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Adolf in Thailand

Erstellt von waldi, 29.11.2003, 13:28 Uhr · 399 Antworten · 49.597 Aufrufe

  1. #71
    Avatar von Sonax

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    Re: Adolf in Thailand

    :bravo: :bravo: : wirklich gute Story!!!
    Der Adolf kann einem fast leid tun,wie er so von einem Fettnäpfchen ins andere tritt... Aber solche Typen trifft man immer wieder,meinen sie haben die ganze Welt gesehen und wollen alles besser wissen.
    Waldi lass deinen "Phuket-Helden" noch ne weile weiter in seinen Träumen leben

  2.  
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  3. #72
    waldi
    Avatar von waldi

    Re: Adolf in Thailand


    Teil 13:

    Nachdem sie gefrühstückt hatten, Adolf gönnte sich ein American Breakfast, Lexy aß eine sehr scharfe Reissuppe, fuhren sie in das Appartement von Lexy und Dom. Sie wollte sich umziehen, weil Adolf heute mir ihr eine Mopedtour in die nördliche Richtung der Insel Phuket machen wollte.

    Dom und Jordy schliefen noch, Adolf wartete vor dem Haus.

    Es war so gegen 10.00 Uhr als sie mit Adolfs gemieteter HONDA Dream aufbrachen.

    Adolf hatte gelernt und sich heute extra sein Gesicht und seine ungeschützten Gliedmaßen mit NIVEA Sonnencreme eingeschmiert. Seinen Helm hatte er sowieso, seitdem ihn die Polizei erwischt hatte, immer auf.

    Sie fuhren die Rat-U-Thit Road bis zum Ende durch, dann bogen sie links zu der Beach Road ab. Am Strand fuhr Adolf rechts Richtung Kalama Bay. Sie passierten hier im nördlichen Bereich von Patong einige Luxushotels, wie das NOVOTEL Phuket Resort oder das Diamond Cliff. Den Kalim Beach ignorierten sie, weil der nun wirklich nichts besonderes ist. Bei Ebbe ist er sogar richtig hässlich.

    Diese Strecke ist für Phuket Verhältnisse relativ wenig befahren, und wunderschön. Sie schlängelt sich bis zum Surin Beach immer wieder am Andamen Meer entlang. Durch die üppige Vegetation und den leichten Bergen kann man hier sehr schöne Fotos von den feinen, weißen Sandstränden machen. Bevor sie den Kamala Beach erreichten ging es jetzt erst mal so richtig steil nach oben. Das diese Straße erst vor ein paar Jahren gebaut wurde, wusste Adolf nicht. Trotzdem hatte er irgendwie eine Eingebung, als er kurz vorm höchsten Punkt rechts auf die alte Straße abbog. Diese noch viel steilere, enge Straße hatte vor einigen Jahren noch sehr, sehr viele Touristen abgehalten, dahin zu fahren. Damals hatte man manche Strände noch wirklich fast für sich alleine, aber diese Zeiten sind schon lange vorbei und Geschichte.

    Gerade mal so, im ersten Gang, schaffte die alte HONDA den Aufstieg mit Adolf und Lexy. Runter ging’s noch steiler, Adolf hatte ein wenig Probleme, die HONDA sicher, durch den vielen Split auf der Straße, zu lenken. Einmal blieb er kurz stehen, um ein Foto vom Kamala Beach zu machen. Man hat hier einen sehr schönen Ausblick auf die Bucht, und auch auf die kleinen Häuser, die sich dicht in den schon sehr wilden Dschungel gefressen haben. Hier ist die Bevölkerung schon sehr moslemisch ausgeprägt und auch viele der zugezogenen Farangs haben hier auch etliche Probleme mit den Einheimischen, oder besser ausgedrückt, die Einheimischen mit den stationierten Farangs.

    Nachdem Adolf am Strand von Kamala einen kurzen Stopp eingelegt hatte, fuhren sie weiter und erreichten eine Art Disneyland der thailändischen Art, das Phuket Fantasea. Diese, im Jahre 1998 fertig gestellte Anlage beherbergt einen kleinen Fantasiepark, der aber hauptsächlich nur die Einkaufsgelüste der Touristen befriedigen soll. Angeschlossen ist ein sehr großes Restaurant mit einen sehr großen Büfett, das man mit der Eintrittskarte kaufen kann, ist aber nicht unbedingt empfehlenswert. Die Hauptattraktion ist die täglich stattfindende Show, die ist unbestritten sehenswert, und hält internationalen Vergleichen stand.

    Hier haben die Thai Chinesen, die dieses Projekt, mit ihren, in ganz Asien verstreuten, chinesischen Investoren erbaut haben, an nichts gespart. Zeitweise sind bis zu 25 Elefanten mit mehr als 100 Darstellern auf der riesigen Bühne, die sich auch durch die vorderen Zuschauer Reihen zieht. Eine absolut gelungene Präsentation, im Stile Las Vegas, entführt die Besucher in eine Zeitreise der thailändischen Geschichte, mit Schwerpunkt auf Phuket gerichtet. Ein jeder Besucher, der sich etwas mit der Geschichte der Thais auf Phuket beschäftigt hat, wird sofort einen Leitfaden durch den Abend finden. Absolut gelungen, - doch Adolf interessierte so was nicht! Schade!

    Wieder ging’s bergaufwärts und Adolf sah ein Schild mit der Aufschrift Leam Sing Beach. Dieser Beach war vor Jahren noch der absolute Geheimtipp unter Back Packers, aber vermutlich musste Michael Schuhmacher vor ein paar Jahren diesen Strand mal bei einen Formel Eins Rennen in Italien erwähnt haben. Nur so kann man sich jetzt die Massen von italienischen Tifosi Verschnitten an diesen Strand, in der Neuzeit, erklären. Adolf fuhr ohne anzuhalten weiter, außerdem lohnt sich der steile Abstieg sicher nicht, um Spaghetti Bolognese zu essen.

    In der nächsten Kurve sah Adolf und Lexy schon den sehr schönen und feinen Sandstrand des Surin Beaches. Dieser Strand war und ist immer noch einer der schönsten auf Phuket, doch hat auch hier der Ausbau der Straße seine Spuren hinterlassen. Es ist auch hier alles in moslemischer Hand, aber durch den Massentourismus haben sich die Einheimischen schon, an die manchmal, sehr ausschweifenden Touristen gewöhnt.
    Aufs Wasser gesehen, liegt ganz links das Restaurant von Mama, eine sehr dicke Thai, die ein Essen zaubern kann, das man nie vergisst. Sie und ihr Mann haben 1995 mit einen Wok, thailändischen Speisen und einer zusammen geschusterten Bretterbude aus Wellblech angefangen. Inzwischen liegt ein schnelles Sportboot in der Bucht, mehrere Wasser Skooter gehören der Familie und das neu renovierte Haus wird auch mit einen neuen Pick Up geschmückt. Es sei ihnen sehr vergönnt, diese Leute hatten wirklich sehr hart in der Vergangenheit gearbeitet.

    Adolf und Lexy machten kurz Rast, tranken ein Soda und einen frisch gepressten Orangensaft.

    Den sehr versteckten Pansea Beach fanden sie nicht, dazu hätten sie eine sehr versteckte Straße entlang fahren müssen. Sie erreichten den nächsten Ort, der ausschließlich von Moslems bewohnt wird, überall sieht man auch Moscheen. Touristen findet man hier fast keine, die Einheimischen wollen keine Barcenter oder andere Vergnügungsstätten in ihren Ort, warum auch nicht?

    Es kam eine Kreuzung und Adolf bog Richtung Bang Tao Beach ab. Dieser Strand, im unteren Bereich, wird von den Normalo Touristen sicher nie erobert werden. Dafür sorgen die ausschließlich Luxushotels schon. Normaltouristen werden hier durch Preise, die den Vergleich von Waikiki in Honolulu standhalten, in gehörigen Abstand und Respekt gehalten. Das gesamte Gelände erreicht man auch nur, wenn man da wohnt, für Normalos endet es an der Schranke des hier sehr, sehr aufmerksamen Wachdienst. Trotzdem konnte Adolf und Lexy einen kleinen Einblick erhaschen, weil die Zufahrt zu Hilton, Sheraton und Co. schon eine absolute Schau ist. So stellt man sich einen gepflegten Garten Eden vor. Sie wurden auch Zeuge wie eine 600er S Klasse Limousine aus Stuttgart mit jeweils 2 Polizeiautos, vorne und hinten, eskortiert wurde.

    Adolf geriet etwas ins Schwärmen, er wusste ja auch nicht, das man solch Polizeischutz jederzeit und von jedermann, und nicht mal so teuer, bei der Polizei ordern kann. Schon blöd, das er als Alleswisser doch nicht alles wusste, aber das wusste er ja auch nicht.

    Weiter ging’s, Adolf hatte heute noch einiges vor.


    - Hang on, Guys -

  4. #73
    waldi
    Avatar von waldi

    Re: Adolf in Thailand



    Teil 14:


    Über eine Serpentinen Strasse durch ein kleines Gebirge erreichten sie durch Zufall einen Ausleger des Nai Thon Beach, manchmal hatte Adolf einen richtig guten Riecher, hier waren Null Touristen. Lexy war auch sehr verwundert, konnte sie sich, obwohl sie schon seit einigen Jahren auf Phuket anschaffte, auch nicht an diesen Ort erinnern, obwohl das auch nichts besonderes war.
    Thais rechnen Entfernungen, wie lange ein Bus fährt. Das heißt, Bangkok ist zum Beispiel, in Kilometern gerechnet 14 Stunden für sie, usw. und die meisten kennen zwar das Nachbardorf, aber alles andere ist mit einer Reise zum Mond gleichzusetzen.

    Sie fuhren weiter, doch Adolf wurde es jetzt schon ein wenig mulmig zumute, da hier nur mehr ganz verschlafene Dörfchen kamen. Bis zum Nai Yang Beach, der längste und der sogenannte Flughafenstrand, hielt er noch durch. Dieser Strand ist touristisch überhaupt nicht, oder ganz wenig erschlossen und das gesamte Strandumfeld gehört zwei der einflussreichsten Familien auf Phuket. Danach käme noch der Mai Kao Beach, aber außer ein paar thailändische Strandrestaurants konnte man da, auch nichts finden.

    Irgendwie schaffte es Adolf auf den Highway 402, der mal, wenn er fertig ist, bis Bangkok gehen sollte, zurück. Er fuhr jetzt wieder Richtung Phuket Town. Bei diesen komischen Monument, das die Autobahn durch einen Kreisverkehr trennte, blieb er stehen.

    Er fotografierte Lexy davor, ohne zu wissen, welch wichtige Bedeutung dieses Monument für die Phuket Thais hat. Diese beiden Heldinnen am Sockel, die übrigens Chan und Mook hießen, hatten vor über 200 Jahren, im Jahre 1785, eine sehr clevere Idee. Die Burmesen meinten, so mal ganz schnell über das damals noch nicht so wohlhabende Phuket, einfach darüber zu ziehen. Chan war die Witwe des kürzlich verstorbenen Stadthalters und übernahm geistesgegenwärtig mit ihrer Schwester das Kommando, und trickste die bösen Jungs aus Burma aus, indem sie alle Frauen als Männer in abschreckende Kriegskleidung verkleidete, und an die damals noch vorhandenen Stadtwällen positionierte.

    Die Burmesen checkten diesen Trick nicht, dachten sie doch, das da eine Großstreitmacht entgegenstand, und sie verloren den ersten leichten Angriff und zogen dann wieder mit etwas verstörten und verwirrten Gedanken, und vermutlich sehr beleidigt, aus Phuket ab. 40 Jahre später, Burmesen sind im Denken auch nicht die Schnellsten, versuchten sie es noch mal, und hatten Erfolg. Wieder 20 Jahre später schmiss König Rama III dann die Burmesen entgültig raus, und entdeckte große Zinnvorkommen auf Phuket. Ab diesen Zeitpunkt ging es aufwärts, die schlauen Chinesen rochen diesen Braten sehr schnell und wanderten ein. Nach kurzer Zeit hatten sie wirtschaftlich das absolute Sagen und das bis zur heutigen Stunde, in der sie, geehrter Leser, diese kleine Geschichte lesen. Wozu Adolf überall herhalten muss? Schon Seltsam!

    Lexy war inzwischen schon sehr müde und zog deswegen eine etwas lange Schnute. Adolf interessierte dies aber nicht im Geringsten, er wollte noch in das westlich gelegene Affenrehabilitationszentrum, an einen Wasserfall positioniert, doch er hatte Lexy unterschätzt.

    Mit einen gekonnt angesetzten Griff in Adolfs Weichteile überzeugte sie ihn, das sie jetzt schnellstens ins Guesthouse will.

    Adolf konnte sich dieser etwas unkonventionellen Aufforderung in keinster Weise verwehren, so fuhren sie Richtung Patong Beach.

    An der nächsten Abzweigung, in der Nähe des Dulwich International College, in dem die zukünftigen Macher auf Phuket, die Schulbank drücken, bogen sie rechts ab. Das hier, die beiden Söhne des seltsamen Schweizer, den Adolf als etwas heruntergekommen Expat in Erinnerung hatte, in die Schule gingen, konnte er nicht wissen, und das dieser heruntergekommene Expat eine viertel Million Baht dafür im Jahr abdrückte, würde ihm auch niemals in den Sinn kommen.

    Kurz vorm LOTUS Markt war Adolf jetzt, trotz Massage der Weichteile von Lexy, sehr standhaft und wollte keinen Halt, zwecks Goldsouvenirerwerb ihrerseits, einlegen. Plötzlich ließ die angenehme Massage auch nach... Na ja, sie hatte ja gesagt, das sie sehr müde ist.

    Sie erreichten den Kathu District, und an der nächsten Kreuzung mit Ampel bog Adolf jetzt etwas boshaft rechts ab. Lexy merkte dies natürlich nicht.

    Sie kamen in einen kleinen Ort und Adolf sah das erste mal einen richtigen, chinesischen Tempel mit einflößenden chinesischen Schriftzeichen und allerlei Drachen. Er konnte nicht anders, und so stoppte er davor und machte viele Fotos von diesen so fremden Tempel, den er noch nie, in so einer Art, gesehen hatte. Lexy interessierte die kleine Fressbude mehr. Zum Trotz trank sie jetzt ihr erstes Bier heute. Adolf wollte sich etwas zurückhalten und blieb beim Soda.

    Sie fuhren dann wieder weiter und Adolf entsinnte sich, mal was von einen Kathu Wasserfall gelesen zu haben. Er stieß mit der Nase direkt auf ein großes Schild, das ihm den Weg zeigte.

    Er nahm natürlich die Abzweigung und fuhr die kleine Straße entlang. Überall sah er diese komischen, becherartigen Teile an den Bäumen hängen, aber er dachte sich, das ist sicher wieder so ein Spleen der Thais, und was religiöses. Auf die Idee, das dies Auffangbehälter für das sehr weit verbreitete Kautschuk auf Phuket ist, kam er nicht. Er hatte mal was aufgeschnappt, das die Thais aus religiösen Gründen, Bäume auch mit allen möglichen Fetzen behängen.

    Sie erreichten einen größeren Platz, auf dem alles mögliche Zeugs, wie auf einer Kirmes rumstand, mit Piratenboot, so eine große Schaukel. Da wurde Lexy wieder wach, aber die Anlagen waren nicht in Betrieb. Dahinter sah er eine ovalförmige Wasserskianlage, aber dazu hatte er wirklich keine Lust.

    Endlich erreichten sie den Aufstieg zum Kathu Wasserfall, aber dazu hatte nun Lexy keine Lust.

    Das dieser Wasserfall eh nur in der regenreichen Zeit eine Attraktion ist, wusste Adolf nicht. Somit verpasste er auch nichts großartiges.

    Lexy wurde jetzt richtig ungemütlich und mürrisch, so ließ sich Adolf jetzt breitschlagen, endlich nach Patong zu fahren.

    Sie fuhren den steilen Berg vor Patong Beach rauf, und an der höchsten Stelle beteiligte sich Adolf lautstark an den großen Hubkonzert, wie alle Verkehrsteilnehmer. Er war sich sicher, das machen die Jungs, weil sie über eine Kuppe fuhren, und um damit den Gegenverkehr zu warnen.

    Leider glaubte dies aber auch nur der Adolf und viele andere Touristen, die gerade in den unzähligen Minibussen, vom Airport, saßen. Das Hubkonzert hatte eine ganz andere Ursache, an diesen Platz ist ein Tempel, und die Thais hupten, weil sie sich davon Glück erhoffen. Genauso hupen sie an vielen Plätzen, wo viele ausrangierte Geisterhäuschen am Straßenrand rumliegen.

    Die steile Abfahrt erledigte Adolf mit Bravour und nach einiger Zeit erreichten sie das Gästehaus.


    - Hang on, Guys -



  5. #74
    waldi
    Avatar von waldi

    Re: Adolf in Thailand

    Teil 15:


    Wütend warf sie das Foto auf den Boden, und trampelte mit den Füßen darauf rum!

    Danach hob sie es wieder auf, und zerriss es in tausend kleine Teile. Auch alle anderen Fotos blieben nicht verschont, sogar die Bilder mit ihr, zeriss sie wie eine Voodoo Hexe in Trance.

    Adolf wurde bei seinen wichtigen Meeting auf der Schüssel nun hellhörig, spülte, und kam aus dem Bad. Natürlich schloss er die Tür hinter sich sofort, weil er wusste, das diese Düfte nicht unbedingt angenehm sind.

    „What is los?“ fragte er Lexy. „You ....... ......., you cheat me with this Garri!” schrie sie Adolf laut an. Adolf verstand nur Bahnhof, wollte sie besänftigen, indem er sie in den Arm nehmen wollte. Sie schob ihn weg wie einen dummen, kleinen Buben, ging zur Minibar und machte sich ein Heinecken mit dem Feuerzeug auf. Danach nahm sie einen kräftigen Schluck aus der Pulle.

    Adolf war nun wieder mal stark überfordert und wusste überhaupt nicht, was los ist. Er schaute auf den Boden und sah im ganzen Zimmer die zerrissenen Fotos verstreut. „What ist the problem?“ versuchte er es nochmal. Lexy sah ihn sehr wütend an, und sagte zu ihm: „Gimme my Money! Now!“

    „What money, what is the problem?“ wiederholte er sich. “Gimme 4.000 Baht for the last two days now, or I go police and after they send you to monkey house!” war ihre Antwort.

    Adolf verstand diesen Satz, vor allen, monkey house, genau, aber er war sich keinerlei Schuld bewusst. Er hatte ja auch keine!

    Er versuchte noch mal, die 22jährige zu beruhigen, aber sie dankte es ihm mit einen höhnischen Lachen und gleichzeitig nahm sie die Flasche Heinecken, leerte sie auf dem Balkon aus, und nahm eine drohende Gebärdenstellung mit der Flasche in der rechten Hand, ein.

    Adolf war sich nun schlagartig dem Ernst der Situation bewusst, und kramte in seiner Geldbörse. Er zog den gesamten Inhalt, 3.700 Baht, heraus. Lexy sah das Geld, riss ihm alles aus der Hand, und zog, ohne ein weiteres Wort zu verlieren, einfach ab. Hinter sich ließ sie die Tür sehr laut ins Schloss fallen!

    Adolf musste sich erst mal setzen und war sehr stark geschockt!

    „Was war das denn jetzt? Was habe ich getan?“ Er verstand überhaupt nichts!

    Als er sich wieder gefasst hatte, sammelte er die ganzen Schnipsel am Boden ein. Kein einziges Bild von den 36 Aufnahmen war heile. Er versuchte noch das eine oder andere Bild zusammenzusetzen, aber es war vergebliche Liebesmüh. Warum zum Teufel hat sie das getan? Haben die im Foto Laden, zu dem er sie, vor einer halben Stunde, geschickt hatte, seinen Film verwechselt? Er war jetzt sehr verwirrt und wusste überhaupt nicht, was der ganze Auftritt zu bedeuten hatte.

    Er war sehr traurig und niedergeschlagen! Auch er, öffnete sich jetzt, ein Bier, aber mit dem, auf den Kühlschrank liegenden, Flaschenöffner. Das Bier war seine erste Nahrung heute, war es doch erst 11.00 Uhr morgens. Still und sehr wehmütig erinnerte er sich noch an die letzte Nacht, die für ihn wieder wunderschön war. Nachdem er noch ein Bier getrunken hatte, die Minibar war jetzt leer, setzte er sich auf seine HONDA und fuhr zur Thai Military Bank. Dort zog er wieder 10.000 Baht vom Automaten. Er war jetzt 10 Tage hier und sein veranschlagtes Budget war schon weit überschritten.

    Danach bemerkte er seine leichte Schräglage, und beschloss nun doch, erst mal was zu essen.

    Aus lauter Frust fuhr er wieder zum Mc Donald’s in der Beach Road. Er stellte sein Moped ab und plötzlich war so eine kleine Thai, in irgendeiner Fantasie Uniform da, und wollte Geld von ihm. Adolf wusste seit seinen Polizeistation Aufenthalt sehr genau, wie Polizisten aussahen. „Lass mich in Ruhe! Du dumme Pute“, beschimpfte er die Parkwächterin, die 2 (!!!) Baht kassieren wollte. Diese Parkwächter wurden erst vor ein paar Jahren in Patong Beach offiziell von der Stadtregierung (Patong hat seit einiger Zeit den „Stadt“ Status – der Autor) eingeführt, um wenigstens ein wenig Herr, über die wild parkenden Mopeds, zu werden.

    Ohne weitere Worte verschwand Adolf im Mc Donald’s und bestellte sich ein Mc Rib Menü mit einer extra Portion Pommes. Danach verzog er sich in die hinterste Ecke und verschlang frustriert seinen Burger. Nach einer viertel Stunde ging er wieder auf den Parkplatz zu und war erleichtert, das diese seltsame Bettlerin mit ihren dämlichen Abzeichen verschwunden war.

    Er setzte sich auf sein Moped und startete.

    Da sah er, das sein Vorderreifen platt war. „Auch das noch!“ schimpfte er, wie ein Rohrspatz, vor sich her. Noch mehr frustriert schob er nun seine HONDA Dream Richtung Bangla Road, da hier am Strand nirgendwo eine Moped Werkstätte war. Es war nun Mittagszeit und die Sonne brannte mit voller Kraft vom Himmel. Adolf schwitzte fürchterlich.

    Das die Parkwächterin und einige Thais, die 100m entfernt unter einen Sonnenschirm saßen, eine Menge Sanuk hatten, registrierte Adolf nicht.

    Die Bars in der Bangla Road, an der rechten Seite, hatten schon geöffnet und einige „Frühaufsteher“, die sich die ersten Singhas gönnten, lachten auch recht dreckig über den verschwitzten Beamten aus Mönchen Gladbach, der sehr langsam sein Moped vorbeischob. Plötzlich eine rief eine Stimme aus einer Bar: „Adolf, what the hell are you doing here?“ Adolf erkannte, das jemand seinen Namen rief und drehte sich um.

    Er erkannte Mortimer und Charles, die an einer Bar saßen. Adolf parkte sein defektes Moped am Straßenrand und kehrte in die Bar ein. „Where is Lexy?” fragte Mortimer. Adolf versuchte das heute Morgen Erlebte, den beiden Engländern zu erklären, aber er scheiterte kläglich an seinen schlechten Englischkenntnissen.

    „Kann ich dir helfen?“ sagte plötzlich eine Stimme in Deutsch am Nebentisch. Adolf drehte sich um und sah einen etwa 50jährigen Farang. „Oh ja, bist du Deutscher?“ „Nein, ich bin Österreicher und lebe hier, was willst du den beiden Inselaffen denn erklären?“ „Ich hatte heute Morgen ein seltsames Erlebnis mit meiner Freundin, die beiden kennen sie auch“. Adolf erzählte die Geschichte in der Kurzform dem Österreicher, so das dieser erst mal etwas lachen musste.

    Charles und Mortimer hörten auch gespannt zu, aber sie verstanden kein Deutsch. Der österreichische Expat hieß Pepperl und kam gebbürtig aus dem Burgenland. Er sprach aber astreines Englisch mit australischen Dialekt und übersetzte Adolfs Geschichte den beiden Engländern. Diese waren sehr überrascht und konnten das Verhalten von Lexy auch nicht nachvollziehen.

    Pepperl fragte Adolf, ob er wissen will, warum sie das getan hätte? Gleichzeitig übersetzte er jetzt synchron das Gespräch ins Englische.

    „Ja, und ob!!!“ sprudelte es aufgeregt aus Adolf heraus.

    „Yeah, I ´m curious too“, bemerkte auch Mortimer mit fragenden Augen.


    - Hang on, Guys -



  6. #75
    Avatar von lacher

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    213

    Re: Adolf in Thailand

    Hallo Waldi

    wie schon oft erwähnt Super Storry :bravo: :bravo: :bravo:
    aber irgend etwas fehlt mir zwichen 14 und 15

    Hast Du vieleicht ein Teil vergessen zu Posten :???:

    Hab nur den Anfang gelesen da ich eine solche tolle Geschichte ohne Lücken geniesen möchte.


    Servus
    Lacher

  7. #76
    mrhuber
    Avatar von mrhuber

    Re: Adolf in Thailand

    Ne, da sind keine Lücken, einfach ein neues Kapitel.
    Und immer wieder den Schluß so geschickt gelegt, daß es einfach spannend bleiben muß -

    Der Adolf hatte auf seinem Film wohl noch einige Fotos von zu Hause mit drauf, wahrscheinlich mit einer Beamtenkollegin abgelichtet

    oder so ähnlich

    Bis zum nächsten Kapitel Kompliment, Waldi!
    Karlheinz

  8. #77
    waldi
    Avatar von waldi

    Re: Adolf in Thailand

    Teil 16:


    Pepperl, der Burgenländer, schaute in die illustre Runde, und sein Gehirn arbeitete, unmerkbar für die drei Touristen, auf Hochtouren.

    „Sehr gut, der Anfang ist geschafft, dieser deutsche Komiker, der sein Moped bei 36 Grad im Schatten durch die Gegend schiebt, scheint ein geeignetes Opfer zu sein, die beiden Engländer sind zu jung, außerdem scheinen sie von der anderen Seite des Ufer zu sein. Was mach ich jetzt bloß mit diesem Deutschen, na ja, mal sehen, die Kindertanten Story hatte ich schon lange nicht mehr“, dachte er sich.

    „Weißt du, Adolf, du heißt doch Adolf, ja?“ „Ja, ja“, schnaubte Adolf jetzt immer unruhiger werdend.

    „Ich denke, deine Lexy wird wegen der Fotos so aufgebracht gewesen sein. Was hast du da alles fotografiert mit diesem Film?“
    „Eigentlich nur Lexy und die schöne Landschaft“, antwortete Adolf. „Sonst nix?“ fragte Pepperl.
    „Ja, doch, könnte sein, das ein paar Fotos von einer meiner Nächte in der Soi Eric mit drauf sind.“

    Darauf hatte Pepperl gewartet, jetzt hatte er einen Anhaltspunkt, wo er ansetzen konnte. Er wusste nicht im Entferntesten, warum Lexy so reagiert hatte und es interessierte ihn auch nicht im Geringsten, aber es war ein guter Anfang, um mit Adolf ins Gespräch zu kommen und auf sich aufmerksam zu machen.

    „Hast du die Fotos auch gesehen, und hast du die Negative noch?“ fragte Pepperl. „Nein, alles kaputt, Lexy hat alles zerstört“, antwortete Adolf wahrheitsgemäß und merkte nicht, das Pepperl ihn ausfragte und jede noch so kleine Information in seinen Hirn speicherte.

    Pepperl hatte ganz schön zu tun, weil er synchron das Gespräch auch den beiden Britten übersetzte, zumindest das, was er für notwendig und richtig bzw. wichtig in seiner Strategie empfand.

    „Du als alter Thaihase weißt doch, das die Thai Mädchen sehr eifersüchtig sind, oder?“ schmeichelte er Adolf. „Na klar, ich bin doch schon lange im Geschäft, mir macht so schnell keine mehr was vor“, antwortete Adolf und klopfte sich selbst, im Geiste, auf die Schulter. Pepperl wusste ganz genau, das er ihm nur genug Honig um den Mund schmieren muss, - das klappt immer, er hatte sich das von den Bar Mädchen in all den Jahren abgeschaut und bis zur Perfektion kopiert und weiter verfeinert. Vor allen durch seine fundierten Sprachkenntnisse war er den Bar Mädchen sogar einen Schritt voraus.

    „Ich denke, du wirst es ganz schön gekracht haben lassen, in den Barstraßen, oder?“ Pepperl schaute Adolf tief und bestimmt in die Augen, und testete mit dieser Geste sein Gegenüber noch mal, obwohl er eigentlich die Reaktion schon vorher wusste.

    „Sicher, du weißt doch, das ich hier bin, um die Weiber reihenmassig flachzulegen“, antwortete Adolf gekünstelt, und schaute während der Antwort auf die Seite.

    Pepperl, der die Körpersprache ganz bewusst von seinen Gesprächspartnern, oder überhaupt anderen Menschen, sehr genau und aufmerksam beobachtete, wusste nun 100 Prozent, was Adolf für einer war.

    Er hatte Adolf in drei Minuten gescannt, und ihn genau da, wo er ihn haben wollte.

    Adolf fand Pepperl sympathisch und langsam baute er Vertrauen auf – ein unverzeihlicher und unabsehbarer Fehler in den Touristengebieten von Thailand, Vertrauen ist eine sehr langsam wachsende Sache, die sollte man nie aus dem Bauch raus entscheiden und niemals an einer Bierbar, nicht nur in Thailand. Sympathie sicherlich, aber niemals Vertrauen!

    „Weißt du was, Adolf, du gefällst mir, möchtest du noch ein Bier?“ sagte Pepperl nun kumpelhaft zu unseren Beamten, ohne weiter auf das eigentliche Thema mit Lexy einzugehen.

    Den beiden Britten übersetzte er was von Eifersuchtsszenen unter Bar Mädchen, so a la Adolf hatte gleichzeitig was mit einer anderen und Lexy hätte da irgendwelche intimen Fotos in die Hand bekommen, eine dumpfe Geschichte halt, aber sie waren zufrieden und eigentlich interessierten sie sich auch nicht wirklich dafür. Die beiden hatten auch so ihre Probleme mit ihren männlichen Lovern. Die stehen den weiblichen Service Kräften keinen Deut nach, die wissen auch sehr genau, wie das Geschäft funktioniert.

    „Was ist mit deinem Moped los? Haste einen Platten?“ fragte Pepperl unseren Adolf hilfsbereit. „Ja, ich hatte am Strand geparkt und als ich vom Mc Donald’s zurückkam, war die Luft raus.“

    „Prost, Adolf, das mit deinem Moped haben wir gleich“, und Pepperl gab Adolf sein neues Carlsberg in die Hand. „Wie? ...haben wir gleich?“ - und nahm erst mal einen langen Schluck aus der Flasche. Als er das Bier absetzte hatte Pepperl schon sein Handy in der Hand, und telefonierte in einen seltsamen Thai Englisch Kauderwelsch. Nach einer Minute legte er auf. „Alles klar, Adolf, dein Moped wird gleich abgeholt und repariert“.

    „Was??? Wie hast du das denn geschafft?“ war er jetzt schwer beeindruckt. „Na ja, ich habe einen guten Freund, der hat eine Werkstätte um die Ecke und der holt dein Moped gleich und bringt es auch wieder zurück. Kostet dich nur 100 Baht“, erwiderte Pepperl cool.

    Tatsächlich kam gleich ein junger Thai zur Bar und fragte nach dem Schlüssel.

    Mortimer und Charles verabschiedeten sich, weil sie noch etwas vor hatten.

    Nach einer Stunde war er wieder mit reparierten Reifen da. Adolf und Pepperl hatten schon ihr viertes Carlsberg inzwischen, und unterhielten sich ausgezeichnet. Das unsichtbare Spinnennetz hatte Adolf voll umsponnen.

    „Da war nur keine Luft im Reifen, 20 Baht für dich, Khun Pepp“, sagte der junge Mechaniker zu Pepperl. „Hab ich mir schon gedacht, der Farang gibt dir einen Hunderter, aber dann habe ich wieder was gut bei dir“ antwortete Pepperl in Thai.

    „Kostet 100 Baht, wie ich es dir gesagt habe, Adolf“, sagte Pepperl nun zu Adolf in Deutsch.

    Adolf gab dem Thai 150 Baht und wollte schon einen Wai vor dem jungen Mechaniker machen, doch Pepperl zog ihm noch schnell die Arme runter.

    Der junge Thai lächelte nun überaus freundlich und machte einen Wai. Überaus fröhlich und lächelnd verabschiedete er sich mit den Worten: „Thank you very much, Khun Pepp and Khun Farang“.

    Adolf war jetzt baff und bestellte noch zwei Carlsberg.

    Seine Pechsträhne schien vorbei zu sein.


    - Hang on, Guys -




  9. #78
    PETSCH
    Avatar von PETSCH

    Re: Adolf in Thailand

    ich nehme mal an, die Strähne nimmt nun ihren Lauf
    thanks @waldi für die Fortsetzung !
    Bin schon gespannt, ob ich recht hatte

  10. #79
    Tilak1
    Avatar von Tilak1

    Re: Adolf in Thailand

    @Waldi,
    wie immer SUUUUUUUUUUPER
    Wo ist der Glatzkopf???

    Bis dahin Andreas

  11. #80
    Avatar von Otto-Nongkhai

    Registriert seit
    05.11.2002
    Beiträge
    12.292

    Re: Adolf in Thailand

    Ja ,Waldi ,Geschichten die das Leben schreiben.

    Ich fahre doch ganz gut mit meiner Taktik bei den Thai Frauen,

    anbaggern ,vergnuegen und dann so schnell wie moeglich wieder loswerden ,
    oft mit einer schnellen Abreise ,
    bevor sie anfangen die Seifenoper zu spielen und dir nicht nur deine Bilder zerschnippeln.

    Thai Seifenopern schaue ich mir manchmal nur im schuetzenden TV an,
    um neue Tricks zu lernen!

    Gruss

    Otto

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