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Das Leben ist schön.

Erstellt von Khun Han, 02.08.2009, 03:59 Uhr · 11 Antworten · 2.754 Aufrufe

  1. #11
    Avatar von Khun Han

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    Re: Das Leben ist schön.

    Eigentlich wäre es mir am liebsten, wenn dieser Thread so bald wie möglich in den Tiefen des Archivs verschwinden würde. Mein literarischer Eifer ist erlahmt. In Stil und Inhalt geht dieser Bericht wohl an den Meisten vorbei. Es ist natürlich, dass in diesem Forum mehr die Fragen nach dem billigsten Hotel oder Flug interessieren oder wie bringe ich meine Kleine nach Deutschland und was muss ich bei einem Ehevertrag oder der zukünftigen Scheidung beachten. Ich lese ja auch nicht alle Threads. Fußball interessiert mich nicht, von Computern verstehe ich nichts und über Politik zu streiten halte ich für wenig sinnvoll. Und es strengt mich an, die Beiträge von manchen Membern zu lesen. Ein Dankeschön aber allen, die den Danke-Knopf gedrückt haben.

    In meinem Bericht an die Freunde in Deutschland werde ich noch über das Essen und die Bemühungen gesund zu bleiben schreiben. Aber das ist für Thailandkenner nichts Neues. Und den Sohn und seine Freundin zu charakterisieren, unterlasse ich hier lieber. Zur Abrundung werde ich also noch meine Gedanken zur Zukunft offenlegen. Jeder, der ans Auswandern denkt, macht sich ja solche. Meine haben sich in den zwei Jahren verändert und mancher wird sie für unverständlich oder lächerlich halten. Es wird also wieder ziemlich esoterisch und wer´s nicht lesen möchte, sollte morgen hier nicht aufschlagen. Die hämischen Reaktionen von manchen Lesern jedenfalls kenne ich schon.

  2.  
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  3. #12
    Avatar von Khun Han

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    Re: Das Leben ist schön.

    Um zu beschreiben, was meine Gedanken für die Zukunft sind, muss ich etwas ausholen. Zunächst will ich auf die Überlegungen eingehen, die wir bei der Planung unserer Auswanderung anstellten. Die Gründe können in dem anderen Thread nachgelesen werden. Es ging darum, die Jahre bis zur vorgezogenen Rente finanziell überbrücken zu können. Ich konnte mir nicht vorstellen, mit 60 oder 65 im ambulanten Dienst noch Kunden durch die Wanne zu ziehen, die jünger sind als ich. In den kleinen, überheizten Bädern machte mir der Kreislauf zu schaffen und die Gelenke waren durch das Heben und das lange Autofahren sehr beansprucht. Für ein paar Euro mehr Rente wollte ich nicht meine Gesundheit und meine Nerven aufs Spiel setzen. Wir wussten nicht, wie viel Geld uns durch den Hausverkauf und nach den Investitionen in Thailand zur Verfügung stehen würde. Falls es nicht bis zum Rentenbezug reichen würde, könnte ich ja in ein Kloster gehen oder wir würden solange nach Deutschland zurückkehren. Ich gab mich auch der vagen Hoffnung hin, dass sich irgendwie eine Geldquelle auftun oder ich bald die Erleuchtung erlangen würde. Ich vertraute mich einfach dem Leben an. Wir sahen alles positiv und Gedanken an Krankheit und Scheitern verfolgten wir nicht groß weiter. Sterben wollten wir jedenfalls in Thailand.

    Als kleiner Junge las ich einmal ein Comix-Heft, in dem der Held im Dschungel eine verlassene Stadt findet und in einen leeren Tempel eindringt. Diese Bild beeindruckte mich. Versunkene Kulturen und Geheimnisse der Geschichte übten von da an eine sich steigernde Faszination aus. Ich interessierte mich für Atlantis, Lemuria, die Pyramiden und andere Rätsel der Menschheit. Mit Begeisterung las ich Perry Rhodan. Phänomene wie UFO-Sichtungen und Kornkreise, aber auch Kontakte zu Engeln und Naturwesen, übernatürliche Fähigkeiten und Wahrnehmungen, Prophezeiungen und religiöse Ekstase, für all das musste es eine zufriedenstellende Erklärung geben. Wie unzählige wirre Fäden und Knoten auf der Rückseite eines Knüpfteppichs...auf der anderen Seite musste ein schönes Muster zu sehen sein!

    Ich las viele Bücher und seit es das Internet gibt, ist die Quelle an Informationen schier unerschöpflich. Es wurde klar, dass das, was uns über die Geschichte der Erde und der Menschen und die aktuellen Geschehnisse gelehrt wird, nicht der Wahrheit entsprechen kann. Und dass wir aus bestimmten Gründen angelogen werden. Doch was ist Wahrheit, was ist Wirklichkeit? Meine Forschungen konvergierten mit der Suche nach Gott und der Bestimmung der Menschheit. Es muss möglich sein, dass alles zusammenpasst. Es geht mir jetzt nicht darum, eine Lösung aller Fragen zu präsentieren. Ich habe mir auf dem Weg verschiedene Prinzipien angeeignet. Eine ist: „Dies kann auch aus einer anderen Sicht gesehen werden.“ Damit meine ich nicht nur, dass andere Ansichten zugelassen werden sollen, sondern dass alles, was wir wahrnehmen und denken aus einer anderen, höheren Warte aus betrachtet werden kann. So wächst nicht nur Toleranz und Frieden, es kann sich auch unser Bewusstsein erweitern.

    Ein anderes Prinzip ist: „No fear!“ Als keine Angst, und so habe ich auch keine Angst, mich zu blamieren, wenn ich jetzt meine Ansichten über die Zukunft darlege. Noah wurde auch ausgelacht. Ich bin wie viele davon überzeugt, dass in den nächsten 2-3 Jahren dramatische Veränderungen auf der Erde stattfinden werden. Auf die Hinweise und Prophezeiungen will ich gar nicht eingehen. Jeder wird in nächster Zeit gezwungen sein, sich damit zu beschäftigen. Es ist unsinnig, die Warnungen vor einem Computerabsturz zur Jahrtausendwende mit den Geschehnissen zu vergleichen, die gegen Ende 2012 im Sonnensystem und im Universum stattfinden werden. Dabei wird nach einer anderen Berechnung der Maya-Kalender schon im Herbst 2011 enden. Also ist es ebenso unsinnig, sich auf ein Datum festzulegen, an dem die Menschheit nach vielen, nie da gewesenen Katastrophen und Verwüstungen einen Entwicklungssprung machen wird.

    Ich will mal meine eigene Hypothese darlegen. Die Wissenschaft sagt uns, dass es keine Materie gibt, sondern nur schwingende Atome, die unser Gehirn über unsere Sinne als feste Wand usw. interpretiert. Und obwohl bedeutende Wissenschaftler darüber übereinstimmen, dass das Bewusstsein die Materie beeinflusst und eigentlich alles Bewusstsein ist, dringt dieses Wissen nicht zur Allgemeinheit durch. Man kann auch sagen: wir alle erschaffen laufend die Wirklichkeit, die Matrix, und diese erschafft in Wechselwirkung uns. In sehr naher Zukunft werden immer Menschen dies erkennen und bewusst steuern können. Nicht mehr gute oder böse Geister, Zufälle oder Schicksal bestimmen dann das Leben, nicht mehr die Gesetze der Marktwirtschaft oder zum Schein gewählte Regierungen, sondern der Mensch wird selbst zum Schöpfer seines Lebens und seiner Umwelt. In Verantwortung und Einheit und Liebe handelnd wird die Menschheit ein neues Zeitalter in Frieden und Glück erreichen. In vielen Kulturen und Völkern, Religionen und Zeitaltern ist diese Erwartung lebendig. Ich brauche sie nicht alle aufzuzählen.

    Jesus sagte sinngemäß, dass wer den Willen seines Vaters erfüllt, dieselben Werke wie er tun könne und noch größere dazu. Der Mensch wird also über die Materie herrschen können und Krankheiten heilen können. Wobei ich glaube, dass Jesus sein erstes Wunder, als er Wasser in Wein verwandelte, unbeabsichtigt wirkte und Petrus sich nur einbildete, den Meister über den See wandeln zu sehen. Viele Heilungen geschahen einfach weil die Kranken an Heilung glaubten. Doch Jesus hat Brot vermehrt und den Tod bezwungen. Viele glauben an seine Wiederkunft und manche esoterische Schulen sprechen vom Erscheinen des Christusbewusstseins. Vielleicht ist damit das gemeint, was ich vorher beschrieben habe. Sonst kann ich nicht viel mit solchen Begriffen und Symbolen anfangen. Ich glaube nicht an die Weiße Bruderschaft und die Aufgestiegenen Meister. Allerdings daran, dass Freunde aus anderen Sternensystemen uns helfen werden. Aber ich stehe zu keinem davon in Kontakt. All mein Wissen habe ich auf meinem Heimatplaneten Urantia gesammelt.

    Dass dieses neue Bewusstsein über die Zeitebene hinausgehen wird, scheinen auch die Mayas zu wissen, wenn sie vom Ende der Zeit sprechen. Von weiteren Dimensionen zu reden, ist mir zu hoch. Alle Prophezeiungen stimmen aber darüberein, dass große Katastrophen vorangehen werden, dass die Erde sich reinigen wird. Wie stark die Erschütterungen sein werden und in welchem Zeitraum sie stattfinden werden, kann nicht gesagt werden. Der freie Wille des Menschen ist ein entscheidender Faktor. Wenn aber, wie zu erwarten, ein Polsprung und Auswirkungen durch den Planeten Nibiru hinzukommen, wird nur ein geringer Teil der Menschheit überleben. (Trotz der unterirdischen Tunnelsysteme, die fieberhaft in vielen Ländern gebaut werden.) Zahlreiche Teile der Erde werden jedenfalls unter Wasser sein. Im Internet gibt es Szenarien, wonach ganz Indien und Teile Australiens versinken werden und das Meer über Vietnam und Thailand hinwegschwappen wird. Bei einer Landverschiebung infolge des Polsprungs könnte der Rest von Thailand übrigens zur Antarktis hin gleiten und ein Klima ähnlich dem von Grönland bekommen.

    Wie dem auch sei, hier greift meine eigene Zukunftsplanung. Es scheint vorteilhaft zu sein, in einen höher gelegenen ländlichen Teil Siams umzuziehen. Dabei geht es mir nicht ums Überleben um jeden Preis. In den kommenden chaotischen Zeiten lebt es sich aber wohl sicherer in der Dorfgemeinschaft. Chiang Rai und Phayao wären mir angenehm. (Auch weil ich mich dort sehr wohl gefühlt habe, die Temperaturen angenehmer sind und nicht so ein Verkehrschaos und eine Hektik herrscht und die Menschen freundlich und gelassen sind.) Meine Familie möchte sich demnächst in Chaiyaphum umsehen. Nicht erst seit „2012“ ein Thema im thailändischen Fernsehen war, glaubt sie an die bevorstehenden Veränderungen. Meine Frau sagt schon seit vielen Jahren: “Die Erde stimmt nicht mehr.“ Das sagt sie allerdings auch, wenn die Preise mal wieder hochgehen. Trotzdem wird es ihr schwerfallen, als Stadtkind aufs Land zu ziehen. Es herrscht aber weder Eile noch Panik. Ich vertraue darauf, dass es so kommt, wie es am besten ist, zum richtigen Zeitpunkt.

    Ich lebe also die Gegenwart genießend und nicht weit vorausblickend. Ein bisschen so, als ob ich in einiger Zeit in ein Kloster eintreten würde oder mir der Arzt noch soundsoviele Tage gegeben hätte. In der Tat werden wir bald alles Gewohnte, an das wir uns noch klammern, loslassen müssen. Jetzt und dann kommt es auf Gelassenheit und Gottvertrauen an. Und darum gesund zu bleiben. Die Hitze macht mir zur Zeit schon zu schaffen. Wir gehen dann ins Seacon und laufen die kurze Strecke zum Seri, wo ich mir die Beine massieren lasse, während meine Frau sich umsehen kann ohne sich zu verlaufen. Danach ein Eis bei Swensens und ich frage mich, ob heute Sonntag ist. Eigentlich ist jeder Tag Sonntag. (Naja, am Wochenende sind mehr Familien unterwegs.) Das Leben, von innen heraus gelebt, ist schön. Komme, was kommen mag.

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