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Besuch eines Bergtempels zum Makha-Bucha-Tag

Erstellt von Otto-Nongkhai, 25.02.2003, 19:43 Uhr · 12 Antworten · 2.781 Aufrufe

  1. #1
    Avatar von Otto-Nongkhai

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    Besuch eines Bergtempels zum Makha-Bucha-Tag

    Teil 1


    Heute ist mal wieder Makha-Bucha-Tag ,ein hohes buddhistisches Fest und meine bessere Hälfte hat mich wieder einmal dazu genötigt ,
    einen Tempel aufzusuchen,da ich ja als Mann die Spenden dem Buddha übergeben muss.
    So ein erzwungener Tempelbesuch erinnert mich immer wieder an die Zeit ,wo meine Mutter mich zum Kirchgang gezwungen hat.

    Freiwillig bin ich oft in einem Wat und übernachte dort auch ,aber auf Kommando ,dass ist nicht so meine Sache.
    Da versuche ich eben das Eine mit dem Anderen zu verbinden und nehme Schreibblock und Digitalkamera mit.

    Ein entloser Schotterweg , nur mit braungrauen Staub übersäht ,führt zu diesem Tempel.
    http://mitglied.lycos.de/lambrecht8/WWeg1.jpg
    http://mitglied.lycos.de/lambrecht8/Wweg.jpg

    Vorbei an armseligen Farmerhäusern und Strohhütten.
    Hier auf diesem kargen Boden lässt sich kaum etwas anbauen,
    wovon leben also diese Leute ???
    Ab und zu kommt auf dieser Schotterpiste ein Laster ,oder Rot Song Thäow entgegen ,vollgestopft mit Leuten ,Kisten und Tieren.
    Man winkt mir freudig zu ,denn nur selten verirrt sich ein Farang in dieser Einöde.


    Auf einem Hügel ,ca 550 Meter hoch ,liegt der Tempel

    Wat Kuh Nog Ga Ba ,
    eingebettet in einem dichten Wald.


    Ein erfrischender Wind weht auf dieser Höhe und von oben hat man eine wunderschöne Aussicht auf das weite Land ,dass im Hitzedunst daliegt ,teils milchig ,verwaschen.
    Die Farben grün ,gelb und braun in allen Schattierungen und als Horizont ein strahlend ,blaue Himmel ,der dem Ganzen einen wohltuenden Farbanstrich gibt.
    Am Fuss des Berges befindet sich ein grosser See und das grünblaue Wasser schimmert noch bis in diese Höhe.

    In der Ferne ist der Mae Khong zu sehen ,der sich wie eine helle Schlange seinen Weg sucht,eingerahmt von mittelhohen Bergen.

    Aus dem Tal steigt eine Rauchsäule senkrecht zum Tempel empor,
    ein Zeichen für Hochdruck ,der ja hier fast immer herscht.

    Auf der anderen Seite der Bergkette liegt Wat Pupet ,etwas tiefer als dieser Tempel,aber auch von Wald umgeben.

    http://mitglied.lycos.de/lambrecht8/...splattform.jpg
    http://mitglied.lycos.de/lambrecht8/WBambus.jpg
    http://mitglied.lycos.de/lambrecht8/WBaumHimmel.jpg
    http://mitglied.lycos.de/lambrecht8/WKlBaum.jpg
    http://mitglied.lycos.de/lambrecht8/WLandschaftSee.jpg
    http://mitglied.lycos.de/lambrecht8/WLandschaftTurm.jpg
    http://mitglied.lycos.de/lambrecht8/WLandschaftxxx.jpg
    http://mitglied.lycos.de/lambrecht8/WRundblick.jpg
    http://mitglied.lycos.de/lambrecht8/WTurm2.jpg
    http://mitglied.lycos.de/lambrecht8/WTurmBaumxxx.jpg
    http://mitglied.lycos.de/lambrecht8/WTurmFahne.jpg
    http://mitglied.lycos.de/lambrecht8/WTurmGong.jpg
    http://mitglied.lycos.de/lambrecht8/WTurmblick.jpg


    Der einzige Moensch und Abt ,der hier lebt ist Adjahn Jan Tie.
    Er ist noch in Gesellschaft eines jüngeren Thais ,der auch für die Feuerüberwachung dieses grossen Waldgebietes zuständig ist.
    Dieser Thai ist im Tempel Mädchen für alles und fährt auch den Wagen des Abts ,wenn dieser sich auf Reisen begiebt.

    http://mitglied.lycos.de/lambrecht8/WBfigur.jpg
    http://mitglied.lycos.de/lambrecht8/WBuddha1.jpg
    http://mitglied.lycos.de/lambrecht8/WBuddha2.jpg
    http://mitglied.lycos.de/lambrecht8/WBuddhahuette.jpg
    http://mitglied.lycos.de/lambrecht8/WOrtchen.jpg

    Auf meine Frage ,warum es so wenig Mönsche in diesem Tempel gibt ,
    sagte mir der Abt ,die Leute fürchten sich vor Geistern und Demonen und in diesem Tempel sollen einige davon hausen.
    Eine grosse Gebetshalle mit goldener Buddhastatue und mindestens 10 Hütten für Mönsche sind in der Anlage enthalten.
    Der Tempel ist von Bäumen ,besonders Bambusbäumen die Meterlang in den Himmel ragen ,bewachsen.

    Tagsüber hört man viele Arten von Vögel und nachts kann man Affen ,Hirsche ,Eichhörnchen und Schlangen beobachten.

    Die Ruhe und Abgeschiedenheit dieses Tempels fällt sofort auf ,kein Massenansturm ,keine Buddhas die in Gesängen und Schantings vertiieft sind.
    Man hört nur vereinzelte Vögel ,das Hacken eines Spechtes und das Säuseln der Baumkrohnen.
    Auch das Brummen der Fliegen ist nicht zu überhören und wunderschöne Schmetterlinge ziehen ihre Kreise.
    Kein Krach ,kein Gestank ,kein Schmutz ,dieser Tempel lebt im Einklang mit der Natur.
    Der Tempel wird spärlich besucht .
    Da die meisten Thais lauffaul sind ,verirren sich am Tag höstens eine Handvoll Autos hier und bringen dem Abt ihre Spenden und Geschenke.

    http://mitglied.lycos.de/lambrecht8/Wwassertroege.jpg
    ( fuer diese Wasserbotische soll es ja hier im Forum einen grosser Fan geben )

    Das Besondere in diesem Tempel ist ein 30 Meter hoher Turm ,
    von dem man die Umgebung und das Tal noch besser beobachten kann.
    Wackelige Treppen führen nach oben ,vermutlich nicht TÜF geprüft.
    Unten hängt ein Schild ,dass den Namen des Spenders und den Preis des Turmes dokumentiert.
    Der Turm hat vor 2 Jahren 200.000 Bath gekostet.

  2.  
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  3. #2
    Avatar von Otto-Nongkhai

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    Re: Besuch eines Bergtempels zum Makha-Bucha-Tag

    Teil 2


    Da mich der Tempel sehr interessierte habe ich mich einige Tage später mit dem Rad dahin begeben.
    Der Abt hatte mich ja zum Übernachten eingeladen.
    An den Tag ,wo ich mühsam mit meinem Drahtesel den Weg noch oben fand ,war der Tempel verwaist ,und der Abt auf Reisen.

    Der Tempel gehörte heute also mir alleine.
    Alle Hütten ,auch die persönlichen Dinge des Abts waren nicht verschlossen.
    Hier in den Bergen herscht eine grosse Vertrauensseligkeit unter den Leuten.
    Man hört aber auch von Tempeln in den Ortschaften ,die bestohlen wurden.

    Am Anfang genoss ich noch die Ruhe und die wunderschöne Aussicht vom Tempel ,aber gegen Abend erinnerte ich mich doch etwas an die Geister und Demones und verzog mich in luftige Höhe ,auf den Aussichtsturm.

    http://mitglied.lycos.de/lambrecht8/WTurmBaumxxx.jpg
    http://mitglied.lycos.de/lambrecht8/Wabend2.jpg
    http://mitglied.lycos.de/lambrecht8/Wabend3.jpg
    http://mitglied.lycos.de/lambrecht8/Wabendaemmerung.jpg
    http://mitglied.lycos.de/lambrecht8/...aemmerung2.jpg
    In der Dämmerung wirkte das Tal und die Landschaft irgendwie unheimlich und weit.
    Die Stille konnte einem Angst einflössen.

    Vereinzelt brannte in der Ferne Feuer ,teils auch grössere Waldflächen.
    Der schwache Lichtschein von verstreut liegenden Hütten wirkte wie kleine Stecknadelköpfe in der Ferne.
    Strassen sah man nicht ,nur in der Ferne eine grosse Lichterkette eines Amphörs.
    Auf dem Turm wehte ein stärkerer Wind und hielt mir die Moskitos vom Leib.
    Auf der Plattform war eine Hängematte gespannt und ich legte mich zum Schlafen hinein.Ein Wunder ,dass sie mein Gewicht hielt.

    http://mitglied.lycos.de/lambrecht8/...aengematte.jpg

    Leider hatte ich zu wenig zu Essen mitgebracht und so knurrte mein Magen die halbe Nacht.
    Davon wachte ich auf und hörte das Geschrei einer Eule ,
    sonst absolute Stille.

    Die Affen in der Umgebung leben in Höhlen und kommen nur nachts heraus um sich über das Futter herzumachen ,dass im Tempel für sie bereitgelegt wird ,
    aber in dieser Nacht sah ich weder Affen ,noch wurde ich von Gespenstern und Demonen gestört.

    Nach Mitternacht wurde mir doch etwas kalt auf der Plattform und ich balanzierte die wackeligen Treppen nach unten ,Taschenlampe in den Zähnen ,und verkroch mich in eine Hütte ,die für einen Mönsch zum Meditieren bestimmt war.

    Gegen 6:30 in der Morgendämmerung machte ich mich mit dem Rad wieder auf den Heimweg ,nicht um vorher in einem kleinen Dorf meinen Morgenkaffee und eine heisse Suppe zu essen ,denn ich brauchte Kraft für den anstrengenden Weg über die Berge.

    http://mitglied.lycos.de/lambrecht8/WautoLeute.jpg
    http://mitglied.lycos.de/lambrecht8/WhuettenWeg.jpg
    http://mitglied.lycos.de/lambrecht8/WhuettenWeg2.jpg

    Den Abt werde ich vor meinem nächsten Besuch mit meinem Handy vorher informieren ,damit ich nicht wieder alleine im Tempel bin.

    Gruss

    Otto

  4. #3
    Airport
    Avatar von Airport

    Re: Besuch eines Bergtempels zum Makha-Bucha-Tag

    Na also :bravo:

    Weiter so...... :bravo:

  5. #4
    Kali
    Avatar von Kali

    Re: Besuch eines Bergtempels zum Makha-Bucha-Tag

    Klasse Otto, und schön zu lesen.

    Und in Sachen Photos bist Du auf dem besten Wege ein Profi zu werden...:-)

    Gruss, Kali

  6. #5
    Avatar von sunnyboy

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    5.838

    Re: Besuch eines Bergtempels zum Makha-Bucha-Tag

    Klasse Bericht Otto .

    Vielleicht nicht ganz passend , aber ich häng mein Makha Buchaerlebnis einfach dran.

    Bis zum besagten Tag wusste ich nämlich nicht was das Fest bedeutet :???: , bzw. da ich nur für einen Kurztrip (8 Tage) in Thailand war, habe ich mich auch nicht weiter informiert.

    Zum Glück gibt’s da ja, dass Nittaya in dem nach einem Krach mit meiner Ex (hatten versucht rein platonisch zusammen Urlaub zu machen) hatte , mal kurz reinschaute und feststellen mußte, in Thailand ist was im Gange.
    Mich hat die Geschichte eigentlich nur in soweit interessiert, da ich Montag von Chiang Mai nach BKK fliegen wollte, denn Dienstag sollte schließlich wieder gen Heimat gehen. Also Ex gefragt ob es Probleme geben könnte einen Flug zu bekommen. Die Antwort war nein, so reich wären die Thais nicht, dass alles ausgebucht wäre.
    Dachte Madame müsste es wissen und so wurde beschlossen am Makha Bucha ein kleines Gelage mit einigen Bekannten in dortigen Pubs zu veranstalten.
    Misstrauisch wie ich jedoch bin, trabte ich dann doch irgendwann in Reisebüro um mir ein Flugticket zu besorgen und siehe da es waren alle Flüge ausgebucht. 2 Stunden haben der Reisebüroangestellte und ich nach jeglicher Flugbindung nach BKK gesucht, no chance.
    Also besorgte ich mir dann für Montagabend ein Busticket (lt. Fahrplan sollte die Kalesche um 4.30 Dienstag BKK angekommen), also genug Zeit für mich (die übliche Verspätung hatte ich schon einkalkuliert) musste ja erst um 7.30 am Flughafen sein.
    .... happens , hatte den Kampf gegen die Drogen nicht mit einkalkuliert. Staßenkontrollen kosteten Zeit, zu allem Überfluß gab es noch ein Motorproblem .
    Als ich merkte, der Bus schafft das zeitlich nicht , hab ich den Busfahrer auf mein kleines Problem aufmerksam gemacht, lakonische Antwort war „don`t worry, we `ll find a way (der Knabe sprach komischerweise gutes Englisch).
    Das hieß mein Gepäck kam sofort in den Innenraum des Busses. Ich war gespannt wie er das denn bewerkstelligen wollte .
    Er fand die Lösung , denn er bremste irgendwann nördlich von Bkk ein Taxi aus, oder besser gesagt er drängte es ab und ich durfte bei rasendem Verkehr umsteigen (wollte ihm ein fürstliches Trinkgeld geben, was kategorisch abgelehnt wurde). Umgestiegen, dem verduzten Taxifahrer :???: die Lage erklärt und mit „Ach und Krach“ den Flug noch bekommen.
    Mußte bei der ganzen Aktion feststellen, auch wenn ein Farang ein Problem hat, kann es thailändische Lösung geben, ohne Abzocke und ab jetzt wird mir Makha Bucha unvergessen bleiben.
    Gruß Sunnyboy

  7. #6
    Avatar von Otto-Nongkhai

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    Re: Besuch eines Bergtempels zum Makha-Bucha-Tag

    Hallo sunnyboy!
    Ich habe mir immer vorgenommen den Weg zum Flughafen ,mit 10 Stunden Sicherheitspolster, anzutreten.
    Darum habe ich auch ein Condo in der Naehe von Don Muang.
    Zur Not laufe ich eben die Strecke ,so 8 km.

    Bald muss ich umdenken ,wenn der neue Flughafen am Netz ist.

    Gruss

    Otto

  8. #7
    Avatar von Dr. Locker

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    Re: Besuch eines Bergtempels zum Makha-Bucha-Tag

    @Otto-Nongkai
    Gibt es da schon eine Aussage, wann der neue Airport in Betrieb gehen soll???

  9. #8
    Avatar von sunnyboy

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    Re: Besuch eines Bergtempels zum Makha-Bucha-Tag

    Ich habe mir immer vorgenommen den Weg zum Flughafen ,mit 10 Stunden Sicherheitspolster, anzutreten, Otto, verbringe normal auch den Tag vor dem Abflug in BKK, leider wars dieses Mal nicht möglich. Möchte die Erfahrung aber nicht missen, im nachhinein (während der Busfahrt weniger ) find ich die Busaktion richtig lustig.
    Gruß Sunnyboy

  10. #9
    CNX
    Avatar von CNX

    Re: Besuch eines Bergtempels zum Makha-Bucha-Tag

    Hallo Otto,

    sehr schöner Bericht. Leider kann ich mir die Bilder nicht ansehen.
    Nach einer halben Stunde Wartezeit zum laden, breche ich das ganze ab.

    Gruss
    C N X

  11. #10
    Avatar von Jinjok

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    Re: Besuch eines Bergtempels zum Makha-Bucha-Tag

    @ Dr_Locker
    Der Fluhafenbau begann im Januar 2003 und soll pünktlich nach 794 Tagen Bauzeit am 29. September 2005 in Betrieb gehen. Wenn nichts dazwischen kommt. Aber so stehts geschrieben.
    Jinjok

    Lektüre:
    Airport Authority
    2bangkok.com - Masstransport Thailand (Top Tip!)

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