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Die Fragen...

Erstellt von hello_farang, 17.07.2007, 02:32 Uhr · 176 Antworten · 22.511 Aufrufe

  1. #11
    hello_farang
    Avatar von hello_farang

    Re: Die Fragen...

    Meine neue beste Freundin taped mir noch die Knie zu, ihr scheinen meine Oberschenkel zu gefallen. Denn sie streichelt darueber, das mir ganz anders wird. Ach Schwester, hoer auf damit sonst ueberlege ich es mir nochmal anders! Ziehe sie zu mir, und wieder kreisen unsere Zungen umeinander, wie unglaublich lecker sie doch schmeckt. Die Schmerzen des Jochbeins und der gebrochenen Rippen sind verflogen, als ich sie fest an mich druecke. Blau-gruen trifft braun, wir schauen uns tief in die Augen. Ich gebe ihr einen Klaps auf ihren suessen festen Po "Bai" und wir gehen aus dem Nebenraum zurueck ins Restaurant. Vorher wischt sie mir grinsend schnell noch ihren Lippenstift aus dem Gesicht, und gibt mir den Klaps zurueck.

    Tong war mir von Anfang an symaphatisch, ein ruhiger netter Mensch aus der Clique meiner Freunde. Hat grosse Aehnlichkeit mit seiner Schwester, ein huebscher Thai mit laengeren Haaren. Er erinnert mich vom Aussehen her stark an Sek von LOSO. Sein Motorrad, eine giftige kleine gruen-schwarze 175er Kawasaki, bekomme ich fuer 100 Baht pro Tag. Als ich sie uebernehme bezahle ich erstmal eine Woche im voraus, danach bringe ich ihn mit der Maschine zur Arbeit nach Patong. Er ist wie Dam einer der Jet Ski Jungs, und die beiden werden ab jetzt gemeinsam hinfahren muessen. Auf dem Rueckweg nach Karon teste ich den Bock mal richtig aus, maechtiger Anzug am Berg. Auf der beachroad zwischen Karon und Kata ueberholen mich drei farangs mit richtig schweren Rennmaschinen, ich haenge mich ran. Der Hobel macht locker 130 km/h auf der ebenen Piste und koennte bestimmt noch schneller, wenn die Strasse laenger waere. Na wie geil ist das denn, warum gibt es sowas nicht auch in Deutschland? Ein guter deal, danke Tong.

    Bam steuert gleich wieder den Tresen an, um bestellte Getraenke zu den Tischen zu bringen. Ich marschiere rueber zu Lek und den Daenen. Lek guckt mich grinsend und fragend an, ich erklaere ihm was gerade abgelaufen ist, lasse dabei nichts aus. Papa und Mama Daene muessen auch grinsen, denn da ich englisch rede verstehen sie alles. Die Kids hoeren nicht zu, sind mit dem Holzkloetzchen-Turmbauspiel beschaeftigt. Der Vater meint, so ein nettes und huebsches Maedchen solle ich nicht vorbei gehen lassen, wenn wir uns lieben. Ich erklaere ihm, das Bam bereits einen Freund hat, und das die beiden naechstes Jahr heiraten wollen. Und das ich da nicht weiter reinfunken will. Die Einstellung gefaellt Mutti, ihr Mann sitzt neben ihr, sie kann also seine Augen nicht sehen. Er signalisiert mir stumm "Man du Spinner, ich wuerde es sofort machen".

    Dam und Tong kommen, wir ruecken noch einen Tisch an die bereits lange Tafel. Bestellen etwas zu essen, ich nehme Khau pad pak mit Tofu und noch ein kleines Chang. Rufe Bam hinterher, sie soll bitte noch einen Eimer nam kaeng mitbringen. Erstrmal futtern, dann frage ich Tong nach den Kosten fuer die Reparatur. Er kramt einen Zettel hervor, auf dem die Zahlen stehen. Mit Ersatzteilen wie zwei Spiegeln, linke Motorabdeckung, Nachlackieren, und der Arbeitszeit kostet es mich 920 Baht. Ich glaube, jeder Touri muss 800 Baht nur fuer ein neues Brotkoerbchen loehnen, wenn der verbeult wird am Ladybike. Auf den gereichten Tausender laesst sich Tong nicht ein, ich bekomme trotz Diskussion die 80 Baht zurueck. Und das Geld der letzten 4 Tage, eine Extrarechnung. Bin sein Toeff drei Tage gefahren, dann hats gekracht. Gezahlt hatte ich sieben, also will er mir 400 zurueckgeben. Wir einigen uns irgendwann endlich darauf, das ich nur die Tage nach der Reparatur zuruecknehmen werde, und das ich seine Getraenke heute Abend uebernehme. Er schiebt mir 200 rueber.

    Die Chefin hat mich auch schon inspiziert, und als ich an den Tresen gehe um dezent zu bezahlen, rechnet sie nur die Getraenke ab. Ich stutze bei der Summe, denn sie ist ohne die Speisen natuerlich viel zu niedrig. Sie laechelt mir zu, das ich und die Jungs eingeladen sind, die Essen gehen aufs Haus. Ich bin beschaemt, und gucke auch ihr tief in die Augen. "No problem, Leks brothers are also my brothers" lacht sie mich an. Gut, wenn das so laeuft...

    Die daenische Familie will noch eine Runde durch Kata drehen, wir Jungs brechen auch auf. Lek und Kob steuern strait nach links, ich verabschiede mich von Bam. Blick-Blick, eine kurze Umarmung, sie haucht mir ins Ohr "Koja, I love you". Na toll, dann werde ich heute Nacht wieder nicht ruhig schlafen koennen.

    Wir traben die Strasse bis ganz ans Ende, dort hat es den besten Billardtisch. Hier macht Lek sein Extra-Geld jeden Abend. Es gibt eine alte Schultafel, auf der man sich eintraegt. Ich spiele normalerweise keinerlei Spiele, aber eine Partie Billard geht dann doch ab und zu. Wir beide sind eh wie eine Bande von Huetchenspielern. Ich gebe dabei mein bestes, Lek laesst mich gewaehren, dann schlaegt er zu und versenkt alle seine Kugeln plus die schwarze Acht. Nachdem die Englaender fertig sind mit ihren Spielen gehen wir an den Tisch, und ziehen die Masche ab. Dauert nicht lange, und es stehen neue Namen auf der Tafel, gegen den kleinen Thai wollen alle spielen. Die Rechnung ist wieder mal aufgegangen. Ich ziehe mich auf die Couch zurueck und betrachte seine Ausfuehrungen. Es ist ja nicht so, das Lek schummeln wuerde, wie auch am gemeinsamen Tisch. Aber er gewinnt einfach jede Partie, streicht jedesmal 100 Baht Einsatz ein.

    Bei einem kleinen Chang erinnere ich mich an die Zeit, als wir uns besser kennengelernt haben, und er mich danach zum ersten Mal ´brother´ nannte. Letztes Jahr waren wir auch schon hier, er hat seine Spiele gewonnen, ich habe zugesehen. Nach der siebten oder achten gewonnenen Runde fingen die drei Englaender an zu poebeln, wollten nicht bezahlen. Zwar standen sofort ein paar Thais beiseite, aber Lek bekam den Queue als erster uebergeprueegelt und ging in die Knie. Ich bin seinerzeit sofort aufgestanden, und habe dem Stockschlaeger voll eins in die Fresse gepruegelt, er kippte um wie ein getroffener Pin. Die zwei anderen bezogen auch Schlaege und Tritte von mir und den Thais, "Take this fu.cking ....... away!". Der Englaender wollte sich gerade wieder aufrappeln, glotzte Richtung Lek. Ich gab ihm gleich nochmal zwei satte Fusstritte in den Nierenbereich, danach hat er sich endgueltig schlafen gelegt. Seine Kumpels auch bereits am Boden, hatten schmerzhaft die thailaendische Reaktion auf ein komplett falsches Verhalten kennengelernt. Fuer mich eine ganz normale Kneipenschlaegerei, fuer Lek war es mehr. Viel mehr, ich werde zu seinem brother ohne das ich genau weiss, wieso eigentlich. Die 1400 Baht wurden ausbezahlt, erst dann durften die Briten gehen.

  2.  
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  3. #12
    hello_farang
    Avatar von hello_farang

    Re: Die Fragen...

    Heute bleibt aber alles friedlich, jeder Verliehrer bezahlt brav seinen Zeche bei Lek. Ich verstehe jetzt auch, warum Kob vorhin am Viewpoint so entspannt geguckt hat kurz vor unserem Abritt, und ploetzlich so schnell weg war. Er schiebt mir einen Beutel mit Gras rueber, ich soll damit einen Joint drehen mit meinen weissen OCB-Blaettchen. Kob hat am Viewpoint eine neue Marge geholt, erzaehlt mir das es der Umschlagsplatz ist fuer Gunja. Die machen da ihr Geld nicht mit den Touristen oder roter Fanta, sondern mit dem Verschieben nicht geringer Mengen an Gruenzeug. Ich baue simultan gleich zwei Tueten, jeweils Dreiblaetter. Eine rauchen wir gleich, die andere stecke ich Kob in seine Hemdtasche. Der Wind steht guenstig, und zieht den Rauch nach schraeg hinten durch die offene Bar.

    Ich lasse Lek spielen und gewinnen, lege mich in die Haengematte hinter der Sitzecke am Billardtisch und chille. Kob kommt irgendwann ran, fragt ob er mich mitnehmen kann, er will nach Hause. Kurz ueberlegt sage ich zu, bin doch schon wieder ziemlich platt. Das mit Lek kann dauern, er ist in Spiellaune. Also schwinge ich mich nach dem Fussweg durch die Restaurantstrasse auf Kobs Sozius, sage ihm nochmal, das er ruhig machen soll, und wir roedeln los.Ganz gemaechlich fahren wir beide zurueck nach Chalong, rauchen dabei die zweite Tuete.

    Alles schlaeft, als wir in der Siedlung ankommen. Wir setzen uns ins Wohnzimmer, blubbern ein paar Koepfe durch. Unterhalten uns noch eine ganze Weile ueber Frauen, Freundinnen, und mia nois. Ich muss Kob lange erklaeren, warum ich Bam nicht knalle. Ist schwierig, ihm das klarzumachen. Verstehe es ja selber noch nicht so ganz. Bam ist eine Hammerfrau, nicht nur optisch, sondern auch vom Wesen her. Natuerlich waeren das schoene Stunden, aber eben ohne Perspektive. Es sei denn, ich wuerde sie heiraten und nicht der Norweger. Das ist mir dann aber doch eine Nummer zu gross, also ist es gut so wie es ist. Klar werde ich ihr bestimmt mal wieder am Ohrlaeppchen knabbern, ihr dabei Schweinereien zufluestern, und ihren geilen knackigen Arsch streicheln, aber dabei wird es bleiben.

    Kob probiert nochmal, mir das auszureden. Seit Bam mit dem Norweger zusammen ist laesst sie alle abblitzen, Thais wie farangs. Zwei Jahre geht das nun schon so, die Thais haben es mittlerweile aufgegeben. Aber spaetestens alles drei Wochen kommen neue Touristen, die sich in Bam verlieben und es probieren. Konnte mir die Bewerben ja selbst in den letzten Wochen bereits anschauen, die unterschiedlichen Taktiken von Macho bis Weichei. Und Bams Reaktionen darauf, stets freundlich aber immer ablehnend. Er schuettelt nur wieder mit dem Kopf, denn alle sind scharf auf Bam, ich koennte sie haben und schlage ihr Angebot aus. Wir lassen das Bambusrohr nochmal warm laufen, dann kuschelt sich Kob zu seiner Freundin ins Doppelbett, ich penne ein paar Stunden auf der Couch.

    Die Uhr zeigt an, das es 05:12 ist, als ich aufwache weil Lek im Zimmer steht. Ein gluecklicher Thai mit 1300 Baht gewonnenem Billardgeld in der Tasche. Voellig aufgekratzt der Gute, fragt nach einer Runde Bambus. Ich winke ab, ist mir viel zu frueh dafuer. Er haut sich zwei Koepfchen in die Lunge, und erzaehlt. Die Daenen moechten, das ich heute mitkomme ins Wat Chalong. Und das Bam ueberredet wurde uns zu begleiten, dabei lacht er mich an. ´Jungs, ihr koennt es einfach nicht lassen, oder?´ denke ich mir, warum will man mich in Thailand bloss immer verkuppeln? Nun haben dabei nicht nur Thais die Haende im Spiel, sondern allem Anschein nach auch noch Daenen. Natuerlich sage ich zu, ist ja klar. Pfeife mir die letzten drei Tabletten aus dem Plastikbeutel rein, dann gehen wir nach vorne in seine Wohnung und legen uns noch mal etwas hin. Um 11:00 ist Treffen beim Hotel in Kata angesagt, vorher muessen Lek und ich noch den Pickup seines Bruders holen. 09:30 klingelt mein Handywecker, man wie ich diese kurzen Naechte hasse. Schlurfe ins hong nam, schuette mir nach dem Scheissen ein paar Kellen eiskaltes Wasser ueber den Koerper, seife mich mit Duschgel ein, dann nochmal ein paar Kellen Wasser. Dezent etwas Davidoff ´Cool water´ auflegen, dann bin ich frisch und munter.

    Als ich nach vorne ins Zimmer komme sehe ich, das Lek da liegt, pennt tief und fest. Ich wecke ihn, sage das wir bald los muessen. Er reagiert kaum, ich lasse nicht locker. Irgendwann habe ich ihn soweit, das er sich aufsetzt und die Augen oeffnet. Puu macht uns Neskaffee. Nachdem Lek auch geduscht hat, steigen wir auf sein Moped und fahren den Kilometer rueber zu seinem Bruder. Ich merke, das Lek nicht besonders bei der Sache ist, Restalkohol? Also schlage ich vor, das ich den Pickup nach Kata fahre, wollte ich schon immer mal machen. Sein Bruder ist einverstanden, nachdem ich ihm meine internationale Fahrerlaubnis gezeigt habe. Kenne Linksverkehr nicht erst aus Thailand, denn Jahre vorher war ich oft mit Jeeps auf Malta unterwegs. Der Toyota hat viele Spielereien, zunaechst regele ich die Klimaanlage hoch auf 28°C. Der 4x4 button bleibt gedrueckt, ich liebe Allradantrieb ueber alles. Ich schalte das Abblendlicht an wie immer wenn ich Auto fahre, langsam geht es auf der ausgewaschenen Sandpiste durch reichlich Schlagloecher zur Hauptstrasse. Bloss gut, das ich vorher noch ein paar pain killer geschluckt habe.

    Die Strasse bis nach Kata ist ja nagelneu und glatt wie ein Babypopo, es ist ein Vergnuegen fuer meine Rippen den Berg rauf und runter zu rauschen. Am Wartehaeuschen in Kata erblicke ich Bam, die von einigen Thais umlagert wird. Ich halte direkt davor, auf der falschen Strassenseite, und druecke ein paarmal kurz auf die Hupe wie ein Tuk Tuk. Durch die Frontscheibe grinse ich sie an, Bam zeigt uns ein strahlendes Laecheln, steht auf und kommt zum Wagen. Nimmt neben Lek Platz, ich lasse mir den Weg zum Hotel erklaeren und folge den Anweisungen. Das Schalten zerrt etwas an meinem Schluesselbein, aber es geht. Lenken mit der rechten Hand ist easy.

  4. #13
    hello_farang
    Avatar von hello_farang

    Re: Die Fragen...

    Die Daenen staunen nicht schlecht, als ein farang ihren Pickup steuert. Wir steigen aus, und begruessen die Vier. Anscheinend haben die Kids keinen Bock auf die Tempeltour, mir egal. Lek steigt mit nach hinten auf die Ladeflaeche, auf der ein paar Kissen und ne Decke liegen. Bam nimmt neben mir Platz, als dritter Beifahrer steigt Papa Daene in die Kabine. Die Frage des Daenen, warum ich und nicht Lek faehrt betworte ich ausweichend "I like to drive with Pickups" Bams rechte Hand findet meinen linken Oberschenkel, und streichelt ueber die Jeans mit festem aber liebevollen Druck. Mit meinem Blick bitte ich sie, das sie aufhoeren moege. Sie versteht nicht.

    Ich frage durchs offene Seitenfenster Lek nach dem Weg, er erklaert mir wie ich fahren soll. Dreimal hu.pen, dann gehts los. Erstmal bis zum Chalong-Kreisel, dort jedoch nicht gleich wieder raus zum Wat, sondern weitere 180° bis zur uebernaechsten Ausfahrt. Ich steuere Leks Siedlung an, um Puu und die Tochter aufzunehmen. Die beiden steigen auf, Khun Soong sehe ich als wir an seinem Supermarkt vorbeirollen. Er winkt den Wagen ran, ich halte an. "We go Wat Chalong", er kommt spontan auch mit und steigt zu den anderen hinten auf die Ladeflaeche. Oje, bisher bin ich hoechstens zu zweit auf einem Motorrad gefahren, nun habe ich drei Daenen und vier Thais auf der Ladeflaeche, plus einen Daenen und eine suesse Thai in der Kabine. Wieder zurueck zum Kreisel, einen halbe Umrundung, und raus gehts.

    Am Wat parke ich den Toyota, alle steigen aus und ab. Lek beginnt mit seiner Tour, erklaert jedes Detail. Puu mit ihrer Tochter, Bam, und ich teilen sich von der Gruppe, wir wollen direkt in den Tempel. Mit Bam bleibe ich etwas weiter hinten sitzen, als sich Puu fuer die Kleine den Segen holt und ein rotes Band um ihren schmalem Kleinkindarm. Vorher zuenden wir je drei Raeucherstaebchen an, opfern sie zusammen mit einer Kerze. Wie immer ist es ein tiefer Eindruck, den der Tempel bei mir hinterlaesst. Die unglaubliche Selbstverstaendlichkeit im Glauben, das nicht-hinterfragen-muessen, es kann so einfach sein.

    Wie selbstverstaendlich verliehren uns Bam und ich aus den Augen, ich sitze alleine da. Und ich beginne nachzudenken.

    Viele Fragen gehen mir durch den Kopf, welche Fragen?

    Fragen, weshalb ich nach dem Unfall so locker aufstehen konnte?
    Fragen, wieso ich danach genau diese Leute so gut kennengelernt habe?
    Fragen, wieso mir fremde Menschen auf diese Art und Weise helfen?
    Fragen, wieso ich die Traumfrau in den Wind schiesse, anstatt sie zu nehmen und zu heiraten?
    Fragen, wieso ich mich ueberhaupt frage, wieso etwas abgeht wie es abgeht? Ist doch eh alles nur die Matrix...?!

    Ich sitze im Wat vor der Statue des grossen Lehrers, mir kommen die Traenen bei seinem Anblick.

  5. #14
    hello_farang
    Avatar von hello_farang

    Re: Die Fragen...

    Bam hat wohl gemerkt, das ich mit mir alleine sein moechte und hat sich zurueckgezogen.

    Ich beginne ueber die ganze Situation zu meditieren. Wie ein Film, der im Projektor von der Spule laeuft, verblassen meine Wuensche und Fragen. Es wird ruhig in meinem Kopf, die Zahnraeder der Logik hoeren auf sich zu drehen. Ein wieso und warum ist nicht mehr relevant, wie der aufsteigende Rauch eines Feuers verwirbeln Gedanken im Raum und loesen sich auf. Eine Stille setzt ein, wie ich sie schon lange nicht mehr empfunden habe. Der Unfall ist unwichtig, meine Freunde sind unwichtig, mein eigenes Ich ist unwichtig. Eine wundervoll entspannende Leere, einfach loslassen und die Essenz erkennen. Buddha laechelt mir zu, aber er ist gar nicht da. Es ist Energie, die sich in einem lichtdurchfluteten Raum manifestiert. So als sitzt man inmitten einer grossen Batterie beginnt mein Geist aufzugehen in diesem grenzenlosen Ozean.

    Wie lange ich so da sitze kann ich nicht sagen, aber als ich aufblicke befindet sich ein alter Moench neben mir. Er schaut mich laechelnd an, so als haette er die Reise mit mir gemacht. Ich blicke ihn an, in seine Augen. Ich laechele ihn an, verneige mich tief mit einem Wai. Er zwinkert mir verschmitzt zu, und er moechte meine Gebetskette und das Amulett daran naeher betrachten, also reiche ich sie ihm rueber. Er begruesst sie mit einem Wai, dann entziffert er die Inschrift, reagiert mit einem erstaunten "Oh, Wat Thamfad. LekLai" und schaut mich fragend an. Ich nicke kurz, schiebe meinen linken Aermel hoch und zeige ihm den implantierten LekLai. "Oh, strainge power. You not die at the accident". Nachdem er mir meine Kette zurueckgegeben hat greift er in seinen safranfarbenen Beutel, und reicht mir zwei kleine Amulette. Auf dem einen ist Luang Pho Chuang abgebildet, auf dem anderen Luang Pho Chaem. Die beiden hochverehrten Moenche dieses Wats, welche sich viel mit Kraeutermedizin und Meditation beschaeftigten. Abermals verneige ich mich vor ihm mit einem Wai "Khoob khun khrap".

    Mir fallen Thais auf, die sich in einigem Abstand zu uns niedergelassen haben und auf ihn zu warten scheinen, das Geschehen aber sehr interessiert beobachten.
    Der alte Moench steht auf, geht zu einem Sitz an der Wand des Raumes, nimmt Platz und beginnt mit der Rezitation von Texten waerend die Thais sich um ihn herum in einem Halbkreis gruppieren.

    Ich schaue mich um, Lek und die Daenen sitzen ein paar Meter hinter mir. Lek schaut mich an, er macht den Eindruck, das er eben eine weitere meiner Seiten kenngelernt hat und beeindruckt ist. Auch Bam ist da, sie laechelt mir zu als ob sie nun begriffen hat, das wir beide nicht zusammenkommen werden, und es gut so ist. An der Donationbox zuecke ich meine Brieftasche, und spende 200 Baht. Draussen schlaegt uns Hitze und Sonne entgegen, die Stimmung wird lockerer. Wir reden, ich zeige die neuen Amulette herum, wir ueberlegen was wir nun noch machen. Nur Lek ist ruhig, ich frage ihn was los ist. Er erklaert mir, das sich der Abt des Klosters ganz spontan zu mir gesetzt hat und mit mir meditiert hat, als er an mir vorbeikam. Das sei etwas besonderes.

    Die Daenen wollen wissen, warum ich dem alten Moench meinen linken Oberarm gezeigt habe, und wieso er darauf so beeindruckt reagiert hat. Ich erklaere ihnen das mit dem LekLai, krempele nochmal meinen Aermel hoch damit sie sich den Stein unter der Haut anschauen koennen. Nicht ohne darauf hinzuweisen "Do not touch". Natuerlich kommen nun weitere Fragen, es sind immer dieselben ´Hat das nicht weh getan?´ ´Ist das nicht gefaehrlich, sich sowas einsetzen zu lassen?´ ´Wie lange hat es gedauert bis die Wunden geschlossen waren?´ ´Was hat es gekostet?´ ´Hat sich da nichts entzuendet?´ ´Glaubst Du wirklich daran?´.

    Bereitswillig beantworte ich knapp die Fragen, ueber die letzte muss ich ausfuehrlicher sprechen. Natuerlich glaube ich an die Kraft des LekLai, sonst haette ich ihn mir ja nicht setzen lassen. Nein, es ist keine rein buddhistische Sache, viel mehr ist es thailaendischer Animismus, auch wenn die Zeremonie von einem weltweit bekannten und verehrten buddhistischen Abt durchgefuehrt wird. Vergleichbar mit den sichtbaren und unsichtbaren Schutz- und Krafttattoos, die so viele Thais haben. Oder den Geisterhaeuschen, die man ueberall sieht. Die Daenen beginnen zu begreifen, auch wenn es ihnen immer noch etwas unheimlich ist. ´Leute, das ist Asien, hier muss man nicht immer alles rational erklaeren koennen, das geht sowieso nicht´ lache ich.

  6. #15
    hello_farang
    Avatar von hello_farang

    Re: Die Fragen...

    Bam muss zur Arbeit ins Restaurant, also fahren wir nach Kata. Ich ueberlasse Lek das Steuer, und schwinge mich mit hinten auf die Ladeflaeche. Vorne steigen Papa und Mama Daene ein. Bam und ich unterhalten uns, sie wiederholt das, was mir Lek eben ueber den alten Moench gesagt hat. Sie haben schon eine ganze Weile hinter mir gesessen, als der Abt erst an ihnen, dann an mir vorbei kam. Sie schildert, wie er neben mir ploetzlich stehen blieb, sich hinsetzte und begann zu meditieren. "He sit next to you for twenty minutes. All people were looking." und "Koja, you meditate all together more than one hour." Fuer mich waren es vom Empfinden her nur ein paar Augenblicke, wenn auch zeitlose.

    Sie lehnt sich an mich, streichelt mir nachdenklich ueber meine blonden Haare auf meinem rechten Unterarm und versucht das Gespraech in eine andere Richtung zu lenken. "Same a ling" Ich tue so, als wuerde ich ihr mit der Faust eins auf die Nase geben wollen, "I give you ling!", sie muss lachen, umarmt mich und drueckt mich. Ich stoehne auf, Hase denk doch an meine Rippen. "Uii, khoo thoot. I´m sorry!", Bam ist verzweifelt. Ich umfasse ihren Nacken, wieso hast Du nur so eine weiche Samthaut? Wir druecken unsere Koepfe an der Stirn aneinander, und blicken uns tief in die Augen. Meine signalisieren "Nein", ihre ein "Aber ich will doch...". Meine Antwort ist ein leichter Kuss auf ihre linke Wange "We are friends, same like brother and sister, o.k.?! I can not sleep with you. You have a boyfriend, you will marry him and go to Norway".

    Zunaechst bringen wir Puu, ihr Baby, und Khun Soong zurueck in die Siedlung. Kurze Besprechung mit den Daenen, alle haben Hunger. Ich schlage etwas exotisches vor, naemlich ein italienisches Restaurant. Meine Beschreibungen des umwerfend leckeren Essens dort und der freundlichen Besitzer ueberzeugen. Waerend ich kurz nach hinten gehe, die lange Hose gegen luftigere Shorts wechsele und ein paar Pillen einnehme, telefoniert Papa Daene mit seiner Tochter. Die drei sollen in zwanzig Minuten am Tuk Tuk Treffpunkt sein.

    In Kata lassen wir Bam raus, sie ist schon etwas spaet dran, aber bei ihrer netten Cheffin sollte das kein Problem sein. Zumal Bam sich bei ihr bereits via Handy gemeldet hat, das sie erst um 14:30 Uhr erscheinen wird. Ich blicke ihr nach, als sie in der Restaurantstrasse verschwindet. Sie bekommt gleich wieder zwei Offerten aus einer Gruppe britischer Jungs. Und ein paar krebsrot verbrannte bierbaeuchige Ehemaenner in Feinripp bzw. Singha-Muskelshirts schauen an ihren Frauen vorbei sabbernd hinter Bam her. Ein Bild fuer Goetter, aber wie sieht Bam das? Ich muss sie nachher mal danach fragen.

    Die Kids trudeln ein, setzen sich natuerlich auch auf die Ladeflaeche. Papa kommt mit nach hinten, erklaert seinen Halbstarken das es meine Idee ist, mal zum Italiener zu gehen. Ab gehts nach Kata town bis kurz vors ´Dino Park´. Bei ´Luca e Manu´ kann Lek den Pickup nicht parken, also steigen wir anderen aus/ab, er sucht sich einen Platz und kommt ein paar Minuten spaeter nach. Manu freut sich, als sie mich sieht, und noch mehr, weil ich so viele neue Kunden im Schlepptau habe. Immerhin vier erwachsene und drei minderjaehrige hungerige Daenen. Alle werden persoenlich und mit Handschlag von Manu begruesst, schnell werden ein paar Tische zusammengestellt vom thailaendischen Personal. Manu erkundigt sich bei mir nach meinem Wohlbefinden, denn da der Unfall nur ein paar Meter neben dem Restaurant passierte, hatte sie es damals auch mitbekommen. Sie bietet mir ein Zimmer an inclusive Pflege, ich erzaehle ihr das ich momentan bei Lek und Puu wohne in Chalong und dort gut versorgt werde. Luca wirbelt in der Kueche, aber als er mich sieht kommt er raus. Eine herzliche Begruessung auf italienisch, dann macht er bei den Daenen die Runde und stellt sich vor. Auch er fragt, wie es mir geht. Und das die beiden dachten, ich wuerde in irgendeinem Krankenhaus liegen, haetten deshalb bereits einige angerufen, ohne Erfolg. Ich sage auch ihm, wo ich momentan wohne, er und Lek kennen sich. Just in dem Moment kommt Lek um die Ecke, die beiden umarmen sich erstmal und tauschen news auf thai aus, Luca spricht ein tolles thai.

    Natuerlich werden waerenddessen bereits die ersten Teller mit Appetizern gebracht. Warme Pizzateigecken mit Tomate, Knoblauch, und Kraeutern, das gibt es immer gratis. Ueberhaupt haben Luca und Manu ein tolles Konzept. Sie lassen fast alle Zutaten alle paar Wochen direkt aus Italien kommen in einem Flieger der Al Italia. Den Schinken, das Olivenoel, die Salami, das Mehl und den Hartweizengriess, natuerlich den Parmesankaese im Block, die Gewuerze. Pasta-, Pizza- und Brotteig werden immer frisch gemacht, der Parmesan stets aktuell gerieben, da kommt nichts aus der Tuete. Dementsprechend schmeckt es dort auch, selbst in Italien habe ich selten so gut gegessen. Die Pizzen sind Wagenraeder, auch einen Pastateller bekommt man kaum weggefuttert weil die Portion so gross ist. Die Kueche kann man von den Tischen aus einsehen, Luca und dem anderen Koch bei der Arbeit zuschauen. Er wirbelt mit einem Pizzateig rum, laesst ihn rotierend auf seiner Hand tanzen.

    Ich bestelle Spaghetti Aglio e Olio, heute Abend wird Bam also nicht gekuesst. Pizzen, Fleisch- und Fischgerichte werden geordert, Getraenke. Die schuechterne junge Thai fragt auch nochmal nach, wei es mir geht. Duck hat mich jedesmal verlegen angelaechelt, als ich vor dem Unfall im Restaurant war. Hat sich aber nie getraut, mich anzusprechen. Genau das mag ich so an ihr, keine plumpe Anmache. Sie kommt aus Kalasin im Isaan. Als sie mir erzaehlte woher sie stammt, bin ich in ein Fettnaepfchen getreten. Habe ihr gesagt, das ich Kalasin gut kenne, weil dort ganz in der Naehe meine Ex-Freundin wohnt und wir oft in der Stadt einkaufen waren. Super - sowas will keine Frau hoeren. Dennoch blieb Duck immer freundlich und mir scheu zugewandt.

    Das Essen kommt, die Teller quellen ueber. Bekomme eine Ego-Schale frisch geriebenen Parmesan hingestellt, die Leute wissen das ich alles verbrauchen werde. Wir teilen uns drei Flaschen Wein. Die Daenen bezahlen die Getraenke, sonst haette ich zum Vorzugspreis ein Singha genommen. Die Portion Pasta kostet 140 Baht, und jeden Satang ist sie wert. Nicht nur aeusserst lecker, sondern auch viel zu viel. Der Kaese wandert in einem Rutsch aus dem Behaelter drauf, wird untergemischt. Ein unglaubliches Aroma breitet sich aus, ich beginne zu sabbern wie die dicken Feinripptraeger vorhin.

  7. #16
    hello_farang
    Avatar von hello_farang

    Re: Die Fragen...

    Allen schmeckt es, aber das war Lek und mir vorher bereits voellig klar. Als Nachtisch schlaegt Manu eine Kaeseplatte mit dem leckeren Brot vor, Tiramisu, Obst, und Eis. Ich nicke nur zustimmend in die Runde, wohl wissend was da gleich auf uns zukommen wird. Als Zwischenspurt bringt Duck fuer uns Erwachsenen eine Runde Grappa, den Kids je eine Pepsi, geht aufs Haus. Dann werden die Nachspeisen herangetragen von Manu und Luca, Duck verteilt waerenddessen kleine Teller und neue Messer, ausserdem stellt sie zwei Glasschalen mit Bluetenblaettern darin auf die Tafel, und legt jedem eine frische Stoffserviette an den Platz. Die Kids wundern sich darueber, ich erklaere ihnen, das es zum Haendewaschen gedacht ist.

    Wieviele Kaesesorten Luca noch vor mir versteckt weiss ich nicht, aber diese hier sind unglaublich - lecker. Sein Ciabatta sowieso, alleine davon koennte ich mich nur noch ernaehren, waere da nicht die starke Konkurrenz durch thailaendische Garkuechen und Restaurants. Auf dem Weg zum Klo schaue ich kurz in die Kueche, sage Luca das es ein super Essen war, und er nun bestimmt ein paar neue daenische Stammgaeste hat fuer die naechsten drei Wochen. Er freut sich, und bietet mir auch ein Zimmer an. ´Ich weiss, hat mir Manu schon vorgeschlagen, ich ueberlegs mir´ laechele ich ihm dankbar zu. Der kleine Italiener knetet, formt, und bestueckt dabei Pizzen, schiebt sie in den Ofen. Als er damit fertig ist, wischt er sich die Haende an einem Handtuch ab, und winkt mich rueber zu einem der Kuehlschraenke. Oeffnet ihn, zieht eine der vielen Kaeseglocken heraus, und stellt sie auf den Tisch. Sein thailaendischer Koch und die Kuechenhilfe muessen beide grinsen. Als die Glocke in die Hoehe gezogen wird, entlaesst sie einen sehr eindeutiges Aroma. Meine Fresse, das tut aber stinken! Mir entfaehrt ein "Uiuiui...!" bei entsetzem Gesichtsausdruck, die beiden Thais muessen laut loslachen, sie kennen die Scherze ihres Chefs bereits. Luca schneidet zwei Stuecke aus dem Ziegenkaese, der aus seinem Dorf kommt, und reicht mir eines auf der Messerspitze. Das andere nimmt er selber zu sich, anscheinend um mich in Sicherheit zu wiegen das er mich nicht vergiften will. Je schlimmer ein Kaese riecht, desto besser schmeckt er, das ist eine alte Weisheit. Und wirklich, ein herb-suesses italienisches Feuerwerk auf meinem Gaumen entfaltet sich. Schaue ihn an und kann nur nicken "Wow! Grado! Magnifico! Aroi maak!", seine Augen strahlen.

    Aber nun muss ich mir erstmal gruendlich die Haende waschen, und ich brauche dringend Tick Tack oder sowas. Mit dem smell an Hand und aus dem Mund kann man sich ja nicht unter Leute trauen. Ich gehe wie unspruenglich geplant nach hinten auf die Toilette, und reinige mit viel Seife meine Haende, dann stecke ich mir ne Kippe an, um danach endlich entspannt ...... zu koennen. Danach noch zweimal Haende waschen, viel hilft viel hoffe ich. Zurueck am Tisch sage ich Lek, das er am naechsten Supermarkt anhalten soll, wenn wir gleich weiterfahren.

    Es geht auf 16:30 Uhr zu, wir muessen aufbrechen, die Rechnung wird geordert. Papa Daene bekommt die Mappe mit dem Zettel darin, blickt kurz drauf und zueckt die Scheine. Ich probiere, Leks und mein Essen beizusteuert, was natuerlich vehemmend abgeleht wird, wir sind eingeladen. Ich starte einen zweiten Versuch, auch der wird abgeschmettert. meine 50 Baht Tip kann er aber nicht verhindern. Die Verabschiedung von Luca und Manu ist herzlich, Lek holt den Pickup. Als er vorfaehrt steigen wir auf die Ladeflaeche, ich rufe ihm sicherheitshalber nochmal zu "Do stop at the 7/11". Am Supermarkt steige ich ab, hole wirklich eine Packung Atemfrisch-Drops, zwei davon stecke ich sofort in den Mund. Dann geht unsere kleine Sightseeing-Tour weiter, runter bis an die Suedspitze von Phuket zum Sunset Viewpoint am Cape Phromthep.
    Die Strecke ist ein Traum, ich bin sie schon oft mit dem Motorrad gefahren. Durch den Wald, vorbei an landwirtschaftlich genutzten Flaechen, ab und zu durch eine Siedlung. Viele Kurven schrauben sich die Berge rauf und runter, fuer Biker ein Paradies. Heute geniesse ich mal, das ich voellig relaxed auf der Ladeflaeche sitze und nicht permanent auf die Strasse achten muss. Etwas plaudern mit den Daenen, die Umgebung betrachten, sich den Fahrtwind durch die Haare blasen lassen.

    Die Treppe vom Parkplatz hoch ist heftig mit den vollen Maegen, wir lassen uns Zeit. Der Ausblick entschaedigt jedoch alle fuer die Muehe. Die Kids sind begeistert von den vielen Elefantenfiguren, vor allem die zwei Jungs. Natuerlich steigen wir auch noch auf den Turm, nachdem wir unsere Schuhe am Eingang abgestellt haben. Immer wieder ein tolles Gefuehl, bei dem Klima barfuss ueber kalten polierten Stein zu laufen. Oben empfaengt uns eine leichte Brise, einfach nur noch entspannend. Unsere Blicke schweifen ueber das Meer, unter uns die kleinen Inseln Kaew Yai, Bon, und Kho Hae. Nach Norden zieht sich die Nai Harn Bucht, in die gerade zwei grosse Multi-Millionen-Dollar-Yachten einlaufen.

    Der rote Ball schickt sich an, im Meer zu versinken. Gerade noch eine Daumenbreite trennt die Sonne vom Horizont, und sie zaubert rote Reflexe aufs Wasser. Es ist immer ueberraschend, wie schnell es dann geht. Keine fuenfzehn Minuten spaeter ist sie verschwunden, laesst die Wolken nochmal in rot-orange aufgluehen, dann wird es dunkel. Die Lichter der Anlage gehen an, ein anderer nicht weniger schoener Anblick.

  8. #17
    hello_farang
    Avatar von hello_farang

    Re: Die Fragen...

    Lek und ich stehen etwas abseits, denn Papa Daene macht einige Bilder von seiner Familie vor dem angestrahlten Turm. Gerade als er uns dazu ruft, weil wir auch mal mit drauf sollen, kommt eine kleine japanische Reisegruppe in unsere Naehe. Lek ist gleich wie hypnotisiert, und beginnt zu laecheln. Ich bemerke sie erst gar nicht, also drehe ich mich in seine Blickrichtung, und beginne auch zu laecheln. Vielleicht zehn oder zwoelf Japanerinnen, alle so um die zwanzig Jahre alt und wirklich suess, warten bis das Fotomotiv frei ist. Wir beide stellen uns schnell zu den Daenen, nicht ohne die Maedels dabei aus den Augen zu lassen. Unsere Bilder sind im Kasten, wir wollen den Standort vor dem Turm raeumen, da kommen die Japanerinnen verlegen lachend auf uns zu, eine traut sich uns anzusprechen.

    Mein brother ist in internationalen Sprachen versierter Kellner und Schwerenoeter. Als wir gefragt werden, ob wir von ihnen ein Gruppenbild machen koennen, haut er erstmal ein "Konbanwa" und einer japanischen Verbeugung raus. Wie bei dem thailaendischen Wai geht es nun los, die Maedels verbeugen sich, ich mich auch, bekomme aber nur ein "Konnichiwa" hin, obwohl es ja wirklich schon abends ist, Lek hat vollkommen recht. Zum Glueck wechseln wir danach ins englisch, aber es ist mal wieder toll, nur mit einem Laecheln und Augenkontakt fremde huebsche Maedels kennenzulernen.

    Lek steht sowieso total auf Japanerinnen, ich mehr auf den thailaendisch/laotischen touch. Aber bei unseren Gegenuebern denkt sich der Berliner ´Da gibts nix zu meckern´, so ziemlich das hoechste Kompliment, was ein Hauptstaedter zu vergeben hat. Allesammt eine Augenweide, schlank, gut gekleidet, und wirklich tolle Gesichter. Sie sind leider nur noch bis morgen frueh auf Phuket, fliegen weiter nach KL. Beim smalltalk schubsen sie sich abwechselnd und kichernd nach vorne, dann kommen wir endlich zum Punkt. Die Fotos machen.

    Ein knappes Dutzend Japanerinnen bedeutet ebensoviele Digis, ich halte also ploetzlich gleich zwei verschiedene Kameras in den Haenden, Lek auch. Die Maedels stellen sich in Position, ich spreche kurz mit Lek. Da ich weiss, das gestellte Fotos etwas anderes sind als entspannte, sage ich ihm wie wir das gleich machen. Erst schiesst er ein offizielles Bild, unmittelbar danach ich eins, dann umgekehrt. Es gibt also auf jeder Kamera immer zwei pics von fast der selben Situation, denn nach jedem ersten Bild entspannen sich die Damen und lachen durcheinander. Fuers naechste Bild an die Familien wird wieder still gestanden und angespannt freundlich geschaut. Danach bekommen wir die naechsten Knipsen gereicht, solange bis alle dran waren. So speichern wir in ihre Kameras ueber zwanzig Aufnahmen, und geben sie zurueck. Erneut beginnt das Verbeugen mit einem mehrstimmigen aus der Damenriege kommenden "Doumo arigatou gozaimasu". Ich frage Lek nach der Uebersetzung, "Same ´Arigatou´, but it is meaned lovely". Muss kurz in drei Sprachen versuchen zu begreifen, was er meint, dann ist klar: Vielen herzlichen Dank. Lasse mir das Knacken des Jochbeins nicht anmerken und spende den Ladies ein erfreutes Laecheln.

    Schon haben die ersten die Bilder gesehen und fangen an freudig zu lachen und zu schnattern, sich die displays der Digicams zu zeigen. Alles klar, wir muessen uns unbedingt dazustellen fuer Beweisfotos. Eines nach dem anderen dieser suessen Geschoepfe macht Bilder, es blitzflasht nun schon seit bald fuenf Minuten. Von Nai Harn aus muss es nach einer Technoparty-Stroboshow ausssehen. Lek ist gluecklich, laesst sich sogar zwei email-Adressen geben. Ich freue mich nur ueber den Augenblick, werde sie sowieso nie wiedersehen. Schoen ist das kurze Erlebnis trotzdem. "Sayounara", eine weitere Runde Verbeugen, dann trennen sich die Wege unserer Reisegruppen.

    Die Daenen grinsen und quatschen, als wir die Treppe wieder abwaerts gehen. Hatten ja direkt daneben gestanden, und unseren kleinen Gruppenflirt mitbekommen. Ich rudere fragend mit meinen Haenden in der Luft den Maennern zu ´Was? Ihr haettet es doch auch so gemacht, oder?!´. An Lek gerichtet auch moralische Hinweise von Mama Daene ´You have a girlfriend, a child...´.

    Ich sage nichts dazu, weiss aber, das Lek bereits zweimal ´als Koch´ in Schweden war seit ich ihn kenne bzw. er mit seiner Puu zusammen ist. Gewohnt hat er bei einer schwedischen Zahnaerztin. Ledig, 36, echt huebsch den Bildern nach zu urteilen, die er mir mal in einer ruhigen Stunde gezeigt hat. Die Fluege hat sie bezahlt, Kost und Pennen eh frei, plus sanuk maak maak. Ich wuerde es an seiner Stelle doch genauso machen. Was ich Lek jedoch ganz hoch anrechne ist die Tatsache, das er sich eben nicht einfach absetzt, sondern immer wieder zu Puu zurueck kommt, und die Familie wirklich lebt. Auch schon lange vor der jungen Tochter. Lek vermochte es sowohl seiner Braut, als auch saemmtlichen Behoerden vorzugaukeln, das er eingeladen und bezahlt wird, nur um als Koch zu arbeiten. Keine Frage, er kann sehr gut thailaendisch kochen, und ist ein absoluter womanizer.

    Unsere europaeischen Freunde schauen sich noch an den Staenden um, die am Parkplatz und der Strasse aufgebaut sind. Lek und ich setzen uns derweil auf die Ladeflaeche des Pickup, und philosophieren bei zwei kleinen Chang und ein paar Kippen mal wieder ueber Maedels. Er ist immer noch hin und weg von den Japanerinnen eben, ihrer helle Haut fasziniert ihn besonders. Tja mein Freund, es scheint ueberall auf der Welt gleich zu sein: Was man nicht hat, das begehrt man. Ich lasse mir von ihm das ´Doumo arigatou gozaimasu´ aufschreiben, damit ich es nicht vergesse.

    Als ob dies das Stichwort ist, sehe ich hinter Lek unsere Maids aus dem Land der aufgehenden Sonne die Treppe runterkommen. Wir sitzen uns gegenueber, und der Wagen ist so abgestellt, das er keinen Blick auf sie hat. Ich winke ein "Hello! were do you go now?" rueber, Lek dreht sich natuerlich sofort um. Die Hasen kommen fuer ein paar Minuten an den Wagen, wir steigen ab. Lek startet sofort eine seiner charming Offensiven. Ich unterhalte mich mit einer grossgewachsenen Schoenheit und ihrer Freundin. Die Kleine hat Lek vorhin ihre email Adresse gegeben, ich bitte sie uns unbedingt die Fotos mit uns drauf zuzumailen. Die beiden versichern das, und fragen nach meiner Adresse. Schnappe mir den Stift von Lek, und schreibe sie zweimal auf. Eine aus der Runde macht schon wieder Bilder von uns, "This pictures also, please!" und deute in Richtung des flashenden Blitzes. Der uebliche smalltalk im Urlaub, ganz entspannt und etwas verliebt. Die Gruppe aus Kyoto ist auf Suedostasienreise, fuenf Laender in fuenfzehn Tagen. Sie waren schon im Ankor Wat, in Laos, Chiang Mai, Bangkok, Phuket. Weiter geht es nach KL, dann Badespass auf Bali. Ja ihr Suessen, Badespass auf Bali haette ich mit Euch auch gerne...

    Als ich erzaehle, das ich fuer vier Monate nur in Thailand bin, sind sie sehr ueberrascht wie ich das mache? "Take looong holidays, Thailand is amazing. You need more than three days to see the land". Wie im Grossen, so im Kleinen, die Japanerinnen muessen zu ihrem Bus, der sie nach Patong ins Hotel bringt. Ich wuerde gerne mitfahren, waere ich doch nicht so mitgenommen von dem Unfall. Immerhin gehen wir gemeinsam mit ihnen zum Bus, es werden noch ein paar Fotos gemacht, dann heisst es "Bye Bye" und "Sayounara". Sie winken uns aus dem Bus zu, als der sich in Bewegung setzt. Lek ist traurig und aufgeregt, wird die Maedels nie wieder sehen. Ich beruhige ihn "Maybee not physically but at the pictures! They will send us all the photos by email". Wir geben uns high five, ich spendiere ne Runde Krong Thip, und wir schlendern zurueck zum Toyota.

  9. #18
    hello_farang
    Avatar von hello_farang

    Re: Die Fragen...

    Der Weg ist total anders als vorhin, auch wenn es die selbe Strasse ist. Dunkelheit huellt das ueppige Gruen ein, schwarze Schattenrisse von mir unbekannten Baumkronen zeichnen sich gegen den sternenbehangenen Himmel ab, huschen vorbei. Auf der Ladeflaeche lassen die Jungs ihre eben gekauften Plastiksoldaten Made in China umherrobben, sie schiessen lautstark mit rotem Muendungsfeuer aufeinander. Kurz hinter Ban Nai Harn haelt Lek an einem Haus, und geht hinein "Sorry, only five minutes". Ich nutze die Chanche, und gehe mal wieder die ´big one´ zum Wasserlassen nutzen, Papa Daene kommt mit. Zwei Strahle Urins ergiessen sich in die schwarze Umgebung, bei uns zuhause wuerde es jetzt dampfen - ´Don´t eat the yellow snow´. Es raschelt schraeg links vor uns, irgendein Tier bewegt sich dort, Papa wird nervoes. Ich beruhige ihn, das die Schlangen hier eh schon die Flucht ergriffen haben, waerend wir zu der Stelle gegangen sind. Wenn Schlangen, dann eher von hinten, von der warmen Fahrbahn. Koennte natuerlich ein wilder Koeter sein, der gerade aufgewacht ist, aber der wuerde erstmal bellen. Nun werde ich auch etwas unruhig, presse meine Blase aus und taenzele dabei mit den Unterschenkeln um fit fuer einen Gegenangriff zu sein. Egal was da aus dem Dschungel auf uns zu kommt, es bekommt erstmal einen Tritt vor den Kopp. Nichts ist, das Rascheln entfernt sich, wir ziehen die Reissverschluesse hoch und gehen zurueck zum Auto. Lek ist noch nicht wieder da, ich zuende mir eine Zigarette an, Papa steigt sicherheitshalber auf die Ladeflaeche.

    Setze mich auf eine der gefliesten Betonbaenke am Tisch vorm Haus, wo bereits einige Thais sitzen. "Sawat dii khrap! Cigarette?", ich lege die Packung in die Mitte des Tisches. Merke dabei gerade noch, das sich auf dem Tisch ein kleiner Haufen befindet. Die Antwort kommt prompt, jeder der Drei nimmt sich eine Kippe. Und dann wird mir ein Bambus ruebergereicht, alles klar. Ich zuende das Koepfchen, und ziehe es tief ein. Man, was fuer eine Mischung, wenn es nicht sowieso nur Grass ist. Jedenfalls ballert mir die Droehnung sofort in den Kopf, ich reiche das Rohr zurueck "Khoop khun krap". Das Koepfchen wird in den Haufen gedrueckt, auf die Blubbel gesteckt, dann ist der naechste dran. Auch angesmashed werden diese harten Baenke nicht bequemer, wo bleibt Lek? Ich hoere ihn drinnen reden, dann husten, und dann wieder reden. Hey brother, ich habe nicht gehustet bei dem Koepfchen aus der Dunkelheit! Bekomme nach einer Runde nochmal das Rohr, und wieder ziehe ich die Mischung in einem Flutsch weg. Wobei ich mir nun sicher bin, das es gar keine Mischung ist, sondern pures Gras. So sehr ich mich anstrenge, es gelingt mir nicht die Gesichter der Spender wiederzuerkennen, die kurz im Schein der Feuerzeugflamme auftauchen. Wie neulich am Viewpiont mit den Rastas ist es mir aber auch voellig egal. Geschenkter Gaul und so...

    Lek kommt raus, ich stehe also auf, verabschiede mich mit einem "Chock dii tuk khon" bei meinen unbekannten Goennern, und steige wieder auf die Ladeflaeche. Uiuiui, etwas langsamer als ich eben runtergeklettert bin. Das Zeug zeigt Wirkung, ich muss lachen, dann gehts auch schon weiter. Die verdammten Soldaten kriechen immer noch um uns herum und schiessen auf alles was sich bewegt oder auch nicht, hoffentlich geht denen bald die mitgelieferte chinesische Batterie-Power aus.

    Der daenische Onkel fragt mich leicht verschmitzt, was ich da eben gemacht habe? "Smoking gunja, mariuana". Die Althippies grinsen, melden aber auch Bedenken an. "You do not know this people, but take the gunja? It could be dangerous. Thailand has a very striktly drug law." "Maybe all three Thais were policeman, so what? I just smoked, I do not bought any stuff" erwidere ich. Ausserdem ist mir voellig klar, das wenn Lek hier einkauft, es keine Probleme geben wird.

    Bangemachen gilt nicht, denn wenn man sich drauf einlaesst macht es entweder viel Spass, oder es gibt eine ganze Menge Aerger. Ist genau wie mit dem Motorradfahren ohne Helm nur in Hemd, Shorts, und Flip Flops. Sanuk maak, solange bis der Ritt dann mal daneben geht. Das kann boese enden, kommt mir irgendwie bekannt vor.
    Risiken bin ich in meinem Leben immer eingegangen, nicht erst hier in Thailand. Mein frueherer Job als Personenschuetzer, die Jahre in der Zimmerei auf schmalen Balken in fuenfzehn Metern Hoehe, ueber die ich mit Werkzeug und Material in den Haenden balancieren musste. Mai mii panhaa, entweder man nimmt die Gefahr an, oder man laesst es besser ganz. Vorstellbar ist alles, aber Murphy ist ein seltener Gast bei mir.

    In Kata lassen wir am Hotel erstmal die zwei Jungs und ihre Tante raus. Die Kurzen muessen ins Bett, ihre Schwester kommt noch mit zum ´Sunset´. Der Pickup wird auf dem Parkplatz am Tuk Tuk Treffpunkt abgestellt. Ich bleibe ein paar Minuten bei den Fahrern, waerend die anderen schon ins Restaurant gehen.

  10. #19
    hello_farang
    Avatar von hello_farang

    Re: Die Fragen...

    Eine Zigarettenlaenge spaeter mache ich mich auch auf den Weg, die Strasse ist voll, und laut. Zwar tanzen keine Maedels an irgendwelchen blanken Stangen, aber die Stimmung ist sehr touristisch. Anstatt gleich bis hinter zum ´Sunset´ zu gehen kehre ich rechts in einem Pub ein. Den Besitzer John kenne ich schon einige Jahre, er steht immer hinterm Tresen. Es wird Dart gespielt, im TV laeuft irgendein englisches Fussballspiel, Billardkugeln treffen sich klackend in Hinterzimmer, die staemmigen jungen Gaeste haben bereits gut Schlagseite. John hat sich damals, als Lek und ich brothers wurden, um die vermoebelten Englaender gekuemmert. Er haette sich um ein Haar auf deren Seite in die Pruegelei eingemischt, nur das er die Kneipe schraeg gegenueber hat hielt ihn davon ab. Wir haben uns am naechsten Tag die Haende gereicht, seitdem sind wir befreundet. Die Englaender kamen nicht mehr nach Kata. Vermutlich nicht zuletzt deshalb, weil er ihnen klargemacht hat, das falls sie wieder auftauchen es auch massive Probleme mit der thailaendischen Polizei fuer sie geben wird.

    John ist von oben bis unten voll mit Tinte, und ein ziemlicher Brecher. Seine Vorgeschichte ist Geruestbauer und Hooligan. Erst in Thailand und mit dem Befassen der Lehren des Buddhismus wurde er ruhiger. Kann zwar immer noch nicht ganz aus seiner Haut schluepfen, aber das erwartet auch niemand. Bei seiner Arbeit eh nicht, da muss man ab und zu die Arme ausfahren. Erkundigt sich nach meinem Befinden - ja kennt denn hier jeder die Geschichte von dem Unfall?! Er wundert sich nicht wirklich, das ich nach den wenigen Tagen bereits wieder auf der Matte stehe. Bekomme von ihm ein Singha ausgegeben, dafuer darf er mein Gesicht abtasten. Das zerbroeselte Jochbein beeindruckt ihn "Wow, I can put my finger between the bones!" Ja, ich weiss. Gestern kamen durch die Haut zwei kleine Splitter heraus. Und das waren bestimmt nicht die letzten, denn es fehlt viel mehr Knochen. John fragt, wieso das im Krankenhaus nicht erkannt wurde? Ich erklaere ihm, das nur meine Schulter geroentgt wurde, nicht jedoch der Kopf. "Everything was thickly swollen so they couldn´t see the broken bone" Wie ich denn die Schwellung so schnell losgeworden bin? "Tooth paste" laechele ich ihn an, er muss lachen. Es ist nunmal eine international bekannte Moeglichkeit, solche Kampfspuren schnell zu beseitigen. Wir ticken aehnlich, er Ruester ich jahrelang in der Zimmerei, die zwei Gewerke arbeiten in grosser Hoehe und verstehen sich daher gut. Und auch unsere Wochenend-Hobbies hatten eine Schnittmenge, gegen ihn haette ich aber garantiert den Kuerzeren gezogen.

    John ist nun mittlerweile seit acht Jahren auf Phuket mit seinem Pub. Er hat in seiner Bar keine Maedels am Start, laesst aber ein paar sehr huebsche freelancer zu. Und er kennt genug Thais, Polizisten, Mafiosis, die er bloss anrufen muss wenn es Probleme gibt. Weiss genau, auf welcher Seite des Stress man besser steht, geht mir ja aehnlich. Auch ich habe Nummern im Handy, die im Zweifelsfall sehr nuetzlich sein koennen. Und im Laufe der Jahre Kontakte geknuepft, die mir den Aufenthalt sehr angenehm und preisguenstig machen. Auf Phuket natuerlich Lek an erster Stelle, dann seine/unsere Freunde, mehrere Jungs die Gunja verhoekern, und drei Polizisten.

    Nicht zu vergessen die alte Dame, welchen den kleinen Supermarkt in der Patak road east betreibt, zwischen dem Wat Karon und Kreisel auf der rechten Seite kurz hinterm Kloster. Sie hat mir mal aus Versehen 500 Baht zuviel rausgegeben bei einem Einkauf. Ich merkte es erst im Restaurant nebenan, und ging zurueck. Gab ihr die Scheine zurueck mit einer kurzen Erlaeuterung. Es war das erste Mal, das ich sie ohne Telefonhoerer am Ohr sah, denn sie legte auf und blickte mich fast unglaeubig an. Ein paar Tage spaeter habe ich sie danach gefragt, ob die Mopedwerkstatt gegegnueber o.k. sei, ich hatte bei einem leichten Sturz auf versandeter Fahrbahn meinen Korb vorne am Ladybike verbeult. Sie rief nach ihrer Nichte oder Tochter, und ging mit mir rueber.

    Kurzes Gespraech mit den Mechanikern, ich warf noch ein das es gerne ein gebrauchter Korb sein koenne, damit der Sturz dem Vermieter nicht auffaellt. Ein "Ohh, phom kautschai!", und es wird nach einem dementsprechenden passenden Korb gesucht, der auch gefunden und angebaut wird. Abgeschraubt wurde er von einem Bike, das sie selber vermieten. Vierzig Baht, das kann allerbestens der Lohn ohne Materialkosten gewesen sein, oder umgekehrt. Dadurch stand das Moped in der geschuetzten Werkstatt, als der Regen damals losprasselte, waerend ich im Restaurant sass.

    Das zweite von John spendierte Singha ist fast alle, ich gehe mal ....... Komme dabei am Billardtisch vorbei, wo ein alkoholgetraenktes Doppel gespielt wird. Es wird bereits getorkelt, die Baelle ueber die Bande auf den Fussboden gekickt, aber es scheint Spass zu machen. Wetten auf das eine oder andere Team wuerde ich jedoch nicht wagen. Die beiden Maedels sehen noch mitgenommener aus als ihre lover. Wird bestimmt noch eine lustige Nacht fuer die vier.

    Ich bin immer wieder aufs neue fasziniert davon, wie entspannend ein ruhiges Pinkeln sein kann. Man laesst den Liter einfach rauslaufen, und relaxed sich mehr und mehr dabei. Hoechstens ueber die Kacheln an der Wand macht man sich noch Gedanken, wieso nicht groesser oder in blau oder gruen? Wasche mir die Haende, ziehe mir etwas Wasser mit den Fingern durch die Haare, und veranschiede mich von John.

  11. #20
    hello_farang
    Avatar von hello_farang

    Re: Die Fragen...

    Bam steht gerade mit zwei Gaesten vor dem Restaurant und beraet sie bei der Fischauswahl. Die frischen Meerestiere liegen genial drappiert auf einem grossen mit crunshed ice gefuellten Display-Tisch, so als haette ihr Tod nur diesen einen Sinn gehabt. Ich stelle mich dazu, streichele Bam unauffaellig kurz ganz leicht ueber die untere Rueckenpartie, hauche ihr ein "Sabai dii mai?" in den Nacken. Ihre Augen funkeln, der suesse Erdbeermund laechelt "Sabai dii khaa. Hello Koja". Begruesse auch das Ehepaar mit einem "Sawat dii khrap, good evening", was mit einem gebrochenen "Good evening" beantwortet wird. Hoert sich deutsch an, daher frage ich nach.

    "Ja, wir sind aus Duisburg. Haben sie einen Tip was wir nehmen sollen, sieht alles so lecker aus?!"
    "Naja, ich bin Vegetarier, aber der red snapper ist hier legendaer, da waere ich schon so manches Mal fast schwach geworden. Der Fisch wird mit einem Limonen-Curry-Sud bestrichen und dann gegrillt. Dazu gibt es Reis mit untergemischtem Gemuese, man kann aber auch Kartoffeln oder Pommes haben. Zum Fisch bekommt man verschiedene Sossen von suesslich bis wuerzig-herzhaft." "Das hoert sich sehr gut an, den nehmen wir. Wissen sie was das fuer ein Fisch ist, wie der auf deutsch heisst?" "Red snapper ist ein roter Salzwasser-Barsch. Weisses zartes Fleisch, hat keine kleinen Graeten."

    Bam freut sich, nimmt die Bestellung entgegen und fuehrt die beiden an einen Tisch. Ich orientiere mich zu meiner Crew, der ich zwischendurch bereits zugeblinzelt habe. Die sind schon wieder am futtern, war klar. Bam rufe ich "Nueng kuat bia Chang lek" zu als ich sehe, das sie mich vom Tresen her fragend anschaut. Die Duisburger sitzen schraeg vor uns, der Mann wendet sich an mich "Sie sprechen thai? Waren sie schon oft hier? Fuer uns ist es die erste Reise nach Asien, und wir kommen mit der Sprache ueberhaupt nicht klar" Bam bringt mir das Bier, ich proste kurz den Daenen zu, dann stehe ich auf und gehe zu den Deutschen.

    "Darf ich mich kurz setzen?" "Klar, bitte sehr". Zunaechst schlage ich mal das ´Du´ vor, mich muss man nicht Siezen. "Wir sind Manfred und Doris". Beginne, etwas von mir zu erzaehlen, bereits die vierte Thailandreise, diesmal fuer vier Monate und so weiter. "Phom phuut pasaa thai nit noi - Ich spreche und verstehe thai nur ein wenig. Die Sprache musste ich rudimentaer lernen, weil ich strikter Vegetarier bin. Und ausserdem macht thai unheimlich viel Spass und hoert sich toll an. Ich vergleiche es immer mit dem italienischen, auch so eine akustisch sehr angenehme Melodie" Auf meine Frage, wie ihnen Thailand bzw. Phuket gefaellt geraten die beiden ins schwaermen. "So nette und hoefliche Menschen, die Landschaft ist wunderschoen, tolles Essen, und alles so preiswert hier!" Sie waren erst in Bangkok, sind dann rauf nach Chiang Mai geflogen, und von dort mit dem Bus ueber Sukhothai und Ayutthaya zurueck nach Bangkok. Seit drei Tagen in Kata ueberlegen die beiden, ob sie nach Samui oder ins Seebad weiterreisen. Ich rate ihnen kopfschuettelnd "Natuerlich Samui, wenn ihr einen ruhigen Strand sucht. Der Maenam beach im Norden ist super, total leer und ewig lang. Der Sand ist zwar groeber als hier in Kata, aber dafuer ist man dort wirklich fast alleine, voellig entspannend. In Pattaya war ich vor vierzehn Tagen fuer ein paar Naechte, zum ersten und letzten Mal. Den Strand kann man komplett abhaken, das Meer ist richtig dreckig. Bar an Bar, ...... ohne Ende und dementsprechend auch die dazu passenden Kundschaft aus aller Welt. Was man so bei deutschen Sendern ueber Pattaya sieht, das stimmt. Wie gesagt, ich bin zum vierten Mal in Thailand, und wollte mir nun auch Pattaya mal ansehen. Schockierend, absolut aetzend. Das einzig schoene war, das dort gerade eine mehrtaegige Feier zu Loy Kratong an der Strandpromenade war. Wenn ihr Pattaya im Kleinen testen wollt, dann fahrt Abends mal hoch nach Patong und geht in die Bangla Road. Oder nach Karon bis vor zum Kreisel, dann rechts." Doris winkt ab, keine ......bars. Ihr ist es ja hier schon zu laut. Ich grinse, natuerlich hat auch in Kata Prostituierte, jedoch auf einem anderen Niveau. Sie ist erstaunt, aber ich erklaere ihr, das sie bloss mal in einem Massagesalon nach ´body massage´ fragen braucht, auch als Frau.

    Als ich Bam aus der Kueche kommen sehe mit dem Fisch, stehe ich auf und wuensche guten Appetit. Setze mich zu Lek, frage ihn ob er Bock auf eine Partie Billard hat. Schon stehen wir am gruenen Tisch und quitschen Kreide auf die Stoecke. Er macht mich wie immer satt, nur seine letze Kugel will einfach nicht fallen, also hole ich auf bis zum Gleichstand. Er muss in die linke Mitteltasche, ich in die rechte Ecke hinten. Drei Anlaeufe reichen nicht, damit er die schwarze Acht einlocht, ich nutze seine letzte Vorlage und versenke sie in meinem Loch. Das erste Mal, das ich gegen Lek gewinne, er muss mir ein Bier ausgeben.

    Er fordert sofort Revange, die ich natuerlich annehme. Bloss vorher muss ich mal schiffen. Hinten im Klo lasse ich es laufen, als Manfred reinkommt. Er nimmt kein Blatt vor den Mund und fragt mich direkt, ob die suesse Kellnerin meine Freundin ist? "Wie kommst Du darauf?", er meint nur, das wir uns wie ein verliebtes Paar anstellen. "Nein, Bam ist nur eine sehr gute Freundin", aber bei meinen Worten komme ich ins gruebeln. Wieder mal, oder eigentlich jedesmal, wenn ich sie sehe.

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