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Adolf in Thailand

Erstellt von waldi, 29.11.2003, 13:28 Uhr · 399 Antworten · 49.555 Aufrufe

  1. #11
    Avatar von dawarwas

    Registriert seit
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    Re: Adolf in Thailand

    Sitze hier, trinke Kaffee und esse einen Xmas Stollen. Dazu eine schoene Xmas Geschichte.
    Was will das Herz mehr.
    Ausser, weiter zu lesen.

  2.  
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  3. #12
    garni
    Avatar von garni

    Re: Adolf in Thailand

    Die Geschichte erinnert mich an IFFI und seine Hotelbuchung
    Gruß Matthias

  4. #13
    Iffi
    Avatar von Iffi

    Re: Adolf in Thailand

    @Garni,

    find´ ich gut. Nur sach mir mal schnell, welche Hotelbuchung du im Sinne hast? :P

    @Alle,
    vor ein paar Jahren hätte ich diese Geschichte hämisch genossen. Heute überkommt mich ein gewisses "Unwohlsein".

    Bitte nicht mit Abneigung verwechseln. Der Waldi schreibt echt gut, locker, und sein Stil und seine Ausdrucksweise sagt mir, dass er einer von uns ist, oder ich einer von seinen.

    Ich möchte nur mal wieder einen ungefragten Rat geben.

    Glaubt nur nicht, dass ihr alle vor diesen Dingen gefeit seid. So in dem Sinne: "ach iss dat schön, mal wieder eine Geschichte von einem Blödian zu lesen. Mir passiert sowas natürlich nicht."

    Der Adolf kommt zwar in der Summe recht extrem herüber, ist es aber nicht in seinen einzelnen Reaktion und Handlungen. Die sind nämlich Normalfall an den vielen Bier Bars, die auch ich besucht habe, ohne Expat zu sein.

    Wer meine Geschichten kennt, weiss, dass ich gerne beobachte.

    Welches ist mein Rat? Nun, versucht mal, diese Geschichte als eigenen Spiegel zu sehen, nicht in der Gesamtheit, sondern hier und dort, und vielleicht, ganz vielleicht, hilft es dann, seine eigene Situation etwas abgeklärter zu sehen.

    @dawarwas
    ja, die Geschichte ist schon zu ende, was die Ballung der Bereitschaft zur Illusion und (zugegebenermassen in Thailand von den Mädels bauchpinselnd provozierte) Selbstüberschätzung betrifft, und auch wieder nicht. Schon tausendmal geschehen und solange Taxin es zulässt, wird sie immer wieder geschehen, solange die Mädels im Isaan nachwachsen auch, und solange wir das in unseren Breitengraden vermisste Bauchpinseln soooo vermissen, ganz besonders, auch wenn es noch so hinterf.... ist.

    @Waldi
    wie immer gut,locker und verständlch mit dem nötigen emotionalen Abstand geschrieben. Du bist auch so´ne Begabung. Echt!

    Und der "Adolf" ist ein Mensch...Vielleicht in seiner Illusion glücklicher als so manch anderer...

  5. #14
    Avatar von dawarwas

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    3.385

    Re: Adolf in Thailand

    Hi Iffi,

    "Glaubt nur nicht, dass ihr alle vor diesen Dingen gefeit seid. So in dem Sinne: "ach iss dat schön, mal wieder eine Geschichte von einem Blödian zu lesen. Mir passiert sowas natürlich nicht."

    Da muss ich dir im vollen Umfang recht geben.

    So oft wie ich schon gehoert habe was die Weiber hinter unserem Ruecken reden, muss da ja was dran sein. Und da bin ich auch froh es (noch) nicht zu verstehen. Sonst waere mir vermutlich schon lange das Lachen vergangen.

    Ich wollte auch schon eine Umfrage starten, wer sich wo wieder
    findet. Natuerlich ist es auch reine Selbstueberschaetzung sich von diesen "Pazzern" frei zu sprechen.
    Aber es ist doch sooooooooo schoen, das es jemanden gibt dem alles auf einx passiert, was ja sonst eher nicht die Normalitaet waere.

    Und ist es nicht wesentlich leichter ueber andere zu lachen als ueber sich selber?


    PS: @Waldi,
    du haettest vielleicht noch mit einbringen koennen das die Whisky Flaschen schon geoffnet waren. Zum schnelleren Konsumieren, natuerlich. Und das Waldi es gar nicht kapieren konnte, warum er so einen dicken Schaedel, am naechsten Tag hatte. War es doch nur der gute Whisky.

  6. #15
    waldi
    Avatar von waldi

    Re: Adolf in Thailand


    Teil 4:

    Heute schaffte es Adolf, um 10.00 Uhr morgens aufzustehen. An den Strand ging er natürlich nicht, weil er erstens nicht schwimmen konnte und zweitens ging nie an irgendeinen Strand. Weder zu Hause, noch hier in Thailand.

    Er hatte letzte Nacht auch zufällig die neueste Ausgabe einer deutschsprachigen Zeitung auf Phuket in die Hand bekommen, diese verschlang er jetzt am stillen Örtchen. Da Adolf wegen seiner Augenschwäche nur sehr langsam lesen konnte, dauerte die Sitzung jetzt schon eine Stunde. Die Zeitung nahm keinen Schaden und Adolf fand auch den Zeitplan des nächsten deutschen Stammtisch.

    Leider fand dieser schon heute in Chalong statt, und somit verwarf Adolf seine gesamte Tagesplanung. Sein so wichtiges, für heute geplantes Vorhaben, verschob er auf die nächsten Tage. Er wollte unbedingt an diesen deutschen Stammtisch der deutschsprachigen Society teilnehmen. Nach zwei Stunden war er fertig, die Zeitung verblasste inzwischen auch ein wenig, und so verließ Adolf den Ort der Entspannung.

    Er hatte jetzt großen Hunger, außerdem war schon 12.00 Uhr durch.

    Adolf hatte, wenn er nicht besoffen war, seine strikten Vorgaben. Sein gesamtes Leben verlief in geordneten Bahnen, diese hielt Adolf auch strikt ein. Seitdem Adolf, im Alter von 24 Jahren, in den mittleren Beamten Dienst, als Sachbearbeiter, beim Arbeitsamt Mönchen Gladbach, gehoben wurde, lebte Adolf nach seinen ausgeklügelten Zeitplan. Nun war Adolf 51 Jahre alt, war immer noch Sachbearbeiter beim Arbeitsamt Mönchen Gladbach und nie hatte er seinen strikten Zeitplan aufgegeben, außer natürlich bei seinen beiden letzten Thailand Urlauben.

    12.00 Uhr hieß für Adolf: Essen fassen! Er fiel kurz in seinen, akkurat eingehaltenen Zeitplan von zu Hause, besinnte sich dann aber, das er ja in Thailand sei.

    Adolf fuhr mit seiner HONDA Dream langsam beim großen Markt vorbei, bevor er in die Rat-U-Thit Road einbog. Die Polizei machte wie jeden Tag und wie immer am gleichen Platz, Rat-U-Thit Ecke Bangla Road ihre Helmkontrollen. Adolf fuhr natürlich ohne Helm, diesen hatte er in das Körbchen, vorne am Moped, gelegt, wie eigentlich fast alle Mopedfahrer in Patong, aber die meisten setzten den Helm bei Polizeikontrollen auf. Man wusste ja eh, wo die Polizei stand. Adolf wusste natürlich nichts!

    Mit lauten Trillerpfiffen stoppte der schlanke, zierliche Polizist Adolf. Adolf war so geschockt, das er fast stürzte, aber der Polizist hielt schon das Moped fest und zog sofort den Schlüssel ab. „Parking, Parking“, schnauzte der Polizist ihn an und deutete mit der Hand auf den Seitenstreifen. „What, ......., .......?” erwiderte Adolf fragend. “Parken sollst du da, du Hampelmann”, sagte der Thai Polizist jetzt gereizt in seiner Sprache zu ihm.

    Adolf begriff jetzt, was dieser Schutzmann von ihm wollte, er solle da parken. Es standen schon so 20 Mopeds verlassen da. Er parkte und sah dem Schutzmann beim Schreiben zu. „I good friend, I come many, many, many time to Thailand. I good man”, versuchte Adolf nun den Polizisten zu beeindrucken. Dieser ignorierte Adolf völlig und schrieb seinen Report. Einmal fragte er Adolf nach seinen Namen, sonst wollte er nichts von ihm wissen. Als er fertig war, drückte er Adolf das Papier in die Hand und ging wieder auf die Straße, um den nächsten anzuhalten.

    Jetzt war Adolf durcheinander und schier überfordert. Was soll ich jetzt mit dem Zettel? Muss ich nichts bezahlen? Wieso geht der Schutzmann wieder weg?

    Sofort war ein Mopedtaxifahrer zur Stelle und sprach Adolf an: „Taxi to Police Station, Sir?“ „Was willst du?“ schnauzte Adolf zurück. Adolf wollte nun starten und weiterfahren. Hier kümmert es eh keinen, wenn er einfach weiterfährt. Das Moped ließ sich aber nicht starten. Nun wurde Adolf etwas nervös. Der Mopedtaxifahrer zeigte auf Adolfs Zündschloss. Adolf blickte runter und bekam einen Schreck, jemand hatte ihm in dem Wirrwarr den Schlüssel geklaut. „Police, Police“, schrie Adolf jetzt zu den anderen Polizisten. „No, No, Sir, first pay at Policestation, after give Key back”, sagte der Mopedtaxifahrer sogleich zu Adolf. Jetzt verstand Adolf endlich.

    Während der Fahrt zur Polizeistation, Adolf saß am Sozius des Mopedtaxifahrer, war Adolf wieder mal fasziniert von diesen schönen Land, trotz allen Chaos waren immer sofort freundliche Thais zur Stelle, um einen gleich zu helfen.

    Der Mopedtaxifahrer zeigte Adolf den Raum, wo er bezahlen sollte. „But stick the paper on the nail”, schrie der Mopedtaxifahrer Adolf noch nach. “Ja, ja, Good Luck, werde ich schon haben“, und schritt in die Polizeiwache.

    Da standen nun so 20 Leute, vorwiegend Farangs, aber auch einige Thais. Adolf, als Beamter, stellte sich natürlich brav als letzter an. Die Schlange wurde zwar kürzer und Adolf fielen diese unangenehmen, anderen Farangs und Thais auf, die alle nach ihm kamen, und ihren Zettel vorne auf den Spieß steckten. Plötzlich hatte Adolf einen Geistesblitz, als er sah, wie die beiden Polizisten die Zettel vom Spieß nahmen und dann die Namen aufriefen. Sofort ging Adolf nach vorne und spießte seinen Zettel auf den Spieß. Nur war er jetzt wieder letzter.

    „Adollllf“, schrie der eine Polizist in den Raum. Adolf stürmte nach vorne und setzte sich auf den harten Holzstuhl. Der Polizist füllte ein weiteres Blatt mit Durchschlag aus. „Your Birthday?“ fragte der Polizist. „What?“ schaute Adolf fragend. „Your Birthday?“ Adolf begriff und sagte: „Neunzehnter August 1952“, in akzentfreien Deutsch. Der Polizist musste jetzt lachen und schrieb einfach irgendein Datum in den Report. „Fourhundert Baht“, forderte der Polizist nun Adolf auf. Adolf schob ihm einen Fünfhunderter rüber und bekam 100 Baht zurück. Der Polizist lächelte Adolf an und schaute ihm noch lange nach, bis er die Dienststelle verlassen hatte. So was machte dieser Polizist selten.

    Der Mopedtaxifahrer fuhr mit Adolf wieder zu der Kreuzung zurück. Adolf bezahlte ohne langes Handeln die hundert Baht an den netten Mann. Er zeigte den Polizisten seine Quittung und dieser verwies Adolf an einen großen Eimer, darin liege sein Schlüssel. Adolf konnte sich natürlich nicht an seinen Schlüssel erinnern, somit musste er fünfzehn andere Schlüssel probieren, bis er den richtigen fand. Nun war es 13.30 Uhr und sein gesamter Tagesablauf war schwerstes gestört.

    Etwas grantig verließ Adolf jetzt den Platz des Geschehens. Er hatte gelernt, und fuhr seit diesen Tag nie wieder ohne Helm.

    Nachdem er die deutsche Grillhütte, Mitte Thawi-Wong-Road (Beachroad), besucht hatte, war Adolf wieder zufrieden. Das Eisbein mit Sauerkraut und Knödel hatte ihm vorzüglich geschmeckt. Ihm war bloß aufgefallen, das da so ein komischer Farang rumhüpfte und sich dauernd mit den Bedienungen sich auf Thai unterhielt. Anscheinend auch so ein gescheiterter, dachte sich Adolf.

    Es war der deutsche Besitzer, der perfekt Thai sprach und seinen Angestellten Anweisungen erteilte. Das der Farang mit der roten Nase da in der Ecke auch ein Deutscher war, wusste er nach 10 Sekunden. Welche Art Tourist er war, wusste er auch sogleich und somit gab er sich nicht als Deutscher zu erkennen und sprach nur Thai.

    Adolf war jetzt wieder in seinen Gästehaus und machte sich fertig für seinen Besuch bei dem deutschen Stammtisch, welcher von der größten deutschen Zeitung auf Phuket veranstaltet wird.

    Er fuhr mit seiner HONDA Dream Richtung Chalong.


    - Hang on, Guys -



  7. #16
    Avatar von MenM

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    Re: Adolf in Thailand

    @ Waldi

    Weiter bitte :bravo:

    @ Iffi
    Nun, versucht mal, diese Geschichte als eigenen Spiegel zu sehen nicht in der Gesamtheit, sondern hier und dort, und vielleicht, ganz vielleicht, hilft es dann
    Ob sich die meisten trauen rein zu schauen ?? :???:

    Und der "Adolf" ist ein Mensch...Vielleicht in seiner Illusion glücklicher als so manch anderer...
    DAS glaube ich auch ! ;-D

    MFG

  8. #17
    Jakraphong
    Avatar von Jakraphong

    Re: Adolf in Thailand

    Ich glaube auch, dass der Adolf ein guter Mensch ist. Beruflich hat er was auf dem Kasten, er ist schließlich Ingenieur, oder war das der Rüdiger? ;-D
    Ich krieg nix mehr auf die Reihe!

    Gruß Jakraphong

  9. #18
    Avatar von lacher

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    213

    Re: Adolf in Thailand

    Klasse Geschichte echt zum schmunzeln

    Bin gespannt, was dieser Adolf noch alles anstellt.

    Die Erfahrung mit den "freundlichen Polizisten" kann ich nachempfinden. ;-D

    Servus
    Lacher

  10. #19
    waldi
    Avatar von waldi

    Re: Adolf in Thailand


    Teil 5:

    Das schweizerische Restaurant am Chalong Kreisel fand Adolf sehr schnell. Der Wegeplan in dieser deutschen Zeitung war ausgezeichnet. Adolf war auf die Minute genau am ausgeschriebenen Treffpunkt. Adolf wunderte sich, das fast keine Menschen in dem Restaurant waren.

    Er ging auf den Eingang zu und wurde von zwei Kampfhunden, in der Größe zweier ausgewachsener Kälber, mit lauten, aggressiven Bellen und Zähnefletschen empfangen. Adolf erstarrte zu Stein, aber sein Puls war auf 200, seinen Adrenalinspiegel konnte man nicht mehr messen.

    Locker und Cool hörte er eine Stimme aus einen großen Korbstuhl, der an der Decke mit einen Stahlseil befestigt war. Den Sitzenden konnte man nicht erkennen, aber seine Stimme. „Aus is, Pfützle, lack mi“. Sofort waren die beiden schwarzen Kälber ruhig und setzten sich wieder in ihre Ecke.

    Adolf brauchte noch fast eine Minute, um sich aus seiner Erstarrung zu lösen, aber er ging dann tapfer weiter. „Ich komme zum Stammtisch“, sprach er in den Korbstuhl. „Jo, jo, die kommen schon noch“, hallte es aus dem Korbstuhl.

    Adolf setzte sich an einen der hinteren Tische und bestellte ein Carlsberg bei der nuttigen Bedienung.

    Langsam trafen ein paar Farangs ein. Adolf wunderte sich, das niemand von seinen Bekannten kam, die deutschen Geschäftsleute, die da am Abend in seiner Bar, immer ihr Feierabendbier trinken. Na ja, die müssen vermutlich noch arbeiten.

    Es saßen nun mehrere ältere Herren, etwas weiter weg von Adolf, an einem großen Tisch und sie unterhielten sich in Deutsch, soweit Adolf es mithören konnte.

    Adolf fasste sich Herz und trat auf die älteren Herrschaften zu. „Guten Tag, ich bin der Adolf, habe von euren deutschen Stammtisch in der Zeitung gelesen, bin ich hier richtig?“. „Ja, genau, hier bist du richtig, Junge“, antwortete der älteste, sicher an die Siebzig, in gestochenen Hannover Hochdeutsch.

    „Nimm Platz!“, die Expats nahmen ihr Gespräch wieder auf und beachteten Adolf nicht weiter. Hauptsächlich ging es um die neuesten VISA Sanktionen, die sich die thailändische Regierung gegenüber Farang Rentnern wieder einfallen hat lassen. Adolf wusste bei so einer Thematik überhaupt nichts zu sagen und war somit still und lauschte.

    Nach und nach kamen noch weitere neun deutsche Farangs dazu. Jeder stellte sich bei Adolf mit Handschlag vor, aber natürlich konnte sich Adolf keinen Namen merken. Der Vorsitzende, auch ein etwas älterer Mann mit Halbglatze, eröffnete den Stammtisch. Das musste der ehemalige, prominente Redakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, kurz FAZ, sein. Zumindest hatte man es Adolf so in Patong an der Bierbar erzählt. Adolf lauschte sehr aufmerksam und gebannt seinen Worten.

    Kaum hatte der Vorsitzende dieser Zeitung seine Schlussworte gesprochen, wurde in Sekundenbruchteilen das bereitstehende Büfett gestürmt, als wenn die anwesenden Expats die letzten drei Tage nichts mehr gegessen hätten.

    Adolf wunderte sich ein bisschen, weil so besonders war dieses Büfett auch wieder nicht. Adolf fiel auf, das die Expats vorwiegend Farang-Food bergehoch auf ihre Teller schaufelten. Wurst, Käse, Schinken, etc. war binnen Minuten nicht mehr auffindbar. Adolf schnappte sich nur noch 3 Blatt Salami und etwas Wurstsalat, eine Scheibe deutsches Brot war ihm auch noch vergönnt. Seine Kollegen an seinen Tisch hatten fünf bis sechsmal so viel am Teller.

    Da Adolf sehr schnell mit seiner kleinen Portion fertig war (wen wundert’s...), hatte er nun genug Zeit, die anderen beim Essen, zu beobachten. Er blickte so in die Runde und sah 13 alte Männer, keiner unter sechzig, die meisten schon weit darüber, so wie sie aussahen, oder vielleicht schon sehr krass vom Leben gezeichnet waren.

    Kaum waren die üppigen Speisen verspeist, flammten die ersten Streitgespräche zwischen einigen auf. Das änderte sich die nächste halbe Stunde auch nicht, und somit konnte Adolf bei sehr interessanten Gesprächen der Rentner und Pensionisten zuhören. Er verstand aber keinerlei Zusammenhänge, um was es da so ging. Außerdem schimpften alle einstimmig gegen seine so geliebten Thais, und er war sich sicher, das dies alles, was die Herren so von sich gaben, gar nicht wahr sein konnte. Adolf war etwas geschockt, sein zurechtgelegtes Thailand Bild wollte so gar nicht zu den Gesprächen passen.

    Eigentlich hatte er hiesige, deutschsprachige Geschäftsleute erwartet, aber Fehlanzeige! Er war in einen hinterwäldlerischen, eintönigen, deutschen Stammtisch gelandet, der zwar 10.000km fern der Heimat stattfand, aber genau so gut hätte er auch im tiefsten Schwarzwald in einer Wanderhütte der Senioren, einer Alpinfreundesgesellschaft, an einen zugefrorenen Eisbach, stattfinden können.

    Plötzlich haute ihn ein etwa 67jähriger mit großen Bierbauch von hinten auf die Schulter: „Na, Junge, wie gefällt es dir bei uns? Super, oder?“ und ging ohne nur auf die geringste Antwort wartend, einfach weiter.

    Auf einmal wurde die Veranstaltung doch etwas zu laut und der Vorsitzende Chefredakteur griff mit harten, lauten Worten ein“. Als wenn Gott selbst gesprochen hätte. Die Worte verhallten und plötzlich war es mucksmäuschenstill im Lokal, alle Gespräche der Jünger verhallten.

    Adolf war das nicht ganz geheuer, was da an diesen Stammtisch abging, aber er wollte noch etwas bleiben. Er sprach mit fast allen ein paar Worte, aber keiner von Ihnen, außer der Präsident, hatte je ein Geschäft hier in Thailand betrieben. Es waren alles Rentner aus Deutschland, aber sie gaben sich so, als wenn sie die Weisheit mit einen goldenen Löffel gefressen hätten!

    Adolf hatte genug, verabschiedete sich und brach wieder Richtung Patong Beach auf.

    Während der Fahrt erinnerte er sich noch genau an einen anderen Stammtischteilnehmer, der ihn mal kurz zur Seite genommen hatte, um ihm hinter der Hand mitzuteilen, das das Chang Beer heute während des Stammtisches in diesem Lokal nur 35 Baht anstatt sonst 40 Baht kostete. Das muss man schließlich ausnützen, vertraute er Adolf an. Das war sogar unseren Beamten aus Mönchen Gladbach zuviel und er verwarf seine Gedanken wieder ganz schnell.

    Adolf war wieder in der Soi Eric, da fühlte er sich wohl. Lauter freundliche Menschen, alle lachen und sind lustig, zuvorkommend und vor allen, die jungen, hübschen Thailänderinnen kümmerten sich liebevoll um ihn.

    Das war seine Welt und hier spielt sich das wahre Leben der Thais ab. Adolf war wieder sehr glücklich, hier zu sein und nicht an diesen verkorksten Stammtisch.

    Außerdem, war er sich sicher, hier in Thailand ist eh alles viel besser als in Deutschland, wozu fuhr er zu diesen Stammtisch? Sollen sie doch wieder nach Hause fahren, diese Stänkerer und Besserwisser, die wissen eh nichts. Adolf war sehr froh, das er wenigstens so gut informiert war...


    - Hang on, Guys -



  11. #20
    woody
    Avatar von woody

    Re: Adolf in Thailand

    Hallo Waldi

    Deine Geschichte finde ich gut, besonders der 5. Teil hat es mir angetan .

    Pass auf, dass du rechtzeitig in Deckung gehst, bevor das Sperrfeuer der alten Herren beginnt, die du so gekonnt beschrieben hast .

    gruss woody

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