Seite 3 von 3 ErsteErste 123
Ergebnis 21 bis 27 von 27

Bangkok - Venedig des Ostens

Erstellt von HPollmeier, 04.10.2003, 12:13 Uhr · 26 Antworten · 4.012 Aufrufe

  1. #21
    Avatar von HPollmeier

    Registriert seit
    27.08.2003
    Beiträge
    1.959

    Re: Bangkok - Venedig des Ostens

    Hallo!


    12. "Venedig ohne Gondeln",









    Weitere Hinweise zu Gondeln:

    http://www.venetia.it/boats/gond_eng.htm






    sagen die Venezianer, "ist wie ein Mensch ohne Sprache." Und die Gondel selbst, wissen sie zu berichten, entstand, als der Halbmond vom Himmel fiel, um einem jungen Liebespaar Unterschlupf zu gewaehren. Jedes Jahr am ersten September-Sonntag messen die Gondoliere beim Volksfest der "Regatta storica" ihre Kraefte.

    http://images.search.yahoo.com/searc...Storica+Venice

    http://images.google.com/images?svnu...ca&btnG=Search

    Zum Auftakt der historischen Wettfahrt holen sie ihre alten Gondeln aus dem Museum und steuern sie durch den 3,8 km langen Canal Grande, die Schlagader der Stadt, angefeuert von unzaehligen Zaungaesten. Eine bunte Armada vom Arsenale, dem Militaerhafen, bis zur Piazzale Roma. Venedig ist stolz auf den Korso, der die schoensten Gondeln der Welt zeigt, historische Prachtstuecke, die an die Ankunft der zyprischen Koenigin Katerina erinnern soll, die im 16. Jh. mit grossem Gefolge in Venedig eingezogen war. Immer wenn Kaiser, Koenige oder Herzoege in der Lagunenstadt zu Gast waren, wurden die prunkvollen Feste gefeiert.


    > 13.

  2.  
    Anzeige
  3. #22
    Avatar von HPollmeier

    Registriert seit
    27.08.2003
    Beiträge
    1.959

    Re: Bangkok - Venedig des Ostens

    Hallo!

    13. Einige von vielen Assoziationen seien erlaubt: Im venezianischen Stadtteil Castello liegt das Arsenal, die 1104 festungsartig gesicherte Werftanlage, in der nach modernen Schemata wie Arbeitsteilung und Serienproduktion die beruehmten venezianischen Schiffe gefertigt wurden.



    Im nahegelegenen "Museo storico navale"


    kann man neben vielen Beutestuecken auch das prachtvolle Modell des Staatsschiffs der Dogen, des "Bucintoro",

    http://de.wikipedia.org/wiki/Bucintoro

    http://images.google.com/images?sour...ro&sa=N&tab=wi

    bewundern.




    In Bangkok findet man am Khlong Bangkok Noi vor der Arun-Amarin-Bruecke in einer Bootshalle am Nordufer die Koenigsbarken, nicht minder kunstvoll verzierte Schiffe.




    Mit ihnen wurden Ende Oktober, Anfang November bei der Zeremonie des Tod-Kathin-Festes die gelben Roben vom Grossen Palast zu den Moenchen des Wat Arun gebracht. "Dieser prunkvolle Aufzug der Schiffe", weiss A. Clarac zu berichten, "eines der grossartigsten Schauspiele, die es zu sehen gibt, wirft so viele praktische Probleme auf, dass er nicht regelmaessig jedes Jahr stattfindet." "Die Schiffsbesatzung traegt scharlachrote goldbesetzte Kostueme und Helme und rudert knieend nach dem vom Bootsfuehrer angegebenen Rhythmus.


    Ein Saenger rezitiert poetische Texte, und ein Offizier haelt die Fahne“, schreibt Clarac. In Venedig erklingen zu der Schiffskarawane klassische Sonaten aus Lautsprechern, die am Ufer entlang aufgestellt sind. "An den Bootsprozessionen aus Anlass der 200-Jahr-Feier Bangkoks 1982, des 60. Geburtstags des Koenigs 1987 sowie der Koenigin 1992 waren ueber 2.000 Mann Besatzung beteiligt", berichtet ein Reisefuehrer.



    "Diese Tradition geht bis ins 14. Jh. zurueck und hatte ihre Bluetezeit waehrend der Ayutthaya-Herrschaft, als koenigliche Prozessionen mit 300 - 400 Booten und bis zu 14.000 Mann Besatzung stattfanden."



    Und wenn man gegen Abend von den Koenigsbarken heimfaehrt, der Himmel ueber den vergoldeten Haubenspitzen des Wat Phra Kaeo wie Seidenbatik leuchtet, die Porzellanscherben am Wat Arun in ihren Farben und Mustern changieren,


    schwebt man nicht in eine Leichtigkeit des Seins, als wenn man im Fruehnebel


    auf San Marco zugondelt?



    Erinnerungen leben, denn Sohn Rainer zehrt wohl noch heute von unseren gemeinsamen Reisen:



    Gruss
    HPollmeier

    > 14.

  4. #23
    Avatar von HPollmeier

    Registriert seit
    27.08.2003
    Beiträge
    1.959

    Re: Bangkok - Venedig des Ostens

    Hallo!

    14. Das ´alte´ Thailand ist unwiderbringlich verloren; es gibt nur noch wenige Stellen, die der Massentourismus verschont.


    Dort wollen die Thai auch gern unter sich bleiben, sind aber heutzutage fast genauso hedonistisch gepraegt wie der Farang.



    Die Tourismusindustrie wuerde das ´alte´ Thailand auch gar nicht mehr annehmen. Der Massentouri, der sich gern zum Qualitaetstouristen veredelt, folgt heute den Trends wie z. B. der ´Wellnesswelle´ – moeglichst im gezaehmten Dschungel wie auf Koh Chang.


    Berichte einzelner Reisender wie z. B. von Otto aus Nonkhai im Nittaya-Forum werden in diesem Zusammenhang durchweg als bestaunenswerte Kuriositaeten eines Fossils betrachtet; Otto nimmt da sozusagen die Funktion von ‚Langhalsfrauen’ ein, die genau wissen, was da passiert.


    Nun, lassen wir die Polemik! Auch Stadtteile veraendern im Laufe der Jahre gewaltig ihr Aussehen.

    Wer erinnert sich noch daran? Bangkok, Sukhumvit Soi 11 bis 13;

    Das Landmark wird gerade errichtet:


    im hinteren Bereich des Ambassador Hotels, 171 Sukhumvit Rd., neben dem Parkplatz, gab es ein recht gutes und preiswertes ´Food Center´, gut zugaenglich direkt von der Sukhumvit.


    Dort befand sich ein kleiner Zoo, der inzwischen dem Profit geopfert wurde:










    Die ´gescannten´ Aufnahmen - bis auf das letzte Photo - sind von 1979/80.

    Gruss
    HPollmeier



  5. #24
    Avatar von HPollmeier

    Registriert seit
    27.08.2003
    Beiträge
    1.959

    Re: Bangkok - Venedig des Ostens

    15. Ein Nachtrag ohne Bilder, aber hier kann man z. B. schauen:

    http://images.google.de/images?q=Ams...de&sa=G&imgsz=

    Unser schoenes altes Europa hat noch ein Venedig, das die Geschichte Suedostasiens mitgepraegt hat; es liegt sozusagen direkt vor meiner Haustuer.

    Amsterdam - Die Museumsstadt

    Das Venedig des Nordens - es hat mehr Bruecken und Kanaele als die Serenissima selbst - stellt seine Schaetze offen zur Schau wie ein riesiges Freilichtmuseum. Gefesselt vom pulsierenden Leben der historischen Innenstadt versaeumt man es allzu leicht, einen Blick in die ca. 50 Museen mit einer Fuelle von Einrichtungen, Sammlungen und Ausstellungen zu werfen.


    Stadtplan Amsterdam:

    http://www.amsterdam.citysam.de/stadtplan.htm

    Der rotbraunen Hauptbahnhof im neogotischen Zuckerbaeckerstil ist nur eins der 6.850 denkmalgeschuetzten Gebaeude der Innenstadt. Nach der Ankunft koennen sich Touristen im Fremdenverkehrsamt gegenueber Karten, Informationen und Vorschlaege fuer Themenspaziergaenge holen. Darin werden neben historischen Zusammenhaengen auch viele Baudenkmaeler erklaert. Das ideale Fortbewegungsmittel - die Stadt wird stufenweise autofrei gemacht - fuer individuelle Touren ist das Fahrrad, mietbar ab 5 € pro Tag.

    Der Wohlstand der Stadt gruendet sich auf Handel und Seefahrt. Im ´Goldenen´ 17. Jahrhundert war Amsterdam der Nabel der Welt. Die reichen Pfeffersaecke legten ihre Prunkbauten seit 1612, beginnend mit dem Drei-Kanaele-Guertel Heren-, Keizers- und Prinsengracht in immer groesseren konzentrischen Kreisen halbmondfoermig um den Hafen. In der "Gouden Bocht", der goldenen Kurve der Herengracht, liegen die zwoelf Meter breiten Stadtresidenzen der allerreichsten Handelsherren; sie konnten sich Fronten in der doppelten Breite des Alt-Amsterdamer Baustandards leisten. Die Villa mit dem herrschaftlichen Interieur und dem reichen Besitz an Steingut, Porzellan, Moebeln, Teppichen und prezioesem Hausgeraet des frueheren Buergermeisters Willet Holthuysen in der Herengracht 605 kann man besichtigen. Dagegen nimmt sich das aelteste erhaltene Holzhaus der Niederlande, das Houtenhuis, im stillen Begijnhof hinter der immer verstopften Kalverstraat recht bescheiden aus.

    Amsterdam beherrschte die sieben Weltmeere. So besitzen die Niederlaender als grosse Seerepublik auch eine der umfangreichsten Sammlungen zur Geschichte der Seefahrt. Nederlands Scheepvaart Museum befindet sich am Oosterdok im ehemaligen, 1664/65 erbauten Zeughaus der Admiralitaet. Die auf der benachbarten Werft erstellten Schiffe wurden hier mit Segeln, Tauwerk, Navigationsinstrumenten und Waffen sowie mit Kleidung und Proviant fuer die Mannschaft ausgeruestet. An Hand von 500 historischen, massstabsgetreuen Schiffsmodellen, Gemaelden, Seekarten usw. wird die Seefahrtsgeschichte der Handels- und Kriegsschiffahrt, der Fischerei und Vergnuegungsfahrt von den Anfaengen bis heute gezeigt. Ein Kupferstichkabinett, schiffbautechnische Zeichnungen und eine umfangreiche Bibliothek runden die Sammlung fuer den Liebhaber ab. Das Museum besitzt auch einige historische Schiffe, innen die Koenigsschaluppe und zwei luxerioes ausgestattete Personenschleppkaehne, die von Pferden gezogen wurden, aussen an der Landungsbruecke ist der originalgetreue Nachbau des Dreimasters Amsterdam zu begehen; hier kann man hautnah auf eindrucksvolle Weise erleben, wie man an Bord eines Ostindienfahrers lebte.

    Die entscheidende Grundlage fuer den weltweiten Handel wurde mit der Gruendung der Verenigden Oostindischen Compagnie im Jahre 1602 geschaffen. Im Oostindisch Huis war die Schaltzentrale der Macht, die vom Regenten mit eiserner Hand in Schwung gehalten wurde. Die Kaperfahrer mit der staatlichen Erlaubnis zur Piraterie erbeuteten Millionen Gulden. Piratenadmiral Michiel Adriaenszoon de Ruyter wurde in der Nieuwe Kerk als Nationalheld begraben. Der unbarmherzige Sklavenhandel, das dunkelste Kapitel hollaendischer Kolonialgeschichte, hat die bibelfrommen Pfeffersaecke so reich gemacht, dass Karl Marx von der "Musterrepublik der Kapitalismus" sprach. Der Calvinismus mit seiner gottgewollten Praedestinationslehre segnete die unheilsvolle Praxis ab.

    Das ehemalige Kolonialmuseum am Oosterpark dagegen ist heute als Tropenmuseum ein Bestandteil des Koeniglichen Tro.....tituts und wurde in ein lebhaftes und uebersichtliches Vorfuehrungszentrum der Dritten Welt umgewandelt. Das Leben der Menschen steht im Mittelpunkt wechselnder Ausstellungen, die Rolle des Westens im Entwicklungsprozess der verschiedenen Laender wird betont, Wohnen, Arbeiten, Kultur und kulturelle Einfluesse werden hervorgehoben. Damit unterscheidet sich dieses Museum , prakmatisch, realistisch und pfiffig, wie die Niederlaender sind, entschieden von anderen europaeischen Einrichtungen dieser Art.

    Nach anstrengenden Museumsbesuchen sollte man es ein wenig ruhiger angehen. Artis, ein paar Strassenzuege zurueck, dient der Entspannung und erholsamen, gemeinverstaendlichen Belehrung. Der aelteste zoologische Garten Hollands aus dem Jahre 1838 im Herzen der Amsterdamer ´Plantage´ mit rd. 10 Hektar setzt sich aktiv fuer den Naturschutz im allgemeinen ein. Im groessten Aquarium der Niederlande schwimmen allein 2.000 Fische herum, Exemplare aus kuehlen, gemaessigten und waermeren Meeren. Man entdeckt auch niedere Seetiere wie Seeanemonen, - gurken, -sterne, Schnecken, Krabben und Krebse. Artis zaehlt ca. 6.000 Tiere: von den Amphibien ueber Wuestentiere bis zu Seeloewen und Baeren, auch einige Arten, die vom Aussterben bedroht sind.

    Wir haben die vier grossen, weltberuehmten Museen nicht vergessen: das Rijksmuseum, das Museum Vincent van Gogh, das Staedtische und das Historische Museum. Auch in Amsterdam kann man - vor allem wenn man auf dieser fuer Kinder interessanten Route unterwegs ist - nicht alles an einem Tag schafffen. An der Oude Schans Gracht stellen Cafe´s und Rerstaurants ihre Tische und Stuehle direkt ans Wasser. So klingt ein Ausflug recht angenehm aus!

    Gruss
    HPollmeier


  6. #25
    Avatar von HPollmeier

    Registriert seit
    27.08.2003
    Beiträge
    1.959

    Re: Bangkok - Venedig des Ostens

    Hallo zusammen,

    im Getuemmel der Metropole Bangkok ruhen Oasen der Stille. Die Stadt hat zwar keine botanischen, aber viele tropische Gaerten. Sie verbergen Juwele der Baukunst - Holzhaeuser, ein Kontrast zu supermodernen Hochbauten. Waren vor Jahrhunderten Wikinger in Thailand oder Thais in Norwegen? Mitnichten, und doch erinnern die feingliedrigen Gebilde an die im Norden Europas "exotisch" anmutenden Stabkirchen.

    In dem gepflegten japanischen Garten des Suan Pakkard-Palastes der Prinzessin Panthip Chumbhot von Nagara Svarga stehen die schoensten Haeuser. Unter den fuenf Meisterwerken aus der Mitte des vorigen Jahrhunderts ist ein Kleinod: Der Lack-Pavillon, gefunden in einem Tempel bei Ayutthana, zerlegt, restauriert und der oeffentlichen Bewunderung zugaenglich. Die schwarz-goldenen Waende sind Hoehepunkte thailaendischer Dekoration.

    http://www.geocities.com/RainForest/...kskad_main.htm


    Die Prinzessin war ohnehin eine eifrige Sammlerin: Buddha-Statuen, Gemaelde, Musik-Instrumente, Waffen, Muenzen, Porzellan aus allen Jahrhunderten des Landes. Und wahrscheinlich die vollkommensten Ban Chiang-Keramiken Thailands! Wer sein Auge schulen will, sollte sich hier umschauen. Asiatika sind wieder Objekte der Begierde, da die Preise fuer europaeische Kunst explodieren. Dem Greenhorn gehen die Augen ueber, Kenner schnalzen mit der Zunge, wohl wissend, dass solche Stuecke nicht mehr zu erstehen sind.

    Auch Jim Thompson, von Haus aus Architekt und Begruender der modernen Thai-Seidenindustrie, hat in seinem traditionellen Thai-Holzhaus - es sind sieben zusammengebaute, ca. 100 Jahre alte Teak-Haeuser in einem tropischen Mini-Dschungel - kostbare Kunstschaetze aus ganz Asien angehaeuft. Somerset Maugham drueckte seine Bewunderung spontan aus: "Sie besitzen nicht nur schoene Dinge, sondern haben sie - was sehr selten ist - auch auf eine sehr schoene Art und Weise aufgestellt." Wir wissen nicht, was ihn am meisten begeisterte: Die Ming-Sammlung in Blau-Weiss, die burmesischen Statuen oder das ganze Arrangement?

    Das Kamthieng-Haus auf dem Gelaende der Siam Society stammt aus Chiang Mai und ist etwa 120 Jahre alt, ein Museum der Volkskunst mit Gebrauchsgegenstaenden, Schnitzereien, Lackwaren und Trachten aus dem Norden. Sind Sie ernsthaft an der Kultur Thailands interessiert? Sie koennen Mitglied der Society werden, die bereits 1904 gegruendet wurde. Die Schriften und Buecher der vom Koenigshaus gefoerderten Forschungsgruppe beschaeftigen sich vornehmlich mit Geschichte, Archaeologie, Anthropologie, Linguistik, Botanik und Zoologie Thailands.

    Aber sehen wir uns ein wenig ausserhalb Bangkoks um:



    16. Ancient City - Thailand auf einen Blick
    © Pollmeier


    I. Teil

    Walt Disney World Resort in Florida ist dagegen der reinste Kitsch. Fuehrt es in die Welt der Traeume, Phantasien und Abenteuer, vergisst man auch im Freilichtmuseum Ancient City die Realitaet und taucht ein in Kultur und Geschichte Siams. Und diese Schau ist so vielfaeltig und spannend, dass Sie staunen werden wie ein Kind.



    Ancient City oder Muang Boran ist die originelle Gruendung eines reichen Siamesen. Der "Erlebnispark" wurde am 11. Febr. 1972 vom thailaendischen Koenigspaar und Elisabeth II. von England eingeweiht. Auf dem etwa 80 Hektar grossen Gelaende in Form des elephantenkoepfigen Landes wurden die wichtigsten historischen Baudenkmaeler aus erhaltenen Ruinen rekonstruiert, originalgetreu verkleinert oder auch in Originalgroesse nachgebaut. Hier finden sich noch Kunstgegenstaende, Einrichtungen und Exponate, die an den Ursprungsorten laengst vergangen sind.


    Auch die Phantasie wird angeregt in sieben Gaerten mit mythologischen Skulpturen aus Sagen, Volksmaerchen und anderen literarischen Motiven. Voelkerkundliche Ausstellungen ergaenzen sinnvoll die Palette. Dieses Open-air-Museum ist eine wunderbar vielfaeltige "Einstiegsdroge" fuer Thailand-Neulinge!


    Wer aus Zeitmangel nur Teile Thailands gesehen oder Sehenswuerdigkeiten verpasst hat, sollte zumindest Thailand en miniature nicht versaeumen. Man kann auch Reiseerinnerungen auffrischen oder nachvollziehen. Inmitten von viel Gruen, vorbei an Wasserlaeufen und kleinen Seen, kann man sich dabei erholen oder entspannen und in himmlischer Ruhe Thailand ganz allein entdecken, denn nicht viele Touristen verlaufen sich hierher.


    Ancient City hat malerischen Reiz, denn es wurde nicht museal in Szene gesetzt, sondern lebt. In den Haeusern wohnen zum Teil Menschen, der Park wurde von vielen Tieren angenommen, und da er staendig ergaenzt und erweitert wird, kann man Handwerkern ueber die Schulter schauen, die mit viel Aufwand und Geschick die inzwischen 99 (?) Denkmaeler pflegen.


    Der Ausflug wird von vielen Veranstaltern angeboten und kann in jedem groesseren Hotel gebucht werden. Diethelm Travel –

    http://www.diethelmtravel.com

    - beispielsweise bietet die Tour bei zwei Personen fuer ca. 25 US$ an, bucht man in Deutschland z. B. bei Chenthaytravel in Gummerbach –

    http://www.ctt-reisen.de

    - vor, kostet sie 29 €/Person. Billiger wird es, wenn man sie auf eigene Faust gestaltet. Von der Sukhumvit Road aus nimmt man z. B. den AC-Bus Nr. 8 bis zur Endstation in Samut Prakan (Pak Nam) am suedoestlichen Stadtrand Bangkoks; dort warten Minibusse oder Tuk Tuk fuer die letzten 6 km bis zur Holzbruecke mit dem Torbogen, auf dem Ancient City steht. Wer mit dem normalen Stadtbus faehrt, muss allerdings mindestens zwei Stunden fuer den Weg einrechnen.



    Samut Prakan ist etwa 20 km von Bangkok entfernt. Man kann sich heute kaum vorstellen, dass die Stadt um 1600 noch direkt am Meer lag und grosse strategische Bedeutung fuer die Koenige von Ayutthaya hatte. Von den Befestigungsanlagen aus kontrollierten sie den Schiffsverkehr vom Golf von Thailand zum Menam Chao Phraya. Die Burmesen zerstoerten 1767 die Stadt. Die Chakri-Koenige wiederum bauten mehrere Forts und errichteten 1823 auf einer kleinen Insel in der Menam-Muendung Wat Chedi Klang Nam, der eintreffenden Schiffsbesatzungen anzeigte, dass sie sich mit Siam einem buddhistischen Land naeherten. Der Tempel liegt mittlerweile am Westufer in Phra Pra Daeng.




    Das Freilichtmuseum kann mit Taxi, Mietwagen oder Tourbus befahren werden; ideal ist natuerlich ein Fahrrad. Wer das weitlaeufige Gelaende zu Fuss ausgiebig besichtigen will, muss schon ein wenig Kondition mitbringen. Um sich nicht zu verlaufen, kann man sich beim Eintritt am Informations-Pavillon eine kostenlose "Landkarte" geben lassen. Die Nummern des Faltplans beziehen sich auf die UEbersicht, saemtliche Denkmaeler sind entsprechend beziffert. Wollte man alle Sehenswuerdigkeiten beschreiben, muesste man einen neuen Reisefuehrer entwerfen.




    Ein Blick auf die UEbersichtskarte zeigt, dass wir an der malaysischen Grenze eintreten. Die Umrisse des Parks entsprechen zwar in etwa den Landesgrenzen, aber die einzelnen Baudenkmaeler nur grob der geographischen Lage. So liegt der Chedi des Phra Mahathat in Nakhon Si Thammarat nahe beim Stupa von Wat Phra Mahathat in Chaiya. Chedi bedeutet einfach die thailaendische Uebersetzung von Stupa, einem "Haufen", "Huegel", also der Reliquien- und Gedenkhuegel fuer bedeutende Persoenlichkeiten, insbesondere fuer Buddha; weiter noerdlich in The Garden of Sacred Stupa finden wir davon mehr als ein Dutzend.


    Man kann sich also ohne Plan leicht verfranzen, in den Tempelanlagen von Ayutthaya, in den "Bergen" Nord-Thailands oder im Schwimmenden Markt, einer riesigen Anlage mit etlichen Holzhaeusern, Tempeln, Bruecken, Booten, Laeden und - nicht nur Labsal fuer die wunden Fuesse - einem Restaurant.


    Gruss
    HPollmeier

  7. #26
    Avatar von HPollmeier

    Registriert seit
    27.08.2003
    Beiträge
    1.959

    Re: Bangkok - Venedig des Ostens

    Hallo!


    II. Teil





    Man muss nicht alles auf einmal machen! Dann wirft man spaetestens zu Hause ganz Thailand durcheinander und kann nicht einmal mehr die Fotos sortieren. Beim ersten Besuch sollte man ruhig einige Objekte auswaehlen:





    Der eine interessiert sich mehr fuer traditionelle Holzgebaeude - gerade sie sind im Laufe der Geschichte dem zersetzenden tropischen Klima, Braenden oder Kriegen zum Opfer gefallen - ein anderer will Kloester und ihre Stile vergleichen.




    In Ancient City kann man sorgfaeltig selektieren. Wie waer’s beispielsweise mit einem Besuch des Nordostens von Thailand, dem Isan, der, touristisch nun mehr und mehr erschlossen, fuer viele europaeische Besucher immer noch ein Mauerbluemchendasein fuehrt?




    Gruss
    HPollmeier



  8. #27
    Avatar von HPollmeier

    Registriert seit
    27.08.2003
    Beiträge
    1.959

    Re: Bangkok - Venedig des Ostens

    Hallo!


    III. Teil


    Der Isan ist reich gesegnet mit prachtvollen Khmer-Ruinen. Die Khmer beherrschten vom 9. bis 15. Jh. weite Teile Suedostasiens bis ueber die Grenzen des heutigen Malaysias.


    Ihr Einfluss liess erst im 13. Jh. unter dem Druck der Thai nach. Als diese sich in der Hauptstadt Sukhothai etabliert hatten, eroberten sie die umliegenden Gebiete; im 15. Jh. fiel ihnen auch Angkor zu, das sie - wie uns heute - faszinierte. Sie uebernahmen bereitwillig den Staatsapparat, die Umgangsformen an Koenigshoefen, die vergoettlichenden Titel der Khmer und sogar die hoefische Sprache (Rajasap), die alledings nur bei Gespraechen mit dem Koenig oder Prinzen von Rang verwendet wird.



    Auf einer Khmer-Tempel-Tour durch den Isan - am besten voellig unabhaengig mit dem Mietwagen - nimmt man Umwege in Kauf. In diesem Freilichtpark gelangt man bequem von Phimai, Prasat Sikhoraphum und Phanom Rung nach Khao Phra Viharn, dem Felsentempel und beliebten Wallfahrtsort der Thais. Dieser Tempel wurde nach dem Urteil des Internationalen Gerichtshofes 1963 Kambodscha zugesprochen, kann aber wegen seiner Nord-Sued-Lage in der Dang Rek-Kette am Ende eines Felsplateaus nur von Thailand aus bequem erreicht werden. 1989 einigten sich Kambodscha und Thailand, das einzigartige Kunstwerk Besuchern wieder zugaenglich zu machen.



    Oft spinnen sich in Siam liebevolle Legenden um die Entstehung eines Tempels. Pin, die Tochter eines habgierigen, durch neue Angelmethoden reich gewordenen Fischerehepaares am Mekong, unterstuetzte heimlich die Armen. Ein Prinz, dem ihre Schoenheit wahrscheinlich mehr als ihre Mildtaetigkeit gefiel, nahm sie zur Gattin. Zur Suehne fuer ihre Eltern liess Pin den Tempel erbauen. Sachlichere Informationen findet man in der Broschuere von John Black The Lofty Sanctuary of Khao Phra Vihar, das die Siam Society 1976 neu aufgelegt hat. Nach seiner Genealogie hat Yasovarman (889 bis um 900) das Werk begonnen und Suryavarman II. (1113 bis um 1150) letzte Hand angelegt. Die Architekten fast aller Khmerherrscher haben die Anlage mitgepraegt.



    Alle bedeutenden Elemente der Khmerkunst werden hier harmonisch vereint. Und doch draengt sich ein modernes Bild auf, denn der Felsen hat die Konturen eines Tankers.

    Zwischenbemerkung:

    Der in Thailand lebende Japaner Takeshi Sekiguchi stellt in Englisch unter

    http://www.koratmagazine.in.th/eindex.htm

    ein Korat-Magazin - Korat is a short name for Nakhon Ratchasima - vor, das diese Ausfuehrungen vorzueglich ergaenzt.


    http://www.koratmagazine.in.th/sight/viharn/eviharn.htm

    Am Bug stuerzt die Linie mit dem Pei Ta Di Cliff steil in das Panorama der kambodschanischen Ebene ab. Auf Deck fuehrt eine 850 m lange, teilweise in den Felsen gehauene Treppe in einer Folge von vier Absaetzen allmaehlich auf die schiefe Ebene hinauf, Symbol des langen Weges in den hinduistischen Himmel. Unmittelbar vor den Klippen liegt das Gott Shiva geweihte Sanktuarium, im fruehen Baphuon-Stil (1010-1080) gehalten. Aus den Reliefs blicken die kantigen, mehr den Khmerherrschern als dem sanften Prinzen Gautamo entlehnten Buddhakoepfe in stilisierter Strenge. Ausserhalb Indiens ist es die groesste Anlage, die zu Ehren dieses beliebten Hindugottes der Zerstoerung und Erneuerung errichtet wurde. Die Anlage ist zum Teil zerfallen und wiederum hervorragend erhalten. Im Wechselbad der Eindruecke von Prunktoren und Hoefen, Gesimsen und Giebeln, von Palaesten und Proportionen wird man immer begleitet von der Naga, der urasiatischen Gottheit, die, ganz im Gegensatz zur christlichen Schlange, das Gute als Element des Lebens verkoerpert.


    Obwohl wir uns ganz gut in Thailand auskennen, suchen wir vergeblich im Land rechts und links der Strasse 33 und an der Route 317 nach Chanthaburi den im Museum in den letzten Jahren entstandenen Prasat Hin Sadok Kok Thom, Sa Kaeo; genauso wenig finden wir The Octagonal Sala. Das Freilichtmuseum kann also recht spannend sein, wenn man die Objekte tatsaechlich in Siam finden will.


    Der Besuch von Ancient City wird gern mit einer Visite der aeltesten und groessten Krokodilfarm in Thailand verbunden. Nicht weniger als 30.000 Krokodile leben hier, Salz- und Suesswasser-Reptilien, die aus allen Teilen der Welt stammen. Wenn sie das "ideale" Gewicht und Alter erreicht haben, werden sie zu Taschen, Schuhen usw. verarbeitet. Die Produkte duerfen nicht in die EU eingefuehrt werden, ob sie nun aus Zuchtfarmen stammen oder nicht. Wenn man gegen 15.00 Uhr mit einem Tuk Tuk von Ancient City aufbricht, trifft man rechtzeitig zur letzten Show in der Farm ein.


    Nachwort:

    Wir sind ein wenig vom Thema abgewichen. Erbsenzaehler werden uns das nicht verzeihen, aber fuer uns gehoert Ancient City zu Bangkok, und bei den Bildern haben wir eine Mischung aus alt und neu versucht; aber da hat sich gewiss viel veraendert.

    Gruss
    HPollmeier



    PS: Und wer den Artikel ausdrucken will, kann das auch darueber:





    Wer wirklich alles sehen will, sollte diesen Hinweis aufrufen:

    http://www.ancientcity.com/?q=/en/index

Seite 3 von 3 ErsteErste 123

Ähnliche Themen

  1. Mallorca des Ostens
    Von Hippo im Forum Sonstiges
    Antworten: 0
    Letzter Beitrag: 30.05.08, 09:40
  2. Antworten: 25
    Letzter Beitrag: 18.08.05, 07:44
  3. Antworten: 3
    Letzter Beitrag: 04.06.04, 23:56
  4. bangkok - manila - bangkok
    Von soi1 im Forum Treffpunkt
    Antworten: 3
    Letzter Beitrag: 13.02.03, 22:30