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Abenteuer in Thailand - Auf der Suche nach Nong

Erstellt von MadMovie, 05.02.2005, 17:32 Uhr · 170 Antworten · 12.644 Aufrufe

  1. #71
    Avatar von MadMovie

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    Re: Abenteuer in Thailand - Auf der Suche nach Nong

    Fortsetzung Kapitel 12

    Wan blickte flehentlich von einem zum anderen Farang.
    Mit diesen beiden kräftigen Männern, denen sie Vertrauen schenkte, ohne sie näher zu kennen, würde ihr schon nichts passieren.
    Aber Peter kannte seinen Freund lange genug, um an dessen abwesenden Blick zu erkennen, dass Ärger ins Haus stand.
    “Ist dein Job, Peter. Ich habe hier noch zu tun”, sagte Bernd kurz angebunden.
    “Ich habe mal irgendwo gelesen, einen Menschen erkennt man auch daran, wie er zu anderen steht, von denen er keinen unmittelbaren Nutzen hat”, sagte Peter nachdenklich.
    “Du hättest Pastor statt Journalist werden sollen. Sentimentalitäten helfen uns hier nicht weiter. Das wird noch ziemlich heftig, und dafür brauche ich Verbündete.”
    Er schaute Peter eindringlich in die Augen.
    “Mir geht es vor...” Aber Bernd winkte ab und sprach nicht weiter. Wie sollte er das, was er sagen wollte, in vernünftige Worte kleiden, ohne noch mehr Porzellan zu zerdöppern?
    Peter blickte ihn finster an.
    “Du willst uns wirklich im Stich lassen? Wer weiß, was alles passieren kann.
    Vielleicht errrichten sie eine Strassensperre?” ereiferte sich Peter.
    “Ich sage es nicht gerne, aber hier trennen sich unsere Wege!”
    Er nahm die fassungslose Wan, die kein Wort, wohl aber die Körpersprache verstanden hatte, bei der Hand und lief mit ihr zur Rezeption.
    Bernd schüttelte den Kopf und trat auf die Strasse und ihm waberte ein Schwall heisser Luft entgegen, vermischt mit den Abgasen der Autos auf der Beach Road.
    Eigentlich war es noch zu früh am Tag, aber schon am ersten Restaurant der Walking Street bestellte er ein Singha.
    Wo finde ich die Leute mit der Eintrittskarte zur Unterwelt, überlegte Bernd, während er sich den Schaum von den Lippen wischte.
    Wie überall auf der Welt, wohl am ehesten im Rotlichtbezirk. Aber er wusste genau, hier in Thailand war das anders organisiert.
    Und wo konnte er die Leute treffen, von denen er sich Hilfe versprach?
    Da half nur Ablenkung, um mal auf andere Gedanken zu kommen.
    Bernd zahlte und suchte Schatten in einer Bar.
    Noch bevor er das bestellte Bier vor sich stehen hatte, kümmerten sich zwei Servicekräfte um ihn. Eines der anmutigen, etwa 20Jährigen Mädchen im Minikleid reichte ihm ein Erfrischungstuch. Die andere fragte: “How are you? Where do you come from?”
    Kein Spruch, wie “Hello, handsome man”, kein Handauflegen auf den Oberschenkel. Bernd war angenehm überrascht und er nahm sich vor, der Mamasan, die irgendwo in der Nähe des Tresen war, sein Lob auszusprechen.
    Die Mädchen stellten sich höflich als Nit und Noi vor und jetzt bekam Bernd doch ein paar vorgefertigte Antworten zu hören.
    Sie wären erst vierzehn Tage hier, aber auch nur, weil eine Fabrik im Norden geschlossen wurde, es keine Arbeit mehr gab und schon bald würden sie in die Heimatorte zurück kehren.
    Ein Familienmitglied oder wichtiges Haustier waren erkrankt und bedurften der Pflege und vor allem der finanziellen Unterstützung.
    Bernd unterhielt sich dennoch sehr nett mit den beiden Mädchen, die zwar instinktiv erkannten, dass dieser Farang sie heute nicht mit nehmen würde, aber er blieb hier Gast und das war ja im Interesse der Chefin.
    Am anderen Ende der Bar nahm Bernd eine junge Frau wahr, die gerade erst angekommen war und sich angeregt mit der Chefin unterhielt.


    wird noch heute fortgesetzt...

  2.  
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  3. #72
    Avatar von MadMovie

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    Re: Abenteuer in Thailand - Auf der Suche nach Nong

    Fortsetzung Kapitel 12

    Die beiden Mädchen waren zwar begeistert, dass Bernd ein ums andere Mal schlagfertig auf Thai antwortete, aber sie bekamen auch schnell mit, wem jetzt seine Aufmerksamkeit galt.
    Sie rutschten von den Hockern, um sich zwei Engländern zu widmen, die gerade lärmend die Bar betraten.
    Bernd wechselte auf einen Barhocker am Tresen und bestellte einen Whiskey und vergaß dabei auch nicht, der Mamasan ein paar lobende Worte zu sagen.
    Die gerade erst angekommene Chan zählte mit ihren 30 Lenzen zwar zu den ältesten Mitarbeiterinnen, war aber noch gar nicht so lange hier beschäftigt.
    Sie hatte längst bemerkt, wie der Farang sie musterte, aber erst nach einem aufmunterndem Kopfnicken der Chefin setzte sie sich zu ihm.
    Bernd hatte zwar drei Bier und einen Whiskey intus, aber diese Frau musste man sich nicht schön trinken. Sie hatte unendlich lange Beine und fast ebenso lange rabenschwarze Haare.
    Bernd lud Chan zu einem Drink ein und es kam nur eine schleppende Konversation in Gang. Chan hatte keine grosse Lust, ihre Lebensgeschichte zu erzählen und Bernd war schon gar nicht daran gelegen, Anekdoten aus seinem Leben zu erzählen, obwohl es jede Menge Stories gab, die für drei Abende gereicht hätten.
    Bernd sagte sich, warum mal nicht einen Abend über die Stränge schlagen, vor allem jetzt, nach der Auseinandersetzung mit Peter.
    Er hoffte nur, die beiden waren sicher in Rayong angekommen.
    Chan bemerkte den nachdenklichen Blick des Gastes und fragte besorgt:
    “Any Problems?”
    “I miss my friend, he left Pattaya.”
    Mehr war nicht aus diesem seltsamen Farang heraus zu bekommen.
    Die beiden wurden sich schnell handelseinig. Bernd handelte die zunächst geforderten 2000 Baht herunter, aber es kam zu keiner Missstimmung, beide hatten sogar Spass daran.
    Bernd zahlte die Zeche und die Barfine und nahm Chan bei der Hand.
    Bei den meisten Pärchen auf der Walking Street und der Promenade am Strand waren die Altersunterschiede noch grösser, wie Bernd feststellte.
    “You want to see special show at AGoGo?” fragte Chan.
    “I want to see your special show”, antwortete Bernd und Chan zeigte zwei Reihen blütenweisser Zähne. Dieser Kunde war nach ihrem Geschmack.
    Chan hatte Hunger und zog Bernd in ein Seafood-Restaurant.
    Sie hielten sich nicht lange dort auf, denn Bernd war jetzt wirklich richtig heiß und wollte nur noch ins Hotel.
    Obwohl er gesagt hatte, sie müßten nur die Beach Road hinunter laufen, nahm Chan jetzt einen Umweg durch eine gespenstisch dunkle, unbelebte Soi. Bei Bernd schrillten alle Alarmglocken und er wollte auf dem Absatz kehrt machen - aber es war zu spät!
    Ein Pistolenlauf wurde gegen seine Nieren gepresst und der kalte Stahl eines Messers war an der Halsschlagader zu spüren.
    Die kleine ........ hat mich verraten! durchzuckte es Bernd siedend heiß und am meisten ärgerte ihn, dass so etwas ihm als ehemaligem Profi passieren musste. An Flucht war nicht zu denken.


    wird fortgesetzt...

  4. #73
    Avatar von MadMovie

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    Re: Abenteuer in Thailand - Auf der Suche nach Nong

    Fortsetzung Kapitel 12

    Bernd war nicht zum ersten Mal in so einer Situation. Binnen Sekunden hatte er sich wieder im Griff und suchte nach einer Verhandlungsstrategie.
    So viel war klar: Wenn die ihn nur liquidieren wollten, wäre das längst geschehen. Insofern gab es noch Hoffnung.
    Er riskierte einen kurzen Blick hinüber zu Chan. Sie wurde von zwei Männern fest gehalten, wobei einer der bulligen Typen eine Hand auf ihren Mund presste. Chan zitterte, kein höhnischer Blick, der sie verraten hätte.
    Um die Ecke kam ein großer Mann, dessen Gesicht noch im Dunkeln verborgen war. Der Mann hielt inne, um sich eine Zigarette anzuzünden.
    Das Gesicht wurde für einen kurzen Moment vom flackernden Lichtschein des Feurzeugs erhellt und Bernd wurden mit einem Schlag drei Dinge klar:
    Es würde keine heiße Liebesnacht mit Chan geben;
    seine Leiche würde nicht, von Haien angeknabbert, irgendwo an den Strand gespült werden und er würde morgen Mittag mit einem dicken Schädel aufwachen, der nicht von einem Schlag mit einem stumpfen Gegenstand herrührte.
    “Prekrasnii dobri wetscher, towaritsch Grigorij Alexandrowitsch! Kak tebja djela?”* sagte Bernd seelenruhig und registrierte befriedigt, wie das Messer von seinem Hals verschwand und die Pistole zurück gezogen wurde.
    “Schto dolschna tschepucha?”**
    Chans Bewacher testeten, ob sie es jetzt schon riskieren konnten, die Hand vom Mund zu nehmen. Sie war zu schockiert, um irgendeine Reaktion zu zeigen. Aber diese Sprache hatte sie in den letzten drei Jahren in Pattaya immer häufiger gehört.
    Grigorij Alexandrowitsch scheuchte seine Gorillas mit einer Handbewegung los, um das Auto zu holen. Er klopfte Bernd auf die Schulter.
    “Ich habe dich kommen sehen und wollte sicher sein, dass du nicht abhaust und die da”, er machte eine flüchtige Bewegung mit dem Daumen über die Schulter, “die Nachbarschaft mit ihrem Geschrei aufweckt.”
    Kein Wunder, dass die Russen sich in dunklen Gassen aufhielten. So eine Ansammlung finster drein blickender Farangs ohne weibliche Begleitung mußte hier in Pattaya sofort auffallen.
    “Willst du sie mitnehmen, towaritsch Bernd Walterowitsch?”
    Man hatte Chan inzwischen heran geführt.
    Bernd sprach Englisch mit ihr. “It’s up to you!”
    Er gab ihr 1000 Baht Entschädigung, versprach ihr, alles morgen aufzuklären und Chan rannte davon, als wäre der Teufel hinter ihr her.
    “Weiber”, sagte Grigorij Alexandrowitsch verächtlich und bot Bernd eine filterlose Zigarette an. Inzwischen war das Auto vorgefahren worden, natürlich ein deutsches Fahrzeug mit einem silbernen Stern.
    Zwei Fragen musste Bernd unbedingt los werden, als sie im Auto Platz nahmen.
    “Weshalb bist du hier in Thailand gelandet? Du hättest doch unter Wladimir Wladimirowitsch*** eine glänzende Karriere machen können?
    Kann ich von dir eine Schusswaffe bekommen?”
    Grigorij Alexandrowitsch klopfte Bernd zum wiederholten Male auf die Schulter.
    “Das ist eine lange Geschichte. Das besprechen wir besser bei einem Gläschen Wodka!”
    Bernd wusste, dass die Russen unter einem “Gläschen” Wassergläser verstanden, in die ständig nachgeschenkt wurde. Er erinnerte sich auch noch an das Besäufnis in der Villa in Loschwitz mit Grigorij und Wladimir***, als er sich mit den russischen Freunden einig war, dass es so in der DDR nicht weiter gehen konnte.
    Das würde übel enden heute Abend. Die Russen würden morgen früh wieder topfit sein, aber er nicht. Hoffentlich war es dann nicht zu spät, Nong zu suchen und Potarams Männer von ihr fern zu halten.


    * "Einen schönen guten Abend, Genosse G. A.! Wie geht´s dir?"
    ** "Was soll der Quatsch?"
    *** Wladimir W. Putin war 1985- Jan. 1990 Offizier in der KGB-
    Dienststelle Dresden

    wird fortgesetzt...

  5. #74
    Mandybär
    Avatar von Mandybär

    Re: Abenteuer in Thailand - Auf der Suche nach Nong

    wird ja immer toller :bravo: :bravo:

    Echt gut geschrieben.


    Grüße
    mandybär

  6. #75
    Chonburi's Michael
    Avatar von Chonburi's Michael

    Re: Abenteuer in Thailand - Auf der Suche nach Nong

    Der Junge hat Talent

  7. #76
    Avatar von MadMovie

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    Re: Abenteuer in Thailand - Auf der Suche nach Nong

    Kapitel 13

    Peter saß auf der Terrasse des Lehrers Mongkut in Rayong und nahm einen tiefen Schluck Wasser. Bier gab es in diesem Hause nicht, aber Mongkut war ein freundlicher, bescheidener Gastgeber. Peter kam es so vor, dass er erst jetzt, ohne Bernd, der immer wieder den Führungsoffizier herauskehrte, dieses Land und die Menschen besser kennen lernen würde.
    “Was ist wirklich passiert?” fragte Mongkut.
    Seine Nichte hatte ihm erzählt, sie wäre gestürzt, aber das glaubte er nicht.
    Peter erzählte die ganze Geschichte und ließ nichts aus.
    Gut, dass Bernd nicht hier war. Der hätte schon wieder geunkt, dass der Lehrer ans Telefon eilen würde, um Potaram zu informieren.
    Es ging auch ohne Bernd. Egal, was in Pattaya gerade passierte, der würde sich schon raus winden.
    “Als ich euch zuerst sah, dachte ich schon, der neue Freund von Wan”, lachte Mongkut.
    “Ich hoffe nur, dass ihre Freundin, die ich gut kenne, da heil heraus kommt.”
    Peter beeilte sich, zu versichern, dass er und sein Freund alles daran setzen würden, Nong zu finden und nach Bangkok zu bringen.
    Gleichzeitig dachte er daran, was passiert wäre, wenn Nong nicht seine Freundin wäre und er Wan einfach so im Urlaub kennen gelernt hätte.
    Eine hübsche und intelligente junge Frau, etwas kleiner als Nong.
    Wan hatte sich frisch gemacht und mit etwas Make-Up die Spuren der Schläge von Pairats Männern abgedeckt.
    “Ich möchte heraus finden, wie es Nong geht. Begleitest du mich, Peter?”
    Peter war verblüfft, damit hatte er nicht gerechnet. Er dachte, Wan würde sich nach dem Schock einige Zeit hier bei ihrem Onkel verstecken.
    “Natürlich”, stotterte er, “wo soll es hin gehen?”
    “Ich habe telefoniert. In Bangkok ist sie nicht. Es bleibt nur noch...”
    “Phuket!” ergänzte Peter.
    “Woher weißt du das?”


    Nong dachte darüber nach, was man ihr in dem mehrwöchigen Lehrgang alles beigebracht hatte. Auf jeden Fall dschai yen, ruhiges Blut bewahren!
    Wo würde das Rollkammondo sie zuerst vermuten?
    Am Bahnhof oder den Busstationen, das wurde sicher überwacht, falls die Bande Verstärkung aus Bangkok erhalten hatte.
    Man hatte ihr auch beigebracht, möglichst das Ungewöhnliche zu tun, das, was keiner erwartete.
    Sie bestieg ein Longtailboot, das sie zu einem Schiff brachte, das Kurs auf Koh Lan nahm. Nong hoffte, dort jemanden zu finden, der sie an irgend einem Küstenabschnitt zwischen hier und Bangkok bringen würde. Es war ihr egal, Hauptsache, weg von hier!


    wird fortgesetzt...

  8. #77
    big_cloud
    Avatar von big_cloud

    Re: Abenteuer in Thailand - Auf der Suche nach Nong

    wird fortgesetzt......

    aber bitte schnell ich hab schon keine Fingernaegel mehr.......




    erwartungsvolle Gruesse

    Lothar aus Lembeck

  9. #78
    Avatar von moselbert

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    Re: Abenteuer in Thailand - Auf der Suche nach Nong

    @MadMovie: Bangkok, Pattaya, Phuket, ... Das wird ja eine Tour durch das ganze Land. Weiter so.


    OffTopic:
    Zitat Zitat von big_cloud",p="220977
    aber bitte schnell ich hab schon keine Fingernaegel mehr....
    Das Problem habe ich auch. Ich nehme


    ;-D

  10. #79
    Avatar von MadMovie

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    Re: Abenteuer in Thailand - Auf der Suche nach Nong

    Fortsetzung Kapitel 13

    Es kam so, wie Bernd es vermutet hatte. Nach einer Flasche Wodka wurden die Russen sentimental und sangen wehmütige Lieder aus ihrer Heimat.
    Grigorij Alexandrowitsch umarmte Bernd.
    “Trink mit mir Brüderchen! Wladimir Wladimirowitsch hat mich fallen lassen wie eine heiße Kartoffel. Wir suchten uns neue Betätigungsfelder.
    In Mütterchen Russland war nichts mehr so, wie es früher einmal war!”
    Bernd dachte daran, dass sie früher einmal Idealisten gewesen waren, die daran glaubten, mit ihren Aktionen den Frieden in der Welt zu sichern.
    Bis die Sowjetunion den Fehler gemacht hatte, Afghanistan zu besetzen.
    Bernd wusste damals schon, das konnte niemals gut gehen, denn an dieser Aufgabe waren von Alexander dem Großen bis heute alle gescheitert.
    Aber ungeachtet des Alkoholkonsums, versuchte er weiterhin, klare Gedanken zu fassen.
    Was würde Nong als nächsten Schritt unternehmen?
    Wie konnte man sie am besten schützen?
    Grigorij hatte ihm bereits versichert, dass seine Männer mit ihm kämpfen würden. Sie hatten mit den Thais noch eine Rechnung offen. Er unterließ aber eine nähere Erklärung.
    “Es war alles so leicht vor fünf Jahren, Brüderchen. Wir kauften ein paar Etagen des Pattaya Park Tower und kontrollierten schon bald Drogen- und Waffenhandel. Nur die Prostitution ließ sich hier nicht kontrollieren, hi hi!” lallte Grogorij Alexandrowitsch.
    Er winkte einen seiner Männer herbei.
    “Leider kann ich dir nur eine alte Makarow und eine Walther PPK anbieten, starii drug*!”
    Grigorij fuchtelte so wild mit der schwereren von beiden Waffen herum, dass Bernd schon befürchtete, sie würde los gehen.
    Bernd entschied sich für die Walther PPK, nicht das Neueste auf dem Markt, aber immerhin, jetzt fühlte er sich wieder wie in alten Zeiten.


    Nong fand am sonnendurchfluteten Strand von Koh Lan auch sofort jemanden, der sie nach Norden bringen wollte. Aber sie hatte sich anders entschieden. Sie wollte nach Süden, um dann auf dem Landweg Phuket zu erreichen. Ihr war es in Berlin gelungen, während der Entführung die Kreditkarte und die Identity Card in der Unterwäsche zu verstecken. Das ermöglichte es ihr, Geld abzuheben und unabhängig von anderen zu sein.
    Das Longtailboot , das man ihr anbot, war nicht hochseetauglich und sie sagte ab.
    Die größeren Schiffe wickelten den Touristenverkehr von hier nach Pattaya ab. Es schien fast unmöglich, so ein Motorschiff zu chartern, es sei denn, man bot einen hohen Preis.
    Sie wollte nach Suratthani oder nach Koh Samui. Und Nong fand mit Nadai einen gut gelaunten Skipper, der sie über den Golf von Thailand nach Süden bringen wollte. Nong betrachtete das Schiff, das nicht gerade einen Vertrauen erweckenden Eindruck machte, aber Nadai versicherte ihr wortreich, es wäre das schnellste Schiff, die Motoren hatte man gerade vor drei Monaten neu eingebaut.
    Nong zahlte den geforderten überhöhten Preis von 10000 Baht widerstrebend, aber sie hatte keine andere Wahl.
    Nong lehnte sich an die Reling und dachte an Peter. Würde dieser Mann auch noch zu ihr stehen, wenn er die ganze Wahrheit kannte?
    Sie wurde aus ihren Gedanken gerissen, als zwei Schnellboote den Kurs kreuzten und Nadai gezwungen war, die Geschwindigkeit zu verringern.
    Eines der Boote ging längsseits und als Nong die Männer mit den schussbereiten Maschinenpistolen sah, sprang sie kurz entschlossen ins Wasser.


    * alter Freund

    wird fortgesetzt...

  11. #80
    Avatar von MadMovie

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    Re: Abenteuer in Thailand - Auf der Suche nach Nong

    Fortsetzung Kapitel 13

    Bernd schüttete sich eiskaltes Wasser ins Gesicht und betrachtete das stoppelbärtige Gespenst im Spiegel. Er hatte schon lange nicht mehr mit Russen gezecht, aber es endete jedes Mal in einer Katastrophe.
    Er hatte einen Kopf wie ein Bahnwärterhäuschen in dem sich ein Bienenschwarm eingenistet hatte.
    Bernd hatte gerade sein Kinn eingeschäumt, da wurde die Tür aufgerissen und ein blendend aufgelegter Grigorij stürmte herein.
    “Dobroje utro!*” brüllte er und Bernd zuckte zusammen.
    “Habt ihr mir gestern Fusel aus einer anderen Flasche eingeschenkt?” knurrte er seinen Gastgeber an.
    “Willst du mich beleidigen? Erstklassige Importware, ich lasse den extra aus
    Moskau einfliegen! Aber ich kann mich daran erinnern, dass du damals schon unsere klare reine Medizin, das Wässerchen ohne jede Nebenwirkungen nicht vertragen hast!”
    Bernd nahm sich vor, die Russen bei nächster Gelegenheit mit Maekhong Whiskey zu vergiften, aber noch brauchte er sie.
    Nach der Rasur warf er sich erschöpft in einen Rattansessel und Grigorij reichte ihm ein Glas Wasser, damit Bernd die zwei Aspirin aus der Reiseapotheke herunter würgen konnte.
    “Was hast du heraus gefunden?” brummte er lustlos.
    “Da es unmöglich ist, Leute in die Untergrundorganisationen einzuschleusen, blieb nur der Weg, mit einer irrsinnigen Bestechungssumme jemanden zu kaufen. Und glaube mir, Bernd Walterowitsch, es ist gar nicht so einfach, einen Thai zu finden, der die Wahrheit sagt und nicht wegen des Geldes erfundene Geschichten auftischt, die der Farang gerne hören würde...”
    “Mach’s kurz, Grigorij Alexandrowitsch, mein Kopf!” stöhnte Bernd.
    “Mein Informant sagt, Leute von Potaram aus Bangkok...”
    “Das wussten wir schon”, unterbrach ihn Bernd.
    “Angeführt von dem ehemaligen Armeeoffizier Pairat.”
    Bernd winkte nur ab und nahm einen Schluck Wasser.
    “Das Beste kommt noch, alter Freund! Wir kennen sogar den Unterschlupf, den sie nutzen!”
    “Das hilft uns alles nichts weiter, so lange wir nicht wissen, ob sie das Täubchen wieder eingefangen haben”, murmelte Bernd.

    Nong war unter dem Boot hinweg getaucht und blieb so lange es ging unter Wasser. Aber jetzt brannte ihre Lunge und sie musste auftauchen.
    Kein Schuss peitschte die Wellen, nirgendwo ein Motorboot, das Jagd auf sie machte! Sie sog gierig die salzige Luft in sich hinein und tauchte wieder ab. Nach ein paar Metern stieß Nong gegen ein anderes Boot. Sie tauchte auf mit der Hoffnung, es würden Fremde sein, die sie verstecken würden.
    Zwei Thais in zerrissener Kleidung machten ihr Handzeichen, die Nong nicht verstand. Sie wollte an Bord gezogen werden, weil es, dem Geruch nach zu urteilen, ein Fischkutter war.
    Vier hilfreiche Arme reckten sich ihr nun doch entgegen und hievten sie an Deck. Nong war erleichtert. Sie wollte vorsichtig über die Bordwand schauen, wie weit entfernt sie von den Motorbooten der Verfolger war, da wurde sie mit einer Fußspitze angetippt und Pairat baute sich höhnisch grinsend vor ihr auf.


    * "Guten Morgen!"

    wird fortgesetzt...

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