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Die Fragen...

Erstellt von hello_farang, 17.07.2007, 02:32 Uhr · 176 Antworten · 22.483 Aufrufe

  1. #161
    hello_farang
    Avatar von hello_farang

    Re: Die Fragen...

    Die Sonne kitzelt mich wach, oder sind es die nassen Haare von Tippa, die anscheinend eben geduscht hat und mir laechelnd Wassertropfen aufs Gesicht fallen laesst. Greife ihr in den Nacken und ziehe sie zu mir runter, gebe ihr einen langen Kuss. Ihre Augen blitzen mich an wie das Auf- und Abblenden der Scheinwerfer eines entgegenkommenden Autos, und sie greift mir beherzt in den Schritt. "Tueuen noon, leo leo", dann steht sie vom Bett auf und verlaesst das Schlafzimmer. Schaue ihr nach, eigentlich glotze ich nur geil auf ihre endlos langen schlanken Beine, die unter dem weissen Handtuch Erotik pur versprechen. Also stehe ich auf, betrachte ihre nassen Fussabdruecke auf den Kacheln, und folge dieser Spur ins Badezimmer. Gebe ihr einen kraeftigen Klapps auf den Hintern, dann stelle ich mich unter die Dusche. Sie quatscht mich vor dem Spiegel stehend voll, aber ich verstehe kaum etwas, habe die Brause voll aufgedreht. Bin immer noch ziemlich neben der Spur nach dem Alptraum, und denke darueber nach. Traumdeuter muesste man sein, dann wuerden die immer wiederkehrenden Bilder vielleicht einen Sinn ergeben.

    Greife mir das Handtuch, welches sie abgelegt hat und trockne mich damit ab. Ich liebe die Mischung der Gerueche von frisch gewaschener Waesche und ihrem Koerper, die Vorstellung das es eben ihren hardbody ummantelt hat.

    Die Eltern sind bereits ausser Haus, verdammt wie spaet ist denn eigentlich? Die Handyuhr meint 10:34 Uhr, auch Du gute Guete. Stecke mir eine Krong Thip an, beeile mich mit dem Anziehen, dann gehe ich runter. Tippa steht bereits in der Kueche und macht Fruehstueck, umfasse ihre Taillie und druecke ihr meinen Zeigefinger in den Bauchnabel unter dem T-Shirt, kuesse sie sanft auf das rechte Ohrlaeppchen. "Na djab!", daraufhin beisse ich rein und sie quiekt, dann setze ich mich an den Tisch und warte auf die Spiegeleier mit Gemuese und Reis. "Soong, saam?" fragt sie ohne mich anzugucken. "Saam!", also haut sie drei Loeffel Chilipulver rein.

    Das macht wach, aber hallo. Mir brennt die Fresse weg, loesche mit dem heissen Nescafe, sie betrachtet mich dabei wortlos. Spuere ihren Blick, also erwidere ich ihn, irgendwas liegt in der Luft. Ich muss ploetzlich an meine Grosseltern muetterlicherseits denken, die sich so lange kannten, um im Zusammenleben auf fast jegliche Kommunikation verzichten zu koennen. Wenn sie mal miteinander gesprochen haben, dann war es entweder liebevoll, oder sie haben sich ueber irgendwelche Kleinigkeiten gestritten. Genau diese Schwingung erfuellt jetzt die Kueche, ich warte ab.

    "Koja, do you love me?"
    Ewig lange drei Sekunden ueberlege ich und blicke dabei in ihre Augen "Khrap, phom rak khun tirak" Will ihre Haende greifen, aber sie zieht sie zurueck.
    Mir gegenueber sitzt eine wunderschoene junge Frau, die in diesem Moment jedoch eine ganz andere Ausstrahlung hat als wie ich sie bisher kannte. In meinem Nacken zuckt ein Blitz, so als wuerde mir jemand einen Elektroschocker dran halten und abdruecken. Nur fuer den Moment eines Wimpernschlags, aber alle Haare stellen sich auf. Das rudimentaere Warnsignal, das akute Lebensgefahr besteht. Noch immer halte ich den Loeffel mit Reis und etwas Ei darauf in meiner Hand, bewege mich nicht. Im Augenwinkel nehme ich war, das ein Stueck der kleingeschnittenen Bohnen zurueck auf den Teller faellt.

    Da ist sie wieder, die bleierne Zeit. Dieses Gefuehl was ich so unglaublich faszinierend finde und die Theorie von Albert Einstein bestaetigt. Die Zeit ist relativ, sie liegt alleine im Auge des Betrachters. Dieser kleine gruene Schnipsel faellt und faellt, in ein schwarzes Loch.

    "Koja, would you like to marry me?"

    Das gruene Etwas, was mal der Bestandteil einer ganzen Bohne war, schlaegt ein im Gemisch aus Reis, Eiern, und Prik Pon wie ein Komet. Ich lasse langsam den Loeffel sinken, stehe auf. Gehe nach draussen in den Vorgarten, mir klingeln die Ohren als haette man mir mit beiden Haenden voll draufgeschlagen. Stecke mir eine Zigarette in den Mund, vergesse aber sie anzuzuenden und blicke auf die Blaetter der Palme, die dort steht. Sie bewegen sich sanft im Wind, schillern in gruen, auf der Unterseite etwas weiss-grau, und machen Geraeusche. Es scheint in ganz Thailand nichts anderes zu geben als nur diese eine Palme, denn ansonsten herrscht um mich herum absolute Stille.

  2.  
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  3. #162
    hello_farang
    Avatar von hello_farang

    Re: Die Fragen...

    Ich sehe meine Eltern, die sich freuen. Sie sind bereits vor einigen Jahren gestorben, warum stehen sie jetzt vor mir? Mein Vati blickt mich mit seinen freundlichen Augen an und grinst zustimmend, Mutti sagt lautlos etwas und streichelt mir ueber den Kopf.

    Druecke die ungerauchte Zigarette im Aschenbecher auf dem Tisch der Veranda aus, sie zerkruemelt in ihre Bestandteile. Meine Fresse, diese Frage wollte ich niemals gestellt bekommen, nun aber war es soweit. Jeder andere Mann haette sofort "Ja, natuerlich" gesagt, ich fuehle mich jedoch viel schlimmer als wenn mir eine Horde BFC-Hools was aufs Maul gekloppt haette.

    Fragen schiessen durch meinen Kopf im Takt der Molekuele, und alle fallen in das gleiche schwarze Loch wie der Bohnenschnipsel eben. Die Synapsen in meinem Hirn sind an ihrer Leistungsgrenze angelangt, mehr geht nicht.

    Wieso fragt Tippa mich das? Woher nimmt sie ueberhaupt das Recht, mich sowas zu fragen?

    Wir kennen uns doch erst seit einem knappen Monat, was soll das? Torschlusspanik kann es bei ihr nicht sein, ihr stehen mit ihrem Aussehen und dem umwerfenden Wesen alle Moeglichkeiten offen. Ich bin 14 Jahre aelter als sie, ein farang, und nichtmal ein reicher. Das weiss sie genau, habe daraus nie ein Geheimnis gemacht. Kann es sein, das sie mich genauso sehr liebt wie ich sie? Ist es nur ein Spiel, dessen Regeln ich noch nicht durchschaue? Will sie doch nach Deutschland kommen, obwohl sie es in unseren Gespraechen immer abgelehnt hat? Alles nur Mittel zum Zweck?

    Ich merke, das ich in einer Zwickmuehle festsitze. Egal was ich ihr als Antwort gebe, es wird sich etwas aendern.

    Sage ich ja, dann bedeutet es, das ich alle meine Vorsaetze Frauen und die Ehe betreffend ueber Bord werfe und meine Freiheit aufgebe, um sie gegen die huebscheste Frau einzutauschen, die ich jemals kennengelernt habe.

    Sage ich nein, dann kann ich vermutlich heute noch meine Tasche packen und werde Chiang Mai alleine verlassen. Tippa wird ihren Weg ohne mich gehen, und ob der dann wirklich ueber die Chula fuehrt, oder doch wieder der einer Freelancerin?

    Stecke mir noch eine Krong Thip ins Gesicht, zuende sie an. Die Flamme will nicht ausgehen, und ich bemerke das ich den Filter angezuendet habe weil ich sie falsch herum im Mund habe. Rauchen soll jetzt also nicht sein. Ich muss ueber mich selber grinsen, man was ist bloss los mit dir? Sechs Worte in eine Frage verpackt, und ich verliere die Kontrolle ueber mich. Kann mir nicht mal mehr eine Kippe anstecken, alles verlernt.

    Ich gehe ganz langsam wieder rein, innerlich laechelnd aber nach aussen so kalt wie vor einem grossen Kampf. Tippa sitzt auf dem Sofa, umklammert ein Kissen, schaut mich unsicher an als haette sie einen grossen Fehler gemacht der mich veraergert hat. Alles hat sich mit ihrer Frage geaendert. Ploetzlich sehe ich in ihr nicht mehr nur die huebsche, gnadenlos erotische junge Dame von gerademal 21 Jahren, sondern eine Frau die mich heiraten will. Lange stehe ich vor ihr, wir blicken uns schweigend an. Dann nehme ich ihre Hand und ziehe sie hoch zu mir. Und ich umarme sie, druecke sie so fest an mich wie nie zuvor.

  4. #163
    hello_farang
    Avatar von hello_farang

    Re: Die Fragen...

    "Khrap, I want merry you!" Mein Versprechen erreicht ihr Ohr nur ganz leise, aber sie strahlt mich an und beginnt zu weinen. Wir stehen minutenlang eng umschlungen da, meine Empfindung ist nur: ´Jetzt hast du sie endlich wirklich ganz fuer dich alleine´. Kuesse ihr die salzigen Traenen sanft von den Wangen, sie ist so unfassbar huebsch und zerbrechlich. Ihre Haare rahmen das Gesicht ein, welches ich am liebsten bis an mein Lebensende ununterbrochen betrachten moechte. Sie versucht sich zu fangen, beginnt aber immer wieder zu schluchtzen. Ich streichele ueber ihren Ruecken "Hey, hast Du ernsthaft gedacht, das ich Nein sage?" "What...?" Klar, soviel deutsch kann sie noch nicht, also frage ich sie nochmal auf englisch. "Yes, I fear when you stand up and went out, you say nothing and I saw you are shocked" "Yes, I was shocked..." lache ich sie an, war ja auch so.

    Eine neue, andere Dimension der Gefuehle. Sie wischt sich die Traenen aus dem Gesicht, beginnt zu laecheln. Als sei eine Last von ihr abgefallen. Nichts wird mehr so sein wie vorher, und wir haben jetzt auch keine Lust, miteinander zu schlafen. Wir sind einfach nur noch gluecklich mit der Entscheidung. Ihre Zunge hat noch nie so suess geschmeckt wie jetzt, wir koennen gar nicht aufhoeren uns zu kuessen.

    Diesmal nehmen wir das Ladybike von ihrer Mutti, um in die Stadt zu fahren. Es kommt mir alles so anders vor, so wie als waere ich zum ersten Mal mit einer neuen Tippa unterwegs. Ihre Hand auf meiner rechten Schulter haelt sich fest, ganz sanft und selbstverstaendlich. Steuere den Stand des taubstummen Malers an, um das Bild von gestern Abend abzuholen. Danach fahren wir weiter zum Restaurant, Tippa verschwindet sofort in der Kueche und kommt sehr lange nicht mehr raus. Dann aber zusammen mit ihrer Mutter, beide haben ein Laecheln im Gesicht, als sie zu mir und dem Vati kommen. Wir haben etwas gesprochen ueber Tippa, aber er hat nichts genaues rausgelassen. Erst als Mutti und Tippa da sind, uebergibt er den Tresen einem der Kellner. Wir gehen gemeinsam in den Nebenraum, der naechste Akt.

    Ich frage Mama und Papa, ob ich ihre Tochter heiraten darf. Erklaere ihnen, das wir uns lieben und zusammen bleiben moechten. Mir werden Fragen gestellt, ob ich es wirklich ernst damit meine, ob mir klar ist was es bedeutet. So gut es geht versichere ich ihnen, das es mir voellig ernst damit ist. Das ich fuer ihre Tochter sorgen moechte und ihr ein guter Ehemann sein werde. Dann sagen beide Ja, also scheint die ganze Aktion im Vorfeld diskutiert und abgesegnet gewesen zu sein. Der Besuch im Wat hat dazu gehoert, daran habe ich keinen Zweifel. Mir ist schon klar, das es zunaechst nur eine buddhistische Hochzeit sein wird. Und das es nicht dasselbe ist wie bei uns in Deutschland, wenn man sich zum Standesamt traut. Aber es ist der oeffentliche Beweis dafuer, das wir ab dann zusammengehoeren werden.

    Es bedeutet aber auch, das es eine grosse Party geben wird. Das ich viele Geldscheine und Goldschmuck uebergeben werde. Den Brautpreis werden wir heute Abend in aller Ruhe zuhause aushandeln, meine vorsichtige Schaetzung geht in die Richtung 100.000 Baht oder sogar etwas mehr. Hoffentlich wandert ein Teil davon wieder zurueck in unsere Taschen, denn sonst sehe ich alt aus. Und Gold werde ich auch kaufen muessen, ein ganze Menge Gold in Schmuckform.

    Mir brummt der Kopf, denn damit habe ich natuerlich nicht gerechnet, als ich in Deutschland in den Flieger gestiegen bin vor sechs Wochen. Es sollten entspannte vier Monate werden in einem faszinierenden Land. Herumreisen, mal die Seele baumeln lassen ohne Verpflichtungen, ein paar gute thailaendische Freunde besuchen. Ja, vielleicht auch mal eine nette Bekanntschaft mitnehmen, aber das jetzt war absolut nicht geplant. Gut, war der Motorradunfall zwar auch nicht, aber da war ich nur fuer mich alleine verantwortlich. Irgendwie ist alles zum Selbstlaeufer geworden, meiner Kontrolle entglitten. Da kam eins zum anderen, ohne das ich es aufhalten konnte oder wirklich wollte. Das alles ist surreal, aber mir ist sehr bewusst, das es kein Traum ist aus dem ich bald erwache.

  5. #164
    hello_farang
    Avatar von hello_farang

    Re: Die Fragen...

    Wir setzen uns vorne an die Strasse an einen der freien Tische, die niedliche Kellnerin bringt Tippa einen Ananassaft und einen Papayasalat, ich bekomme ein kleines Bier und die grosse Portion ´no name´, dazu eine hoellisch scharfe Sosse in einer Extraschale. Bestellt haben wir zwar nichts, aber darueber denke ich gar nicht nach. Nicht heute.

    Tippa telefoniert erst mit ihrer Schwester, dann mit Bam. Dabei streichelt sie mir die ganze Zeit beilaeufig mit dem Zeigefinger ueber die Haare auf meinem Unterarm. Blickt mich an, laechelt oder lacht mal waerend der Gespraeche, zweimal haut sie unvermittelt zu. Lasse mir Bam geben, sie ist froh und ungluecklich zugleich. Und sie fragt dreimal, ob es wirklich stimmt? Ja Schatz, wir haben uns dazu entschlossen zu heiraten. Wir werden dir alles genau erklaeren wenn wir wieder auf Phuket sind, morgen geht der Zug nach Bangkok. Am 2. Januar kommen wir dann runter. Frage sie, ob Lek zu sprechen ist, sie reicht ihr Handy weiter an ihn.

    Er muss wohl die ganze Zeit neben ihr im Lokal gestanden haben, denn seine ersten lachenden Worte sind "Hey brother, khon bababobo!" "Khrap" "Koja, Tippa is the best which could happen to you. Just make it." "Lek, you are naturally invited. And I insist on you come to the party. We speak exactly when we are back on Phuket. I love you, brother!", wir reden noch ein paar Minuten. Weil Tippa ungeduldig mit ihrem scharfen Fingernagel auf meinen Handruecken trommelt gebe ich ihr das Handy zurueck, sie laechelt und unterhaelt sich dann noch etwas mit Lek.

    Ich schaue ihr dabei zu und merke, das ich auch dringend mit jemandem in meiner Landessprache reden muss. Also rufe ich Malte an, es geht aber nur seine mailbox ran. Hinterlasse ihm die kurze Nachricht, das er mich dringend zurueckrufen soll. Dann probiere ich es bei Harkan, der meldet sich. Ich erklaere ihm in knappen aber unmissverstaendlichen Worten, was los ist. Entweder hat der Satellit Aussetzer, oder er weiss zunaechst nicht, was er dazu sagen soll "Hallo, bis du noch dran?" "Ja ja, man das sind aber mal gute news. Aber wieso so schnell?" will er wissen. Gute Frage, die habe ich mir auch schon gestellt auf der Terrasse vorhin. Und ich kann ihm darauf keine vernuenftige Antwort geben. "Wann denn?" "Keine Ahnung, wir fahren morgen erstmal runter nach Bangkok, und kommen dann am 2. nach Phuket. Alter, Du kannst aber auch Fragen stellen... Ich weiss doch selber nicht, wie sch das alles auf die Reihe bekommen soll" "Heirate sie doch einfach, ist doch nix dabei", ich hoere sein Grinsen heraus. "Wenn es klappt, seid ihr bis ans Ende eurer Tage zusammen. Wenn nicht, auch nicht schlimm. Meine Ex macht mir zwar die Hoelle heiss, aber ich pfeif drauf"

    Zuecke meine Brieftasche, fummele die Visitenkarte von Robert raus. Er ist ein alter Schulfreund und ich kenne ihn seit der 2. Klasse. Er ist mein Finanzberater bei der Berliner Bank. Auf der Rueckseite seiner Karte ist die Privatnummer aufgeschrieben, genau diese waehle ich mit der internationalen Vorwahl fuer Deutschland. Es dauert, es knackt in der Leitung, aber dann geht er ran. Es muss in Deutschland jetzt spaet Abends sein, ist mir egal.
    "Hallo Robert, ich bins. Und ich habe ein Problem"
    "Um was geht es?"
    "Ich brauche schnell Geld, wie steht Volkswagen zur Zeit?"
    "Naja, nicht so gut, bei 40 plus x, geht eher wieder abwaerts"
    "Verkaufe meinen ganzen Posten, und schiebe die Knete rueber auf mein Girokonto, bitte gleich morgen"
    "Kann ich machen, aber wieso? Gibts Probleme, hat man dich verhaftet?"
    "Na so aehnlich" Ich muss grinsen und bin mir nicht sicher, ob er vielleicht sogar recht hat. "Ich habe mich verliebt, wir wollen heiraten" Nun bin ich es, der mit seinem Zeigefinger auf Tippas Hand rumdrueckt und sie ganz verhalten streichelt.
    "Oha, du bist doch gerade in Laos, oder?"
    "Nein, in Thailand, und frag nicht sondern mach es einfach. Wieviel wird ungefaehr dabei rumkommen?"
    "Wieviel Aktien hast du denn, das habe ich nicht alles im Kopf..."
    "Keine Ahnung, so 800 Stueck glaube ich, wirste ja morgen frueh sehen, geht das? Auch ohne das ich da was unterschreiben muss?"
    "Ja, das geht schon klar. Aber du bist dir sicher? Das ist ein Haufen Kohle. Ueber den Daumen gepeilt mal eben 32.000 Euro"
    "Robert, dann verkaufe 500 Stueck, das reicht erstmal. Aber ich brauche das Geld sehr bald. Ist das verstanden worden?"
    "Ja, wann ist es denn soweit mit euch?"
    "Keine Ahnung, aber es wird nicht mehr lange dauern. Ich schicke dir auch ein Bild von uns, morgen per email. Dann verstehste mich hoffentlich..."
    "Man, wir kennen uns nun so viele Jahre. Bei Weibern verlierste immer den Verstand, das war in der Grundschule schon so" Sein Lachen ist wie eine Absegnung des Verkaufs, und ich bin beruhigt.
    "Robert, vielen Dank. Du hast einen grossen Stein bei mir im Brett. Und ich melde mich nochmal, wenn das Geld angekommen ist"

    Druecke auf die laengliche Taste mit dem gruenen Strich unter dem Display auf meinem Nokia 3310. Der kleine Aufkleber auf der Rueckseite des Handys stellt das wilde bunte Blinken ein, die Verbindung wurde beendet. Habe die ganze Zeit waerend unseres Telefonats die Spiegelungen der aufblizenden LEDs -oder was auch immer die Chinesen da reingeschraubt haben- an der Aussenseite meines Bierglases betrachtet. Nun gehoert meine ganze Aufmerksamkeit wieder den wunderschoenen und geheimnisvollen Augen von Tippa, die immer noch telefoniert.

  6. #165
    hello_farang
    Avatar von hello_farang

    Re: Die Fragen...

    Als ich vom Pinkeln zurueck komme sitzt Tippa mir zwei Handys am Ohr da, ihrem und meinem. Sowas habe ich zwar schon oefters in Thailand gesehen, oder bei Berichterstattungen von der Wall Street, aber etwas verwundert muss ich dann wohl doch gucken. Sie lacht, verabschiedet den Teilnehmer auf meiner Leitung und streckt mit das Teil hin mit den Worten "Malte".

    "Na, wie gehts?" frage ich.
    "Besser als dir jetzt, nehme ich mal an. Bist du noch ganz sauber? Du hast wirklich ihre Eltern gefragt, ob ihr heiraten duerft, und die haben zugestimmt? Na jetzt gibt es kein Zurueck mehr fuer dich, das ist dir schon klar, oder? Schluss mit Bam, und allen anderen Maedels..."
    "Was fuer alle anderen Maedels? Ich bin mir ziemlich sicher, das die Suche nun beendet ist. Und du kennst Tippa, wuerdest du ihr den Wunsch abschlagen? Von so einem Maedchen habe ich immer getraeumt. Ey, reif fuer die Ausklappseite im Playboy, und dann auch noch intelligent und selbstbewusst. Was willste denn noch?"
    Ich hoere ein Lachen, dann "Nein Mann, versteh mich nicht falsch. Ich wuerde Tippa ja auch sofort heiraten, aber sie hat mich damals eiskalt abblitzen lassen. Und das obwohl ich viel besser thai spreche als du. Habe es wirklich probiert, sie hat mit keine Chance gegeben. Bloss warum denn gleich heiraten? Sie meinte erstmal buddhistisch, das geht ja noch. Dadurch haste etwas Luft und Zeit gewonnen. Bloss vergiss nie, das sie einen Freelancerin ist. Zumindest immer dann, wenn sie Geld braucht. Was das fuer dich bedeutet muss ich nicht weiter erklaeren, oder?"

    Nein, das muss er nicht. Ich sehe ihre SIM-card noch in den Bangkoker Klong fallen, und damit ihre bisherigen Sponsoren. Neulich hat sie einen Trumpf gespielt, aber was zum Henker kostet eine neue Telefonnummer in Thailand? Nichts, es war nur ein kleines Opfer ihrerseits. Andererseits bin ich mir so sicher, das es eben kein Spiel war, sondern ernst gemeint. Auch die ganze Aktion mit Chula, dem Studium beenden, das ist nicht nur ein Bloeff. Kann, und darf es nicht sein. Sie hat Druck von ihren Eltern, und von mir diesbezueglich. Und ich vertraue ihr in der Sache fast einhundertprozentig.

    "Malte, wir haben uns entschieden. Und werden es durchziehen. Du bist mein brother und ich erwarte von dir, das du uns dabei hilfst. Du hast die verdammte Pflicht dazu, mich zu warnen und mir ins Gewissen zu reden. Aber auch an meiner Seite zu stehen oder zu sitzen, wenn wir heiraten. Ich will dich als Trauzeugen."
    "Geht klar, ueberhaupt kein Ding. Das mache ich gerne. Aber mach mir dann hinterher keine Vorwuerfe, wenn es schief geht. Habt ihr schon ueber das Geld gesprochen? Lass dich da bloss nicht ueber den Tisch ziehen."
    "Nein, ueber Geld reden wir erst heute Abend. Und morgen geht es dann erstmal nach Bangkok zurueck, danach kommen wir eh nach Phuket"
    "Keine weiteren festen Zusagen. Ich komme mit nach Chiang Mai, wenn es soweit ist das Fakten geschaffen werden. Natuerlich lasse ich dich nicht haengen. Aber verquatsch dich nicht. Egal wieviel Knete ihre Eltern haben, DU bist der reiche Farang. Vergiss das niemals."
    "Du kennst ihre Eltern noch nicht, oder? Die sind..."
    "Nein, muss ich auch gar nicht. Ich kenne die thailaendische Mentalitaet. Und wenn es um die Toechter geht, dann ist auch immer Geld mit im Spiel. Das ist nunmal so, ist ja auch nicht weiter schlimm. Aber pass auf, was du zusagst und was du besser verschweigst. Wenn hinterher mehr fuer alle bei rumkommt, um so besser. Was anderes kann ich dir jetzt nicht raten"

    Wir spechen noch etwas ueber seine Frau und wie es bei den beiden weitergeht. Dann lege ich nachdenklich auf.

  7. #166
    hello_farang
    Avatar von hello_farang

    Re: Die Fragen...

    Kaum habe ich mein Handy auf den Tisch gelegt, schnappt es sich Tippa, munter weiter plappend tippt sie eine Nummer ein. Ich schaue sie fragend an, sie zwinkert mir nur kurz. O.k. Schatz, mach mal. Stehe auf, meine Kippen gehen zur Neige, also muss Nachschub beschafft werden. Sie schaut mich an, will wissen was los ist. Mache das Zeichen fuer ....... und grinse. Augenblicklich unterbricht sie ihren Wortschwall, und ich bin ihr ploetzlich wieder sehr wichtig.

    Zeige mit einem breiten Laecheln die Strasse runter, wobei ich auf die fast leere Packung Krong Thip tippe. Natuerlich haette ich es besser wissen muessen, vergesse aber rechtzeitig zur Seite zu gehen. Und schon trifft mich wie aus dem Nichts ein kraeftiger Fusskick auf die linke Wade. Stehe zum Glueck auf dem anderen Bein, sonst waere ich zu Boden gegangen. Ich muss zwar breit grinsen, aber es zeckt schon ganz gewaltig. Gelernt ist gelernt. Muay Thai betreibt sie seit ihrem vierten Geburtstag, und ist verdammt gut darin.

    Die fuenf Englaender am Nachbartisch gucken erstaunt zu uns rueber. Nur einer von ihnen lacht laut los. Er hatte die ganze Situation beobachtet, seine Kumpels haben erst geschaut, nachdem der Kick kam. Er erklaert es seinen Leuten gestenreich, die darauf hin alle lachen und uns zuprosten. Tippa immer noch mit den zwei Handys an den Ohren. Ihre Gespraechspartner wollen allem Anschein beide wissen, was da ploetzlich los ist und warum es so laut ist. Jedenfalls quasselt sie laechelnd und mit den Augen zwischen den Englaendern und mir kreisend. Ich schiebe mich ganz unauffaellig sicherheitshalber mal einen halben Meter weiter nach hinten. Und wirklich, sie versucht es nochmal, kickt diesmal aber ins Leere. Dann gehe ich los die Zigaretten holen.

    Koennte ich natuerlich auch im Restaurant haben. Aber da wir dort eh keine Rechnung bekommen, ist es nicht mein Ding mir auch noch Kippen schenken zu lassen. Ausserdem sind ein paar Minuten Laufen gar nicht schlecht gegen die Schmerzen links unten. Am Rand der naechsten Querstrasse haben sich einige fliegende Haendler und Haendlerinnen postiert. Der uebliche Kram. Schmuck, Parfuem, Guertel, CDs...

    An einem Stand fuer Sonnenbrillen bleibe ich stehen. Mir fallen einige gute Imitate von Carrera-Brillen ins Auge, die Klassiker mit den tropfenfoermigen Glaesern. Der Preis ist so kurios, das es sich nur um ueberteuerte Nachahmerprodukte aus China oder sonst wo her handeln kann. Also beginnt natuerlich das mit Gesten, Lachen, und in den Taschenrechner Zahlen eintippen verbundene obligatorische Feilschen um den fuer beide Seiten akzeptablen Preis. Am Nachbarstand steht eine huebsche Thai, ca. 25 Jahre alt. Sie hat aehnliche Gesichtszuege wie Tippa, und lange Haare zu einem Pferdeschwanz zurueckgebunden. Ist aber ca. nur 150 gross, also 22 Zentimeter kleiner als Tippa. Um die Verhandlungen noch etwas aufzulockern bitte ich kurzerhand diese junge Dame, ob sie nicht mal das eine Model aufsetzen koenne? Und danach ein zweites. Und das ganze dann bitte nochmal mit offenem Haar. Sie macht es gerne mit breitem Grinsen, und einigem gespielten ernsten Model-Posing. Khoop khun krap!

    Die Brille bekomme ich fuer letztendlich 240 Baht, auf dem Preisschild stehen 800. Dann kaufe ich bei dem netten Brillenmodel noch eine kleine Puppe aus Kunststoff der Comicfigur Pucca mit kurzer Kette und einen Schluesselring dran. Nicht viel groesser als die Gimmics in einem Ueberraschungsei, aber wenn man draufdrueckt, dann faengt die Figur an wild zu blinken in allen moeglichen Farben.

    Will mir eine Kippe anstecken und merke dabei, weswegen ich ueberhaupt losgegangen bin. Also rueber zum 7e11, die Glastueren oeffnen sich, der Gong und das mehrstimmige "Sawat dii khaa" ertoent, die Tueren schliessen sich hinter mir. Und ich bleibe erstarrt stehen. Verdammt ist das hier kalt drin, sehe ich etwa aus wie Kaeptn Iglo? Den zwei Verkaeuferinnen an der Kasse neben mir mache ich das schnell klar "Ui, yen maak maak, same same Joereman", und schlage mir waermend die Arme umeinander. Zum Glueck will ich ja nur drei Schachteln Kippen haben, also geht es schnell. Schraeg neben der Kasse stehen einige eingeschweisste 3-D-Dioramen aus Pappe von Walt-Disney-Filmen und Co. . Irgendwas mit Monstern, Harry Potter, Winnie Pu, und weiteren mir unbekannten Kinogroessen. Aber dann auch ein kleines Diorama von Pucca, wie sie auf einer gelben Vespa sitzend durch eine Strasse faehrt. So verspricht es zumindest das kleine Preview auf dem Cover. Kommt natuerlich mit dazu, so wie zwei Packungen gebackene Erbsen im Teilmantel.

    Und wieder nehmen die Verkaeuferinnen nicht eine etwas grossere Tuete, wo alles reinpasst. Nein, es gibt eine fuer die drei Packungen Zigaretten, eine fuer die Erbsen, und eine weitere fuer das Diorama. Die Kippen und Erbsen stecke ich mir in die Hemd- und Hosentaschen, das Diorama nehme ich in die Hand. Verschenke es eh in 5 Minuten, also bleiben die drei Tueten sehr zur Ueberraschung der zwei Damen liegen. Gibt es eigentlich einen Umweltminister in diesem Land?

    Wieder raus aus der Gefriertruhe reisse ich erstmal eine Kippenpackung auf, will wie sonst den Schnipsel einfach fallen lassen. Warum auch immer, dieses mal blicke ich auf und sehe zwei Polzeibeamte auf der anderen Strassenseite, die gerade einem Touristenpaeaerchen an einem kleinen Stand Geld abnehmen. Das grosse Piktogramm auf dem Plakat ueber dem Stand zeigt eine durchgestrichene Hand, die etwas wegwirft. Eine achtlos wegeschnippste Fluppe kann hier in Thailand schnell mal 2000 Baht Strafe kosten. Es sei denn, man verhandelt mit den Beamten und verzichtet auf eine Quittung, dann ist man mit 200 Baht dabei. Sollten drei Beamte anwesend sein, erhoeht sich die Summe natuerlich um 100 Bath. Die beiden scheinen Quoten-farangs zu sein, denn ich sehe das der Mann 1500 Baht auf den Tresen legt. Daraufhin erhaelt er seinen schweizer Reisepass zurueck und einen Zettel. Teurer Start in den Abend, und ausserdem ab nun auch aktenkundig als Umweltsuender bei der thailaendischen Polizei. Na mir egal, steuere zurueck ins Restaurant, stecke mir eine Krong Thip an.

    Hat sich die Stadt veraendert? Ist es dieser herrliche frische kuehle Wind, der aus den Bergen herunter weht? Die Sonne ist zwar bereits verschwunden, aber sie strahlt rot noch einige Wolken an. Ich bleibe stehen und betrachte mir das Schauspiel. Ein kleiner alter Hund gesellt sich zu mir, allerdings guckt er mich an und nicht den Himmel. Ziehe eine der Erbsen-Tueten aus der Hosentasche, reisse sie auf und schuette ihm die Haelfte davon hin. Ein muedes Schwanzwedeln ist sein Dank, waerend er die Dinger auffuttert. Sorry mein Freund, aber mit einem grossen blutigen Nackensteak kann ich gerade nicht dienen. Noch ein kurzer Blickkontakt, dann wackelt er die Strasse weiter runter.

    Nein, hier hat sich nichts geaendert, alles wie gestern und vorgestern auch. Es muss in meinem Kopf sein, das ich mich ploetzlich heimisch fuehle. Ein Gefuehl, als waere ich zuhause angekommen. Ich kenne hier so gut wie nichts, dennoch kommt mir alles so vertraut vor. Nicht nur diese Ecke von Chiang Mai. Nein, ganz Thailand scheine ich bereits aus einem vorigen Leben zu kennen. Das innere Rad des Verstehens hat sich eine Raste weiter gedreht, den Vorhang etwas hoeher gehoben, einfach so.

  8. #167
    hello_farang
    Avatar von hello_farang

    Re: Die Fragen...

    Tippa sitzt mit dem Ruecken zu mir. Stelle mich dicht hinter sie und schiebe von rechts das Diorama, von links die blinkende Pucca vor sie auf den Tisch. Sie wirft den Kopf in den Nacken, laechelt mich an. Unsere Nasen beruehren sich kurz als ich ihr "Phom rak khun maak maak" sage und sie antwortet "Ja, ich liebe Dich". Den Anhaenger macht sie gleich an den Mopedschluessel, fuer den Zusammenbau des Dioramas ruft sie sich kompetente Hilfe zur Seite. Die ca. sechsjaehrige Tochter des Musikers und ihre Freundin. Zu viert basteln wir das Ding zusammen, fuer Aussenstehende muss es aussehen wie eine glueckliche Familie. Auch, weil die beiden Prinzessinnen mich auf thai vollquasseln dabei. Sie werden bei meinen paar Brocken thai denken, das ich alles verstehe was sie sagen und fragen. Tippa uebersetzt aber immer dann wenn sie merkt, das ich es nicht mehr kapiere. Natuerlich koennen sich die beiden das Diorama mitnehmen, als es fertig ist. Die zwei flitzen damit lachend durchs Lokal rueber zur Buehne. Wir blicken ihnen laechelnd nach, dann streichelt Tippa mit dem Fingernagel des rechten Zeigefingers ueber meinen linken Handruecken, tackert dann mit der vorderen Kante des Fingernagels auf den Venen dort rum, bis sie sich deutlich abheben. "Arai khrap?" will ich wissen, stelle mit der rechten Hand ihr Gemorse auf mir ein.

    Es ist eine Buchung des Restaurants, fuer morgen. Waerend ich einkaufen war, haben ihre Eltern Besuch gehabt. Das Brautgeldgespraech muss erstmal vertagt werden auf nach Neujahr, denn der spontane Termin morgen ist sehr wichtig, lokale Politiker und andere Offizielle aus Bangkok wollen morgen hier essen. Aeusserlich ungeruehrt muss ich innerlich grinsen, also komme ich hier doch erstmal ungeschoren davon?! Morgen Nachmittag steigen wir in den Nachtzug nach Bangkok, und es wird kein Zeitfenster geben fuer ein entspanntes 3-Stunden-Palawer.

    Ich versuche mit Beobachten und Merken der Farbabfolge dahinter zu kommen, mit welcher Frequenz das Geblinke in dem Pucca-Schluesselanhaenger aus China getaktet ist, drehe ihn dabei langsam hin und her in meinem Fingern. Tippa will ihn mir wegnehmen, aber ich schliesse die Faust. Durch die Spalten zwischen den Fingern blinken soft die bunten LEDs. Ihre Fingernaegel versuchen wie Miniaturbagger, einen meiner Finger aus der Starre zu loesen, und sie muss dabei anfangen zu laecheln. Druecke ihr den Schluessel in die Hand "Ba!", wir muessen ja noch das Bild abholen.

    Mit ihren Eltern rede ich kurz, beide sind gerade voll im Stress. Wir sehen uns ja morgen frueh zuhause. Waerend des Gespraechs mit ihrem Vati werde ich zwei Polizisten vorgestellt, der eine mit drei, der andere mit vier Sternen auf den Schulterklappen, beide so um die Vierzig. Allem Anschein nach sind es die Kontaktpersonen fuer das event morgen. Jedenfalls scheinen sie auch Tippa gut zu kennen, und fragen sie einige Dinge. Immer mit einem pruefenden Auge auf mich, das ist nicht zu uebersehen. Der mit den vier Sternen ist einer ihrer Onkels, sie haette es mir eigentlich gar nicht sagen brauchen. Aber alles ist fein, die Herren in Uniform freuen sich und grinsen. Irgendwie jedesmal ein deutlich besseres Gefuehl als jenes das aufkommt, wenn sie den Knueppel ziehen und anfangen auf einen zuzurennen.

    Vom Entertainer verabschiede ich mich, ihn werde ich vermissen.
    Dann steige ich hinter Tippa aufs Moped, und sie faehrt uns mitten in den Nachtmarkt zum Stand mit den Bildern. Mamas Ladybike wird geparkt, dann geht es aber erstmal rueber zum food area. An die Ksse Coupons holen, damit dann die Staende lang flanieren. Sie nimmt etwas mit Schwein, ich fades Gemuese mit fadem Tofu. Schaufele enttaeuscht loeffelweise Prik pon drauf, Tippa muss grinsen "Khun ba!" und haelt mir ihre Gabel mit einem Stueck Fleisch dran hin, von dem eine braeunlich-durchsichtige Sosse tropft. Lehne freundlich laechelnd ab, waerend ich meinen Teller beiseite schiebe "Im laeaeu". Sie faengt an mit der bestueckten Gabel helicopterartig vor meinem Mund zu kreisen und setzt wie eine Pilotin einen Funkspruch an mich ab "Only one, for me. Aroi maak - over".

    Ich staune sie nur an, blicke ihr brennend in die Augen, nehme aber nebenbei ihre Handbewegungen unscharf war. Der Versuch ernst zu bleiben -oder wenigstens nur mit den Augen zu lachen- schlaegt natuerlich fehl, und ich muss breit anfangen zu grinsen. Sie wendet den Hubschrauber, und fliegt ihn zu sich. Ihr Erdbeermund oeffnet sich leicht, und mit einem zarten Biss ihrer weissen Zaehne verschwindet das kleingekloppte Schwein in ihr. Sie laechelt mich kauend an, ihre Lippen sind dabei geschlossen und wandern leicht hin und her. Ich muss ploetzlich an die junge Nastassia Kinski in dem Tatort "Reifezeugnis" von 1977 denken. Der Mund, die Nase, die Augen, die Haare, same same but different und unglaublich schoen.

    Tippa telefoniert dreimal, nach fuenf Minuten erscheinen Su und ein Bekannter von ihr. Etwas spaeter dann noch zwei Freundinnen, eine mit ihrem Mann und einem Steppke von vielleicht hoechstens vier Jahren. Fussgaengerzone hin oder her, nach zwanzig Minuten stehen drei weitere Mopeds neben uns. Wir holen das Bild ab, ich klemme es mir unter den Arm, und in einem langsamen Moped-Minikonvoi geht es zu Tippas Elternhaus. Dort erwarten uns bereits der Nachbar, zwei seiner Kinder, und noch eine Freundin von Tippa. Die Kids sind so schnell im Pool, das man es gar nicht mitbekommt, bis sie schon im naechsten Moment kreischend darin rumtollen.

    Ich sehe Sodaflaschen, und Song Saam-Pullen, Eiswuerfelbeutel. Alles klar, also ab nach oben, das Bild abstellen und umziehen. Gerade mache ich es mir mit dem Beutel Grass auf dem Klo bequem, da ruettelt es an der Tuerklinke. "Besetzt", ich drehe den Stick weiter waerend einige amtliche Blaehungen meinen Darmtrakt verlassen. Wieder bewegt sich die Tuerklinke auf und ab, ich rufe ein lautes "Diau!" zurueck. Ja kann man denn hier nichtmal in Ruhe auf den Pott gehen und sich einen rollen? Von draussen hoere ich ein mir wohl bekanntes Lachen, und ein fast bettelndes "Kooojaa" Die Kleine hat sofort geschnallt was passiert, wenn ich mich umziehen gehe.

    Mir gefaellt das Badezimmer oben ja noch besser als das groessere unten. Man sitzt auf der Schuessel, und hat rechts neben sich das Ende des ca. 2 meter langen Waschtisches aus grauem Granit mit zwei eingelassenen runden weissen Handwaschbecken. Ich aendere den Sticki in ein Zweiblatt, und baue die Tuete ganz in Ruhe zuende. Dann wische ich mir den Hintern ab, wasche mir die Haende, und oeffne die Tuer. Zwar habe ich in der letzten Minute nichts mehr von aussen gehoert ausser durchs Fenster, aber egal. Kaum ist die Verriegelung freigegeben, huepfen Tippa und Su rein, zusammen mit dem einen Thai. Die Tuer schliesst sich hinter ihnen wieder. Aufs Klo muss niemand von denen, unten hat es eine riesige Toilette. Nee, ...... wollen sie, und das natuerlich nicht vor den Kids.

    Recht gechilled gehen wir wieder nach unten, Tippa streichelt mir auf der Treppe von hinten ueber den Ruecken. Ich greife kurz nach hinten und schnappe ihre Hand, kuesse sie sanft. Als Dankeschoen krallt sie mir ihre Fingernaegel in die linke Schulter, und zieht diese langsam nach unten weg. Hingucken brauche ich nicht, aber das ist mit Sicherheit wieder einer ihrer Barcodes, die sie mir so gerne verpasst. Mein leichtes Stoehnen zusammen mit dem Hinstrecken der Schulter reizt sie zwar weiterzumachen, aber aufgrund unseres Besuches laesst sie es. Stattdessen bekomme ich einen Kick in den Hintern von ihr, ich soll weitergehen. Unten haelt Tippa mich auf, wischt schon mit Spucke auf ihrer Hand auf meiner Schulter rum. Das "Uiii" hinter mir laesst mich schon wieder auflachen. Wer von uns beiden hat mich denn eben blutig gekratzt?! Sie holt mir ein frisches Handtuch, und legt es mir ueber die Schultern. Ich nehme sie fest in den Arm und gebe ihr einen Kuss, dann gehen wir zurueck an den Pool.

    Auf dem Weg dorthin greift sie mir nochmal an den Ruecken, knapp ueber meine Po. Ich drehe mich zu ihr um, was ist denn jetzt schon wieder? Sie haelt nur etwas irritiert ihre blutige Hand hoch. Und ich dachte schon, mir laeuft schon wieder der Schweiss. Im Flur ist ein grosser Spiegel, also nehme ich das eh schon rot gewordene Handtuch ab, und blicke ueber die Schulter via dem Spiegel auf meinen Ruecken. Wahnsinn, sie hat es wirklich geschafft. Die einzigste Narbe vom Unfall, die ich auf der rechten Schulter abbekommen habe, und die gerade erst mit frischer Oberhaut ueberwachsen war, die hat sie aufgekratzt. Das blutet natuerlich, tut nicht weh oder so. Ist bloss ungefaehr dasselbe, als haette jemand die Heuschnupfentaste betaetigt, und die Nase faengt an zu tropfen. Die anderen vier Kratzer sind zwar auch rot, aber es ist ein gesundes Rot. Das suesse Luder hat vorhin also wirklich mit allen verdammten fuenf Krallen der Hand einfach voll durchgezogen. Na warte, das gibt Dresche!

    Mit abtupfen ist nichts, also gehe ich einfach so raus in den Garten. Den Pool kann ich nartuerlich knicken, ueberraschend schnell habe ich aber einen dieser aetzenden weissen Plasikstuehle unter dem Hintern, die es weltweit und ueberall zu geben scheint. Die Maenner haengen mit einem Whiskey-Soda im Wasser, bitten mich zu sich. Tippa probiert zwar noch kurz, mich irgendwie mit Handgriffen daran zu hindern, aber ich zeige ihnen meinen Ruecken. Erstaunte Blicke, einige schnelle Worte auf Thai hin und her zwischen den Erwachsenen, dann flogt Lachen. Ich nehme das mir zugedachte und bereits gefuellte Glas, wir stossen an und endlich lasse ich mir den Feierabend-Drink schmecken. Lehne mich entspannt zurueck. Grapsche nach dem Hals von Tippa, um ihr einen Kuss unter ihr suesses Kinn geben zu koennen, waerend sie sich ganz normal mit Su -die im Wasser mit en Kids planscht- unterhaelt.

    Ich rutsche eine Ebene tiefer, setze mich auf die hellgrauen gemusterten Granitkacheln am Beckenrand und lasse die Unterschenkel ins Wasser eintauchen. Gleichzeitig hockt sich auch Tippa hinter mir hin, nicht ohne meine Schulter weiter zu tupfen. Reisse ihr mit einem kurzen Ruck das Handtuch ueber meiner Schulter weg, umfasse mit der anderen Hand ihr Fussgelenk und ziehe sie an den Pool. Beim ersten Wasserkonkakt steht sie jedoch auf, geht zum einem der langen Enden des Pools, und springt mit einem schoenen Koepper rein.

  9. #168
    hello_farang
    Avatar von hello_farang

    Re: Die Fragen...

    Sie taucht einmal durchs Becken, um dann vor mir wieder aufzutauchen. Wie eine suesse schwarzhaarige Meerjungfrau mit Mandelaugen, die mich anfunkeln als sie ihre Arme auf meine Oberschenkel legt, sich etwas aus dem Wasser drueckt und mir einen Nasenstueber gibt. Als sie sich zurueckwirft ins Wasser kippe ich vornueber in den Pool und folge ihr wie an einer unsichtbaren Leine gezogen. Irgendwann landen alle Anwesenden plus die weissen Plastikstuehle im Flachwasserbereich, und wir sitzen bis zum Bauch im kuehlenden Nass gemuetlich bei Whiskey-Soda und Bierchen zusammen. Als ich zum zweiten mal aufstehe um im Badezimmer pinkeln zu gehen, meint Tippa nur "Use the big one". Naja, ich stehe gerade im Pool, ob sie den wohl meint? Einfach laufen lassen, das waere zu schoen. Blicke grinsend auf das Wasser vor mir und habe den Gedanken noch nicht ganz durch, schon bekomme ich einen Schlag in den Ruecken "Koja!", und sie macht eine rasche Kopfbewegung Richtung Garten. Mein "Ahh, phom kautschai..." wird mit allgemeinem Lachen bedacht, der eine Thai kommt gleich mit an die Hecke. Er ist geschaetzte 50 Jahre alt, und Polizist in Chiang Mai. Eben im Pool hat er die Story zum besten gegeben, das Tippas Vati bei ihm angerufen hat, als mich die Tamruat am Wickel hatten aufgrund der Verkehrsvergehen mit dem Bigbike neulich.

    Wir stehen also nebeneinander und ...... in die Botanik, da fragt er mich ganz unverbluemt und in gutem englisch, wie denn Tippa im Bett ist?! Kenne die Frage zwar, jedoch umgekehrt. Da wird die Thai ausgefragt, wie denn der farang im Bett ist. Ich lache ihn an und beantworte seine Frage unhoeflicherweise mit einer Gegenfrage "In the bedroom, under the shower, at the beach, in the sea, what do you mean accurately?" Nachdem unsere Blasen geleert sind bleiben wir noch eine Weile im Dunkeln stehen und unterhalten uns. Er will von mir nicht direkt wissen, ob ich es wirklich ernst meine mit Tippa, sondern drueckt sich anders aus. Wie lange er die Familie schon kennt, Tippa im besonderen seit ihre Mutti mit ihr schwanger war. Wir quatschen ganz offen, ich bestaetige ihm das ich weiss, das ich nicht der erste farang-Freund von Tippa bin. Und das wir ihre alte SIM-Karte in einen Klong in Bangkok geworfen haben. Erzaehle ihm auch das mit der Chula, aber er weiss es bereits, was mich nicht weiter verwundert. Aber er findet es super, wenn Tippa dort weiter studiert. Und er betont, das Tippa in der Studentinnenuniform besonders suess ausschaut. Grinsend aber mit gespielter Empoerung stelle ich fest, das sie meine Freundin ist, und er gefaelligst wegzuschauen hat. Er rudert verzweifelt mit den Haenden "Its impossible!" "Khrap, I know..." Arm in Arm kommen wir dann zurueck an den Pool und springen gemeinsam rein. Mit den Kids noch eine Partie Wasserball, dann verliert sich meine Wahrnehmung schleichend in der Wirkung der Prozente von weiteren Whiskey-Soda.

    Am naechsten Morgen suchen wir ein geeignete Stelle fuer das Bild aus, und finden diese genau gegenueber der Tuer zu Tippas Zimmer. Aber um diese Uhrzeit und so benebelt wie ich noch bin jetzt eine Bohrmaschine zu betaetigen, das ist natuerlich utopisch. Also stellen wir das Bild erstmal dort hin, was schon anstrengend genug ist. Das sowohl Su, als auch zwei der Typen von gestern hier uebernachtet haben, wundert mich nicht. Tippas Eltern anscheinend auch nicht, denn als wir aus Tippas Zimmer runterkommen kocht Mutti schon fuer die Zurueckgebliebenen. Ein Blick auf die Beutel neben dem Muelleimer verraet mir, das sie auch schon die diversen Whiskey-, Bier-, und Sodaflaschen gefunden hat, die wir letzte Nacht am oder im Pool hinterlasssen haben muessen.

    Ungeduscht, ungekaemmt, und muerrisch wie eine Diva suche ich nach einer Kaffeetasse. Mutti schiebt mir laechelnd einen frischen dampfenden Nescafe mit dreifach Zucker hin, danke! Ich betrachte die Kueche, bis auf die Pullen alles fein. Oder hat Mutti etwa schon geputzt?! Nein, hier waren wir gestern Abend nicht, das kann nicht sein. Aber ein verstohlenene Blick raus aus dem Fenster auf den Pool goenne ich mir. Oh ...., da hat jemand sauber gemacht. Alle Liegen und Stuehle stehen bauhausgleich rechtwinklig angeordnet zum rechteckigen Wasser. So haben wir das niemals hinterlassen, daran wuerde ich mich noch erinnern. Ich blicke Mutti an mit einem Dackelblick, ganz auf unschuldig. Sie reicht mir laechelnd und stumm einen frisch gepressten Anananssaft, stellt mir Salz und Prik pon daneben. Erst zwei Messerspitzen Salz, dann ein Loeffelchen Chilipuver, dann nochmal ne Priese Salz. Das ganze gut durchruehren, und fertig ist der Muntermacher. Wirkt natuerlich nur zeitversetzt, ca. 30 Minuten spaeter.

    Und wieder tut sie es, das lautstarke Kommunizieren mit ihrer Tochter, waerend diese aber unter der Dusche steht. Ich blicke Mutti nur flehend an, und sie versteht. Ihr Wortschwall erstickt in einem Lachen, dabei schiebt sie mir eine grosse Schuessel mit Reissuppe hin. Hinter mir im Wohnzimmer tut sich auch was, ich hoere Geraeusche. Der eine Thai macht sich direkt auf den Weg, die Kids sind schon weg, aber wenigstens Su kommt in die Kueche getrottet. Ihr Bekannter oder Freund bleibt wie tot liegen. Eine zweite Schuessel Reissuppe landet auf dem riesigen Esstisch, und da Tippa ja unter der Dusche steht und nichts mitbekommt, wird Su ins Verhoer genommen ob des Chaos im Garten. Jedoch ohne grossen Erfolg, denn sie sinkt sehr bald mit Kopf und Oberkoerper auf den Tisch runter und pennt wieder ein.

  10. #169
    hello_farang
    Avatar von hello_farang

    Re: Die Fragen...

    Eine Straehne ihrer langen Haare faellt dabei in meine Reissuppe. Zwar nur mit den letzten paar Zentimetern, aber sie schwimmen in meiner Suppe. Bestimmt dreissig Sekunden lang beobachte ich fasziniert, wie sich ein Stillleben aus schwarzen Haarspitzen, weissem Reis auf dem Schuesselgrund, und einigen Fettaugen auf der Oberflaeche der Suppe bildet. Dann nehme ich ihre Haare aus meinem Fruehstueck, und will sie mir gerade ganz praktisch und kurz gedacht in den Mund stecken, um die Suppe daraus abzulutschen. Aber genau in diesem Moment steht Tippa in der Tuer, und ich rolle sicherheitshalber lieber etwas Papier von der Klorolle auf dem Tisch ab, um die Haare von Su zu saeubern.

    Tippa ist zwar frisch geduscht und bereits halbwegs gekaemmt, aber sieht aehnlich uebernaechtigt aus wie Su und ich. Mutti will trotzdem wissen, was gestern los war. Fuer mich das Signal, mir die Packung Krong Thip und das Feuerzeug zu schnappen und mich raus auf die Terrasse des Vorgartens zu verziehen. Im Vorbeigehen wecke ich mit einem Fusskick gegen seine linke Wade den Thai, der im Wohnzimmer auf den Kacheln pennt, und winke ihn mit raus. Seinen Namen habe ich schon wieder vergessen, aber er ist Student und derjenige, der letzte Nacht immer -mit einem der Plastikstuehle unter den Hintern geklemmt- richtig Anlauf genommen hat durch den ganzen Garten, um dann mitsammt und auf dem Stuhl sitzend ins Wasser zu klatschen. Ich wuerde sagen er war gestern am dichtesten von uns allen.

    Fuer einen Moment verschwinde ich nochmal in der Kueche, um uns zwei Kaffee zu machen. Tippa und ihre Mutti reden immer noch miteinander, beachten mein Tun gar nicht weiter. Nur im Rausgehen kneift mir Tippa ploetzlich kurz in den rechten Unterschenkel. Su ist wieder wach geworden und begruesst mich zum zweiten mal an diesem Morgen, was natuerlich fuer Erheiterung bei Mutti und mir fuehrt. Schon fast wie Tippa versucht Su, mir bequaelt laechelnd einen Hieb zu versetzen "Bai!". Natuerlich verschuette ich fast die Kaffee vor Lachen, und auch Tippa und ihre Mutti sind nur am Grinsen. Da ich direkt neben Tippa stehe, freue ich mich scheinbar teilnahmslos ueber ihre fuer die anderen unsichtbare sanfte Liebkosung meines soeben gekniffenen Unterschenkels. Jetzt stehe ich da, mit zwei heissen Tassen Nescafe in beiden Haenden, und kann mich nicht wehren. Ihr Blick und ihr Laecheln verraet mir, das sie genau weiss was ich jetzt am liebsten mit ihr machen wuerde.

    Gemeinsam rauchen wir genuesslich die erste Zigarette am Morgen, schluerfen am Kaffee, und lassen den Tag beginnen. Ich komme auf seinen Namen "Tom?", frage ich ihn. "Thon", naja, fast richtig. Nach dem Besaeufnis gestern doch ganz gut geraten. Auch er erinnert sich daran, das Su ihm gestern meinen Vornamen auf thai aufgeschrieben hat. Er fummelt ihn aus seiner Hosentasche, und liest ihn grinsend vor. Wir begutachten unsere Verletzungen der Nachtschicht. Er muss irgendwo in den scharfkantigen Kacheln des Beckenrandes eingeschlagen sein, und hat eine schnurgerade lange rote Wunde am unteren Ruecken, quer ueber die rechte Niere. Ziehe mir das T-Shirt mit einiger Muehe ueber die Schultern, und drehe mich zu ihm hin, er lacht nur erstaunt. Eine Reaktion, die ich jetzt so nicht erwartet habe, also frage ich nach "Arai khrap?!". Thon beginnt nur grinsend zu zaehlen "Nueng, Soong, Saam, Sii, Haa", Tippas Barcode ist also kein schlechter Traum gewesen. Dann macht er verwundert weiter "Hok, Dschet, Paeaet, Gauu, Sip, Sip Et...", ich streife mir lachend das T-Shirt wieder ueber. Sein Blick fragt mich genau dasselbe wie schon so viele in diesem Urlaub, die sich nicht so richtig trauen zu fragen. Mit dem Daumen deute ich laechelnd ins Haus, also in diesem Fall natuerlich Richtung Tippa."Khrap!".

    Der Kaffee ist alle, und wir gehen rein. Thon setzt sich vorher noch seine Sonnenbrille auf. Wieder grinse ich. Gute Taktik, wenn man gleich Mama Tippa und seiner eigenen Freundin Aug in Aug gegenueberstehen muss. Die beiden machen sich auf, auch Mutti muss los. Sagt mir aber vorher nochmal so gut es geht, das der heutige Tag mit den Gaesten im Restaurant sehr wichtig ist. Und das wir das Brautgeld ja komplett zurueck bekommen, ich soll Tippa fragen, sie wird mir alles erklaeren koennen.

    Dann sind Tippa und ich ploetzlich ganz alleine im Haus. Ich lausche dem Geraeusch des sich entfernenden Ladybikes, warte noch ein paar Minuten, rauche eine Kippe an der offenen Eingangstuer. Als ich mich umdrehe und wieder reingehe, steht sie schon da mit einem umwerfenden verlockenden Laecheln. Wieder hat sie sich eines meiner Hemden geklaut, und sonst bestimmt nicht weiter drunter. Ihre herrlichen schlanken langen Beine verschwinden zumindest nahtlos unter dem Hemdsaum, und wir stehen uns eine ganze Weile lang auf drei Meter Abstand gegenueber. "Tham abnaam" ist das einzigste, was mir spontan einfaellt, und Tippa versteht wie ich es meine, huepft vor mir die Treppe hoch. So suess, und 5exy, sie hat drunter wirklich nix weiter an. Das weisse Hemd wird unter der Dusche natuerlich sofort durchsichtig und klebt an ihrem Oberkoerper wie von einem Playboy-Fotografen so insziniert. Ihre harten steifen Brustwarzen unter dem nassen straff gespannten Stoff ueber ihren perfekten Bruesten geben mir noch den letzten Kick, den es eigentlich gar nicht mehr gebraucht haette. Ein Freitagmorgen in Chiang Mai mit seiner Freundin gemeinsam unter der Dusche kann sehr viel Spass machen... Als sie wieder ihre Krallen ausfaehrt befehle ich ihr ein "Na gau!", ziehe sie von der Wand weg und lehne mich an die Kacheln, den Ruecken absichern. Sie darf jetzt mal den aktiven Part uebernehmen, was sie mit einem verklaerten Laecheln akzeptiert. Ihre Kuesse und ihr Koerper machen mich wahnsinnig. Um sie ganz spueren zu koennen versuche ich, ihr mein nasses Hemd auszuziehen. Klappt natuerlich nicht, es klebt fest. Also reisse ich es kurzerhand auf, drei Knoepfe verabschieden sich dabei in den Abfluss.

    Fuer einen Moment versuche sogar noch, wenigstens einen zu retten, indem ich ihn aus dem Augenwinkel heraus anvisiere und lachend mit dem linken Fuss danach trete. Vergeblich, er entwischt mir nur ganz knapp und ist nun frei und auf der Wasserrutsche seines Lebens. Aber fuer einen kurzen Augenblick jedoch war er fuer mich noch wichtiger als der 5ex mit Tippa, dieser kleine Knopf aus Plastik. Kam von irgendwo aus China oder Indien nach Deutschland, flog dann mit mir nach Siam, und hat nun seine letzte Reise angetreten. Vielleicht findet man ihn ja irgendwann in 10.000 Jahren bei Ausgrabungen. Mach es gut, kleiner Knopf, warst mir immer eine grosse Hilfe. Dann kuemmere ich mich aber wieder um Tippa, die meinen Sekundenschlaf mit einem "What?" hinterfragt. "Nothing"

  11. #170
    hello_farang
    Avatar von hello_farang

    Re: Die Fragen...

    Die Taschen sind schnell gepackt. Der Nachbar mit dem Lautsprecher-Pickup kommt vorgefahren, und wir nehmen auf der Ladeflaeche Platz. Natuerlich geht es zunaechst ins Restaurant, um uns von den Eltern zu verabschieden. Eine eher knappe, sachliche thailaendische Verabschiedung, nix mit Umarmen und streicheln und so, wie ich es aus Deutschland kenne. Na gut, der Laden ist auch voll mit Thais in Anzug, Kleid, oder Uniform. Mit einigen Leuten redet Tippa kurz, sie scheinen sich zu kennen. Ich scheine bereits Gespraechsstoff gewesen zu sein. Denn nachdem ich den Herrschaften vorgestellt wurde, wuenscht man uns alles Gute. Mir kommt in den Sinn das es unmoeglich sein wird, in Thailand unterzutauchen. Noch bevor man sich irgendwo verstecken kann, wissen die Thais anscheinend bereits das man kommt?!

    Waerend Tippa mit ihren Eltern redet, dabei fuenf Plastiktueten voller Essen in Empfang nimmt, schaue ich mich um. Die Kellner und Kellnerinnen sind sehr angespannt und aufmerksam, darauf aus bloss keine Fehler zu machen oder einen Wunsch eines Gastes zu uebersehen. Dennoch laechelt mir die huebsche Fee von vorgestern kurz zu. Sie sieht einfach umwerfend aus in dem traditionellen langen rot-goldenen Rock und der knapp sitzenden hellen Bluse. Keine Ahnung, wie Tippa unsere Blicke wahrgenommen hat, denn sie steht mit dem Ruecken zu mir. Aber wie schon einmal auf Phuket schnellt ploetzlich ganz beilaeufig ihr rechter Ellenbogen in meine Rippen, sie dreht sich nichtmal um oder unterbricht gar das Gespraech.

    Am Bahnhof kommen wir eine halbe Stunde vor Abfahrt des Zuges an. Der steht schon bereit, und wir verstauen erstmal unser Zeug. Ich gehe nochmal zurueck, um vier Chang, eine Flasche Soong Sam, zwei Dosen Pepsi, zwei Flaschen red Fanta, und zwei Plastikpullen Wasser zu kaufen. Einen Beutel Eis zu zwanzig Baht nehme ich auch noch mit, obwohl der Preis eine Frechheit ist.

    Wir haben Plaetze im vorderen Drittel des Waggons, neben und hinter uns sitzen ein paar Thais. Ein Ehepaar um die 50, und eine junge Familie mit einem lustigen fuenfjaehrigen Jungen. Schraeg ins Abteil geschaut erkenne ich ein paar Soldaten, und ca. 10 Farangs. Ich sehe Rastazoepfe und Kurzhaarschnitt, hoere von ueberall Lachen und Gespraeche. Der Duft von gebratenem Huehnchen vermischt sich in der heissen durch die quitschenden Deckenventilatoren durchgequirlten Luft mit dem Geruch schwitzender Menschen und der euphorisienden Mischung aus Stahl und Schmiermitteln. Eben so, wie es auf einem Bahnhof zu riechen hat. Ich lehne mich grinsend aus dem offenen Fenster, ziehe mit weit geoeffneten Nuestern die Luft ein, und freue mich auf die Zugfahrt.

    Tippa geht entgegen der Fahrtrichtung aufs Klo. Also so, das ich ihr hinterherschauen, und die Reaktionen der thailaendischen Soldaten sehen kann. Natuerlich faengt sie sich einen Spruch oder zwei, aber alle lachen und freuen sich, sie auch. Sie geht weiter, mir wird aufmunternd zugeprostet, ich muss grinsen und gruesse zurueck. Zwei der Soldaten winken mich ran, also stehe ich auf und gehe die zwei Baenke weiter. Wir stossen an, ich mit Chang sie mit Song Sam Soda. Bekomme sofort einen gemixt und hingehalten, man wir sind kaum aus dem Bahnhof raus und schon geht das Besaeufnis los denke ich noch so bei mir.

    Wie immer, wenn man auf Soldaten in Zuegen trifft, fahren sie entweder gerade in den Urlaub, oder kommen aus dem Urlaub. Die fuenf Gesellen fahren nach Hause, zum Teil bis runter nach Surat. Stationiert sind alle bei Kanchanaburi, nahe an der Grenze zu Birma. Ich verkneife es mir zu sagen, das ich genau dorthin in ein paar Tagen mit einem Militaerpolizisten fahren werde. Bestaetige ihnen nur laechelnd, das es eine wunderschoene Gegend ist, die ich gut kenne. Aber auch sehr gefaehrlich sein kann so direkt an der Grenze.

    Mein Glas ist halb geleer, als Tippa zurueck kommt. Sie laechelt mich verzweifelt an beim Naeherkommen "Ui Koja, I leave you alone only five Minutes, and you have new friends and a Whiskey?!" "Khrap!" Ihr Blick ist einfach unglaublich suess, vorwurfsvoll-verliebt. Das Angebot der Soldaten, ihr einen Song Sam Soda zu mixen lehnt sie ab, nippt aber dafuer mit an meinem Glas. Mein empoehrtes "Na dschab!" erntet Grinsen und Lachen bei den Jungs. Einer -ganz Kavalier- steht auf und bietet Tippa seinen Platz an. Sie nimmt an und laesst sich auf den breiten weichen Sitz fallen. Seine Kameraden werten dies als Erfolg von ihm, zumindest wird gefeixt das sogar Tippa lachen muss. Meine Reaktion ist eine gespielt drohend erhobene rechter Hand und der grinsende Hinweis an den jungen huebschen thailaendischen Charmebolzen "Dschai jen jen!" Natuerlich wieder allgemeine Heiterheit, Tippa streichelt mir als Dank mit ihrem Schienenbein von hinten sanft ueber meine Wade. Als unser Glas alle ist, wird es sofort wieder aufgefuellt.

    Mit den Soldaten unterhalte ich mich auf englisch, wir sind wieder bei Kanchanaburi und der Grenzregion zu Birma. Es gibt dort irgendwo einen Feriensitz Ihrer Maejestaet der Koenigin, sehr schoen gelegen an einem Fluss mit mehreren kleinen Wasserfaellen. Zunaechst denken sie, ich meine die Erawan Wasserfaelle im Nationalpark, aber ich meine andere. Und wirklich, einer der Soldaten weiss wovon ich rede, denn er war dort bereits auch schon mal zu Besuch mit seiner ganz in der Naehe stationierten Truppe. Was folgt, ist eine sehr genaue Beschreibung der location auf thai und englisch, die anderen hoeren uns aufmerksam zu. Ihre Majestaet Koenigin Sirikrit ist hoch verehrt von allen Thais, und die sich ergaenzenden Aussagen ihres Kameraden und des Farangs werden gespannt verfolgt. Wir sind ganz in der Erzaehlung vertieft, mit Nachfragen und Erlaerungen beschaeftigt, alles wild durcheinander -mal auf englisch, vieles auf thai. Als ich mich zu Tippa umdrehe um ihr unser Glas rueberzureichen sehe ich, das der Rasta mit seiner Freundin, und der Vati der neben uns sein Bett hat, da stehen und uns zuhoeren. Nicke ihnen freundlich zu, schaue ob ich nicht aus Versehen den Gang zur Toilette blockiere.

    Die Party zieht sich, und wird immer lauter. Der Rasta ist ein Deutscher aus Koeln, seine Freundin ist Hollaenderin. Ich hoere zwar Reaggea und Ragga, aber zur Szene habe ich kaum Kontakt. Treffe Rastas entweder im Urlaub oder auf Festivals. Um so mehr bin ich immer wieder angenehm ueberrascht, wie entspannt diese Patienten sind, und was fuer wirklich suesse Frauen da am Start sind. Seine Freundin ist ein Clone von Vanessa Paradies, sogar die 5exy Zahnluecke hat sie. Au weia, in diesem Moment wird mir schlagartig klar, warum die Taliban die Burca favorisieren. Ein Ibiza-Girl mit dem "Klar, warum nicht?"-Blick und einem feuchten Kussmund.

    Die drei Tritte knapp unter mein linkes Kniegelenk holen mich sehr schnell wieder zurueck in die Realitaet, das kurze Gespraech mit der Hollaenderin war wohl schon zu viel fuer Tippa. Also setze ich mich brav auf die Armlehne ihres Sitzes, bzw. des Soldaten der neben uns steht, und sie beginnt damit, ganz dezent auf meinem Ruecken rumzustreicheln. Schnick-Schnack-Schnuck, Koerperkontakt schlaegt Augenkontakt.

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