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Akwaaba! Abenteuer Afrika

Erstellt von MadMovie, 30.01.2016, 23:39 Uhr · 30 Antworten · 4.098 Aufrufe

  1. #1
    Avatar von MadMovie

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    Akwaaba! Abenteuer Afrika

    Schneetreiben, Minusgrade, Dunkelheit. Frühmorgens fünf Uhr noch was ging es los. Vorbei die seligen Zeiten, als Förster Reisen die Transfers für ein vergleichsweise geringes Entgelt erledigte. Die machen das aus Kostengründen nicht mehr, zwei weitere Reisebüros, die ich anfragte, ebenfalls nicht, es sei denn, man zahlt Taxipreise.

    Glücklicherweise bot sich meine Nichte an, mich nach Berlin-Tegel zu bringen.

    Problemlose Anreise mit Brussels Airlines über Brüssel nach Accra. Der Klimaschock fiel geringer als erwartet aus – man ist von Thailand einiges gewohnt.

    Noch am Sonntag hatte ich mich bei Kaffee und Kuchen mit meiner jüngsten Großnichte über Reichskanzler Otto von Bismarck unterhalten.

    „Am Montag treffe ich vielleicht Bismarck“, sagte ich grinsend. Ungläubiges Staunen.

    „Der Vor-Name ist in Teilen von Westafrika gar nicht so selten!“

    Nach dem Geldtausch (Euro zu Cedi etwa 1:4) reckte ich draußen mein ausgedrucktes „Kasapa“-Schild hoch, bedrängt von Neppern, Schleppern, Bauernfängern, die es dort auch gibt. Ein schmaler Schwarzer trug ein „Kasapa“-T-Shirt.

    „Das ist mein Mann!“, dachte ich. „Whats your name?“

    „Bismarck!“ Was für ein Gag! In dem Falle hatte der Fahrer sich selbst den Spitznamen gegeben. Er heißt eigentlich Kojo (Link unten: Über uns – Kasapa-Team).

    16:40 Uhr. Accra. Schwüle Hitze, Feierabendstaus, im VW-Bus keine Klimaanlage – was ich noch zu schätzen lernte. 42 Kilometer bis zum

    KASAPA Centre: sanfter Tourismus - Reisen und Workshops in Ghana

    geleitet von Dr. Susanne Stemann-Acheampong und ihrem Mann Kofi Acheampong.

    Die Anfahrt kann im Feierabendverkehr schon mal zwei Stunden dauern.

    Der Anbieter KASAPA war der einzige, der auf Anfrage auf meine speziellen Wünsche einging.

    Sehr freundliche Aufnahme durch das Ehepaar, die ursprünglich mit Trommel-Workshops begonnen hatten und seit geraumer Zeit auch sanften Öko-Tourismus in Ghana anbieten.

    ghana03.jpg

    Mein Quartier, das ich auch während meiner mehrtägigen Abwesenheit behalten durfte.
    So musste ich bei der Rundreise weder Koffer noch Winterklamotten mitschleppen.

    ghana04.jpg
    Sanitärtrakt Kasapa Centre.

    ghana01.jpg
    Nichts mit Hängematte! Ich war ja nicht zur reinen Erholung angereist, sondern zu Recherchezwecken.

    Als ich im November 2015 die ersten Kapitel des Manuskripts mit dem Arbeitstitel „Die Festung in Afrika“ auf die Festplatte brachte, hatte ich den spontanen Einfall, einige historische Details vor Ort zu hinterfragen.

    Die Hängematten waren übrigens meist mit netten Damen belegt, alle nicht das erste Mal da, mit denen ich abends interessante Gespräche führte.

    Am nächsten Tag fuhr mich Bismarck Kojo sogar zu einer Augenklinik, weil ich im Flugzeug das rechte Glas meiner Brille verloren hatte und auch mithilfe einer freundlichen älteren Französin nicht wiederfand.

    Kostenlose Sehschärfebestimmung. Die Beschaffung des Glases scheiterte nur an der Kürze meines Aufenthaltes. Fortan lernte ich, mit dem linken Auge zu lesen …

    wird fortgesetzt mit "The Yellow Rose of Princes Town" und "Die Legende von der Ehudli Lagune" ...

  2.  
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  3. #2
    Avatar von ediundbledi

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    Sieht recht leer aus. Sind wohl schon alle auf dem Weg ins gelobte Land?

  4. #3
    Avatar von Yogi

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    Zitat Zitat von ediundbledi Beitrag anzeigen
    Sieht recht leer aus. Sind wohl schon alle auf dem Weg ins gelobte Land?
    Alle nach Israel

  5. #4
    Avatar von MadMovie

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    Zitat Zitat von Yogi Beitrag anzeigen
    Alle nach Israel
    Die in Tel Aviv auf den Parkbänken sitzen kommen zumeist aus dem Sudan ...

  6. #5
    Avatar von pegasus

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    Ich war die letzten zwei Wochen in Accra. Naja, man kann es aushalten, aber toll ist es nicht. Vor meinem Hotel sah es so aus:

    P_20160124_172318.jpgP_20160124_172320.jpg

    Wenn schon Afrika, dann würde ich ein touristisch besser erschlossenes Land wählen. Wie z.B. Kenya, Tanzania, Namibia oder für den Afrika Anfänger am besten Südafrika.

  7. #6
    Avatar von MadMovie

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    Zitat Zitat von pegasus Beitrag anzeigen
    Ich war die letzten zwei Wochen in Accra.
    Wenn schon Afrika, dann würde ich ein touristisch besser erschlossenes Land wählen.
    @ Pegasus: Ich war zu Recherchezwecken da, um Details eines historischen Romans zu hinterfragen. Der Aufwand hat sich gelohnt, muss jetzt einiges umschreiben. Es gibt einige interessante Ecken; für einen Badeurlaub weniger zu empfehlen.

  8. #7
    Avatar von alder

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    Interessant - bitte mehr davon.

    Wenn man mal vom Maghreb absieht, war ich nie in Afrika. Südafrika würde mich aber durchaus für eine Reise interessieren.

    Meine Mutter war sehr häufig in Südafrika und Namibia zur Zeit der Apartheid um für ihre Firma bei Vertragsverhandlungen zu dolmetschen.

    Sie fand es furchtbar, bis auf die wunderschöne Natur. Ihr taten die schwarzen Angestellten leid, die häufig so exotische Vornamen wie "Fritz" und "Erna" hatten, jedenfalls in Namibia.

  9. #8
    Avatar von xxeo

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    Wenn die Kriminalität nicht so wüst wäre in Südafrika, würde ich da auch mal hin, Garden Route und so.

  10. #9
    Avatar von MadMovie

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    Am Mittwoch, den 20. Januar, ging es auf die Piste. Am Steuer Bismarck Kojo und mit im Wagen Tour-Guide Owusu. Den Namen konnte ich mir nur merken, in dem ich ihn wie den griechischen Digestif Ouzo aussprach. Aber ich sollte Owusu noch zu schätzen lernen …



    „Not the conviniest position for an animal“, sagte ich zu Bismarck.

    Nach einem Zwischenstopp in Takoradi und einem Snack in einem Café begann erst das eigentliche „Abenteuer Afrika“.
    Die letzten 18 Kilometer bis Princes Town hatten es in sich.

    Kofi hatte sich erkundigt, ob man da überhaupt hinfahren kann – zu recht …



    Der heikelste Streckenabschnitt in der Trockenzeit!

    Mitten in der Regenzeit kann man auch nach Princes Town gelangen, falls man ein Amphibienfahrzeug oder einen Hubschrauber sein Eigen nennt.
    Beim Einkauf in Takoradi Salz und Mehl vergessen? Im Juli möglicherweise ein Problem.

    Das Guesthouse in Princes Town geschlossen! Was nun?
    Owusu telefoniert – zwei Grundstücke weiter dann die faustdicke Überraschung …



    Bei „The Yellow Rose of …“ denkt man zuerst an Texas und nicht unbedingt an Ghana.

    Die Lodge heißt so, weil die Berliner Renate und Hartmut früher einmal Country-Festivals in Brandenburg organisiert haben. Sie leben jetzt seit 23 Jahren hier in dieser gepflegten Anlage.

    Yellow Rose of Princess Town

    Weil das Guesthouse wie erwähnt schließen musste (Eigenbedarf des mit involvierten Afrikaners) betreiben sie ein Restaurant und können im Moment leider nur 1-2 Gäste aufnehmen.



    Meine Unterkunft für drei Nächte – von mir zärtlich „Pförtnerhäuschen“ getauft.
    Man braucht keinen Wecker – das erledigen die Kinder am nahe gelegenen Brunnen …

    Herzliche Berliner Gastfreundschaft fast wie in Familie, Essen wie bei Muttern.



    Wenn Renate ruft, kommen auch die Affen aus dem nahe gelegenen Urwald. Ich hatte nur die zehn Jahre alte Sony Cybershot dabei. Manch ein Tourist reist mit richtig teurem Foto-Equipment an.



    Duschkabine – fast wie im Isaan von Thailand – nur sind dort die Vorratsbehälter größer dimensioniert.

    wird fortgesetzt mit "Die Legende von der Ehudli Lagune" ...

  11. #10
    Avatar von MadMovie

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    Die Legende von der Ehunli Lagune



    Vor langer Zeit wollte ein Krieger der Ahanta einen vom Stamm der Nzima umbringen. Er ging in den Wald, beschwor das Wasser in der mitgeführten Kalebasse, es solle den Mann töten, der es trinkt.
    Um die schwarze Magie wirken zu lassen, ging er weg. Als der Krieger wiederkam, war das Gefäß zerbrochen, das Wasser bewegte sich im Kreis und es bildete sich ein kleiner See, der schnell größer wurde.

    Der Geist, der dem Wasser innewohnte, sagte: „Es herrsche Frieden zwischen den Ahanta und Nzima! Friede allen Geschöpfen in und neben der Lagune!“

    Seither leben Ahanta und Nzima in Eintracht, weshalb viele glauben, es handele sich um einen Stamm.

    Renate machte mich mit der Fetisch-Priesterin des Ehunli-Kultes bekannt, Owusu übersetzte aus dem Akan ins Englische.



    Die Fetisch-Priesterin kocht einmal im Monat für Ehunli und stellt das Essen auf dem Grundstück des Ehepaares Schlagenhof an das Ufer.
    Alle fünf Jahre wird ein Durchlass geöffnet, damit frisches Meerwasser und Fische in die Lagune gelangen.
    Dazu braucht man die Zustimmung von Ehunli und dem Meeresgott und jemand, der die Verbindung herstellt.



    Renate sagte, man kann dort sehr gut baden, nur donnerstags nicht und wenn ein Toter in Princes Town aufgebahrt ist.

    „Keine Sorge, die Krokodile beißen nicht – alles Ehunlis Geschöpfe!“

    Ich traute mich dann Freitagmorgen um sieben Uhr tatsächlich rein, schielte auf die Mangroven und vertraute darauf, dass die Krokodile gut gefrühstückt hatten. Es war keines zu sehen …

    Ich war mir nicht ganz sicher, ob die Krokodile auch wissen, dass sie nicht beißen dürfen, ließ mich eine Weile im flachen Wasser treiben und hüpfte alsbald wieder an Land.

    Die Mangroven geben Wirkstoffe ab, welche dem Körper und der Haut gut tun – vielleicht hat es etwas geholfen …


    wird fortgesetzt ...

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