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Abenteuer in Thailand - Auf der Suche nach Nong

Erstellt von MadMovie, 05.02.2005, 17:32 Uhr · 170 Antworten · 12.625 Aufrufe

  1. #91
    Chonburi's Michael
    Avatar von Chonburi's Michael

    Re: Abenteuer in Thailand - Auf der Suche nach Nong

    Zitat Zitat von MadMovie",p="222213
    wenn alles klappt, bringe ich es dir im Mai mit
    Das heisst *freu* wir werden uns kennenlernen :-)

  2.  
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  3. #92
    Avatar von MadMovie

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    Re: Abenteuer in Thailand - Auf der Suche nach Nong

    Kapitel 15

    Ian McCormick war ein schweigsamer Mensch, das brachte sein Beruf so mit sich. Im Moment reiste er mit einem britischen Pass, er hatte aber drei weitere gut versteckt im Gepäck.
    Der thailändische Auftraggeber musste es sehr eilig haben, denn man hatte ihm einen Privatjet nach London geschickt, wo McCormick sich zur Zeit gerade aufhielt. Das war sehr praktisch, denn so hatte er die Möglichkeit, sein Lieblingsspielzeug, ein in Südafrika gefertigtes Präzisionsgewehr, mit zu nehmen. Es kostete immer viel Zeit und Geld, vor Ort eine Waffe zu kaufen oder gar anfertigen zu lassen.
    Zweimal hatte er auch schon geschafft, mit gefälschten Ausweisen und ausstaffiert mit einer Pilotenuniform, Waffen direkt in ein Flugzeug zu schmuggeln. Das war McCormick zu gefährlich geworden, außerdem war er kein Hi-Jacker.
    Dieser neue Auftrag machte ihm Sorgen. Dieser Thailänder musste größenwahnsinnig sein! Vier verschiedene Zielpersonen an unterschiedlichen Orten binnen weniger Tage “ausknipsen”, das überstieg sogar die Vorstellungskraft von McCormick und er hatte schon viele diffizile Aufträge ausgeführt. Irgendwie würde er schon zum Schuss kommen.
    Vielleicht trafen sich auch alle Zielpersonen an einem Ort, das würde die Arbeit ungemein erleichtern.


    Wan hatte zufällig eine alte Freundin getroffen, die sie lange nicht gesehen hatte. Das war die Chance für Peter und Lek, sich aus dem Staub zu machen.
    Peter hatte gleich gemerkt, dass die attraktive Lek, die man in Deutschland vielleicht gar nicht für eine Asiatin gehalten hätte, einer Affäre nicht abgeneigt war. Sie hielten sich nicht lange in einem Restaurant auf, sondern Lek winkte einen Minibus heran, die sich hier Tuk-Tuk nannten und gab das Fahrziel, eine Adresse in der Rat-U-Thit Songroi Pi Road an.
    “Ich bin nicht das, was du glaubst”, sagte Lek lächelnd.
    “Woher weißt du, was ich glaube?” Peter lächelte zurück.
    “Na, ja, dein Blick. Ich arbeite nicht in einer Bar und habe deshalb für die Saison eine zweite Wohnung hier. Ich bin Angestellte der TAT, der Tourismusbehörde und muss häufig nach Phuket.”
    Es wäre so einfach gewesen, gleich am ersten Tag danach zu fragen, dachte Peter beschämt.
    Sie betraten die kleine, gemütliche Wohnung und hielten sich nicht lange mit Kaffee trinken auf. Als Peter Lek umarmte und küsste, hoffte er, die Handys würden stumm bleiben. Die Gedanken an Nong, Wan und Bernd blendete er einfach aus.


    Bernd hatte eine äußerst unangenehme Begegnung hinter sich gebracht und war drauf und dran seinem Grundsatz untreu zu werden, keinen Alkohol mehr zu trinken. Zumindest vorläufig nicht.
    Es ging schon damit los, dass zwei Männer, die so gar nicht in das Klischee der immer lächelnden Thailänder passen wollten, ihn von der Villa Pittayarat abholten und zu einer anderen Villa brachten. Udai hatte ihn beruhigt, es wäre nur eine Routinebefragung.
    Bernd ahnte, nein, er wusste, welchen Job die beiden Männer hatten.
    Nach ein paar unverbindlichen Höflichkeiten waren sie sofort zur Sache gekommen.
    Sie verbaten sich jede weitere Einmischung in operative Massnahmen thailändischer Behörden. Die Befreiung von Frau Pittayarat wäre nicht seine Sache gewesen, er hätte die Polizei anfordern müssen.
    Bernd rutschte ungemütlich auf dem Stuhl hin und her und tupfte sich den Schweiss von der Stirn.
    Jetzt nur nicht den Coolen spielen und durch blicken lassen, dass man selbst einmal in der Branche gearbeitet hat. Aber vielleicht wussten die das.
    Er hätte es nur dem Umstand zu verdanken, Gast der Familie Pittayarat zu sein, dass man ihn nicht sofort des Landes verwies.
    Immerhin ging die thailändische Gastfreundschaft auch diesmal soweit, Bernd bis zum Landmark Hotel in der Sukhumvit Road zu bringen. Er dachte gerade daran, dass er noch einmal nach Pattaya fahren müsste, um sein Gepäck abzuholen, da wurde Bernd von einem Mann mit grauem Backenbart angerempelt. Der Gentleman murmelte eine Entschuldigung auf Englisch.
    In einer ruhigen Ecke schaute sich McCormick noch einmal die Fotos an.
    Dieser Deutsche würde ihn vielleicht zu den anderen bringen - also dran bleiben!


    wird fortgesetzt...

  4. #93
    Avatar von UweFFM

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    Re: Abenteuer in Thailand - Auf der Suche nach Nong

    schön, jetzt wirds ja doch blutig und die Helden sündigen sogar. :bravo:
    Die Abweichung vom Hollywoodstil "alle sind gut, neuerdings sogar die eigentlich bösen" gefällt mir sehr.
    Gruß Uwe

  5. #94
    Avatar von MadMovie

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    Re: Abenteuer in Thailand - Auf der Suche nach Nong

    Zitat Zitat von UweFFM",p="222895
    schön, jetzt wirds ja doch blutig und die Helden sündigen sogar.
    Es wird übrigens auch noch feucht... :O

  6. #95
    Avatar von MadMovie

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    Re: Abenteuer in Thailand - Auf der Suche nach Nong

    Fortsetzung Kapitel 15

    Im Hause Pittayarat hing der Haussegen schief. Mutter und Bruder wussten zwar nicht im Detail, warum Nong vom Landwirtschafts- zu einem anderen Ministerium gewechselt war, aber gewissen Andeutungen hatten sie damals entnommen, dass es gefährlich werden könnte.
    Jetzt, nach dem das Befürchtete eingetreten war, wollte man Nong am liebsten in Watte packen und gar nicht mehr vor die Tür lassen.
    “Ich bin kein kleines Mädchen mehr”, sagte sie trotzig.
    “Deine Hand...” warf Udai ein.
    “Die ist nicht gebrochen, nur angeknackst”, sagte Nong.
    Sie trug keinen Gips, aber einen stabilen Verband. Die schwarze Schlinge zur Ruhigstellung des Armes hatte sie längst abgestreift.
    “Vielleicht gebe ich meinen neuen Job ja doch auf...”
    Udai und die Mutter atmeten auf.
    “...Weil ich Peter heiraten und nach Deutschland ziehen werde!”
    Es galt inzwischen in Thailand nicht mehr als Schande, einen Farang zum Schwiegersohn zu haben, aber im Hause Pittayarat dachte man noch sehr konservativ.
    Die Mutter schlug die Hände vor das Gesicht, obwohl sie Peter als wohl erzogenen Fremden kennen gelernt hatte.
    “Wo war denn dein Peter, als du in Pattaya in Gefahr warst und misshandelt wurdest?” giftete Udai.
    Jetzt war auch Nong den Tränen nahe.
    Auf die Terrasse stürmte ein stattlicher Mann in Uniform und umarmte Nong.
    General Pittayarat war der Letzte gewesen, den man über alles informiert hatte.
    “Sprich mit dem Farang und höre auf dein Herz. Ich wünsche dir viel Glück!”
    Der General hatte ein Machtwort gesprochen. Dass seine Tochter für den Fall, sie würde nicht ins Ausland gehen, weiterhin da ihren Dienst versah, wo Thailand sie brauchte, stand für ihn als Soldaten außer Frage.


    Die winzige Wohnung hatte keine Klimaanlage, sondern nur einen Ventilator, einen Deckenquirl, wie Peter es nannte.
    Er klebte auf Lek wie eine Briefmarke.
    Das war wie Leistungssport, dachte Peter. Man wird eben nicht jünger und dann eine 5ex-Partnerin, die abgeht wie eine dreistufige Rakete!
    Er stand vorsichtig auf, um in das noch winzigere Badezimmer zu schlüpfen.
    Kaum hatte er das Wasser aufgedreht, huschte Lek hinein, eingewickelt in ein Bettlaken.
    “Haben wir zwei überhaupt Platz hier drin?” fragte Peter lachend und prustend.
    Lek antwortete nicht, sondern seifte ihn ein und ließ kein Körperteil aus.
    Nebenan klingelte ein Handy und Lek schlängelte sich durch die schmale Tür.
    Peter spülte den Schaum vom Körper und trocknete sich ab.
    Nach einer halben Stunde erreichten sie das Seafood Restaurant in der Nähe der Kreuzung Rat-U-Thit/Sawatdirak Road, in dem Wan ungeduldig wartete.
    “Ich gönne dir den Spass”, sagte Wan auf Thai, “aber hast du dabei auch an Nong gedacht?”


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  7. #96
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    Re: Abenteuer in Thailand - Auf der Suche nach Nong

    Fortsetzung Kapitel 15

    Nong war auf gut Glück zum Landmark Hotel gefahren und kam gerade zurecht, als Bernd an der Rezeption auscheckte.
    “Schon wieder Lust auf einen kleinen Ausflug, Lady Nong?” lachte Bernd.
    “Meine Familie erdrückt mich mit ihrer Liebe, ich musste mal wieder raus. Ich könnte mir auch keine bessere Reisegesellschaft wünschen”, fügte sie augenzwinkernd hinzu.
    Wenn dieses kesse Mädchen nicht Peter gehören würde, könnte ich schwach werden, dachte Bernd.
    “Wir nehmen aber nicht die nächste Maschine zu Peter, sondern machen noch einmal einen kleinen Abstecher nach Pattaya.”
    Nong riss die Augen auf. Nicht schon wieder dahin, wo hinter jeder Ecke der entkommene Pairat lauern konnte!
    Aber jetzt hatte sie den umsichtigen Bernd dabei.
    Nong hatte nur eine kleine Reisetasche, die von Bernd zum wartenden
    Wagen getragen wurde.
    Der freundliche Fahrer, mit dem sie sich während der Fahrt angeregt in Thai und Englisch unterhielten, brachte sie in zweieinhalb Stunden nach Pattaya zum Natural Beach Hotel.
    Der Fahrer blickte immer wieder in die Rückspiegel.
    “Ein Wagen verfolgt uns schon seit Bangkok”, sagte er.
    Bernd hatte den englischen Gentleman, obwohl der keinen Backenbart mehr trug, wieder erkannt.
    Nong war etwas beunruhigt, ließ sich aber nichts anmerken. Sie vereinbarten mit dem Fahrer, dass er sie noch heute Abend zum Domestic Airport bringen sollte, und anschließend musste sich Bernd eine kleine, freundliche Standpauke an der Rezeption anhören.
    Er hatte sich nicht abgemeldet und das Zimmer konnte nicht an einen anderen Gast vergeben werden. Bernd zahlte den kleinen Aufpreis, der gefordert wurde.
    Draußen auf dem Gehweg glaubte er, einen Schatten gesehen zu haben, der schnell in eine Soi verschwand.
    Dem werden wir mal eine kleine Lehrstunde erteilen, freute sich Bernd.
    Er erinnerte sich daran, dass er damals, obwohl noch recht jung, selbst ein paar Mal Unterricht erteilt hatte, wie man sich einer Bewachung entzog.
    “Hast du heute in der Sukhumvit den Mann gesehen, der wie ein englischer Gentleman wirkt und in das Auto stieg, das uns bis hierher verfolgt hat?” fragte er Nong.
    “Ja”, sagte sie.
    “Ich hatte auch nichts anderes erwartet. Jetzt pass auf, ich glaube, du kannst noch etwas lernen!”
    Sie liefen die Beach Road entlang und hasteten in die Mike Shopping Mall.
    Im Obergeschoss versteckten sie sich hinter Kleiderständern.
    McCormick befand sich eindeutig im Nachteil. Er hatte keinen Mann, der ihn ablösen konnte. Und der Deutsche hatte den Braten längst gerochen.
    Um ihren Verfolger noch mehr zu verwirren, verließen Nong und Bernd zu unterschiedlichen Zeiten die Mike Mall.
    McCormick blieb sich selbst treu und verfolgte hartnäckig Bernd.
    Der huschte in ein Reisebüro, in dessen Schaufenster in kyrillischer Schrift Werbung für Aeroflot-Flüge in alle Welt gemacht wurde.
    Grigorij Alexandrowitsch war selbst anwesend.
    “Bernd Walterowitsch, möchtest du einen Rückflug buchen?”
    Bernd ließ die Begrüßungszeremonie mit Umarmung über sich ergehen.
    “Nein, hast du einen deiner Männer hier? Ich brauche jemanden für ein kurzes Ablenkungsmanöver.”
    “Wassilij!” rief Grigorij nach hinten.
    “Ach übrigens, ist Nong schon hier?” fragte Bernd beiläufig, während er in den bunten Prospekten blätterte.
    “Nong? Wie kommst du darauf? Ist aber nichts Neues, dass du sie suchst!”


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  8. #97
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    Re: Abenteuer in Thailand - Auf der Suche nach Nong

    Fortsetzung Kapitel 15

    Peter und Lek machten einen Ausflug zu den Koh Phi Phi Islands.
    Sie saßen nicht, sondern standen auf den Bänken und winkten zu einem anderen Schiff herüber, das sie gerade überholten.
    Mit der Geschwindigkeit eines Torpedobootes pflügten sie durch das Wasser.
    Lek’s langes braunes Haar flatterte im Wind. Sie streifte wie zufällig Peters Hand. Die Berührung dieser Frau elektrisierte ihn jedes Mal.
    “Ich muss es ihr sagen”, murmelte Peter vor sich hin.
    Lek schaute ihn fragend an und er wiederholte die Bemerkung auf Englisch.
    Peter hatte von Udai die Nachricht bekommen, dass Nong befreit worden war und ihn auf Phuket treffen wollte. Bernd blieb stumm, offenbar war der nicht nur stur, sondern auch noch nachtragend.
    “Hast du mit ihr über Heirat und Kinder gesprochen?” riss ihn Lek aus seinen Gedanken.
    Peter schüttelte den Kopf.
    “Warum machst du dir dann Sorgen? Wir sind jetzt zusammen, das zählt!”
    Typisch Thai, dachte Peter, keine Sorgen machen.
    Er wollte gerade die weitere Diskussion auf die Abendstunden verschieben, aber Lek ließ nicht locker.
    “Ich werde dich besuchen, in drei Monaten schon, und du musst nicht einmal das Flugticket bezahlen!” lachte sie. Peter zog die Augenbrauen hoch.
    “Ich werde die Internationale Tourismusbörse in Berlin besuchen und du zeigst mir abends deine Stadt! - Warum heiratest du nicht Nong? Ich möchte meine Unabhängigkeit gern behalten, bin immer für dich da, wenn du Thailand wieder besuchst!”
    Peter hatte schon immer erhebliche Probleme, die Gefühls- und Gedankenwelt deutscher Frauen richtig einzuschätzen, aber hier war er mit seinem Latein völlig am Ende. Er würde mit Nong reden müssen, so viel war klar.
    Neben ihnen stand eine Familie aus Deutschland. Ein Mann, etwa in dem gleichen Alter wie Peter, eine Frau mit kurzen blonden Haaren, die in ihren Shorts eine gute Figur machte und eine lebhafte Tochter im Teenageralter, die mit einem Handy der neuesten Generation Fotos von den Inseln schoss, die an ihnen vorbei rauschten.
    Peter war aufgefallen, dass der Mann unablässig aufs Wasser starrte und nur selten den Kopf hob.
    “Entschuldigen Sie, ich bin Peter Weise, Journalist aus Berlin...”
    “Das trifft sich gut. Wolfgang Werner aus Hamburg, meine Frau und meine Tochter”, stellte er vor.
    “Ich bin zwar im Urlaub, aber wenn Sie Interesse haben, berichte ich gern von meiner Arbeit, ein bisschen Publicity kann nicht schaden”, lachte er.
    “Wo wohnen Sie?” fragte Herr Werner.
    “Seagull Hotel, Patong”, sagte Peter.
    “Na dann, heute Abend im Laimai Restaurant. Ihre hübsche Freundin ist natürlich auch eingeladen!” Wolfgang Werner nickte Lek freundlich zu.
    “Hm”, räusperte sich Peter. “Darf ich fragen, warum Sie unablässig auf das Wasser geschaut haben?”
    “Ich kann nicht mal im Urlaub abschalten. Es ist mein Job, Wellen zu analysieren!”


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  9. #98
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    Re: Abenteuer in Thailand - Auf der Suche nach Nong

    Fortsetzung Kapitel 15

    Wassilij erwischte gleich im zweiten Anlauf den richtigen Mann. Er bat McCormick um Feuer, aber der schüttelte den Kopf.
    “Ich habe eine ganz heiße Tipp für Sie, Sir” sagte Wassilij im gebrochenem Englisch. “Beste AGoGo in Stadt! Mädchen tanzen nicht gelangweilt in Bikini an Stange, sondern lassen alle Hüllen fallen! Für Gentleman wie Sie Eintritt umsonst!”
    “Kein Interesse”, knurrte McCormick und schob den aufdringlichen Russen beiseite.
    Diese Ablenkung hatte Bernd genügt, um im Gedränge unerkannt auf die andere Strassenseite zu kommen. In der Walking Street huschte er in die Bar und eilte sofort zum Tresen.
    “Haben Sie einen Hinterausgang?” fragte er die Mamasan, die den kräftigen Jöhraman sogar wieder erkannte.
    “Dort entlang!”
    Chan stellte sich ihm in den Weg, so dass Bernd beinahe mit ihr zusammen geprallt wäre.
    “Du hast zwar merkwürdige Freunde, aber vielleicht hast du heute Abend Zeit für mich?”
    “Heute passt es gerade schlecht, liebste Chan, ich werde verfolgt! 500 für dich, wenn du mich auf Schleichwegen zur Second Road bringst”, keuchte Bernd.
    Das war leicht verdientes Geld und es würde sich später am Abend schon noch ein Freier finden, dachte Chan.
    In der Second Road stoppte Bernd einen Minibus und ließ sich direkt zum Hotel fahren. Er hastete die Treppen hinauf, griff nach dem gepackten Koffer und bezahlte an der Rezeption.
    Als Bernd auf die Strasse trat, winkte ihm Nong fröhlich aus dem Auto zu.
    “Wo bleibst du denn so lange?”


    McCormick hatte einen Telefonanruf erhalten, die wichtigsten Zielpersonen wären auf Phuket. Er stellte die Bedingung, mit der Gulfstream dahin geflogen zu werden, was sofort organisiert wurde.
    Dank des Fluges mit dem Privatjet hatte McCormick jetzt zwei Stunden Vorsprung vor Bernd und Nong. Eine der Zielpersonen war im Seagull China City abgestiegen.
    McCormick wollte eigentlich darum bitten, dass man ihm ein Zimmer zeigte, bevor er sich entschied. Aber die Angestellte - noch schmaler, als die anderen zierlichen Thaifrauen - sagte höflich, aber bestimmt, es wäre Hochsaison. Mister McCormick könne das letzte freie Zimmer bekommen, er müsste sich aber sofort entscheiden.
    Der Killer checkte ein und ließ das Gepäck in den dritten Stock bringen.
    Er war angenehm überrascht. Es war das letzte Zimmer am Ende des Flügels. Vom Balkon aus hatte er nahezu freies Schussfeld bis zum Strand
    Ian McCormick packte nur das Zielfernrohr aus und legte sich probeweise auf die Lauer. Von hier aus könnte er sogar ein Loch in eine der grünen Kokosnüsse im Verkaufsstand am Strand schiessen.
    Er erhob sich gerade wieder, da sah McCormick ein älteres Touristenehepaar, das vom Nachbarbalkon herüber grüsste.
    Der Killer bedankte sich mit einem Kopfnicken. Er müsste also auch noch einen Sichtschutz anbringen. Das Ehepaar verschwand schnell wieder im Zimmer nebenan und nach einer Minute hörte McCormick, wie die Tür ins Schloss fiel. Gut so! Er setzte sein Vorhaben sofort in die Tat um, in dem er eine Leine spannte und eine Decke, die er im Schrank fand, darüber hängte.
    Als der Killer zur Strasse hinüber blickte, traute er kaum seinen Augen.
    Glück muss man haben! Zwei der Zielpersonen standen auf der anderen Strassenseite und stritten sich.
    McCormick schraubte in Windeseile das Präzisionsgewehr zusammen.

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  10. #99
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    Re: Abenteuer in Thailand - Auf der Suche nach Nong

    Fortsetzung Kapitel 15

    “Du hast es ihr gesteckt, nicht wahr?” sagte Peter ruhig, aber seine Augen funkelten zornig.
    “Woher willst du das wissen?” antwortete Wan trotzig.
    “Sie hat mich heute auf ihrem eigenen Handy angerufen und machte ein paar Andeutungen...”
    “Du musst dich entscheiden, Peter!”
    “Das geht nur mich und Nong etwas an!”
    Peter hob den rechten Arm und machte einen Schritt auf Wan zu. Die junge Frau musste annehmen, Peter wolle sie an der Schulter zurück stossen.
    Deshalb wich Wan aus, verlor auf der Bordsteinkante das Gleichgewicht und taumelte auf die Strasse.
    Ein Pick-Up kam mit quietschenden Bremsen zum Stehen, erfasste sie aber noch mit der Stoßstange und Wan blieb regungslos liegen.
    Peter beugte sich sofort vornüber und das rettete ihm das Leben.
    Die zweite Kugel zischte in ein Gebüsch zwischen Gehweg und Strand.
    Auf der Thavee Wong Road hatte sich ein Stau gebildet.
    Bernd bedeutete dem Fahrer, hundert Meter vor dem Hotel zu halten, anders ging es auch gar nicht. Nong folgte ihm durch das Gedränge der Schaulustigen.
    “Dich kann man auch keine Woche allein lassen”, sagte Bernd ernst und berührte den noch unter Schock stehenden Peter nur kurz am Arm.
    Bernd schob die Leute beiseite, die Wan auf den Gehweg betten wollten, bis die Ambulanz eintraf. Ein kurzer Blick genügte ihm, dann wurde er von zwei Polizisten, die soeben eingetroffen waren, zurück gedrängt.
    Mit der Befreiung von Nong ist es nicht vorbei - es fängt gerade erst an, dachte Bernd.
    Nong schmiegte sich an Peter und weinte.
    “Mein Gott, was für ein Unglück!” stammelte Peter.
    “Unglück?” sagte Bernd zorng. “Die war schon tot, bevor sie auf dem Asphalt landete!”
    Weder Nong noch Peter erfassten sofort die Bedeutung dieser Worte.
    Jetzt kam es auf jede Sekunde an! Der Gehweg am Strand lag nicht im toten Winkel, also waren die oberen Stockwerke des Hotels ein idealer Standort.
    Bernd rannte zur Rezeption und zeigte das Foto, welches Grigorij heimlich gemacht hatte.
    “Wohnt dieser Mann hier?” keuchte er. “Ich muss ihn dringend sprechen!”
    Die dünne, ältere Dame an der Rezeption zog die Augenbrauen hoch.
    Immer diese verrückten Farangs! dachte sie. Was da draußen vorging, hatte sie noch nicht mitbekommen.
    “Mister McCormick, Zimmer Nummer 418!”
    Bernd raste am Pool vorbei und die Treppen hinauf.
    McCormick fluchte: Schon wieder dieser Deutsche! Er hatte ihn von oben kommen sehen.
    Er schoss mit der schallgedämpften Pistole und Bernd schmiegte sich an die Wand des Treppenaufgangs. Putz rieselte vom Einschussloch auf Bernds Schulter..
    Jetzt hätte er die Pistole gebraucht, die er bei Grigorij in Pattaya zurück lassen musste.
    Bernd hatte keine Chance, irgendwie an den Killer heran zu kommen.
    Er lugte um die Ecke - nichts zu sehen! Wo steckte dieser McCormick nur?
    Es war absolut nichts zu hören, aber jahrelange Erfahrung sagte Bernd, dass irgendetwas in seinem Rücken vor sich ging. Er warf sich auf den Betonboden. Der Pistolenkolben traf nur die Wand.
    McCormick war über das Holzgeländer des halboffenen Ganges eine Etage tiefer geklettert und hatte sich über die Treppe angeschlichen.
    Bernd griff nach den Fussknöcheln des Killers und brachte ihn zu Fall. Dabei verlor McCormick die Pistole, die scheppernd über den Betonboden rutschte.
    Bernd hätte in dem Bodenkampf vielleicht die Oberhand gewonnen, aber die Frau aus McCormicks Nachbarzimmer, die mit ihrem Mann gerade die Treppe herauf kam, kreischte:
    “What’s the matter?!”
    “Stopp the thieve!” brüllte Bernd.
    Aber der Killer hatte den Ehemann beiseite gestossen und war verschwunden.
    Bernd spürte einen stechenden Schmerz im rechten Knie und schaute auf die verschmutzte Hose - kein Blut! An eine Verfolgung war nicht mehr zu denken.
    Er nahm sein Taschentuch und griff vorsichtig nach dem Beweisstück, auch wenn mit dieser Waffe heute niemand ermordet worden war.


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  11. #100
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    Re: Abenteuer in Thailand - Auf der Suche nach Nong

    Fortsetzung Kapitel 15

    Zurück auf der Strasse sah Bernd, wie ein Sarg in einen Leichenwagen geschoben wurde und wie bei Peter die Handschellen klickten, dessen Kopf nach unten gedrückt und sein Freund in einen Streifenwagen geschoben wurde.
    Nong stand fassungslos daneben.
    “Augenzeugen haben ausgesagt, Peter hätte Wan vor das Auto gestossen! Ich glaube es einfach nicht!”
    Ein Polizist eilte herbei, um Bernd die Pistole zu entwinden.
    “Vorsicht wegen der Fingerabdrücke”, sagte er ruhig auf Englisch.
    Ein weiterer Polizist wollte Bernd die Arme nach hinten drehen, war aber hier an der falschen Adresse, er hätte auch mit einem Grizzly ringen können.
    Das rief weitere Polizisten auf den Plan, die ihre Waffen aus den Holstern rissen.
    Nong hatte sich wieder gefasst und telefonierte mit ihrem Bruder.
    Zwei Thais in Zivil drängten sich durch die Zuschauer und die Polizisten machten ehrerbietig Platz.
    “Was ist hier los?” fragten sie und ihnen wurde vom ranghöchsten Polizisten bereitwillig Auskunft gegeben. Man hätte gerade zwei sehr gefährliche Farangs überwältigt.
    Hoffentlich sprechen die auch Englisch! Bernd schickte ein Stossgebet zum Himmel, denn seine Thai-Kenntnisse gingen nicht so weit, um eine Fahndung nach McCormick zu veranlassen, vor allem nicht unter diesen Umständen.
    “Wir sind die Inspektoren Tongthai und Khunprathum von der Kripo Phuket Town und zufällig hier vorbei gekommen. Wie ist ihr Name?”
    “Bernd Krüger.”
    “Germany?”
    “Ja.” Bernd schöpfte wieder Hoffnung. Die beiden wirkten seriös, umsichtig und gesprächsbereit.
    “Nun mal der Reihe nach, Mister Krüger”, sagte der ältere Beamte.
    “Mr. Weise, der gerade zum Revier gefahren wird, hatte eine kleine Auseinandersetzung mit einer Freundin dieser Dame hier”, er zeigte auf Nong, die immer noch das Handy ans Ohr hielt.
    “Während dieser Auseinandersetzung wurde das Opfer vom Hotel aus erschossen, fiel vor ein Auto und für die Zeugen sah es nach einem provozierten Unfall aus. Ich habe sofort den Ort aufgesucht, von dem aus geschossen wurde, aber der mutmaßliche Täter hat auf mich ebenfalls geschossen. Das Beweisstück habe ich ihrem Kollegen in Uniform übergeben.
    Der Täter ist mir leider entkommen. Die Tatwaffe, mit der die junge Frau ermordet wurde, liegt noch in Zimmer 418 des Hotels, vor dem wir stehen.”
    Khun Tongthai war beeindruckt. Entweder log dieser Farang wie gedruckt oder der war selbst einmal bei der Polizei gewesen.
    “Welchen Job haben Sie in Deutschland?” fragte Tongthai lauernd.
    “Ich bin Privatdetektiv, war früher selbst bei den Ermittlungsorganen.”
    Das war zwar nur die halbe Wahrheit, aber es spielte hier in Thailand keine Rolle.
    Khun Tongthai wies seinen Mitarbeiter an, gemeinsam mit einem Polizisten und einem Hotelangestellten das Zimmer 418 zu durchsuchen.
    “Sicher wissen Sie auch, nach wem wir fahnden müssen?”
    “Nach Ian McCormick, hier ist ein Foto von ihm.” Bernd verkniff sich ein Grinsen.
    Nong reichte stumm das Handy an Khun Tongthai weiter.
    Der nickte immer wieder.
    “Khun Pittayarat hat ihre Angaben bestätigt, Mister Krüger. Aber ihren Freund müssen wir in Gewahrsam behalten, bis geklärt ist, dass der Schuss die Todesursache ist.”


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