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Adolf in Thailand

Erstellt von waldi, 29.11.2003, 13:28 Uhr · 399 Antworten · 49.601 Aufrufe

  1. #1
    waldi
    Avatar von waldi

    Adolf in Thailand

    Adolf in Thailand:

    Teil 1:

    Der Airbus drehte seine letzte Schleife, bevor der Pilot die schwere Maschine in den Landeanflug brachte.

    Adolf spürte den lauten Rums, als der Airbus auf der Landepiste aufsetzte. Er rieb sich seine Augen und hatte immer noch einen schweren Kopf von der Sauferei während des langen Fluges. Adolf war Thailand Spezialist, seit dem er zweimal seinen dreiwöchigen Jahresurlaub in Thailand, einmal in Pattaya und einmal auf Phuket, verbracht hatte. Er war einer der Leute, dem man nichts vormachen konnte, er wusste alles über Thailand und die Thais.

    Seit Aufsetzen der Maschine hat Adolf seine Identität verloren. Nur wusste er das selber nicht!

    Ab jetzt ist Adolf nicht mehr der Adolf, den man zu Hause kannte. Nein, jetzt ist er der Thai Adolf.

    „Next“, - das war Zeichen, jetzt an den Immigrationsschalter zu kommen. „Wieder so ein typischer 5extourist aus Deutschland. Zweimal war er schon hier“, dachte sich der Beamte.

    Der Grenzbeamte gab Adolf den Reisepass, nachdem er den Einreisestempel in den Pass gedrückt hatte, zurück. Adolf begab sich zum Kofferband, nahm sich seine zwei großen Koffer und ging Richtung Zoll. Routiniert wie er nun mal war, hatte er die Zollerklärung im Flieger mit reinen Gewissen ausgefüllt. Die beiden Zöllner hielten ihn an.

    „Schau mal, Noi, da kommt wieder so ein Blödmann aus irgendeinen europäischen Land. Wollen wir ihn mal ein bisschen verarschen?“ „Ja, der schaut blöd genug aus. Den kaufen wir uns“, erwiderte Noi.

    „Good Morning, Sir, anything to declare?“ Adolf war etwas geschockt, noch nie hatten sie ihn beim Zoll etwas gefragt. „Sorry?“ war Adolfs Antwort. „Sir, anything to declare?“ “Yes, I go to Phuket”, antwortete Adolf. “No, Sir, do you have anything to declare?”, hakte Noi nach. Adolf schaute der Zollbeamtin fragend in die Augen. „Der ist ja noch blöder, als ich gedacht habe“, sagte der andere Zollbeamte zu Noi. „Ja, ein selten dämlicher Farang, schicken wir ihn weiter“; erwiderte Noi.

    „Sir, thank you for your cooperation, everything ok, we wish you a very nice vacation here in Thailand“, sagte Noi lächelnd zu Adolf.

    “Yes, I know, I come many, many time nach Thailand”, erwiderte Adolf, er war sehr froh, das er so gut englisch sprach, und ging weiter.

    “Schaut, die Farangs kommen”, sagte Tschai in die Runde. „Mistel, Taxi to Pattaya?“, schallte es ununterbrochen durch die Runde. Adolf war Routinier. Gekonnt ließ er die Schlepper links liegen, schritt wie der Vorstandsvorsitzende von General Motors durch die Ankunftshalle und bog in schnellen Schritten nach links ab, als Businessmann getarnt, Richtung Domestic Airport.

    Er erreichte den nationalen Flughafen und ging zielstrebig auf einen der Thai Airways Check In Schaltern zu. „Good Morning, Sir, May I have your ticket, please?“ “Ganz schön dämliche Nase hat er da im Gesicht, wieso ist die so rot?" dachte sich Nok, die Flughafenangestellte.
    „Hier, bitte“, antwortete Adolf. Alles war in Ordnung und Adolf bekam den Boarding Pass ausgehändigt.

    Der Jumbo der Thai Airways, Flug TG 921, nach Phuket, hob pünktlich um 09.00 Uhr ab. Adolf saß auf Sitz 47E.

    Inzwischen war sein Kopf auch wieder klar, und er wollte ein Bier bei der Stewardess ordern. „Nooooooong, Bier please!“ Die Stewardess lächelte ihn an und fragte: “Do you prefer Singha or Heinecken, Sir?”
    „No No, Bier please“, gleichzeitig ruderte Adolf mit den Händen und schob seinen rechten Daumen in den Mund. „Mann, ist das ein Trottel“, dachte sich die Stewardess und gab Adolf lächelnd ein Singha Beer. Der Landanflug auf die schöne Insel Phuket verlief äußerst ruckelig, aber Adolf gönnte sich keinen Blick aus dem Fenster. Wozu? Er war nun mal Vielflieger, zumindest wollte er diesen Eindruck bei seinem Sitznachbarn erwecken. Die Maschine landete sicher und Adolf war nun auf Phuket angekommen.

    „Taxi, Sir, Taxi, Sir“, wurde er in der Arrival Hall empfangen. „No, no, I live here“, entgegnete Adolf routiniert. “Oh, Sir, you live here. I bring you to your home, special price, fourhun..”, weiter kam der Taxifahrer nicht, da Adolf ihn unterbrach. „No, thank you very much“. Adolf ist clever. Er fuhr mit dem Aufzug in die Abflugshalle und stellte sich in den Ankunftsbereich der Taxen. Andauernd kamen Taxen mit abfliegenden Touristen und Thais an.

    Den nächsten schnappte sich Alois. „Sawadee kap, du bringen me Patong? How much?“

    “Mann, was ist das denn für ein Clown?”, dachte sich der Taxifahrer und musterte Adolf drei Sekunden und stufte ihn in die Kategorie „Neuer“ ab. „1.200 Baht, Sir“ „No, no, never – du Thalüng – I know Thailand very good.“, konterte Adolf. „1.000 Baht genug, ok?“ „Super, 1.000 Baht bis Patong, dieser Komiker weiß anscheinend gar nichts, die Airport Limousinen kosten 500 Baht bis nach Patong, mal sehen, ob ich ihm noch was andrehen kann.“

    „Sir, where do you stay in Patong?“ “PS song Hotel”, das kannte Adolf von seinen ersten Aufenthalt auf Phuket. „Ah, you mean PS two Hotel, but no good Hotel, no good, no good.“ Adolf wusste, das die Taxifahrer in Thailand besonders auf Zack sind, die wissen immer das neueste und kennen sich wirklich aus.

    „You have good Hotel for me?“, fragte Adolf. “Yes, I have very good hotel for you, how long do you stay in Patong?”. “Songloi days”, erwiderte Adolf, und war sehr stolz auf sein gutes Thai. “Super, 200 Tage, dieser Schlaumeier hat mir heute gerade noch gefehlt, Buddha, ich danke dir“. „Sir, you mean twenty days?” “Ja, sag ich doch, twenty days, kannst du kein Thai?“ Schon wieder so ein illegaler Burmese, der hier Taxi fährt, dachte sich Adolf.

    Der Taxifahrer brachte Adolf in die Soi Nanai II, eine der hintersten, eigentlich die letzte Straße, in Patong Beach. Seine Nachbarin arbeitete hier an der Rezeption eines nicht mehr ganz so frischen Gästehauses. Mit den Worten „Here very good Hotel“, lud er Adolf aus dem Toyota aus.

    „Wadee, ich habe hier einen besonders dummen Farang, verlange mal den dreifachen Preis“, sagte er zu der Rezeptzionistin. „Klar, du weißt doch, ich gebe dir dreißig Prozent“.

    „Sawadee Khrab, Pi, here is my good friend from Germany, please make a good price for him“. Adolf wusste, hier ist er wirklich gut aufgehoben, und als er sah, wie der Taxifahrer sich einsetzte für ihn, überzeugte ihn vollends. „2.300 Baht per Night, Sir.“ „No, no, I am very good friend vom this Taxifahrer da, 2.000 enough, ok? Come on, I good friend”. “Siehst du, dieser Dummkopf zahlt diesen Preis. Normal kostet das Zimmer bei uns ja nur 700 Baht pro Nacht“, erklärte die Rezeptzionistin. „2000 mal zwanzig (der Taxifahrer benutzte den Taschenrechner, der auf dem Tresen lag), das sind ja 40.000, davon 30%, das sind ja mindestens, ja, mindestens 10.000 Baht für mich“, lächelte jetzt der Taxifahrer. „Ich habe heute morgen zu Buddha gebetet, er hat mich erhört“, sagte er zu Tuk. „Ja, solche Farangs solltest du mir jeden Tag bringen, klar, deine Provision zahl ich dir aus, wenn er bezahlt hat“.

    „Sorry, my good friend, in this hotel you must pay first because we give you very, very good price“, sagte der Taxifahrer. “Pay now?” fragte Adolf. “Yes, for very, very good price, can not pay later!” Adolf überlegte, eigentlich ist das eine gute Idee, er hatte am Flughafen 2.000 € gewechselt, dann wäre das Zimmer schon bis zum Schluss bezahlt, und er bräuchte sich keine Sorgen mehr darüber machen.

    „Ok, I pay now!“ “Na also, wann kann ich mein Geld abholen?” „Komm in einer halben Stunde noch mal vorbei, ich gebe dir dann dein Geld“, entgegnete Tuk. „Ok, Sir, I have to go now, here my mobile number, you call me, I am your good friend, ok?“ Adolf war sehr stolz, wieder einen neuen Freund gefunden zu haben und wird ihm sicher die nächsten Tage mal anrufen. „See you, my best friend“, verabschiedete sich Adolf von dem Taxifahrer.

    Da er Weltenbummler war, wusste er auch, das es bei der Rezeption Straßenpläne und Karten gibt. Er nahm sich einige davon mit, um sich mal zu orientieren, wo er denn jetzt überhaupt wohne. Das Meer hatte er zwar vom Taxi aus gesehen, aber von hier aus, sah er es nicht.

    Adolf checkte ein.

    - Hang on, Guys -

  2.  
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  3. #2
    waldi
    Avatar von waldi

    Re: Adolf in Thailand


    Teil 2:

    Es fiel Adolf zwar auf, das sein Zimmer etwas abgewohnt war, aber er wusste, das er nicht in Deutschland sei und deswegen war er auch nicht böse. Hauptsache, er hatte eine Minibar im Zimmer.

    Nachdem er seine Koffer ausgepackt hatte, studierte er die mitgenommene Straßenkarte von Patong Beach. Auch nach längeren Suchen fand er die Soi Nanai II nicht. Vermutlich hatten sie die Straßennamen erst vor kurzen geändert, und er hat eine alte Karte erwischt, beruhigte er sich.

    Nach einer kurzen Dusche war Adolf jetzt bereit, die Umgebung zu erkunden.

    Er verließ sein Gästehaus und schaute auf der Straße, erst mal fragend, in alle Richtungen. Sogleich kam ein Moped Taxifahrer auf ihn zu und fragte, wohin er denn wolle. „Taxi, Sir?“ „You bring me to the Beach?“ “Sure, 50 Baht” Na, das ist wirklich ein gutes Angebot, bei den Tuk Tuks hatte er letztes Jahr immer hundert bis zweihundert Baht bezahlt. Adolf wusste, das die Thais sofort sahen, das er sich auskannte, und deswegen wollte er jetzt auch nicht handeln.

    Er schlenderte jetzt die Beach Road entlang. Da er jetzt wusste, das er sehr weit weg vom Geschehen wohnte, wollte er sich ein kleines Moped für die 3 Wochen mieten. Alle fünfzig Meter waren die schönsten Mopeds und Motorräder zu vermieten. Da er keinen Motorradführerschein hatte, und auch noch nie mit einer großen Maschine gefahren war, war er so vernünftig, sich nur ein kleines Moped zu nehmen.

    „Sir, Good Motorbike for You“, fang ihn der junge Piak ab. “Yes, aber small one”, entgegnete Adolf. “Gib ihm die alte HONDA Dream, die da rechts am Ende steht”, sagte eine Stimme aus den durchgesessenen Liegestuhl unterm Sonnenschirm. Diese Stimme gehörte Oz, der Chef dieses Abschnittes vom Strand.

    Nach einer längeren Verhandlung von einer Minute, hatte Adolf einen Tagespreis von 150 Baht pro Tag ausgehandelt und war zufrieden. Letztes Jahr hatte er von einen deutschen Barbesitzer nur ein ganz altes Moped für zwei Tage und fünfhundert Baht gekriegt. Natürlich gab er auf Verlangen des Vermieters seinen Reisepass als Deposit ab.

    Adolf unterschrieb den Standard Vertrag des Vermieters, der in Thai und in Englisch abgefasst war, ohne zu wissen, was da überhaupt drin stand.

    Jetzt war er motorisiert und startete gleich mal auf der falschen Straßenseite. Ein sehr langsam fahrender Bus hupte ihn aber sofort auf die richtige Straßenseite. Adolf hatte kurz vergessen, das man ja hier in Thailand, links fährt.

    Er wollte gleich zu seiner Stamm Bar in die Bangla Road fahren. Als er dort ankam, stellte er aber fest, das die Bars noch fast alle geschlossen hatten. Lediglich die Bars an der rechten Seite hatten geöffnet. So setzte er sich an die Kangaroo Bar. „Noooooong, Bier please!“ “Which Beer, Sir?” Gelangweilt sah ihm Toi ins Gesicht und auch ihr fiel sofort die rote Nase in seinem bleichen Gesicht auf.

    Er zeigte auf die Carlsberg Flasche von einen jungen Australier, der neben ihm auf einen Barhocker saß. Toi stellte ihm eine eisgekühlte Flasche Carlsberg in den bekannten Styropor Behältern auf den Tresen. „Na, also geht doch, immer diese burmesischen Ausländer hier, wann lernt ihr endlich die englische Sprache“, murmelte er auf Deutsch vor sich hin.

    Da es erst kurz nach Mittag war, waren wenig Gäste in der Bar. Im hinteren Bereich waren vier junge Neuseeländer, die auch ihren ersten Tag in Patong Beach feierten. Adolf beobachtete die jungen Leute und prostete ihnen zu. „Prost!“ – also, diese Engländer werden ja immer mehr hier, wieso bleiben die nicht auf ihrer Insel, können die nicht woanders hinfahren? Adolf wusste vom Ballermann in Mallorca, das sich diese Leute nicht benehmen können.

    Zum Glück war er sich sicher, das er nicht so einer war, schließlich wusste er über die thailändische Kultur Bescheid. Er kannte sich bestens aus, nachdem er letztes Jahr einige Blätter und Broschüren der ortsansässigen, deutschsprachigen Presse gelesen hatte.

    Eine Broschüre hatte er noch gut in Erinnerung, von einen ehemaligen Redakteur einer führenden Zeitung in Deutschland. Dieser ehemalige prominente Redakteur lebt schon seit 15 Jahren hier, ist ein sehr angesehener Mann und der muss es nun wirklich wissen. Außerdem hatte ihn ein anderer Expat erzählt, das dieser gute Mann mehrere Zeitung in ganz Thailand vertreibt. Adolf wusste auch noch, das diese Zeitung einen 14tägigen deutschen Stammtisch abhielt, und da wollte er unbedingt mal hin, weil da ist sicher die deutschsprachige Society und viele deutsche Geschäftsleute, die hier auf Phuket Geschäfte betreiben, vertreten.

    Irgendwie gefiel es Adolf unter all diesen Engländern nicht mehr und er verlies die Kangaroo Bar wieder.

    Da aber seine Stamm Bar, wo er den deutschen Besitzer vom letzten Jahr kannte, noch geschlossen war, wusste er nicht viel mit sich jetzt anzufangen. Adolf fuhr in sein Gästehaus zurück. Er wollte ein paar Stunden schlafen, damit er abends fit für seine erste Nacht war.

    Als Adolf wieder aufwachte, war es schon 22.00 Uhr. Schnell machte er sich mit seiner HONDA Dream auf den Weg. Er parkte sein Moped neben dem Seven Eleven in der Rat-U-Thit Road.

    Schnellen Schritten schlenderte Adolf Richtung Soi Eric. In dieser Straße hatte sein deutscher Freund seine Bar. Da fühlte er sich sehr wohl, da er unter seinesgleichen war. Er freute sich schon sehr, die deutschsprachigen Geschäftsleute, die da abends ihr Feierabendbier trinken, wiederzusehen. Gott sei Dank hatte er diesen Insider Tipp letztes Jahr zufällig gefunden.

    Von weiten wurde er schon von den Service Kräften begrüßt. Überall wollten ihn die jungen, hübschen Mädchen reinziehen. Adolf fühlte sich jetzt wieder als Mann bestätigt. Zu Hause will keine Frau was von ihm wissen, sind ja alles nur Emanzen!

    Mühsam kämpfte sich Adolf bis zur Prollos Karpfen Bar durch. Der deutsche Besitzer begrüßte Adolf wie einen alten Freund und ließ ihm, sofort ein Carlsberg Beer, von Rat, einer etwas älteren Thai, auf den Tresen stellen. „Hey, Mädels, der dumme Farang aus Deutschland, vom letzten Jahr, ist wieder da“, schrie Rat den anderen Thais zu. Gelangweilt schauten sich die Mädchen um, und Toi sagte: „Ja, das ist er, unser Boss will ihm diesmal auch was verkaufen, also behandelt ihn gut. Da ist sicher einiges abzugreifen“.

    „Wo wohnst du?“ – wurde Adolf vom Barbesitzer gefragt. „Hinten in der Soi Nanai Song“, antwortete Adolf. „Wieso hast du mir nicht vorher Bescheid gesagt, ich hätte da ein sehr schönes Zweizimmer Apartment mit Küche und Bad an der Hand gehabt. Kostet nur 20.000 Baht für einen Monat.“ Adolf schluckte etwas, als er den Preis mit seiner Rechnung im Gästehaus verglich, aber er ließ sich nichts anmerken. „Ja, wäre sicher nicht schlecht, aber ich wohne schon für 400 Baht pro Tag in einen sehr schönen Hotel.“

    Sehr schnell hatte Adolf auch zwei junge Mädchen im Arm. Da er wusste, was ein Mann von Welt jetzt machen muss, orderte er gleich zwei Ladydrinks für die Beiden. Nach und nach trafen auch die Expats, die hier ein Business machten, ein. Adolf begrüßte jeden per Handschlag und fühlte sich sehr wohl in dieser Runde der Experten. Er war sich sicher, das ihm in Thailand nie etwas passieren werde, diese Jungs haben wirklich ein gutes Zusammenheimsgefühl und werden ihm immer helfen.

    Die deutschen Geschäftsleute ließen sich gerne von Adolf mehrere Drinks, vorzugsweise Chivas mit Coke, ausgeben, aber Adolf störte dies nicht. Er war sehr froh, so schnell bei diesen Ortsansässigen aufgenommen zu werden. Er gehörte jetzt zum engen Insider Kreis.

    Ein deutscher Expat fragte Adolf, ob er denn nicht morgen an einen Tagestrip nach Phi Phi Island teilnehmen will. Er hätte da zwei billige Tickets übrig, weil zwei seiner Freunde es nicht mehr schaffen, pünktlich morgen früh auf Phuket einzutreffen. „Wäre schon interessant“, entgegnete Adolf „Aber wozu zwei Karten?“ „Na ja, wenn ich dich so anschaue, brauchst du eher drei Karten“ „Hast auch wieder recht“, sagte Adolf mit stolzer Brust und prostete dem Expat zu.

    „Was willst denn dafür haben?“ „Das sind VIP Karten, die sind natürlich nicht so billig, aber da ich dich kenne, gebe ich dir einen guten Preis. Beide für nur 6.000 Baht.“ „5.000 gebe ich dir, ok?“ „Du bist ja schon wie die Thais, für 5.500 Baht machen wir den Deal, ok?“ – der Expat lächelte Adolf an. „Na gut, ich wollte sowieso mal nach Phi Phi Island, da ist diese Gelegenheit natürlich günstig. Hast die Karten dabei?“ „Nein, die liegen bei mir zu Hause am Wohnzimmertisch, aber ich kann sie sofort holen.“ „OK, dann hol sie“. „Das trifft sich gut, ich wollte eh noch etwas Geld von zu Hause holen, da ich heute noch ein Tauchkurs für meine Freunde in der Taucherschule anzahlen muss. Kannst du mir zufällig 3.000 Baht leihen, ich hab nur mehr 7.000 Baht einstecken, ich könnte dann gleich die 10.000 für den Kurs bezahlen und wir verrechnen das dann gleich mit den Tickets“.

    „Sicher“, Adolf freute sich einen Expat kurz aushelfen zu können. Er gab dem Expat die 3.000 Baht.

    Der Expat verschwand und ging um die Ecke zu seinen Thai Bekannten, der einen kleinen Straßenstand, für Touren in die Umgebung, betrieb. Der Expat hatte natürlich alle Preise der Tagestouren im Kopf und orderte den billigsten Trip nach Phi Phi Island. Natürlich zog er die Provision, die von allen Tour Operatoren bezahlt wird, gleich ab. Er bezahlte 2.000 Baht für die zwei Tickets und besuchte kurz eine andere Bar, die einen anderen Deutschen gehörte. Er musste etwas warten, bevor er zu Adolf zurück kehrte.

    Adolf war inzwischen bestens mit den Bar Mädchen beschäftigt. Fast allen hatte er jetzt einen Lady Drink ausgegeben und konnte sich nicht entscheiden, wer wohl heute seine Königin der Nacht werden sollte.

    Der Expat kam wieder zurück und überreichte Adolf die Tickets. Adolf gab ihm die Restsumme von 2.500 Baht. „Jetzt könntest wenigstens einen Chivas ausgeben, nachdem ich dir diese billigen Tickets überlassen habe“, sagte der Expat zu Adolf. „Klar, aber warum trinken wir nicht gleich eine Flasche? Ist doch besser!“

    Der Expat lächelte und klopfte Alois auf die Schulter. „Na also, du bist wenigstens einer mit Charakter. So was wie dich hätten wir hier gerne. Weißt du, es laufen hier viele seltsame Gestalten rum, nimm dich bloß in Acht vor denen.“ „Du wirst mich schon aufklären“, lachte Adolf.

    Der Abend nahm seinen Lauf und Adolf war der absolute Mittelpunkt an der Bar. Irgendwann schnappte er sich ein Mädchen und wollte nach Hause fahren. Pom, seine Errungenschaft nahm ihm aber den Schlüssel weg und fuhr mit ihm als Sozius in die Nanai II.

    Nach mehreren Versuchen landeten sie im richtigen Guesthouse. Adolf schaffte es gerade noch bis in sein Zimmer, fiel in sein Bett und schlief sofort ein. Pom ging duschen und legte sich dann, in ein Handtuch eingewickelt, neben ihn.

    Als sie wieder aufwachten, war es 11.45 Uhr, und das Boot war schon lange ohne sie auf den Weg nach Phi Phi Island.

    - Hang on, Guys -


  4. #3
    Avatar von dawarwas

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    3.385

    Re: Adolf in Thailand

    Das wird/ist die perfekte Geschichte.

    Bisher habe ich noch nichts zum Motzen gefunden.

    Er tritt wirklich in jedes Fettnaepfchen und laesst auch keine Moeglichkeit der totalen Selbsueberschaetzung und Ueberheblichkeit aus. ;-D

    So! Lest, lacht, heult und/oder lernt. Ob wahr oder unwahr.

  5. #4
    PETSCH
    Avatar von PETSCH

    Re: Adolf in Thailand

    Kompliment @waldi:
    wieder mal drehbuch-reif! :bravo:

  6. #5
    Jakraphong
    Avatar von Jakraphong

    Re: Adolf in Thailand

    Hallo Waldi,
    Gefällt mir auch diese Geschichte. :bravo:
    Schade nur, dass sie schon zu Ende ist!

  7. #6
    Avatar von dawarwas

    Registriert seit
    30.10.2002
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    3.385

    Re: Adolf in Thailand

    @Jak,

    "Schade nur, dass sie schon zu Ende ist!"

    Nene, der Waldi laesst uns schon nicht haengen.

    Oder?



  8. #7
    Iffi
    Avatar von Iffi

    Re: Adolf in Thailand

    dawarwas,

    denk nach...

  9. #8
    Avatar von dawarwas

    Registriert seit
    30.10.2002
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    3.385

    Re: Adolf in Thailand

    @Iffi,
    ich denk ja, wie verrueckt.


    :???:

    Was hab ich uebersehen?

  10. #9
    Avatar von Peter-Horst

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    29.06.2002
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    2.314

    Re: Adolf in Thailand

    Hallo Waldi,

    Freue mich schon wie weiter mit "Adolf" geht.

    Schöne Geschicht gut erzählt.


    Gruß Peter

  11. #10
    waldi
    Avatar von waldi

    Re: Adolf in Thailand

    Teil 3:

    Adolf suchte erst mal seine Aspirin Pillen. Das sie die Tour nach Phi Phi Island verpasst haben, ärgerte ihn zwar, aber so schlimm war es dann auch nicht.

    Er bezahlte die geforderten 1.000 Baht an Pom und legte sich wieder in sein Bett. Irgendwie war es letzte Nacht doch ein bisschen viel vom guten Whiskey.

    Um 14.00 Uhr stand Adolf endlich unter der Dusche und um 15.00 Uhr frühstückte er beim Mc Donalds in der Beachroad ein Big Mac Menü. Auf das thailändische Essen hatte er wenig Lust, da es ihm zu scharf und zu unbekannt war.

    Danach fuhr er wieder in die Kangaroo Bar, seine Bar in der Soi Eric hatte wie üblich um diese Zeit, noch geschlossen. Er ärgerte sich wieder über die vielen Engländer.

    Er schlürfte sein Carlsberg Beer, als ein Thai/Farang Pärchen neben ihm auf den Barhockern Platz nahmen. Die beiden waren ein nettes Pärchen. Er, Europäer, so um die 60 Jahre alt, sie, Thai, um die 25. „Pi, kha, Beer Chang song, kha“, sagte die junge Thai zur Bedienung. Der 60 jährige war in seinen besten Touristen Outfit gekleidet. Weite Shorts, Muskelmann T-Shirt, weiße Tennissocken zu den Badelatschen und natürlich hatte er auch eine dicke, fette Goldkette mit einen Buddha, als Anhänger, um den Hals baumeln.

    Es fiel Adolf auf, das sich die beiden nur anstarrten und mit keinen Wort unterhielten. Adolf hatte inzwischen sein zweites Carlsberg inhaliert und hatte somit seinen Alkoholspiegel wieder in den ein Promille Bereich manövriert. Somit fasste er seinen ganzen Mut zusammen und sprach den Fremden an:

    „Very hot today“. “What?” – fragte der 60 jährige. „Very hot today“, wiederholte Adolf. “Yes, but sorry, no good English”, antwortete der Alte. “Where are you from?” wollte Adolf wissen. “Germany”, antwortete der Alte stolz.

    „Ja, dann können wir auch auf deutsch sprechen. Ich bin der Adolf und komme aus Mönchen Gladbach“, entgegnete Adolf jetzt souverän. „Hallo, ich bin der Dirk und komme aus Bremen“, antwortete der Alte. „Eine nette Fachkraft haste da. Aus welcher Bar ist die denn?“ wollte Adolf vom Alten wissen.

    Sichtlich gereizt antwortete der Alte: „Nein, das ist meine Frau, wir sind seit einen Jahr verheiratet und ich habe sie letztes Jahr im Hotel an der Rezeption kennen gelernt“. „Ach so, entschuldige“ legte Adolf nach, er wusste, das er einen Fehler gemacht hatte.

    „Arbeitet die Nong nicht mehr hier?“ fragte Tum, die Frau vom Alten, die Bedienung. „Nein, die ist jetzt in Norwegen verheiratet“, war die Antwort. „Woher kommst du?“ wollte sie von Tum wissen. „Issan“, antwortete Tum. „Ich komme aus Khon Kaen“, sagte die Bedienung. „Ist der alte Farang dein Mann?“ „Ja, ich lebe jetzt bei ihm in Deutschland“. „Was verdient er?“ – war die nächste Frage der Bedienung. „Sehr viel, aber genau weiß ich es nicht, aber er schickt jedes Monat 12.000 Baht zu meiner Familie in den Issan“. „Ja, da hast du Glück gehabt. So einen alten hätte ich auch gern, aber hier in diese Bar kommen hauptsächlich nur junge Australier und Neuseeländer. Entweder haben sie ihre eigenen Farang Mädchen dabei, oder sie wollen nur 5ex von einen, wenn ich mitgehe. Zahlen wollen sie auch nichts oder wenig“. Die Frau vom Alten unterbrach die Bedienung. „Ich habe früher an einer Bar in der Soi Sea Dragon gearbeitet, bei einen Deutschen, da waren fast nur deutsche Gäste, viele alte, die geben mehr und wollen nicht so oft 5ex“. „Hat er keinen Freund, den du mal mitbringen könntest? Ich möchte auch gerne so einen alten Deutschen“. „Was ist mit dem anderen da?“ Tum deutete mit den Augen auf Adolf. „Nein, der ist uninteressant, der gibt nicht mal einen Baht Trinkgeld, der ist zu geizig.“

    Der Alte und Adolf prosteten sich zu. „Gehen dir auch die ganzen Engländer hier auf die Nerven?“ wollte Adolf vom Alten wissen. „Ja, und wie, wieso können die nicht woanders hinfahren. Die nerven ganz schön mit ihrer Sauferei und benehmen können sie sich auch nicht“, sprudelte der Alte nur so heraus. Gleichzeitig schoss der Alte seine Kippe auf ein geparktes Moped am Straßenrand. „Ja, früher war alles besser. Ich komme ja schon seit vielen Jahren hierher, es hat sich schon vieles geändert in den letzten Jahren“, entgegnete Adolf wichtig. „Was ist mit dir? Hast du dir keine Begleitung zugelegt?“ wollte der Alte von Adolf wissen. „Nein, ich halte nichts von Langzeit. Ich nehme mir jeden Tag eine oder meistens zwei mit ins Hotel. Da lasse ich es so richtig krachen“. Adolfs Brust schwellte immer mehr an. Von seiner letzten Nacht im volltrunkenen Tiefschlaf erzählte er natürlich nichts.

    „Hast du die rote Nase gesehen, die dieser komische Farang im Gesicht hat?“ Tum und die Bedienung lachten sehr laut. „Klar, der sieht aus wie ein Clown. Aber in Germany laufen sehr viele von diesen Typen rum“, klärte Tum die Bedienung auf.

    „Weißt du, ich bin sehr froh, das ich eine anständige Thai gefunden habe. So ein Girl von der Bar wäre nichts für mich“, erklärte der Alte Adolf. „Ja, das stimmt, da hast du echt Glück gehabt. Spricht sie auch deutsch?“ „Ja, natürlich, aber sie versteht mehr als sie sprechen kann. Ich habe sie 8 Monate in eine Sprachschule in Deutschland geschickt“.

    „Und, Deutschland ist schon ein feines Land, oder?“ schrie Adolf zu Tum rüber. „Ja“, sagte Tum mit einen Lächeln auf dem Lippen.

    „Was hat er zu dir gesagt?“ wollte die Bedienung wissen. „Keine Ahnung, ich sage meistens einfach ja, dann sind sie zufrieden. Diese seltsame Sprache ist viel zu kompliziert. Mein Farang schickte mich auf so eine dämliche Schule. Jeden Tag da stundenlang rumsitzen, mein Kopf tat mir jeden Tag mehr weh, nach zwei Wochen bin ich nicht mehr hingegangen“. „Ja, das verstehe ich, aber meine Freundin hat mir erzählt, in Deutschland sind viele Thais“. „Ja, das stimmt, viele sind da schon eine lange Zeit“.

    Tum wollte jetzt shoppen gehen und drückte den Alten einen Kuss auf die Wange. „Tilak, pa!“ Der Alte wollte sich aber weiter mit Adolf unterhalten und ignorierte Tum. „Tilak, pa!!!“ sagte Tum jetzt sehr laut, und stoß ihm mit dem Fuß an sein Bein. “Ja, so sind sie halt, wie die kleinen Kinder, aber zum Glück ist sie nicht so eine, wie die da”, der Alte deutete abwertend auf die rumstehenden Mädchen.

    „Ja, sei froh, du hast es wirklich gut getroffen, ich erkenne eine Barlady auf 300m und deine ist nun wirklich keine“, und prostete dem Alten zu.

    Tum nahm nun die Geldbörse vom Alten und bezahlte die Rechnung der Beiden. Danach zog sie den Alten vom Barhocker und forderte ihn zum Gehen auf. Adolf hauchte sie ein Bye Bye zu und lächelte verschmitzt. „Also, wir sehen uns“, verabschiedete sich der Alte von Adolf. „Ja, schönen Urlaub und lass es nicht so krachen wie ich“, verabschiedete sich auch Adolf.

    Nachdem die Beiden weg waren schrie Adolf hinter den Tresen: „Nooooooong, Keptang!“ Die Bedienung gab ihm gelangweilt die Rechnung. „Too much english people hier“, sagte Adolf zu ihr und bezahlte auf den Baht genau seine Rechnung.

    Adolf fuhr in sein Gästehaus und legte sich wieder ins Bett.

    Um 21.00 Uhr war an Adolf wieder an seiner Stamm Bar in der Soi Eric. Der Expat, der ihn gestern die Tickets verkauft hatte, war auch wieder da. „Und, wie war dein Trip nach Phi Phi Island?“ - er wusste zwar schon längst von den Bar Mädels, das er nicht dort war, aber das brauchte er Adolf ja nicht auf die Nase zu binden. „Wir waren heute Morgen so schwer beschäftigt, das wir die Zeit übersehen haben“, sagte Adolf mit erhobener Brust und einen Grinsen im Gesicht, mit den Augen deutete er auf Pom, die heute bei einen anderen Farang auf dem Schoss saß.
    „Verstehe“, der Expat grinste nun auch zu Adolf, obwohl er auch schon längst von Pom wusste, das letzte Nacht und auch am Morgen nichts passiert ist.

    An diesen Abend hielt sich Adolf mit seinen Einladungen sehr zurück, nachdem er die Rechnung vom letzten Abend präsentiert bekam. 7.900 Baht kostete sein Einstand letzte Nacht, aber er bezahlte souverän mit 20 Baht Trinkgeld, ohne mit der Wimper zu zucken. Innerlich wurde es ihm aber mulmig. Wenn das so weiter geht, musste er sehr bald wieder Geld vom Automaten ziehen. Eigentlich sollten seine 2.000 € für die 20 Tage reichen.

    Nachdem die ortsansässigen, deutschen Geschäftsleute heute keine Chivas Cokes abgreifen konnten, verschwanden sie bald wieder, da sie noch andere Geschäfte zu erledigen hatten. Es fiel Adolf auch nicht auf, das der Expat heute nur einen Sangthip Coke für 40 Baht trank.

    Adolf verabschiedete sich auch bald und fuhr alleine in sein Gästehaus zurück. Morgen wollte er fit sein, da er wichtiges vor hatte.


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