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Damals in Thailand - Eine kleine Anekdote

Erstellt von Fandao, 30.04.2004, 08:56 Uhr · 4 Antworten · 1.304 Aufrufe

  1. #1
    Fandao
    Avatar von Fandao

    Damals in Thailand - Eine kleine Anekdote

    O. K., liebe members,
    dann will ich hier doch mal was "Konstruktives" im Forum beitragen mit nachfolgender Anekdote:

    Damals in Thailand -
    Eifersucht - no pompem - oder, noch mal Glück gehabt?!

    "Jetzt bin ich also das zweite mal in Thailand", sinniere ich ganz zufrieden und entspannt vor mich hin, während ich auf dem Bett meines Bungalows in Phuket liege und ein nettes Mädchen unter der Dusche im Hongnam ihren wundervollen Körper pflegt.
    "Wie war es denn eigentlich beim ersten Thailand-Urlaub in Bangkok und Pattaya?"

    ----------------------------------------------------------

    Mein Kumpel Christoph war mit mir hier im Land des Lächelns gelandet, nachdem wir unsere Scheidungen in Urlaubszielen auf den Breitengraden vieler Länder von Hawaii bis Bali erfolgreich verarbeitet hatten. Es war schon irgendwie anders, in diesem faszinierenden Land. Wir flogen mit dem damals so bezeichneten "Neckermann-Bomber" ein.

    Das obligatorische Prince Hotel in Bangkok war natürlich unsere "Neckermann-Unterkunft" und unsere Schluckbeschwerden konnten wir schnell mit Hilfe der Medizin namens "Singha Beer" in den allseits bekannten Praxen namens "Bierkutsche" und "Biergarten Soi 7" behandeln lassen.

    Aber da war auch noch ein sogenannter Coffee Shop im Keller des Grace Hotels, in dem man auf besondere Weise seine Schluckbeschwerden behandeln lassen konnte. Der Weg führte durch die imposante Empfangshalle des Hotels, vorbei an zahlreichen Gestalten in langen weißen Gewändern. Verwundert nahm ich zur Kenntnis, dass Thailand offensichtlich ein zweites Mekka für die arabische Bevölkerung darstellen musste. Dieses Hotel schien eine Pilgerstätte zu sein.

    Egal, weiter die Treppe hinunter, vorbei an einem Friseursalon bis zu einer Eingangskontrolle zum Coffee-Shop. Vor mir ein paar Mädchen, die mit gezückter ID Card und nicht ohne Diskussionen mit dem Türsteher, ihr Eintrittsgeld entrichteten.

    "Eintrittsgeld, um einen Kaffee zu trinken?", ging es mir durch den Kopf.

    Aber der Gedanke verflog schnell, nachdem ich ohne Ausweiskontrolle weiter gewunken wurde.

    Die nüchterne, fensterlose Halle, ausgestattet mit zahlreichen Tischen und einer großen halbrunden Theke, verlor jedoch beim Anblick der zahlreichen lächelnden Mädchen schnell ihre kalte Ausstrahlung.

    Na ja - obwohl es ja ein Coffee Shop war - ein Bierchen war erst mal angesagt. Am besten natürlich an der Theke, wie zuhause - und da war es schon passiert!

    SIE stand neben mir, eine wirkliche Ausnahmeerscheinung unter den anwesenden Geschöpfen - mit Haaren bis zum Hintern und einer unglaublichen Ausstrahlung, die, wie ich später des öfteren feststellen konnte, auch auf den Strassen von Bangkok und Pattaya ausnehmend Beachtung fand. Die Schönheit nannte sich "OD" (Gold) und ihr Nickname war wirklich angebracht.

    Nach der Kontaktaufnahme an der Biertheke erklärte ich ihr jedoch, dass ich erst meinen Freund aus der "Bierkutsche" holen müsse und gleich zurück sei. Also begab ich mich auf den, wenn auch nur kurzen Weg von ca. 30 Metern, um ihn zu holen. Erfolglos - er war nicht mehr da - ich also schnell zurück zu "meinem" Gold-Schatz.

    Ein schweifender Blick die große Bartheke entlang und wer stand da neben OD inmitten von ca. 20 weiteren Schönheiten? Ja genau - Kumpel Christoph mit total verliebtem Blick. Ich dachte, mich haut`s um, aber im Laufe des Abends merkte ich, dass sich da was angebahnt hatte, was ich nicht mehr beeinflussen konnte.

    Was blieb mir anderes übrig, als zu akzeptieren, dass Christoph seine Auserwählte, seine große Liebe, gefunden hatte. Ich war also gezwungen, mich nach einem anderen liebenswerten Wesen umzusehen.

    Anmerkung: Freundschaft unter Kumpels geht nun mal vor - soviel zur Eifersucht aus westlicher Sicht.

    Ich war dazu verdammt, einen gleichwertigen Ersatz für mein Liebesleben zu finden. Nach zu vielen Versuchen gelang mir das auch. Ich fand eine wirklich liebe Partnerin in Bangkok für eine Woche lang. Ich nahm sie zwar nicht mit nach Pattaya, wie Christoph seine OD, aber ihr Name "NOK" sollte mir - aus besonderem Anlass in Phuket - nicht in Vergessenheit geraten.

    ----------------------------------------------------------

    Während ich so meinen Gedanken hier in Phuket nachhänge, geht die Badezimmertür auf. Triefend nass, in ein weißes Badetuch eingewickelt, betritt ein bezauberndes Wesen mit einem Körpergewicht von schätzungsweise 40 Kilo bei 150 Zentimeter Körpergröße mein Wohn-Schlafzimmer.

    Sie sagt: "Darling, you want shower too?"

    Ich habe das natürlich nicht vor, zumal ich erst eine Stunde zuvor ausgiebig die Wasservorräte in Phuket beansprucht hatte. Aber da ich mittlerweile gelernt habe, dass Thais eine sehr empfindliche Nase haben - insbesondere was die hitzebedingten Schweissausdünstungen von Farangs angeht, fällt es mir nicht allzu schwer, mich von ihr freundlich - aber bedingt - nochmals unter die Dusche zwingen zu lassen.

    Na ja - die erwartete Kurz-Dusche artet dann doch in eine länger währende Reinlichkeitsprozedur aus, wie ich sie in Deutschland selten erlebt habe - woran allerdings mein kleiner Bruder nicht ganz unschuldig ist.

    Frischgeduscht und von weiteren hormonbedingten Bedürfnissen befreit, schlendern wir nun rechts um die Ecke des Tropicana-Bungalows, wo ich endlich (aber das ist eine andere Geschichte) mein "Neckermann-Domizil" habe.

    Nach 50 Metern auf der Hauptstrasse geht's gleich rechts rein in den "NED KELLY`S PUB", wo wir, bevor wir überhaupt eine Bestellung aufgeben, gleich mit einem B52 auf Kosten des Hauses empfangen werden.

    B52 ist ein allseits beliebter Cocktail, der allerdings in einem kleinen Schnapsglas ausgeschenkt wird. Die Ingredenzien bestehen meines Wissens unter anderem aus Kaffee, Kakao- oder Sahnelikör mit Wodka vermischt - aber jeder Barbesitzer hat da so seine eigene Rezeptur, die er auf seine eigene Art und Weise einsetzt. Jedenfalls nehmen wir diesen Freidrink gerne und vertrauenswürdig an und bestellen für den großen Durst gleich noch 2 kleine Singha-Bottles.

    Jetzt meldet sich aber der Hunger und da beginnt das Problem.

    Wir wechseln auf die andere Strassenseite in den großen Barbereich, wo es immer pulsiert. Pulsierend heißt hier, jeder Barbesitzer dreht seine Musikanlage derart auf, dass keiner der Gäste an den zahlreichen Bars in diesem Areal auch nur sein eigenes Wort verstehen kann - geschweige denn, seine Aufmerksamkeit einer bestimmten Musik widmen kann.

    Nachdem wir hier etwas unentschlossen herumstehen und uns über die Live-Darbietungen der Lady-Men, die direkt am Eingang mit eigener Bar vertreten sind, amüsieren, fällt mein Blick auf einen als Mini-McDonald eingerichteten Imbiss. Hier gibt's leckere Hamburger und ich stürze sofort in Richtung Verkaufstheke, die ziemlich belagert ist.

    Ich warte und warte und meine holde Begleitung schaut mich fragend, aber zunächst sprachlos, an.

    "What you want - darling?", erkundigt sie sich schließlich.

    "I want Hamburger to take outside!", antworte ich.

    Ja - bereits während meines zweiten Urlaubs in diesem Land war mein eigentlich gutes American-English auf das gezwungenermaßen bescheidenere Thai-English im Alltagsbereich abgesunken.

    Ich warte also weiter darauf, endlich meinen Hamburger bestellen zu können und stelle mit einem Blick hinter mich verwundert fest, dass meine Begleiterin verschwunden ist. Was tun?

    "Nee - Hamburger abwarten und reinhauen, sie wird sich auch was zum Essen suchen", ist mein Entschluss.

    Mit meiner Hand voll Gummiburger begebe ich mich wieder Richtung Bürgersteig. Während ich genüsslich reinhaue, kommt mir auch schon mein Darling entgegen. Sie hat eine Flasche Singha Beer in der Hand und nachdem sie sieht, wie es mir schmeckt, sagt sie:

    "I have buy one beer for You!"

    Ich bin wahnsinnig begeistert von ihrer Liebenswürdigkeit und Aufmerksamkeit und lasse mir den Hamburger und das Bier gut schmecken. Wir kehren noch mal in "NED KELLY`S PUB" zurück, wo ich in meinem Liebestaumel, wegen so viel rührender Fürsorge, mit Kreide ein Herz mit unseren Namen an die schiefergetäfelte Decke male - für die Ewigkeit gemeint. Es ist übrigens heute noch vorhanden.

    ----------------------------------------------------------

    Ja - wo ist denn jetzt hier die Pointe???

    Lösung:

    Ich hatte den klassischen Fehler gemacht, sie naiv und in einer schwachen Stunde über NOK, meine vorherige Begleiterin in Bangkok (1 Jahr zuvor), wirklich nur schwätzerisch und ohne Hintergedanken, zu informieren. Das Bier hatte sie gekauft, um mir mit der Flasche eins überzuziehen, falls ich es gewagt hätte, die vermeintliche "Lady from Bangkok" aus dem Hamburger-Laden mitzunehmen (take outside).

    Sie war also der Meinung, ich hätte meine Bekanntschaft aus Bangkok dort wiederentdeckt, was sie mir mit folgenden Worten klarmachte:

    "I think, You want have Lady from Bangkok!!!"

    Na ja - das war der östliche Part zum Thema Eifersucht und wie man ihn ohne Krankenhausaufenthalt überstehen kann. Was man dabei u. a. lernen kann? Es kann unangenehm werden, in Thailand einen Hamburger "to take outside" zu bestellen. Das sollte man schon seinem Darling überlassen, das dies sicher gerne übernimmt.

    Auch heute nennen wir uns immer noch gegenseitig Darling und haben es schon 10 Jahre miteinander glücklich ausgehalten - zusammen mit doppeltem Nachwuchs, als Krönung unserer Familie.

    War da noch was??? Natürlich - was ist aus Christoph und OD geworden?!

    Die beiden haben damals noch zwei Wochen lang ihr gemeinsames Glück zusammen mit mir und meinen zahlreichen Pattaya-Girls in einem vorher gebuchten Doppelzimmer im NIPA LODGE verbracht. Einer Einladung von Christoph nach Deutschland ist OD nicht gefolgt, weil sie bereits mit einem Schweizer verheiratet war. Aber - "as time goes by" - Christoph ist mittlerweile in deutschen Landen wieder glücklich mit einer deutschen Frau verheiratet und lebt in einer fünfköpfigen Familie! OD habe ich nie mehr gesehen.

    ---------------------------------------

    Mit Gruss und hoffentlich angekommener Unterhaltung
    Fandao

  2.  
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  3. #2
    Fandao
    Avatar von Fandao

    Re: Damals in Thailand - Eine kleine Anekdote

    Ach, vergessen - das Werk oben ist vom Autor Fandao, sozusagen also selbst "geraubt".

  4. #3
    Avatar von khon jöhraman

    Registriert seit
    18.11.2003
    Beiträge
    1.068

    Re: Damals in Thailand - Eine kleine Anekdote

    Gut geschrieben! :bravo:

  5. #4
    Avatar von UweFFM

    Registriert seit
    06.08.2003
    Beiträge
    2.041

    Re: Damals in Thailand - Eine kleine Anekdote

    @Fandao
    danke für die nette Geschichte. Nennt sie dich wirklich Darling oder klingt es eher nach Darkling? ;-D Gruß Uwe

  6. #5
    Fandao
    Avatar von Fandao

    Re: Damals in Thailand - Eine kleine Anekdote

    Hallo Namensvetter,
    ich glaub, ich weiss, auf welchen Nickname Du ansprichst.;-D

    Der bin ich aber nicht und es ist tatsächlich so, dass meine Holde und ich uns seit unserem Kennenlernen bis heute (nach 12-jähriger Ehe) gegenseitig "Darling" rufen.

    Kritisch wirds, wenn Sie mich mit "Uwe" anspricht. Dann kann schon mal ein "Gewitter" im Anmarsch sein.

    Aber, wird jetzt hier zu persönlich und ich muss mich mal grad um einen "neuen" Autor auf meiner HP kümmern.

    Gruss vom Fandao

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