gastgeber hat ohne Untertreibung mindestens einen Meter laengere Haare als ich, aber ´inside the brain´ sieht es aehnlich aus. Wir rempeln uns lachend an, ich achte dabei drauf, das sie immer nur die rechte Schulter treffen., lasse mir den Spass aber nicht nehmen. Wen kenne ich denn hier an Thais? Nur Ee und Tippa, die liegen aber sicher in ihren Haengematten und grinsen. Die anderen sind neue Bekannte, die mit mir umherhuepfen und tanzen. Es war auch kein ´Dankeschoen´ fuer die kostenlose ausgiebige Versorgung aus der deutschen Naehmaschine, sondern einfach nur Situationskomik. Angedacht war legendlich ein Brunch beim Daenen, gelandet sind wir in dem coolsten Rastapub von Phuket. So what, das nehme ich voll mit.

    Der einzigste, der ruhig bleibt, ist Harkan. Seitdem er aus dem Nebenraum gekommen ist hat er einen sehr dicken Bauch, und will schnell nach Hause. Gemeinsam fahren ist aber Unsinn, und das weiss er ganz genau. Wenn einer geschnappt wird, dann eben nur einer. Also setzt er sich einen Helm auf- sieht dadurch aus wie ein Depp- aber ist in dieser Beziehung auf der sichenen Seite. Er verabschiedet sich mit seinem Ladybike, und verschwindet in der Nacht. Wir blicken seinem schwenkendem Licht des Abblendlichts noch eine Weile hinterher, bis der Lichtkegel hinter Baeumen und Huegeln komplett verschwindet.

  7. #76
    hello_farang
    Avatar von hello_farang

    Re: Die Fragen...

    Wir anderen sitzen bzw. liegen noch eine Weile beisammen. Malte, Chris und ich gehen zweimal nach der Naehmaschine schauen, die Maedels ratzen waerenddessen in den Haengematten. Am grottenschlechten Billardtisch pruegeln wir drei Runden durch, irgendwann ist Aufbruch angesagt, ich verabschiede mich lieber vorher bei den Barbetreibern. Dann erst kuemmere ich mich darum, Tippa wach zu bekommen. In ihrem Zustand waere ich ohne einen starken Kaffee nicht zu gebrauchen, aber sie steht auf und laeuft teilnahmslos zum Moped. Malte raune ich zu, das wir bitte in der Mitte fahren, ich traue Tippa nicht so ganz auf dem langen Heimweg. Er spielt also die rote Laterne. Und auch wenn es immer ein komisches Gefuehl ist nur Sozius zu sein, ohne selbst am Gashebel und der Bremse zu sitzen, geniesse ich die Fahrt. Alle fahren langsam durch die dunklen Berge von Phuket, natuerlich gibt es nirgendwo eine Strassenbeleuchtung. Ich bestaune den Nachthimmel, wieder einmal. Ob es hier wohl immer so ruhig ist? Mein rechter Arm umfasst die schmale Huefte meiner Freundin, fahr bloss weiter so entspannt. Druecke meinen Kopf an ihren, die langen Haare wedeln mir um die Ohren, wie gut sie riechen! Man freue ich mich drauf endlich anzukommen, noch einen durchzuziehen, und dann mit dem Hasen in die Kiste zu steigen. Aber der Weg wird lang und laenger, ich penne fast ein bis wir endlich Kata erreichen. Trubel, bunte Lichter, laut. Dann nur noch die beachroad runter und wir sind da, ich bin froh.als Tippa den Motor direkt vor unserem Bungalow abstellt.

    Absteigen, mit Malte erstmal ...... gehen neben den Haeusern, von hinten hoeren wir einen thailaendischen Kommentar dazu, ja Schatzi du hast ja recht. Aber wie heisst es so treffend: Ein Mann muss tun was ein Mann tun muss. Und es gibt nichts Schoeneres, als mitten in der Nacht ganz entspannend irgendwohin zu pinkeln. Wen wir danach abchecken ist klar, unseren Rasta. Sein dicker Bauch vorhin war nichts anderes als unsere Portion Grass. 4000 bedeutet ne Menge, das war mir klar, aber als er uns den Beutel zeigt bin ich doch angenehm ueberrascht. Mein Vergleich ist der, das es eine Aldi-Tuete voll Gruenzeug sein muss, und ich frage gar nicht erst nach dem Grammpreis. Das Zeugens wird haendeweise verteilt ohne Waage, und jeder ist zufrieden. Fuer alle zusammen bleiben trotzdem noch mehr als genug liegen fuer zwei Wochen, und wir alle sind Hardcore....... Ich frage bei Harkan nach, kann es kaum glauben. Er meint, der Thai hat einfach nur reingeschaufelt ohne drauf zu achten, alles Pi mal Daumen.

    Harkan hat da schonmal was vorbereitet fuer uns, mit dem scharfen Messer kleingehechselten Tabak und Gunja. Die Blubber kreist, habe mir meine Portion in eine 7-eleven-Tuete gepackt, ziehe nochmal an der Bambusbong, und schalte ab. Die Menge macht mich entspannt und nervoes zugleich. Lass dich mit dem Batzen in Thailand erwischen, dann sind dir ein paar Jahre Aufenthalt sicher, und auch der haessliche Stempel im Pass danach. Paranoia oder nur gesunde Vorsicht, ich ueberlege wo ich meine Portion bunkere. Eine oder zwei Filmdosen voll im Bungalow ist ja noch o.k., aber der Rest muss woanders gelagert werden. Tippa schlaegt vor, es doch einfach im Haus der Maedels zu deponieren. Zwar eine gute Idee, aber mir ist nicht wohl bei dem Gedanken das es im Fall der Faelle die Beiden trifft. Bin da eher fuer die klassische Methode, das Zeug zu verbuddeln. In meinem Rucksack habe ich irgendwo noch einen wiederverschliessbaren Plastikbeutel, da packe ich Tuete voll Grass rein und verscharre das Paeckchen hinter dem Bungalow. Als ich nach dem Haendewaschen wieder rueber zu den Jungs gehe kommt Sok vorbei. Ich bitte unseren Nachtwaechter mal kurz mitzukommen. Er kann sich schon denken weshalb, und laechelt. Immer Bambus ist langweilig, also rolle ich uns eine dicke Tuete. Die Bude ist fuer drei Leute eigendlich schon zu eng, nun sind wir sieben. Aber nicht lange, denn Sok muss weiter seine Runden drehen, und Malte will ja morgen vormittag Fussball spielen und verabschiedet sich ebenfalls. Alt werde ich heute aber auch nicht mehr, Tippa ist bereits wieder einmal mit dem Kopf auf meinem Oberschenkel eingeschlafen. Als ich sie wecke nimmt sie sich ihr Handy und ruft nochmal Sarinya an, um ihr zu sagen das wir die Bilder erst morgen schicken. Haelt mir das Handy ans Ohr, aus Bangkok hoere ich ein laechelndes "Gute Nacht". "Gute Nacht, you see us tomorrow!" Ein schoener Abschluss fuer diesen Tag, also verabschieden wir uns von den Biberachern und Ee, Arm in Arm gehen wir rueber. Tippa faellt in Klamotten hundemuede ins Bett, ich drehe mir noch einen letzten Sticki und folge ihr dann.

    Leider ist die Entspannung, ausgestreckt dazuliegen nur von kurzer Dauer, denn der Ventilator, der auf Stufe zwei laeuft, beginnt ziemlich nervende klappernde Geraeusche zu machen. Also wieder raus aus den Federn, Licht an, und nachsehen was Phase ist. Anscheinend ist es die Plastikverkleidung der Deckenhalterung, die so rasselt. Von der Klorolle drehe ich zehn Blatt ab, falte sie und stopfe das Ganze irgendwie in die Abdeckung. Wieder zum Schalter, Fan neu starten, das Geraeusch ist immer noch da. Also nochmal ausschalten, Papier anders reinfummeln, Schalter wieder an, endlich herrscht Ruhe. Dafuer ist nun Tippa wieder wach, herrje. Tirak, zieh dir erstmal die Sachen aus, so willst du doch nicht pennen? Sie blinzelt mich an "What?" "Undress you" Zumindest ihre Jogginghose fliegt auf den Boden, der Rest von ihr verschwindet unter der Bettdecke. Lege mein Hemd und Hose auf einen der Stuehle, loesche das Licht und krabbele zu ihr ins Bett. Sie kuschelt sich dicht an mich, ich bin froh endlich pennen zu koennen. Boah, was fuer ein Tag.

  8. #77
    hello_farang
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    Re: Die Fragen...

    "Hey Alter, biste schon wach?", der Schluesselanhaenger aus Holz klackert ueber die Glaslamellen des Fensters. Ich stehe auf und schlurfe zur Tuer, draussen steht Malte. Hat ne kurze Sporthose und ein Hertha-BSC-Trikot an, ist fit wie ein Turnschuh. "Was, wie spaet ist es denn?" "Kurz vor Neun" "Kurz vor Neun? Sonst hast du aber keine Probleme?" "Punkt Zehn gehts los, vorher noch was fruehstuecken" boxt er mir in den Bauch. "Ist ja alles richtig, gib mir ein paar Minuten, bestell schonmal einen grossen Kaffee fuer mich, ich komme gleich nach vorne ins Restaurant" Muessen die Affen im Urlaub wirklich Sport treiben? Alles Verrueckte.

    Tippa pennt, also stelle ich mich kurz unter die Dusche und steige dann in eine der knielangen Hosen, dazu ein frisches T-Shirt und die Kette, Kippen einpacken, fertig. Vorsichtig schiebe ich die Bettdecke etwas beiseite und lege Tippas Bauchnabel frei. Ein sanfter Kuss darauf laesst sie leise stoehnen. "Tirak, I go with Malte to the soccer place" "What?", sie versucht mich mit ihrem linken Bein an sich zu pressen, ich wehre ab. "Not now, I´ll be back in two hours. Or you follow us" Hoer auf damit mich aufzugeilen, mein Kaffee wird kalt, ich habe dafuer jetzt keine Zeit. Verpasse ihr noch schnell einen Kuss auf ihren suessen Schmollmund, dann bin ich weg. Draussen hoere ich noch, wie ein Kopfkissen gegen die Tuer fliegt, kopfschuettelnd und grinsend gehe ich zum Restaurant.

    Der Kaffee ist in der Tat bereits da, ich ueberlege was ich zum Fruehstueck nehmen soll. Malte hat sich ein english breakfast bestellt, ich entscheide mich fuer das kuriose vegetable Sandwich. Vier geroestete Toasts, diagonal halbiert, und mit Salat und Kaese belegt. Dazu zwei handvoll scharfe Chips auf dem Teller und ein paar selbstgemachte Pommes, jedesmal ein Gag am morgen. Auch die halbe Pulle orangefarbenes Heinz-Ketchup, die ich mir da drueber kippe. Wenn ich es nicht kennen und an einem Nachbartisch sehen wuerde, ich haette ernsthaft Zweifel an dem Verstand des Menschen, der das isst. Krasser ist nur der Nescafe, also bestelle ich gleich noch einen, und frisch gepressten Orangensaft. Nach dieser kombinierten Geschmacksverirrung gehe ich erstmal ...... auf dem Restaurantklo, natuerlich mit glimmender Krong Thip im Mundwinkel.

    Als ich wieder das Tageslicht erblicke sitzt John am Tisch, auch im Fussballdress aber in Manchester-Outfit. Dem Ehepaar nebendran ist anzusehen, das der zugepikte Englaender ihnen nicht ganz geheuer ist. Wir begruessen uns mit Maurerhandschlag, der Kellner muss noch eine Runde Kaffee bringen. Mein kurzes Grinsen in Richtung der Eheleute scheint sie zu entspannen, zumindest der Mann laechelt zurueck. Was eben auch noch nicht da war, ist die mattschwarze alte fette Triumph, eine ware Augenweide. Alleine aus dem Motorblock koennte man gut und gerne zwei komplette Ladybikes kloeppeln. John´s Geschaefte scheinen ganz gut zu laufen. Die Maschine laesst er zu meiner Enttaeuschung stehen, wir gehen zu Fuss die paar Meter zum Bolzplatz. Zu gerne haette ich gehoert, wie der unglaubliche Motor anspringt und seinen boesen tiefen Sound verbreitet. Aber die beiden Fussballer zu betrachten, wie sie nebeneinander latschen, ist Entschaedigung genug. Der kleine drahtige Malte vs. den englischen Panzer, der locker zwei Koepfe groesser ist und doppelt so breit.

    Am Fussballplatz sind bereits einige Thais, die sich warm machen bzw. um die Wasserbueffel kuemmern. Allgemeine Begruessung, nach und nach trudeln weitere Spieler auf ihren Mopeds ein. Unter anderem auch -ich glaub es kaum- unser brother Lek. Seit wann spielst du denn Fussball? "Oh, I´m not play. Just looking" lacht er. Also setzen wir uns gemeinsam in den Schatten eines Baumes. Er will mal nach meiner Schulter schauen, umstaendlich ziehe ich das T-Shirt aus. Richtig bewegen kann ich sie immer noch nicht, aber ich habe die Schmerzmittel abgesetzt seit ein paar Tagen. Er fuehlt an den spitzen Knochenbruchstellen, die sich allmaehlich durch den Kallus der sich bildet, verdicken. Toll sieht das nicht aus, jedenfalls ist es nicht gerade zusammengewachsen, sondern steht in flachem Winkel gegeneinander trotz Streckverband. Sein zweifelnder Blick verraet, das er damit nicht zufrieden ist. Ich erwidere nur "Mai pen arai brother. I´m alive and have a beautyful girlfriend. So what?" "You are a damned hool, and its your pain" lacht er. "Where is sweet Tippa?", ihm faellt auf das er sie nirgends sehen kann. "I think she is still sleeping, yesterday was a long day" Wir unterhalten uns ueber dies und das, vor allem ueber den Plan fuer eine Woche nach Bangkok zu gehen. Lek meint, ich sollte mich moeglichst schnell um die Flugtickets kuemmern, denn Weihnachten und Silvester stehen an. Verdammt, er hat natuerlich recht, daran habe ich irgendwie gar nicht mehr gedacht bei den tropischen Temperaturen. Seine Handbewegung zeigt mir, ich soll entspannt bleiben, waerend er mit seinem Handy jemanden anruft.

    Malte kommt ran, er ist in die Mannschaft gewaehlt worden, die oben ohne spielt, damit man seine Mitspieler erkennen kann. Ich sage ihm, das Lek gerade mit einem Reisebuero telefoniert wegen der Tickets. "Wie siehts aus, brauchst du nur Hinflug, oder auch zurueck?" "Nur hin, den Rueckweg machen wir mit dem Auto" "Termin?" "Ist mir egal, macht mal, ich muss jetzt spielen", schon flitzt er ueber den Platz. Ich deute Lek also dreimal hin, zweimal zurueck, als er nachfragt. Nachdem er auf den roten Button seines Handy gedrueckt hat sagt er, wir sollten am besten noch heute da vorbeifahren und buchen, die Fluege nach Bangkok sind vorgemerkt fuer in drei Tagen. Die beiden Rueckfluege sind noch nicht sicher, aber warscheinlich neun Tage spaeter. Also nehme ich nun mein Handy und rufe Tippa an, sie soll herkommen. Die Kleine liegt wirklich noch im Bett. Los, aufstehen und ab unter die Dusche! Sie lacht und fragt, ob ich nicht zum Bungalow kommen kann? Nein, das geht jetzt nicht -und mach leo leo.

    Wir gucken uns das Fussballspiel an, und wieder sind fuenf Thais dabei, die ohne Schuhe spielen. Hindert aber niemanden daran, auch mal richtig heftig einzusteigen bei dem Kampf um den Ball. Wie in einem Regionalligaspiel wird voll zur Sache gegangen, Schienenbeine krachen aufeinander das einem schlecht werden kann bei den Geraeuschen. Nur John nimmt es bei seinem massigen Koerper etwas lockerer, ist in der Abwehr und hat neben dem Tor ein Chang abgestellt an dem er schnell mal nippt, wenn der Ball in der anderen Haelfte ist. Dennoch ist er erstaunlich beweglich und kann viele Baelle wegtreten, vielleicht ist es auch der Respekt seiner Gegenspieler, wenn sie sich ihm naehern. Wenn ich die Relationen Thais - John mit einberechne, dann muesste ich mit meinen 193 cm gegen einen ganzkoerpertaetowierten 2,60 Riesen antreten. Da kaemen mir auch Zweifel, ob das wohl gutgeht.

    Die Jungs spielen zweimal dreissig Minuten, zwei scheiden schon in der ersten Halbzeit mit blutenden Wunden aus. In mir steigen Erinnerungen an meine Gymnasialzeit auf, als ich in der Schulmannschaft einige Jahre im Hockeytor stand. Aehnlich brutal, einige Finger meiner linken Hand wurden durch Gewaltschuesse dreimal gebrochen, einmal auch mehrere Handwurzelknochen. Ausgeschossene Zaehne, gebrochene Unterarme und Schienenbeine, blaue Augen, waerend einer Saison verloren wir durchschnittlich fuenf Mitspieler. Ein typischer No-Contact-Sport also. Mittig auf dem rechten Schienenbein habe ich seitdem ein Loch im Knochen, und das trotz dicker Schoner damals. Als Torwart muss man eben immer zum Stuermer rennen und den Winkel verkuerzen, auch wenn er einem mit dem Schlaeger dabei voll einen auf den Koerper drischt. Spaeter habe ich mich dann umorientiert und bin beim Rudern gelandet, ein wesendlich weniger schmerzhafter Sport.

    Die zweite Halbzeit beginnt, da kommt Tippa auf ihrem Moped angefahren. Am Lenker haengen einige Plastiktueten, mein Schatz hat uns etwas zu essen mitgebracht. Papayasalat, Pat Thai mang sawirat fuer mich, einige Spiesse mit Dipp, und noch zwei Flaschen Wasser. Erstmal wird also gegessen, dann erklaere ich ihr das Lek uns Tickets klargemacht hat, die wir aber heute noch bezahlen muessen. Sie unterhaelt sich mit Lek, laesst sich die Adresse und Telefonnummer des Reisebueros in Patong geben. Sie schaut mich verliebt an als ich meine, es sei mein ´Merry X-mas gift´ an sie. Drei Thais sind etwas abgelenkt durch ihre Anwesenheit am Spielfeldrand, denn sie bleiben einfach stehen und unterhalten sich laechelnd und in ihre Richtung schauend. Ich gucke sie mit grossen Augen an, nicke mit dem Kopf auffordernd richtung Tor "Leo leo, you have to play soccer now!" Alle lachen, bis auf Tippa. Ein kurzer giftiger Kommentar von ihr laesst die drei wieder weitertraben.

  9. #78
    hello_farang
    Avatar von hello_farang

    Re: Die Fragen...

    Schatz, hast du deine ID card dabei? Nein, na dann muessen wir die holen, denn wir werden sie brauchen um die Tickets zu kaufen. Malte kommt vom Spiel zu uns, er hat seinen Reisepass im Resort. Also beschliessen Tippa und ich, zusammen mit Lek mal eben zu den Maedels nach Hause zu fahren. Mit etwas Glueck ist ja auch Bam noch da, und ich kann bei der Gelegenheit den Grassvorrat von Magnus wieder auffuellen. Malte will erst duschen und kommt dann nach, er kennt den Weg ja. Da ich es vorhin vergessen habe zu fragen tue ich es jetzt. Was sollen die Tickets denn ueberhaupt kosten? 5.500 Baht fuer zweimal Hin- und Rueckflug, gut dann muessen wir vorher noch zur Bank. Keine fuenf Minuten auf den Bikes, und wir sind in der Siedlung von Tippa und Bam.

    Als wir das Haus betreten sitzt Bam fruehstueckend vor dem Fernseher, ihre freudige Ueberraschung ist gewiss nicht gespielt. Sie faellt erst Tippa, dann mir in die Arme, den armen Lek begruesst sie nur hoeflich. Aber er steckt es mit einem Laecheln weg, tja brother du verpasst was. Sie entschuldigt sich, das es nur Nudelsuppe mit Huehnerfleisch gibt, ich winke dankend ab. Nun ist Lek es, der mir zuraunt, das ich was verpasse. Die drei schluerfen ihre Portionen, ich krame im Schrank von Magnus nach seinem Grassbeutel und lege aus der Filmdose die Menge zurueck, die ich mir damals von ihm geliehen habe. Dann nehme ich im grossen Sessel platz, wo vorher immer Tippa sitzen musste, wenn Bam und ich uns auf dem Sofa breitgemacht hatten. Betrachte grinsend die beiden, wo ist jetzt Chris´ Kamera? Verdammt, ich brauch auch so ein Teil. Bam raeumt die Schalen weg, streichelt mir im Voruebergehen ueber den Kopf mit einem "Khun baa" und strahlenden Augen, ich bin schnell genug ihr dafuer einen Klapps auf den Hintern zu haemmern. Aus der Kueche heraus will sie wissen, warum wir hier sind. Tippa setzt sich zu mir, eher auf mich, und erzaehlt das wir bald nach Bangkok fliegen, sie ihre ID und Klamotten braucht. Bei dem englischen "I need some clothes" schaut sie mich an nach dem Motto ´Kaufst du mir noch was?´ Ich winke ab, du hast genug Zeug, die ganze Bude ist vollgestopft mit geilen Sachen. Sie probiert es mit einem unschuldigen Blick und dem obligatorischen Kuss. Den Kuss erwidere ich zaertlich, und hauche in ihr Ohr ein unmissverstaendliches "No!" Ein Seufzen, als muesste sie in Sack und Asche rumlaufen, ich lasse mich nicht erweichen. Natuerlich werden wir stundenlang im Pratunam-Viertel shoppen, aber das verrate ich ihr jetzt noch nicht. Ausserdem kann deine Schwester die ganzen Sachen in den Schraenken noch gar nicht kennen, also entspann dich. Ueber ihre Schulter hinweg habe ich Lek im Auge, der noch breiter gar nicht grinsen kann und dabei den rechten Daumen hebt.

    Ob sie ihn in einem der spiegelnden Glaeser der Bilder an der Wand sieht, oder es nur ahnt, jedenfalls bekommt er eine verbale Abreibung, die uns anderen zum Lachen bringt. Sie steht auf, schnappt sich meine Hand und zieht mich in ihr Zimmer. Beginnt die Schraenke zu oeffnen, ein Kleidungsstueck nach dem anderen wird rausgeholt und sie haelt es sich an. Von mir hoert sie dazu nur jeweils ein ´5exy´, ´nice´, oder ´very nice´, aber sie nimmt davon keine Notiz. Wofuer kauft ihr euch denn dann die ganzen Sachen, wenn ihr sie nicht anzieht? Ich stehe wieder einmal vor dem weiblichen Raetsel.

    Mir bleibt nichts anderes uebrig als aufzustehen, sie zu packen und aufs Bett zu werfen. Ein erstauntes Grinsen erscheint in ihrem Gesicht, in meinem nicht. Mit forderndem Blick schaue ich sie an bis sie versteht, und wir holen das nach, was wir heute nacht verschlafen haben und wofuer heute frueh keine Zeit mehr war. Das mittagliche Schaeferstuendchen sorgt fuer Entspannung, also gehen wir das Kleidungsthema nochmal an, aber ruhiger. Was brauchst du fuer acht Tage? Pro Tag zwei Blusen oder T-Shirts, dann etwas Elegantes, falls es noetig wird. Vielleicht vier Hosen, zur Not auch noch ein Nachthemd. Bei drei Paar Schuhen liege ich natuerlich vollkommen falsch mit meiner Einschaetzung und mir wird deutlich gemacht, das ich keine Ahnung von Frauen haette. Na wenn das so weitergeht sehe ich nach vier Monaten um Jahre gealtert aus bei dem vielen Grinsen. Ausserdem geht es jetzt erstmal darum, zum Reisebuero zu fahren und die Tickets abzugreifen, bevor sie vergeben sind. Kautschai mai khrap tirak?

    Erinnere sie daran, das im Seaview uebrigens auch noch lauter Sachen von ihr sind, von denen sie bestimmt etwas mitnehmen will. Boing, mein naechster Fehler, denn nun geht das Ueberlegen wieder los. Ich nehme ihr die dunkle Jeans weg, die sie gerade in den Haenden haelt, und schiebe Tippa nach draussen ins Wohnzimmer. Sie laesst einen Wortschwall auf thai in Richtung Bam los, welche mich anschaut und zusammen mit Lek herzhaft lacht. Ihrer Sprachgeschwindigkeit kann ich nicht folgen, verstehe nur ´Koja´, ´tua´, ´khrueang bin´, und ´tuu sue phaa´. Tippa probiert, wieder in ihr Zimmer zu gelangen, aber ich versperre ihr den Weg, presse sie auf den Sessel. Wie beim ´Haeschen-huepf-Spiel´ steht sie immer wieder auf, worauf ich sie immer wieder zurueckdruecke. Irgendwann ist ihr Willen gebrochen, auch unter Mithilfe von Lek der ihr erklaert, das wir erstmal nach Patong fahren muessen. Als Malte kommt wird nicht lange gefackelt, und wir machen uns auf den Weg. Er gibt uns noch den Tipp, das am Kreisel eine Polizeikontrolle ist. Also setzen wir brav die Helmattrappen auf, und werden durchgewunken. Kaum sind die tamruat ausser Sicht, setzen wir sie ab.


    Kurz vor der Aussichtsterrasse oben auf dem Huegel hinter Karon steht der heilige Baum, an dem natuerlich dreimal gehupt wird. Vorsichtig und ruhig geht es wieder abwaerts, schon am Elefantencamp deuten uns einige entgegenkommende Mopedfahrer mit Griff zum Kopf, das wir unsere Helme aufsetzen sollen. Aha, heute ist also wieder mal Zahltag bei der Polizei. Also Helme wieder uebergestuelpt, und tatsaechlich stehen sie gleich am Ortseingang hinter der ersten Linkskurve. In Schrittgeschwindigkeit rollt Tippa an der Kontrolle vorbei. Ich kann in dem Pulk von bestimmt vierzig Mopeds einige Farangs erkennen, die aufgeregt mit dem weissen Strafzettel wedeln, den sie sich vermutlich eben in Karon haben verpassen lassen. Neben ihnen unbeeindruckte Polizisten, die ein neues Ticket ausstellen, auch hier muss die Kaffeekasse aufgefuellt werden. Normalerweise gilt so eine Ordnungswidrigkeitsbescheinigung ja den ganzen Tag -wie soll man sich auch auf die Schnelle einen Helm besorgen- aber die Herrschaften werden nochmal zur Kasse gebeten. Als ich mich kurz umdrehe sehe ich, das sie Malte auch rausgewunken haben, trotz Helm. Wir halten ca. 50 Meter weiter an, um auf ihn zu warten. Zu sehen ist wie er mit dem Polizisten redet, und seine Brieftasche zueckt. Eine kleine Plastikkarte, ein grosser grauer Lappen, und der weinrote Reisepass werden gereicht, also Fahrerlaubniskontrolle. Dauert keine Minute, und Malte bekommt seine Papiere wieder. Er und der Polizist drehen sich zu einem der farangs mit hochrotem Kopf um, man hoert ihn bis zu uns herueber. Dann ein Lachen in den Gesichtern meines Freundes und dem tamruat, Malte tippt sich an den Helm und faehrt los waerend der Polizist auf den Schreihals zugeht. Wir warten nicht ab, wieviel ihn der Auftritt wohl extra kosten wird.

    Das Einbahnstrassensystem noetigt uns, erstmal die beachroad runterzufahren, bis wir rechts abbiegen koennen. Bei der Thai Farmers Bank in der Rat-U-Thit Songroi Pi Road ziehe ich 10.000 Baht von meinem thailaendischen Konto. Beim Aufsteigen mache ich einen Witz mit Tippa "Phom rak ATM, same same you do". "Ui Tilak, mai joking!" lacht sie. Der Rummel in Patong ist furchtbar, auf 100 Metern mehr Feinripptraeger als in ganz Karon und Kata zusammen. Um es uns einfach zu machen parken wir an dem Wochenmarkt, um den Rest zu laufen. Weiter als fuenf Meter kommen wir erstmal nicht, denn eine alte Thai bietet grosse lecker durftende Maiskolben an ihrer Garkueche feil, ausserdem Maiskoerner im Becher mit einer suessen Sosse. Zwei Kolben und ein Becher fuer zusammen fuenfzig Baht, genau der richtige Snack.

    Wir nutzen den Stop, um uns nach dem Weg zu erkundigen. Trotzdem Tippa das reden uebernimmt bekommen wir mehrere moegliche Wegbeschreibungen, wie sollte es auch anders sein. Festzustehen scheint aber, das wir etwas die Strasse zurueck laufen und dann entweder links oder rechts rein muessen. Ich frage Malte, was der farang vorhin wollte? Er lacht "Der Spinner war der Meinung, das er sich bei der Botschaft beschweren wird, weil man ihm beim ersten Mal nur ein Ticket fuer Fahren ohne Helm gegeben hat, er jetzt aber fuers Fahren ohne Fahrerlaubnis bezahlen soll. Zu seinem Glueck konnte er nur deutsch, denn die Flueche auf englisch, und er haette richtigen Aerger bekommen. Habe ihm nur gesagt das die thailaendische Polizei die Daten weitergeben wird, und er in Flensburg noch zwei Punkte bekommen wird" Ich schmeiss mich fast weg vor Lachen, fuer Tippa muessen wir es uebersetzen. Ein mitleidiges Laecheln "Ui, this is not nice joke" "For sure not, but they will tell him the truth in the next bar" grinse ich.

  10. #79
    hello_farang
    Avatar von hello_farang

    Re: Die Fragen...

    Der Spaziergang durch die Touristen ist mal wieder eine Erheiterung der speziellen Sorte. Malte vorneweg, dann Tippa und ich nebeneinander wo es geht, sonst laufe ich hinten. Habe schon beim Parken gemerkt, das der Kleine wieder agro draufkommt bei den ganzen Touris um ihn rum. Die Blicke von farang-Frauen um die 40-50 lassen uns kalt, aber schon beim zweiten Singha-Shirttraeger, der des Weges kommt und Tippa anstarrt, platzt Malte der Kragen.

    "Was ist los Du geiler Sack?", er weiss ja das Tippa direkt hinter ihm laeuft und wohin der Herr glotzt. "Nichts, ich habe dich gar nicht angeguckt..." "Aber sie! Zieh Leine du Penner!" Das geht alles innerhalb von zwei Sekunden ueber die Buehne, ich muss anfangen zu lachen, Tippa hat nichts verstanden und bleibt dann doch lieber neben mir, so das ich zwischen dem farang und ihr bin. Denn alle vier bleiben stehen, die Thais in den Laeden unmittelbar neben uns gucken interessiert was wohl gleich passiert. Mr. Singha ist zwei Koepfe groesser als Malte, und hat sich einen stattlichen Bierbauch geleistet, 45 Jahre alt und der Typ ´Baggerfahrer´. Ihn verwundert es sichtlich, von einem fuenfzehn Jahre juengeren und deutlich Kleineren angemacht zu werden.

    Bei Malte sieht man es an seinen Augen und an der Koerperspannung, wenn er am liebsten zudreschen moechte. Daher schalte ich mich ein, und meine zu ihm "Hey Alter, lass es. Ist meine Freundin, und wenn dann bin ich erstmal dran" Zu dem Baggerfahrer sage ich nur, das er jetzt besser ablaeuft "Sonst gibts wirklich gleich maechtig was auf die Backen" "Wieso denn, ich habe doch nur mal kurz deine Freundin angeschaut?!" "Ja siehste, und da liegt genau unser Problem. Ich hab das nicht so gerne, sie auch nicht, und meine Freund hier schonmal gar nicht..." "Entschuldigt, war ja nicht so..." "Ja ist gut, tschuess!" Er ueberlegt noch einen Augenblick, ob er mir seine Dose Chang zur Versoenung reichen sollte, verwirft den Gedanken aber im selben Moment wieder. Nur das kurze Zucken seiner bierdosenhaltenen Hand verraet es. Er dreht wortlos ab und geht in die Richtung, aus der wir gekommen sind.

    Die Touristen sind um uns rum gelaufen dabei, einige Thais sind stehengeblieben und haben zugesehen. Es muss wohl maechtig Spannung in der Luft gelegen haben. Selbst wenn ich ganz ruhig wie ein Polizeibeamter des Antikonflikt-Teams gesprochen habe, Malte hat dagestanden wie ein Muay Thai Kaempfer in Erwartung der ersten Runde des Kampfes. Die Anspannung loest sich, man sieht laechelnde weisse Zaehne. Die Frau vom Klamottenladen neben uns sagt etwas zu Tippa, alle Thais und Malte lachen. Ganz gegen seine Gepflogenheiten spricht er mit den Thais thai, obwohl er sie nicht kennt. Sonst macht er es naemlich nur unter Freunden, oder bei der Bank oder am Ticketschalter. Aus den Fetzen, die ich verstehe und die er mit einigen Armbewegungen und Mimiken unterstreicht schliesse ich, das er sagt "Es gibt solche farangs und solche. Wie es auch solche und solche Thais gibt. Aber solche farangs da moegen wir nicht" Ungefaehr so uebersetzt er es mir das dann auch. Wieder ein paar Thais mehr, die sich in den naechsten Wochen und Monaten noch an einen erinnern. Kann nie verkehrt sein, wer weiss was noch kommt.

    Wir schlaengeln uns ohne weiteren Stress durch die Menschen, bis wir vor der Entscheidung stehen: rechts oder links. Ich bin instinktiv fuer rechts, aber Tippa fragt nach. Zeigt den Zettel, auf dem sie Namen und Adresse notiert hat. Malte und ich gucken uns wortlos an, ohne auch nur mit dem Augenlied zu zucken, aber es ist mal wieder soweit. Die Verkaeuferin weiss nicht, wohin wir gehen sollen. Hat ihren Laden hoechstens hundert Meter vom Reisebuero entfernt und kann es uns nicht sagen. Unsere versteinerten Gesichter scannen die Gegend ab. Ich erblicke den Polizisten als erster, schaue kurz auf den Zettel und gehe hin.

    "Sawat dii khrap, do you speak english?" "Yes, one moment" er stoppt die durch die Seitenstrasse ein- und ausfahrenden Autos und Mopeds mit eindeutigen Handzeichen und mehreren Trillerpfeife-Stoessen. Keiner faehrt natuerlich trotzdem, als er sich daraufhin in aller Ruhe meiner Frage widmet. Nenne ihm den Namen und die Soi, denn ich kann lateinische Lettern lesen und sehe, das wir hier falsch sind. Steht ja auf den Strassenschildern. Er deutet mir an, zwei Strassen weiter, dann rechts. Ich verabschiede mich mit einem "Khoop khun khrap, chock dii!", was seiner Mafiavisage ein kurzes Laecheln entlockt. Tippa und Malte sind gerade bei mir angekommen, da trillert der tamruat wieder, und der Laerm bricht los als waere nie was gewesen.

    Kommen wieder an der Thai Farmers Bank vorbei, und Tippa nutzt die Gelegenheit mir meinen Scherz von vorhin heimzuzahlen. "Ui Koja look, ATM, ATM, ATM,...", sie zaehlt verliebt die verdammten dukatenscheissenden Maschinen. Du hast unseren speziellen Berliner Humor aber schnell gelernt Hase, ich bin beeindruckt.

    Halte sie fest, damit sie stehenbleibt. Deute auf die fuenf ATMs, und beschreibe in englisch und mit Handbewegungen, wieviel Geld da jetzt drin ist. Wir stehen nach wie vor auf dem Gehweg vor der Bank. Der Wachmann an der Tuer guckt trotzdem schonmal rueber. Sage Tippa mit einem kurzen Gesichtsschwenk zu ihm hin, das sie den natuerlich erstmal erschiessen muesste, bevor wir mit Ketten am Pickup einen der ATMs herausreissen und klauen koennten. Und dann die Polizei, wie weit waeren wohl Bonnie und Clyde gekommen in Thailand? 50 Meter, 150 Meter, oder gut geschmiert in ihrem Fluchtwagen auch bis nach Malaysia? Egal Schatz, die beiden wurden 1934 erschossen, also sollten wir uns etwas anderes ausdenken als ausgerechnet ATMs in Patong zu klauen. Eine Geschaeftsidee ohne Zukunft, gut gelaunt ziehen wir weiter.

    Im Reisebuero angekommen freundliche Begruessung, Glaeser mit kalten Wasser werden gereicht. Aber schon das erste nervoese Blinzeln der Angestellten verheisst wieder mal Improvitation, Die drei Hinfluege gibt es wirklich, aber schon uebermorgen frueh. Kurze Beratung, dann ist geritzt das wir die nehmen. Naja, und mit den Rueckfluegen sieht es dann ganz problematisch aus. Entweder am dritten Januar, was ich strikt ablehne, oder in vier Tagen. Nochmal kurzes brainstorming, wir nehmen nur die Hinfluege. Tippa will wissen, ob sie hier auch Bahntickets buchen kann? Ich schaue sie nur fassungslos an, wir haben doch eben gebucht?! "Tilak, for the way back from Bangkok" "Tschaa tschaa, we will check it out in Bangkok, or Nakhon Pathom, or I don´t know! Maybe we go by train, or with Malte by car.

  11. #80
    hello_farang
    Avatar von hello_farang

    Re: Die Fragen...

    Abflug um 08.45 Uhr heisst entweder Seaview-Taxi, oder Kob, oder der Pickup von Lek´s Bruder. Voellig egal fuer uns, wir streichen soeben die drei Flugtickets ein, und diesmal ist es ein weekend-special-Tarif, der verbucht wird. Die Angestellten koennen da anscheindend immer noch was rausholen, und trotzdem Prozente kassieren. Ohne Leks Beziehungen und dem Anruf waere es sicher teurer geworden. Bedanken uns bei der netten Mitarbeiterin des Reisebueros und versprechen ihr, ihre Gruesse an Lek weiterzuleiten.

    Wo wir schonmal hier sind, wollen wir nicht etwas durch Patong latschen und uns mal nach Dam und Tong umsehen? Erstmal zum Ocean Plaza in der Bangla Road, die haben eigentlich immer irgendeinen Ausverkauf oder eine Promotionaktion. Ausserdem die mit Abstand huebschesten Verkaeuferinnen der Stadt. Auf dem Weg dorthin betrachten wir die Kickboxer, die fuer die Touris auch schon um diese Uhrzeit gegeneinander antreten. An der Ecke war neulich noch eine Buehne aufgebaut anlaesslich der 75. Geburtstagsfeier zu Ehren S.M. dem Koenig, und man kam mit dem Motorrad nicht durch die Bangla. Heute herrscht da der uebliche laute Trubel, die Luft ist von Zweitaktgemisch und Abgasen geschwaengert. Wie man sich freiwillig in eines der Restaurants ausgerechnet an dieser Strassenkreuzung setzen kann, das wird eine ewige Frage fuer mich bleiben. Vielleicht kommen die Gaeste ja alle aus der Tankstellenbranche, und vermissen im Urlaub die einschlaefernden Benzinduenste.

    Uns, ins besondere Tippa, zieht es schnell weiter zum Ocean. Die Fassade ist weihnachtlich geschmueckt, und mit reichlich Fahnen 30%, 50%, 70%. Kaum drinnen koennte ich mir erstmal eine dicke Winterjacke kaufen, so kalt ist es. Die Rolltreppe rauf, ab in die Herrenabteilung. ´Camel´ macht gerade einen Ausverkauf, alle Klamotten 70% off. Malte und ich probieren einige Hosen an, Tippa muss den Daumen heben oder senken. Er findet nichts gescheites, ich nehme eine sandfarbene mit aufgesetzten Taschen, ein Original fuer 900 Baht, also umgerechnet 22,50 Euro und somit natuerlich das Schnaeppchen des Tages. Dazu kommen drei T-Shirts von Adidas fuer Malte, und ein schwarzes Hemd von Tommy Hilfiger fuer mich. Neues Outfit fuer 30 Taler, ich bin zufrieden.

    Tippa ist langweilig, sie unterhaelt sich mit zwei Verkaeuferinnen. Malte riecht den Braten, meint das er zu KFC geht und dann draussen auf uns wartet. Nach der Herrenabteilung kommt jetzt naemlich die Damenoberbekleidung dran. Ich fuege mich in mein selbst gewaehltes Schicksal, und goenne mir die private Modenschau. Egal was Tippa anprobiert, alles sieht an ihr klasse aus. Finde ich, sie nicht. Nach einer halben Stunde sind dann endlich zwei Blusen und ein sehr nettes Top gefunden, sie bezahlt selbst. Freue mich schon, endlich den Eisschrank verlassen zu koennen, aber denkste.

    Es gibt ja noch die Unterwaesche-Etage. Immer wieder schwierig, fuer seine Freundin die geeigneten BHs und Hoeschen rauszusuchen. Was mir jedoch positiv auffaellt, als wir durch die Gaenge streifen ist, das die haesslichen europaeischen weissen Milchtueten in XL fehlen. Rundherum nur 5exy underwear, Tippa will das ich sage was mir gefaellt. Also auf weiss stehe ich schonmal gar nicht, schwarz oder rot ist o.k.. Zeige mal nach links, mal nach recht "Suay" oder Suay maag". Am Stand von Victoria Secrets kann ich es mir natuerlich nicht verkneifen, dezent auf die huebsche Verkaeuferin zu deuten mit einem leisen "Suay maag". Unglaublich, das Bunny scheint nur fuer diesen Job geboren worden zu sein. Natuerlich bekomme ich meine Antwort postwendend in Form einer Faust im Ruecken. Dennoch kaufen wir genau dort eine verdammt erotische Kombination in schwarz mit etwas rot. Und weil sich Tippa nicht entscheiden kann fast das gleiche nochmal in blau und schwarz. Verstehe den Rummel um die Unterwaesche nicht, entweder man sieht es gar nicht, oder zieht es aus. Aber egal, ich bezahle den blau-schwarzen Fummel, Tippa den anderen. Meine Fresse, die zwei kleinen Stuecken Stoff haben mehr gekostet als meine Hose und das Hemd zusammen.

    Ich will nur noch raus hier, in die Hitze und eine rauchen. Tippa moechte noch etwas gucken, drueckt mir die Einkaufstueten in die Hand, ich nehme die naechste Rolltreppe ins Erdgeschoss. Bin noch nicht unten angekommen, da habe ich schon eine Krong Thip im Mundwinkel, und kaum raus aus der Glastuere glimmt der Stengel. Stelle mir vor verheiratet zu sein, und sowas einmal im Monat mitmachen zu muessen. Grinsend gehe ich zu Malte, der ziemlich gelangweilt vor dem Laden sitzt. "Wo haste Tippa gelassen?", ich blicke zurueck "Die kommt hoffentlich gleich nach..." Er will wissen was wir noch gekauft haben. Ich kann ihm die fein zusammengefalteten Oberteile nicht zeigen, lasse es mir aber nicht nehmen, die Unterwaesche zu praesentieren. Natuerlich in der Tuete, denn ich kann auf der Strasse nicht mit dem Zeug rumwedeln. Die Auswahl findet seine vollste Zustimmung "Darin sieht sie bestimmt Bombe aus!" "Ja natuerlich, aber sie kann das Zeug nach zwei Minuten auch gerne ausziehen, wenn ich sie darin sehe", ich bin in all den Jahren immer noch nicht dahinter gekommen, wozu solch huebsche Frauen derartige dessous brauchen.

    Wir sitzen noch zehn Minuten nebeneinander "Wie war KFC?" "Beschissen wie immer" Ich habe jetzt Bock auf Pommes von McD, also werden wir gleich mal runter zur beachroad gehen. Dam und Tong muessten ungefaehr da auf der Hoehe ja arbeiten. Endlich kommt Tippa raus, hat natuerlich noch eine Einkaufstuete in der Hand. Linse rein, kann nur bunten Stoff erkennen. Also packt sie es aus, ein sehr geiles knappes Kleid aus Seide oder so aehnlich. Das Geld fuer den neuen Fernseher ist somit bald aufgebraucht.

    Das grosse runde M lockt weltweit, so auch uns und hier. Zur Zeit gibt es eine Chili-Cheese-Nuggets-Aktion, die Dinger sind ziemlich scharf, und vegi. Dazu nehme ich eine grosse Portion Pommes und eine Coke ohne Eis. Tippa stopft sich lieber ein paar Burger rein, Malte ist noch satt von den geschredderten Huehnern vom KFC. In Deutschland muss man fuer eine kleine Packung Ketchup etxtra bezahlen, hier kann man sich kostenlos das ganze Tablett vollpumpen, und dabei auch noch zwischen normal und scharf waehlen. Und wenn man auf die Stopuhr haut nach der Bestellung, dann bekommt man alles umsonst, wenn es nicht nach 60 Sekunden geliefert werden kann. Sind die meissten Bedienungen in Thailand nicht eh schoen hoeflich und gut gelaunt genug, dann muss man zu McD.Thailand gehen. So schlimm ich den ganzen Konzern finde, so schoen ist es ab und zu, mir in Siam dort ein paar Fritten zu holen.

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