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Das Kharma und seine Auswirkungen

Erstellt von dutlek, 29.04.2007, 21:48 Uhr · 71 Antworten · 6.155 Aufrufe

  1. #51
    Paddy
    Avatar von Paddy

    Re: Das Kharma und seine Auswirkungen

    Zitat Zitat von woody",p="476534
    Danke für die Unterstützung, natürlich muss es Kommunion heissen.
    ...und hättest Du bereits vorher mit Deiner Frau rumgemacht, wärest Du sicher als frühreif bezeichnet und gar nicht erst zur Kommunion zugelassen worden.

  2.  
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  3. #52
    Avatar von Samuianer

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    Re: Das Kharma und seine Auswirkungen

    Noch 'ne Frage zum Thema: Unterlagen die 2 Millionen Toten der "Killing Fields" Kambodscha, die was 60 Millionen Toten des WW2 etc. sowas wie einem Massenkarma? ;-D

    Da wird es dann wahrhaft abstrus. Hoelle wars fuer die Opfer allemale, aber brauchen wir dann, im Angesicht der tatsaechlich irdisch-hoellischen Zustaende, Mittel-Ost, Dafur etc. ueberhaupt noch weitere Hoellen?

    Meine mal Leute die sich ueber derlei Gedanken machen, muessen verdammt viel Zeit oder jede Menge Langeweile haben.

    Da trink ich lieber 'n Caffe Latte und lehn mich zurueck und blinzle in die Sonne und mach mir KEINE Gedanken.

    Das Leben an und fuer sich ist schon mit genuegend Balast beladen, der Tag taeglich erledigt sein will.

  4. #53
    Avatar von Mr_Luk

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    Re: Das Kharma und seine Auswirkungen

    Dem "Interessenten" passiert es wohl regelmässig, dass er nach einer Weile feststellen muss, dass er nur ein begrenztes "set" von Informationen und Wissen über den Buddhismus hat. Dazu kommt wiederum ein weitaus grösserer Anteil an bestimmten Vorstellungen, (improvisierte Lückenfüller) die aus ganz anderen Philosophien, Religionen und ganz anderen Quellen stammen.

    Die spätere Aufklärung und Auflösung der ursprünglich eher "gepatchten" und meist verzerrten Vorstellung von dem was Buddhismus, Karma- und Wiedergeburtslehre (wohlbemerkt im Plural) ist, erzeugt zumeist eine kleine bis mittelgrosse Enttäuschung. Und darauf folgen dann auch systematisch seltsame und von Ent-täuschung geprägte Stellungnahmen und Meinungswechsel als Reaktion.

    Wo der "eingeborene" Buddhist im Normalfall in einer bestimmten Richtung 'erzogen' ist, bleibt er dieser auch mehr oder weniger treu. Wenige Theravadins interessieren sich für Lamaismus, und sehr wenige Mahayanisten für die letzte überlebende der Hinayanaschulen. Der interessierte "Westler" hingegen sucht sich dann im Idealfall eine Richtung aus, in der er die meisten Übereistimmungen mit seiener eignen "Philosophie" entdeckt. Aber in den meisten Fällen stösst er durch irgendwelche Umstände (so auch im Falle des Farangs) auf eine bestimmte Richtung - und so komisch es auch erscheinen mag, bleibt er ihr sehr oft in ähnlicher Weise treu, ohne sich umfangreich über andere Schulen und Richtungen zu informieren. Eine "bessere" und gezieltere Orientierung wird sehr oft gar nicht in Betracht gezogen. So wird z.B. Derjenige, der intensiv mit dem Theravada in Kontakt kommt, zum Vertreter des Palikanons, sowie derjenige dem die Vorträge eines Lamas beeindruckt haben, sich für den Vajrayana interessiert und dort "fündig" und resident wird. Nicht anders, als Einer, der das Tao te King zufällig in die Hand bekommt, davon begeistert ist, - gelegentlich oder vermehrt zum Taoist mutiert.

    Das deutet doch eigentlich darauf hin, dass diese "Vorlieben" im Grunde nicht auf einer gezielten und breitgefächerten Wahrheitssuche fussen, sondern viel eher einer "Richtungssuche" mit dogmatisch religiösem Charakter zu Grunde liegen. Desweiteren sehen wir es dadurch bestätigt, dass viele "Anhänger" für ihrer "Wahlrichtung" sprechen und gegen die der Anderen argumentieren. Sogar in einer derart toleranten pluralistischen "Philo-religion" ist Abgrenzung und Division weitverbreite, - was in meinen Augen ein zimliches Paradox darstellt.

    Da lobe ich mir doch einen der wenigen Freidenker wie Krishnamurti, der stets wehement dafür plädiert hat, dass die Wahrheitssuche nur individuell, also losgelöst von jeglicher Autorität, Organisation, Institution - oder welcher Kondition und Konditionierung oder Fragmentiertheit auch immer, erfolgreich stattfinden kann.

    Gleiches könnte man Siddharta Buddha nur dann nachsagen, wenn er nicht die Sangha und die "Regeln" in's Leben gerufen hätte, den achtfachen Pfad ersonnen-, und eine modifizierte Kharma und Wiedergeburtstheorie des Brahmanismus übernommen hätte.

  5. #54
    Avatar von Mr_Luk

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    Re: Das Kharma und seine Auswirkungen

    Ich habe mir noch ein Paar Gedanken zum Thema "Auswirkungen" des Karmas gemacht und versucht zu verstehen wie sie eines Teils im buddhistischen Sinne, und in einem weiterreichenderen subjektiven Verrständnis zu sehen sind.

    Ich denke man braucht (wie in samuianers Beispiel) nicht die Massengräber der Welt zu öffnen, um diesen Tei der Karmalehre zu kompromitieren. Ein Flugzeugabsturz mit 300 Toten reicht vollkommen aus, - notfalls tut es sogar ein spektakuläres Zugunglück.

    In der "neuen" Auslegung des Karmas aus buddhistischer Sicht ging es glaube ich nicht einmal um das individuelle Schicksal, aus rein dualistischer Sicht. Bzw. inwiefern man sein eigenes Schicksal denn nun aus dieser Perspektive "verschuldet". Der erste wichtige Punkt war der Karmatherorie des Hinduismus den Fatalismus zu nehmen. Es kann nicht sein, dass man durch karmische Verdienste in eine etablierte Kaste geboren wird. Das Leben eines Individuums kann nicht von Geburt an derart sozial, gesellschaftlich und zudem traditionell, archaiisch, sprich starrsinnig vorbestimmt sein!

    So gesehen handelt es sich bei dieser "religiösen Reform" also erst einmal um eine "sozio-politische Errungenschaft" der damaligen Zeit, - die ausserdem nur schwer anerkannt wurde und genaugenommen über die Jahrhunderte wieder abgeschafft wurde. Der Hinduismus hat schliesslich nach und nach seinen alten Platz wieder eingenommen. Man ist nicht Prophet im eigenen Land, hat sich auch im Falle Buddhas manifestiert!

    Die religiöse und philiosophische "Abschaffung" eines Schöpfers und der höheren Macht, die das Schicksal der Menschheit leitet, waren der nächste Punkt. Hier ersetzt die "neue" Karmatheorie als allererstes die plausible Eigenverantwortung für das Schicksal des Einzelnen und der Menschheit.

    Die allerwichtigste Komponente ist aber der MONISMUS, das Verständnis des Menschen und der Menscheit als GANZES. Diese Einsicht wird wohl am deutlichsten durch 'compassion', Mitgefühl für alle leidenden Wesen erklärt und ausgedrückt.

    Wenn ich mich von allem mir unlieben, seltsamen, furchterregenden und angstmachenden abtrenne, (und darin ist der Mensch seit jeher ein wahrer Meister) dann ist das Schicksal des "Einen", sein Schicksal, - und mein Schicksal meines. Wenn ich dies aber nicht tue, nicht in den Dualismus und die gewollte "Division" verfalle, - dann gibt es auch nur ein Schicksal, nur ein Karma. Dann sind der Beobachter und das Beobachtete keine zwei verschiedene Dinge sondern Eins, - dann gibt es keinen Unterschied zwischen Objekt und Subjekt.

    Dann ist das Leid, die Katastrophe oder Kriege am anderen Ende der Welt, das Elend von Minoritäten oder ganzen Kontinenten, nicht nur deren Schicksal oder Karma, sondern auch meines.

    Dann brauche ich auch keine Argumente, Rechtfertigungen und Beispiele dafür, dass weder ich noch die Betroffenen Opfer etwas mit dem jeweiligen "Schicksalsschalg", Elend, Krieg Terror oder Leid zu tun haben können. Dann brauche ich auch keinen Schuldigen abzutrennen. Es passiert dem Menschen, ob die Ursache nur teilweise oder ganz Menschenwerk ist, spilet dann auch keine Rolle. Sogar bei einer Naturkatastrophe ist Niemand da, der die Verantwortung für ihn übernimmt.

    Wenn ich sage "Der Flügelschalg eines Schmetterlings kann einen Orkan am anderen Ende der Welt verursachen" ist das eventuell zu abstrakt. Wenn ich sage das jede individuelle Ignoranz und Abtrennung ein Schräubchen an irgendeiner Waffe oder Bombe ausmacht, dann ist das zu deutlich und niemand will es hören. Wenn ich sage dass jede 10te Tasse Kaffee die von Wohlhabenden getrunken wird, eine Familie in der dritten Welt in's Elend stürtzt, dann ist das vielen zu politisch und obendrein "antikapitalistisch" oder sentimental, verklärt...

    Es ist immer "irgendwas", es gibt immer eine Ausrede und eine Erklärung für die Absurdität von Zusammenhängen. Es ist viel einfacher und viel bequemer zu denken "es ist wie es ist, es kommt wie es kommt" - heut' geht's mir gut und hoffentlich morgen auch. Und dann natürlich ABTRENNEN: Who gives a f*ck about a possible connection!

    But the problem always is: the connection gives a f*ck about it! And sometimes the connection strikes back when you don't expect it, - without giving a f*ck about you and without any warning or plausible explanation !

  6. #55
    Avatar von eletiomel

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    Re: Das Kharma und seine Auswirkungen

    hi luk,

    wie stellt sich eigentlich der buddhismus die herkunft des menschen vor?

    schaut man sich die natur an,kämpft jedes wesen für sein überleben,ohne mitleid um die anderen wesen,die gefressen,durch die eigenen höheren,grösseren blätter des sonnenlichtes beraubten konkurenten um nahrung.

    kleiner fisch frisst plankton,wird vom grösseren gefressen,der wiederum in meiner pfanne landet.

    wo soll den da das gute karma herkommen?
    aus der evolutionären entwicklung ja wohl nicht,oder?

    wen wir aber,evolutionstechnisch,aufs überleben angepasst sind,durch genetischer ausstatung,frühgeschichtlicher,über 1000 von generationen hinweg vererbter prägung und dadurch entstandener gesselschaftsform.wo soll der sinn eines karmas liegen?
    dadurch das sich unsere vorfahren aus der überlebensselektion heraus entwickelt haben,können sie doch eigentlich nur schlechtes karma haben?

    das jeder kieselstein(masse) anzieungskraft auf jeden anderen kieselstein(masse) ausübt ist klar.

    der zentrale fakter ist und bleibt aber die anziehungskraft der sonne,die alles in ihrer umlaufbahn zusammenhält,weshalb auch ganz gleich was der kiesel denkt er diesem schwerefeld nicht zu entrinnen vermag.

    zumindest konnte jesus wasser in wein verwandeln und übers wasser laufen,konnte das buddha auch?

  7. #56
    Tramaico
    Avatar von Tramaico

    Re: Das Kharma und seine Auswirkungen

    Warum sich mit ueber der Herkunft der Menschen den Kopf zerbrechen? Dies liegt lange in der Vergangenheit und ist somit unabaenderlich. Wo liegt hier also der Sinn?

    Die Natuer selbst ist in sich perfekt. Er gibt keinen Komperativ fuer optimal und schon gar keinen Superlativ.
    Sie ist wie sie ist, wie der Mensch eben auch ist wie er ist. Toleriere dies im ersten Schritt und es wird sich sofort positiv auf das Kharma auswirken (auf das eigene, wie auch auf das anderer).

    Ueber Wasser laufen? Wasser in Wein verwandeln? Kanninchen aus dem Hut? Es entspannt zwar manchmal sich die Muppetshow anzuschauen, aber ob dadurch tatsaechlich Lebensweisheit gewonnen werden kann ist eher fraglich.

    Toleranz = Positiv Auswirkung auf das Kharma
    Intoleranz = Anfang vom Ende ohne ueberhaupt erst angefangen zu haben positiv auf das Kharma zu wirken

    Viele Gruesse,
    Richard

  8. #57
    Avatar von Mr_Luk

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    Re: Das Kharma und seine Auswirkungen

    Hi eletiomel,

    Zitat Zitat von eletiomel",p="478212
    wie stellt sich eigentlich der buddhismus die herkunft des menschen vor?
    Soweit mir bekannt stellt man sich dies Frage nicht auf eine Weise wie man sie nicht beantworten kann. Weder sich selbst, noch den "Kritikern". Ein anderer Grund weshalb man dieser Frage auf "universell-dualistischer" Ebene ausweicht, ist wohl ebenso auf den Zusammenhang mit dem Brahanismus zurückzuführen. In der "alten Philosophie" geht man nämlich von 'Atman' aus, einem Prinzip, das einen 'göttlichen' und/oder schöpferischen Ursprung- und somit eine individuelle Seele vorsieht. Buddha hat diese Theorie verworfen und durch Anatta (Pali) oder Anàtman (Sanskrit) ersetzt. Der Mensch existiert nur unter wechselnden Bedingungen, ist nur eine Ansammlung von sich konstant verändernden, physischen und psychischen Manifestationen. Demnach braucht für das Nichtvorhandensein eines permanenten und unveränderlichen Selbsts, für das Fehlen eines festen Wesenskerns oder einer Seele auch keinen Ursprung oder eine Herkunft gefunden oder bewiesen zu werden. Der Ursprung und die Herkunft des Menschen wird also auf eher unkonventionelle (wenn man so will metaphysische) Weise erklärt.

    Zitat Zitat von eletiomel",p="478212
    schaut man sich die natur an,kämpft jedes wesen für sein überleben,ohne mitleid um die anderen wesen,die gefressen,durch die eigenen höheren,grösseren blätter des sonnenlichtes beraubten konkurenten um nahrung.

    kleiner fisch frisst plankton,wird vom grösseren gefressen,der wiederum in meiner pfanne landet.

    wo soll den da das gute karma herkommen?
    aus der evolutionären entwicklung ja wohl nicht,oder?
    Nun, es wurde ja (eine Zeitlang?) geglaubt dass im Laufe der Entwicklung das/der Stärkere und eventuell Intellignetere überlebt hat. Dem scheint aber nicht so zu sein, es scheint letzten Endes der/die/das gewesen zu sein, dass sich am schnellsten und am besten an Veränderungen anpassen konnte und kann. das lässt durchaus darauf schliesen, dass nicht unbedingt der/das Rücksichtslose, Nimmersatte, Brutale und Verwegene überlebt hat, sondern sein Gegenpart!

    Zitat Zitat von eletiomel",p="478212
    dadurch das sich unsere vorfahren aus der überlebensselektion heraus entwickelt haben,können sie doch eigentlich nur schlechtes karma haben?
    Wieso denn? Sehen wir z.B. der Scheidungsweg der menschlichen Entwicklung wo der Neanderthaler und der Cro-Magnon-Mensch parallel existiert haben und nur der Cro-Magnon-Mensch überlebt hat. Heute geht man davon aus dass obschon der Neanderthaler stärker und mächtiger war, er vom schwächerene aber anpassungsfähigeren Cro-Magnon-Mensch überlebt wurde. Daraufhin kann man sich zumindest die berechtigt Fage stellen, welche "karmische Qualität" eben diese Anpassungsfähigkeit hatte...

    Zitat Zitat von eletiomel",p="478212
    der zentrale fakter ist und bleibt aber die anziehungskraft der sonne,die alles in ihrer umlaufbahn zusammenhält,weshalb auch ganz gleich was der kiesel denkt er diesem schwerefeld nicht zu entrinnen vermag.
    Vorhin wollte ich bereits bemerken dass man Menschen nicht ungehemmt mit Tieren vergleichen kann, und dass man andere Masstäbe ansetzen muss. Aber spätestens beim Vergleich Kiesel und Mensch muss ich intervenieren! Ein Kiesel ist ja nur ein anorganisches, willenloses Teilchen, das tatsächlich gerade da herum liegt oder fliegt wo es herumfliegt oder landet oder (in selteneren Fälen) in der Schwebe bleibt. Gleiches kann man aber schlecht vom Mensch behaupten, obschon auch für ihn die Schwerkraft eine der am schwersten zu kontrollierende Kräfte dieses Universums darstellen dürften.

    Anschliessen könnte man die "anekdotische" Frage aufwerfen: was macht die Rückenschmerzen aus, die Schwerkraft oder die schlechte Haltung des Individuums? Und schlussendlich: wodurch wird der Kaffee süss, durch den Zucker oder durch's Umrühren?!

  9. #58
    Avatar von Mr_Luk

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    Re: Das Kharma und seine Auswirkungen

    Zitat Zitat von Tramaico",p="478260
    Warum sich mit ueber der Herkunft der Menschen den Kopf zerbrechen? Dies liegt lange in der Vergangenheit und ist somit unabaenderlich. Wo liegt hier also der Sinn?
    Du musst dir den Kopf ja nicht darüber zerbrechen - aber als allgemeiner Grundsatz steht diese Attitude recht alleine auf einsamer Flur. Woher kommen wir - wo sind wir - und wohin gehen wir, ist die zentrale Frage aller grossen Denker, Philosophen, Dichter (Künstler), Theologen und Metaphysiker der letzten paar Jahrtausende gewesen!

    Zitat Zitat von Tramaico",p="478260
    Die Natuer selbst ist in sich perfekt. Er gibt keinen Komperativ fuer optimal und schon gar keinen Superlativ.
    Sie ist wie sie ist, wie der Mensch eben auch ist wie er ist.
    Dreifacher Widerspruch?! Die Natur kann nicht in sich perfekt sein und gleichzeitig keinem Komparativ für optimal-, keinem Superlativ gerecht werden - und letzten Endes einfach sein wie sie ist. Man kann von allem Behaupten, dass es "ist wie es ist". Ich kann auch von mir behaupten dass ich "bin wie ich bin" und da kann mir Niemand widersprechen. Diese Aussage ist für mein Verständnis äusserst konfus formuliert

    Die Natur ist im Grunde gar nicht in sich "perfekt", sie ist in Wirklichkeit extrem kaotisch fehlbar und imperfekt. Die Natur hat 1 Milliarde Jahre gebraucht, um von dem ersten Mehrzeller den ersten reproduzierbaren und somit mutierbaren (entwicklungsfähigen) Mehrzeller zu schaffen. Eine weitere Milliarde Jahre hat es gedauert bis Algen entstanden, die erst einmal die Bedingungen ( wie z.B. die Athmosphäre) schafften, die eine weitere Entwicklung der Mehrzeller ermöglichten. Während den nächsten 900 Millionen Jahren entwickelten sich die ersten primitiven Pflanzen, Wirbeltiere, Reptilien und Säugetiere. Das ganze Unternehmen stand mehrere Male kurz vor dem Zusammenbruch, weil quasi 90% der entwickelten Lebensformen wieder durch "Naturkatastrophen" und Chaos vernichtet wurden. Das heutige Leben kann man demnach viel eher als das Resultat von Chaos und Fehlbarkeit, als Perfektion in sich nennen. It's a damn hostile thing! Eine Idealisierung oder Romantisierung der "Natur" finden wir eigentlich viel eher im christlichen Glauben, bei dem Gott (in der Funktion des Schöpfers) mit der Natur gleichgesetzt werden (muss).

    Zitat Zitat von Tramaico",p="478260
    Toleriere dies im ersten Schritt und es wird sich sofort positiv auf das Kharma auswirken (auf das eigene, wie auch auf das anderer).

    Toleranz = Positiv Auswirkung auf das Kharma
    Intoleranz = Anfang vom Ende ohne ueberhaupt erst angefangen zu haben positiv auf das Kharma zu wirken
    Das klingt auch fast wie eine Idealisierung und obendrein wie ein ethisches Superlativ, das nicht ganz ausgedacht ist.

    Toleranz sollte man besser nicht zu absolut sehen. Ich habe z.B. keine sehr hohe Toleranz gegenüber allen Arten von Giften und Gefahren und einigen anderen äusserst unangenehmen Dingen. Meine Intoleranz gegenüber Brutalität, Grausamkeit und einigen (vielen) anderen Dingen ist auserdem sehr hoch!

    Toleranz vs. Intoleranz (als "Karma schaffend") ist zu leicht zu deprogrammieren, als dass ein solches Prinzip als Richtlinie oder gar als Superlativ gelten könnten. Die jeweilige Identifikation des Individuums (in der Funktion des Beobachters) ist letztich entscheidend was zu seinem "Wohle" toleriert wird und was nicht. Die vorhin erwähnte ANPASSUNGSFÄHIGKEIT, kann durchaus Intoleranz beinhalten. Somit leuchtet mir auch nicht ein, dass ich durch Toleranz automatisch gutes Karma schaffe - oder dass Intoleranz synonym für "den Anfang vom Ende" von gutem Karma steht ... sorry, so funktioniert das wohl doch nicht.

    Das Modell Toleranz vs. Intoleranz ist dann eher eine (zwar) durchdachte, aber immer noch dualistische Verstrickung, die so oder so konfliktreiches Karma schafft.

  10. #59
    Avatar von Samuianer

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    Re: Das Kharma und seine Auswirkungen

    quote Mr.Luk:""Die Natur ist im Grunde gar nicht in sich "perfekt", sie ist in Wirklichkeit extrem kaotisch fehlbar und imperfekt. Die Natur hat 1 Milliarde Jahre gebraucht, um von dem ersten Mehrzeller den ersten reproduzierbaren und somit mutierbaren (entwicklungsfähigen) Mehrzeller zu schaffen. Eine weitere Milliarde Jahre hat es gedauert bis Algen entstanden,"

    Naja, die uns bekannte und von uns vermessenen "Natur", wie sieht es aber mit dem Universum aus?

    Ich meine mal das in diesem vermeintlichen "Chaos" doch eine gewisse Ordnung besteht. Sonst haetten wir keine physikalischen etc. Gesetzmaessigkeiten.

    Quote Mr.Luk: "Das heutige Leben kann man demnach viel eher als das Resultat von Chaos und Fehlbarkeit, als Perfektion in sich nennen."

    That make me really smile!

    Wenn z.B. sich entwickelndes Leben, ....., Foetus, Geburt.... keine faszinierende Perfektion ist dann weiss ich wahrhaft nicht mehr weiter.

    Schau sich Einer eine Bluete, ein Eiskristall, ein Spinnennetz die weiten des Universums, eine Bienenwabe, das Facettenauge der Fliege, einen Elefanten, einen Tiger, eine Schwalbe, einen menschengemachten A380, ein Mobiltelefon, das Internet an...

    Sowie ich zwischen Kiesel und Mensch durchaus Zusammenhaenge sehe, ja, gar eine gewisse Unzertrennlichkeit.

    Alles hat einen bedingten (kausalen/karmischen) Zusammenhang sonst waere das gesamte buddhistisch/hinduistisch/spritiuell/philosophische Gedankengut Humbug!

    Quote Mr.Luk:"Ich denke man braucht (wie in samuianers Beispiel) nicht die Massengräber der Welt zu öffnen, um diesen Tei der Karmalehre zu kompromitieren. Ein Flugzeugabsturz mit 300 Toten reicht vollkommen aus, - notfalls tut es sogar ein spektakuläres Zugunglück.

    Richtig, Zahlen, Mengen spielen keine (bedeutende) Rolle, habe nur eben mal superlative Zahlen von Geschehnissen herbeizitiert. Aber wo da die karmischen Zusammenhaenge, Einzelindividien betreffend, liegen sollen bist du uns (leider) schuldig geblieben!

    as muss ein einjaheriges Kind "verbrochen" haben um im Tschad irgendwo zu verhungern, was ein Zeburind um irgendwo zu verdursten? Was ein Stern um in einer Supernova aufzugehen?

    Du hast Krischnamurti erwaehnt, der sagt eigentlich Alles. Vielleicht sollte anbei noch Aurobindo und "The Mother" erwaehnt werden.

    Das die buddistische Idee in ein derartiges Ritual und Verehrungsspektakel verfallen ist - macht die ganze Geschichte noch abstruser - wenn nicht gar grotesk.

    Die unendlichen Ordensregeln fuer Moenche halte ich fuer absolut paradox in Hinsicht auf die Kernlehre der buddistischen Idee.

    Zumal der historische "Buddha" eigentlich, aehnlich wie der Nazarehner, ein "Revoluzzer", mindestens ein Reformierer, war.

    Aber was sagt uns das zum Thema: "Das Karma und seine Auswirkungen"?

    Warum soll ich die Muecke die mich gerade sticht nicht mindestens wegfaecheln? Verwehre ihr somit aber lebenswichtiges Protein? Was soll das fuer "Folgen" fuer mich haben?

    Ein Lokfuehrer transportiert hunderte von Menschen und tut ihnen damit Gutes, bei der Fahrt aber sterben bedingt, hunderte, wenn nicht tausende von Insekten, Voegeln und anderen Tieren, erst wenn ein Menschenleben durch seine Schuld, auf dem Spiel steht....dann geht es "karmisch" zur Sache.

    Der Kapitaen eines Containerschiffes, ist er "karmisch" haftbar, fuer den Tot vieler Meeresbewohner oder der Reeder, oder gar die Auftraggeber?

    Ich halte diese "Kismet", Schuld-Karma-Diskussion fuer Kindergartenkram, es kann hier nicht um eine "Schuldfrage" gehen, es geht um (viel) komplexere Zusammenhaenge.

    So laesst sich die Idee von Ursache und Wirkung wohl nicht gut diskutieren, ich meine mal das da die Ausgangsbasis schon falsch ist.

    Sonst duerfte es auch nicht heissen "der Weg ist das Ziel", denn, dann duerfte Mensch sich erst garnicht auf den Weg machen, oder?

    Wenn ein Mensch ein Buddha werden kann, dann muss in jedem Mensch ein (micro)Buddha sein und so meine ich verhaelt es sich mit "Gott", "Atman", "Brahman", wie es auch immer bezeichnet, genannt wird, selbst die "Erleuchtung" muss in jedem Ding und Wesen sein, sonst koennte diese nicht erreicht werden!

    Ist schon ein verdammt perfektes Chaos, das Ganze!

    Neue Zeiten, neue Eindruecke, neues Wissen, neue Wege!

    Der orthodoxe Hinayana-Theravada Buddismus braucht dringends Reformen!

    Das sagen uebrigens Kritiker auch hier in T.!

    Meine 3 Groschen zur Sache.

  11. #60
    Avatar von eletiomel

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    Re: Das Kharma und seine Auswirkungen

    hi luk,

    Nun, es wurde ja (eine Zeitlang?) geglaubt dass im Laufe der Entwicklung das/der Stärkere und eventuell Intellignetere überlebt hat. Dem scheint aber nicht so zu sein, es scheint letzten Endes der/die/das gewesen zu sein, dass sich am schnellsten und am besten an Veränderungen anpassen konnte und kann. das lässt durchaus darauf schliesen, dass nicht unbedingt der/das Rücksichtslose, Nimmersatte, Brutale und Verwegene überlebt hat, sondern sein Gegenpart!

    nun luk,anpassungsfähigkeit ist auch eine stärke,gesselige wölfe die sich zu rudeln zusammen finden tun dieses auch nur für die beste überlebensstrategie,zum nachteil ihrer fressfeinde und beute.
    selbst die lieblichen symbiotischen verbindungen haben diesen zweck.
    stärke kann auch der erfindungsreichtum einer spezies sein,wie beim menschen,wodurch er eben noch besser seine umwelt in seiner verbreitungsbemühung kontroliert.

    du siehst,mit stärke,ist nicht nur die brutale gewalt gemeint.

    mit diesem zurückblicken in die vergangenheit will ich nur eins zeigen,es gibt ja immer wieder das argument,wir alle sind für die welt in der wir leben verantwortlich.dem stimme ich zu,nur aus der entwicklung des lebens können keine moralischen gesetze abgeleitet werden,ausser villeicht,überlebe und sorge dafür das deine nachkommen überleben.
    warum soll sich für den menschen dieses geändert haben?

    was ist gut,was böse?

    auf grundlage welcher authorität kann man dieses definieren?

    gibt es keinen gott,keine sonstwie manifestierte kraft,entscheidet der einzelne mensch was gut ist bzw. der konsenz in der gesellschaft.
    höchstens auf dieser grundlage könnte man gutes karma anhäufen,in dem man nach seinem eigenen verständniss das richtige tut.

    was man selbst aber als das richtige sieht,ist auch nur das produkt der entwicklung des lebens und der gesellschaft die einen prägt.(luk,dieses beziehe ich nicht nur auf eine homogene gesselschaft im regionalen herkunftsgebiet,damit sind auch die prägenden einflüsse gemeint die man im laufe des lebens von menschen allerlei region und philosophy erfährt)

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