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Das ewige Thema - diesmal aus der anderen Perspektive

Erstellt von guenny, 15.08.2006, 15:25 Uhr · 5 Antworten · 2.933 Aufrufe

  1. #1
    guenny
    Avatar von guenny

    Das ewige Thema - diesmal aus der anderen Perspektive

    Immer wieder gibt's hier die Threads von LEuten, die ein Mädel in LOS kennengelernt haben, sie zu Besuch hier haben wollen und dann auch noch auf die Idee zum Heiraten kommen.
    Wie immere gibt's dann auch die gutgemeinten Ratschläge und vor allem, einschlägige Warnungen vor Abzocke etc. pp. bis hin zu den unersättlichen später zu erwartenden (Geld-)Forderungen (Trecker kaputt, Büffel krank, Oma siech, ...) zur Untersützung der angeheirateten Familie.
    Ich habe gestern abend den Beginn einer solchen Geschichte erzählt bekommen, allerdings von der anderen Seite und will sie - nach gewissem Zögern ob oder ob nicht - doch hier wiedergeben.
    Möglicherweise mit Fortsetzungen, falls ich neues aus LOS höre.
    Also, erster Akt:
    Junge Frau, einigermaßen gutaussehend, in kleinem Dorf in LOS mit einem Thai verheiratet.
    Schnell ist ein Kind unterwegs, allerdings ist die glückliche Mutti bald nicht mehr so glücklich, das Reisfeld bringt nicht viel ein, die Eltern haben nix, der Mann hat nur Gelegenheitsjobs für manchmal 150 THB am Tag, die Schulden drücken.
    Da sieht man doch die Nachbarstochter von ein paar Straßen weiter, die hat einen Farang geheiratet, da steht jetzt ein hübsches Haus, ein Pickup vor der Tür da sind die großen Sorgen vorbei. Das wäre doch die Lösung,......
    Zweiter Akt:
    Der Mann wird zum Bruder, das Kind zu dessen Kind, die junge Frau geht mit einer Freundin und mit gepumptem Geld nach Phuket, einen Farang suchen zum finanziellen Unterhalt, evtl. sogar Heiraten, da die Ehe zuhause ja nur buddhistisch geschlossen war.
    Fortsetzung folgt, so wie die Neuigkeiten es zulassen.
    An alle Phuket-Besucher: Nein, ich werde kein Bild dieser jungen Dame hier veröffentlichen, auch nicht per pn, ich gönne ihr ihr mögliches Glück.

  2.  
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  3. #2
    Avatar von Visitor

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    1.093

    Re: Das ewige Thema - diesmal aus der anderen Perspektive

    [mod:d510007af3="Visitor"]Auf Wunsch des Autors das Thema verschoben und in einen Thread für den Autor, in welchem nur er schreiben kann, und einen Thread für ontopic diskussionen im Treffpunkt geteilt.

    Zum Diskussionsthread:
    http://www.nittaya.de/viewtopic.php?t=19115
    [/mod:d510007af3]

  4. #3
    guenny
    Avatar von guenny

    Re: Das ewige Thema - diesmal aus der anderen Perspektive

    Ich will noch die ersten Antworten auf Kommentare hier wiedergeben, damit das Bild komplett hier steht:

    .....
    natürlich das was sie selbst als ihr Glück sieht, einen zahlenden Farang aufzutun, der ihre finanzielle Misere beendet. Und damit eine etwas bessere Perspektive für ihr Kind. Und einen zu haben, der nicht säuft und nicht prügelt, was wohl immer schwieriger wird, gerade auf dem Land.
    Es wird als Verdienstmöglichkeit gesehen, ohne Gefühle, wie die Reisernte auch. Was die jungen Damen allerdings jetzt noch nicht sehen, sind die möglichen psychischen Schäden, die sie sich damit einfahren. Und die Verachtung im Dorf, auch wenn sie nur hintenrum kommt und mit Neid auf den finanziellen Erfolg gepaart ist.
    Insgesamt eine schwierige Gemengelage und extrem problematisch für uns "außenstehende" zu beurteilen.
    Deswegen will ich das mal versuchen, von der anderen Seite zu schildern, sofern ich die Infos bekomme.

    Nochmal zur Verdeutlichung,
    diese Geschichte läuft realtime, die jungen Damen sind letzte Woche nach Phuket abgereist.
    die andere Perspektive hoffe ich aus Sicht der Familie, der jungen Frau erzählen zu können, soweit diese Erzählung denn tatsächlich einigermßen brauchbar erfolgt. Es soll hier kein Reißer draus werden, sondern einfach eine wahre Geschichte, die das Leben gerade schreibt.
    Du/ihr müsst also mit Unterbrechungen rechnen.

  5. #4
    guenny
    Avatar von guenny

    Re: Das ewige Thema - diesmal aus der anderen Perspektive

    Das Vorbild der beiden jungen Damen....
    ..... ist eine gestandene Frau, drei Kinder. Eine erwachsene Tochter, eine minderjährige Tochter und ein kleines Kind.
    Die erwachsene Tochter ist irgendwo in Bangkok, die minderjährige Tochter wohnt im Dorf bei ihrem leiblichen Vater, eine aufgeweckte, nette Göre, geht zur Schule und ist recht intelligent.
    Das kleine Kind lebt bei der Mutter in einem europäischen Land, gemeinsam mit dem "leiblichen" Vater, einem Farang. Böse Zungen sprechen hier von Kuckuckseiern, aber ich glaube das ist nicht nationalitätenspezisfisch und kommt auch in Europa in den besten Familien vor.
    Wenn die Frau in LOS, also zuhause zu Besuch ist, hat sie viel Geld, kann das Haus renovieren, notwendige Familienfeiern, z.B. zu Beerdigungen, finanzieren oder auch ein Moped/Auto. Wenn der Farang zu Besuch kommt, verzieht sich der vorübergehend zum Onkel mutierte Ehemann weit weg zu Verwandten.
    Das Kleinkind weiss noch nichts von seinem Unglück, die minderjährige Tochter steckt es bemerkenswert gut weg und die erwachsene Tochter hat wohl die Konsequenzen gezogen, sie ist störrisch, aufmüpfig, geht ihre eigenen Wege und lässt sich nihcts mehr sagen, sehr zum Leidwesen der Großeltern, die Befürchten dass es mit ihr ein schlimmes Ende nehmen könnte.
    Aber für unsere zwei jungen Damen sind diese Verwicklungen zunächst mal weit weg, sie sehen kurzfristige Lösungen ihrer finanziellen Probleme.
    Um auf diesen Ehemann zu kommen,
    er arbeitet, verdient Geld, lebt davon und finanziert sich und seine minderjährige, bei ihm lebende Tochter. Nur größere Ausgaben, Investitionen, die werden von der Frau aus demAusland gesponsert. Und zwar - im wesentlichen mit Geld ws sie dort durch eigene Arbeit verdient, und nur zum Teil mit dem was ihr Farang ihr sponsort. Denn der ist auch nicht reich.

  6. #5
    guenny
    Avatar von guenny

    Re: Das ewige Thema - diesmal aus der anderen Perspektive

    Erste Nachrichten und Erfolge...

    Die Mutter ist stolz. Ihre Tochter hat sofort Arbeit gefunden, auf Phuket. Und sie hat die ersten 4000 Baht geschickt. Stolz wird der Erfolg unter den Nachbarn erzählt. Sie arbeitet in einer Bar, verkauft Getränke an Farang. Nein, einen Minijob* macht sie nicht, wo denken die Leute denn hin.
    Unterdessen, die Tochter ist absolut unglücklich im Gewerbe, es geht ihr sehr tief aber sie darf es sich nicht anmerken lassen, sonst funktioniert das mit den Minijobs nicht. Farangs wollen nix hören von Sorgen, Problemen oder so´nem Zeugs. Die wollen Spass und Urlaub. Also wird geheult, wenns niemand sieht und der Freundin zuhause am Telefon das Leid geklagt. Die Mutter hat dafür kein Verständnis, sie war die treibende Kraft:
    Ein Thaimann, und, wie sich jetzt herausstellt, noch nicht mal richtig buddhistisch verheiratet, sondern nur mit einer Zeremonie durch den Dorfschamanen zusammengetan (wie soviele andere auch). Der bringt nicht das Geld zur Versorgung ein. Da muss was passieren, schließlich sieht man an einigen Blaudächern im Dorf dass das hervorragend funktioniert. Also wird solange auf die Tochter eingeredet und den Mann (der leider auch noch in die Tochter verliebt ist und sie in ihn, welch ein Unglück, aber dann passt er wenigstens auf sein Kind auf) bis sich alle einig sind, dass die Tochter anschaffen geht. Wobei "anschaffen" natürlich heist ganz normal Geld verdienen, im Service, im Geschäft, im Hotel.
    Man wahrt ja das Gesicht, alle reden um den Brei herum, jeder weiss was gemeint ist, aber keiner sagt es offen.
    Und so passen Oma und Mann abwechselnd auf das Baby auf und gehen tagelohnmäßig für 150 THB arbeiten, und dann kommt ja jetzt das Geld aus Phuket. Dort werden die Angestellten wirklich gut bezahlt. Denn die Tochter ist ja auch fleißig und so ist es kein Wunder, dass sie so schnell Geld verdient und als braves Kind nach Hause schickt, für die Versorgung des Babys und der Familie. So erzählt die Mutter, die Nachbarn lassen sich nichts anmerken und loben das Kind, das ja schon immer so gut war. Und denken sich ihr Teil.

    (ein Minijob wird in Farangland gewöhnlich als One-Night-Stand bezeichnet).

  7. #6
    guenny
    Avatar von guenny

    Re: Das ewige Thema - diesmal aus der anderen Perspektive

    Nach dem Wirbel, den die Geschichte ausgelöst hat, habe ich lange überlegt, ob ich sie weiterführen soll. Und für mich beschlossen, es zu tun. Einfach aus der Sicht von Unbeteiligten aber nicht Uninteressierten erzählen.
    Und es gibt neue Nachrichten.

    Ein schnelles Happy-End...
    Wochen sind in's Land gegangen. Und dann passiert etwas, was man gemeinhin als Märchen abtun würde:
    Der Mann, der zuhause geblieben auf das gemeinsame Kind aufgepasst hat, hält es nicht mehr aus. Er fährt nach Phuket zu seiner Frau. Und er bittet sie zu ihm zurückzukommen. Er hat noch immer wenig Geld, aber sie lieben sich beide. Und sie haben ein gemeinsames Kind. Er wird alles tun, um für sie zu sorgen. Gemeinsam werden sie es schaffen.
    Und sie, die ohnehin nur widerwillig diesen Weg gegangen war, sie "schmeist die Brocken hin" in Phuket, sie geht mit ihm zurück ins kleine Isaan-Dorf. Zu Mann und Kind.
    Aus den Erzählungen, die so als Mund-zu-Mund-Geflüster weitergereicht werden, klingt Bewunderung und Erstaunen.

    die Bestätigung von Vorurteilen...
    Es war ja von 2 jungen verheirateten Frauen die Rede, die gemeinsam nach Phuket gingen. die zweite, nun ja, sie ist noch in Phuket, ihr Mann hat sie nicht geholt, sie nicht angefleht, zurückzukommen. Es ist ganz schön, wenn da immer wieder Geld kommt. Man muss sich nicht so anstrengen, Reis- und Gemüseanbau ist nicht wirklich lukrativ, genausowenig wie Tagelohnarbeiter auf dem Bau.
    Die Erzählungen davon klingen auch irgendwie anders, so als ob man das am liebsten v ergessen wollte und nichts mehr davon hören will. Es ist allen unangenehm, außer dem Mann der davon profitiert.

    Und damit will ich die Geschichte abschließen, wider Erwarten schnell und mit teilweise überraschendem Ausgang.

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