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Akwaaba! Abenteuer Afrika

Erstellt von MadMovie, 30.01.2016, 23:39 Uhr · 30 Antworten · 4.101 Aufrufe

  1. #11
    Avatar von MadMovie

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    Die Festung in Afrika Teil I

    Der Große Kurfürst Friedrich Wilhelm I. von Brandenburg träumte davon, mittels einer eigenen Marine dem Erzfeind Schweden in der Ostsee Paroli bieten zu können und in Friedenszeiten durch Handel so reich wie die Niederlande zu werden, wo er studiert hatte.

    Es gab nur drei Probleme: Das Geld wurde eigentlich für den Wiederaufbau des durch den 30-jährigen Krieg schwer beschädigten Landes benötigt, er hatte weder Schiffe noch geeignetes Personal und mit Pillau in Ostpreußen nur einen geeigneten Hafen.

    Die Stände in Ostfriesland lagen mit ihrer Landesherrin im Clinch, die Brandenburger übernahmen im Handstreich die Festung Greetsiel und durften fortan den Nordseehafen Emden nutzen. Die neugegründete Brandenburgisch-Afrikanische Kompanie zog ebenfalls nach Emden.
    Chef der Flotte wurde der Niederländer Benjamin Raule, der zunächst Schiffe charterte und an den Kurfürsten vermietete (später baute man eigene u. a. in Havelberg), zum Generaldirektor der Marine aufstieg und das seemännische Personal kam überwiegend aus Ostfriesland und Holland.

    Für den gewinnträchtigen Dreieckshandel Europa – Afrika – Karibik brauchte man einen Stützpunkt in Westafrika und fand ihn am Kap der drei Spitzen im heutigen Ghana.

    Die Häuptlinge der Ahanta und Nzima freuten sich über die Konkurrenz zu den geizigen Holländern und unterzeichneten gerne den Vertrag.

    Jeder Stein wurde aus Emden herbeigeschafft; den Kalk zum Bau brannte man aus Muscheln vor Ort.





    Haupthaus der brandenburgischen Festung. Sieht so gut erhalten aus, weil es saniert und einige Zeit als Guesthouse genutzt wurde.
    Das Portal und der Glockenturm sind nicht erhalten, wurden vermutlich von den Holländern um 1724 gesprengt.

    Groß Friedrichsburg wurde 1683-85 errichtet. Eine strategisch günstige Lage: Der Küstenabschnitt wurde weder von den Niederländern noch Engländern beansprucht, mit den Kanonen auf den Bastionen auf dem Hügel Manfro beherrschte man eine ganze Meeresbucht und die Brandung war hier weniger stark als an anderen Küstenabschnitten.




    Sieht aus wie der Burgfried einer mittelalterlichen Festung.
    Zusatzgefängnis für männliche Sklaven, die auf einer Rutsche nach unten gelangten und mittels großer Brandungskanus zu den Transportschiffen verbracht wurden.




    „Burgvogt“ Joseph, der die Anlage bewacht und Führungen veranstaltet – falls mal einer kommt …

    Meine fiktiven Protagonisten Aurelie und Walter erreichen nach einigen Abenteuern im Dezember 1687 die Festung in Afrika.




    Um freies Schussfeld zu haben, wurden 1683 wahrscheinlich die Bäume gefällt. Ist 332 Jahre später alles wieder zugewachsen.




    Blick von der Festung auf Princes Town – damals Poquesoe.

    Hier siedelten Ende des 17. Jahrhunderts die Nzima. Falls ihr in der Literatur Ahanta (Anta) findet, ist das falsch.
    Um diese Irrtümer auszuräumen, bin ich extra nach Ghana gereist.




    Rechte seeseitige Bastion. Die kleinkalibrigen Kanonen stammen vermutlich aus dem 18. Jahrhundert. Hinter der ersten Kanone ein Lizard, eine Echse.




    Kirche von Groß Friedrichsburg. Der kleinere Raum vor dem Altar für die Weißen, der größere Raum für die bekehrten Schwarzen.




    Wenn man Wasser haben will, muss man einen Eimer herablassen. Früher Waschplatz für die Sklaven.




    Kurfürst Friedrich III. von Brandenburg krönte sich 1701 zu Friedrich I., König von Preußen.

    Das Schild brachte vor 10 Jahren der Witzbold Hans an.




    Joseph posiert gern vor dem Schild „Preußischer Amtsvorsteher“

    Bis heute hält sich hartnäckig das Gerücht, der Hügel Manfro gehöre weiterhin der BRD als Rechtsnachfolger des Königreichs Preußen und wäre so auch im Grundbuch von Ghana verzeichnet.
    In Deutschland will man davon nichts wissen, denn die Festung wurde nach Beendigung des kolonialen Experiments 1717 an die Holländisch-Westindische Kompanie verkauft.

    Die Niederländer brauchten sieben Jahre bis zur Inbesitznahme, weil der einheimische Makler und Warlord Gyane Conney (Jan Conny) die Übergabe mit dem Hinweis verweigerte, er würde die preußische Flagge nur einem autorisierten Vertreter des Königs von Preußen übergeben.

    Dies führte in der Geschichtsschreibung des Deutschen Kaiserreiches und bei den ..... zu einer Glorifizierung der historischen Figur.

    In meinem Roman-Manuskript ist das ein Sklavenjäger und durchtriebener Bösewicht, der die einzige weiße Frau vor Ort als Sklavin an die Ashanti verkauft.




    wird fortgesetzt ...

  2.  
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  3. #12
    Avatar von MadMovie

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    Die Festung in Afrika Teil II

    Nachdem ich die Führung und die Blicke von oben genossen hatte, wollte ich natürlich auch die Fotos von unten, vom Strand, verbunden mit einem Bad im Atlantischen Ozean.



    Zuerst waren es nur sechs, die einen gestrandeten weißen Wal beäugen wollten …



    Eine weiße Frau (Aurelie), die im Ozean badet, war Anno 1687 eine Sensation, ein weißer Mann ist 2016 immerhin noch einen Auflauf wert



    Ich wurde auf Schritt und Tritt verfolgt, hatte aber meinen „Bodyguard“ Owusu dabei, während Bismarck Kojo die Feinstaubschleuder in erreichbarer Nähe parkte.





    Nur ein Fischerboot – für mich in der Historie ein Brandungskanu, welches Elfenbein, Goldstaub und Sklaven auf ein Handelsschiff bringt.

    Während der Kriegszeiten in Europa („Pfälzischer Krieg“, „Spanischer Erbfolgekrieg“) kamen hier sehr selten Schiffe aus Brandenburg-Preußen vorbei. Man handelte und versorgte sich mittels Schmugglern (Interloper).


    wird fortgesetzt ...

  4. #13
    Avatar von MadMovie

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    Akwaaba! Abenteuer Afrika

    Abschied von Groß Friedrichsburg



    Es gibt in Ghana deutlich mehr streunende Zwerg-Ziegen als streunende Hunde. Hier ein etwas größeres Exemplar, das an einer Bananenstaude knabbert und zum Haushalt der Fetisch-Priesterin gehört



    Gummi-Plantage östlich von Princes Town. Es handelt sich um Hevea brasilienses.

    Bei meinen Recherchen stieß ich darauf, dass Brandenburg eine zeitlang das Welthandelsmonopol für Gummi Arabicum besaß – dank des Kastells Arguin im heutigen Mauretanien.
    In meinem Roman-Manuskript wird Arguin 1687 von den Franzosen angegriffen (historisch verbürgt).



    Zurück über die teils abgetrocknete Piste nach Takoradi. Straßenszene: Der Benz-Transporter wurde nach seiner Dienstzeit für eine Tischlerei in der Pfalz nach Afrika verkauft …

    KoSa Resort Ampenyi Beach



    KO-SA Beach Resort

    Östlich von Takoradi liegt das Ko-Sa-Beach-Resort.
    Endlich einmal gehobener Standard – und sei es nur für einen Tag und eine Nacht – dachte ich mir.



    Meine kurzfristige Unterkunft. Ungeachtet der hoch schäumenden Wellen des Atlantiks machen hier viele Touristen aus Großbritannien, Deutschland und den USA Urlaub



    Blick auf das Restaurant. Die bieten hier sogar Cappuccino mit aufgeschäumter Milch an, der schmeckt.



    Das gilt hier in Ghana als gehobener Standard. Wenigstens musste ich hier nicht mit einer Taschenlampe zum Klo wandern, wie sonst üblich …



    Ampenyi Beach

    Auf der Terrasse schrieb ich die Szene, wie die Französin Aurelie in der Ehunli Lagune badet. Da ich mein Notebook nicht dabei hatte, altmodisch analog mit Kugelschreiber auf Papier.

    wird fortgesetzt ...

  5. #14
    Avatar von MadMovie

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    Vielen Dank für 50 Danksagungen!

  6. #15
    Avatar von hueher

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    jetzt 51 ! schöner bericht aus Westafrika...............

  7. #16
    Avatar von MadMovie

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    Zitat Zitat von hueher Beitrag anzeigen
    schöner bericht aus Westafrika...
    Danke, hueher! Freut mich, wenn es Dir und einigen anderen gefällt!
    Irgendwann geht es auch mal wieder nach Thailand - die Infrastruktur ist dort eben doch besser als in Ghana ...

  8. #17
    Avatar von pegasus

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    Zitat Zitat von MadMovie Beitrag anzeigen
    Danke, hueher! Freut mich, wenn es Dir und einigen anderen gefällt!
    Irgendwann geht es auch mal wieder nach Thailand - die Infrastruktur ist dort eben doch besser als in Ghana ...
    Die Infrastruktur in Thailand ist wesentlich besser. Ich weiß nicht, wie lange Du in Ghana warst, aber mir reichen zwei Wochen in Accra. Die Stromversorgung ist echt ein Desaster, ohne Generator geht da gar nix. Aber wenigstens ist es halbwegs sicher, man kann sich einigermaßen frei bewegen.

    Wie ist das so auf dem Land mit Preisen für Essen und Trinken ? In Accra fand ich es ziemlich teuer. Je nach Restaurant eher auf europäischem Niveau oder drüber.

    Guter Bericht, mach mal so weiter. Vielleicht bleibe ich ja dann auch noch irgendwann mal ein paar Tage länger in Ghana und schaue mir mal was an.

  9. #18
    Avatar von MadMovie

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    Zitat Zitat von pegasus Beitrag anzeigen
    Ich weiß nicht, wie lange Du in Ghana warst, aber mir reichen zwei Wochen in Accra. Die Stromversorgung ist echt ein Desaster, ohne Generator geht da gar nix... Wie ist das so auf dem Land mit Preisen für Essen und Trinken ?
    Guter Bericht, mach mal so weiter.
    Ich war nur 10 Tage da, wie erwähnt Recherche für ein Buchprojekt. In Accra City war ich gar nicht. An einem Tag wurde auch den Touristinnen abgeraten, da rein zu fahren. Kundgebungen und Massenproteste der Gewerkschaften u. a. wegen Strompreis-Erhöhungen.
    HP war im Reisepreis; in Mesomagor hatte ich eine eigene Köchin. Café in Takoradi nicht besonders teuer. Bier teurer als in D.

  10. #19
    Avatar von Maenamstefan

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    Ist das dein erstes Buchprojekt? Wir haben uns übrigends vor vielen Jahren mal beim Samuianer (Harrys Bungalows) getroffen, ist aber ewig her

  11. #20
    Avatar von MadMovie

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    Zitat Zitat von Maenamstefan Beitrag anzeigen
    Ist das dein erstes Buchprojekt?
    Nein, ich habe bereits 1997 "Traum von Tahiti" veröffentlicht; seit 2013 ein paar (....)-Erotik-E-Books. Jetzt kehre ich in "seriöses" Fahrwasser zurück und schreibe an einem historischen Roman.

    Zitat Zitat von Maenamstefan Beitrag anzeigen
    Wir haben uns übrigens vor vielen Jahren mal beim Samuianer (Harrys Bungalows) getroffen, ist aber ewig her
    Ja, das war 2005, wie die Zeit vergeht ...

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