Seite 11 von 18 ErsteErste ... 910111213 ... LetzteLetzte
Ergebnis 101 bis 110 von 171

Abenteuer in Thailand - Auf der Suche nach Nong

Erstellt von MadMovie, 05.02.2005, 17:32 Uhr · 170 Antworten · 12.612 Aufrufe

  1. #101
    Avatar von MadMovie

    Registriert seit
    16.01.2005
    Beiträge
    1.457

    Re: Abenteuer in Thailand - Auf der Suche nach Nong

    Kapitel 16

    Pairat hatte durch einen Telefonanruf erfahren, dass man ihn gefeuert hatte.
    Nicht einmal Potaram war persönlich am Apparat gewesen, sondern nur dessen Schwager. Diesen Gesichtsverlust konnte Pairat keinesfalls auf sich sitzen lassen. Er besorgte sich aus Bangkok neue Weggefährten, was nicht allzu schwierig war.
    Zum einen hatte sich in der Unterwelt noch nicht herum gesprochen, dass er bei Potaram in Ungnade gefallen war, zum anderen versprach Pairat großzügige Entlohnung für den Erfolgsfall und der hieß:
    Die Tochter des Generals Pittayarat wieder zu ergreifen, in den Süden zu bringen und danach bei Presse und Fernsehen durch sickern zu lassen, dass Potaram dahinter steckte.
    Als nächstes würde man den Schwager beseitigen müssen.
    Aber zunächst galt es, den ersten Schritt umzusetzen.
    Pairat machte sich mit seinen Männern auf nach Phuket.


    Bernd und Nong wurden mit dem PKW der Zivilbeamten zur Polizeidienststelle von Phuket Town gefahren, um Bernds Aussage am Computer zu protokollieren.
    Gerade eben wurde das matt glänzende Präzionsgewehr durch das Zimmer getragen und Bernd fragte, ob er einen Blick darauf werfen dürfe.
    “Hm, sieht aus wie eine Arbeit des Meisters Meijer aus Johannesburg, aber ganz sicher bin ich mir nicht. Ein Einzelstück.”
    Bernd betrachtete das Gewehr wie ein Kunstwerk.
    “Ihre Angaben haben sich alle bestätigt, Mister Krüger! Wir haben sogar die Patronenhülse gefunden. Im Hinterkopf des Opfers steckt vermutlich noch das Geschoss. Sie dürfen gehen, Mister Krüger, vielen Dank!”
    “Und was ist mit Mister Weise? Da das Opfer erschossen wurde, ist er unschuldig.”
    “Wir müssen das Ergebnis der Obduktion abwarten, was die maßgebliche Todesursache war”, sagte der Kriminalist ernst.
    Nong mischte sich ein: “Mister Krüger, ich selbst und mein Bruder Udai Pittayarat verbürgen sich dafür, dass Mister Weise nicht die Insel verläßt bevor alles geklärt ist!”
    Khun Tongthai schien einen Moment zu schwanken, aber der Name Pittayarat war wohl bekannt und gab den Ausschlag.
    “Also gut. Mister Weise hält sich zu unserer Verfügung, bis der Fall abgeschlossen ist. Und Sie passen gut auf ihn auf! Da ich Ihnen vertraue”, Tongthai machte eine bedeutungsschwangere Pause, “muss sich Mister Weise nicht jeden Tag bei der Polizei melden. Die Flughäfen und Häfen werden natürlich überwacht.”
    Peter wurde von zwei Polizeibeamten eskortiert zu ihnen gebracht und rieb sich die Handgelenke.
    “Hattest du Klimananlage und Minibar oder die Thai-Variante zusammen mit Kathoeys, Serienmördern und Krabbeltierchen?” fragte Bernd.
    Peters Mund verzog sich zu einem schiefen Grinsen.
    “Du ahnst gar nicht, wie ich deine launigen Sprüche vermisst habe!”
    “Zweimal Knast in einem Urlaub reicht ja auch oder willst du eine Artikelserie darüber schreiben? Ach übrigens, du und Nong könnt schon mal den Baum putzen, wir feiern Weihnachten hier!"
    Da Bernd als Zeuge und Helfer der Polizei gedient hatte, organisierte das Königreich Thailand auch den Rücktransport nach Patong.
    Bernd fragte den Fahrer, ob er auf dem Beifahrersitz Platz nehmen dürfe, denn das junge Paar hinten hatte jede Menge Gesprächsbedarf.
    Nong umklammerte Peters Hand.
    “Ich habe dich vermisst, Peter!”
    “Ich dich auch!” Er küsste sie auf die Wange.
    “Mich hat nur gestört, dass du nicht dabei warst, als Bernd und die Russen mich befreit haben. Du wolltest das wohl den Profis überlassen.”
    Sie lächelte und knuffte ihn in die Seite.
    “Die Sache mit Lek tut mir leid. Ich wollte...”
    “Lek, diese Schlange! Ich werde kein Wort mehr mit ihr wechseln, sie hat dich verführt!”
    Peter riss die Augen auf und verkniff sich jeden Kommentar.


    wird fortgesetzt...

  2.  
    Anzeige
  3. #102
    Avatar von Pee Niko

    Registriert seit
    28.02.2005
    Beiträge
    2.790

    Re: Abenteuer in Thailand - Auf der Suche nach Nong

    :bravo: :bravo: :bravo:

    Habe die Story heute erst "entdeckt" und sie in einem Satz verschlungen!

    Ich hoffe, ich riskiere beim Chef nicht ´ne Abmahnung, weil ich mich nicht von der Geschichte lösen konnte...

    Nur weiter so

    Gruß von Niko

  4. #103
    Avatar von MadMovie

    Registriert seit
    16.01.2005
    Beiträge
    1.457

    Re: Abenteuer in Thailand - Auf der Suche nach Nong

    Zitat Zitat von Pee Niko",p="224996
    Ich hoffe, ich riskiere beim Chef nicht ´ne Abmahnung
    Mein unmittelbarer Vorgesetzter hat heute in der Messwarte (der Chemieanlage) meine Notizen gesehen und gefragt, ob ich einen Roman über die Chemiebude schreibe und er jetzt aufpassen muss, was er sagt. :-)
    Ich konnte ihn beruhigen: Ist ja nur eine Internet-Fortsetzungsgeschichte mit Thailand-Background.
    Viel Spass beim Lesen, Pee Niko und allen anderen!
    Fortsetzung jetzt sofort!

  5. #104
    Avatar von MadMovie

    Registriert seit
    16.01.2005
    Beiträge
    1.457

    Re: Abenteuer in Thailand - Auf der Suche nach Nong

    Fortsetzung Kapitel 16

    Nong hatte die undankbare Aufgabe übernommen, Wan’s Familie zu informieren. Dabei nahm sie es mit der Wahrheit nicht so genau und behauptete, man hätte auf sie geschossen, um sich an ihrem Vater zu rächen. Der Täter hatte aber leider Wan getroffen. Als Nong dann mit dem Onkel telefonierte, bat Peter darum, mit dem Lehrer Mongkut in Rayong selbst sprechen zu dürfen.
    Bernd ließ den Fahrer des zivilen Fahrzeugs der Polizei an einem Tempel in der Nähe von Chalong halten.
    Sie kauften Lotusblumen und Räucherstäbchen und gedachten der jungen Frau, die so plötzlich aus dem Leben gerissen wurde.
    Bernd beobachtete aus den Augenwinkeln die beiden anderen.
    Peter war blass, schien sich aber wieder gefangen haben.
    Nong’s Gesicht war tränenüberströmt. Bernd ahnte zumindest, wie es jetzt in ihr aussah.
    Nur weil sie in Pattaya Unterschlupf gesucht hatte, musste ihre Freundin sterben.
    Während der restlichen Kilometer bis Patong sprach niemand ein Wort.
    Peter war immer noch so durcheinander, dass er nicht einmal nach der Handverletzung von Nong fragte.
    Sie machten sich auf den Zimmern frisch. Nong bekam ausgerechnet Zimmer Nummer 418, es war kein anderes frei.
    Es gab in der Wand von Peter’s und Bernd’s Zimmer eine Verbindungstür zum Nebenraum.
    Plötzlich hörten sie, wie ein Schlüssel im Schloss gedreht wurde und die Tür leise quietschend, als wäre sie lange nicht geölt worden, aufsprang.
    Bernd war schon halb angezogen, aber Peter kam gerade nackt aus dem Badezimmer.
    Nong hielt sich die Hand vor den Mund, um nicht los zu prusten.
    Unglaublich, wie schnell Thaifrauen den Schalter umlegen können, dachte Bernd.
    “Gewöhn dich schon mal an den Anblick, wenn du ihn wirklich heiraten willst, meine Liebe!”
    “Ich werde heute Nacht die Tür einen Spalt offen lassen und wenn ich schreie, vertreibt ihr die Mörder!”
    Peter zog sich hastig an.
    “Ich habe noch einen besseren Vorschlag, meine Liebe. Wir tauschen die Zimmer und du kannst dich an Peter’s breite, behaarte Brust kuscheln!”
    “Wofür hälst du mich?” Nong warf empört ein Kissen nach Bernd.
    Nachdem Bernd sein Hemd zugeknöpft hatte, bat er die anderen, auf dem Balkon Platz zu nehmen.
    “Wir müssen vielleicht sogar bis Ende des Jahres hier bleiben, Auflage der Polizei. Das heißt aber nicht, dass wir uns in den Zimmern einschließen müssen. Wir können da draußen herum spazieren. Beachtet bitte folgendes...”
    “Ich hatte selbst eine Ausbildung”, schmollte Nong.
    “Aber ich habe die Erfahrung, okay? Wir haben eine Chance, alle gesund nach Deutschland zu kommen, wenn wir stets zusammen bleiben. Der beste Schutz sind grosse Menschenmassen. Und ich hoffe mal, dass McCormick gefasst wird, bevor er sich eine neue Waffe beschafft.”
    “Und was ist mit Pairat?” fragte Nong.
    “Du glaubst also, den sind wir noch lange nicht los?” fragte Bernd besorgt.
    “Er hat sein Gesicht verloren und wird sich rächen wollen”, sagte Nong nachdenklich.
    Peter verstand nur Bahnhof, denn bisher hatten sie keine Gelegenheit gehabt, über die Ereignisse in Pattaya zu sprechen.
    Die Drei schlenderten die Thavee Wong Road entlang, immer darauf bedacht, dass noch Menschen zwischen ihnen und der Bordsteinkante waren. Das war nicht besonders schwierig, denn jetzt in der Hochsaison drängelten sich viele Einheimische und Touristen vor den Verkaufsständen.
    Von einer Bühne schallte Musik herüber. Ein Tourist kam auf sie zu und musterte misstrauisch Nong.
    “Ich habe schon auf Sie gewartet, Herr Weise. Wir waren doch verabredet!”
    Und an Bernd und Nong gewandt:
    “Dr. Wolfgang Werner aus Hamburg!”
    “Bernd Krüger aus Berlin und das ist Nong, die Verlobte von Herrn Weise”, übertrieb Bernd ein wenig.
    Dr. Werner wirkte irritiert, hatte er doch Lek für Peter’s Freundin gehalten.
    “Hören Sie, Dr. Werner, wir hatten einen schweren Tag, eine Bekannte ist ermordet worden und Herr Weise war inhaftiert...”
    “Ist schon gut, Bernd, das geht klar! Aber nicht hier, nach Musik ist mir heute nicht zumute.”


    wird fortgesetzt...

  6. #105
    Avatar von Benji

    Registriert seit
    05.05.2002
    Beiträge
    11

    Re: Abenteuer in Thailand - Auf der Suche nach Nong

    Hallo Harald,

    ich bin neugierig. :O

    Gruesse

    Benji

  7. #106
    Avatar von MadMovie

    Registriert seit
    16.01.2005
    Beiträge
    1.457

    Re: Abenteuer in Thailand - Auf der Suche nach Nong

    Fortsetzung Kapitel 16

    Sie gingen ein paar Schritte zurück in Richtung ihres Hotels und nahmen Platz in einem anderen Restaurant. Auf der flachen Bühne wurden sonst traditionelle Thai-Tänze von anmutigen Mädchen dargeboten, wie Peter an anderen Abenden festgestellt hatte, aber heute fand keine Show statt.
    Sie bestellten beim Kellner Wasser und Bier und einen Schoppen Weißwein für Dr. Werner.
    “Darf ich mich nach dem Befinden der Gattin und der Tochter erkundigen?” fragte Peter zerstreut.
    “Nun, meine Frau ist müde und im Hotel geblieben. Meine Tochter ist mit zwei jungen Schweden im Phuket FantaSea.”
    Peter runzelte etwas die Stirn.
    “Keine Sorge, die kann auf sich aufpassen”, sagte Wolfgang Werner.
    Bernd nahm einen Schluck Mineralwasser.
    “Was ist denn in dich gefahren, alter Schluckspecht?”
    “Eine leichte Alkohol-Allergie nach einem Umtrunk mit russischen Freunden.”
    “Darf ich Sie fragen, Dr. Werner, warum Sie sogar im Urlaub Interviews geben?”
    “Zunächst mal - ich bin Wolfgang!”
    Sie prosteten sich zu und Peter sagte:
    “Okay Wolfgang, ich bin der Peter!”
    “Nach so einem Tag werde ich wohl doch wieder rückfällig!” Bernd schüttete Singha in sein Glas, nahm einen tiefen Schluck, neigte den Kopf und sagte:
    “Nichts geht über eine Hopfenkaltschale! Da wir gerade bei der Verbrüderung sind - ich bin der Bernd!”
    Peter hatte Stift und Notizblock ausgepackt und nickte Wolfgang aufmunternd zu.
    “Ich habe mich im Rahmen des europäischen Forschungsprojekts MaxWave bisher mit sogenannten Freak Waves beschäftigt”, sagte Dr. Werner.
    Bernd übersetzte es für Nong.
    “Monsterwellen? Sind das die, welche an Land grosse Verwüstungen anrichten können?”
    Peter spürte einen leichten Kopfschmerz, aber er ignorierte es, denn sein Interesse war geweckt.
    “Ihr Journalisten würdet wahrscheinlich keinen Unterschied machen, aber für uns Wissenschaftler sind das zwei Paar Schuhe.”
    “Erkläre uns bitte den Unterschied, Wolfgang!”
    “Bei einer Freak Wave müssen eine oder mehrere folgender Bedingungen zusammen kommen: Ein Orkan, der zwölf Stunden in eine Richtung bläst, normale Wellen treffen auf gegenläufige, kalte Meereströmungen oder es bilden sich Kreuzseen, die bei wechselnden Winden entstehen. Mit Hilfe eines Satelliten wurde eine Weltkarte erstellt und wir haben in drei Wochen zehn Riesenwellen lokalisiert, die mehr als 25 Meter hoch waren.”
    “Was kann passieren, wenn so eine Welle zum Beispiel ein Schiff trifft?” fragte Peter. Auch Bernd und Nong folgten mit gespannter Aufmerksamkeit den Worten des Wissenschaftlers.
    “Es hat Fälle gegeben, da wurde ein 200 Meter langer Frachter komplett um die Längsachse gedreht, die Seeleute nennen es ‘durch kentern’. Die Folgen kann sich jeder ausmalen. Jede Woche verschwinden zwei grosse Schiffe, nicht irgendwelche Seelenverkäufer, sondern hoch moderne Containerschiffe mit qualifizierter Besatzung. Sehr häufig sind die Freak Waves die Ursache.
    Ich möchte nicht in der Haut eines Kapitäns stecken, wenn 50 Tonnen pro Quadratmeter Druck auf das Schiff einwirken. Im ungünstigsten Fall kann ein Schiff auf dem Wellenkamm unter der Eigenlast zerbrechen.”
    “Warum wird darüber in der Öffentlichkeit so wenig berichtet?” fragte Peter.
    “Weil es nur die Seeleute, Reedereien und Versicherungen betrifft. Etwas anderes ist es, wenn ein Luxus-Passagierschiff betroffen ist. Die ‘Queen Elizabeth 2’ zum Beispiel , die hatten Glück im Unglück, da wurden nur sämtliche Scheiben des Salons zerschlagen, in 22 Meter Höhe!”
    Peter machte sich Notizen.
    “Du hast mich gefragt, Peter, warum ich auch im Urlaub Publicity mache.
    Ich wurde in eine Kommission berufen, die ein Frühwarnsystem für den Atlantik durchsetzen soll.”
    “Für Freak Waves?”
    “Ja, das auch, doch dafür brauchen wir einen zweiten Satelliten. Nein, auch die anderen Wellen, mit dem japanischen Namen Tsunami.”
    “Und was heißt das im Wortsinne?” fragte diesmal Bernd.
    “Hafenwelle oder Welle im Hafen. Vor langer Zeit kamen japanische Fischer mit reichem Fang nach Hause, aber ihr Hafen und ihre Hütten waren komplett zerstört von einer Welle, die sie draussen gar nicht bemerkt hatten.”
    “Okay, Wolfgang, Japan und der Pazifik, aber warum der Atlantische Ozean?”
    “Es gibt drei Möglichkeiten, wie so eine Tsunami entsteht: Eine Vulkaninsel explodiert, ein Seebeben an der Subduktionszone von Kontinentalplatten oder eine über- oder unterseeische Rutschung grosser Gesteinsmassen.”
    “Du bist also der Meinung, so etwas kann in Europa jederzeit passieren?”
    “1755 - Erdbeben und Tsunami in Portugal, 60000 Tote in Lissabon; 1908 Tsunami in Sizilien - ebenfalls 60000 Tote”, sagte Dr. Werner ernst.
    “Was ist der aktuelle Anlass, sich für ein Frühwarnsystem stark zu machen?” fragte Peter.
    “Auf der Kanareninsel La Palma gibt es den Vulkan Cumbre Vieja, der ist seit 1949 instabil, könnte jederzeit ins Meer stürzen.
    Wir wissen nur nicht, ob es nächstes Jahr oder erst in 20000 Jahren passieren wird.”
    Wolfgang Werner machte eine Pause, um die Worte wirken zu lassen und trank einen Schluck Wein.
    “Was passiert, wenn 500 Milliarden Tonnen Gestein in den Atlantik poltern?”
    “Man kann zu Fuss nach Amerika laufen”, grinste Bernd.
    “Nun, dafür reicht es nicht. An der Technischen Hochschule Zürich wurde dieser Fall simuliert, mit dem Ergebnis, eine 650 Meter hohe Welle würde sich mit 500 bis 900 Kilometer pro Stunde ausbreiten!”
    “Und tschüss, New York!”
    “Du hast es als Erster erfasst, Bernd!”


    wird fortgesetzt...

  8. #107
    Avatar von MadMovie

    Registriert seit
    16.01.2005
    Beiträge
    1.457

    Re: Abenteuer in Thailand - Auf der Suche nach Nong

    Zitat Zitat von Benji",p="225319
    Hallo Harald,
    ich bin neugierig.
    Gruesse
    Benji
    Eine Thailänderin, die Deutsch kann, mich mit "Klarnamen" anspricht -
    da sollte ich ein paar Formulierungen sorgfältiger wählen... :O
    Ich grüße dich auch, Benji!

  9. #108
    Avatar von MadMovie

    Registriert seit
    16.01.2005
    Beiträge
    1.457

    Re: Abenteuer in Thailand - Auf der Suche nach Nong

    Fortsetzung Kapitel 16

    Dr. Werner betrachtete einen Moment lang interessiert die Lichtbrechung im Weinglas, als er es erhob und Bernd zu prostete.
    “Die Franzosen und Briten haben Bereitschaft signalisiert, bei der Vorbereitung des Frühwarnsystems mitzumachen, jetzt müssen wir noch die Amerikaner und Norweger ins Boot holen”, sagte Wolfgang mit optimistisch klingender Stimme.
    “Warum hat so ein sinnvolles Projekt dennoch so viele Widerstände zu überwinden?” fragte Peter und spielte mit dem Kugelschreiber.
    “Weil derartige Katastrophen, anders als in den Mittelmeerländern, nicht in unserem kollektiven Gedächtnis verankert sind.”
    “Wann gab es die letzte Katastrophe mit größeren Schäden in Nord- und Mitteleuropa?”
    “Das ist ja das Problem, das war vor 8000 Jahren. Damals gab es im Nordantlantik eine Kontinentalhangrutschung. Eine Fläche von der Größe Islands brach ab und rutschte in die Tiefsee. Die Flutwelle verwüstete Schottland und Island.”
    “Ich verstehe”, sagte Peter und kaute am Stift, “wäre es vor 80 Jahren passiert, dann würden alle einem Frühwarnsystem erheblich aufgeschlossener gegenüber stehen. Woher weiß man das so genau?”
    “Die Geologen haben Sedimentschichten gefunden. Eine globale Katastrophe vor 190 Millionen Jahren und die genannte vor 8000 Jahren im Nordatlantik.”
    “Kennt man auch die Ursache?” fragte jetzt Bernd.
    “Hat jemand von euch Frank Schätzings ‘Der Schwarm’ gelesen?” fragte Wolfgang Werner in die Runde.
    Peter nickte.
    “Die Meeresbiologen reißen immer noch Witze auf den Fluren der Institute, so nach dem Motto ‘Pass auf, gleich springt dich eine Qualle an!’, aber das Szenario mit der Instabilität von Kontinentalhängen, hervor gerufen durch das Freiwerden von Methanhydrat, ist sehr ernst und äußerst realistisch.”
    “Methanhydrat?” fragte Bernd.
    “Stimmt ja, du hast den Roman nicht gelesen.”
    “War mir zu dick, die Schwarte”, griente Bernd.
    “Eiskristalle umschließen Methanmoleküle. Das Zeug wäre die ideale Energiereserve für die Zukunft, nur dumm, dass es häufig an den Kontinentalhängen lagert und diese sozusagen wie Eiszement stabilisiert.”
    Dr. Werner bemühte sich sichtlich, nicht zuviel Fachchinesisch zu reden.
    “Wie konnte sich das Methanhydrat in der Steinzeit auflösen?” fragte wieder Bernd.
    “Durch eine allgemeine Erwärmung des Nordatlantik zum Beispiel.”
    Dr. Werner zuckte mit den Schultern.
    “Das ist noch nicht restlos aufgeklärt.”
    “Da wären wir bei dem, was die Leser sicher interessiert: Inwiefern trägt der Mensch heute dazu bei, Naturkatastrophen zu provozieren?” wollte Peter wissen.
    “Die Prozesse verlaufen sehr langsam. Sicher tragen der Ausstoß von Kohlendioxid und anderen Treibhausgasen zur allgemeinen Klimaerwärmung bei - mehr Stürme, mehr Freak Waves. Vergesst auch nicht, dass die Natur selbst der größte Umweltverschmutzer ist. Bei einem Vulkanausbruch werden hunderttausende Tonnen fester Partikel, Schwefeldioxid und vieles andere mehr bis in die Stratosphäre geschleudert.”
    “Aber die Industrie macht das täglich, wenn auch nur im unteren Teil der Atmosphäre”, sagte Peter nachdenklich.
    “Das ist zweifellos richtig.” Der Kellner kam Dr. Werner zu Hilfe. Man orderte eine weitere Lage Getränke.
    Ganz in der Nähe plätscherte ein Springbrunnen. Von der Bar drang gedämpfte Musik zu ihnen herüber.
    Nong war auf die Toilette gegangen. Als sie zurück kam, blieb sie etwa zehn Meter entfernt stehen und telefonierte mit dem Handy, das ihr Peter zurück gegeben hatte. Sie kam zum Tisch zurück und sagte:
    “Da war ein fremder Mann am Telefon, er hat mich gewarnt, ich solle mich in Acht nehmen und wenn möglich Phuket verlassen.”


    wird fortgesetzt...

  10. #109
    Avatar von moselbert

    Registriert seit
    15.09.2003
    Beiträge
    2.627

    Re: Abenteuer in Thailand - Auf der Suche nach Nong

    Jetzt kommt sogar mein Fachgebiet ins Spiel: Klimaerwärmung.

  11. #110
    Avatar von MadMovie

    Registriert seit
    16.01.2005
    Beiträge
    1.457

    Re: Abenteuer in Thailand - Auf der Suche nach Nong

    @ Moselbert,

    eine Quelle ist z. B. P.M. Perspektive Nr. 01/2005.
    Ich hoffe mal, ich habe bestimmte Aussagen nicht zu sehr vereinfacht.
    Vorbild für die fiktive Figur Dr. Wolfgang Werner ist Dr. Wolfgang Rosenthal vom GKSS-Forschungszentrum Geesthacht.

Seite 11 von 18 ErsteErste ... 910111213 ... LetzteLetzte

Ähnliche Themen

  1. Suche 3 bis 4 rai Phetchabun Nong Phai
    Von Metta im Forum Talat-Thai
    Antworten: 13
    Letzter Beitrag: 19.11.14, 04:41
  2. Antworten: 7
    Letzter Beitrag: 21.06.09, 09:26
  3. Antworten: 1
    Letzter Beitrag: 11.05.09, 22:49
  4. Umzug nach Nong khai
    Von Otto1 im Forum Treffpunkt
    Antworten: 15
    Letzter Beitrag: 25.06.08, 21:06
  5. Suche Geschäftsverbindung nach Thailand
    Von schorsch201 im Forum Treffpunkt
    Antworten: 25
    Letzter Beitrag: 05.12.04, 00:38