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BKK - Ausflüge Teil 4

Erstellt von Jinjok, 16.02.2003, 17:02 Uhr · 0 Antworten · 4.182 Aufrufe

  1. #1
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    BKK - Ausflüge Teil 4

    Im Folgenden möchte ich einen besonderen Marktbummel beschreiben. Besonders vielleicht deshalb, weil die Tourismus-Industrie Thailands den Markt kürzlich als Touristenattraktion entdeckt hat und die Gefahr besteht, daß er in ein paar Jahren zu einem Jahrmarkt verkommen sein könnte wie z.B. die schwimmenden Märkte. Aber noch hat der Markt nichts von seinem typisch-ländlichen Flair eingebüßt und lohnt für den interessierten Besucher allemal noch einen Besuch. Vor dem TAT entdeckten jedoch Food-Kritiker aus dem nahen Bangkok die unverfälschte Küche der Essensstände und Restaurants und verbreiteten die Kunde darüber in den Zeitungen im ganzen Land.

    Don Wai Markt

    Der Markt liegt gleich hinter dem Buddha Monthon und ist über die Straße Buddhamonthon Sai 5 sowohl von der Hauptstraße 338 (Pink Lao - Nakhon Chai Sri) als auch vom Highway 4 (Petchkasem Road) zu erreichen, wie im Teil 3 beschrieben. Von der Straße Buddha Monthon Sai 5 geht der Weg nach Don Wai durch Obstplantagen zum Wat Don Wai. Im Ort an Mae Nam Tha Chin kann man den neuerdings großzügig erweiterten Parkplatz nicht verfehlen. Vom südlichen Busbahnhof gehen stündlich Busse zum Wat Don Wai und sogar vom Sanam Luang in Bangkok kann man mit der Linie 84 und Air 84 hier heraus aufs Land fahren.

    Übersichtskarte

    Der Markt ist für seine authentischen, tradionellen Süßspeisen, den frischen Früchten aus den Plantagen der Umgebung und den Pflanzen der nahegelegenen Orchideen-Gärtnereien bis hinein nach Bangkok bekannt. Noch werden die Waren hier zu Thai-Preisen gehandelt, fast überall gibt es Preischilder. Die Einheimischen kommen aber auch hierher um gut und günstig zu essen. In der Woche gibt es weniger geöffnete Shops, weil die Einheimischen dann auch arbeiten müssen und keine Zeit haben hier heraus zu fahren. Dafür kann man sich aber mit den Touristen über seine Eindrücke austauschen, die ihren Weg von den River-Trip-Booten an Land gefunden haben und weitgehend unter sich sind. Am Wochenende aber ist der Markt fest in einheimischer Hand und am Machmittag ist es brechend voll. Mein Tip ist am späten Vormittag zu kommen und den Brunch hier zu nehmen.




    Der Markt nimmt heute den ganzen Weg vom Parkplatz hinüber zum Fluß und dort weiter den Fußweg zum Tempel ein und wurde weitestgehend überdacht um während des Monsuns den Handel angenhem weiterführen zu können. Gleich am Parkplatz gibt es einen Foodshop mit einer Reihe von Essens- und Getränkeständen. Aber auch wenn sehr hungrig sein sollte, ist es besser seinen Magen für die Hauptattraktionen freizuhalten. Es spricht natürlich nichts dagegen hier und da von den am Weg dicht an dicht stehenden Ständen die eine oder andere Leckerei zu probieren. Über allem liegt das betörende Aroma der aus Palmzucker frisch zubereiteten Desserts.

    Aber auch riesige Menge frisch zubereiteter Chilipaste verbreitet ihren Duft. Die 8 bis 10 kg schweren Portionen waren schön zu Halbkugeln aufgeschichtet und mit kleinen Blümchen aus Chilischoten dekoriert. Alles zusammen ergibt eine fremdartige Mischung, die an jeder Ecke anders lecker riecht und den Magen schon Mal auf Verdauung einstellt. Da ist es gut, daß man an vielen Ständen auch probieren darf, wie es denn schmeckt.

    Wenn der Weg das Flußufer erreicht, hat man knapp ein Drittel das Marktes gesehen. Hier beginnen die großen Fisch- und Geflügelstände. Tatsächlich sind die Enten vom Don Wai Markt ein lokale Spezialität. Sie gibt es in den Preisklassen von 120 bis 220 THB pro ganzes, fertig gegartes Tier, versteht sich. Die Zubereitungsarten reichen von der einfach gekochten, über die mit rotem Resimehl gefärbten, zu den mit oder ohne Honig knusprig gerillten Enten in Premium-Qualität. Es spricht nichts dagegen auf dem Heimweg für die zuhause gebliebe Thaifamilie ein paar Grillenten einzupacken.




    Früher verkaufte das größte der Entenrestaurants von am Tag 10 Stück. Heute sind es 300 an einem Wochentag und bis zu 1000 an einem Sonntag. Während unter der Woche nur 12 Leute im Restaurant beschäftigt sind, helfen dem Chef Mr. Oh an den Sonntag 28 Leute. Er selbst steht 3 Uhr morgens auf und beginnt mit dem Kochen. Entsprechend müde wirkt er, wenn man ihn nachmittags noch in seinem Laden trifft.

    Eine Fischspezialität sind die Makrelen (Pla Tom Khem). Sie werden in heller Sojasoße und Ingwer auf kleiner Flamme sehr lange und langsam gegart. Der Geschmack ist unbeschreiblich gut und gar nicht fischig. Auch diese Spezialität ist ein leckeres Mitbringsel. Sowohl an Enten- als auch an Fischständen gibt es eine große Auswahl. Besonders lecker finde ich immer die im ganzen frittierten großen Barsche. Komischerweise sieht man wenig geräucherte Fische. Der Tha Chin Fluß ist immernoch sehr fischreich und viele der am Morgen gefangenen Tiere kann man schon Mittags auf dem Markt kaufen und genießend verzehren.

    Am Ufer also angkommen sieht man die auf riesigen Pontons im Fluß schwimmenden Restaurants. Eines davon ist auch Anlegestelle zugleich. Von hier kann man mit einem schweren Dschunkenkahn eine Rundfahrt in die Obstplantagen oder zum flußabwärts gelegenen Wat Raiking machen. Wenn man nicht an eines der Speedboote gerät, kostet der Trip 50 THB. Es dauert keine 2 Stunden und man bekommt einen Buffet-Imbiss. Von Sam Phran Rose Garden Resort kann man für 150 THB zum Wat Raiking und Don Wai Markt fahren, diese Rundreise dauert über 2 Stunden.




    In den Plantagen des Distrikts Sam Phran, wie in der Provinz Nakhon Phatom überhaupt, wachsen reichlich süße Pomelos, Rosenäpfel, Longons, Guaven und weitere tropische Köstlichkeiten. Die Bewohner der Plantagen erfreuen sich auch im hohen Altern noch erstaunlich guter Gesundheit. Sie verzehren viele ihrer eigenen vitaminreichen Früchte und brauchen nicht viel dazukaufen. Die großen Straßenbauprojekte um Bangkok herum haben viele Menschen ihres traditionellen Lebens durch den Aufkauf ihrer Grundstücke beraubt.

    Sind im Norden von Bangkok vor allem die Reisbauern ohne Lebensgrundlage verblieben, so traf es hier westlich der Metropolr die Obstbauern. In der Provinz Nakhon Pathom gibt es nur noch 3 der kleinen Gemeinden, in denen die ursprüngliche Lebensweise in den traditionellen Siedlungen erhalten geblieben ist: Don Wai, Sam Phran und Nakhon Chai Sri. Deshalb sind sie auch in die Sightseeing-Touren des TAT aufgenommen worden.




    Die touristische Erschließung dieser Gegend ist eine Chance, die seit vielen Generationen weitergegebenen traditionellen Rezepte zu pflegen und am Leben zu erhalten. Das ist besonders wichtig, da heute in Thailand die Fast-Food-Mode bis in die entferntesten Dörfer um sich greift und die traditionellen Gerichte bei den jungen Leuten mehr und mehr verdrängt. Manche ältere Touristen die heute am Wochenende aus Bangkok den Markt besuchen kommen, fühlen sich wie auf einem Gang durch ihre Kindertage. Jahrzehntelang haben sie viele dieser Delikatessen nicht mehr gekostet bzw. gesehen wie sie hergestellt werden.

    Wir haben im Restaurant neben dem Bootsanleger ein reichliches Mittagsmahl gehabt. Ein Stündchen vom Trubel des Marktes ausgespannt und die gemächlich dahinziehende Kähne beobachtet. So gestärkt und ausgeruht haben wir uns auf das letzte Drittel des Weges zum Ende des Marktes am Wat Don Wai gemacht. Von Hauptweg des Marktes gehen immer wieder Seitenwege ab, wo besonders Pflanzen wie Orchideen gehandelt werden. Wegen den Pflanzen waren wir eigentlich hergekommen.




    Am Tempel angekommen hörten wir durch Lautsprecher über dem Weg den Singsang der Mönche im Inneren des Viharn. Jetzt machten wir kehrt und begannen auf dem Rückweg all die Leckereien zu kaufen, die wir bisher gesehen hatten und den anderen mitbringen wollten. Mittlerweile war es Nachmittag geworden und der Markt war dicht mit Besuchern gefüllt. Es war ein Samstag im September, also keine Saison und so begegnete ich in der ganze Menge nur einem einzigen anderen Farang.

    Wir waren auf dem Rückweg von der Provinzhauptstadt Nakhon Pathom und so eigentlich schon etwas zu spät. Das nächste mal werden wir gegen 11 Uhr hier sein, denn man sieht dann viel mehr von den einzelnen Ständen und kann den Verkäufern in Ruhe zusehen, wie sie ihre überlieferten Gerichte herstellen. Ich hoffe sehr, daß dieses Refugium traditioneller lebensart noch möglichst lange für die Thailänder erhalten bleibt und nicht dem Geschmack der finanzkräftigen, ausländischen Touristen angepaßt wird.


  2.  
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