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Die Fragen...

Erstellt von hello_farang, 17.07.2007, 02:32 Uhr · 176 Antworten · 22.502 Aufrufe

  1. #151
    hello_farang
    Avatar von hello_farang

    Re: Die Fragen...

    Ihre Tante guckt erstaunt, der Onkel grinst. "Thamma daa" winke ich laechelnd ab. Schiebe kurz den Hemdaermel hoch, damit man den dauerblauen Fleck sehen kann und deute dezent aber unmissverstaendlich auf Tippa mit einem Kopfnicken. Die Reaktion ihrer Verwandten ist eindeutig, ein zustimmendes Lachen und der Hinweis, das Tippa mich liebt. Ihr Onkel quasselt etwas auf thai, was ich nicht verstehe. Aber alle lachen, die Ehefrauen drohen ihren Maennern spassig auch Schlaege an.

    Suche Tippas Augen, sie sieht mich an als haette ich soeben ihren Lieblingsbaum gefaellt. Aber mit der Masche kommt sie bei mir nicht weiter. Ich blicke ihr eiskalt in ihre wunderschoenen dunklen Pupillen, und frage nur "Was?" Eines der deutschen Woerter, dessen Bedeutung sie von mir bereits gelernt hat. In diesem Fall impliziert ist die Frage, weshalb sie so boese dreinschaut, denn schliesslich hat sie mich geschlagen und nicht umgekehrt. Lange haelt sie meinen Blick nicht aus, erwidert ihn mit einem ueberraschenden fluechtigen Kuss auf meinen Mund. Und das vor der Verwandtschaft? Hatte bisher gedacht, das man sich dort eher zurueckhaelt. Na mir soll es recht sein, und Tippa wird ihre Leute schon gut genug kennen um zu wissen, was sie bringen kann und was nicht. Ein Laecheln in der Runde, ich zeige mit der rechten Hand am Kopf auf, das Tippa nicht ganz dicht sein kann. Sie lacht, aber der Hieb kommt nun verdeckt von hinten in meinen Ruecken.

    Wir plaudern noch eine Weile, der Riesenkoeter macht es sich bei mir bequem und legt seinen Kalbskopf auf meinen Oberschenkel, ich kraule ihn an den Ohren bis er im Sitzen fast einpennt. Zur Balkonreparatur lasse ich mich erstmal nicht festlegen, fasse es aber ins Auge trotz der kaputten Schulter. Viel werde ich da nicht mithelfen koennen, nur deligieren.

    Von einer Minute auf die andere hebt ein starker Wind an, die zwei Palmen vor dem Haus biegen sich und ihre Blaetter rascheln wie eine Warnung. Es ist der Zeitpunkt, aufzubrechen. Verabschiedung die Reihe durch, das Mondkalb wuerde ich am liebsten mitnehmen, und er wuerde bestimmt gerne mitkommen. Weicht mir beim Gang zum Audi nicht von der Seite, schiebt seinen Kopf mehrmals unter meine Hand. Scheiss auf den Balkon, nur wegen diesem Viech muss ich unbedingt nochmal herkommen. Es sind nicht immer die freundlichen Menschen in Thailand, die einem den Abschied schwer machen koennen.

    Wieder fragt mich Vati, ob ich nicht mal fahren moechte? Blicke rueber zu Tippa, sie darf sagen "Ja" oder "Nein". Ihre Reaktion ist ein gespielt angestrengtes Stoehnen, wobei sie sich mit den Fingern durch ihre Maehne streift, also ein "Von mir aus". Lasse ich mir den Zuendschluessel geben, oeffne die rechte vordere Tuer mit einem Tippen auf den Button in der Regenrinne am Dach und nehme Platz. Natuerlich wird der Sitz erstmal auf meine Beinlaenge eingestellt. Bedeutet, das hinter mir Su ihre Stelzen einfahren muss. Dann sind die Spiegel dran, im Rueckspiegel sehe ich nur formatfuellend die Oberkoerper von Tippa und ihrer Mutti, aber nix von der Heckscheibe. Die Aussenspiegel sind aehnlich eingestellt, mehr als das Heck des Wagens und etwas Strasse darunter kann ich nicht erkennen, also an den joysticks gespielt bis sie in der fuer mich richtigen Position sind. Ungewoehnlich ist, das sich der Schaltknueppel links befindet, testemal kurz die Gaenge durch, dann kann es losgehen. Lasse den Motor an, der bestimmt auch ueberarbeitet wurde. Ein wohliges Vibrieren verspricht mindestens 160 PS. Schalte das Licht ein und lege den Gurt an, sicher ist sicher. Das mit dem Gurt kommt anscheindend etwas befremdlich rueber, denn Vati schaut mich fragend an. Ich antworte ihm mit einem "Fasten seat belts please!", blicke mich dabei auch nach hinten um. Habe keine Lust das einer meiner Passagiere durch die Frontscheibe fliegt, wenn es knallt. Scheint aber etwas gaenzlich unbekanntes zu sein, denn alle vier probieren sich umstaendlich an den Sicherheitsgurten, so als haetten sie es noch nie gemacht.

    Das Kalb steht einen Meter neben dem Wagen und guckt, die beiden kleinen Toelen fangen an zu klaeffen als wollten sie uns nun verscheuchen. Feine Wachhunde sind das, erst wenn es sicher ist fuer sie ist treten sie in Aktion. Der grosse wedelt muede mit dem Schwanz und blickt uns nach, als wir vom Hof rollen. Mein erster Blick geht instinktiv nach links, dabei lauert die Gefahr rechts, verdammter Linksverkehr. Das hat mir schon auf dem Motorrad so manchen Adrenalinschub versetzt, als ich meinen Fehler bemerkte. Aber diese Kiste darf ich auf gar keinen Fall versenken, also alles ganz ruhig und zweimal nachgedacht praktizieren. Zum Abschied druecke ich auf die Hupe, und bekomme einen riesen Schreck. Gucke in alle Richtungen, denn von irgendwo muss der LKW ja kommen, aber nichts. Vati hat sich eine Lastwagenhupe einbauen lassen. Und da sagt Tippa zu mir staendig, ich waere verrueckt... Schaue rueber zu ihrem Papa und schuettele laechelnd mit dem Kopf, er grinst zurueck.

    Bis zur Hauptstrasse fahre ich langsam, denn es ist eine Buckelpiste und der Wagen ist tiefergelegt. Dann erst traue ich mich, mal etwas aufzudrehen, aber Vati meint gleich, wir muessen in die andere Richtung, also soll ich am naechsten U-Turn wenden. Gut, ich konnte eh nicht anders fahren, aber vor diesen U-Turns habe ich Respekt. Bedeutet es doch, quasi auf der Ueberholspur langsam zu werden um umdrehen zu koennen. Mitten rein in den Gegenverkehr, der mit einhundert Sachen und aufgeblendeten Scheinwerfern auf einen zurast. Da heisst es, die richtige Luecke abzupassen und mit viel Mut loszufahren. Als ich meine Chance sehe trete ich aufs Gas, der Wagen schiesst auf die ganz linke Spur, es ist geschafft. Bis zu unserem naechsten Stop sind es laut Tippa ca. 30 Kilometer, also teste ich mal aus was 'black beauty' so zu bieten hat. Schnell bin ich auf der Ueberholspur, scheuche die anderen mit Lichthupe aus dem Weg, und lasse den Audi rennen. Der klebt foermlich am Boden, auch als der Tacho 180 km/h zeigt steckt noch reichlich Potential in der Karre. Aber wir wollen es ja nicht gleich wieder uebertreiben. Wenn die Polizei hier blitzt bin ich dran, und vielleicht auch meine Pappe los. Also wieder runter auf Reisegeschwindigkeit, trotzdem habe ich ein entspanntes Laecheln im Gesicht.

    Muss an den Ford Sierra Cosworth denken, welchen mein alter Herr sich gekauft hatte und den ich spaeter fahren durfte. Mit Rueckenwind und bergab auf der A9 aus Muenchen kommend hat der knapp 240 km/h gebracht kurz vor Nuernberg. Damals waren bei einer der Fahrten Verwandte aus den Staaten an Bord, und ich habe sie vorher gefragt ob sie mal richtig schnell fahren moechten. In Deutschland sei das noch erlaubt und voellig normal. Sie haben 'Ja' gesagt, aber ab 160 wurde es ihnen mulmig, bei 200 haben die kein Mux mehr getan, sondern sich nur noch krampfhaft an den Tuergriffen festgekrallt. Als wir am Ziel waren sagte mein Onkel zu mir: "Holy ...., this is Nascar racing on a normal highway, you are totally nuts!"

    Die Vegetation rechts und links der Strasse weicht mehr und mehr Haeusern und Geschaeften, Tippa legt mir ihre Hand auf die Schulter und sagt, ich solle langsam fahren weil wir gleich abbiegen muessen. Na hoffentlich liegt der Wat auf unserer Seite, habe keinen Bock auf noch einen U-Turn. Ordne mich auf die Kriechspur ein, mit einschlaefernden 50 km/h geht es vorbei an der fuer Thailand typischen Strassenbegleitbebauung, die mit Sicherheit nie einen Architekturpreis verliehen bekommen wird. Praktische schnell hochgezogene Haeuser aus Beton und Ziegeln, viele davon nichtmal verputzt. Das wilde Durcheinander an Haesslichkeit spottet der deutschen Bauverordnung, jeder macht wie er will und finanziell kann. Und genau das macht mir diese Siedlungen so symphatisch. Im Erdgeschoss befinden sich Geschaefte, Werkstaetten, oder Restaurants, der obligatorische 7eleven taucht nach einer Minute auch auf. Mittlerweile rolle ich auf dem Standstreifen, muss ein paarmal hupen um losfahrende Mopeds und Autos zu warnen. Ein Aspekt des Verkehrs in Thailand, der mir ausserordentlich gut gefaellt. Man hupt oder laesst die Scheinwerfer aufblitzen, und schon hat man Vorfahrt. Schalte den linken Blinker ein, damit die LKW-Fahrer, welche rechts an uns vorbeidonnern wissen, das ich nicht zurueck auf die Strasse moechte.

    Als das Tor, welches den Wat signalisiert auftaucht, frage ich kurz nach, ja hier sind wir richtig und ich biege ab. Keine hundert Meter weg von der Hauptstrasse hat uns der Urwald wieder, das undurchdringliche Gruen wird nur manchmal unterbrochen von einer Huette. Ploetzlich vibriert es an meinem linken Oberschenkel und der nervigste Klingelton, den das Nokia 3310 zu bieten hat, ertoent. Ich fummele das Handy aus der Hosentasche, ueberfahre dabei fast einen Koeter der vor einem Haus auf der Strasse liegt und pennt. Multitasking, Hupen, Ausweichen, aufs Display schielen wer da anruft, dabei auch noch die Spiegel im Auge behalten.

    Es ist mein brother Lek. Er moechte wissen wie es uns geht, und ob wir wie geplant zum Neujahr wieder zurueck auf Phuket sind. Berichte ihm, das alles bestens ist, und ich gerade am Steuer eines dicken deutschen Autos sitze, um Tippa und ihre Familie plus Freundin zu einem Wat zu bringen. Da telefonieren und fahren fuer mich nicht zusammengehoert sage ich ihm, das ich gleich zurueckrufen werde, reiche das Telefon aber weiter an Tippa. Sie legt sofort los, ich hoere sie nicht mal Luft holen. In dem Wasserfall aus Worten erkenne ich irgendwann ein 'Motocyce', 'Tamruat', und natuerlich das obligatorische 'Koja baa baa', dann muss sie lachen. Aber nicht nur sie, sondern die anderen im Wagen ebenfalls. Bestimmt plaudert Schnatterienchen gerade unsere Polzeikontrolle in Chiang Mai aus. Ich betrachte sie im Rueckspiegel, als sie es bemerkt muss sie wieder lachen und petzt sofort, das ich boese gucke. Dabei frage ich mir nur, ob es in Thailand auch Steno gibt, und Reporter ihren Wortschwall wohl korrekt notieren koennten?

  2.  
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  3. #152
    hello_farang
    Avatar von hello_farang

    Re: Die Fragen...

    Das Kloster ist gar nicht zu uebersehen, eine weitlaeufige Anlage. Blick in den Rueckspiegel, ob uns gerade jemand ueberholen will, dann biege ich rechts ab und fahre durch den grossen Torbogen. Lasse den Wagen ausrollen, schalte die Lichter aus. Den Schluessel will ich Vati geben, der aber abwinkt. Seine Tochter telefoniert immer noch, ich gehe zu ihr und fordere mein Handy zurueck. Will mit Lek sprechen, ihm die Plaene nochmal aus meiner Sicht schildern. Tippa grinst, als sie das Handy rueberreicht. Am Ohr habe ich ploetzlich Bam, denn Lek hat aus dem Sun Set heraus angerufen. Es ist toll, ihre erotische Stimme zu hoeren. Wenn ich meinen Gespraechspartner kenne, dann sehe ich ihn oder sie am Telefon in Gedanken immer vor mir. Also muss ich grinsen, denn ich habe mit Lek gerechnet, aber Bam bekommen. Das Bild ist angenehmer, keine Frage.

    Gehe ein paar Schritte abseits, und frage mich dabei, wieso ich das eigentlich immer mache wenn ich einen Anruf aufs Handy bekomme? Im naechsten Moment faellt mir auf, das es vielleicht gar nicht so falsch ist. Wer weiss schon, was ich Bam so ins Ohr saeusele, wenn wir zwei Minuten miteinander gesprochen haben. Muessen Tippas Eltern ja nicht unbedingt mitbekommen. Ihr Englisch ist sehr gut, sogar mit leichtem Manchester-Akzent, sie wuerden alles verstehen.

    Nach etwas Suessholzraspeln beiderseits kommt sie zum Thema. Magnus ist voellig ueberraschend nach Phuket gekommen, und bleibt einen Monat. Einerseits freut es mich fuer Bam, ist sie jetzt doch nicht mehr alleine. Andererseits bedeutet es natuerlich, das wir aufpassen muessen was wir sagen und machen, wenn Tippa und ich wieder zurueck in Karon sind. Bam hat Angst das unsere Beziehung herauskommt, und dann natuerlich die Hochzeit mit Magnus platzt. Ich beruhige sie, jetzt wo ich es weiss kann ich mich darauf einstellen. Erklaere ihr, das sie nur als Freundin von Tippa kennen werde, wenn wir uns sehen. Schluss mit Streicheleinheiten oder mehr. Schade, ich habe die Dreier mit Tippa und Bam immer sehr genossen. Versichere Bam, das mein schauspielerisches Talent ausreicht, damit Magnus nichts merken wird. Ueberlege kurz, ob im Haus der Maedels irgendwas verdaechtig sein koennte fuer Magnus? Nein, mir faellt nichts ein. Meine Klamotten sind bei Tippa im Zimmer, das Duschgel und der Rasierschaum aus Deutschland stehen im Badezimmerregal von Tippa, und auch sein Grass habe ich ersetzt. Es wird also so aussehen, das Tippa und ich als Paeaerchen dort aufschlagen, und Bam eine Freundin meiner Freundin ist, mehr nicht. Ausserdem sage ich Bam ganz ehrlich, wie es ist: Tippa und ich sind maechtig verliebt und sehr gluecklich miteinander. Und ich bin mir ziemlich sicher, das Magnus und ich Kumpels werden, wenn wir uns treffen. Auf den Fotos sah er nett und symphatisch aus, ausserdem haben wir den selben Geschmack Frauen betreffend. Erinnere mich daran, das die Maedels gesagt haben, mit Magnus haetten sie es noch nicht zu dritt getrieben. Ein Laecheln in meinem Gesicht, der arme Mensch hat was verpasst. Schaue Tippa an, die ca. 10 Meter von mir entfernt steht und sich mit ihrer Mutti und Su unterhaelt. Vielleicht haben sie es damals auch nur gesagt, um mich zu entspannen? Abgesprochen so, wie jetzt zwischen uns gegenueber Magnus. Aber der Gedankengang macht keinen Sinn, denn es ist mir egal ob oder ob nicht. Warum also sich darueber einen Kopf machen? Es so geniessen wie es sich ergibt, aber ich kann mir einige worst cases vorstellen.

    Nr.1: Ich verliebe mich wirklich komplett in Tippa, mache ihr einen Antrag und breche mein erstes Gebot "Du sollst nicht heiraten". Ich merke bereits, das es von Tag zu Tag schlimmer wird. Es ist nicht der Pool der Eltern oder ihre fette Huette, sind nicht die Freunde und Freundinnen von Tippa, die einem zeigen was fuer ein lieber Mensch sie ist. Nicht ihr so unglaublich erotischer Koerper, ihre langen Modelbeine.
    Nein, Sie ist es. Tippa ist 12 Jahre juenger als ich, bloss die Schnittmenge zwischen uns ist gross. In manchen Dingen ist sie erwachsener als ich, im Gegenzug schoepfe ich aus mehr Lebenserfahrung, die etwas anders verlief als bei vielen anderen Deutschen. Mir ist klar, das die drei Sponsoren, die sie hatte als wir uns kennengelernt haben, nicht die einzigsten Bettgeschichten von ihr sind. So what, ich bin auch nicht jungfraeulich in die Beziehung gestartet. Hugh Heffner oder Gunter Sachs werden dafuer bewundert, staendig ein neues Bunny im Arm zu haben, warum sollte ich es huebschen Frauen nicht auch zugestehen? Tippa und Bam sind Frauen, die irgendwo auf der Welt nur ihr Taschentuch fallen lassen brauchen, um sofort fuenf Kavalliere zu ihren Fuessen zu haben, die sich um das Taschentuch pruegeln.

    Nr.2: Magnus bekommt es raus, wir hauen uns auf die Fresse, und Bam hat ein ernstes Problem.

    Nr.3: Da man in Thailand sowieso nichts vorhersehen kann, wird bald etwas passieren woran niemand von uns gedacht hat.

    Gerade als Bam das Telefon wieder an Lek uebergibt faengt Tippa an, mich heranzuwinken. Sage Lek, das ich in zwei Stunden anrufe, und wir jetzt gerade im einem Wat sind und zum Abt wollen. Er hat das Gespraech zwischen Bam und mir nicht verfolgt, er muss ja servieren. Wir legen auf, ich schalte das Nokia ab. Jetzt will ich mich darauf konzentrieren, was diesen Wat aussergewoehnlich macht und weshalb wir ausgerechnet hierhin gefahren sind.

  4. #153
    hello_farang
    Avatar von hello_farang

    Re: Die Fragen...

    Ich stehe auf dem Innenhof des Wat, mein Blick wandert vom Audi ueber meine Leute rueber zu einer gigantischen Trommel. Sieht aus wie eine Piraten-Kanone in XXL, ist ueber sechs Meter lang, und haengt in einem eigenen kleinen offenen Haus mitten auf dem Klosterplatz. Die Trommel ist komlett aus Holz gebaut bis auf das Trommelfell natuerlich. Das ist aus dickem Leder, die muessen da einen ausgewachsenen Quai draufgespannt haben. Der ziehmlich alte Schlegel haengt parallel zu der Trommel, ein ungefaehr drei Meter langes dickes gerade gewachsenes Holz. Keine Kammern, also kein Bambus, sondern von einem Baum. Das eine Ende ist dunkel glaenzend, schon etwas duenner geworden durch den Gebrauch, das sieht man ganz deutlich.

    Die andere Seite des Kloeppels ist ein dicke Kugel aus irgendwas, ummantelt mit einem grossen Lederstueck. Genauso speckig wie das andere Ende. Alles zusammen muss 15-20 Kilogramm wiegen. Da ist ja bei fast allen Thais schon Drittelpause, wie also und von wem wird diese Trommel geschlagen? Auf dem Gelaende sitzen ein paar Grueppchen zusammen, die meissten bestehen aus Kindern in Moenchsbekleidung, und einem erwachsenen Moench. Sie beachten uns eigentlich kaum, aber der farang erregt dann doch ihr Interesse. Scheint so zu sein, das sich noermalerweise keine Langnasen hierher verirren. Warum auch immer, eine der Gruppen will unbedingt ein Foto mit diesem grossen Europaer. Moench sein bedeutet nicht unbedingt, immer ernst und fleissig zu sein. Die Kurzen gruppieren sich um mich, ihr Meister kommt und stellt sich neben mich, und laechelt. Vati muss ein paar Bilder mit seiner Digi machen, dann gehen die Jungs wie selbstverstaendlich wieder zu ihrer Schulung ueber. Wie so oft in Thailand habe ich das Gefuehl, das die Menschen die Bilder von ihnen gar nicht sehen oder haben wollen, sondern das sie sich einfach nur darueber freuen, das man ihr Gesicht, die Erinnerung an sie, mitnimmt. Ich bin leicht geruehrt, es ist alles so ehrlich und direkt.

    Wir betreten das Haupthaus des Wat, ich kenne meinen Weg. Vor der riesigen goldenen Buddhastatue gehe ich auf die Knie, verneige mich dreimal bis auf den Boden mit einem hohen Wai. Halte dabei mein Amulett in den gefalteten Haenden, denn der Geist des LekLai soll wissen, wo er sich momentan befindet. Gaebe es Unstimmigkeiten, er wurde sich sowohl im meinem Arm, als auch bei dem Anhaenger melden. Aber alles bleibt ruhig, also kein Problem.

    Der Abt des Klosters scheint aber eine Empfindung zu haben. Ich sitze mitten innerhalb der Familie, er pickt mich mit einer Frage heraus. Nicht die helle Haut, nicht die Groesse oder die Augenfarbe, nein es ist etwas anderes. Ich muss naeher an ihn heranruecken, und er will wissen was es ist. Ich kann es mir zwar schon denken, moechte aber beoachten wie er reagiert. Auf thai fragt er mich, ob ich schon in anderen Kloestern in Thailand war. Ja, ich zaehle auf was mir auf Anhieb einfaellt. Bangkok, Chiang Mai, Roi Et, Mukdahan, Kalasin, Nakhon Pathom, Kanchanaburi, Phuket, Samui, die ganzen kleinen Wats in den Doerfern lasse ich weg. Bei Kanchanaburi hakt er nach, moechte meine Kette sehen. Er schaut sich das Amulett an, liesst was darauf geschrieben steht. Weil ich die Kette nicht ablege kommen wir uns sehr nahe. Unsere Koepfe stossen fast gegeneinander, ich kann ihn riechen und er mich. "Wat Thamfad, very good. You know Phra Ekkawano?" "Yes, sure. I had the ceremony 'crown of the Buddha' at Wat Thamfad" "And you have a LekLai also?" "Khrap" nicke ich fast unmerklich, und mit einem leichtem Schmunzeln.

    Er will ihn betrachten, also kraempele ich den Aermel hoch, er fragt nicht ob er den Stein unter der Haut beruehren darf, er macht es einfach. Und es ist wie ein warmer Energieimpuls, der durch meinen Koerper schiesst. Nimmt der Abt Konkakt auf, oder will nur abchecken was er von dem farang zu halten hat? Er fuehlt den Stein, blickt mir in die Augen. Meine Entschlossenheit dabei zeigt ihm, das ich es ernst meine. Und er spuert die Kraft, die von dem Stein ausgeht. Sein Kopfnicken verbindet er mit einem genauen Betrachten meiner linken Gesichtshaelfte, natuerlich sieht er das mein Jochbein kaputt ist. Was er jedoch unter dem Hemd nicht sehen konnte ist der Schluesselbeinbruch, dennoch tastet er auch dort. Danach sind die Rippen dran, ja hat der etwa Roentgenaugen? Bevor er fragt erklaere ich ihm, das es ein Motorradunfall auf Phuket war vor gut drei Wochen. Er tippt ein paarmal auf mein Amulett, und auf den Arm mit dem LekLai, sagt etwas auf thai. Ich verstehe nicht alles, aber 'Schutz'. Dann bemerkt er, das ich ihm nicht ganz folgen kann, also wechselt er zurueck ins englische "Do you saw the light?" "The death? Yes I saw, but suddenly the light disappeared and I woke up on the dark street" Er moechte wissen, wie ich das Ereignis empfunden habe. Ich blicke ihn an, durch ihn hindurch waerend ich versuche meine Worte zu ordnen. "It was warm, peaceful and I was free for some moments. No fear because I knew now I will get the answer of the question. I saw my hole life like in a movie, including all the emotions. But no fear" Warum ich wiederhole, das ich keine Angst hatte, weiss ich nicht. Aber ich merke, das mein Blick unscharf wird, Traenen sammeln sich in den Augen. Ich wische sie mir schnell weg, der Abt beugt sich nah zu mir und sagt "You saw more than most of the people in her life, more than me. Be happy about it. Now you know the death is easy. The death is only a step into a new life" Er sagt das so locker und selbstverstaendlich, das ich laecheln muss und nicken.

    Ich bekomme ein orange-farbenes Baendchen mit fuenf kleinen weissen Kugeln daran von ihm umgebunden am rechten Handgelenk. Danach sagt er mir etwas auf Pali, was ich nicht verstehe. Dabei umfasst er meinen Hinterkopf und zieht mich nach vorne, bis seine Stirn meine beruehrt. Welches Mantra er spricht, ich weiss es nicht. Bin der uralten Sprache nicht maechtig, aber ich fuehle mich in dem Moment merkwuerdigerweise unendlich leicht. So als ob ich wieder in einer anderen Sphaere verweilen wuerde.

    Der Abt winkt Tippa heran, seine Wahl faellt auf sie obwohl zwei huebsche Maedels hinter mir sitzen, die beide meine Freundin sein koennten. Woher er weiss welche es ist, wird sein Geheimnis bleiben. Vielleicht ist es der indirekte Hinweis, das ihre Eltern dabei sind. Tippa robbt an meine Seite, verneigt sich dreimal. Der Abt spricht einige Zeit, teils auf Thai, teils auf Pali. Danach bekommen wir beide ein Band umgebunden, diesmal eines ohne Kuegelchen, aber auch orange. Wir verneigen uns dreimal mit einem Wai, und ruecken zurueck.

    Der Abt redet ueber unsere Zukunft, soviel kann ich verstehen. Das wir zusammengehoeren, eine Familie gruenden und gemeinsam alt werden sollten. Ich blicke Tippa an, sie klebt an den Lippen des Abt. Mit ihr alt werden kann ich mir gut vorstellen, auch das mit den Kindern, ich kann mir momentan nichts schoeneres vorstellen. Wir bleiben ruhig in der zweiten Reihe hocken, waerend sich die Eltern mit dem Abt unterhalten. Ich lasse dabei meinen Blick schweifen, der bleibt bei einer aufgebahrten Mumie haengen, die goldueberzogen in einem Glassarg ruht. Sobald unsere Audienz beendet ist und wir uns verabschiedet haben gehe ich rueber zu der Mumie. Tippa ist dicht neben mir, sie faellt vor dem toten Koerper auf die Knie, ich tue es ihr nach. Im Raum steht auch noch eine lebensgrosse Statue, ebenfalls ganz in Gold. Es ist der alte Abt des Klosters, und er war ein Berater Seiner Majestaet des Koenigs, ist vor fuenf Jahren gestorben. So berichtet es uns ein Moench, der sich neben uns niederlaesst. Mumien haben immer eine magische Ausstrahlung, alleine in Thailand kenne ich vier. Zwei auf Koh Samui, eine in Kanchanaburi, und nun diese eines alten Meisters. Sie floessen Respekt ein, regen mich zum Nachdenken und Reflektieren an. Die sehr lebensnahe Statue zeigt einen lustigen vitalen alten Mann, seine sterblichen Ueberreste sind von einer unglaublich schoenen Ruhe gepraegt. Er liegt da, und sein Gesichtsausdruck ist entspannt. Zwar ueber und ueber mit kleinen Goldblaettchen bedeckt, aber man kann seine Zufriedenheit spueren. Er hat nach den Lehren des Buddha gelebt, ein Kloster gegruendet, und war Ratgeber nicht nur fuer S.M. den Koenig. Dieser kam jedes Jahr mehrmals zu ihm, um sich beraten zu lassen. Ich kenne ihn nicht, den alten Moench. Aber mir kullert eine Traene ueber die Wange, wie ich so mit Tippa vor seinem toten Koerper sitze.

    Wir gehen ueber das Gelaende des Wat und schauen uns alles an. In einem Nebengebaeude sitzt ein junger Moench um die 20 Jahre, und verleiht Amulette. Ich entscheide mich fuer ein groesseres in weiss mit dem Konterfei des alten erhabenen Abts, und ein kleineres aus Bronce. Meine Spende dafuer betraegt 400 Baht, das grosse gebe ich weiter an Tippa. Weitere 400 Baht stecke ich in die donation box des Wat. Auf dem Gelaende wird ein neues grosses Gebaeude errichtet, es ist schon fast fertig. Wir duerfen es besichtigen, im Erdgeschoss sitzen einige Handwerker und HolzschnitzerInnen. Sie arbeiten an verschlungenene und komplizierten Verziehrungen des Raumes, mit unglaublicher Liebe zum Detail und einer unendlichen Geduld. Die mindestens drei Meter langen Bretter werden kunstvoll verziert, Spitzen und Boegen herausgeschnitzt, eine Handarbeit die in Deutschland unbezahlbar waere. Hier ist es eine Selbstverstaendlichkeit dem Wat gegenueber, niemand will Geld dafuer haben. Ganz im Gegenteil, so wie die Leute berichten ist es ihnen eine Ehre, fuer den Wat diese Verzierungen anfertigen zu duerfen. "Duerfen" ist vermutlich das richtige Wort, denn es herrschen 35°C und 95 % Luftfeuchtigkeit, aber diese Menschen kommen gerne freiwillig, um solche Kunstwerke zu schaffen. Sie bekommen dafuer Trinkwasser und etwas zu essen, mehr nicht. Wieder einmal erkenne ich, welch hohen Stellenwert der Buddhismus in diesem Land hat, und wie selbstverstaendlich er im alltaeglichen Leben verankert ist. Selbst wenn hier mal was maechtig aus dem Ruder laufen sollte, haette ich keine Sorge. Denn sobald die Moenche die Initiative ergreifen und mit friedlichen Protesten reagieren, die Masse der Menschen Thailands wuerde ihnen folgen.

    Als Zimmermann interessiere ich mich natuerlich besonders fuer die Konstruktion des Dachstuhls. Also frage ich via Tippa nach, ob wir auch mal nach oben duerfen. Zwei thailaendische Kollegen und ein Moench freuen sich, uns den Wunsch erfuellen zu koennen. Tippa will zwar lieber unten bleiben, weil wir ueber eine steile Leiter auf ein Geruest steigen muessen, aber ich schuettele nur ablehnend mit dem Kopf "Nichts da, Du kommst gefaelligst mit". Ich brauche eine Dolmetscherin, denn die Handwerker und der Moench sprechen so gut wie gar kein englisch. Den dreien scheint das gar nicht unrecht zu sein, denn sie staunen ueber den Besuch eines farang, aber auch ueber den lieblichen Anblick meiner Freundin. Su kommt auch mit, das Grinsen der Zimmerer ist grenzenlos, sogar der junge Moench hat zumindest ein dezentes Mona-Lisa-Laecheln im Gesicht. Damit Missverstaendnisse gar nicht erst aufkommen, nehme ich Tippa kurz in den Arm und druecke sie an mich. An die Handwerker gerichtet ein knappes "Kautschai mai khrap?" mit einem Augenzwinkern, sie bejaen mit einem Lachen. Tippa ist das peinlich, sie meckert mich an, drueckt ihr Gesicht auf meinen rechten Oberarm, und boxt mir auf die Brust. Das verschlimmbessert die Sache natuerlich nur, denn wieder lachen alle, diesmal auch der Moench.

    Wir klettern rauf, als erster der Moench, dann die beiden thailaendischen Zimmerleute, danach ich und zum Schluss die Maedels. Das Geruest ist komplett aus Bambusstangen zusammengesetzt, auch die Leitern. Eine zweite fuehrt weiter nach oben, bis unters Dach. Hier weigern sich Tippa und Su aber, mit rauf zu kommen, es ist ihnen zu hoch. Kann ich verstehen, also bleiben wir erstmal auf der Zwischenebene und ich lasse mir erklaeren, wie sie z.B. die schweren massiven Holzbalken nach oben bekommen haben. Immerhin haben die eine Laenge von bis zu acht Metern, und muessen hunderte von Kilos wiegen. In Deutschland wuerde man einen Kran neben das Haus stellen, und sie damit reinheben. Hier kam die alt hergebrachte Variante zu Anwendung. Ueber zwei Gerueste wird der Balken in Wippentechnik langsam nach oben befoerdert. Erst wird das eine Ende etwas hochgezogen, dann abgelegt. Danach das andere Ende ueber den ersten Lagerpunkt hinaus hochgezogen, und abgelegt. Dann wieder das erste Ende, und so weiter. Das geschieht leicht diagonal versetzt zu dem rechteckigen Grundriss des Hauses, denn die Balken muessen spaeter ja auf den Mauerpfetten aufliegen, sind also laenger als das Gebaeude breit ist. Um Schritt fuer Schritt solch einen Balken auf diese Art in seine Position zu bekommen, braucht man ein bis zwei Stunden. Ist keine Zauberei, aber man muss wissen wie es funktioniert. Dadurch, das das Holz immer auf einem Lagerpunkt ruht bei seinem Weg nach oben, verringert sich das Gewicht welches man heben muss. Seilzuege mit Umlenkrollen erleichtern die Arbeit weiter. Das Einpassen sowie die Verblattung und Verzapfung der Hoelzer ist eine Kunst fuer sich, da gibt es die unterschiedlichsten Varianten, je nach Sinn und Zweck der Verbindung. Hier wurde es in Perfektion ausgefuehrt, sodass der gesammte Dachstuhl ohne einen einzigen Metallnagel zusammengesetzt wurde. Nur Holzzapfen wurden verwand.

    Ich bin begeistert, und will nun doch ganz rauf. Lasse die Maedels und den Moench zurueck, steige mit den Zimmerleuten hoch ins Gebaelk. Die Leiter schwingt, aber ich vertraue auf die Stabilitaet des Bambus. Oben angekommen wird es wie immer in dieser Hoehe etwas kribbelig. Unter uns geht es zehn Meter in die Tiefe, und die Balken sind nur fuenfzehn bis zwanzig Zentimeter breit. Auch wenn ich es seit Jahren mache, ist es doch immer wieder aufs Neue ein gewisser Nervenkitzel, darueber zu laufen. Gibt ja kein Gelaender, an dem man sich festhalten kann. Nur den Trick sich vorzustellen, der Balken laege auf dem Boden, da wuerde man ja auch problemlos drueberlaufen. Man sollte nicht unbedingt nach unten schauen, denn es gibt einen Tiefeneffekt. So, als wenn man sich in einem Hochhaus aus dem Fenster lehnt und nach unten schaut. Der Gleichgewichtssinn will diese ungewohnte Position ausgleichen, und man laeuft Gefahr abzustuerzen. Weil einem das Gehirn vorgaukelt, der Blick nach unten sei ein Blick nach vorne, geht es ploetzlich abwaerts. Also muss man sein brain ueberlisten, indem man geradeaus schaut, und den Balken inclusive dem Nichts links und rechts davon als eine Ebene wahrnimmt. Auf einem Buergersteig kann man ja auch einen Fuss vor den anderen setzen und geradeaus laufen, wenn man nicht betrunken ist. Der beruehmte Test der Polizei, wenn man eine Linie entlang laufen soll. Im uebertragenen Sinne ist ein Balken in zehn Metern Hoehe auch nichts anderes. Dennoch kommt nur einer von fuenfzig Menschen damit klar, die restlichen 49 haben Hoehenangst. Ein Grund dafuer, weshalb Berufe wie Zimmermann, Geruestbauer, oder Kranfuehrer so gut bezahlt werden.

    Etwas ungewoehnlich fuer mich ist die Tatsache, das ich es gerade barfuss mache, meine Schuhe habe ich vor dem Gebaeude abgestellt. Na wenigstens muss ich nicht eine Kettensaege oder abrollende Kabeltrommel auf die andere Seite tragen, denn sowas macht die Sache immer noch etwas interessanter aufgrund des Ungleichgewichts. Heute schaue ich auf den Thai vor mir, der als erster ueber den Balken geht. Von unten kommt ein erschrecktes "Ui Koja!", auf das ich aber nicht achte. Einer der eisernen Regeln ist: Erst ueber den Balken, dann nach unten schauen. Wenn man auf der anderen Seite etwas vergessen hat, auch erstmal den Weg gehen, und dann nochmal zurueck. Auf dem Balken wenden ist gar keine gute Idee, sonst schraubt man ab wie eine Turnerin auf dem Schwebebalken, die das Gleichgewicht verliert. Mit dem kleinen Unterschied, das unter einem keine weichen Matten liegen nach einem Meter, sondern man erstmal tief faellt und dann von Betonboden begruesst wird. Das kann schonmal weh tun, oder tot machen.

    Drueben angekommen blicke ich nach unten, will von Tippa wissen was nun schon wieder los ist? "Koja, you are crazy, you cannot make!" "Tirak, this is my job, no problem, relax" Sie sagt zwar noch irgendwas, aber ich beachte es nicht. Einer der Thais zeigt mir eine Stelle, an der noch Holznaegel eingeschlagen werden muessen. Er haelt mir den Hammer hin, ich greife zu und truemmere die Holzstifte in die Balken. Ein wundervolles Gefuehl, auch einen klitzekleinen Beitrag zum Bau des Gebaeudes leisten zu duerfen.

  5. #154
    hello_farang
    Avatar von hello_farang

    Re: Die Fragen...

    Ueberlasse die Arbeiter ihrem Werk, bedanke mich, und gehe zurueck ueber den Balken zur Leiter. Der Moench empfaengt mich auf der Zischenebene mit einem Laecheln, und fasst mir freundschaftlich anerkennend an den linken Oberarm. Dann steigt er hinab, ich bleibe mit Tippa und Su noch einen Moment oben. Was der Moench eben zu ihnen gesagt hat habe ich nicht mitbekommen, aber es scheint seine Wirkung nicht verfehlt zu haben. Tippa nimmt meine Haende ihn die ihren, sie scheint heilfroh zu sein, das ich wieder vor ihr stehe und nicht an ihr vorbeigefallen gekommen bin. Nochmal versichere ich ihr, das alles in Ordnung ist. Sowas gehoert zu meinem Job, und ich liebe diese Arbeit in der Hoehe und den Kick dabei. Warscheinlich wuerde ich mir bei einem Buerojob eher das Genick brechen, weil ich vor lauter Langeweile mit dem Stuhl kippelnd nach hinten umschlage, und dabei mit dem vierten Nackenwirbel die Schreibtischkante meines Kollegen treffe. Su laechelt, als Tippa mich fest umarmt. Dann steigen wir auch herunter zu den anderen.

    Vati und Mutti warten bereits auf uns, und Vati meint zu mir auch, das die Nummer gefaehrlich aussah von unten. Ich beruhige ihn, 20 cm mal 8 Meter bedeutet eine Flaeche von 1,6 Quadratmetern, also genuegend Platz um sich sicher bewegen zu koennen -wenn man es sich schoenrechnet. Meine Art von Galgenhumor, denn natuerlich ist es jedesmal aufs Neue ein Spiel auf Leben und Leben im Rollstuhl.

    Weiss noch nicht genau, ob ich ihnen die Geschichte von der weggeworfenen Kabeltrommel erzaehlen soll heute Abend. In Berlin haben wir in einem Altbau Schwammsanierung gemacht, alles Holz raus, auch die Zwischendecken. Einsatzort war an dem bestimmten Tag das Dachgeschoss, man konnte bis in den Keller gucken, also locker fuenfzehn Meter. Bin ueber einen Balken gelaufen, in einer Hand einen Stemmhammer, in der anderen zum Gleichgewichtsausgleich eine Kabeltrommel. Ging alles gut, solange bis sich das ausrollende Kabel verhakte und ploetzlich blockierte. Mich hat es schlagartig auf dem verdammten Balken um fast 90° gedreht, da habe ich sofort losgelassen. Die Kabeltrommel sauste abwaerts, und schlug mit einem dumpfen Schag im Keller auf. Habe damals gerade noch ein "Achtung, weg da!" rausbekommen, und bin erstmal wie angewurzelt stehengeblieben. In den Schlaefen konnte ich meinen Herzschlag hoeren, hatte selten so einen hohen Adrenalinspiegel. Zwanzig Zentimeter koennen auch ganz schoen schmal sein, wenn man ohne Sicherung darauf steht. Natuerlich kamen sofort Rufe von Kollegen und dem Chef, ich habe nur gedacht 'Leckt mich doch ihr Penner, und hoert auf mit den verdammten Ratschlaegen. Ich stehe hier oben und muss mich drehen und weiterlaufen, nicht ihr'. Bin ich dann auch, aber als ich am anderen Ende angelangt war, habe ich mich erstmal hingesetzt und mit zitternden Fingern versucht, eine Zigarette zu drehen. Zumindest war ich froh darueber, die Kabeltrommel und nicht den Stemmhammer fallen gelassen zu haben, denn der kostet deutlich mehr. Die Trommel war selbstverstaendlich kaputt, aber das Kabel intakt. Wir haben es noch lange benutzt, wenn auch als offenes 50-Meter-Kabel. Egal wer es in die Hand nahm, alle Kollegen die dabei waren haben an den Tag zurueckgedacht. Denn von da an hatte es einen Namen, naemlich 'Lucky'.

    Bestimmt wuerde mir Tippa jetzt am liebsten Fussfesseln anlegen, damit ich nicht gleich den naechsten Unsinn anstelle. Sie weicht jedenfalls keinen Millimeter mehr von meiner Seite. Ihren Eltern kann ich nur erklaeren, das es nichts aussergewoehnliches war eben, zumindest fuer mich nicht. Wenigstens haben alle kapiert, was mein Job in Deutschland ist, womit ich das Geld verdiene mit dem ich hergekommen bin, und was ich hier ausgebe. Tippa raunt mir zu, das wir spaeter nochmal reden muessen. Mir ist klar, das ich mir dann wieder etwas von ihr anhoeren muss. Aber wer soll denn solche Wats sonst bauen ausser ArbeiterInnen, die schwindelfrei und ohne Angst vor der Gefahr in Hoehen arbeiten, die fuer andere tabu sind? Wuerde es sich niemand trauen, die Behausungen und Tempel der Menschheit bestuenden immer noch aus Strohhuetten.

    Die Kindermoenche haben anscheinend eine Pause, denn sie rennen alle ueber den grossen Platz des Wats und spielen Fussball. Wir kommen aus dem Neubau, ich sehe die Kids und nutze die Gunst der Stunde, um mich von meinem lieblichen weiblichen bodyguard zu entfernen. Graetsche den Jungs den Ball ab und renne mit ihnen rum, verliere den Ball aber auch gleich wieder. Die Kurzen sind so flink damit, das ich alter Sack keine Chance habe. Fuer die Kurzgeschorenen in ihren safranroten Roben natuerlich ein riesen Spass, alle laermen durcheinander. Dreimal kann ich ihnen den Fussball noch abnehmen und in irgendeine Richtung schiessen, ein Tor ist weit und breit nicht auszumachen. Es geht einfach nur darum, das alte Leder in Bewegung zu halten, es gibt auch keine Manschaften. Aber sie freuen sich, ihr Lachen und ihre Augen sprechen Baende. Als ich mich nach ein paar Minuten wieder ausklinke ist das auch herzlich egal, sie toben weiter ueber den Platz als waere alles wie immer, und nehmen keinerlei Notiz mehr von uns.

    Am Audi erwartet uns eine nette Ueberraschung, naemlich der Abt mit zwei Moenchen. Sie wollen sich verabschieden, die beiden juengeren Moenche kenne ich bereits. Einer ist der vom Stand mit den Amuletten, der andere war mit uns oben auf dem Geruest der Baustelle. Zuerst spicht der Abt mit dem Vati von Tippa, und ueberreicht ihm dann etwas. Danach wendet er sich an mich, sagt mir das ich das Leben bewusst erfahren soll. Und uebergibt auch mir zwei Geschenke. Zum einen eine rechteckige Plakette mit dem Bild seines Meisters, dem alten Abt. Ein beeindruckendes Amulett, rechteckig, aus Bronce, ziemlich schwer, in einer runden Plastikdose mit roter Samteinlage. Dazu gibt er mir eine grosse Postkarte, auf der sein Meister zu sehen ist, und vor ihm kniet Seine Maejestaet der Koenig. Ich bin voellig platt, so schoen ist diese Geste.

    Bedanke mich dafuer, aber auch fuer den schoenen Aufenthalt in diesem Wat. Der Abt und ich schauen uns in die Augen, ich bin gluecklich ihn kennengelernt zu haben. Einen Moment spaeter winke ich Tippa ran, sie soll mir meine Brieftasche geben. Warum hat sie die ueberhaupt schon wieder in ihrer Handtasche, na egal. Fummele die kleine Visitenkarte des Abtes vom Wat Thamfad hervor, die schon ziemlich abgegriffen ist, und zeige sie dem Abt. Er erkennt seinen 'Kollegen' auf dem Bild, und freut sich. Nimmt das passbildgrosse Stueck Pappe in die Haende, und verinnerlicht es. Wieder so, als ob er gerade jetzt mit ihm Kontakt aufnimmt. Dann gibt er mir das Bild zurueck, und bedankt sich ploetzlich bei mir. Ich kann nur laecheln "Mai pen arai, khoop khun na khrap" Den Moench, der mir die Amulette geliehen hat, verabschiede ich freundschaftlich hoeflich, den vom Geruest mit einem kurzen gegenseitigen Handauflegen auf den linken Oberarm. Allen dreien erbiete ich einen Wai, waerend dem ich mich tief verbeuge.

  6. #155
    hello_farang
    Avatar von hello_farang

    Re: Die Fragen...

    Druecke auf den Knopf des Zuendschluessels, der die Tueren entriegelt. Ein Aufleuchten aller Blinker signalisiert das der Audi nun gewillt ist, seine Passagiere einchecken zu lassen. Vati guckt mich kurz fragend an, ich nicke ihm zu und setze mich wieder ans Steuer. Was mir gleich auffaellt als ich den Rueckspiegel schaue ist, das Tippas Mami mich aufmerksam und erfreut mustert. Zwinkere ihr zu, sie muss grinsen. Ich frage mich, ob sie was sagen wird und wenn ja was. Wenn ich sie waere, ich wuerde erstmal meine Tochter fragen, ob der Verrueckte immer so drauf ist? Ueber einen Balken laufen, vorher mit dem Abt eine private Aussprache von der niemand etwas mithoeren konnte weil wir leise geredet haben, die aber ganz offensichtlich sehr intensiv war.

    Ich drehe mich um, und sehe das die drei auf der Rueckbank nicht angeschnallt sind. Mit einem freundlichen Gesichtsausdruck sage ich ihnen "Bevor ihr euch nicht angegurtet habt, fahre ich keinen Meter", wofuer ich natuerlich nur ratlose Blicke ernte, aber das war mir voellig klar. Schliesslich spricht keine der Damen deutsch. Also mache ich eine Handbewegung mit dem dazu passenden Geraeusch, sie moegen sich bitte anschnallen. Hoere es daraufhin dreimal klicken, und fahre los zurueck zur Hauptstrasse. Als wir dort ankommen bleibt mir nur ein Abbiegen nach links, also frage ich gar nicht erst nach, wohin es jetzt gehen soll. Vati zeigt mit dem Daumen in die andere Richtung, also vorwaerts bis zum naechsten U-Turn, dann umdrehen. Mutti unterhaelt sich mit Tippa, auch der Papa streut ein paar Worte ein. Da ich mich auf den Verkehr konzentriere, folge ich dem Gespraech nicht. Suche wieder mal die Luecke um rueberzukommen, und nach der verdammten Wendestelle. Endlich erscheint das ankuendigende Schild, also auf die ganz rechte Spur und blinken. Diesmal entscheide ich mich dafuer, es etwas zuegiger zu machen als vorhin. Nach kurzer Standzeit trete ich im ersten Gang voll aufs Gaspedal, die Vorderraeder drehen durch und die Karre sprintet rueber zwischen die Autos, die Richtung Chiang Mai fahren. Klappt alles, aber wenn die Thais ihre Zahlen von Verkehrstoten etwas nach unten korrigieren wollen, dann muessen sie diese U-Turns auf Schnellstrassen durch Unter- oder Ueberfuehrungen ersetzen, denn es ist jedesmal ein Spiel mit dem Feuer.

    Gebe gar nicht weiter Gas, denn irgendwie sagt mit meine innere Uhr, das es hoechste Zeit ist etwas zu essen. Und so ist es auch, nach fuenfhundert Metern werde ich zum anhalten aufgefordert, als ein paar Garkuechen auftauchen. Wir steigen aus und gehen zu einem kleinen Restaurant. Auf dem Weg dorthin nimmt mich Mutti beiseite, Tippa und Su laecheln kurz, auch Papi geht weiter. Oha, jetzt hat mich die Cheffin also am Wickel, sie hat Fragen. Ich habe das Gefuehl, das sie die erst heute Abend stellen wollte, es sich aber anders ueberlegt hat nach dem Besuch im Wat.

    Wir setzen uns etwas abseits auf eine Steinbank, und ich hoere ihr zu. Wie ich es mir bereits gedacht habe, sie spricht zunaechst ueber den Abt und meine Unterhaltung mit ihm. Sagt, das sie und die anderen gesehen haben, das der Abt sich lange mit mir unterhalten hat und viele Fragen stellte, wie selbstverstaendlich ich mit ihm geredet habe. Und das meine Traenen waerend des Gespraechs nicht unbemerkt geblieben sind. Sie fragt nicht, ueber was wir geredet haben, sondern schildert nur wie sie es gesehen hat von hinten. Und das sie es sehr beeindruckend empfunden hat, das sich der Abt so viel Zeit fuer mich genommen hat. Vor allem das es ein sehr intensive Begegung war. Sie betont ausdruecklich, das er meine Stirn an seine gezogen hat und dabei auf Pali gesprochen hat, sei ein sehr gutes Zeichen. So wie seine Untersuchung meines Koerpers, sowas sei viel mehr als normalerweise passiert.

    Tut gut das zu hoeren, obwohl es fuer mich nicht etwas komplett ungewoehnliches war. Ich bin in solchen Dingen immer ehrlich, also waren es auch die Traenen und das Gespraech. Natuerlich spricht sie auch den Tanz ueber den Balken an, aber da kann ich sie gleich beruhigen. Es gehoert zu meinem Job, sowas machen zu muessen. Also mache ich es auch gerne freiwillig, wenn die Zeit dafuer gekommen ist. Und heute war es soweit. Mutti ueberdenkt kurz ihre Worte, dann konkretisiert sie sie. Nicht das Gehen ueber den Balken, sondern das ich mit ein paar Hammerschlaegen am Bau des Wat mitgeholfen habe, das hat sie beruehrt. Natuerlich auch, das ich vorher ueber den Abgrund gelaufen bin, um diese Taetigkeit ausfuehren zu koennen. Ohne zu wissen, das ich den Hammer in die Hand bekommen werde. Da man in Thailand seine Unsicherheit mit einem Witzchen oder einem Laecheln zu ueberspielen pflegt, halte ich mich daran und kombiniere beides miteinander "Walking over a rafter is not so dangerous as the U-Turns" Sie muss schmunzeln "I don't know, I never walked over such a rafter"

    Mutti will etwas anderes fragen, das spuere ich, und ich kann mir denken was es ist. Ihre Komplimente sind nur das Vorgespraech, vielleicht um mir die Antwort zu erleichtern. Aber erstmal funkt die Kellnerin dazwischen, denn das Essen kommt. Da wird alles andere hinten angestellt, wir gehen also rueber zu den anderen. Ich setze mich neben Tippa, streife ihr dabei zart ueber den Ruecken "What did you ordered for me?" Sie schaut mich an "Nothing because I don't know what you want to eat", noch bevor sie anfangen kann zu lachen frage ich entsetzt "What?!" Fuer einen Augenblick hat sie mich erwischt, ich falle drauf herein. Na warte du freches Luder, das zahle ich dir heim!

    Sie hat fuer mich gebratenes Gemuese mit Glasnudeln und Erdnuessen bestellt, dazu einen Teller mit vegetarischen Fruehlingsrollen. Tofu gibt es hier leider nicht. Ich fasse unter dem Tisch nach ihrem Oberschenkel, um ihn sanft zu druecken und auf diese Art 'Danke' zu sagen. Offensichtlich hat sie genau die selbe Idee, denn unsere Haende treffen sich, greifen kurz ineinander. Wir grinsen uns an, dann wird gefuttert. Es ist superlecker, aber als sie mit ihrem Loeffel auf meinen Teller mit dem Gemuese zusteuert, beginne ich warnend zu knurren wie ein Koeter, dem man seinen Kalbsknochen wegnehmen will. Sie kennt das ja schon, kuemmert sich also nicht weiter drum, aber Su und die Eltern gucken belustigt. Ihr Loeffel stippt in mein Gemuese, da belle ich ihn an. Der Hund, der sich an unserem Tisch in Erwartung eines Happens eingefunden hat hocht auf, und bellt ebenfalls. Nicht nur bei uns, sondern auch am Nebentisch wird gelacht ob der Situationskomik. Den farang besaenftigt Tippa, indem sie ihm den Loeffel mit Gemuese in den Mund schiebt. Der Klaeffer hinter uns wird mit einem "Bai bai!" bedacht, er trollt sich enttaeuscht von dannen. Stuetze meinen Kopf auf den Daumen meiner rechten Hand und lache "Hilfe" "What you speak?" "Nothing. Schatz, ich liebe Dich!" Diese vier deutschen Worte hat sie schon des oefteren von mir gehoert und weiss, was sie bedeuten.

  7. #156
    hello_farang
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    Re: Die Fragen...

    Als der Nachtisch kommt bin ich baff, lauter kleine Gebaeckstueckchen, zum Teil sogar warm. Und Obst natuerlich. Ich verabschiede mich mal kurz aufs Klo zum Pinkeln, was jedoch nur ein Vorwand ist, um dezent die Rechnung zu begleichen. Zusammen mit den Sofdrinks sind es 680 Baht, ich gebe 700 plus einen Zwanziger. Zurueck am Tisch verkoste ich die Leckereien, egal was man probiert, es schmeckt traumhaft. Dann geht Vati nach hinten um zu bezahlen, kommt aber unverrichteter Dinge gleich wieder zurueck. Schaut mich an, und ich ihn. Auf dem Weg zum Auto gibt er mir vierhundert Baht, die ich ihm sofort in seine Hemdtasche stecke. Wenn ich in eurem Restaurant schon nichts bezahlen muss oder darf, dann lass mich euch bitte hier einladen. Er ist hoeflich genug, es bei diesem einen Versuch zu belassen.

    Mittlerweile ist es dunkel geworden, und ein starker Wind hat wieder angehoben. Regen liegt in der Luft, ich frage Vati, ob ich trotzdem fahren darf. Er nickt, geht wie selbstverstaendlich zur Beifahrertuer. Diesmal gurten sich alle sofort an, denn sonst macht der farang wieder Alarm. Tippa redet mir ins Gewissen, ich solle bitte langsam fahren. Damit mir ein Bus hinten draufknallt? Du spinnst doch! Mein immer leiser werdendes gelangweiltes "Khrap, khrap, khrap,..." kontert sie mit einem deutlichen lauten "Koja, wing tschaa tschaa" "Hey tirak, I know what I do. Phom tham khab ramad rawang, o.k.?!" Ich liebe es, nachts zu fahren. Die Umgebung ist von gnaedigem Schwarz verschluckt und bietet somit keine Ablenkungsmoeglichkeit. Man sieht wer von hinten und von vorne kommt, so denn die Mopeds und Wasserbueffel gegen die Fahrtrichtung ihr Licht eingeschaltet haben. Was ich gar nicht leiden kann ist, wenn mir irgendjemand reinquatscht. "Du hast hier Vorfahrt" akzeptiere ich gerade noch, aber spaetestens beim dritten Mal "Achtung, pass auf, da kommt ein Fahrradfahrer" halte ich an, oeffne die Beifahrertuer, und mein Mitfahrer darf nach Hause laufen. In Deutschland habe ich zweimal einen Tramper am naechstbesten Autobahnparkplatz rausgeschmissen, nur weil sie sich ueber die Musik aufgeregt haben, die ich eingelegt hatte. Gut, Boehse Onkelz und Napalm Death sind nicht jedermans Sache, aber als Passagier hat man die Schnauze zu halten. Das gilt auch fuer Tippa.

    In dem Moment wird mir klar, das ich ihr mal zeigen werde, was man mit einem Auto so alles machen kann. Wird vermutlich nicht der geile Audi von Vati sein, sondern ich werde einen mieten muessen. Mal im Drift durch die Kurven, schoen das Heck seitlich kommen lassen. Oder den lustigen Gimmik rueckwaerts fahren, einlenken und gleichzeitig die Handbremse ziehen, so das sich der Wagen um 180° dreht. Beim Herumschleudern den ersten Gang einlegen, Bremse loesen, und dann nahtlos vorwaerts weiterfahren. Wird aber besser sein, wenn wir das erst auf Phuket machen. Habe keine Lust das Tippa bei ihren Eltern davon Bericht erstattet, wenn ich noch in Reichweite bin.

    Kommen keine drei Kilometer weit, da beginnt es zu regnen. Nein, es faengt an zu schuetten als wuerde man durch einen nicht enden wollenden Wasserfall fahren. Schlagartig steht das Wasser zentimeterhoch auf der Strasse, und ich gehe vom Gas. Die Scheibenwischer wedeln hin und her auf der hoechsten Stufe, aber sie schaffen es nicht. Die Ruecklichter vor mir leuchten rot verschwommen, und meine Finger am Lenkrad spueren das Aquaplaning. Mehr als Tempo 50 ist nicht drin, das sehen auch die anderen Fahrer so. Mir tun die Menschen leid, die links und rechts neben der Strasse laufen und von unglaublichen Fontainen ueberschuettet werden muessen. Und ich bin heilfroh, heute nicht auf dem Motorrad zu sitzen. Nach zehn Minuten kommt der Verkehr ins Stocken, ich habe ein Auge im Rueckspiegel wie immer in solchen Sitationen, schalte sicherheitshalber die Warnblinkanlage ein. Keine Lust, das mir einer hinten draufkracht. Vati schaut erstaunt, ich erklaere ihm das dies ganz normal ist in Deutschland, wenn man auf ein Stauende auflaeuft. Erst als ich mehrere Fahrzeuge hinter mir habe, druecke ich wieder auf den blinkenden Button mit dem roten Dreieck.

    Die roten und gelben Rundumleuchten vor uns verheissen nix Gutes. Als wir von der Polizei im Schritttempo an der Unfallstelle vorbeigelotst werden erkenne ich drei Koerper, die regungslos auf der Strasse neben einem umgekippten Moped liegen. Und einen PKW, der vorne an der Motorhaube eine tiefe Delle hat. Die Rettungsmanschaft macht keine Anstalten, den drei Personen zu helfen, sie sind also vermutlich bereits tot. Durch den Regen kann man zwar kein Blut erkennen, aber die skuril verrenkten Gliedmassen der Opfer sehen gar nicht gut aus. Die von der Polizei ausgelegten qualmenden Leuchtstaebe erhellen mit ihrem giftigen Rot die Szenerie, verleihen ihr ein comichaftes Aussehen.

    Nachdenklich fahre ich weiter, auf der Rueckbank wird wild diskutiert. Die Damen unterhalten sich ueber den Unfall, sind teils geschockt, aber auch ganz aufgedreht. Diesmal nehme ich es Tippa nicht krumm, als sie mich auffordert, vorsichtig zu fahren. Zwinkere ihr im Rueckspiegel zu, das ich verstanden habe. Bis rein nach Chiang Mai hoert es nicht auf zu regnen, aber als wir am Phar Lap ankommen scheint das Heftigste vorueber zu sein. Die Stadt steht unter Wasser, was aber auch sein Gutes hat. Denn alle fahren langsam, es sind kaum noch Mopeds oder Fussgaenger unterwegs.

    Einer der Kellner kommt mit drei Regenschirmen aus dem Restaurant, als der Wagen des Chefs vorfaehrt. Lustigerweise kommt er natuerlich erst einmal zur Fahrertuer. Als diese aufgeht und ich ihn nur grinsend auf die andere Seite schicke, ist sein erstaunter Blick Gold wert. Mir ist der Regen egal, steige aus und gehe rueber ins Restaurant. Die Damen und Vati werden mit den Schirmen ausgestattet, und kommen nach. Der Regen hat zwar bereits deutlich nachgelassen, dennoch werde ich auf den paar Metern klitschnass. Tippa haucht mir etwas von wegen ´Ab naam´ ins Ohr und lacht mich an, Su kann es auch nicht lassen Scherze zu machen und reicht mir ihren Schirm. Toll, jetzt wo ich bereits nass bin und unter dem schuetzenden Dach des Restaurants stehe?! Die suesse Bediehnung von neulich bringt mir laechelnd ein frisches Handtuch, mit dem ich mir die Haare trocken reibe.

    Das Phar Lap ist brechend voll, man sieht vielen Gaesten an das sie vor dem Regen gefluechtet sind. Sogar ein paar Hunde werden ausnahmsweise gedultet, die halten sich aber nahe bei der Strasse auf. Winke dem Musiker zu, der uns laechelnd begruesst. Von einem Tisch mit Englaendern kommt die Frage, ob ich wieder etwas singe? Ich weiss noch nicht, mal sehen. Aber ich reagiere mit einem Laecheln, denn sie haben mich wiedererkannt. Drei Typen mit zwei Frauen, eine davon eine absolute Augenweide. Rotblondes langes Haar, unheimlich niedliches Gesicht, schlank, und bestimmt erst 20. Was mir bei ihr neulich schon aufgefallen ist, sind ihre gruenen Augen, ein elfengleicher Traum. Ihr Freund muss auch Hool sein, sieht zumindest so aus. Ist aber sehr nett, vielleicht auch weil er von mir ja weiss, zu wem ich gehoere. Bloss mit solch einem Bunny an meiner Seite waere ich permanent eifersuechtig. So wie ich bei Tippa, sie laesst einem gar keine andere Wahl als argwoehnisch andere Maenner betrachten zu muessen. Und das irre ist ja, das sie sogar drauf steht, wenn ich einem unvorsichtigen Typen der sie anbaggert was zwischen die Augen haemmere. Habe ihr zwar mehrfach gesagt, das ich das ungerne mache, aber wenn es soweit ist, dann bekommt er eben Pruegel. Diskutieren vorher bringt eh nichts, also am besten gleich voll reinschlagen um die Fronten zu klaeren. Wenn Du Dir den Falschen ausgesucht hast, um seine Freundin anzuquatschen, dann weisst Du es jetzt.

    Irgendwie gehen mir die Bilder von den drei Toten noch durch den Kopf, und ich muss erstmal nachdenken. Es kann so schnell gehen, mir kommt Kata wieder in den Sinn. Viel hat ja damals nicht mehr gefehlt, und ich waere genauso geendet. Und ein Spruch, nein eine Prophezeiung eines guten Freundes in Deutschland, der vor vielen Jahren zu mir sagte: "Du wirst mal auf der Strasse sterben". Er wird vermutlich Recht behalten, irgendwann liege ich tot auf dem Asphalt. Aber nicht vor vier Wochen, und auch nicht heute. Heute waren andere an der Reihe zu gehen. Seine Aussage war so ernst gemeint wie sonst nichts, denn er sprach sie kurz nach einem gemeinsamen schweren Autounfall aus. Wir sind beide unverletzt aus dem voellig zertruemmerten Fahrzeug gestiegen, es war bereits das zweite Mal, das ich ein Auto zerlegt habe. Und ich habe ihm damals sofort geglaubt, denn es war eine Eingebung bei ihm, das konnte man ihm ansehen. Auch die Polizisten und Feuerwehrleute meinten, es sei ein Wunder das wir da heil rausgekommen sind. Als mein Vater seinen zerstoerten Ford Granada sah, wurde er ganz blass. Gut, man setzt solch einen Panzer ja auch nicht unbedingt mit ueber 60 Sachen frontal in eine Hauswand, aber Ausnahmen bestaetigen die Regel.

    Lasse die Englaender Englaender sein, und setze mich zu meinem Leuten. Mutti sieht ab in die Kueche, fragt mich vorher ob ich Hunger habe? "Nit noi" "You want have some no names?" Nicke zustimmend, sie streichelt mir kurz ueber die Schulter im Weggehen.

  8. #157
    hello_farang
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    Re: Die Fragen...

    Su und Tippa haben sich Plaetze an einem Tisch gesichert, an dem bereits ein paar Thais sitzen. Einen freien Tisch gibt es momentan nicht, also wird zusammengerueckt. Wir werden eingeladen zuzulangen, ich begnuege mich mit etwas Reis und Gemuese. Bekomme ja gleich eine Egoportion. Denke ich zumindest, aber als Mutti mit den no names aus der Kueche kommt ist es eine grosse Platte, locker 50 Stueck und natuerlich fuer alle gedacht. Sie unterhaelt sich kurz mit unseren Tischnachbarn, und denen wird klar das sie mit der Tochter des Hauses am Tisch sitzen. Ihre Haende massieren meinen Nacken, waerend sie ihren Gaesten berichtet, wer ich bin. Mutti beugt sich runter zu mir und meint leise, das der eine Thai hier in Chiang Mai ein reicher Geschaeftsmann ist, und Stammgast. Vom Aussehen her waere ich nicht darauf gekommen, denn er hat Shorts und ein durchschnittliches schlabberiges Hemd an, auch seine Familie ist locker gekleidet. Nur seine juengste Tochter, sie ist vielleicht vier oder fuenf Jahre alt, hat ein schickes Kleid an. Und die Prinzessin am Tisch, das ist nicht zu uebersehen. Alle kuemmern sich um die Kleine, die den farang erstmal mit grossen fragenden Augen betrachtet, dann aber wieder in ihre Welt abtaucht als sei es das Normalste auf der Welt. Diese kleine Person fragt mich ganz selbstbewusst und auf englisch, woher ich komme? "Joereman", dann haelt sie mir ein Stueck Huhn hin. Ich lehne grinsend und auf thai ab, sage ihr das ich nur Gemuese und Reis esse. Sie will wissen, warum? Ich bin ueberrascht, wie sie mit mir redet und muss laecheln. Tippa erklaert ihr auf thai, das der farang kein Fleisch isst, und keinen Fisch oder Huhn. Die Kurze versucht es aber nochmal, mit einem "Aroi dii" haelt sie mir wieder ein Stueck Huhn hin. Die Erwachsenen laecheln und lachen, eine lustige Situation. Ich deute auf Tippa, sie soll es essen. Die Kleine gibt ihr das Teil des Gefluegels, und sie bedankt sich. Im Gegenzug nehme ich ein no name, dippe es in die suesse Sosse und reiche es der Prinzessin "Aloi maak!" Sie lacht, nimmt und isst es.

    Das Gespraech am Tisch dreht sich nach ein paar Augenblicken um unseren Besuch im Wat. Wir suchen die Amulette hervor und reichen sie in die Runde. Die Postkarte, auf der Seine Majestaet der Koenig abgebildet ist zusammen mit dem alten Abt, erregt grosses Aufsehen. Es wird eingiebig studiert, mit hochgezogenen Augenbrauen. Fuer ein paar Sekunden habe ich die Moeglichkeit, unbemerkt Tippa anzuschauen. Ihr zartes Gesicht gleicht einem Pressefoto eines Models im Seitenprofil. Sie blickt auf die kleine Prinzessin, dreht sich dann vertraeumt zu mir. In ihren Augen kann ich den Wunsch lesen, den nach Heirat und Kindern. Mein Gott, wie schoen sie ist. Was soll ich ihr bloss antworten, wenn sie die Frage wirklich stellt?

    Der Vater der Familie fragt etwas, ich wende mich ihm zu. Ja, es hat mir sehr gut gefallen dort und ja, bis auf diese zwei Amulette sind es Geschenke. Ich deute auf das grosse weisse, und das kleinere aus Bronce. Tippa und Su koennen ihren Schnabel nicht halten und berichten, das ich beim Bau mitgeholfen haette. Verstehe zwar nur 30% dessen, was sie reden, aber es ist mir peinlich. Unter dem Tisch teile ich in beide Richtungen aus. Su wird auch ruhig, waerend Tippa mir nur ihre Hand auf den Oberschenkel legt und einfach weiterquatscht. Sie zeigt nach oben, und plappert immer weiter. Versuche zwar, nochmal mit dem Bein auszuholen, aber sie haelt es fest in eisernem Griff. Mir bleibt nichts anderes uebrig als es ueber mich ergehen zu lassen. Der reiche Geschaeftsmann schaut mich an, nickt. Wir prosten uns mit den Bierglaesern zu, und ich suche verzweifelt Augenkontakt zu Tippa. Sie ist aber stur, guckt geradeaus, also wende ich mich nach links zu Su. Die strahlt mich an wie ein Honigkuchenpferd. Verdammt, ihr habt Euch doch abgesprochen? Gut, die Leute wissen nun was wir heute gemacht haben. Ich kenne sie nicht, aber sie finden es gut.

    Wie ich damit umgehen soll, das es die drei Toten auf unserem Weg gab, das weiss ich nicht. Ich werde es einfach akzeptieren muessen. Die Drei sind mir so nah, wie nichtmal Tippa. Wird sie es verstehen? Ich werde ruhig, ziehe mich in mich zurueck. Sie bemerkt es nach ein paar Minuten, und fragt mich was los ist? Schaue sie an, und wieder verschwimmt das Bild vor mir. Sie nimmt mich beiseite, neben den Tresen zu dem Raum, in dem sie mich massiert hat. Zwei Schritte noch, und hinter uns schliesst sich die Tuer. Gerade rechtzeitig, denn ich beginne zu weinen. Heule meinen Schmerz und die Unfaehigkeit darueber heraus, mit dem Erlebten klarzukommen. Es ist auch ein Bild meines Todes damals, welches nun durchbricht. Ich sehe die Drei, fuehle wie bei ihnen die Filme abspulen in Sekundenbruchteilen, wie sie gehen fuer immer, sich nochmal von ihren Liebsten verabschieden zu versuchen. Setze mich auf den gekachelten Boden, und muss nur noch heulen.

    Tippa umfasst meinen Kopf, wiegt ihn in ihren Armen, kuesst mir auf die Haare. Ich halte sie nur fest, will sie nie mehr loslassen. Wir sitzen eine halbe Stunde lang auf dem Fussboden und reden, ich versuche mich zu beruhigen. Aber es funktioniert nicht. Wie gerne wuerde ich jetzt irgendwem ein paar aufs Maul schlagen, das waere so einfach. Warum kann ich nicht aufhoeren zu heulen? Aber sie versteht mich, nimmt den farang in die Arme und drueckt ihn ganz fest an sich, bestimmt fuer zehn Minuten. Wir reden nicht mehr, ich weine nur noch und halte mich fest. Sie ist fuer mich nicht mehr meine Freundin die ich 5exy finde, sie ist nur noch ein Baumstamm an den ich mich klammere um nicht weggespuelt zu werden. Und ich bin ihr unendlich dankbar dafuer.

  9. #158
    hello_farang
    Avatar von hello_farang

    Re: Die Fragen...

    Su klopft an der Tuer und kommt rein. Natuerlich ist es aufgefallen, das wir so lange weg sind. Hinter Su kommt Vati in den Raum, aber beide sehen das es nichts Unmoralisches ist. Meine roten Augen verraten mich, obwohl ich mich wieder gefasst habe. Tippa erklaert, weshalb es laenger gedauert hat. Und es ist ihr Vater der sich zu mir hockt, seinen Arm um mich legt und sein Verstaendnis ausdrueckt. Su kniet ploetzlich neben mir und sagt, das sie es kennt von ihrem Schwager. Auch er hatte einen Motoradunfall und wurde erst im letzten Moment gerettet. Es ist gut, das diese Menschen mit mir reden, ich stehe auf und wische mit die Traenen aus dem Gesicht. Tippa meint aber, das ich so nicht zurueck ins Lokal gehen kann. Dafuer saehe ich viel zu verheult aus. Wasche mir also erstmal das Gesicht am Waschbecken in dem Zimmer, haue mir ein paarmal die Haende ins Gesicht, um wieder frisch zu werden. Ich fuehle mich nicht schlecht, mir ist auch nichts peinlich, aber ich bin fertig.

    Es ist immer dasselbe bei mir. Ich bin zunaechst unfaehig zu trauern, aber irgendwann bricht es voll durch. Das war so, als mein Hund starb, und spaeter auch als meine Eltern starben. Erst nach Wochen kam der Punkt, an dem ich ploetzlich weinen konnte, weinen musste. Eine Energieentladung, unvermittelt und reinigend. Und es ist jedesmal nur genau ein Mal, danach ist die Trauer traenenlos. So als wuerde sich mein Koerper nun weigern, weitere Traenenfluessigkeit zu produzieren. Das alles erklaere ich, und die Drei verstehen. Ich bin froh, das es endlich soweit war, wenn auch an einem unguenstigen Ort zu einem unguenstigen Zeitpunkt. Aber das kann ich mir nicht aussuchen, obwohl ich vorhin im Wat schon eine Vorahnung hatte, als der Abt mit mir redete. Es waren nicht nur Traenen der Trauer und Hilflosigkeit, sondern auch der Dankbarkeit gegenueber Lek und seiner Familie, seinen Freunden. Ohne sie waere ich warscheinlich doch nach Deutschland geflogen, um mich operieren zu lassen. Der ADAC hatte es ja sofort angeboten, mich zurueck zu holen.

    Diesmal war es mein Unfall und die Nahtoderfahrung, die es zu entspannen galt. Die toten Thais auf der Strasse waren allem Anschein nach der Katalysator. Wie nach einem heftigen Gewitter die Luft frisch und gereinigt ist, so fuehle ich mich nun. Und ich weiss, das ich ab jetzt ganz frei ueber die Dinge nachdenken und werde reden koennen. Schon habe ich wieder ein Laecheln im Gesicht, umarme erst Vati und Su, dann Tippa besonders lange. Gebe Vati den Autoschluessel mit dem Hinweis, das ich heute nicht mehr fahren werde. Als waere nichts gewesen gehen wir zurueck ins Restaurant, und er fragt mich, ob ich jetzt ein Bier haben moechte? "Khrap, yai", er lacht. Mit den Maedels setze ich mich wieder an den Tisch. Man will natuerlich wissen wo wir waren, Tippa sagt wir haetten dringend reden muessen, Su bestaetigt es. Sie treffen es damit ja ganz gut.

    Als der Kellner die grosse Flasche und ein Glas bringt, es einschenken will, nehme ich ihm die Pulle weg und setze sie an. In einem Zug leere ich es, bestelle danach noch drei. Die sind dann aber fuer alle am Tisch gedacht, nun darf er die Glaeser fuellen. Man, wie gerne wuerde ich jetzt eine dicke Tuete rauchen, aber das ist leider unmoeglich. Aber nachher zuhause im Pool, da werde ich es qualmen lassen.

    Nach einer Stunde verabschieden Su, Tippa, und ich uns. Wir gehen rueber zum Nachtmarkt, obwohl es aufgehoert hat zu regnen glaenzt die Strasse, die Lichter spiegeln sich auf dem feuchten Asphalt. Was fuer ein Kontrast zu dem Hinterraum im Restaurant, das Leben pulsiert. Horden von Touristen und Einheimischen schieben sich ueber die engen Buergersteige durch unzaehlige Staende mit Klamotten, CDs, Bildern, Brieftaschen, Schuhen, Schirmen und bemalten Faechern, Garkuechen, Bars, Fussreflexzonen-Massagesalongs. Man ist auf grosse farangs eingestellt, mir faellt auf das ich mir nur zweimal den Kopf fast an einer tief haengenden Plane stosse. An so gut wie jedem Stand dudelt Musik, meisst Techno oder Thai-Pop. Frauen vom Stamm der Akka in ihren beeindruckenden Trachten bieten im Vorbeigehen Schmuck an. Ich kaufe ein Armband fuer eine gute Freundin in Deutschland, denn sie steht auf sowas. Natuerlich muss ich Tippa ganz genau erklaeren, fuer wen es ist, sie ist misstrauisch. Prima, das Leben hat mich wieder, ich umfasse ihre Huefte und ziehe sie dankbar an meine Lenden. Schatz, vertrau mir einfach.

    Wir kommen zu einem Bereich, wo grosse wunderschoene Gemaelde verkauft werden. Einige Kuenstler sitzen bei der Arbeit an unfertigen Bildern. Das Konterfei des Buddha, oder Landschaften, die so realistisch wie eine Fotografie wirken. Ich frage nach dem Preis eines Bildes des ins Nirvana eingegangenen Buddha, erhalte aber keine Antwort. Tippa klaert mich auf: Alle Kuenstler hier sind taubstumm, es ist ihr Privileg, exclusiv die Bilder malen und verkaufen zu duerfen. Eine Art von Sozialhilfe, so wie in Spanien, wo die ONCE-Lotterie ausschliesslich in den Haenden von Blinden ist. Finde ich absolut klasse. Also wird das Bild gekauft, den Preis erfahre ich, indem er in einen Taschenrechner getippt wird. Su handelt den Preis noch um 300 Baht runter, die 1200 Baht fuer das Oelgemaelde halte ich fuer fair. Das es fuer Tippa ist werde ich ihr zuhause sagen. Natuerlich nehmen wir es nicht gleich mit durch das Gedraenge, es wuerde mit Sicherheit beschaedigt werden. Also wird es verpackt und beiseite gestellt, bis wir es abholen.

    Weiter geht es die Strasse runter, die Maedels kommen wie selbstverstaendlich nicht an einem Stand mit hohen Schuhen vorbei. Alles klar, na das kennt man ja. Neben mir steht ein Thai, der mich nur angrinst, denn auch seine Freundin probiert fast die gesammte Kollektion durch. Ich reiche ihm die Krong Thip Packung rueber, und gemeinsam betrachten wir die Maedels bei einer ihrer Lieblingsbeschaeftigungen, waerend wir eine rauchen. Er will wissen, ob das etwa beides meine Freundinnen sind? Nein laechele ich, nur die. Deute auf Tippa, er nickt zustimmend mit dem Kopf, und obwohl seine Maus auch sehr niedlich ist kann er seine Augen kaum abwenden von den langen Beinen Tippas. Wir unterhalten uns auf englisch darueber, das es anscheinend ein weltweites Phaenomen ist, das Frauen auf Schuhe stehen. Bestaetige, das es in Deutschland ganz genauso ist, wir muessen beide lachen. Auch seiner Bemerkung, das es mit Schmuck nicht anders ist, kann ich nur gequaelt laechelnd zustimmen. Man kann den Maedels gar nicht genug Metall um den Hals haengen, na Hauptsache sie piercen sich das Zeug nicht ins Gesicht oder sonstwohin. Er lacht wieder, zeigt mir aber mit einer Handbewegung, das seine Freundin eines am Bauchnabel hat. Ich entgegne, wenn Tippa sowas machen wuerde ich sie sofort wegschicken wuerde "No piercing, no Tattoo", da bin ich knallhart. Tippa bekommt unser Gespraech nur bruchstueckhaft mit und fragt "Koja, what you say?" "Nothing tirak, leo leo!" wackele ich auffordernd mit der rechten Hand. Der Thai neben mir muss wieder grinsen. Bezahle nach ewigem Warten fuer beide die endlich ausgesuchten richtigen Toeppen, ernte dafuer ein zweifaches freudiges "Khop khun na kaa".

  10. #159
    hello_farang
    Avatar von hello_farang

    Re: Die Fragen...

    Unser Weg fuehrt uns weiter die Strasse runter. Einer der Schmuckstaende laeutet den naechsten Stop ein, Tippa lacht mich an um danach sofort die Auslagen zu begutachten. Ich stelle mich dicht hinter sie, und sage ihr ins Ohr, das ich ihr erstens nichts kaufen werde und zweitens auch nicht warte, sondern rueber zu einem VW-Bus gehen werde. Sie schaut in Richtung des Bulli, und versucht mir ihre Tuete mit den Schuhen in die Hand zu druecken. Schatz, Du bist wohl voellig bekloppt? Wieso sollte ich Deine Schuhe in der Gegend rumtragen? Nix da, das machste gefaelligst selber. Sie bettelt zwar noch "Ui Koja, please", aber meine Antwort lautet nur "O.k. tirak, but I do sell the shoes to the next nice lady" Ich liebe ihren empoerten aergerlichen Blick, koennte sie dafuer kuessen. Natuerlich haelt sie die Einkaufstuete nun fest in ihren Armen, genau das was ich bezwecken wollte. Na siehste, es geht doch. Dafuer probiert es nun Su, sie haelt mir ihre neuen Schuhe fragend hin "Do you take my shoes please?" "Yes, no problem" nehme ich ihr die Plastiktuete ab, biete sie den naechstbesten Maedchen an "Shoes for free! Do you want have brand new shoes for free?" Sie huepft lachend an meinem Arm rum, kann die Tuete nicht greifen weil ich sie hin und her schwenke. Von hinten treffen mich zwei Schlaege, verbunden mit dem wohlvertrauten "Ui Koja!" Drehe mich um zu ihr, frage Tippa "Do you want have new shoes?", dann druecke ich ihr die Dinger in die Hand. Ich kenne Su´s Kleiderschrank noch nicht, aber der ist bestimmt genauso voll mit ueberfluessigen Schuhen wie der von Tippa. Wenn es nach mir ginge, dann wuerden alle Menschen genau ein Paar Knobelbecher besitzen, solange bis sie auseinanderfallen. Erst dann gibt es neue. Gut, hier in Thailand auch noch ein Paar Flip-Flops, die habe ich selbst ja schon sehr schaetzen gelernt.

    Bin die zwei los und steuere den VW-Bus auf der anderen Strassenseite an. Der war mir neulich schon aufgefallen. Ein hochgeklapptes Dach, an dem eine kreisende Discokugel haengt, aus den Boxen droehnt Technomusik. Es ist eine fahrende Bar mit drei Hockern davor. Die Longdrinkliste ist schier endlos, ich bleibe aber gleich ziemlich weit oben kleben. Nehme einen Mai Tai, der ja bekanntlich nichts mit Thailand zu tun hat. Egal was man bestellt, es kostet 120 Baht, und wenn der Barkeeper gut ist, dann ist das preislich in Ordnung. Er ist gut, die paar Tropfen Saft die oben drauf geschuettelt werden sind ein Witz, der Rest ist Hochprozentiges pur. Au weia, na zum Glueck sieht das Tippa nicht.

    Unterhalte mich mit dem Barkeeper, frage ihn warum ausgerechnet ein T2 Bulli? Irgendwie scheint das Mode zu sein in Thailand, denn auf Samui und in Bangkok irgendwo in der Gegend der Khao San Road habe ich die auch schon gesehen. Er erklaert mir, das es alte Fahrzeuge aus Regierungsbesitz sind, oder vom Rettungsdienst. Und das sie ´very good engines from Germany´ haben. Macht Sinn, denn sonst wuerde so eine Karre hier ja ein Vermoegen kosten bei den Einfuhrsteuern. Grinse ihn an, sage ihm das ich zuhause in Deutschland auch einen Bulli habe, einen der naechsten Generation. Eckig, nicht so knuffig wie die T2, aber meiner hat dafuer Allrad-Antrieb. Mein Hockernachbar nickt mir zu "Die werden aber nicht in Deutschland, sondern bei uns gebaut" "Ja, haste Recht, von Seyr-Puch, ich weiss. In Europa das Beste in Sachen Allrad" Ein Oesterreicher so um die 30, schnell stellt sich heraus das wir beide ueberzeugte Bulli-Fans sind. Klopfen auf das dicke soldide Blech unserer Bar und loben die gute Qualitaet, die diese alten Kisten frueher hatten. Die haeufigsten Roststellen werden besprochen, und das es heute nicht mehr wirklich das Gelbe vom Ei ist, was produziert wird. Er outet sich als T4-Fahrer, ich muss muede laecheln "Das sind doch keine Bullis mehr, Bullis haben den Motor hinten" Er muss zustimmen, sagt aber, das er auch noch so einen T2 hat und klopft auf den Tresen. Das Gespraech kreist um die Autos und ihre Vorzuege, wie sollte es auch anders sein. Irgendwann erwaehnt er die IG T2, eine Gemeinschaft der Freunde des T2. Ich muss lachen, bei denen war ich zweimal zu Gast auf einem Bullitreffen in Salzgitter. Er ist dort Mitglied, ich erwaehne das ich 2. Kassenwart der IG-T3 bin und wir dort einen Stand hatten. "Etwa der mit der blauen Schnauze?" "Genau den, habe die meisste Zeit dahinter gesessen, vielleicht haben wir uns da ja schonmal gesehen?" "Na mit Sicherheit, denn ich fand das ganz schoen mutig von Euch da aufzutauchen und so einen geilen Tresen zu praesentieren. Ihr hattet doch lauter Modellautos darauf rumstehen?" "Genau, die Bilder kannste Dir auf unserer homepage ansehen, auf einem bin ich auch mit drauf" Tja, Bullifreunde gibt es weltweit, und dann trifft man sich tausende von Kilometern fern der Heimat ausgerechnet an einer VW-Bus-Bar in Chiang Mai wieder. Na gut, kein Bulli-Freak koennte wirklich an sowas vorbeigehen ohne einzukehren.

    Seine Augen wandern auf und ab, an mir vorbei, und ich drehe mich in seine Blickrichtung um. Tippa und Su sind angekommen, ich stehe auf und biete ihnen an "Take a seat please" Sie haben keinen neuen Schmuck um, dafuer aber jede eine weitere Tuete. "Show me what you buy" linse ich rein. "No Koja, I can not show you now" grinst Tippa, Su zeigt uns aber ein neues T-Shirt. Der Oesterreicher fragt mich, ob ich sie kenne? "Ja, das ist meine Freundin, die andere ist die Freundin meiner Freundin" Die beiden lassen sich erschoepft auf dem freien und dem frei gewordenen Barhocker nieder, studieren die Getraenkekarte. Tippa will wissen was ich da habe und zieht kurz am Strohhalm, macht dann grosse Augen "Uii?!" Verdammt, hat sie mich also doch erwischt. Egal was sie jetzt bestellen, es geht natuerlich auf meine Rechnung. Entscheiden sich fuer Pina Colada, ich nehme noch einen Mai Tai und reiche dann 500 Baht rueber.

    Tippa hat natuerlich doch etwas an dem Schmuckstand gekauft, und packt es ganz gespannt aus. Es ist eine goldene Einfassung fuer mein Amulett, welches ich vorhin von dem Abt geschenkt bekommen habe. Und es wurde bereits darin eingefasst, deshalb hat es so lange gedauert. Ausserdem haengt das ganze nun an einer dicken goldenen Kette. "Tilak, for you", bin voellig ueberwaeltigt. Und ich Idiot will dieser Frau keinen Schmuck schenken? Man muesste sie ueberschuetten damit. Was sie damit sagen will ist mir klar, und das es nun ernst wird. Die Schlinge zieht sich langsam zu, und dabei kann sie doch gar nicht wissen, das das Bild, welches ich vorhin gekauft habe, fuer sie ist.

    Der Oesterreicher hinter meinem Ruecken, der Bulli neben mir, alles ist vergessen. Ich lege die Kette um, begruesse das Amulett mit einem dreifachen Wai. Tippa strahlt ueber das ganze Gesicht, hinter ihr auch Su. Man, wo bin ich da bloss reingeraten, das mir ein suesses Maedchen ein solches Geschenk macht? Oder ist es ihr Buddhismus und die Tatsache, das mich der Besuch im Wat letztendlich dazu gebracht hat, ueber die Dinge vor vier Wochen nachzudenken? Eine Erinnerung an den heutigen Tag mit all seinen Bildern und Eindruecken? Ein Dankeschoen dafuer, das ich zum ersten Mal neben unserem 5ex zu 100% ehrlich war, sie gesehen hat wer ich wirklich bin?

    Ich will gar nicht dran denken, was die Kette und der Anhaenger gekostet haben, fuer viele Thais bestimmt einen Monatslohn. So gerne wuerde ich sie jetzt kuessen, ein zartes Streicheln an ihrem Hals laesst sie dies auch spueren. Auch wuerde ich gerne aus Dankbarkeit weinen, das merke ich. Aber die Traenen sind versiegt in ihren Armen vor kaum zwei Stunden. Na sie hat ja genug davon auf ihrem Kleid, sie zeichnen sich als getrocknete leicht weissliche Raender darauf ab. Lasse meinen rechten Zeigefinger ueber ihre linke Schulter gleiten, als er die nackte Haut des Arms erreicht bekomme ich fast einen Stromschlag. Sie kontert, indem sie mir die Bartstoppeln am Kinn krault. Zwei Dinge sind mir nun klar. Erstens bin ich ueber beide Ohren verliebt in diese wundervolle Frau, und zweitens muss ich mich morgen frueh unbedingt wieder mal rasieren.

  11. #160
    hello_farang
    Avatar von hello_farang

    Re: Die Fragen...

    Das Bigbike macht Spass.
    Kenne den Hobel erst seit ein paar Minuten, bin aber total begeistert.

    Die verdammte Strecke zwischen Karon und Kata verlaeuft parallel zum Strand, und da gehen ganz locker mal 180 km/h, wenn man den Gashahn runterzieht. Der Sound laesst die Badegaeste warten, wenn sie vom Strand zu den Bungalows oder ihrem Hotel zurueck wollen. Oder die Koeter, die an den beach wollen um zu schnorren. Oder umgekehrt, mir voellig egal. Die Piste ist schnurgerade und eben. Ich lasse den Motor zwischen meinen Beinen aufjaulen, rieche den verbrannten Gummi des Starts am Kreisel von Karon, um danach alles um mich herum nur noch wie im Zeitraffer vorbeifliegen zu sehen. Bremsen ist jetzt eh nicht mehr moeglich, also bleibe ich auf dem Gas bis zum Fussballstadion kurz vor der leichen Kurve nach Kata rein. Den Betonmischer der gerade wendet, sehe ich noch..., dann wache ich schweissgebadet auf.

    Blicke Tippa verstoert an, die ihre Arme fest um mich gelegt hat und probiert, mich zu beruhigen. Sie versucht es mit Kuessen, ich muss mich aufsetzen und begreife ganz langsam, das mir mein Hirn wieder einmal einen boesen Streich gespielt hat. Merke, das ich kurz davor bin zu hyperventilieren, also beginne ich ruhig und tief ein und aus zu atmen. Tippa ist wach und laesst mich nicht mehr los, ein Fakt der schoen und entspannend ist. Dennoch ist sie fuer mich nur ein Statist, so wie die Wand auf die ich glotze, oder die Strassenlaterne, die ihr truebes Licht ins Zimmer wirft.

    Es dauert ein paar Momente, vielleicht Minuten, und ich komme langsam wieder runter. Wir haben in den letzten Wochen diesen Moment so oft wiederholt, aber sie ist immer da, umarmt mich und haelt mich dabei ganz fest. Wie ein Kleinkind klammere ich mich an sie, dann aber lasse ich los und moechte allein sein.

    Setze mich auf im Bett, krame mir den Tabak, die Blaettchen und das Gras hervor, und baue mir einen Stick. Tippa weiss, das ich nun allein sein moechte und laesst mich in Ruhe, streichelt mir hoechstens ueber den verschwitzten Ruecken. Das nehme ich aber kaum noch war, ist mit voellig egal. Auch das ich aufstehe, zum Fenster gehe, und dann rauchend in den Himmlel starre, all das ist nun mein Ding.

    Der Schweiss laeuft mir den Ruecken herunter, und ich weiss das ich jetzt erstmal duschen gehen werde - alleine, und kalt. An der Zimmertuer entschuldige ich mich bei ihr "Khoo thoot", und wie immer laechelt sie mich nur an. Unter der Dusche werde ich wieder wach und ueberlege, womit ich so eine Frau an meiner Seite verdient habe. Sie koennte es um soviel einfacher haben, wenn sie jetzt auf Phuket waere. Oder doch nicht, ich weiss es nicht. Warum macht sie das alles mit?

    Das kalte Wasser faellt auf meinen nackten Koerper, es vertreibt zumindest die Erinnerungen an den Traum. Aber nicht das Gefuehl, das bleibt.


    Es gab nie einen Betonmischer, in den ich gerast bin. Aber es gibt dieses verdammte Stueck Strasse, auf dem ich aufgeschlagen bin nach dem Crash. Das war kein weicher anschmiegsamer Koerper, der gut duftet und lange schwarze Haare hat. Aber der Augenblick war ebenso schoen, als wuerde man fuenf Orgasmen gleichzeitig haben. Losgeloest von allem Leid wuerde ich jetzt gerne wieder dort in Kata auf der Strasse liegen, und meinen Weg beenden. Irgendwer goennt es mir nicht, hat mir aber eine zuckersuesse Entschaedigung dafuer gegeben, mir kommen die Traenen. Wie kann ich Tippa jemals dafuer danken, obwohl ich selber nicht begreife, weshalb?!

    Ich bin muede nach dem Duschen, lege mich neben das Wesen von einem anderen Stern, sie ist bereits wieder eingschlafen in ihren Traum. So suess, so 5exy, wie sie da ganz ruhig liegt und atmet. Lange betrachte ich ihr Gesicht, streichele sanft ihre Haare, rieche daran. Beim Bellen eines Hundes schlafe ich wieder ein.

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