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Das Ladies

Erstellt von Ralf_aus_Do, 25.11.2005, 10:17 Uhr · 14 Antworten · 3.358 Aufrufe

  1. #1
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    Das Ladies

    Das Ladies

    Vorwort

    Nachdem ich hier einige sehr schöne fiktionale Geschichten gelesen habe, möchte ich mich hier auch einmal versuchen. Die Geschichte die ich hier schreibe ist an erlebten angelehnt, sie ist aber eine Geschichte, die ich mir weitgehend ausgedacht habe. Gestern habe ich den ‚Prostitutionsthread’ verfolgt, dies teilweise mit Kopfschütteln – ich dachte mir dazu könntest Du einiges erzählen; ich habe das dann doch weitgehend unterlassen, die Gründe hierfür jedoch dagelegt.

    Ich bitte alle die hier lesen sich von dem Gedanken zu lösen ich würde hier autobiographisch schreiben, teilweise mag dies zwar sogar so sein, das Gesamte ist aber Fiktion. Gestern im Büro habe ich einen Plot skizziert, ich werde größtenteils am Wochenende zwischen 1 und 3 Folgen schreiben und gehe somit davon aus die Geschichte irgendwann um Ostern 2006 abschließen zu können. Hierbei mache ich von der Funktion gebrauch den Thread für zwischenbemerkungen zu sperren.

  2.  
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  3. #2
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    Re: Das Ladies

    1

    Der Winter hatte nochmals zugeschlagen, wenn Nieselregen auf den durchgefrorenen Boden fällt, verwandelt sich alles in eine spiegelglatte Eisfläche. Noks Handy piepste, es war Om, Om hatte Geld – Geld das Om an andere Thailänderinnen verlieh, gegen Pfand und Zinsen verlieh. Nok drückte die Rufannahmetaste am Telefon.

    Hallo, hier ist Om, draußen ist es so glatt, ich komme morgen.

    Ist gut Om, einen Tag habe ich noch Zeit

    Nok ging in das kleine Gästezimmer ihrer Freunde und zog den verzierten kleinen Holzkoffer unter dem Bett hervor. Sie fädelte den Buddaanhänger wieder auf die Kette auf und legte die Kette um. Zurück im Wohnzimmer sah sie verschwommen die Teletubbies auf dem Fernsehen, Micky lag neben ihr auf dem Sofa und schlief – Micky durfte nicht sehen das Nok weinte aber Micky schlief ja. Lek – ihre Freundin bei der sie untergekommen war – war arbeiten, die hatte einen Job bei McDonalds, Leks Mann der teilweise mit Nok Mitleid hatte war auf Dienstreise.

    Nok nahm abermals den Kleinanzeigenteil der Zeitung in die Hand, schaute auf die mit Kugelschreiber unterstrichene Telefonnummer und wählte – irgendwann muß doch jemand dasein dachte sie sich,ich bin Profi und hoffentlich nehmen die mich.

    Schon nach dem zweiten mal klingeln war eine Frauenstimme am anderen Ende der Leitung zu hören:

    Das Ladies, Hallo

    Nok stockte kurz der Atem, nach zwei Sekunden sagte sie

    Ich bin Nok, aus Thailand, hier steht ‚Frauen gesucht’, kann ich arbeiten

    Hast Du Papiere

    Ich muß noch das Gesundheitszeugnis haben

    Wenn Du das hast, komm in den nächsten Tagen um 6 Uhr abends vorbei, dann erklär ich Dir alles

    Nok legte auf, abermals verschwammen die Teletubbies vor ihren Augen, sie spielte an der Kette, nur kurz werde ich die Kette abgeben müssen, dann bekomme ich sie zurück, die andere Halskette und die Armkette auch, die sind ja schon bei Om und abermals ich bin Profi, die letzten Monaten hatten ihre Kraft geraubt, sie dachte zurück an Weihnachten bei den Schwiegereltern, Mickeys Oma und Opa und noch weiter zurück an das Anschaffen in Thailand.

  4. #3
    Avatar von Ralf_aus_Do

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    Re: Das Ladies

    2

    Mit 21 Jahren hatte sie an der Bar angefangen, es ging um’s schnelle Geld. Im Dorf war sie gerne gewesen und sie wollte auch immer mal wieder zurück, ‚mit Touristen gehen’ brachte aber Geld, viel Geld, mehr Geld als andere vom Dorf haben. Gelegendlich, ganz gelegendlich wenn Nok für zwei oder drei Wochen mit einem Touristen zusammenwar gab es nicht nur Geld, dann gab es auch mal etwas Gefühl. Nok war dann nicht verliebt, sie hatte aber ein gutes Gefühl. Dann machte es auch Spaß abends mit dem Touristen in das Hotelbett zu steigen.

    Norbert gab Nok ein gutes Gefühl, Norbert war zum zweiten mal in Thailand, beim ersten mal buchte Norbert zwei Wochen Nok, beim zweiten mal waren es drei. Norbert konnte mit dem Geld umsichwerfen in Thailand, daß es eine Pracht war da zuzusehen – Norbert war nett. Nok merkte auch einen weiteren Vorteil, den Norbert hatte, Norbert war ‚richtig verliebt’ - verliebt in Nok. Nok hatte sich keine Gedanken darüber gemacht ob sie auch Norbert lieben würde, sie wußte aber, daß Norbert ihr ein gutes Gefühl gibt, auch wegen dem ‚jeden Wunsch von den Augen ablesen’ was Nok wiederum zeigte – Norbert ist verliebt.

    Zwei Tage vor seiner Abreise sagte Norbert „im Sommer komme ich noch mal Dich besuchen und danach im Winter hole ich Dich nach Deutschland“. Nok machte sich wenig Gedanken, wenn man noch jung ist, dann macht man sich nicht viele Gedanken. Ihr war auch recht gleichgültig ob jemand den sie liebt ihr anbieten würde nach Deutschland zu kommen oder nur jemand der ihr ein gutes Gefühl gibt. Ohnehin „ich hole Dich nach Deutschland“, Nok wußte nicht einmal was Deutschland und wo genau Deutschland ist. Sie wußte nur, daß viele derjenigen, mit denen sie ins Hotel ging aus Deutschland kamen, die hatten ihnen erzählt, daß in Deutschland das Wetter schlecht ist, im Gegensatz zu Thailand. Außerdem wußte sie ja, daß die Deutschen viel Geld dafür ausgeben nach Thailand zu kommen und in einem Urlaub ein halbes thailändisches Jahresgehalt auf den Kopf hauen, so wie Noks Norbert.

    Nok machte sich keine weiteren Gedanken und wartete auf den Sommer in dem Norbert nochmals für zwei Wochen ihr jeden Wunsch von den Augen ablas – danach wartete sie auf den Winter – Norbert wollte sie für immer in Deutschland haben und dafür muß man heiraten, das Geld für die Dokumente schickte ihr Norbert und das Geld für das Flugticket.

    Nok kaufte sich einen großen Koffer. In den Koffer kamen

    - Bekleidung (sehr 5exy)

    - Bekleidung (weniger 5exy, aber immer zu gebrauchen)

    - Schmuck

    - Kosmetik

    - Ein Photoalbum

    - Ein Album mit thailändischen Banknoten

    Für Deutschland und für die geplante Hochzeit fühlte Nok sich so gerüstet, sogar ein Stück Heimat brachte sie ja mit in das kalte Deutschland. Thai Airways landete in Frankfurt, nachdem Nok den Koffer vom Band genommen hatte und den Zoll passierte nahm sie Norbert in die Arme.

  5. #4
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    Re: Das Ladies

    3

    Die Hochzeitsvorbereitungen wurden getroffen. Nok mußte lernen, die deutsche Sprache lernen; lernen wie Deutschland funktioniert, wie man in Deutschland einkauft, wie man in Deutschland ißt; alles war anders als in Thailand. Norberts Eltern wohnten 350km von Norbert entfernt, Norbert war genau wie Nok um Geld zu verdienen weit weg gezogen. Nok fragte sich immer, was Norbert seinen Eltern und seinen Freunden über Nok erzählt hatten. Der Job an der Bar in Thailand war weit weg, nur immer wenn Norberts Freunde miteinander sprachen und Nok nichts verstand begann Nok sich zu schämen – wußten die, daß sie ihr Geld verdiente, indem sie mit Touristen ins Hotelzimmer mitging.

    Norbert redete viel, für Noks Geschmack redete Norbert zuviel, aber Norbert wollte sie auch heiraten. Nok hatte in Thailand gut verdient, wenn sie mal in ihrem Dorf war spürte sie, daß die Nachbarn sie respektierten, obwohl jeder wußte, wie Nok das viele Geld verdient hatte respektierten die Nachbarn Nok oder zumindest Noks Geld. In Deutschland respektierte sie niemand, Norberts bester Freund brachte dies bei Gelegenheit dadurch zum Ausdruck, daß er Nok den Po tätschelte, Norbert grinste.

    Die Hochzeit wurde gefeiert, schon zu dieser Zeit begann Norbert Nok feste Regeln aufzustellen – der gefangene Vogel wurde in den Käfig geschlossen. Norbert ging üblicherweise nach seiner Arbeit noch in die Kneipe und kam nach zwei Stunden Kneipe und einigen Herrengedecken nach Hause. Wenn Norbert nach Hause kam war er unzufrieden, er hatte Nok ein deutsches Kochbuch geschenkt, Nok verstand aber nicht so richtig, was in dem Kochbuch geschrieben stand, außerdem wußte sie nicht wie all die Gerichte die dort beschrieben waren schmecken sollten; das was sie kochte schmeckte Norbert nicht. Nok telefonierte nach Thailand, Norbert sah die Telefonrechnung und wurde wütend, so wütend, daß Nok das erste mal von Norbert verprügelt wurde – Norbert sperrte das Telefon weg.

    Bald wurde Nok schwanger, Norbert schien sich zu beruhigen. Micky wurde geboren, Nok, Norbert und Micky waren eine richtige Familie, Nok hatte sich eine richtige Familie gewünscht. Norbert kaufte ein Familienauto und einen Sitz für das Baby. Eine richtige Familie zu sein mit einem ruhigen Familienvater Norbert – dieser Zustamnd hielt gerade einmal ein halbes Jahr an. Norbert erinnerte sich an seine Freunde aus der Kneipe und beschloß wieder seine abendlichen Feierabendbiere dort zu nehmen. Meistens kam er jetzt zwischen 10:00 und 11:00 Uhr abends nach hause und war schon recht betrunken, auch wurde Nok wenn Norbert zuviel getrunken hatte wieder mal häufiger verprügelt. Norbert verprügelte Nok nunmehr, weil sie nicht mit Norbert schlafen wollte wenn dieser betrunken war – was Norbert veranlasste Nok zu sagen sie solle sich nicht anstellen, sie habe schon immer mit allen Männern geschlafen, die irgendwie bezahlen konnten.

  6. #5
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    Re: Das Ladies

    4

    Micky war eineinhalb Jahre alt und es wurde Weihnachten gefeiert, Weihnachten bei Norberts Eltern. Norberts Eltern hatten Nok gerne. Für den Rückweg am ersten Weihnachtstag hatte Nok für Micky Süßigkeiten und einen Apfel eingepackt. Norbert war schlecht gelaunt, Nok wunderte sich, sie hatte beinahe das Gefühl, Norbert wäre eifersüchtig, da seine Eltern sie mochten. Nok saß im Auto hinten bei Micky und gab Micky von den Süßigkeiten. Norbert wies Nok an, sie soll Micky keine Süßigkeiten mehr geben, sondern den Apfel.

    Nok versuchte Micky den Apfel zu geben, Micky war satt von den ganzen Süßigkeiten, Norbert sagte Du bist eine ......... Nok begann zu weinen und versuchte abermals, ob Micky nicht ein Stückchen Apfel essen wolle, Micky spuckte das Apfelstückchen auf den Boden des Autos. Norbert wurde richtig wütend. Am nächsten Autobahnparkplatz, noch 100km von zuhause entfernt warf er Nok mit dem kleinen Micky aus dem Auto – das war das letzte mal, daß Norbert Nok geschlagen hatte.

    Nok versuchte Autos anzuhalten, Autos die sie irgendwo hinbringen konnten. Am Abend des ersten Weihnachtstags stand sie mit Micky bei Lek und Leks Mann vor der Tür.

    Leks Mann sagte Du kannst für einige Wochen bei uns bleiben wie es weitegehen sollte mit Nok und Micky wußte niemand.

  7. #6
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    Re: Das Ladies

    5

    Lek kam nach hause, sie weckte Nok, die mit dem Kleinanzeigenteil der Zeitung in der Hand eingeschlafen war auf. Ich gehe arbeiten, kannst Du abends auf Micky aufpassen – mit dem Kleinanzeigenteil der Zeitung in der Hand war Lek schnell klar, welche Arbeit sich Nok gesucht hatte ja, aber nicht lange, mein Mann darf nicht wissen, was Du machst.

    Zwei Tage später kam Post, das Gesundheitszeignis war da, auch hatte Nok die Kette an der der Buddaanhänger hing bei Om versetzt. Nok war gut gerüstet, in einem Schnellhefter hatte sie ein Photo von sich und die notwendigen Unterlagen zum Arbeiten in Deutschland abgeheftet, außerdem hatte sie einen Rucksack mitgenommen. Sie trug Jeans und eine warme Jacke, im Rucksack war die Arbeitskleidung. Nok bestellte ein Taxi und sagte dem Taxifahrer die Adresse vom Ladies, der Taxifahrer kannte sich aus und fuhr das Taxi auf den Hof der Nachtbar.

    Gerade als das Taxi anhielt fuhr ein Golden Eagle Jeep auf den Hof. Nok bezahlte den Taxifahrer und stieg aus, es erschien ihr sehr kalt draußen, sie fröstelte. Der Fahrer des Jeeps lächelte ihr zu und fragte willst Du zu uns? – Nok lächelte, jadann komm rein, ist kalt draußen. Nok freute sich – hier verstand man sie, der freundliche Jeepfahrer schloß die Tür vom Ladies auf, hielt formvollendet Nok die Tür auf und verbeugte sich leicht komm erstmal mit in die Küche.

    In der Küche des Ladies stehen ein unbenutzter Gastronomieherd, ein benutzter Haushaltsherd, ein Mikrowellengrill, eine Kaffeemaschine und ein Kühlschrank. Hinter einem Schreibtisch der schon besssere Zeiten hinter sich hat steht ein Chefsessel, um den Schreibtich gruppiert fünf mit Blumenmuster bezogene Küchenstühle. Der Mann rückt Nok einen der Küchenstühle zurecht – willst Du Kaffeeich mag keinen KaffeeWarte Marion trinkt auch immer Tee, hier muß doch... – der Mann wuselt in der Schreibtischschublade herum und hält triumphierend einen Teebeutel in der Hand wußt ich doch.

    Nok bekam ihren Tee, der Mann stellte sich vor ach ich bin Horst, mir gehört der Laden, bin aber nicht immer hier, das meiste macht Marion. Gewissenhaft schaute sich Horst die Unterlagen, die Nok mitgebracht hat an, hast ja an alles gedacht, wenne Klamotten mithast kanste gleich anfangen – Nok holte ihren Rucksack hervor, einen Teil des Geldes, das sie von Om für ihre letzte Kette geliehen bekam hatte sie für ‚Klamotten’ ausgegeben, Klamotten die sie vom frierenden Mädchen das mit ihrem Leben nicht klarkommt zum Vamp machen können.

    Gut, gleich müßte Marion kommen, die zeigt Dir dann alles.

    Nok trank ihren Tee – sie freute sich, daß ein neuer Abschnitt in ihrem deutschen Leben anfing – angst davor hatte sie Nicht. Die Küchentür ging auf, eine Frau mit verfrohrenen Wangen kam herein, sie hatte einen Schäferhundwelpen und einen großen Schäferhund an der Leine. Das muß Marion sein dachte Nok.

  8. #7
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    Re: Das Ladies

    6

    Die kommt aus Thailand, hat echt alles dabei, ist nur ´n bißchen schüchtern sagte Horst Ach, dann ham wir schon telefoniert, bin Marion ... erstmal warm werden. Nok lächelte, es kam ihr vor als ob sie mit Marion und Horst Freunde gefunden hatte. Marion sagte Du bekommst von allem die Hälfte, wenn der Gast mit Dir was trinkt und wenn Du einn Zimmer hast. Die Halbe Stunde 100 die Stunde 160, außer mit Whirlpool, da geht nur ne volle Stunde für 200 – aber zeig ich Dir gleich. Kassieren mach ich, Du kriegst Geld wenn Feierabend ist, mach Dir keine Sorgen, ich betupp Euch nicht..

    Nachdem Marion sich aufgewärmt hatte ging sie mit Nok aus der Küche es klingelte, Marion schaute auf einen kleinen Videomonitor und drückte die Tür auf, ein blondes Mädchen von 22 Jahren stand in der Tür Ludmilla, wir ham ne neue, ist Nok flötete Marion, Ludmilla zischte irgendetwas was Nok nicht verstand und rannte an Nok vorbei.

    Der größte Raum des Ladies hat eine Bar aus schwarzem Holz davor stehen 8 lederbezogene Barhocker, seitlich ist eine erhöhte Bank angebracht. Hinter der Bar ist keine Zapfanlage, die Getränke kommen aus zwei Glastürenkühlschränken – hier liegen Sektpicolos, Sektflaschen, Bierflaschen und Cola. Gegenüber der Bar steht ein 3er Lersofa. In dem zweiten Teil des Raums befinden sich zwei Lederbezogene Sitzgruppen und eine Art Tanzfläche mit einer Chromstange, hinter der Tanzfläche sing großflächig Spiegel angebracht. Nok fühlt sich etwas verunsichert durch Ludmillas auftreten; verlegen dreht sie sich zu den Ledersofas, sie streichelt über das Leder wie man ein Haustier streicheln würde die sind aber schön – Marion nickt anerkennend.

    Vom Barbereich geht ein Treppenhaus ab, im unteren Treppenhausbereich ist die Toilette für die Gäste, Marion zeigt auf die Toilette ist nur für Kundschaft, Euer Klo ist oben, ist aber viel gemütlicher. Eine Etage höher befinden sich nicht nur die Toiletten der Frauen sondern drei Zimmer, in die beiden kleinren der Zimmer sind kleinere Räume mit jeweils einer Dusche abgetrennt, das größere Zimmer hat einen runden Whirlpool Du mußt immer erst sagen ‚laß uns ins Whirlpool gehen’, gibt mehr Geld .

    Nok hatte genug gesehen und verstanden, ich zieh mich mal um, jetzt wußte Sie, ihr erster Arbeitstag im Ladies kann beginnen.

  9. #8
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    Re: Das Ladies

    7

    Nok verschwand in die Toilettenräume der Mädchen, Jeans und Sweatshirt wurden gegen Minirock und ein enges Top ersetzt. Anschließend ging sie mit dem Holzköfferchen in den Barbereich und machte es sich im Schneidersitz auf der Tanzfläche bequem. Diese Art es sich bequem zu machen erscheint den meisten anderen Menschen vermutlich eher ungemütlich, Norbert hatte sich immer darüber ereifern können, wenn sie so auf dem Schlafzimmerboden saß und die Wäsche bügelte. Nok verstreute jetzt ihre Kosmetika vor sich auf der Tanzfläche und begann sich zu schminken.

    Machst Du das immer so – irritiert schaute Nok zu Ludmilla, die sich neben Nok gestellt hatte auf’m Klo sind auch Spiegel. Nok sagte nichts, sie schaute nur zu Ludmilla, die mit einem Akzent sprach, der sie auch als Ausländerin auswies. Nok empfand Ludmillas Auftrten eher unpassend – Was geht Dich an, wie ich mich schminke dachte sich Nok. Sie sagte jedoch nichts, sondern lächelte Ludmilla zu. Du verstehst wohl kein Deutsch, konnte ich Anfangs auch nicht – Nok dachte Jetzt mußt Du irgendwas sagen, irgendetwas freundliches, was sie sagen sollte wußte sie nicht, daher sagte sie doch, ich verstehe deutsch, ich komme aus Thailand – Ludmille schaute jetzt ebenso irritiert wie Nok - Ach so, Du kannst Dir Zeit lassen, die ersten zwei Stunden ist absolut nichts los.

    Ludmilla dachte sich nicht viel bei diesem Gespräch, genau gesagt war Ludmilla diejenige aus dem Ladies, die sich bei Gesprächen nie etwas dachte. In den ersten zwei Stunden ihres ersten Arbeitstages würde Ludmilla Nok noch über die Unterschiede zwischen polnischen, deutschen und türkischen Kerlen, Diskotheken in der Stadt, Diskotheken in Polen, wie man Grenzbeamte in den Wahnsinn treibt, sowie Unterschiede zwischen polnischen und deutschen Tannenbäumen informieren. Lauter Dinge die Nok nicht interessieren, die Ludmilla aber locker von sich gab, oder besser gesagt daherbrabbelte.

    Wesendlich später hatte mal jemand zu Nok gesagt sprechen ist ihre Therapie, Ludmilla ist verhältnismäßig gleichgültig was sie sagt, Hauptsache sie spricht, dann muß sie nicht soviel über den Mist in dem sie steckt nachdenken. Vermutlich brabbelte Ludmilla auch so viel, da sie soviel Kokste, einen nicht unerheblichen Teil des Geldes, was sie im Ladies und in einem anderen Laden anschaffte zog sie sich durch die Nase, den Rest bekam ihr Freund, der noch zwei weitere Ludmillas hatte und hiervon recht gut lebte.

  10. #9
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    Re: Das Ladies

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    Innerhalb der nächsten Stunde klingelte es häufiger, Marion begrüßte Jenni, Joanna, Anita und Biggi. Joanna und Biggi ließen sich von ihren Freunden bringen, wobei Markus, der Freund von Biggi neugierig Nok taxierte. Er wandte sich Marion zu Ham wir ne neue. Marion wirkte auf Nok zum ersten mal etwas unfreundlich, sie antwortete Markus nicht auf die Frage, sondern stellte Ihm ein Bier auf den Tresen und kassierte 5 Euro. Nach dem Kassieren sagte sie wenne aufgetrunken hast, kannsse auch abhauen, ham schon genug Ärger zu Noks überraschung trank Markus schnell das Bier leer und verzog sich. Nok schaute bewundernd zu Marion. Vor Marion hatte Markus Respekt, das merkte Nok ganz deutlich.

    Jenni, Joanna und Anita zogen sich um und setzten sich ohne Nok begrüßt zu haben auf eine der hinteren Couchgarnituren, sie schauten nur gelegendlich zu Nok herüber. Nachdem Nok am Tresen zwei Stunden Ludmilla zugehört hatte und zwei Tassen Tee getrunken hatte kam Kundschaft.

    Nok taxierte sich im Spiegel der Bar, anschließend schaute sie sich die anderen Frauen an ich bin zwar ein wenig älter, aber gut sehe ich allemale aus dachte sie sich. Sie beobachtete anschließend aus den Augenwinkeln die drei Männer, die jetzt im Raum waren, zwei von denen versuchten mit Marion zu flirten, Marion flirtete etwas zurück, nach ungefähr zwanzig Minute löste sich einer der beiden von Marion und setzte sich neben Nok willst Du was trinken fragte er Nok, Nok nickte verlegen, sie lächelte, schaute aber wärenddessen nicht auf den Gast, von dem das freundliche Angebot kam sondern auf die Holzmaserung des Tresens – habe ich so viel verlernt dachte sie sich. Der Gast bestellte ohne Nok zu fragen was sie trinken wollte Marion, geb mir mal n Picolo und n Bier.

    Woher kommste denn wollte der Gast wissen, aus Thailand – Nok schämte sich – sie schämte sich gleichzeitig dafür, daß das Annimieren eines Gastes nicht so recht funktionieren wollte und daß sie das tat, was sie seitdem sie aus Thailand abgereist war nie wieder tun wollte – Gäste annimieren.

    Sie schüttelte die Gedanken ab, blickte zu dem Gast auf, lächelte, strahlte ja, aus Thailand, warst Du schonmal in Thailand?War ich noch nie sagte der Gast – Nok legte dem Gast kaum merkbar die Hand auf den unterarm wenn du mal hinfliegst nimmst Du mich mit? sagte sie klappt ja doch noch dachte sie sich. Nach einigen Minuten belanglosem Gerede und über den Unterarm streicheln sagte Nok willst Du mit mir aufs Zimmer, wir haben hier ein Whirlpool, sehr schönja, gehen wir – Nok schlug vor dann lass uns gleich eine Flasche Sekt mit hochnehmen der Gast nickte zustimmend – Nok winkte Marion heran – ich habe einen Gast.

    An ihrem ersten abend machte Nok noch zwei ‚kleines Zimmer’ – jeweils eine halbe Stunde - mit anderen Gästen - um 4 Uhr nachts gab Ihr Marion 380 Euro, als Nok ins Taxi stieg machte sie langsam das Holzköfferchen auf und schaute auf die Scheine. So kommen Micky und ich durch dachte sie sich, und nur einige Tage und ich hab das Gold zurück.

  11. #10
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    Re: Das Ladies

    9

    In Noks Leben kehrte eine Art von Routine ein. Abends fuhr sie ins Ladies, ging anschaffen, bemühte sich nicht zu viel zu trinken, morgens kehrte sie geschafft aber mit einigen Euros zurück. Das 5ex-Business in Thailand ist etwas anders als in Deutschland. Das Ladies als eins der teuereren Etablissements in der Stadt unterscheidet sich wiederum von Laufhäusern oder dem Straßenstrich. Die Freier waren meistens zwischen 45 und 65 Jahre alt, einige hatten etwas exotische Vorlieben, andere zogen sich mit einer schönen Frau gerne für eine Stunde auf ein Zimmer zurück um die Frau im Arm zu halten und mit ihr zu reden – von diesen gab es einige die recht viel Geld dafür ausgaben eine Prostituierte eine Stunde lang zu bedauern - sie gaben dann meistens noch ein groszügiges Trinkgeld und verließen das Ladies ohne dort 5ex gehabt zu haben.

    Andere sehnten sich nach 5exueller Bestätigung, sie wollten von einer Frau hören, daß sie der beste im Bett waren, weitere ließen sich die Dinge erfüllen, die sie zuhause bei der Ehefrau nicht erfüllt bekamen, teilweise Dinge die Nok selbst nicht gerne hatte, Nok erfüllte Wünsche, Sie lehnte nur wenige Dinge ab – den vielfach geäußerten Wunsch nach ungeschütztem 5ex einmal ausgenommen, das tat sie nicht. Dies hielten nicht alle im Ladies so, wie Nok später erfahren würde.

    Nok fand recht schnell einige Freier, die regelmäßig zu ihr kamen, diese riefen vorher sicherheitshalber im Ladies an, und erkundigten sich nach ihrer Anwesenheit.

    Mit Marion und Horst verstand Nok sich sehr gut, die wußten recht schnell, daß Nok sich trotz ihres recht schlechten Deutschs zu einer Art Seele des Ladies entwickelte. Nok sprach nicht viel, Nok konnte dafür um so besser zuhören. Zuhören können ist eine Gabe die nur wenige Menschen haben. Bald kannte Nok die Sorgen ihrer Kolleginnen. Nok gab keine Ratschläge, sie empfindet es als unverschämt jemandem zu sagen wie sich derjenige verhalten soll – Nok hörte zu und war gemeinsam mit ihrer Kollegin traurig, daß es dieser schlecht ging.

    Auch lehnte Nok den Drogenkonsum ab, Alkohol trank sie ja ohnehin nur wenig, das im Ladies allgegenwertige Kokain nahm sie nie, das hatte sie mit Marion gemeinsam, Nok empfand diejenigen die Kokain genommen hatten immer als unangenehm verändert.

    Legalen Konsum – Mode und Schmuck - mochte Nok jedoch sehr. In etwa wöchendlichen Abständen kamen Männer ins Ladies die irgendetwas zu verkaufen hatten, das aktuellste Photohandy, die teure Designerbluse oder Schmuck, alle diese Dinge waren mit ziemlicher Sicherheit irgendwo anders gesucht, die Preise waren in verträglichem Rahmen. Nok kaufte mit glänzenen Augen, irgendwie machte es den Job erträglicher, wenn man mit einer schönen Bluse nach hause kommt.

    Einen anderen Teil des Geldes verwendete sie um sich und ihrem Sohn eine Wohnung einzurichten, hierzu kaufte sie allerdings keine sehr teuren Möbel. Ihr Sohn wurde von der Wohnungsnachbarin betreut wenn Nok arbeiten war, Nok zahlte anständig, oder vielmehr für Babysittingdienste viel zu viel Geld, Nok meinte ihre Nachbarin könne das Geld gebrauchen, daher wollte sie nicht geizig sein.

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