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Der Farang - 5 Kurzgeschichten

Erstellt von Chonburi's Michael, 28.05.2004, 10:42 Uhr · 25 Antworten · 3.321 Aufrufe

  1. #21
    dms
    Avatar von dms

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    756

    Re: Der Farang - 5 Kurzgeschichten

    @waldi @robert

    ja genau so sehe ich das mittlerweile auch und waldi es ist noch schlimmer in patty ....


    die meisten die hier geschäfte machen meide ich lieber und ja es gibt auch jede menge ordentlich farrangs hier aber die lernste mehr durch zufall und mit der zeit kennen und das ist verdammt nicht einfach...


    weil die wissen ganz genau was abgeht und sind entsprechend vorsichtig wenn sie jemanden neu kennenlernen

  2.  
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  3. #22
    Chonburi's Michael
    Avatar von Chonburi's Michael

    Re: Der Farang - 5 Kurzgeschichten

    Vierte Geschichte

    Nicht immer ist das Geld wichtig

    Vor einigen Wochen 8.30 Uhr frueh, sah ich einen Farang auf dem Markt. Ich fuhr mit dem Auto um die Ecke und er kam mitten auf der Strasse zu Fuss. In der rechten Hand hielt er eine Flasche Chang Bier. Ich hielt an und wartete bis er die Strasse freigab.
    Er winkte mir zu und gab mir Zeichen das Fenster runterzukurbeln. Ich fuhr zur Seite und oeffnete das Fenster und fragte was er moechte. Er fragte ob ich ihn nicht nach Pattaya fahren koennte, er wurde mir auch 800 Baht geben.

    Ich sagte das ich es mit meiner Zeit nicht vereinbaren koenne da ich um 9.00 im Buero sein muss. Ich gab ihn den Rat den Bus 322 nach Chonburi zu nehmen , der viertelstuendlich hier haelt. Die Fahrtkosten 7 Baht. Anschliessend in Chonburi beim Charom Thai Einkaufszentrum den blauen Bus nach Pattaya. Die Fahrtkosten 30 Baht fuer den nicht klimatisierten Bus und fuer den klimatisierten Bus betraegt der Fahrtkostenpreis 65 Baht.

    Er meinte das er lieber Privat fahren moechte, da er unsicher sei, den richtigen Bus zu finden und wenn er in den richtigen Bus einsteigt, das dann der Fahrpreis sich verdoppeln wuerde. Ich bot ihn an, hier auf dem Markt einen kleinen Bus zu mieten, der Fahrer verlangt nur 500 Baht. Er bedankte sich und wir verabschiedeten uns.

    Nachmittags kam er leicht Betrunken in mein Buero, das nicht weit entfernt von der Bushaltestelle ist und regte sich furchtbar auf. Der Fahrer des Kleinbusunternehmens wollte bis 16.00 Uhr warten da er noch auf einige Fahrgaeste wartete. Er bot dem Fahrer 1000 Baht wenn er sofort fahren wuerde.

    Der Fahrer sagte ihm das dies nicht machbar sei. Dann liess der Farang seine aufgestaute Wut aus. >Wortliches Zitat< „Was glauben den die Thais das sie so mit den Auslaendern umspringen koennten. Wollen die den unser Geld nicht oder sind diese kleinen braunen Zwerge besser als wir. Und ueberhaupt die sollen froh sein das Auslaender noch nach Thailand reisen. Dieses Land das so verrufen ist. Sie himmeln einen nur an weil sie denken das Auslaender reich sind. Wir muessen aber unser Geld sauer verdienen und die Thais stehlen es von den Auslaendern. >Zitat ende<

    Ich versuchte ihn zu beruhigen und fragte ihn was er zu tun gedenke. Er wurde noch ein Bier vom seven-eleven holen und dann den Erstbesten Fahrer anhalten und ihm 2000 Baht geben fuer die Fahrt nach Pattaya. Er moechte mir beweisen das es nur eine Geldfrage sei.
    8 Uhr abends sah ich ihn auf einem Pick-up Taxi steigen, da die Busse nur bis 7.30 Abends nach Chonburi fahren. Er wuerdigte mich keinen Blickes. Fahrtkostenpreis: 70 Baht. Wie er dann weiterkam weiss ich nicht. Nicht immer ist Geld ein wichtiges Element um alles was der Farang moechte, zu tun.

  4. #23
    Chonburi's Michael
    Avatar von Chonburi's Michael

    Re: Der Farang - 5 Kurzgeschichten

    Fuenfte Geschichte

    Jo

    Pattaya wird auch die “Stadt die niemals schlaeft” bezeichnet. Ich war erst seit kurzem in Pattaya. Mein Erkundigungstrip war noch nicht Ausgedehnt. Ich liebte den Strand am Morgen. Der Strand war so leer wie mein Innerstes und fuellte sich erst am spaeteren Vormittag.
    Es war der 24. Dezember. Eine Bar in der Soi Diamond. Ich stand am Tresen einen duftenden Kaffee vor mir. Es hat noch nicht die Morgendliche Schwuele eingesetzt. Ich war der erste Gast. Kein Wunder bei dieser Heergottsfruehe. Die Uhr zeigte 5.30. Ich war nach einer durchzechten Nacht noch nicht alleine zu Bett gekommen. Ich hatte gerade ein Maedchen in ihren Condo verabschiedet die mich auf ein Short-time mitnahm. Noi, die Ehefrau des Barbesitzers (ein Englaender wie ich erst spaeter erfuhr) war auch noch nicht lange auf doch sie sah schon perfekt aus. Jeder Farbstrich in ihrem Gesicht war von Meisterhand gezeichnet worden. Nur die Augen wirkten noch ein wenig verschlafen. Sie wischte sich das letzte Sandkoerner aus den Augenwinkeln und fuellte danach meine Tasse mit heissem schwarzen Kaffee auf. Ich schluerfte den Kaffee genuesslich in mich hinein. Eine Zigarette verstaerkte meine Kopfschmerzen.

    Noi kam um den Tresen und massierte meine Schlaefen und es schien als wuerden die Kopfschmerzen von ihren Daumen aufgesaugt werden. Waehrend der kurzen Kopfmassage erzaehlte ich ihr das das Short-time in mir eine leere hinterlassen hatte. Nachdenklich wiegte sie den kopf und meinte das es allen so ergeht die das erste mal Liebe fuer Geld machen und sich das mit der Zeit legen wuerde. Ich brauche nur die Einstellung dem Maedchen gegenueber zu aendern und das Gefuehl der bezahlten Liebe will weichen. Da wir gerade beim Thema Geld waren fragte ich Noi ob sie nicht wuesste wo ich einen Safe bekommen koennte um meine Travellerchecks und ca. 200.000 Baht deponieren konnte. Ich hatte zu diesem Zeitpunkt nur ein kleines Zimmer gemietet und es schien mir nicht zu 100% sicher.

    Ich moechte noch sagen, das ich von Thailand soviel Ahnung hatte wie eine Kuh vom Fussball spielen. Noi machte mir deen Vorschlag am Nachmittag noch mals zu kommen und mit ihrem Mann zu sprechen. Ich trank noch einen Kaffee und wechselte die CD von Michael Jakson zu Bon Jovi. Der Song „It’s my Life“ stimmte mich fuer den Tag ein. Ich wollte gerde die Bar verlassen als ein grosser Glatzkoepfiger vom Typ Schwarzenegger die 2 Stufen der Bar heraufkam. Hello everybody, die Stimme passte nicht zu der Statur. Diese Stimme war eine liebliche Mischung aus Charles Bronson, Robert Redford und Amanda Lear. Ohne Worte stellte Noi eine Tasse Kaffee auf den Tresen. Der Mann kuesste sie und fragte nach ihrem Wohlbefinden. Sie schmiegte ihre Wange am Gesicht das von einem 3 Tagebart geziert war.

    Jo, das ist Michael, der hat ein Problem. Der Angesprochene wante sich mir zu. „What’s on’? Er sagte das er der Besitzer von der Bar ist und gerade von einem 2 Taegigen Schiffstrip zurueckkam. Ich fragte , da ich erst seit ganz kurzer Zeit in Pattaya bin, ob er nicht wuesste wo ich einen Safe bekommen koenne. Er klopfte mir auf die Schulter das ich dachte die Schulterblaetter wanderten in meinen Brustkasten. Ich hustete und er meinte nur, „Don’t smoke too much“ und zwinkerte mit den Augen.

    Er zeigte mir an der Wand rechts vom Bartresen zum Aufgang in den ersten Stock einige Holzkaesten, die wie ich diese sah, mich an einem Sparverein der Bienenzuechter erinnerten. Ich schaute lange und nachdenklich. Don’t worry, dies ist unser Safe. Du kannst diesen Safe benutzten. Ich weiss nicht, war es der Kaffee, die Zigarette oder der selbsicher Ton den Jo hatte. Ich gab meinen Geldguertel hinein.
    Er gab mir den Schluessel zu meinen Fach. Wenn du dir Sorgen machst so komme einfach vorbei und kontrolliere einfach. Sollte ein Baht fehlen, bekommst du das 10 fache zurueck. Er ging zur Stiege ruettelte noch am Safe und verschwand in den ersten Stock.
    Noi musste Gedanken lesen koennen. Mach dir keine Sorgen, alle Stammgaeste haben ihre Sachen hier deponiert und noch nie ist etwas abhanden gekommen. Alle waren Englaender, seine Freunde.

    Was soll ich euch sagen. Ich benutzte diesen Safe 1 Monat und es kam nie ein Baht abhanden. Nach Jahren nach meinem Aufenthalt im Dorf ging ich in die Soi Diamond. Jo, Noi waren nicht mehr. Diese Bar war meine Kummerbar. Ich konnte ueber alles reden. Immer hatten die Maedchen ein offenes Ohr. Wehmuetig wird es in meinen Herzen. Mit Jo, hatte ich nur ein paar Worte gewechselt und die sind in meinem Kopf und Herzen. Ich hatte mich von meinen Gefuehlen leiten lassen und wurde nicht entaeuscht. Jo vertraute seine Mitarbeiter und seiner Noi, ich vertraute Jo.

    Es tut nichts mehr zur Sache ob ich dumm oder unvorsichtig war oder leichtsinnig handelte oder auch nur Glueck hatte. Ich habe es getan und bin nicht abgezockt worden. Dieses und aehnliche Erlebniss(e) mit anderen Auslaendern werde ich noch berichten. Auf die Jahre verteilt muss ich sagen das es keine Formel gibt wie man sich verhalten soll. Eine gesunde Portion an Vertrauen etwas Glueck und wenig Vorurteile ist meine Formel um auch in der Fremde Menschlichkeit zu spueren.

  5. #24
    Avatar von Nokgeo

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    18.01.2001
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    11.373

    Re: Der Farang - 5 Kurzgeschichten

    << Nachmittags kam er leicht Betrunken in mein Buero, das nicht weit entfernt von der Bushaltestelle ist und regte sich furchtbar auf. <<

    Ohooo...die Story ist ohne Nationalitätenbestimmung...
    _________________


    Waldi :

    << diese gruppen treten meist nicht in erscheinung und wollen das auch überhaupt nicht... die wollen ihre ruhe haben und leben meist ein sehr gediegenes, zurückgezogenes leben in LOS... abseits den touristen... viele geschäftsleute bleiben auch bewusst im hintergrund... <<

    Was glaubst du ...wieviele Kaputniks...im Hintergrund bleiben...mangels Netanschluss... und keine Kohle auf Tasche...?? gefangen in ihrer beschränkten--Rundumsicht-- DORT...

  6. #25
    mrhuber
    Avatar von mrhuber

    Re: Der Farang - 5 Kurzgeschichten

    Zitat Zitat von Chonburi's Michael
    Es tut nichts mehr zur Sache ob ich dumm oder unvorsichtig war oder leichtsinnig handelte oder auch nur Glueck hatte. Ich habe es getan und bin nicht abgezockt worden. Dieses und aehnliche Erlebniss(e) mit anderen Auslaendern werde ich noch berichten. Auf die Jahre verteilt muss ich sagen das es keine Formel gibt wie man sich verhalten soll. Eine gesunde Portion an Vertrauen etwas Glueck und wenig Vorurteile ist meine Formel um auch in der Fremde Menschlichkeit zu spueren.
    Ganz genau so! Besser kann gar nicht beschrieben werden, wie auch ich schon immer handle, oftmals mit Argwohn betrachtet und darauf hingewiesen, wie leichtsinnig das doch wäre.
    Da könnte ich eine Menge so kleiner Erlebnisse aufzählen, bei denen ich mich auf's Gespür verlassen habe, ob in Griechenland, Frankreich oder eben auch Thailand oder sonst wo. Bis jetzt bin ich immer gut gefahren damit. Vielleicht ist die einzige Formel das eigene Vertrauen, mit dem man die anderen in Erstaunen versetzt. Keine Ahnung.

    Karlheinz

  7. #26
    Thai-Robert
    Avatar von Thai-Robert

    Re: Der Farang - 5 Kurzgeschichten

    @ waldi

    Natürlich habe ich das extra so geschrieben.....

    na ja, wenigstens haste "fast alle" geschrieben...

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