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Abenteuer in Thailand - Auf der Suche nach Nong

Erstellt von MadMovie, 05.02.2005, 17:32 Uhr · 170 Antworten · 12.613 Aufrufe

  1. #31
    Avatar von MadMovie

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    Re: Abenteuer in Thailand - Auf der Suche nach Nong

    Kapitel 5

    Der weiße Kleintransporter französischen Fabrikats mit Berliner Kennzeichen sah nagelneu aus und erregte die Aufmerksamkeit der Zöllner an der Oder. Auch nach der EU-Osterweiterung waren sie angehalten, verdächtige Fahrzeuge zu kontrollieren, um den Schmuggel mit gestohlenen Fahrzeugen einzudämmen. Die Zollinspektoren Reichert und Müller grüßten freundlich und ließen sich von den beiden jungen, polnischen Männern Fahrzeug- und Frachtpapiere reichen, um diese einer eingehenden Prüfung zu unterziehen.
    Alles schien in Ordnung zu sein. Wichtige elektronische Bauteile sollten zu einer Firma nach Poznan gebracht werden. Da bei den Papieren nichts auf eine Fälschung hindeutete, wollten sie nur noch einen kurzen Blick in den Laderaum werfen.
    “Aufmachen!” befahl Zollinspektor Reichert und deutete mit dem Daumen nach hinten.
    Jerzy, der mit dieser Fuhre zu einem Flugplatz ein paar tausend Euro verdienen würde, zeigte ein unbewegliches Gesicht, obwohl ihm der Hintern auf Grundeis ging. Er wusste nicht, wie weit die Befugnisse der deutschen Zöllner gingen, vermutlich ziemlich weit.
    Jerzy riss die Türen auf und deutete stumm auf den glänzenden Aluminiumcontainer. Zollinspektor Reichert machte sich die Mühe und kletterte in den Frachtraum. Er nestelte seine Brille aus der Brusttasche und prüfte das Siegel des Hauptzollamtes.
    Er verharrte noch einen Moment, weil er glaubte, ein scharrendes Geräusch gehört zu haben.
    Nong nahm an, sie war an ihrem neuen Ziel, wo immer das auch war, angelangt. Jeden Moment erwartete sie, aus diesem Blechsarg befreit zu werden. Um ihre Entführer nicht zu provozieren, verhielt sie sich ruhig, streckte nur die Beine ein wenig.
    Reichert kletterte wieder aus dem Fahrzeug. Irgend etwas stimmte hier nicht.
    Sein Instinkt trog ihn selten, weshalb sein Team auch die meisten beschlagnahmten Drogen vorzuweisen hatte.
    “Wo ist denn unser geschätzter Kollege Kaiser mit Rex?” fragte Reichert.
    Rex war der erfolgreichste und beliebteste Spürhund an der polnischen Grenze und man hatte ihn nach einer Fernsehserie benannt.
    “Mittagspause!” sagte Müller, dem auch der Magen knurrte.
    Reichert schaute auf seine Armbanduhr. Kurz nach Zwölf!
    Was machte es für einen Sinn, die beiden Polen hier mehr als eine halbe Stunde festzuhalten, wenn alle Papiere in Ordnung waren?
    Reichert winkte sie durch.
    Eine junge Mitarbeiterin nahm zehn Minuten später einen Anruf vom Landeskriminalamt Berlin entgegen, einen weißen Transporter mit dem Kennzeichen B ... keinesfalls passieren zu lassen und das Fahrzeug so lange zu bewachen, bis die Einsatzkräfte der Polizei da waren.


    wird fortgesetzt...

  2.  
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  3. #32
    Avatar von MadMovie

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    Re: Abenteuer in Thailand - Auf der Suche nach Nong

    Fortsetzung Kapitel 5

    Erna Mischke lebte seit fast siebzig Jahren hier im Kiez und ihr entging nichts.
    Sie schaute aus dem Fenster oder machte die Hausordnung, auch wenn sie gar nicht dran war, um ja nichts aufregendes zu verpassen.
    Sie war bei den Mietern nicht gerade beliebt, weil sie sich in alles einmischte, über jeden her zog und jeden Klatsch in Windeseile verbreitete.
    Bernd hielt ihr kurz einen Ausweis unter die Nase, den er selbst entworfen hatte und der denen von Ermittlungsorganen täuschend ähnlich sah.
    Erna Mischke betrachtete das Foto von Nong und kratzte sich am spitzen Kinn.
    “Drei Fidschis” - sie hatte die abwertende Bezeichnung für Vietnamesen von ihrer Cousine aus dem Ostteil der Stadt übernommen - “baten die junge Frau in einem schwarzen Wagen, äh, der kann auch dunkelblau gewesen sein, mitzufahren.”
    “Sie beobachten sehr gut, Frau Mischke”, lobte Bernd die Zeugin, die von ihm sofort intern den Spitznamen “Else Kling” erhalten hatte.
    “Fahrzeug-Kennzeichen, Fabrikat?” bohrte er weiter.
    “Das weiß ich nicht mehr, bin ja nicht mehr die Jüngste.” Sie dachte einen Moment nach. Da sie regelmäßig auch Parksünder anzeigte, kannte sie eine Vielzahl von Autotypen.
    “Ich glaube, es war ein Citroen, auf jeden Fall ein dunkles Auto.”
    “Waren die Männer bewaffnet, haben sie Gewalt angewendet?” fragte Bernd, obwohl er ahnte, dass er hier nicht weiter kam.
    “Die junge Frau von ihrem Foto hat sich zunächst geweigert, ist aber dann eingestiegen.”
    Erna Mischke stützte sich auf ihren Schrubber.
    “Hörn Sie mal, junger Mann. Das Ganze hat mich vor etwa zwei Stunden schon mal ein viel jüngerer Mann gefragt. Habt ihr nichts zu tun? Da laufen so viele frei rum!”
    Bernd verabschiedete sich hastig von der Klatschtante und verzichtete auf den Besuch des Asia-Shops gegenüber. Die würden aus Angst ihre Landsleute nicht verraten, selbst wenn sie Namen und Adressen wüssten.
    Es kam jetzt auf Dieter Wagner und seine Leute an.
    Wie auf Kommando bimmelte das Handy und Bernd nestelte es umständlich aus der Innentasche seiner Lederjacke.
    “Habt ihr endlich die Entführer?” polterte er los.
    “Nun mal sachte”, druckste Hauptkommissar Wagner herum und Bernd ahnte Schlimmes.
    “Raus mit der Sprache! Wo ist das Versteck der Vietnamesen?”
    “Auf einem stillgelegten Industriegelände in Köpenick. Ich bin in einer halben Stunde am Hermannplatz, Nordseite!”
    Aufgelegt! Bernd starrte ungläubig auf das Handy und machte sich dann auf den Weg zum Hermannplatz. Es kam nicht oft vor, dass Dieter sich mit ihm während der Dienstzeit traf, und jeder wusste, dass es an seiner Vergangenheit lag.
    Es musste also etwas passiert sein, das Dieter nur unter vier Augen erklären wollte.
    Bernd verzichtete meist auf das Auto in Berlin. Auch jetzt waren es nur zwei U-Bahn-Stationen bis zum Ziel.
    Er musste am Fußgängerüberweg nicht lange warten. Sie begrüßten sich stumm und setzten sich in ein kleines Café. Wagner schaute sich noch einmal sorgfältig um und strich mit einer fahrigen Bewegung der linken Hand durch das kurze Haar.
    “Sie sind uns entkommen!”
    “Wie konnte das passieren?” Bernd wusste, es hatte jetzt keinen Zweck, viele Worte zu machen und zu lamentieren. Es kam nur darauf an, die Spur wieder aufzunehmen.
    “Ein verdeckter Ermittler war gerade in Köpenick einer anderen Sache auf der Spur...”
    “Dein Mann?” unterbrach ihn Bernd.
    “Nein, Drogendezernat. In einer alten Fabrikhalle wurde die Vermisste von drei asiatisch aussehenden Männern in einen Container verfrachtet und an zwei europäisch aussehende Männer übergeben, vermutlich Polen.”
    “Kein Zweifel?” fragte Bernd atemlos.
    “Wir haben sogar ein Foto davon. Um sich selbst zu schützen, konnte unser Mann natürlich nicht sofort telefonieren, musste sich erst aus der Halle schleichen und eine ruhige Ecke suchen.”
    “Und in der kurzen Zeit sind die über die Grenze? Ich glaub’s einfach nicht!”
    “Der Zoll hat die kontrolliert und durch gewunken, kurz bevor unser Anruf kam.”
    Bernd enthielt sich jeder Polemik, es wäre jetzt niemandem damit geholfen.
    Sicher waren wertvolle Minuten vergangen, bis die Meldung bei Dieter auf dem Tisch landete.
    Wie bringe ich das nur meinem Freund Peter bei?
    “Ich habe die polnische Polizei um Amtshilfe gebeten, aber ich glaube, ihr seid am Zug. Eure Freundin kann in Polen, Russland oder...”
    “...Thailand sein”, beendete Bernd den Gedanken.


    wird fortgesetzt...

  4. #33
    Avatar von MadMovie

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    Re: Abenteuer in Thailand - Auf der Suche nach Nong

    Liebe Leser,
    im Moment stehe ich ein wenig auf dem Schlauch, weiß nicht, wie die Geschichte ankommt.
    Ein wenig Aufmunterung wäre durchaus hilfreich.
    A little encouragement please, Gentlemen! Thank you ahead!

  5. #34
    Avatar von Dr. Locker

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    Re: Abenteuer in Thailand - Auf der Suche nach Nong

    Mach Dir keine Sorgen.

    Die Geschichte kommt an, sehr gut sogar.

    Warscheinlich sind alle nur total gepackt vor lauter Spannung, dass sie vergessen zwischendurch mal was zu posten...

  6. #35
    Chonburi's Michael
    Avatar von Chonburi's Michael

    Re: Abenteuer in Thailand - Auf der Suche nach Nong

    Zitat Zitat von MadMovie",p="212857
    Das brachte mich auf die Idee, es selbst einmal zu versuchen (keine Übersetzung, eigene Schreibe).
    Hast wirklich was drauf wenn du dir dies alles selber aus den Fingern ziehst und dann niederschreibst.

    Ich lese es auf jeden Fall. :-)

  7. #36
    Avatar von bigchang

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    Re: Abenteuer in Thailand - Auf der Suche nach Nong

    ist so gut geschrieben,das alle sprachlos sind und auf fortsetzungen warten,es will dir glaube ich nur keiner die gute geschichte zerreden.

    also mach schnell weiter

    gruesse matt

  8. #37
    Avatar von MadMovie

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    Re: Abenteuer in Thailand - Auf der Suche nach Nong

    Zitat Zitat von Chonburi´s Michael",p="214604
    Hast wirklich was drauf wenn du dir dies alles selber aus den Fingern ziehst
    Danke, Michael, Dr. Locker und Matt!
    Ich habe nur ein grobes Konzept, kenne auch den Schluss ,
    aber was täglich passiert, das ziehe ich mir wirklich aus den Fingern!
    Jetzt aber wieder

  9. #38
    Avatar von nokopie

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    Re: Abenteuer in Thailand - Auf der Suche nach Nong

    Zitat Zitat von MadMovie",p="214559
    Liebe Leser,
    im Moment stehe ich ein wenig auf dem Schlauch, weiß nicht, wie die Geschichte ankommt....
    Halte dich nicht mit solchen Postings auf. Schreib weiter. Wir warten alle darauf.

    Gruss, Nokopie

  10. #39
    Avatar von MadMovie

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    Re: Abenteuer in Thailand - Auf der Suche nach Nong

    Kapitel 6

    Nong war sich jetzt endgültig sicher, dass man sie verwechselt hatte, ihren Wert maßlos überschätzte. Sicher, ihr Vater war kein unbedeutender Mann, aber eine Entführung zur Erpressung von Lösegeld hätte man in Thailand viel einfacher arrangieren können. Warum dieser Aufwand?
    Die finsteren jungen Männer in Berlin hatten sich in einer asiatischen Sprache verständigt. Nong hielt es für Vietnamesisch. Dann die zwei Männer mit den vielen Zisch-Lauten, eine Sprache, die sie gar nicht kannte. Da Berlin nicht weit entfernt von Osteuropa war, vermutlich Russen oder Polen.
    Nong spürte, wie ihr Gefängnis angehoben und sie durch geschüttelt wurde. Dann hörte sie das Aufheulen der Turbinen. Beim Abheben der Maschine wurde ihr schlecht. Sie hatte seit vielen Stunden weder geschlafen, gegessen noch getrunken. Sie stieß die gefesselten Beine gegen die Aluminiumwand und kämpfte gegen die Tränen. Ihre Kräfte verließen sie...



    “Vietnamesen und Polen, um die alle zu koordinieren und zu bezahlen, muss schon ein großer Kopf dahinter stecken.”
    Peter hatte sich wieder beruhigt. Es hatte auch keinen Zweck, sich selbst und andere mit Vorwürfen zu quälen. Hier war eine Maschinerie in Gang gesetzt worden, die selbst Bernd in Erstaunen versetzte, und der hatte schon allerlei erlebt.
    Um den Kummer zu ertränken, gab es mal wieder einen kleinen Umtrunk in Peters Wohnung. Schon nach einem Kräuterlikör verfiel Bernd wieder in den Berliner Dialekt.
    “Wenn ick nur eine Spur hätte und wüsste, wo ick anfangen soll!”
    Er stapfte unruhig durch die Wohnung, wie ein Pferd, das gerne vom Zügel gelassen werden möchte, aber nicht wusste, wohin.
    Peter sah mit seiner Lesebrille immer eine Spur souveräner und abgeklärter aus als sonst. Er ignorierte die Wanderbewegungen seines Freundes und konzentrierte sich auf den Computer.
    “Gab es neue Sichtungen?” fragte Bernd, der nur stoppte, weil er Bier nach schütten wollte.
    “Wieso nennst du das immer Sichtungen? Sie ist kein außerirdisches Phänomen und wir legen hier keine X-Akte an!” ereiferte sich Peter.
    “Im Moment ein wenig schon”, murmelte Bernd.
    Peter hatte es gestern endlich über sich gebracht und die Familie von Nong in Bangkok informiert. Jetzt lag die Antwort-Email ihres Bruders Udai vor. Obwohl die englischen Worte korrekt gesetzt waren, wurde Peter nicht ganz schlau daraus. Der große Bruder machte sich große Sorgen und lud sie ein nach Thailand, weil die Vermutung nahe lag, dass die Entführung mit der Familie zu tun habe.
    Wenn Udai ein Bekennerschreiben oder eine Lösegeldforderung hatte, warum teilte er ihm das nicht mit? Warum diese Geheimniskrämerei?
    Bernd hatte nun doch Platz genommen.
    “Du Unruhegeist wirst bald Gelegenheit bekommen, in Thailand jedes Blatt umzudrehen.”
    Peter bearbeitete die Tastatur des Computers mit der Virtuosität eines Klavierspielers.
    “Darauf freue ick mir schon. Mal was anderes, als untreuen Ehegatten mit der Kamera aufzulauern!” strahlte Bernd.
    “So, doch noch zwei freie Plätze für heute Abend mit Swiss Air. Es haben welche abgesagt!”
    “Wat denn? Heute schon?”


    wird fortgesetzt...

  11. #40
    Avatar von Peter-Horst

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    Re: Abenteuer in Thailand - Auf der Suche nach Nong

    Hallo MadMovie,

    weiter so, scheint ja eine ganz spannende Sache zu werden. :bravo:

    Freue mich schon auf den nächsten Teil.

    GRuß Peter

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