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Andy, Franz und Harry

Erstellt von MadMovie, 28.08.2005, 18:17 Uhr · 299 Antworten · 21.104 Aufrufe

  1. #91
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    Re: Andy, Franz und Harry

    33

    Sita bog vor der Walking Street nach links ab und lenkte ihren Dienstwagen Richtung Jomtien. Auf halben Weg nach Jomtien stoppte sie vor einem unscheinbaren Holzbau.

    Harry erinnerte sich daran, hier schon einmal gewesen zu sein. Damals hatte sie die Allianz-Versicherungs-Chefin von Pattaya hierher chauffiert, aber das Restaurant war geschlossen gewesen und sie waren weiter nach Süden zu einem nur von Thais frequentierten Seafood-Restaurant gefahren. Übrigens der einzige Fall, an den Harry sich erinnerte, wo eine Dame darauf bestanden hatte, die Zeche zu zahlen.

    Franz saß während der Fahrt vorn neben Sita und Harry hatte die Rücksitzbank für sich. Um Sita ein wenig zu verwirren, unterhielten sie sich in ihrer Version von Schwyzerdytsch - sie hätten auch Sächsisch wählen können.

    “Läuft da irgend etwas zwischen dir und der Dame am Volant?”
    Franz drehte den Kopf wie ein Uhu und bleckte die Zähne:
    “Zumindest ist sie nicht ganz abgeneigt!”
    “Du bist ein Glückspilz, Franz! Erst die Lily und jetzt...”

    Sie nahmen an einem Holztisch Platz und Sita zog die Augenbrauen hoch.
    “Was für eine Sprach war das gerade?”
    “Switzerland”, lachte Harry, “unsere eigene Version.”

    Sita bestellte bei der Kellnerin Tom Kha Gai, frittierten Fisch, Gemüse und Reis.
    Die Kenntnisse der Thaisprache von Franz und Harry gingen immerhin gerade soweit, dass sie verstanden, was Sita sagte.

    Sita kramte eine Flasche schottischen Whiskey aus ihrer Tasche, woraufhin Franz die Augen aufriss - Harry kannte das schon - und bei der Kellnerin Sodawasser und Eiswürfel bestellte. Dann zückte sie Kugelschreiber und Schreibblock und Harry machte sich auf einiges gefasst.
    Er wusste, wie unverblümt Thailänderinnen Fragen stellen konnten.

    Sita verdünnte einen Schuss Whiskey mit Soda und vielen Eiswürfeln.
    “Sorry, kann nur zwei Glas trinken, muss noch fahren!”

    Franz und Harry hielten sich zurück, bestellten kein Singha Bier und nippten nur am verdünnten Whiskey.

    Das Essen wurde aufgetafelt, was Sita aber nicht daran hinderte, mit dem Interview zu beginnen. Zunächst notierte sie sich die Wohnorte der beiden, welche Jobs sie in Deutschland hatten, wieviel sie verdienten und wie oft sie schon in Thailand waren.

    Sita zerteilte fachgerecht den Fisch und legte jedem ein Stück auf den Teller.
    “Ich schreibe mir auf Namen, Adressen, Telefon und Email nur für Rückfragen - steht nicht in Bericht!”
    Ganz beiläufig fragte sie: “Seid ihr gekommen wegen Liebe machen oder nur sightseeing?”
    Manchmal flocht sie in die grammatisch korrekten Sätze Wörter aus der Thaisprache oder aus dem Englischen ein.

    “Sowohl als auch”, lachte Harry.
    “Was heißt das in eure Sprache?” wollte Sita wissen.

    Franz war das Thema sichtlich unangenehm und er rutschte auf seinem Stuhl hin und her. Bis jetzt hatte Sita die Frage nach dem Bezahlen der Liebesdienste nicht gestellt.

    “Wir sind interessiert an den Menschen, der Kultur und den Sehenswürdigkeiten dieses Landes. Was mich betrifft, ich habe eine feste Freundin in Bangkok, die als Verkäuferin arbeitet.”

    Sita’s Stift eilte über das weiße Blatt Papier. Sie schaute Franz mit hochgezogenen Augenbrauen an.
    “Was ist mit dir, Franz - Kontakt zu Thaifrauen auch in die Nacht?”

    Der Angesprochene lief rot an und stotterte:
    “Ich, ich war immer sehr skeptisch, wenn Harry von Thailand und den Frauen schwärmte. Seitdem ich dich kenne, Sita, habe ich meine Meinung geändert!”

    Das war noch lange kein Punktsieg für Franz, ahnte Harry. Sita war aus anderem Holz geschnitzt, als alle Frauen, die er bisher kennengelernt hatte.

    “Du hast meine Frage nicht beantwortet, Franz”, sagte Sita stirnrunzelnd.
    “Mir ist eine ehrliche Mann lieber!”
    “Los, Alter, eine kurze, schnelle Beichte”, fühlte sich Harry bemüßigt zu sagen und nippte am Whiskey-Glas....


    wird fortgesetzt...

    So ein Interview wie oben geschildert habe ich zwar nicht in Thailand, dafür aber auf dem Flughafen Faaa (Papeete/Tahiti) erlebt, wo mich eine Französin auf Englisch ansprach. Ergebnis war, dass ich das Preis-Leistungs-Verhältnis in Franz.-Polynesien nicht so toll fand.
    Es gibt unendlich viele Gründe, Thailand zu lieben - nicht nur wegen des besseren Preis-Leistungs-Verhältnisses. (Anmerkung des Autors)

  2.  
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  3. #92
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    Re: Andy, Franz und Harry

    34

    Franz bestellte nun doch zwei Bier beim Kellner, der sorgfältig darüber wachte, dass es den Gästen an nichts fehlte.
    Dann begann er, umständlich ein Pfeifchen zu stopfen, was bei Franz ein Ritual war, das sich über Minuten hinzog.

    Harry unterhielt sich weiter leise mit Sita und flüsterte ihr etwas ins Ohr.

    Nachdem Franz die erste Qualmwolke ausgestoßen hatte, drohte er mit dem Zeigefinger.
    “Du hast schon eine Freundin! Wieso entdeckst du immer erst in Thailand den Casanova in dir? Und was hast du ihr überhaupt ins Ohr geflüstert?”

    “Ooch, nichts weiter.” Harry winkte ab. “Falls sie dich mal in Berlin besucht, sollte sie beachten, dass bei dir die Badbenutzung nicht in Stunden, sondern in Litern bemessen wird!”

    Harry konnte der bunten fliegenden Pfeifentabakpackung durch rasches Ducken gerade noch ausweichen und er nahm sich vor, gleich morgen zwei Räucherstäbchen zu opfern, weil Franz nicht zum halbvollen Bierglas gegriffen hatte.

    Durch diese Show hofften sie, Sita von ihrer letzten Frage abzulenken.
    Die beiden Freunde hatten die Rechnung ohne die Wirtin gemacht.
    “Gute Freunde - nette Show!” lachte Sita. “Okay, keine Antwort ist auch eine Antwort.”

    Sie verstaute die Whiskey-Flasche wieder in der Designer-Ledertasche, zahlte die Rechnung und alle drei kletterten in den schwarzen Honda.
    Während der Fahrt zurück zur Beach Road klingelten zwei Handys gleichzeitig.

    Sita steuerte den Wagen mit einer Hand und telefonierte gleichzeitig. Pom beschwerte sich, dass sich Harry noch nicht gemeldet hatte.
    “Miss you so much!” klagte sie.
    “Me too!” seufzte Harry.

    Harry war immer noch nicht bereit zu glauben, dass zwischen Sita und Franz wirklich etwas laufen würde - die beiden waren zu unterschiedlich.
    Eine Frau wie Sita musste nur mit den Fingern schnippen und einer der gutaussehenden Seriendarsteller aus dem Thai-Fernsehen würde ihr zu Füßen liegen.

    Lily und Sita wären womöglich bei den Miss Thailand Wahlen auf dem Podium gelandet - wenn sie denn teilgenommen hätten. Pom vermutlich nicht - aber das war eine Frau, mit der man gemeinsam eine Zukunft aufbauen konnte, wenn beide Seiten intensiv daran arbeiteten.

    Harry rieb sich die Augen. Franz legte gerade beide Hände auf Sita’s Hüften und sie ließ es geschehen.

    Harry war gerade dabei, den Weg durch die Lobby zum kleinen Garten mit dem Teich und dem Geisterhäuschen anzutreten, als Sita ihn zurück rief.

    “Franz hat eine Witz gemacht auf Russisch! Was heißt ‘Ja ljublju tebja’ in Englisch oder deutsche Sprach?”

    “Phom raak khun!” lachte Harry.
    “Falang baa!”

    Franz machte hinter dem Rücken ein Zeichen mit dem abgespreizten Daumen der rechten Hand, das Harry so deutete, nun endlich die beiden Turteltäubchen allein zu lassen.

    Er eilte durch den Garten und musste die Magnetkarte vier Mal durch den Schlitz ziehen, bevor sich die Tür zum Treppenhaus dazu überreden ließ, “Sesam öffne dich” zu spielen.

    Harry hatte gerade geduscht und war in seine Boxershorts geschlüpft, die man auf der Leine hängend auch für das Zelt eines großen Zwerges halten konnte - als jemand an die Tür hämmerte.
    Bevor die Tür zu Bruch ging, öffnete Harry lieber.

    “Noch ein kleiner Schlummertrunk, Stroh-Witwer?” Franz griente zwar wie immer, aber seine Körpersprache verriet, dass er enttäuscht war.

    “Nichts mit bussi bussi, schmatz schmatz mit Prinzessin Sita?”
    “Sie sagt, es geht ihr zu schnell”, stöhnte Franz.
    “Bevor der Frosch geküßt wird, muss er erst...” lachte Harry.
    “Halt die Klappe und komm rüber! Zieh dir ein Nachthemd an, du Sumo-Ringer, die Aircon läuft!”

    Franz hüpfte bereits über den Gang.
    Harry war ein Mann, der meistens nicht “Nein” sagen konnte, aber diesmal blieb es bei einem kleinen Bierchen.

    “Ich habe noch Wochen später lange Haare im Bad gefunden!” sagte Harry.
    Franz prostete Harry zu.
    “Viel Glück bei deinem dritten Anlauf!” wich Franz ihm aus.
    “Und falls dich deine Erinnerung im Stich läßt: Du hast mir mal vor zwei Jahren das Foto einer hübschen Thailänderin gezeigt, die nicht aus Bangkok stammte...”

    Harry verspürte überhaupt keine Lust, dieses unangenehme Thema zu vertiefen und täuschte gähnend Müdigkeit vor.
    “Ich geh dann mal in meine Koje, man sieht sich!”
    “Morgen um zehn mit Sita nach Nong Nooch!” rief ihm Franz hinterher.

    Harry wälzte sich im Bett hin und her und konnte nicht einschlafen.
    Er musste an Lily und Andy, Sita und Franz und vor allem an Pom denken, die er schon nach einem Tag mehr als alles andere vermisste.
    Harry stand auf, zog sich an und machte sich zu Fuss auf den Weg zu Duang’s Bar. Nur ein kleiner Schlummertrunk, nahm Harry sich vor, und wieder zurück...


    wird fortgesetzt...

  4. #93
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    Re: Andy, Franz und Harry

    35

    Es war Mitternacht und Harry dachte daran, dass er nach ein paar hundert Metern in eine dunkle Soi laufen musste. Auf halbem Wege stoppte ein Minibus und Harry gab als Ziel die Boomerang Bar an.

    Der Fahrer verlangte 40 Baht, ein Klacks, aber jeder Farang kiniau oder einheimische Begleiterin hätte vielleicht noch zwei Minuten gefeilscht. Die eigene Sicherheit waren Harry in diesem Moment mehr als 80 Cent wert.

    Schon beim jubelnden Empfang “Hello handsome 5exy man!” spürte Harry, dass sich seit seinem letzten Besuch, der lange zurück lag, einiges verändert hatte. Das Personal war aufgestockt und verjüngt worden.
    Die Chefin Duang stand hinter dem Tresen, gut drauf wie immer und dirigierte lachend den Laden.

    Die ehemaligen Stammgäste fehlten, stellte Harry erfreut fest: Der vierschrötige, stets betrunkene Norweger und der tätowierte Engländer, 1,90- Meter-Hünen, mit denen man lieber keinen Streit anfing.

    Duang erkannte Harry zunächst nicht. Er drängelte sich durch das Gewühl zum Tresen vor, bestellte ein Bier und erwähnte den Namen der Haarkünstlerin aus Bangkok.
    “Ah, welcome! I remember you but not your name”, lachte sie.
    “Hally? Halad?”
    Harry reckte den rechten Daumen nach oben.
    “Yes, I am!”

    Nach einem kurzen Plausch am Tresen sah Harry, dass inzwischen auf einem Sofa zwei Plätze frei geworden waren. Harry nippte am Bier, musterte die Belegschaft und erkannte nur zwei wieder. Als er ein wenig zu lange eine junge Frau auf dem gegenüber stehenden Sofa mit seinen Blicken taxierte, wies Duang sie mit einer Handbewegung an, sich neben Harry zu setzen.

    “Sawadee kaa, my name is Watsana! May I sit next to you?”
    Harry kannte sich nach nur einem Pattaya-Besuch in der Szene überhaupt nicht aus, aber es war ihm durchaus nicht unangenehm, diese junge, hübsche Frau, die er auf Mitte Zwanzig schätzte, neben sich sitzen zu haben.

    Er registrierte wohlwollend, dass Watsana nicht die Hand auf seinen Oberschenkel legte und keine überflüssigen Komplimente machte.
    Das Gespräch kam nur schwer in Gang. Harry bestellte artig einen Ladydrink und Watsana bedankte sich mit einem Wai und einem strahlenden Lächeln, das die Erinnerung an Pom verblassen ließ.

    Harry hatte das Gefühl, dass bei ihm - wie einst bei Otto dem Ostfriesen - rechts und links auf den Schultern ein Teufelchen und ein Engel platz genommen hatten.
    Der Teufel kicherte:
    “Los, trink aus und dann ab mit der süßen Maus ins Hotel...”
    Der Engel hauchte: “Wenn du so weiter machst, wirst du Pom betrügen, sie wird es erfahren und alles ist aus!”
    Der Engel hatte leider Recht.

    Was Harry hier trieb, würde morgen in Bangkok-Bangkapi die Runde machen. Die Freundin der Barbesitzerin und Pom’s Familie wohnten nur wenige Sois voneinander entfernt.

    Wie durch einen Schleier hörte Harry die Frage nach seinem Job, dem Verdienst und wo er arbeitete.
    Jede Thailänderin vom Barmädchen bis zur Versicherungschefin wollte das wissen und Harry gab geduldig Antwort.

    Watsana hielt sich die Hand vor den Mund und kicherte.
    “Why are you laughing?”
    “Nothing special, former customer from Belgium same same company like you!”

    Harry kam sich in diesem Moment vor wie Sherlock Holmes, als er schlussfolgerte:
    Ein aktueller Sponsor, der im Jahreskalender der bezaubernden Watsana stand, wohnte in Antwerpen.

    Harry wischte alle Bedenken beiseite und fasste den folgenschweren Entschluss, mit diesem zarten Wesen jetzt loszuziehen.
    Watsana war einverstanden, nahm kurz Blickkontakt mit Duang auf und verschwand dann.

    “Moment please, Hally!”
    Harry plauschte noch ein wenig mit der Chefin und wollte ein paar Hunderter Barfine über den Tresen schieben.
    Duang wehrte ab.
    “You’re not customer, you’re old friend!”

    Harry druckste noch ein wenig herum und rückte dann mit der Sprache heraus:
    “Please don’t call beauty shop in Bangkapi!”
    Duang riss verwundert die Augen auf.
    “I think finish of relationship last year? - No plomplem, I’ll keep secret if you want!”

    Harry bedankte sich herzlich bei Duang und Watsana tauchte wieder auf. Sie hatte sich umgezogen und trug jetzt statt des 5exy Minikleides ein weißes Top und eine Jeans. Sie drückte Harry einen Helm in die Hand und ließ ein Schlüsselbund um den rechten Zeigefinger kreisen.
    “We can start now!”

    Sie verabschiedeten sich von der Chefin, den anderen Mädchen und Gästen.

    Watsana schwang sich auf ein vor der Bar geparktes Motorrad und zeigte auf den Helm.
    “Thai Police at Beach Road!”
    Harry stülpte sich den Helm über und nahm zögernd auf dem Sozius Platz.

    Das letzte Mal, als er mit einem Motorrad mitgefahren war, datierte auf das Jahr 1969.
    Watsana startete, ließ den Motor aufheulen, winkte und brauste los.
    Harry schmiegte sich an den schmalen Rücken vor ihm, klammerte sich an die Hüften und begann, die neue Perspektive zu genießen...


    wird fortgesetzt...

  5. #94
    Haatyao
    Avatar von Haatyao

    Re: Andy, Franz und Harry

    :bravo: :bravo: :bravo: super geschichte macht immer wieder spaß weiter zulesen. :bravo: :bravo: freue mich jenden tag aufs neue ein paar minuten vom meinem arbeitsplatz ins schön thailand zu fliehen

    bitte weiter so

    bis dahin

    haatyao

  6. #95
    Avatar von MadMovie

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    Re: Andy, Franz und Harry

    Zitat Zitat von Haatyao",p="281121
    freue mich jeden tag aufs neue ein paar minuten vom meinem arbeitsplatz ins schöne thailand zu fliehen
    Danke! So lange es nur ein paar Minuten sind wo du an denkst, wird der Chef nichts dagegen haben!
    (geht in 90 Minuten weiter...)

  7. #96
    Avatar von MadMovie

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    Re: Andy, Franz und Harry

    36

    Watsana stoppte das Motorrad auf dem Parkplatz zwischen 7Eleven und Natural Beach Hotel.
    "Do you want to drink something, khun Watsana?”
    Die junge Frau nahm den Helm ab und musterte Harry mit großen Augen. Noch nie hatte ein Barbesucher sie so angesprochen.

    “A glass of champaigne”, sagte sie lachend.
    Harry wollte sofort in den 7Eleven stürzen.
    “I’m only joking, Hally!” rief sie ihm hinterher.

    Watsana zog den Zündschlüssel ab und lief Harry hinterher.
    Gemeinsam eilten sie an den vollgestopften Regalen vorbei. Harry zog eine Glastür auf und legte drei Bier und drei Plastikflaschen Wasser in den Einkaufskorb.

    Watsana kam mit Chips und einer Thai Instant Nudelsuppe an und Harry lächelte, denn die spannende Frage war, ob seine Begleiterin die Packung mit kochendem Wasser aufgießen oder trocken verzehren würde.

    Beim Gang durch die Lobby wurden Watsana und Harry von der diensthabenden Rezeptionistin mit einem finsteren Blick gemustert, aber sie sagte nichts.

    Die Tür zum Treppenhaus öffnete sich im ersten Anlauf, was Harry’s gute Laune nur noch steigern konnte.

    Watsana musterte das geräumige Hotelzimmer mit dem breiten Doppelbett und befand, dass der Farang preiswert aber komfortabel wohnte.

    Harry öffnete eine große Flasche Singha Bier und füllte zwei kleine Gläser.

    Während Watsana, wie Harry fast vermutet hatte, die Instant-Suppe zerbröselte und trocken verzehrte, kamen sie ins Gespräch.
    Harry erfuhr, dass Watsana nicht die jüngste Tochter, sondern die Zweitälteste war und noch drei Geschwister hatte. Sie kam auch nicht aus dem Isaan.

    “Small village north of Nakhon Sawan”, sagte sie. “My family have small market stand, not enough for all!”

    Sie tranken aus und Watsana lehnte dankend ab, als Harry nachschenken wollte. Sie verschwand im Bad.

    Harry öffnete die Tür zum Balkon, starrte auf den sternenfunkelnden Nachthimmel und die Poollandschaft des Hotels und dachte:
    “Die ist drauf und dran, Pom den Rang abzulaufen, wach endlich auf!”

    Watsana kam aus dem Bad, eingehüllt - wie konnte es anders sein - in ein blütenweißes Badetuch, und schmiegte sich an ihn.
    Unter diesen Umständen war es Harry unmöglich, in die Realität zurück zu kehren. Er war zu weit gegangen.

    Harry drückte die glimmende Zigarette aus und watschelte ins Bad. Als er heraus kam, rekelte sich Watsana verführerisch auf dem Bett.

    “I’m very tired, I want go sleep now!” Das war eigentlich nicht Harry, der das sagte, sondern der Engel, der immer noch auf der linken Schulter hockte.

    “Okay, you can sleep if you’re tired. I’m afraid of the darkness outside and I don’t want to go - may I sleep next to you?” lachte sie und Harry wischte zum dritten Mal alle Gedanken an Pom beiseite.

    “Okay, but with safety distance one meter”, lachte Harry.
    Er zog die Decke bis zur Nasenspitze und täuschte leise Schnarchgeräusche vor. Es dauerte nicht lange, da blinzelten sich beide zu und lachten sich an.

    Watsana begann, an dem langsam ergrauenden Brusthaar zu zupfen. Als ihre langen schwarzen Haarspitzen Harry’s Bauch kitzelten, gab es kein Halten mehr. Watsana hatte an alles gedacht, auch an die Schutzausrüstung...

    Als der neue Morgen erwachte, schaute Harry auf das hübsche Gesicht auf dem Kissen neben ihm und es war ihm unmöglich, alle damit verbundenen Alarme gleichzeitig zu quittieren.

    Harry schaltete alle Kontrollsysteme ab und dachte darüber nach, mit welcher Legende man dieses zarte Wesen Sita und Franz präsentieren konnte. Freundin der Haarkünstlerin aus Bangkok oder von Pom?
    Er fühlte sich gleichzeitig schäbig und glücklich. Er würde es einfach drauf ankommen lassen.

    Watsana erwachte, gab ihm einen Kuss und huschte ins Bad.
    Als sie wieder heraus kam, stockte Harry der Atem. So etwas hatte er noch nicht gesehen...


    wird fortgesetzt...

  8. #97
    big_cloud
    Avatar von big_cloud

    Re: Andy, Franz und Harry

    dat is seelische Grausamkeit! jetzt einfach ne Pause zu machen!

    der
    Lothar aus Lembeck

  9. #98
    Avatar von MadMovie

    Registriert seit
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    Re: Andy, Franz und Harry

    Zitat Zitat von big_cloud",p="281307
    dat is seelische Grausamkeit! jetzt einfach ne Pause zu machen!
    Cliffhanger, Lothar! ;-D Ich bin gedanklich bei der übernächsten Folge, wenn....
    BTW und Offtopic, bist du noch in einer Chemieanlage beschäftigt?

  10. #99
    big_cloud
    Avatar von big_cloud

    Re: Andy, Franz und Harry

    Ja klar ich arbeite immer noch auf ner Chemiebude und bin zum fuenften mal in meinem Berufsleben verkauft worden.
    Dat Dingen mit dem Spannungsbogen kenn ich zur Genuege

    mit freundlichem Gruss

    der
    Lothar aus Lembeck

  11. #100
    Haatyao
    Avatar von Haatyao

    Re: Andy, Franz und Harry

    moin moin

    also big cloud hat wirklich recht DAS IST WIRKLICH GRAUSAM jetzt einfach wieder zu unterbrechen.

    du hälst damit aber auch gut die spannung bis morgen hoch.
    hoffentlich hält harry´s spannung auch . jeden falls wenn es so weiter geht wie ich denke

    bis morgen

    haatyao

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