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Andy, Franz und Harry

Erstellt von MadMovie, 28.08.2005, 18:17 Uhr · 299 Antworten · 21.107 Aufrufe

  1. #161
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    Re: Andy, Franz und Harry

    47 - Teil II

    Nach der Morgentoilette und der entspannenden prickelnden Massage wollte Harry sofort zur Tat schreiten und mit dem Deutschunterricht für Sanni beginnen, aber sie wurden bereits nach zehn Minuten unterbrochen, als seine Schülerin “Guten Molgen” murmelte.

    Franz kam zur Tür herein und Harry sah für einen kurzen Moment eine schmale braune Hand, an der sein alter Kumpel zerrte. Die Dame in seiner Begleitung sollte offensichtlich mit hinein, sträubte sich aber mit Händen und Füßen dagegen.

    Franz hatte Pom auf dem Weg hierher geduldig erklärt, dass Harry sie ohnehin nicht erkennen würde. Einige der 100 Milliarden Nervenzellen waren defekt - vielleicht auch ein paar mehr als nur einige - aber Pom traute dem Frieden nicht.

    Sie wollte mit dem Aschenbecher-Wurf niemanden verletzen, aber Harry war einen Schritt zur Seite gegangen und hatte sich zudem noch geduckt. Auch Pom fehlte ein Stück Film - ein deutlich kürzeres als bei Harry, aber das konnte sie nicht wissen. Sie war auf einer Bank auf der Promenade aufgewacht, auf die Pattaya Bay starrend und hatte versucht, Franz’ Arm abzuschütteln.

    Jetzt hatte sie ihr neues Glück gefunden. Das war zwar nicht perfekt, aber immerhin war Franz nett, voller Humor und ein zuweilen stürmischer Liebhaber mit ein paar Kilo weniger auf den Rippen als Harry.

    Nein, sie wollte nicht rein. Sie wollte Harry nicht in die Augen schauen müssen und mit der phäsaja da drinnen wollte sie nichts zu tun haben. Sollte doch Harry mit dieser Schlange glücklich werden...

    “Ich bin mir sicher, du würdest auch einen Flugzeugabsturz oder eine Schiffskatastrophe überleben”, lachte Franz.
    “Kein Problem! Am besten, es würde hier passieren - wegen der Wassertemperaturen!”

    “Ich sehe, du bist schon wieder auf dem Damm! Immer noch ein paar kleine graue Zellen defekt, die zur Zeit nicht abrufbare Informationen gespeichert haben?” sagte Franz, jetzt mit ernsterer Miene.

    “Das Letzte, an das ich mich erinnern kann, war, dass du leider den Hinflug umbuchen musstest...” Harry dachte angestrengt nach. Nein - mehr kam nicht.

    “Tja, da liegt der Hase im Pfeffer - oder wie sagt man hier? Büffel in der Kuhle?
    Ich habe eine Email von meinem Chef bekommen, ob es denn vielleicht möglich wäre, ein paar Tage eher zurück zu fliegen, eine Kollegin ist krank geworden, zwei neue Mandanten müssen betreut werden...”

    Harry rieb sich verwundert die Augen. Es gab unendlich viele Gründe, nach Thailand zu fliegen. Auf Platz 11 seiner Liste stand, dass der Arbeitgeber gar nicht auf die Idee kommen würde, ihn zurück zu holen, weil es mit erheblichen Kosten verbunden war.

    Harry erinnerte sich daran, dass Franz in einer kleinen Firma arbeitete mit geringerem personellen Spielraum.

    Sanni konnte dem Gespräch ohnehin nicht folgen, riss die Tür auf und rannte Pom direkt in die Arme. Die beiden musterten sich nur kurz - dann verschwand Sanni auf die Toilette.

    “Schade, Franz, aber in der heutigen Zeit ist die Sicherung des Jobs wichtiger als Urlaub. Ich hoffe, du hattest eine schöne Zeit hier. Was wir so getrieben haben - keine Ahnung!”

    “Wir haben samtweiches Fell und samtweiche Haut gestreichelt...” sagte Franz grinsend.
    “Mit der Rund-um-die-Uhr-Betreuung durch deine private Krankenschwester hälst du es doch noch ein paar Tage hier aus, oder?”

    “Und eine erstklassige Physio-Therapeutin ist sie auch!” sagte Harry.
    “Ich weiß...” erinnerte sich Franz. Er hatte sich damals fast den Hals verrenkt, weil er auf den Bikini schielte.

    “Guten Flug! Man sieht sich!” rief Harry.
    “Weiche allem aus, was unerwartet das Fliegen gelernt hat: Möbelteile, Bierflaschen, Aschenbecher....” feixte Franz.

    “Jetzt aber raus hier!”


    wird fortgesetzt...

  2.  
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  3. #162
    Avatar von MadMovie

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    Re: Andy, Franz und Harry

    48

    Auf dem Weg zurück zum Krankenzimmer begegnete Watsana erneut Pom.
    Sie wollte sich schon vorbei schleichen, aber Pom sagte leise etwas, fast im Flüsterton, und Sanni hatte nur soviel mitbekommen, dass es keine Beleidigung war. Jetzt kamen die beiden jungen Frauen doch noch ins Gespräch. Niemand würde je erfahren, woraus diese plötzliche Annäherung resultierte; sie tauschten sogar die Handy-Nummern aus.

    Von der anderen Seite des Ganges her näherte sich ein Trupp Weißkittel und eilte in Harry’s Zimmer.

    Der Verband wurde abgenommen und die Wunde vom Chefarzt inspiziert. Er zeigte sich zufrieden mit dem Ergebnis, sagte etwas auf Thai und alle lachten.

    Harry nahm sich wieder mal vor, diese melodische Sprache zu lernen. Bis jetzt konnte er nur 30 Worte radebrechen, die er zumeist auch noch falsch betonte.

    Eine Krankenschwester aus dem Tross der Ärzte klebte ein Pflaster auf die langsam verheilende Wunde. Die Fäden an der genähten Stirnwunde hatte man bereits gestern gezogen.

    Harry konnte jetzt zwar nicht in den Spiegel gucken, aber so langsam fühlte er sich wieder wie ein Mensch, nicht wie ein Geschöpf aus dem Labor von Dr. Frankenstein. Und der extreme Kurzhaarschnitt war ziemlich praktisch für die Tropen, vorausgesetzt, man trug draußen eine Kopfbedeckung.

    Ein junger Mann rechts neben dem Chefarzt notierte sich etwas und fragte dann dienstbeflissen:
    “MRI?”*

    Sein Chef schüttelte den Kopf. Er begnügte sich damit, mit einer kleinen Lampe in Harry’s Augen zu leuchten und stellte dem Patienten ein paar Fragen auf Englisch, die alle zufrieden stellend beantwortet wurden.

    Sanni schlüpfte durch die Tür, machte einen Wai und fragte etwas.
    Der Chefarzt runzelte die Stirn und machte ein bedenkliches Gesicht.

    “Okay, no concussions, no direct sun and only two hours”, sagte er auf Englisch, damit es Harry auch verstand.
    “Only two days more stay here for observation and I’ll decide about release”, sagte der Chef freundlich lächelnd, der Neurologe nickte eifrig und der Assistenzarzt machte sich Notizen. Danach schwebte die weiße Wolke aus dem Zimmer.

    Sanni war aufgeregt wie ein kleines Mädchen und freute sich.
    “We can go out for two hours!”

    Harry nahm sie in den Arm und küsste sie. Er umfasste ihre schmale Taille und hob Sanni zehn Zentimeter an.
    He, das ging schon wieder!

    Dann lief Harry zum Schrank, wo sich sein Gepäck befand.
    Er stöberte in seiner schwarzen Reisetasche, die eine eigene Geschichte erzählen könnte - wie sie von Trickdieben gestohlen, durchwühlt , unter einen LKW geworfen und nach zwei Tagen von einem Berliner Rentner hervor gezerrt wurde...

    Zunächst fand Harry eine gebrannte CD, die von ihm irgendwann mit “CSC” beschriftet worden war. Harry hatte keine Ahnung, was da drauf war und wann er die CD gebrannt hatte, warum sich diese überhaupt in Thailand befand. Er würde zu Hause nachsehen, um was es sich handelte.

    Zu Hause? Das würde in Zukunft der Ort sein, wo Sanni war, sie war der neue Fixstern.

    Dann suchte er Bargeldreserven, wenn es denn welche gab - er konnte sich nicht erinnern. Vorn in der Tasche fand sich ein weißer Briefumschlag mit mehreren 1000-Baht-Scheinen - ziemlich leichtsinnig!

    Harry schaute sich um, aber Sanni war nicht hinter ihm. Sie war vermutlich schon wieder im Bad verschwunden. Harry fragte sich nicht nur in Thailand, warum von Natur aus schöne, junge Frauen sich immer schminken mussten.

    Harry holte eine dünne, hellblaue Jeans und ein kurzärmeliges beigefarbenes Hemd aus dem Schrank und kleidete sich an.
    Sanni kam aus dem Bad zurück, schön wie immer, und lachte:
    “Can we start now? At first we will buy hat for your head!”


    * MRI=Magnetic Resonance Imaging (dt. MRT)

    wird fortgesetzt...

  4. #163
    Avatar von MadMovie

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    Re: Andy, Franz und Harry

    @ all,

    ich muss noch ein wenig für die finalen Folgen, die jetzt kommen, recherchieren. - Geht am Wochenende weiter...

  5. #164
    Rene
    Avatar von Rene

    Re: Andy, Franz und Harry

    Vor Ort

    René

  6. #165
    Avatar von bigchang

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    Re: Andy, Franz und Harry

    Zitat Zitat von MadMovie",p="286089
    @ all,

    ich muss noch ein wenig für die finalen Folgen, die jetzt kommen, recherchieren. - Geht am Wochenende weiter...
    das ist aber nicht dein ernst,oder?wie soll ich denn jetzt schlafen?

    gruesse matt

  7. #166
    Avatar von Otto-Nongkhai

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    Re: Andy, Franz und Harry

    warum von Natur aus schöne, junge Frauen sich immer schminken mussten.
    Ja das ist auch immer mein Problem.
    Ihr findet in meiner Begleitung nur ungeschminkte,ohne roten Mund und Nichtraucherinnen.
    Wenn sie damit anfangen geht die Beziehung zu Bruch!!!!

    In anderen Dingen bin ich eher kompromissbereit!

  8. #167
    Avatar von Lao Wei

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    Re: Andy, Franz und Harry

    Recherchieren??? OK - aber bitte ein bischen dallidalli

  9. #168
    Avatar von MadMovie

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    Re: Andy, Franz und Harry

    Zitat Zitat von Rene",p="286113
    Vor Ort
    Schön wär´s! Ich wäre gern im Nov. hin geflogen, um an einer christlichen Hochzeit in BKK teilzunehmen (in BKK soll es wohl 10 christliche Kirchen geben) - eine Freundin meiner (hinlänglich) Bekannten heiratet einen Amerikaner - aber leider, die Urlaubstage!

    @ moselbert,

    Nagaland
    ist mir damals "durch die Lappen gegangen" - hab´ es ausgedruckt und während der Nachtschicht gelesen.

    @ Otto,

    ich muss mal wieder die äußerst nette Vietnamesin im Nachbarort besuchen um --- Obst zu kaufen!

  10. #169
    Avatar von MadMovie

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    Re: Andy, Franz und Harry

    49

    Harry hatte nach eigener Meinung kein Hutgesicht und beäugte sich kritisch im Spiegel. Er fand, er sah aus wie eine Karikatur von Ernest Hemingway auf Safari.

    Mit einem Reisstrohhut auf dem Kopf sah er dann so albern aus, dass Sanni laut kicherte.

    Also dann doch lieber diese Attrappe eines Cowboy-Hutes und vor allem viel billiger als in Jackson Hole oder Cody in Wyoming.

    Harry trat aus der klimatisierten Shopping Mall hinaus ins Freie und lief zum zweiten Mal heute gegen eine schwül-heiße Wand.
    Sein Taschentuch triefte bereits und er musste es im Taxi, das Sanni vorsorglich bestellt hatte, auf dem Oberschenkel ausbreiten.

    Ja, es war doch ein Unterschied, ob man den Tag in einem halbdunklen, klimatisierten Raum verbrachte oder mittags draußen herum tobte, es war aber eher ein Schleichen gewesen. Harry bemühte sich nach Kräften, nicht zu sehr den alten, kranken Mann heraus hängen zu lassen angesichts seiner jungen, attraktiven Begleiterin.

    Der Fahrer brachte sie an den Fuß der Freitreppe, die zur Tempelanlage auf dem Pattaya Hill führte.

    Harry hatte wieder mal eines seiner Deja-vú-Erlebnisse. Neben dem Parkplatz scharrte ein dürrer Hahn im Sand. Harry wusste nicht, ob es derselbe war wie vor zwei Jahren, aber er grüßte schmunzelnd “Sawasdee khrap!”
    Vor langer Zeit hatte er diesem Hahn oder seinem Vater zugerufen:
    “You survived bird flu!”
    Was natürlich völliger Quatsch war, denn der Gockel verstand kein Englisch.

    Sanni hüpfte die Treppe nach oben und schaute sich besorgt um. Harry folgte ihr schnaufend wie eine Dampflok mit einem Tempo, welches auf ein Baujahr im 19. Jahrhundert schließen ließ.

    “Are you okay?” fragte seine Verlobte besorgt. Sie wollte ihn unterhaken, aber Harry wollte sich keine Blöße geben. Das würde er schon noch schaffen.
    Oben lief ihm der Schweiß bereits aus den Sandalen und er musste sich setzen.
    War vielleicht doch keine so gute Idee? fragte sich Watsana.

    Im Inneren war es kühler. Sanni hatte je zwei Mal Lotusblüten, Kerze und Räucherstäbchen gekauft und sie erwiesen Buddha ihren Respekt.
    Harry fand diese Religion viel toleranter und mehr den Menschen zugewandt, als andere.

    Nachdem es ihm gelungen war, endlich das Blattgold an den Bauch einer Statue zu pappen, wollte Harry wieder nach draußen zu seinen Schuhen, aber Sanni hielt ihn zurück. Sie knieten nieder vor einem Mönch, der ihnen den Segen spendete und sie mit Weihwasser bespritzte.

    Anschließend schüttelte Sanni ein Behältnis und ein Los fiel zu Boden. Damit rutschte sie auf Knien zu einer Art Schrank und entnahm aus einem Fach einen Zettel.

    “Good luck for you?” fragte Harry.
    Sanni schaute ihn mit einem so strahlenden Lächeln an, dass daneben die Sonne verblasste.
    “Good luck for you and me!”

    Nun konnte eigentlich nichts mehr schief gehen, freute sich Harry und wollte Sanni umarmen, besann sich dann aber, an welchem Ort sie sich befanden.

    Draußen auf dem sonnendurchglühten Plateau gab es für jeden Wochentag einen Buddha. Harry zeigte auf den Freitags-Buddha mit besonders korpulenter Figur.

    “He looks a little bit same like me!” schmunzelte Harry.
    “Exist no longer”, lachte Sanni und griff scherzhaft ins Leere, dorthin, wo sich vor ein paar Wochen der Bauch weiter nach vorn gewölbt hatte.

    Nach einer halben Flasche kühlem Mineralwasser ging es Harry besser.
    Sanni bedeutete ihm zu warten, während sie in einen Raum eilte, wo eine alte Wahrsagerin und Astrologin hockte. Harry konnte durch die großen Fenster alles sehen, aber so richtig klar war ihm nicht, warum seine Angebetete jetzt noch den Rat einer Wahrsagerin einholte. Die alte Dame holte Tafeln heraus und berechnete scheinbar irgend etwas.

    Harry hatte jetzt Lust auf eine Zigarette, aber er hatte keine Kippen dabei und das war gut so, denn nach dem nikotinfreien Krankenhausaufenthalt wäre ihm jetzt sicher schlecht geworden.

    Nach ihm endlos lang erscheinender Zeit kam Sanni strahlend heraus.
    “Do you still want marry me?”

    Harry durchzuckte nicht zum ersten Mal siedendheiß der Gedanke “Die könnte meine Tochter sein!” aber er schob alle Bedenken beiseite und sagte:
    “Yes I want!”
    “Okay, I have good date now, means luck and many children!”


    wird fortgesetzt...

  11. #170
    Avatar von ChangLek

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    Re: Andy, Franz und Harry

    Zitat Zitat von MadMovie",p="286328
    .....die äußerst nette Vietnamesin im Nachbarort besuchen um --- Obst zu kaufen!
    .....gute Idee, aber mach es diesmal richtig: nimm die äußerst nette Vietnamesin mit und laß das Obst zurück.....

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