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Bangkok oder die Welt mit anderen Augen

Erstellt von Frank und Supaporn, 04.02.2019, 16:32 Uhr · 63 Antworten · 2.501 Aufrufe

  1. #11
    Avatar von benni

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    Zitat Zitat von chonburi Beitrag anzeigen
    ...dann hast Du auch nicht im Slum gelebt .

    Bei der Beschreibung obigen Komforts aus Sicht der (spaeten ?) 80er Jahre , waere moeglicherweise sogar der Begriff "Arbeitergegend" noch zu tief gegriffen ....auch wenn es sich ueberwiegend um Holzhuetten gehandelt haben mag...
    Doch es war eine Slumsiedlung. Gleiches Ambiente. In Klong Toey war ich als Besucher auch. Und auch dort TVs, Kühlschränke etc da und dort sichtbar. Schmale Stege über stinkendem Brachwasser, Wellblechverschläge, dünne Papp- und Holzwände ineinander verschachtelt, realtiv arme Menschen. Relativ, denn auch im Slum muß man Miete und Strom bezahlen, die ganz Armen schlafen unter den Expresswaypfeilern.

  2.  
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  3. #12
    Avatar von benni

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    Zitat Zitat von Buddy Beitrag anzeigen
    Klong Thoy….Da war doch mal was…..

    Es war 1990 als ich diesen Teil, Bangkoks kennen lernte. Meine erste „Große Liebe“ in Bangkok
    die ich in der „Soi Cowboy“ kennen lernte, kam von dort.
    Sie „wohnte“ zwar über der Bar, zusammen in einem Raum mit ca.15 anderen Mädchen, besuchte aber Ihren Vater jede Woche!
    Es war immer das gleiche, es mussten Rechnungen vom Vater bezahlt werden!
    Als ich das erste Mal mit Ihr dorthin ging, hat es mir nicht nur den Atem verschlagen, nein auch
    hatte ich ein mulmiges Gefühl in der Magengegend!
    Kinder riefen unaufhörlich „Farang…Farang…“Und es war ein beklemmendes Gefühl von allen Seiten, nicht nur von Kindern, angestarrt zu werden.
    Dann endlich nach einem langen Weg der teilweise über Holzstege und auch Betonstege führte kamen wir an Ihrem „Zuhause“ an!
    Das erste was auffiel, eine Art“ Gartentor“ geschmückt mit einer Mercedes Benz Radkappe!
    Dann eine halb im Wasser versunkene Küche und dahinter der „Wohnraum“ von dem man aus
    dem Hinterausgang sofort in ein „Klongboot“ steigen konnte! Was ich auch oft nutzte!
    Es wurden gerade die Holzstege nach und nach durch Beton ersetzt, nicht wegen der Sicherheit,
    sondern weil immer wieder das Holz der Stege zweckentfremdet als Bau und Brennholz verwendet wurde!
    Also in der Hütte war es wirklich sauber! Ein kleiner schwarz /weiß Fernseher zeigte mehr „Schnee“
    als ein vernünftiges Bild! Es wurde sofort vom Vater der Fan für mich eingeschaltet und die kleine
    Schwester ging mir eine Cola holen, was mir alles ein wenig Peinlich war!
    Aber es war eine freundliche Umgebung. Nach und nach kamen Freunde des Vaters um mich zu begrüßen und einige brachten etwas zu essen oder zu trinken mit!
    Ihr Vater zeigte mir einen Trick, wie man mit 2 Essstäbchen ein Glas gefüllt mit rohem Reis anheben kann (Kann ich heute noch)
    und es war wirklich eine überwältigende Freundlichkeit zu spüren und es wurde viel gelacht…Und auch getrunken!
    So kam es dann das ich dort auch einige Male übernachtete!
    Eine Decke auf dem Holzboden und ca.15 cm. darunter der Klong, der mit dem nicht zu überhörenden Wellenschlag und dem surren der Mücken den Schlaf einleitete!
    Ich bin dort -NIE – angemacht worden, es gab –NIE- eine gefährliche Situation auch bin ich nachts oft alleine bis zum Markt gelaufen um etwas einzukaufen…Alles ohne Probleme!
    Später erst, einige Jahre später, erfuhr ich dann das der „Klong Thoy“ eine sehr gefährliche Ecke in Bangkok sei!!
    Also ,unbedarft wie ich damals war, kam es mir selbst im Nachhinein nicht so vor!
    Vielleicht weil ich ohne Vorurteile und Angst mich ganz locker ohne Arroganz dort bewegt habe
    und auch zu allen freundlich war, ohne den „Reichen“ Farang raushängen zu lassen!?
    Es war,für mich,eine gute Erfahrung, das „Arm und Ungebildet“ nicht gleich Kriminell und Gewalttätig sein muss!
    Ich jedenfalls möchte Sie nicht missen!

    Ich lebte in Bangkok in vielen Stadtteilen, kam sehr viel herum in BKK, tagsüber und nächtens. Gefährliche Gegenden sind mir unbekannt. Die gab und gibt es nicht. All die Horrorszenariostories stammen wahrscheinlich von Leuten, die dort nie richtig gelebt haben und starke Voruteile und Komplexe haben oder irgend eine Agenda.

  4. #13
    Avatar von freiberger

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    Ich war 1993 ebenfalls da.Bei meinem ersten mal in Thailand.Damals war ich noch unbedarfter als heute und ich hätte wohl geknipst wie ein blöder,wenn ich die Kamera dabei gehabt hätte.
    Aber ich hatte garnicht richtig verstanden,wo meine "grosse Liebe" von der Soi Cowboy mit mir hin wollte.
    Ich war zwar schon öfters vorbei gefahren,aber ich wusste nicht,was hinter dieser Mauer war.
    Dann drin hab ich gedacht,ich spinne.
    Dass dort Menschen leben könnten.
    Ich bin da über Kochtöpfe gestiegen,Wäschestücke im Schaumbad,schlafende Hunde.
    Die Bretterbuden hätte ich anderswo niemals als Wohnstätten betrachtet.Ein bestialischer Gestank,eine drückende Schwüle,eine bedrückende Beengung.
    Eigentlich war das meine erste reale Berührung mit dem Gesicht des kapitalistischen Systems.Die obdachlosen Bärtigen in München,Berlin oder Stuttgart waren für mich "Ausnahmen".
    Nach Klongthoy hat mich dann in Thailand nichts mehr geschockt.

    Eine gute Website,danke für den Link.Hab mich bei einigen anderen Sachen auch fest gelesen.

  5. #14
    Avatar von rolf2

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    Warum sollte ein Slum für einen männlichen Hippi gefährlich sein? Er trägt kein Gold, in der abgewetzten Jeans ist kein Geld.

    Für eine junge Frau und für einen Mann mit Gold und Geld kann das dann anders aussehen.

  6. #15
    Avatar von waltee

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    Zitat Zitat von rolf2 Beitrag anzeigen
    Warum sollte ein Slum für einen männlichen Hippi gefährlich sein? Er trägt kein Gold, in der abgewetzten Jeans ist kein Geld.
    Noch immer diese saublöden ewig gleichen Klischees...!

    Damals hatte man (als Hippie) die ganze Kohle in Traveller Cheques mit dabei weil es noch keine ATMs gab. Gestohlene Cheques wurden für 20-30% ihres Wertes gehandelt. Sogar ein geklauter Pass konnte verkauft werden.

  7. #16
    Avatar von rolf2

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    Also ich war ja auch mal Hippi und hatte Traveller Checks und auch ich war im Klong Toey, meine Reisechecks waren aber im Hotelsafe und in der Jeanstasche hatte ich höchstens 1000 Baht, außerdem war ich zusätzlich jung und kräftig, also habe ich kein lohnenswertes Opfer für Gangster abgegeben. So einfach und richtig beobachtet ist das.

    Ob ein älterer Anzugträger mit fetter Goldkette und ner teuren Uhr einen Slumbesuch unbeschadet übersteht ist dagegen durchaus fraglich, könnte sein das er nach einer Flasche Whiskey besoffen ins Wasser fällt und ertrinkt. Ohne Uhr, Bargeld und Goldkette versteht sich

  8. #17
    Avatar von benni

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    Warum nicht gleich ein blondes, blindes Kind mit der Krone Englands am Kopf und bündelweise 500 Euro Scheine aus allen Taschen raushängend.

  9. #18
    Avatar von rolf2

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    Das könnte man sogar noch zusätzlich an Pädophile vermieten, ich seh schon Du kennst Dich wirklich aus.

    Du weißt aber schon das Gangster gerne Beute machen, oder?

  10. #19
    Avatar von Buddy

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    Also nur mal so am Rande erwähnt....

    Ich trug damals immer eine goldene Rolex und auch eine goldene Halskette, abgerissen sah ich auch nie aus....!!

    Aber wahrscheinlich trug jeder zehnte auch so eine ,eben nur als Kopie,da war man schon deswegen kein "Opfer"...

    Ein teures Handy konnte man mir auch nicht abnehmen....Es gab eben keins für einen Farang.. Und Thais hatten auch fast keine!

    Aber es ist eben auch schon fast 30 Jahre her ....Hat sich wohl seit dem einiges geändert..

  11. #20
    Avatar von rolf2

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    Thais erkennen auf einen Blick Blender und echtes Gold. Schon damals gabs Junkies, heute kommen noch die ganzen Jah Bah Verrückten dazu und wir sind alle 30 Jahre älter geworden, damit steigt eben auch das Risiko eines Angriffs.

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