Seite 3 von 4 ErsteErste 1234 LetzteLetzte
Ergebnis 21 bis 30 von 36

Bootsfahrt auf dem Mae Nam Khong

Erstellt von Otto-Nongkhai, 26.03.2003, 23:07 Uhr · 35 Antworten · 4.601 Aufrufe

  1. #21
    Avatar von Otto-Nongkhai

    Registriert seit
    05.11.2002
    Beiträge
    12.292

    Re: Bootsfahrt auf dem Mae Nam Khong

    Weiter geht die Fahrt und ein weiterer Ort auf der Thai Seite ,
    Amphoer Thabo ,kommt in Sicht.

    http://mitglied.lycos.de/tungsong/muferu.jpg

    Hier befindet sich ein kleines Wasserkraftwerk mit Staumauer ,dass die Australier gespendet haben und das auch etwas Strom erzeugt.
    Das Wasser eines kleinen Nebenflusses des Mekong wird hier gestaut ,aber nur bei Hochwasser kann wirklich Strom erzeugt werden.

    Einige Fischaufzuchtbecken und ein Motorboot von der Wasserschutzpolizei sind zu sehen.

    Da der Mekong ein Grenzfluss ist ,sind am Ufer vereinzelte Armeestützpunkte angelegt und die Soldaten verfügen natürlich über die entsprechenden Boote und Bewaffnung.
    Thabo ist weit weg vom Fluss angesiedelt ,denn bei Hochwasser stehen weitere Ufergegenden unter Wasser.
    Daher sieht man auch wenige Häuser diese grossen Amphörs.
    Die tägliche Körperpflege findet am Ufer und im knietiefen Wasser statt.
    Kinder spielen in den braunen Fluten und erfreuen sich an ihrem noch sorgenfreien Lebens.

    Auf der Lao Seite ist ein kleiner Steg ,der ins Wasser ragt .Hier waschen die Frauen ihre Wäsche im braunen Mekong Wasser.
    Es wird fleissig geschrubt und das Lachen ist weit zu hören.
    Auch das Wäschewaschen ist ein Teil des Sanuk in dieser Gegend ,anders als im emanzipierten Europa.

    Als die Frauen mich sehen winken sie mir zu und laden mich zum Verweilen ein ,aber dass ist für mich zu gefährlich ,nicht nur wegen der schönen Laoten ,sondern auch ,weil ich nicht im Besitz eines laotischen Visas bin, das zum Betreten von Laos berechtigt.
    Lao-Polizei in Ziviel lauert überall.Also geht es weiter gegen Westen.


    Der Mekong ist die lebensspendenden Ader Südostasiens.
    Alles Leben rund um den Fluss findet auch am Fluss statt.
    Besonders für Laos stellt der Fluss den wichtigsten Transportweg für
    Menschen wie Güter - dar, da auf dieser Seite kaum Strassen existieren.
    http://mitglied.lycos.de/tungsong/mflusswald2.jpg
    http://mitglied.lycos.de/tungsong/mflusswaldo.jpg
    http://mitglied.lycos.de/tungsong/mflusswaldo2.jpg

  2.  
    Anzeige
  3. #22
    Avatar von Otto-Nongkhai

    Registriert seit
    05.11.2002
    Beiträge
    12.292

    Re: Bootsfahrt auf dem Mae Nam Khong

    Wieder macht der Mekong einen grossen Bogen und ich muss die Seite wechseln um nicht gegen die starke Strömung anzukämpfen.
    Wenn die Strömung mal nicht so stark ist ,kann ich auch in der Mitte des Flusses fahren ,aber leider kommt das nicht so oft vor.
    Die Uferwände sind plötzlich sehr hoch und ich fahre wie in einer tiefen Schlucht daher.
    Wenn ich hier mal einen Motorschaden hätte ,ich könnte nicht an Land gehen ,da die Steilwände keinen freien Platz zum Anlegen bieten.
    Zum Glück habe ich heute mal keinerlei Probleme mit dem Motor ,Mad in Japan.

    Jetzt kommt der Thai-Ort ,Ampöer Sri Chiang Mai ,der 45 km von Nongkhai entfernt liegt,und sich am linken Thai-Ufer befindet
    Auch dort wieder ein grösseres Armeelager mit einigen Schnellbooten ,
    auf denen MGs in der Sonne blitzen.
    Ein Soldat ,der in einem Liegestuhl liegt ,winkt mir zu.
    Er beobachtet mit einem Feldstecher die Umgebung.
    Sri Chiang Mai befindet sich genau gegenüber Vientianes ,der Hauptstadt von der Demokratik Peoples Republik Laos und da ist die starke Armeepresents auf beiden Seiten normal.

    Hier bleibe ich natürlich auf der Thai-Seite ,um nicht in in Schwirigkeiten zu geraten,
    denn ein Farang im Boot fällt natürlich überall sofort auf.

    Sri Chiang Mai ist dichter mit kahlen Betonhäusern bebaut, das Ufer mit einer Betonmauer befestigt,
    Steintreppen führen zum Wasser.
    Man sieht Restaurants mit Terrassen ,Tempel ,Autos am Parkplatz, Stromleitungen und GSM-Antenntürme

    In Vientiane befinden sich auch unzählige Mekong-Restaurants auf Pfählen,auch ein Flooting Restaurant ist vorhanden.
    Dann das Regierungsgebäude und einige Tempel ,wo man die Verzierungen und Mosaike in der Sonne glänzen sieht.
    Ja ,Vientiane ist die Hauptstadt des kommunistischen Laos ,eine Welt ,die das Thailand vor 20 Jahren wiederspiegelt ,als die Welt hier noch in Ordnung ist.
    Trotzdem Laos als ärmere Bruder von Thailand bezeichnet wird ,kommen mir die Laoten freundlicher und fröhlicher vor ,anders als wie die kapitalistischen Thais ,wo nur derjehnige etwas zählt ,der es zu viel Geld und Reichtum gebracht hat.
    Eine Reise durch das jungfraeuliche Laos würde ich jedem empfehlen=
    eine Fahrt in eine andere Welt voller Abenteuer ,Natur und Romantik.
    Man sollte nur viel Zeit haben und Alles gelassen nehmen.

    Loas hat auch ein ausgezeichnetes Bier und auf meinen Abstechern mit dem Boot habe ich oft am Lao-Ufer halt gemcht ,um das eine oder andere Bier Laos als Erfrischung zu mir zu nehmen ,aber nur dort ,wo ich bekannt war und wo es kein Ärger mit der Imigration-Polizei gab.
    Als Tauschgegenstand hatte ich dann immer eine Pulle Mekong-Whiskey zur Hand.


    Hinter Sri Chiang Mai liegen einige Boote mit Bambushütten und wieder sind viele abgetrennte Gebiete zu sehen ,die als Fischaufzuchtbecken benützt werden.
    Es ist eben bequemer die Fische mit der Hand zu fangen ,als wie sie zeitaufwendig zu angeln.
    Der Geschmack dieser Zuchtfische ,die mit Kunstfutter und Hua Han gemästet werden ,
    ist dann nutürlich unter aller Sau und nur mit viel Chilly zu geniessen.
    http://mitglied.lycos.de/tungsong/Mf...chfarmOben.jpg
    http://mitglied.lycos.de/tungsong/Mf...hfarmOben2.jpg
    http://mitglied.lycos.de/tungsong/Mf...hfarmOben3.jpg

    Nichts für mich ,denn ich bin auch ein Geniesser und ziehe den frischen Fangfisch ,kg zu 160 Bath vor.
    Große, braune, träge Wassermassen fliessen mir entgegen und ich komme gut voran.

  4. #23
    Iffi
    Avatar von Iffi

    Re: Bootsfahrt auf dem Mae Nam Khong

    @Otto,

    sach mal, wenn'sde vom Golden Dreieck rechts den Fluss hoch fährst, gibt es dort auf der rechten Seite ein ganz altes Wat. Eine Ruine eigentlich, die aber die Thais für Touristen geeignet fanden.

    Ich habe den Namen dieses Ortes vergessen, aber erinnere mich gerne an einen alten Mönch mit hervorragendem English und absoluter Gelassenheit.

    Frage: kennst du dieses Wat ? und wenn möglich, hast du gar Bilder davon ? Würde mich sehr freuen.

  5. #24
    Avatar von Otto-Nongkhai

    Registriert seit
    05.11.2002
    Beiträge
    12.292

    Re: Bootsfahrt auf dem Mae Nam Khong

    Hallo Iffi!
    Ich paddele in einer anderen Gegend herum ,so 700 km weiter oestlicher( SO ).
    Vermutlich meinst du aber den Ort Chiang Saen.
    Dort war ich mal vor 10 Jahren .
    Es gab einige alte Wats und auch englischsprechende Moenche ,die grosses Interesse an uns Farangs hatten.
    Muss mal wieder hinfahren ,wenn ich fitt bin.

    Gruss

    Otto

  6. #25
    Avatar von Otto-Nongkhai

    Registriert seit
    05.11.2002
    Beiträge
    12.292

    Re: Bootsfahrt auf dem Mae Nam Khong

    Da Grafik einfuegen nicht mehr klappt ,
    muesst ihr eben die Bilder selbst anklicken.

    Gruss

    Otto
    -----------------------------------------------


    Vor mir eine Wasserpumpenanlage ,die das angrenzende Dorf mit Trinkwasser versorgt .

    http://mitglied.lycos.de/tungsong/MflussWasserwerk.jpg

    http://mitglied.lycos.de/tungsong/MflussWasserwerk3.jpg
    Solche Pumpenanlagen befinden sich oft auf beiden Seiten des Mekong-Ufers.

    Auf der Lao Seite ein etwas gröserer Hafen ,wo einige grössere ,verrostete Schlepper und Kähne stehen.
    Von hier fährt auch das Speedboot in Richtung Pak Lai,ein 4 Stunden "Ritt" auf den Mekong ,der nicht ungefährlich ist.
    Von Pak Lai aus kann man ein anderes Schiff ,oder Pick Up nehmen ,dass die alte Königsstadt ,Luang Prabang anfährt .
    Auf dieser weise umgeht man sich den gefährlichen Landweg über Vien Väng ,wo immer mit überfällen zu rechnen ist und wo noch vor einem Monaten 2 Schweizer auf Raedern ihr Leben lassen mussten.

    Gerade setzt sich ein grosser Kahn in Bewegung .
    Das Dach des Bootes ist mit umfangreiches Handgepäck zugestopft,
    dass in Form von Säcken voller Reis, Grünzeug und
    Wurzeln, aber auch lebenden Hühnern und Enten in kleinen, geflochtenen Käfigen besteht.
    Mit knappen 30 km/h geht es im Slalom flussaufwärts.
    http://mitglied.lycos.de/tungsong/mflussfeldo.jpg
    http://mitglied.lycos.de/tungsong/mflussfeldo5.jpg
    http://mitglied.lycos.de/tungsong/mflussfelfo2.jpg
    http://mitglied.lycos.de/tungsong/mflussfelfo3.jpg
    http://mitglied.lycos.de/tungsong/mflussfelfo4.jpg

    Hier eine grössere Insel ,die zu Laos gehört ,trotzdem sie mehr auf Thai Seite liegt.
    Felder und Bananenbäume berfinden sich auf dieser Insel.
    Auf der Thai-Seite liegt Ban Mohr ,ein kleiner Ort der vom Schmuggel mit Laos lebt.

    Es wird langsam warm ,die Sonne liegt mir noch im Rücken ,aber wenn der Mekong einen Bogen macht habe ich die Sonne im Gesicht und muss blinzeln.
    Die Sonnenbrille tut ihre Dienste und es geht weiter gegen Westen.

    Ich passiere die entlose Weite von Feldern ,Sträuchern und Gestrüb.

    Dann wird es plötzlich hügelig und der Fluss wird schmäler und die Wassermassen wilder.
    Die Gegenströmung nimmt an Stärke zu und ich habe oft Schwirigkeiten das Boot gerade zu halten.
    Eine Unachtsamkeit und das Boot schlingert durch die Gegend und könnte sich überschlagen.
    Das Wasser ist aufgewühlt und vereinzelt sieht man kleinere Strudel und Stromschnellen.
    Ich muss verdammt aufpassen ,dass die Wellen nicht in mein Boot schwappen und ich dann mit dem Boot absaufe.
    Der Wassserschöpfer ist oft im Einsatz ,ich bin ja ein Einmannbetrieb.

    -----wird fortgesetzt-----

  7. #26
    Avatar von Otto-Nongkhai

    Registriert seit
    05.11.2002
    Beiträge
    12.292

    Re: Bootsfahrt auf dem Mae Nam Khong

    Vor mir eine grosse Laos-Insel auf der ich erst einmal eine Pause einlege ,um mich zu erhohlen und der Motor muss ja auch mal abgekühlt werden.
    Es ist gerade 10:30 a.m.

    Auf der Insel befinden sich Reisfelder ,aber auch viel Unkraut ,Sand ,Gras und Schilfrohr
    und ich halte in dem nicht bevölkerten Teil der Insel ,
    um nur kein Aufsehen zu erregen.
    Ich muss das Boot wegen der starken Strömung gut verteuen ,
    damit ich nicht plötzlich ohne Boot dastehe und nicht mehr auf Thai Seite zurück kommen kann.
    Ich blicke auf die Thai Seite ,die felsig und mi8t Höhlen vor mir liegt und unfreundlich und gefährlich wirkt.

    Ich halte mein Piknick bestehend aus Klebereis und Hähnchenteilen und ruhe mich aus und geniesse das wohltuende Gurgeln des Flusses

    http://mitglied.lycos.de/tungsong/MflussInsel2.jpg
    http://mitglied.lycos.de/tungsong/Mf...elSchatten.jpg
    http://mitglied.lycos.de/tungsong/Mf...lSchatten2.jpg
    http://mitglied.lycos.de/tungsong/MflussL.jpg
    http://mitglied.lycos.de/tungsong/Mf...ndbankOben.jpg
    http://mitglied.lycos.de/tungsong/Mf...neSchatten.jpg
    http://mitglied.lycos.de/tungsong/MflussSandinsel.jpg


    Nach einer Stunde ist der Motor abgekühlt.
    Ich fülle den Benzientank und fahre weiter.
    Jetzt liegt der schwierigere Teil der Strecke vor mir.
    Die Strömung ist noch stärker als vorher ,einige grössere Strudel sind zu sehen.
    Das Wasser rauscht,plätschert und gurgelt.
    http://mitglied.lycos.de/tungsong/mflusso5.jpg
    http://mitglied.lycos.de/tungsong/mflusso5a.jpg
    http://mitglied.lycos.de/tungsong/mflusssandu.jpg
    http://mitglied.lycos.de/tungsong/mflussssso.jpg
    http://mitglied.lycos.de/tungsong/mflusssssoo.jpg
    http://mitglied.lycos.de/tungsong/mflusssteineo.jpg

    Wenn ich mal einen grossen Strudel durchfahre muss ich die Motorstange ziemlich fest halten .
    Zuerst wird man vom Strudel angezogen und dann wieder weggedrückt.
    Hier muss man das Boot gut in Ballance halten.
    Ab und zu schwappt Wasser in mein Boot und ich muss es mit einem Schöpfer wieder nach draussen befördern.Bin ja kein Wasserdieb!
    Einige Steinsäulen ,oder Felsen ,die aus dem Wasser ragen sind zu sehen mit roten Makierungen und dann wieder vereinzelte Bowjen,
    die die Fahrtrinne anzeigen.
    Weicht man von der Fahrtrinne ab ,stösst man unweigerlich auf versteckte Felsen ,die sich unter Wasser befinden.
    Der Bootsverkehr ist hier stark.
    Speedboote aus Laos,grosse Transportkähne die Mensch und Fracht befördern ,und viele Fischerboote.

    Die Laoten benutzen ,anders als wie die Thais ,den Mekong als Wasserstrasse ,da sie selbst hier kaum Strassen haben ,höstens einige Pisten mit vielen Schlaglöschern ,ähnlich wie in Kambotscha.

    http://mitglied.lycos.de/tungsong/MflussBootOben.jpg

    Am Thai Tempel Wat Hin Mah Peeng ,einem berühmten Königstempel,befindet sich die engste Stelle des Mekongs auf meiner Strecke und die Fahrrinne ist nur so von Steinen und Felsbrocken ,ähnich der Lorelei ,gespickt.
    Dazu kommen noch die Speedboote ,die schnell und rücksichtslos diese Stelle passieren.
    Ich muss also die Augen und Ohren überall haben ,hinten ,vorne und zur Seite und am Besten auch nach oben.
    Die zahlreichen Felsen, Untiefen und daraus resultierenden Stromschnellen sind nicht zu unterschätzen.

  8. #27
    Avatar von Otto-Nongkhai

    Registriert seit
    05.11.2002
    Beiträge
    12.292

    Re: Bootsfahrt auf dem Mae Nam Khong

    Der Anblick dieser Felsen und dem darauf trohnenden Tempels ,Pagoden und Figuren ist wunderschön ,aber ich kann dieses Bild nur kurz geniessen denn ich muss hier verdammt aufpassen und mich konzentrieren.

    Ich sollte es tunlichts vermeiden diesen Expressbooten vor den Bug zu kommen, denn das würde ich nicht überleben ,bzw mein Boot würde dann in der Mitte durchgeteilt werden.
    Auch vor der starken Wellenbewegung an diesem Engpass muss ich mich in acht nehmen ,dass sich mein Boot nicht mit Wasser füllt und ich dann als U-Boot weiterfahren muss.
    Hier haben schon einige Asiaten ihr Leben ,oder zumindest ihr Boot verloren.
    Zu reißend gebärdet sich der Mekong an dieser Stelle.

    Aber ich habe wieder einmal Glück und passiere diese nicht ungefährliche Stelle.

    Boot und Schraube bleiben heil und ich habe auch noch kein Wasser im Mund höstens etwas Angstschweis auf der Stirn.

    Dann befinde ich mich wieder auf einem breitem ,ruhigem ,langsamfliessenden Abschnitt des Mekongs , mit einigen kleinen Inseln und Sandbänken.
    Hier kann ich die Fahrt wiedr geniessen und auch mal etwas entspannen.
    Die träge dahinfliessenden ,braunen Wassermassen wirken beruhigend.

    Die Stille hier die nur vom Rauschen und Getoese des Flusses unterbrochen wird.
    Links und Rechts ziehen Hügel,Wälder ,ein parallel zum Fluss verlaufende Strasse und kleine ,vereinzelt stehende Holzhäuser und Strohhütten dahin.
    Fischer in ihren Booten ,die ihre Netze im Auge behalten und spielende Kinder im Wassser deren brauner Körper sich gar nicht von den braunen Fluten abhebt.
    Kinder und wäschewaschende Frauen winken mir zu.

    Ein Farang ist selten in dieser Gegend.

    Manche Kinder wollen zu meinem Boot schwimmen ,um mitgenommen zu werden ,aber ich bin schneller und fahre vorbei.
    Auch ausgestreckte Daumen ,deren Besitzer sich einen Trip erhoffen ,übersehe ich einfach ,
    denn die Ruhe und Ordnung in meinem Boot geht mir heute mal über alles.

    Ein paar Boote schaukeln im Wasser und die Wellen klatschen gegen das Ufer.
    http://mitglied.lycos.de/tungsong/mflussboot7.jpg
    http://mitglied.lycos.de/tungsong/mflussboot8.jpg
    http://mitglied.lycos.de/tungsong/mflussboot9.jpg
    http://mitglied.lycos.de/tungsong/mflussboot9a.jpg

    Der Rücken fägt auch schon langsam an zu schmerzen ,nach dieser mehrstündigen Tour und meine Sitzfläche ist auch schon "wundgeritten"

    Darum lege ich an einem schattigen Platz wieder mal eine kurze Pause ein,bevor ich den letzte Schwirigkeitsgrad dieser Strecke ,der Nam Took Wasserfall ,passieren muss.
    Die Sonne steht fast schon senkrecht und ich will am späten Nachmittag am Ziel meiner Tagesetappe sein .
    Wieder einige Inseln ,welchem Land sie gehören weis ich nicht ,Niemandsland?
    Da wieder ein Fischerdorf mit vielen Fischerbooten und die weit gespannten Fischernetze über dem Fluss laden mich zum Durchfahren ein.
    http://mitglied.lycos.de/tungsong/MflussBootUfer.jpg
    http://mitglied.lycos.de/tungsong/MflussBootoben2.jpg

  9. #28
    Avatar von Otto-Nongkhai

    Registriert seit
    05.11.2002
    Beiträge
    12.292

    Re: Bootsfahrt auf dem Mae Nam Khong

    Die Berge werden höher und der Mekong wieder einmal schmäler und somit das Wasser schneller und reissender.
    Wir befinden uns in der Schlucht des NAM TOOKs.
    Von links ergiesst sich in der Regenzeit ein grosser Wasserfall , tosend in den Mekong ,aber jetzt ist zum Glück Trockenzeit und nur ein kleines Bächlein fliesst plätschernd in den Fluss aller Flüsse.
    Also kein grosses Hindernis für mich und ich bleibe trocken.

    Die Felsenformation ist hier besonders schön ,denn das Wasser und die Witterung haben Jahrhundertelang schöne ,abstrakte Figuren in die Felsen "gemeiselt".

    Vereinzelt erkennt man nackte Felswände ,die drohend aus dem braunen Wasser hervorschauen.

    Das Problem in dieser Schlucht sind die hohen Wellen ,die von vorbeifahrenden Frachtkähnen verursacht werden .
    Dazu die Enge und ich muss mein Boot wieder einmal geschickt an den Wellen vorbei manövrieren ,
    um nicht abzusaufen.

    Nach 15 Minuten ist auch dieses Hindernis überwunden und ich habe fast freie Fahrt.
    http://mitglied.lycos.de/tungsong/mflussgraeser2.jpg
    http://mitglied.lycos.de/tungsong/mflussgraesersssu.jpg
    http://mitglied.lycos.de/tungsong/mflussgraeseru.jpg
    http://mitglied.lycos.de/tungsong/mflussgrasu.jpg
    http://mitglied.lycos.de/tungsong/mflusshuetteo.jpg

    Jetzt mich noch um ein paar Fischernetze mogel ,die hier quer über dem Mekong gespannt sind und die vertrauten Flüche über mich ergehen lassen und ich bin wieder im seichteren Gewässer.

    Der Mekong wird breit und fliesst wieder langsam und gemächlicher dahin.
    Sträucher und Wälder links und rechts des Flusses.
    Auf der Thai Seite ein hoher Berg mit einem Tempel auf der Spitze der ,wie eine Burg am Rhein ,dort thront.

    Mein neues Problem sind die vielen Sandbänke ,die es hier überall gibt und die man in seiner Fahrtberechnung mit einbeziehen muss.
    Plötzlich ein starker Ruck ,der Motor würgt ab und ich sitze fest ,mitten auf dem Mekong und es geht nicht mehr weiter.
    Die Ströhmung fliesst auf beiden Seiten des Bootes vorbei und trotzdem komme ich nicht vom Pfleck.
    Ich muss aussteigen und mich mit aller Macht gegen das Boot stämmen.
    Platsch ,schon liege ich quer im Wasser ,aber das Holzboot rührt sich nicht vom der Stelle.
    Dann plötzlich ist das Boot wieder frei und ich hechte schnell hinein ,bevor es sich steuerlos davonmacht.
    Das Boot schwankt gefährlich hin und her.
    Nach 5 Minuten habe ich auch den Motor wieder in Gang bekommen ,noch früh genug ,dass mich die Stromschnellen nicht wieder in den Engpass treiben.
    Bin jetzt vollkommen durchnässt ,aber das ist in dieser Hitze ,die hier herscht ,sogar eine Wohltat.
    Die Sonne steht senkrecht und brennt unbarmherzig auf mich nieder.

  10. #29
    Avatar von Otto-Nongkhai

    Registriert seit
    05.11.2002
    Beiträge
    12.292

    Re: Bootsfahrt auf dem Mae Nam Khong

    Es geht weiter,aber ich fahre langsamer und vorsichtiger.
    Dabei stecke ich ab und zu ein Paddel ins Wasser ,um die Wassertiefe auszuloten.

    Auf laotischen Seite bleibt alles beim Alten:
    vereinzelte Hüttendörfer, Stelzenhäuser mit Strohdach, Seitenwände aus Geflecht.
    Zerbrechlich aussehende, oft wirklich zerbrochene Leitern führen zum Fluss. Keine Straße, keine Autos.
    Dafür viele Kinder, die am Fluss spielen und sich vergnügen.
    Boote liegen verteut am Ufer.

    http://mitglied.lycos.de/tungsong/mbootu.jpg
    http://mitglied.lycos.de/tungsong/mbootu2.jpg
    http://mitglied.lycos.de/tungsong/mbootu3.jpg
    http://mitglied.lycos.de/tungsong/mbootu4.jpg

    Nach einer Stunde erreiche ich den kleinen Ort Amphör Sang Khom ,
    der auf der linken Flusseite liegt.
    Eine schöne Uferpromenade mit vereinzelten Restaurants auf Pfählen ist zu sehen.

    Häuser ,einen Markt ,Tempel und Guest Häuser ,die direkt am Mekong liegen prägen das Bild diese Ortes.
    Ein reger Fährbetrieb ist hier zwischen Laos und Thailand zu beobachten und ich vermute ,dass dieser Ort hauptsächlich vom Schmuggel lebt.
    Besonders nachts ist der Bootsverkehr stark und man weis nie was sich in diesen Booten befindet.
    Die Polizei schaut weg und hält die Hand auf.

    An den Uferhängen ,wo der Boden fruchtbarer ist ,sind kleine Gemüsegaerten stufenförmig angelegt.
    Besonders die rotleuschtenden Tomaten fallen mir direkt ins Auge und ich verspüre Kohdampf.

    Ich übernachte in eines dieser Guest Häuser ,dass auf einer kleinen Mekong Insel liegt ,
    die mit einer wackeligen Holzbrücke mit dem Festland verbunden ist ,
    für 100 Bath.
    Als Gegenwert erhalte ich eine kleinen Strohhütte mit Ventilator und Moskitonetz.
    10 Meter entfernt liegt die Gemeinschaftsdusche und die Toiletten.

    Durch die Ritzen kann man den Fluss sehen .
    Nachts pfeift der Wind einem um die Ohren und man kann den Ventilator abstellen.
    Es sind noch weitere 10 Strohhütten in der Umgebung verteilt ,
    aber ich bin heute der einzige Gast.

    http://mitglied.lycos.de/tungsong/Mfeuer1.jpg
    http://mitglied.lycos.de/tungsong/Mfeuer2.jpg
    http://mitglied.lycos.de/tungsong/Mfeuer3.jpg

    Abends hat man einen wunderschöner ,romantischen Blick auf den Mekong und das nahe Laos ,von wo einige Lichter über den Fluss leuchten und die Gesänge aus einer entfernten Bar ,
    oder Party sind zu hören.
    Besonders das dumpfe ,monotone Dröhnen einer Holztrommel ist nicht zu überhören.
    In der Ferne sieht man Lichterketten ,die wie Diamanten aussehen die aufgereit in der Sonnen glitzern.

  11. #30
    Avatar von Otto-Nongkhai

    Registriert seit
    05.11.2002
    Beiträge
    12.292

    Re: Bootsfahrt auf dem Mae Nam Khong

    In Sang Khom werden um 8 p.m.die Bürgersteige "hochgeklappt" und es wird dann sehr ruhig.

    Der Mekong fliesst leise in seinem Bett dahin .
    Ich falle erschöpft in den Schlaf ,nach diesem anstrengenden Tag und träume von einem versunkenen Schatz im Mekong ,den die Laoten bei ihrer Flucht im Indochinakrieg ,den Fluten überlassen haben
    Ich bin gerade mit meiner Taucherausrüstung unterwegs und finde auf dem Mekong-Grund ,zwischen dem Sand ,Goldstuecke und Schmuck.

    Leider war alles nur ein Traum und ich erwache am nächsten Morgen so arm - reich ,
    wie ich eingeschlafen bin.

    Nach einem kräftigen Frühstück aus Eiern ,gebratenen Schinken ,
    und Bagett Brot aus Laos ,geht es schon früh wieder auf Fahrt,
    denn Morgenstund hat Gold im Mund und es ist noch nicht so heiss.

    http://mitglied.lycos.de/tungsong/mbaum.jpg
    http://mitglied.lycos.de/tungsong/mblume.jpg

    Von Sang Khom fahre ich in Richtung Pak Schong.

    Zuerst lasse ich es etwas genütlich angehen und fahre mit meinem Boot in einen toten Mekong Arm um meine Angel auszuwerfen.
    Nach einer Stunde gebe ich frustriert auf ,denn ausser einem kleinen Welz mit Schnurbad beisst bei mir heute nichts an.Fischbraten adee!

    Den Welz entlasse ich wieder ins Wasser ,dass soll ja nach buddhistischem Glauben Glück bringen.

    http://mitglied.lycos.de/tungsong/mflussu.jpg
    http://mitglied.lycos.de/tungsong/mflusso.jpg
    http://mitglied.lycos.de/tungsong/mflusso2.jpg
    http://mitglied.lycos.de/tungsong/mflusso3.jpg
    http://mitglied.lycos.de/tungsong/mflusso4.jpg

    Thais fangen Fische auch auf eine andere Weise.
    Eine lange Kordel wird an den beiden Enden mit 2 schweren Steinen befestigt und ins Wasser gelegt.
    Alle 2 Meter wird ein Angelhaken mit einem Stück brauner Kernseife befestigt.
    Einmal am Tag lässt man dann ,im Boot sitzend ,die Kordel durch die Hand gleiten und schaut nach ,ob ein Welz angebissen hat.
    Ja ,diese Welze stehen auf Kernseife und ich habe auf diese Weise auch mal pro Tag bis zu 8 Welze gefangen ,auf 20 Meter Kordellänge.

    Ohne viel Chilly lässt sich dieser Fisch aber nicht geniessen ,da sonst die Seife hervorschmeckt.

    Ich mache es mir etwas gemütlich ,stelle den Motor ab,lasse mich ein bischen schaukel ,höre Radio und geniesse die Unerreichbarkeit durch die Zivilisation.
    Auch ein paar Paddelschläge sind angesagt um in Übung zu bleiben.

    Irgendwann wird es mir aber doch zu langweilig und ich fahre wieder im reissenden Mekong stromaufwärts.

Seite 3 von 4 ErsteErste 1234 LetzteLetzte

Ähnliche Themen

  1. Antworten: 2
    Letzter Beitrag: 24.02.08, 15:14
  2. Meine Datscha am Mae Khong
    Von Otto-Nongkhai im Forum Literarisches
    Antworten: 37
    Letzter Beitrag: 06.12.07, 13:36
  3. Chiag Rai-Chiang Khong
    Von pef im Forum Touristik
    Antworten: 2
    Letzter Beitrag: 21.02.06, 13:36
  4. Mehrtägige Bootsfahrt auf dem River Kwai ?
    Von Peter-Horst im Forum Touristik
    Antworten: 3
    Letzter Beitrag: 15.04.04, 05:20
  5. Grenzübergang Chiang Khong
    Von Bukeo im Forum Thailand News
    Antworten: 6
    Letzter Beitrag: 09.09.03, 07:27