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Andy, Franz und Harry

Erstellt von MadMovie, 28.08.2005, 18:17 Uhr · 299 Antworten · 21.102 Aufrufe

  1. #81
    Haatyao
    Avatar von Haatyao

    Re: Andy, Franz und Harry

    @mad movie

    danke das es weitergeht. war zwar nur ein kleiner "happen" aber danke.
    hoffe du hattest einen schönen urlaub und bist ausgeruht für die fortführung der geschichte

    erwartungsvoll

    haatyao

  2.  
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  3. #82
    Avatar von MadMovie

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    Re: Andy, Franz und Harry

    28

    Pom und Lily tischten das Frühstück auf und Andy gelang es gerade noch, Harry ins Ohr zu raunen:
    “Keine Email an meine Holde daheim, noch ist nichts entschieden!”

    Das Frühstück war aus der Sicht von Franz eine peinliche Veranstaltung:
    Die jungen Frauen schoben ihren langnasigen Verehrern mundgerechte Stücke zwischen die Zähne und auch sonst fühlte sich Franz wie in einem Turteltaubenschlag.

    Nach fünf Minuten hatte er die Nase voll, sprang auf, stopfte sich in seinem Zimmer ein Pfeifchen und stieß dann am Rande der Plattform Qualmwolken in den blauen Himmel.

    “Arzgebirgisches Raachermannel!” lachte Harry.

    Er ging zu Franz rüber und boxte seinem Freund in die Rippen.
    “Wir finden für dich eine Lösung, altes Haus. Wie wär’s mit Bad Taya?”
    “Hä?”
    “Du liebst doch Wortspiele, stell dich nicht so an. Pattaya - Bad Taya!”
    “Das ehemalige Erholungszentrum der amerikanischen GI’s?”
    “So gefällst du mir schon besser, Franz. Wenigstens weißt du, wovon ich rede.
    Ich hab’ noch nie so viele junge, hübsche Mädchen auf einem Fleck gesehen, alle uniformiert in schwarzen, hautengen Minikleidchen...”
    “Ich will Lily zurück!” knurrte Franz wie ein trotziger Junge, dem man gerade die Lok von der Modelleisenbahn weg genommen hat.

    Franz schielte rüber zum Tisch, aber Lily, Pom und Andy waren nicht zu sehen, die waren bereits am Packen.

    “Okay”, seufzte Harry, “Krisensitzung heute Abend im Zimmer 408!”
    Franz klopfte die Pfeife aus.

    “Du hast mich immer noch nicht verstanden, Harry!” sagte Franz ganz ernst und rückte seinem Gesprächspartner auf die Pelle.
    “Jedes Superlativ versagt bei dieser Frau...”
    “Sie hat sich anders entschieden, Frauen sind so. Und wenn sie nur den Hauch einer Chance wittert, dass die Kommunikationsfirma von Andy ein Erfolg wird, darf niemand Lily jemals wieder an ihren kleinen Nebenjob erinnern! Los, wir werfen jetzt unsere Sachen in die Reisetaschen - es geht zurück in die Stadt der Engel!”

    Während Lily den Wagen über Kanchanaburi zurück nach Bangkok steuerte, wurde kaum ein Wort gesprochen. Harry bekam nur mit, dass Lily auf Andy einredete, nochmals einen Arzt zu konsultieren.

    Harry hatte aber den Verdacht, dass Andy sein Leiden ein wenig übertrieb, um auch weiterhin die Fürsorge von Lily zu genießen.
    Pom und Harry versuchten vergeblich, den sonst so lebenslustigen Franz ein wenig aufzuheitern.

    Lily parkte den Toyota vor dem Häuschen in der Nähe des Rajamangala Stadions, wo Andy eine kleine Wohnung bezogen hatte.

    Harry wurde gebeten, den Wagen beim Mietwagenverleih abzugeben, gab aber die Verantwortung sofort an Franz weiter, dem etwas Ablenkung im Verkehrschaos von Bangkok gut tun würde. Franz schüttelte trotzig den Kopf.
    “Nee, Franz, du weißt ja, dass ich schon in Berlin beim Herumkurven nervös werde!”

    Franz blieb nichts anderes übrig, als sich hinters Lenkrad zu klemmen.
    Harry kannte sich in dieser Gegend zwischen Ladprao und Ramkhamhaeng Road zum Glück aus und sagte dem unsicheren Franz, wo er abbiegen musste.

    Harry hatte es schon geahnt, jetzt wurde es zur Gewissheit:
    Die Rechnung musste er wieder mal begleichen. Die Strassen in Thailand waren inzwischen mit 100-Baht-Scheinen aus seiner Tasche gepflastert.

    Pom zeigte ihm eine schwarze, flache Ledertasche.
    “Ändie forgot bag!”

    Da war das Notebook drin und Harry ahnte, welch einmalige Chance sich da bot...


    wird fortgesetzt...

  4. #83
    Avatar von MadMovie

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    Re: Andy, Franz und Harry

    29

    Harry ließ den Taxichauffeur, mit dem sie jetzt unterwegs waren, in der Ramkhamhaeng Road an einem kleinen Laden für Computerzubehör halten.

    Er flitzte über den Bürgersteig und kaufte eine Schachtel CD-Rohlinge.
    Jetzt durfte er nicht zuviel Zeit verlieren, damit Andy keinen Verdacht schöpfte.

    Es war Harry keineswegs recht, bei der kommenden Aktion zwei neugierige Zaungäste zu haben, obwohl es sich bei den beiden um seine Freundin und den besten Freund handelte. Harry wusste auch noch nicht, ob er überhaupt das finden würde, was er suchte, aber die Wahrscheinlichkeit war ziemlich groß.

    Fünf Minuten bis zum Alexander Hotel - Franz bezahlte den Taxifahrer und Harry packte 20 Baht Trinkgeld drauf - zum Fahrstuhl gehastet, rein ins Zimmer, das noch reserviert war.

    Harry schob den Stecker des Netzkabels in den Adapter und diesen wiederum in die nächste Steckdose, klappte das Notebook auf und startete das Betriebssystem. Die Bedienung war etwas gewöhnungsbedürftig, da Harry bisher nur mit einer herkömmlichen Maus gearbeitet hatte.

    Er ließ sich alle Dateien auflisten - am besten, man kopierte alles, um später heraus zu finden, welche Datensätze zur Software des neuen Kommunikationssystems gehörten und welche nicht.

    Harry griff nach einer CD und schob sie in das Brennerlaufwerk des Notebooks.
    “What are you doing?” fragte Pom besorgt.
    “So viel Fiesheit hätte ich dir echt nicht zugetraut”, sagte Franz, freute sich aber insgeheim diebisch.

    Harry hatte seine Zaungäste, die ihm rechts und links über die Schultern lugten, beinahe vergessen. In fieberhafter Eile hämmerte er auf die schwarze Tastatur ein und dachte dabei an Top-Agenten, die so etwas im Film immer in zwei Minuten erledigten.

    Das hätte er sich gleich denken können! Harry schlug sich mit der flachen Hand gegen die Stirn.
    Die schreib- und kopiergeschützten Dateien gehörten mit Sicherheit zum Softwarepaket, das ihn interessierte.

    Harry verschränkte die Hände im Nacken und dachte einen Moment angestrengt nach, auf eine Eingebung hoffend.

    Franz räusperte sich und wollte etwas sagen, aber Harry winkte ab.

    Ich versuche es mal mit dem alten Passwort vom Andy, dachte Harry.
    Man musste nur wissen, welches Auto Andy vor drei Jahren gefahren hatte und dabei an einen älteren Herrn denken, der immer in Wien spazieren ging, egal, ob es schneite oder nicht...


    wird fortgesetzt...

  5. #84
    Avatar von MadMovie

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    Re: Andy, Franz und Harry

    30

    “Wer zahlt mehr?” fragte Franz grinsend. “Die Japaner oder die Taiwanesen?”

    Der Brennvorgang lief immer noch und Harry schaute nervös auf seine Armbanduhr.

    “Please bring Ändie his computer back! I don’t like what you are doing!”
    Das erste Mal seitdem er Pom kannte, hörte Harry einen Vorwurf in ihrer Stimme. Das Lächeln war aus Pom’s hübschen Gesicht verschwunden.

    “Ich will nur einen Experten nach den Marktchancen befragen”, verteidigte sich Harry.
    “Das kannst du deiner Oma erzählen”, griente Franz.

    Harry entnahm die gebrannte CD, fuhr den Computer herunter und verstaute ihn wieder im schwarzen Koffer.

    Alle drei hasteten zum Fahrstuhl und rannten durch die Lobby hinaus in den schwül-warmen Abend.
    Pom stoppte ein Taximeter an der Ramkhamhaeng Road und nach 32 Minuten standen sie wieder vor der Tür von Andy’s Condo.

    Lily öffnete und Franz und Harry starrten nur auf die Hot Pants und das schulterfreie weiße Top, das sie trug.
    Harry reckte die schwarze Tasche nach oben.
    “Andy forgot bag with notebook.”

    Lily bat alle drei hinein.
    Das erste Mal, seitdem Franz und Andy hier waren, betraten sie die gemütliche kleine Wohnung, die man dem Austauschstudenten zur Verfügung gestellt hatte.

    Andy lag auf dem Bett, schaute TV und mimte den Leidenden.
    “Du hast dein Notebook vergessen, Andy!”
    “Stell’s da drüben hin”, sagte Andy gleichmütig.
    “Du hast doch nicht etwa...?”
    Andy bemerkte nicht die betretenen Gesichter von Pom und Franz, nur Lily schöpfte einen leisen Verdacht.

    “Ich hab nicht viel Ahnung davon, wie du weißt, Andy.”
    Es war immer klug, den Dummen zu spielen.
    “Wie geht es dir überhaupt, Andy? Warst du noch mal beim Arzt?”

    Lily goss eiskaltes Wasser in drei Gläser und stellte sie auf den Tisch.

    Andy richtete sich auf und wirkte so alt, wie Harry und Franz zusammen an Jahren zählten.

    “Das Bein hat sich entzündet und ich hab ein bisschen Fieber...” stöhnte Andy. Lily reichte ihm ein Glas Wasser.

    “Ich, ähem...” räusperte sich Franz. “Es tut mir leid.”
    “Lass stecken, Alter, ich wäre nie zum Tiger gegangen, wenn die Mädels nicht ‘Pfeife’ oder so gerufen hätten.”

    Pom und Lily tuschelten angeregt miteinander.
    “Also dann, gute Besserung, Andy”, sagte Harry. “Morgen können wir nicht zum Krankenbesuch erscheinen. Ich will Franz nach Pattaya entführen...”

    “Pattaya?” Pom riss die Augen auf. “Why do you want to go to Pattaya?
    I want to give up my job and guide you!”

    Es war nahezu unmöglich, den Redeschwall zu unterbinden. Und eine Auseinandersetzung mit Pom vor den Augen der anderen drei hatte ihm gerade noch gefehlt. Warum sprang sie überhaupt auf das Stichwort “Pattaya” so an? Das war doch für Thais ein ganz normales Wochenendausflugsziel, nur in den Farang-Internet-Foren wurde es immer kontrovers diskutiert.

    Und dann noch den Job kündigen? Da schrillten bei Harry alle Alarmglocken, das kam überhaupt nicht in Frage, schon in Hinblick auf die Beantragung eines Visums und die Prüfung der Rückkehrwilligkeit. Oder war Pom in ihren Gedanken schon so weit, dass sie auf ein Heirats-Visum spekulierte?

    “I want to speak with you outside alone, tirak!” sagte Harry mit ernstem Gesicht.

    Franz war es auch recht, dass man den Besuch abbrach. Er konnte es einfach nicht länger mit ansehen, wie seine ehemalige Bettgefährtin den Andy bemutterte.

    Franz stoppte ein Taximeter und nahm vorn neben dem Fahrer Platz. Im Rückspiegel beobachtete er, wie sich Harry und Pom stritten, versöhnten und in einem langen Kuss versanken. Franz drohte mit dem Zeigefinger - aber das bekamen die zwei auf der Rücksitzbank gar nicht mit...


    wird fortgesetzt...

  6. #85
    Avatar von Lao Wei

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    Re: Andy, Franz und Harry

    Klasse story.

  7. #86
    Avatar von Otto-Nongkhai

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    Re: Andy, Franz und Harry

    und so gewgenwartsbezogen.
    Die Rueckkehrwilligkeit gibt es doch noch nicht so lange.

    Weiter!!!!

  8. #87
    Avatar von Peter65

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    Re: Andy, Franz und Harry

    Klasse Geschichte :bravo:

    Mitten aus dem Leben

    Hoffentlich gehts bald weiter!

    Grüsse,
    Peter

  9. #88
    Avatar von MadMovie

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    Re: Andy, Franz und Harry

    Danke, Haatyao, Lao Wei, Otto und Peter65 für eure aufmunternden Worte - in 10 Minuten geht es weiter! Wie schon gesagt - open end - ich habe die Story nicht auf Festplatte, sondern schreibe fast täglich neu...

  10. #89
    Avatar von MadMovie

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    Re: Andy, Franz und Harry

    31

    Pom war die ganze Nacht bei Harry geblieben. Sie hatte vor der gemeinsamen Dusche zweimal telefoniert und auf Harry’s fragenden Blick hin nur “Mother!” gesagt. Es wurde langsam Zeit, die Familie kennen zu lernen, dachte sich Harry, wenn er die Tochter nach Yöremanie entführen wollte.

    Dann begab er sich wieder auf die Entdeckungsreise und schaffte es, jeden Quadratzentimeter der duftenden braunen Haut mit den Lippen zu berühren - nur unterbrochen durch einen wilden Ritt von Pom - bevor er ermattet einschlief...

    Morgens tastete Harry’s Hand ins Leere. Das bezaubernde Wesen, das ihm alles das schenkte, was ihm die Friseurmeisterin vorenthalten hatte, plantschte schon im Bad. Als sie, eingehüllt in weißes Badetuch, heraus kam, berührte er sie an der Hüfte.
    Die rechte Hand machte sich selbständig und wanderte vorsichtig nach unten.

    “Take away your naughty hand!” protestierte Pom.
    Harry hatte nicht übel Lust auf einen morgendlichen Quickie, aber Pom wehrte ab.
    “I have to go now, tilak!”

    Sie hatte inzwischen eingesehen, dass sie nicht nach Pattaya mit konnte.
    Harry hatte das Zugeständnis machen müssen, nicht länger als drei Tage weg zu bleiben.

    Unter dem Badetuch trug Pom einen weißen Slip mit einem neckischen Tiermotiv. Harry liebte das an den Thaifrauen - sie blieben immer Teenager, unabhängig vom Alter.

    Sie schlang die Arme um Harry’s Stiernacken und ermahnte ihn augenzwinkernd, Franz nur die Sehenswürdigkeiten in Pattaya zu zeigen und nicht etwa alle Bars. Harry kannte ohnehin nur drei Bars in Pattaya, aber er nahm sich vor, mal wieder bei Duang vorbei zu schauen - keine der Angestellten dort konnte der Friseurmeisterin, Pom oder gar Lily das Wasser reichen - aber das band er Pom nicht auf das süße Stupsnäschen!

    Pom musste nach Pratunam zur Arbeit und verschwand ohne Frühstück.

    In letzter Zeit waren die als Tagungen getarnten Trinkgelage mit Franz im Zimmer 408 immer ausgefallen - zur Auswertung musste jetzt das Frühstück herhalten.
    Bei Kaffee, Saft und Spiegelei fragte Franz mit vollem Mund, was Harry denn von der Liaison Lily - Andy hielt.

    “Sei mir nicht böse, Franz, aber die beiden Gerissenen passen zusammen.
    Unterschätze auch nicht die Wirkung von Andy auf Frauen. Der kann überaus charmant sein - bis die Partnerin nach ein paar Tagen oder Jahren merkt, wie der eigentlich tickt.“

    “Und die Frau zu Hause?” Franz balanzierte ein Stück Spiegelei mit der Gabel zum Mund.
    “Liegt an Lily. So eine Frau wird sich auf die Dauer nicht mit der Rolle einer Mia Noi zufrieden geben!”

    “Das war deutlich genug. - Ist schon irgendwas gebucht in Pattaya?”
    “Es ist zwar Saison, aber wir werden schon was finden, Franz!”

    Harry sprang über seinen Schatten und telefonierte mit der Friseurmeisterin, die sich zunächst erstmal beschwerte, dass er sich nicht gemeldet hatte.

    Harry versprach, sie zum Essen einzuladen, wenn sie den Fahrer, der ihn schon nach Sukhothai und Ban Bueng chauffiert hatte, in zwanzig Minuten zum Alexander Hotel schicken würde.

    Die Kellnerin kassierte die Frühstückskoupons ein, Franz und Harry eilten nach draußen zur Raucherecke und nach zehn Minuten fuhr Mongkhon, mit dem Harry schon einiges erlebt hatte, vor. Auf nach Pattaya in ein neues Abenteuer!...


    wird fortgesetzt...

  11. #90
    Avatar von MadMovie

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    Re: Andy, Franz und Harry

    32

    Der gutgelaunte Mongkhon unterhielt sie mit seinen Gags im gebrochenen Englisch bis sie nach zweieinhalb Stunden das berühmte Seebad erreicht hatten.

    Der Fahrer stoppte an der Beach Road vor dem Natural Beach Hotel. Harry löhnte die 1200 Baht und eilte zur Rezeption.
    Sie hatten Glück - es waren noch zwei Zimmer frei.

    Franz wollte im 7Eleven für den abendlichen Umtrunk noch etwas einkaufen, Harry schlenderte zur Mike Mall, um Duschgel zu besorgen.
    Nach einer Stunde trafen sie sich im Restaurant des Natural Beach Hotels und Harry klappte der Unterkiefer nach unten, als er sah, welche Frau Franz im Schlepptau hatte.

    “Darf ich vorstellen - das ist Sita!” grinste Franz.

    Harry war von allen guten Geistern verlassen, als er auf Deutsch zu Franz sagte:
    “Ich schätze mal, sie arbeitet erst vierzehn Tage hier, natürlich an der Kasse einer Bar. Der Wasserbüffel zu Hause ist krank und der Tierarzt wartet auf die Begleichung der Rechnung, nicht zu vergessen das kaputte Motorrad vom Onkel...”

    Franz machte hektische Handzeichen, aber Harry achtete nicht darauf.

    Sita hielt sich die Hand vor dem Mund und prustete dann los:
    “Muss ich mir aufschreiben - so viele Vorurteile in eine Satz hab ich noch nie gehört!”
    Das wurde im nahezu akzentfreien Deutsch vorgetragen und Harry kippte aus den Latschen.

    Als er wieder zu sich kam, stand ein Bier vor ihm auf dem Tisch und Harry nahm einen tiefen Schluck.
    “Sorry, wo hast du... haben Sie”, stotterte er, “so gut Deutsch gelernt? Waren Sie schon mal in Deutschland?”

    “Sage du! 200 Privatstunden bei eine Lehrer in Bangkok!” sagte die Schöne, die keinen Vergleich mit Lily zu scheuen brauchte.

    “Ich hätte gern die Lottozahlen von dir, Franz! Du hast ein unglaubliches Talent, die Perlen heraus zu picken!”
    “Ist ganz einfach, Harry - wie überall in der Welt entscheiden die Frauen - sie hat mich angesprochen, nicht ich sie!”

    “Ja, ist so,” sagte Sita charmant lächelnd. “Ich mache eine Studie für Ministerium wie wir los kommen von Image 5ex-Tourismus. Habe ich das jetzt richtig gesagt in eure Sprach?”

    “Okay, Franz, wenn wir Geheimnisse austauschen wollen, dann nur noch in Russisch!”

    “Ich versuche zu lernen Russisch wegen die viele Touristen aus Russland hier. - Sdrawstswujtje!” sagte Sita und hatte anschließend Mühe, den Knoten aus ihrer Zunge zu lösen.

    “Du hast ein unglaubliches Sprachentalent, Sita. Sicher kannst du auch Englisch perfekt”, schmeichelte Harry.
    “Darf ich dich und Franz zum Abendessen einladen? Mein Lieblingsrestaurant hier ist die Spaghetti Factory oder möchtest du lieber Seafood?”

    “Ich lade euch ein, ist sowas wie eine Geschäftsessen - sagt man so? Ich will euch befragen für meine Studie, ob ihr seid typische Thailand-Touristen!”

    Franz, der seit ein paar Minuten nichts mehr gesagt hatte, berührte wie zufällig Sita’s Hand und sie zuckte nicht zurück. Lief da vielleicht schon etwas zwischen den beiden? Das wäre der Oberhammer!

    Die bisherigen Thailand-Urlaube waren ganz gewiss auch nicht langweilig gewesen, aber dieser sprengte alle Grenzen.
    Das überraschende Auftauchen vom Thailand-Skeptiker Andy, der inzwischen ein anderes Bild gewonnen hatte, Lily und Franz, Lily und Andy und jetzt das Sprachentalent Sita.

    Harry zahlte die Rechnung im Lobby-Restaurant des Natural Beach Hotels und Sita führte sie in die dunkle Seitengasse gleich neben dem Hotel, wo ihr schwarzer Honda Civic geparkt war...


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