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6 Wochen Chiang Mai und ...

Erstellt von Festus, 08.03.2004, 03:31 Uhr · 27 Antworten · 3.223 Aufrufe

  1. #21
    Festus
    Avatar von Festus

    Re: 6 Wochen Chiang Mai und ...

    15. Tag - Freitag, 19. März
    Von meinem Einkauf im Supermarkt hatte ich mir ja Haferflocken mitgebracht, und nachdem ich mir bei meinem Rückweg von Jimmy gestern auf dem kleinen Markt mit der lauten Musik eine Schüssel und einen Löffel (umgebogener Suppenlöffel) gekauft hatte, frühstückte ich jetzt Haferflocken mit Kaba zu den Nachrichten auf Deutscher Welle. So war ich wenigstens wieder grob informiert, hatte ich doch bei meinen letzten Urlauben jeweils den Beginn eines Krieges erlebt und überlegte schon, welches Land diesmal dafür in Frage kommen sollte.

    Bei Jimmy luden wir erst mal die gestern noch fertig gestellten Webseiten auf den Server hoch, und sprachen das weitere Vorgehen ab. Ich hatte eine Übersicht aller Webseiten gemacht und dazu in Spalten den Status der Übersetzungen mittels eines Hakens angegeben. So hatte er für die Zeit meiner Abwesenheit eine Grundlage für seine Ideen und neue Wünsche.

    Mit seinem Moped - auch einer Mia automatik - fuhr ich nochmals zum Rydges, um am Vormittag den IT-Verantwortlichen anzutreffen. Es war nur das Personal da und ich sagte der jungen Dame zu, nochmals für 1-2 Stunden direkt am Rechner einige Tips und Tricks zu zeigen, die sie für die Durchführung ihres Jobs hier brauchen konnte. Gerade die Anbindung von Laptops war schwierig, da der DHCP Server weg war und eine IP-Adresse aus einem kleinen Pool zu verwenden war. Aber bezüglich der Rückzahlung hatte isch weiterhin nichts getan.

    Zurück ging ich wieder in dem kleinen Restaurant "Sukuthai" hinter Jimmys Office Essen. Die Wirtin kannte mich schon und wusste, welche Speie ich bevorzugte. So bekam ich meinen Reis mit Schwein, Grünzeug und Wasser für die üblichen 25 Baht (ca. 50 Cent). Am Nachmittag waren unter anderem Holländerinnen im Büro und auch 2 brittische Urlauber. So hatte auch ich immer wieder kleine Unterhaltungen mit den Touristen.

    Da die Übertragung der wieder fertig gestellten Webseiten mal wieder Probleme bereitete und der Provider am Nachmittag nicht immer eine freie Leitung hatte, hatte ich Siriphorn bei ihrem Anruf schon gebeten mich bei Jimmy abzuholen. Sie hatte gerade eine Pause zwischen den landenden Maschinen und nachdem ich im Hotel den Computer ins Zimmer gebracht und schnell geduscht hatte, fuhr ich uns beide zum Flughafen.
    Nach einem Spaziergang im Terminal und einigen Erklärungen ihrerseits, wer dort was arbeiten würde, und wie die Sicherheitsausweise zu lesen sind - verschiedene Berechtigungsstufen von 1 bis 7 - trafen wir auch eine ihrer Freundinnen, die - sofern ich das richtig verstanden hatte - ihr auch von der verfügbaren Stelle bei 'Chiangmai S.B. Holiday' erzählt hatte. Zudem gab sie mir zu verstehen, das der Manager von S.B. mich gerne bei einem Abendessen kennenlernen wollte. Mir sollte es recht sein. Kontakte helfen immer und ich sammle Erfahrung und neue Einsichten in die Lebensart und -weise dieser Menschen hier.
    Nachdem ich dann die Zeit während sie am Schalter beschäftigt war, in der Wartehalle, wo auch die Passagiere von den Angehörigen erwartet wurden, und betrachtete das Treiben hier. Auffällige Begrüßungen im familiären und auch im geschäftlichen Sinne lenkten mich so ab, daß ich ihr Auftauchen erst nicht bemerkte. Sie hatte auch einen kleinen Trolli für mich von daheim mitgebracht, welchen ich für die Kurzreise nach Laos nutzen konnte.
    Dann fuhren wir auf ihrem Moped (incl. Koffer) weiter in die Stadt. An einer Tankstelle füllten wir den Tank wieder auf, was einen Bezahlung von 50 Baht (1 Euro) bedeutete. Damit konnte sie wieder einige Zeit fahren. Auf dem Weg zum Hotel durchquerten wir die Stadt auf den kleinsten Wegen und hielten unweit des Monumentes der 3 Könige in einem der Kleinrestaurants, die überwiegend von den Einheimischen genutzt wurden. Die Mia mit dem Trolli standen gegenüber und heute gab es Nudelsuppe. Genauso neugierig, wie mich die anderen einheimischen Gäste betrachteten schaute auch ich mich um. Es schmeckte wie üblich vorzüglich, doch liesen sich diese Glasnudeln nur sehr schwer mit den Stäbchen in meinen Mund führen. Einzelne Fleischstückchen konnte ich meist schon recht sicher greifen, aber diese Nudeln waren eine Gefahr für meine Kleidung. So kam mein Mund automatisch immer näher zur Schüssel. Auf dem weiteren Rückweg schauten wir wieder am Nachtmarkt vorbei, wobei mich dieser nicht mehr so interessierte. Hier war zu viel Kommerz und zu viele Touristen.
    Zurück im Hotel schickte ich sie gleich weiter, war es doch spät geworden und sie musste ja noch fahren und morgen früh wieder arbeiten.

  2.  
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  3. #22
    Festus
    Avatar von Festus

    Re: 6 Wochen Chiang Mai und ...

    16. Tag - Samstag, 20. März
    Gegen 6 Uhr war ich schon wach, aber nachdem ich die Uhrzeit auf der neben mir auf dem Tischlein liegenden Uhr sah, entschied ich mich für eine weitere gemütliche Runde Schlafens. Nach dem Duschen frühstückte ich auf dem Zimmer meine Leibspeise und sah nebenbei die deutschsprachigen Nachrichten auf DW. Der Weg zu Jimmy verlief wie üblich inmitten der erwachenden und die Straßengeschäfte öffnenden oder aufbauenden Thais in relativ kühler Luft.

    Bei Jimmy angekommen stellte ich gleich das Problem vom Vortag wieder richtig. Aus irgendeinem Grund waren alle Datenamen groß geschrieben worden, als diese auf den Server in Karlsruhe kopiert wurden. Somit funktionierten einige Bildanzeigen nicht mehr. Nebenbei kontrollierte ich mein Mailpostfach, sah im Gewinnbriefe-Forum nach und postete meine letzten gefertigten Berichte wieder im Nittaya-Forum. Fast fertig kam auch Jimmy ins Büro und wir konnten gerade die jetzt richtigen Anzeigen der kompletten Webseite nachprüfen.

    Bevor er zu seiner heutigen Tour davonfuhr, gab er mir noch eine deutschsprachige Reisebeschreibung aus einem Angebot seines Partners in Düsseldorf und war wieder hinfort. Ich arbeitete mich wie üblich Seite für Seite voran und machte vor allem kosmetische Korrekturen. Gegen 9:30 Uhr war ich nochmal im Rydges und übergab der Angestellten im Office das TCP/IP Buch. Sie solle es die kommenden 6 Tage anlesen und bezüglich Verständnis und Wichtigkeit Anmerkungen machen. Sie war total platt und grüßte mich bis zum Lift. Bald war ich wieder zurück bei Jimmy und schrieb fleissig weiter.

    Nebenbei - durch die Unterhaltung mit einer der Mädchen hier, die zum Studium hier praxis sammelten - arbeitet ich dann die am Vortag notierten Preise in meine Übersicht ein, und verglich auch einige der Computerpreise mit den wenigen Ergebnissen meiner Internetsuche am Morgen. Die angebotenen Computer hier waren vergleichsweise billig: Desktop so grob zum halben Preis, und Laptops (hier ein 2,6 GHz Model) mit etwa 66% vom morgens gesehenen Preis in München. So hatte ich etwas zum Nachdenken. Ein Vater mit seiner Tochter aus der Tschechei lenkten diesen Morgen etwas von der Arbeit im Reisebüro ab.

    Zum Mittagessen war ich wieder in "Sukothai", einem Restaurant direkt um die Ecke bei Jimmy. Mein Essen verlief gemütlich, konnte ich hier doch wunderschön eine Familie (Wirte) und die Besucher ohne besonderes Aufsehen beobachten. Der Rückweg war zwar mit 300 Metern kurz, aber auf der Strecke wurde mir immer wieder die Hitze bewusst, der ich eigendlich ausgesetzt war.

    Gegen 19:30 Uhr holte mich Siriphorn vom Hotel ab, und wir fuhren am Nachtmarkt vorbei auf die andere Uferseite. Dort parkten wir am Restaurant am Ufer und spazierten noch zum Ufer, weil wir etwas zu früh waren. Als sich der Lehrer dann per Handy meldete, gingen wir schon mal hinein und suchten einen Platz. Schon während der Getränkebestellung kam er auch schon dazu. Er war nicht unbedingt von der hetero-Fraktion, aber das störrte mich nicht. Viel mehr machte doch die Unterhaltung mit ihm Spass, sprach er doch sehr gut Deutsch.

    So wurde dieses Kennenlernen auch zu einer hervorragenden Möglichkeit, etwas mehr hinter die Fasaden von Siriphorns Familie und ihrer Entscheidungen zu blicken. So bestätigte sich dann auch mein Verdacht, das Siriphorn ihr Studium nur nicht fortsetzen wollte oder konnte, weil sie mit ihrem Einkommen einen Großteil zur Finanzierung der Familie beitrug. Sie weinte während der Unterhaltung, aber mir war nicht klar aus welchem Grund das geschah. Aber ob nun eine Scham oder weil Sie mir das nie gesagt hatte, erfuhr ich nicht. Insgesamt erhielt ich aber viele Informationen, die mir bisher nicht so exakt zur Verfügung gestanden hatten. Die Auswahl der dann bestellten Speisen überlies ich Siriphorn und ihrem Lehrer, so dass ich auch heute wieder Besonderheiten zu Essen hatte: Schnecken, Langusten und recht scharfe Zutaten.

    Abschließend sollte Siriphorn nach meinem Urlaub wieder mit dem Unterricht fortfahren, und gegen 22 Uhr verabschiedeten wir uns und wir beide fuhren durch den Nachtmarkt hinduch wieder zurück zum Hotel. Nach noch fast einer weiteren Stunde Unterhaltung in der Lobby fuhr Sie dann auch nach Hause.

  4. #23
    Festus
    Avatar von Festus

    Re: 6 Wochen Chiang Mai und ...

    17. Tag - Sonntag, 21. März
    Nachdem Frühstück nahm ich meine Ausrüstung und ging bis zum Büro vom Jimmy, um dort auf die Abholung durch den Busfahrer zu warten. Da ich frühzeitig dort war konnten wir uns noch gut 30 Minuten über die bisherigen Ergebnisse der Webseite und weitere Ideen unterhalten.

    Dann ging es los. Der Van war schon mit einem Pärchen besetzt und mit weiteren Stops an verschiedenen Reisebüros ins Chiang Mai wurden gesamt 11 Personen (3 Israelis, 3 Deutsche, 1 Irin, 4 Engländer) eingesammelt. Das Gepäck befand sich größtenteils auf dem Dach und so ging es klimatisiert gen Norden.

    An heißen Quellen wurde gestoppt und so strebten alle den kleinen Restaurants zu, um zu Essen. Ich besorgte mir erst eine neue Flasche Wasser und suchte die Quellen, die sich hinter den dicht an dicht gedrängten Verkaufsständen befanden. Es waren 3 Becken, die trotz der Hitze in der Luft noch leicht dampften, obwohl nur auf dem Grund des klaren Wassers Ausströmungsbewegungen mit Sandfontainen zu erkennen waren. Erst konnte ich die Hitze des Wassers nicht einschätzen, aber nachdem ich im 2. Becken Weidenkörbchen mit Hühnereiern entdeckte, war mir klar, das ich hier nicht schwimmen gehen sollte. Es reichte also locker zum kochen der Eier, die von den hier wartenden Frauen auch fleissig verkauft wurden.

    In einem der Gasthäuser (offene Bestuhlung unter weitem Dach und die übliche Auswahl an fertigen Speisen hinter kleinen Glasscheiben) fand ich meine Standartspeise: Reis mit Hühnchen sowie scharfen Zutaten. So bgeobachtete ich das Verhalten der anderen Mitfahrer, die sich teilweise sofort nach Verlassen des Busses in den umliegenden Einrichtungen niedergelassen hatten. Es war recht still, und außer unserem Bus konnte ich nur 1 weiteren Bus und wohl 5 Personenwagen als Besucherbringer entdecken.

    Weiter mussten wir kurz vor Chiangrai dann halten, weil wir rechts hinten einen Platten hatten. Der Fahrer hielt an einer der Bushaltestellen, wo die Fahrbahn breiter war und die Insassen setzten sich in die Bushaltestelle. Ich war am Grund des Plattens interessiert und beobachtete den Reifen wechsel mit der fertigen Kamera. ALs der Fahrer dann das unter dem Laderaum außen befestigte Ersatzrad loslösen musste, vollendete ich das Lösen der Schrauben des platten Reifens und konnte so den platten Reifen einer genaueren Untersuchung unterziehen. Mein erster Blick fiel auf einige defekte Stellen im zentral liegenden Streifen mit Beschädigungen am Gummi. Als ich aber etwas weiter drehte entdeckte ich den Kopf einer locker 17er Schlüssel großen Schraube, die genau senkrecht im Reifen steckte. Die mussten wir uns wohl bei den Quellen eingefangen haben. So montierte ich das Ersatzrad, während der Fahrer den ausgewechselten Schaden im Kofferaum verstaute und die Reserveradhalterung wieder befestigte. Er zog dann sicherheitshalber die Schrauben selber an (gut!) und nach insgesamt 10 Minuten Wartezeit konnten wir - alle eingestiegen und die wir uns die Hände gewaschen - weiter fahren.

    Nach einem weiteren Stop an einer Tankstelle als Möglichkeit, Erfrischungen einzukaufen, erreichten wir gegen 16 Uhr in Chiang Khong das Gasthaus. Auf der Fahrt waren die 3 Israelis unangenehm aufgefallen. Obwohl diese ganz Hinten saßen, hörte ich deren Unterhaltung erheblich lauter, als das Gespräch des Pärchens hinter mir. So stiegen wir alle im Hof aus. Da ich meinen Koffer hinten drin stehen hatte, war ich schnell an der Rezeption, und nach Abgabe meiner Buchungsbestätigung erhielt ich das Zimmer 1 zugeteilt und wurde von der jungen Dame hinter das Haus geführt. Das Zimmer lag im Erdgeschoss, aber mit Gang/Terasse zum Mekong hinunter und Blick nach Laos.

    Nachdem ich meine Dinge eingestellt und mich erfrischt hatte, ging ich sofort los in die Stadt. Von der Terasse aus hatte ich links - flussaufwärts - eine große Anlegestelle gesehen. So wollte ich mich für den morgigen Tag orientieren, da ich nicht wusste, wie es denn dann weiter gehen würde. So erreichte ich die Anlegestelle, die als moderne Betonrampe schräg weit runter zum Fluss führte, und so auch Fähren bei jedem Wasserstand das Anlegen ermöglichen sollte. Die Rampe lies zudem eine Ahnung vom Hochstand des Flusses aufkommen. Direkt vor der Rampe befanden sich auch verschiedene Büros, denen ich administrative Tätigkeiten bezüglich der Ein- und Ausreise zuordnete.

    Weiter flussaufwärts entdeckte ich dann eine weitere Grenzstelle, die wohl ursprünglicher war, denn hier endete die bis dahin gute Hauptstraße und zweigte eindeutig zu der kleinen Anlegestelle hier ab. Beide anderen Straßen - gerade und links - waren nur noch Staubpisten, die als Zufahrtsstraße zu den hier noch befindlichen Häusern diente. Die Straße allerdings, auf der wir gekommen waren, endete eindeutig am Hafen. Hier war auch noch mehr Leben. Die Passkontrollen waren besetzt und einige Touristen kamen gerade aus Laos herüber.

    So ging ich wieder hoch zur Hauptstraße und nahm den gegenüberliegenden Weg, um neben der Hauptstraße wieder Richtung Gasthaus zu kommen. Ich entdeckte weitere Gasthäuser, die zwar etwas abseits lagen, aber dennoch ausreichend sauber waren. Die Preise bewegten sich so ab 60 Baht für das Zimmer aufwärts. Weiter begegnete ich einer Gruppe von Kindern, die mich auch neugierig beobachteten. Ein älteres Mädchen souflierte dem kleineren Jungen Fragen ein, die er auch fleissig an mich weitergab: "What`s your name?" (Wie ist Dein Name?). Ahnend, dass er wohl eine ausführliche Antwort nicht verstehen würde, sagte ich nur "Thomas" und grüßte die Bande höflich. Ich erntete allgemeines Gelächter und er wiederholte seine Frage. So wiederholte ich meine Antwort und deutete auf mich. Das wirkte: "Kuhn Thomas" war die eindeutige Antwort. So erfragte ich auch seinen Namen, den ich aber wieder vergessen hatte, aber mit viel Lachen verabschiedete ich mich.

    Dann erreichte ich noch vor meinem Gasthaus wieder die Hauptstraße und folgte dieser weiter fluss abwärts. Es gab viele Geschäfte, vor allem Nahrungsmittel, aber auch Autoteile, Stereoanlagen und Haushaltsgeräte fand ich dort. Zum Tempel hin waren einige Marktstände mit Früchten vorhanden und weiter entdeckte ich eine Nachtbar, eine Schule und wieder gegenüber eines weiteren Tempels eine Polizeistation. So ging ich die gegenüberliegende Straßenseite wieder zurück und machte einige Aufnahmen. Nachdem ich für den folgenden Tag am Markt noch Bananen, Wasser und Kekse für den folgenden Tag eingekauft hatte, ging ich wieder ins Gasthaus zurück. Über Lautsprecher wurde die Ortschaft mit Musik und Durchsagen beschallt, was mich eher an Vietnam in Kriegsfilmen erinnerte, und ich diesen Vergleich auch nicht mehr verdrängen konnte.

    Zurück duschte ich mich, strich das Jaica auf meine Haut und setzte mich mit Block und Stift oben in der Terasse in das Restaurant, weil es ja bald Abendessen geben sollte. Die 3 Mädchen waren schon da, aber ich wollte ja in Ruhe notieren, damit ich nicht allzuviel vergessen würde und setzte mich an den letzten Tisch um alle Gäste sehen zu können und zudem den Blick nach Laos zu geniessen. Es dämmerte und ich genoss die Ruhe. Diese wurde dann wieder von den 3 Israelis gestört, die sich an einen Tisch setzend wieder viel lauter als notwendig unterhielten. Verstohlene Blicke der anderen schon anwesenden Gäste bestätigte meinen eigenen Eindruck. Dann setzte sich ein deutsches Mädchen nach Rückfrage eines freien Platzes zu mir. Sie war schon seit knapp 1 Jahr unterwegs und jetzt von Australien her nach Vietnam unterwegs. Ihre Freundin war noch in Malaisia krank geworden und so setzte sie die Reise alleine weiter fort. Ein weiterer Bekannter aus Ihrer Busgruppe kam auch hinzu und so hatten wir eine Unterhaltung über die bisherigen Reiseerlebnisse.

    Als es dann das Essen gab wurde auch ein Videofilm (DVD) gezeigt. "Minority Report" in Englisch mit thailändischen Untertiteln. Erst wollte ich mit den Beiden nochmal in die Stadt, aber da sie den Film noch zu Ende sehen wollten, verabschiedete ich mich dann doch zu Bett. Ich konnte später noch die Israelis hören, die die Zimmer neben mir hatten und ihre gute Laune pfeifend noch im Zimmer auslebten. Doch trotzdem war ich bald eingeschlafen.

  5. #24
    Festus
    Avatar von Festus

    Re: 6 Wochen Chiang Mai und ...

    18. Tag - Montag, 22. März
    Um 7 Uhr gab es frühstück mit Blick auf Laos und den Mekong. Nachdem ich meine Sachen gepackt hatte und die Zimmerschlüssel abgegeben hatte, warteten schon einige der anderen Gäste und prompt kam der Pickup, um 8 Personen samt Gepäck zur Zollstation zu bringen.

    Dort angekommen konnte ich mit meinem Rollköfferchen schnell absitzen und mich an die wartende Reihe vor dem Immigration Office anstellen. Ca. 40 Ausreisende waren hier schon, aber trotzdem dauerte es keine 10 Minuten und schon wurde mein Papier (Vaucher) geprüft und ich in ein kleines Boot (3 Personen) verfrachtet. Das ich ausgerechnet mit einem Deutschen Ehepaar zusammen fuhr, war hier schon ein großer Zufall. Die Fahrt verlief ohne Aufsehen, was es doch früh und der Fluss zog ruhig dahin.

    Gleich am Ufer erhielten wir das Formblatt ausgehändigt und an einem Parktisch füllten wir die Erklärung aus. Gleich oberhalb der Anlandung war wiederum das Immigrationoffice und nach den obligatorischen Stempel ging ich den kleinen Weg weiter hinauf, überlegend, wer sich nun jetzt meiner annehmen würde.

    Aber auch hier wartete keine 20 Meter weiter eine Frau und suchte gezielt die Touristen raus, die den passenden Vaucher hatten. Keine 5 Minuten später saß ich schon wieder, jetzt am Office des Reisebüros für die Weiterfahrt auf dem Fluss. Hier wurde wieder eine Gruppe zusammen gestellt und per Tuktuk durch das Dorf zum Hafen der Slowboote gebracht. Und schon wieder wurde der Reisepass eingesammelt - jetzt für die hiesige Polizeistation. Viele der anderen Reisenden fragten schon heftig, ob die Ausweise wiederkommen würden, aber es half alles nichts. BEstimmt sammelte Sie ein und trottete hinauf zur Station. Während der Wartezeit beobachtete ich eine Gruppe von Landrovern, die den Seitenaufklebern nach von China nach Malaisia unterwegs waren. Auch eine Unterhaltung mit einem der Teilnehmer war sehr nett.

    Während unsere Ausweise zurückkamen, war auch die Autofähre da und nahm jetzt einen Wagen nach dem anderen auf. Es sah alles sehr baufällig aus und sicher hätte ich nicht im Auto diese Fähre genutzt. Auch wir gingen jetzt hinunter zum Ufer und fingen an unser Boot zu suchen. Es sollte die Nummer 6 sein, aber das war nicht so einfach. Aber wenn das Geld ruft, kommen die Geldnehmer schon auf einen zu. Und genau so war es denn auch: Am Boot Nummer 6 warteten einige Laos... und prüften die Anwesenheit der auf ihrer Liste erwarteten Gäste. So bestieg ich das Boot und setzte mich links in die 3 Reihe, wohl wissend, dass es noch eng werden könnte.

    So kamen insgesamt ca. 50 Personen zusammen und einige der anfangs zugestiegenden Pärchen mussten sich jetzt auf eine Bank setzen, hatten Sie doch anfangs 2 Reihen genutzt. Die Bank war für 2 junge Personen geeignet, aber schon Personen ab ca. 45 Jahre hatten dort zu zweit ihre Probleme. Und endlich um 10:30 ging es dann los. Mit knatternden Motor legten wir ab, drehten in die Fliesrichtung und strebten unserem Reiseziel entgegen.

    Das Boot hatte vorne das Führerhaus und direkt angeschlossen eine geschlossene Kammer für das meiste Gepäck. Weiter befand sich jeweils eine Bank links und rechts an der Bordwand, und nach 15 Bänken war eine freie Fläche freigelassen worden. Dort lag der übliche Teppich zum Sitzen und Essen. Dahinter wiederum eine geschlossene Kabine mit dem Motor, der offen, ohne Dämmung sehr laut knatterte. Am Motorraum eine Toilette und hinter dem Motorraum dann der kleine Wohnbereich der Familie.

    Eine junge Frau mit einem wirklich hübschen Gesicht befand sich meist im Gastraum und mahnte die Gäste an, sich nicht auf die seitliche Begrenzung zu setzen. Anfangs war auch mir das nicht so einleuchtend, aber schon nach wenigen Kilometern wurde der Fluss teilweise recht eng und Felsformationen wurden mit nur wenigen Metern Abstand passiert. Die Schlucht war eng genug, um bis zu den angrenzenden Gipfeln Einzelheiten erkennen zu können, mit gemischtem Urwald durchsetzt und still. Ja, außer dem Motor hörten wir nur die anderen wenigen Boote und vor allem die Schnellboote.

    Diese Schnellboote - Speedboat - waren für gerade mal 4 Passagiere, schlanker Bootskörper mit einem völlig offenen Motor und der üblichen langen Achse hinten raus. Erst hörten wir ein hohes Summen, sofern sich das von dem eigenen Motorgeräusch unterscheiden lies. Dann - meist wenn das Speedboat um eine Kurve kam - wurde das Summen zu einem ohrenbetäubenden Lärm, der uns - wenn das Boot passiert wurde - sogar zum Zuhalten der Ohren führte. Auch die Insassen der Boote hielten sich meist die Ohren zu. Zudem sah man ihnen an, dass ihre Körper schon von den kleinen Wellen heftig durchgeschüttelt wurden und wohl Mühe hatten mit ihren Helmen überhaupt etwas von der Umgebung warzunehmen.

    Am Ufer zeigten sich ab und zu Ortschaften, die aber meist recht gut in den das Ufer säumenden Bäumen einfügten. Der Wasserstand war zudem schon sehr niedrig, was sich immer wieder recht deutlich am Ufer zeigte. Ich schätzte die obere Wasserlinie auf gut 15 Meter über dem aktuellen Wasserstand. So war der dazwischenliegende Bereich meist von blanken abgeschliffenen Felsen und Sandbänken gesäumt. Auf dem Sandbänken wurde fast immer Grünzeug angepflanzt und mit Holzzäunen vor den auch immer wieder am Ufer zu sehenden Rindern geschützt.

    Auffällig häufig waren am Ufer auch ganze Gruppen von Goldwäschern zu finden, die ihre Ausrüstung immer etwas vom Wasser wegzogen, wenn unsere Wasserwellen das Ufer erreichten. Viele Kinder spielten am Wasser und Fischer legten ihre Netze aus oder überprüften diese auf gefangene Fische.

    Dann hielt das Boot am Ufer und wir mussten aussteigen. Ob es nun ein Gag war, ein Besuch eines Marktes oder andere Gründe hatte wussten wir noch nicht. So stapften wir in einer langen Linie das Ufer durch Sand über über Steine hinweg einem der Bootsleute hinterher. So hatte ich aber auch Gelegenheit, den Goldwäschern sehr genau über die Schulter zu gucken und deren Bewegungsablauf und das Abgiessen des Schüsselrestes in ein vorbereitetes Glas zu betrachten. Wer hier wen mehr anstarrte konnte ich nicht feststellen. Ich und die anderen Gäste oben am Ufer waren diesen Leuten sicher genauso fremd und ungewöhnlich wie wir das wohl sahen.

    Durch die Überhöhung des Ufers konnten wir jetzt aber auch den Grund für unseren Marsch erkennen. Stromschnellen mit einer nicht gerade leicht zu erkennenden Fahrrinne waren wohl mit Passagieren oder unserem Gewicht zu gefährlich. So raste das Boot hier hindurch und stemmte sich gegen die gefährlichen Seitenströmungen, die gut zu erkennen waren.

    Nach insgesamt 20 Minuten Marsch konnten wir wieder zusteigen. Letztlich war ich trotz meiner völlig schweißdurchnässten Kleidung froh um den kleinen Marsch. Denn bis zur Ankunft gegen 18 Uhr hatten wir dann doch sehr viel Zeit zum Sitzen gehabt. Als uns dann bewusst wurde, dass wir unser Ziel erreicht hatten, suchten wir überwiegend erst mal den Ort. Weit oben, schon wieder in den Bäumen - sahen wir Häuser, aber schon allein das Vorhandensein einer Rampe und anderer Boote bestätigten das Ende der heutigen fahrt.

    Am Ufer wurden wir auch gleich wieder von einigen Gasthauswerbern angesprochen, und da ja ab hier meine Tour nicht mehr vorgebucht war, hörte ich genau zu. Doch 100 Baht für ein Zimmer ohne und 200 baht mit angeschlossenem Badezimmer. Mir reichte das Zimmer ohne aber dafür hatte ich ein völlig aus Bambus geschaffen Raum mit Moskitonetz erhalten.

    Mit den beiden Deutschen hatte ich schon vereinbart, nach einer schnellen Dusche noch die Hauptstraße entlang den Ort zu erkunden. Sie war etwas vorsichtiger, aber beide scheuten sich etwas, diese Tour zu gehen. Das erstaunte mich etwas, zeigte doch schon der Empfang, dass dieser Ort von den Touristen lebte und uns freundlich empfangen hatte. So gingen wir entlang der hauptstraße bis es dunkel war und wir auf dem Rückweg ein Restaurant aufsuchten wo doch schon einige Gäste hatte, damit wir mit höherer Wahrscheinlichkeit frisches Essen serviert bekommen würden.

    Die Dorfstraße war nur eine Staubpiste und die Häuser standen zu 80% nur an dieser Straße. Teils wegen der Lage am Hang zu doch schon hohen Hügeln und weil fast jedem Haus ein kleiner Laden oder Verkauf vorgelagert war.Es gab Energie und wir fanden sogar eine Garage voll mit hochaktueller Hifiware. Sonst aber war es sehr ärmlich. Die Kinder rannten meist ohne Schuhe rum bettelten aber nicht und betrachteten uns immer neugierig und auch zurückhaltend.

    Nach dem Essen waren wir bald zurück und erreichten gegen 21:30 das gasthaus. Ich unterhielt mich noch einige zeit mit dem Besitzer und machte ihm klar, das die so reichen Ausländer zu Hause aber auch sehr hohe Preise hatten. Er wollte mir fast nicht glauben, sah aber ein, dass verhältnismäig unsere Einkommen und Ausgaben doch recht ähnelten. Er mahnte dann zur Eile. Noch verstand ich nicht warum, aber nachdem ich fast zum Ruhen fertig war - exakt um 22 Uhr - war der Saft weg. Der Generator war also abgeschaltet worden und so erklärte sich die Eile vom Besitzer. So tastete ich mich in absoluter Dunkelheit unter das Netz und schlief ein.
    Nur nicht in der Nacht auf die Toilette müssen, so ohne Taschenlampe war mein letzter Gedanke ...

  6. #25
    Avatar von Otto-Nongkhai

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    12.292

    Re: 6 Wochen Chiang Mai und ...

    Jetzt weiss ich endlich ,warum es bei mir an den Grenzen immer so lange dauert ,
    ich habe nicht den entsprechenden Vaucher ,sondern nur dieses komische ,dunkelrote Imigrantenbuch ,dass keiner kappiert.

  7. #26
    Festus
    Avatar von Festus

    Re: 6 Wochen Chiang Mai und ...

    19. Tag - Dienstag, 23. März
    Wie zu erwarten weckten mich die vielen Hähne schon vor dem notwendigen Zeitpunkt. So konnte ich mich in Ruhe anziehen und mein Gepäck soweit fertig machen und traf wie verabredet um 6 Uhr den Deutschen. So spazierten wir den gleichen Weg wie am Vorabend durch die Stadt. Diese war gerade am Erwachen und unzählige Kinder gingen zur Schule, meist dabei Ihr Frühstück verzehrend. Wir schauten uns auch einmal die Schulhefte an: Schreiben und Rechnern fanden wir meist nur.

    Zudem fanden wir eine alte Schule oder Gemeindezentrum mit dem Aushang der aktuellen Mitglieder und den Morgenmarkt, der überwiegend Grünzeug und Fleisch enthielt. Doch wir waren nicht die ersten Ausländer hier - andere frühstückten hier schon traditionel Suppe. Gegen 7 Uhr waren wir wieder am Hotel zurück. So räumte ich das Zimmer und setzte mich noch zu einem Tee dazu.

    Gegen 8:15 war ich am Hafen um den möglichen Abfahrtstermin um 8:30 sicher zu erreichen, auch wenn ich mir nicht sicher war. Aber ich hatte mir vorgenommen, auf dem Boot zu frühstücken, so dass mich die Wartezeit nicht stören würde. Gleich neben unserem Boot von Gestern befand sich das neue Boot, welches also für den heutigen Tag unser Aufenthaltsort sein sollte. Ich stellte keinen Unterschied fest und musste erst mal auf der Liste angeben, welcher Teilnehmer ich den sei. So setzte ich mich wieder auf die gleiche Position wie am Vortag, hatte ich doch so kaum Sonne auszuhalten und der Motorlärm hinten störrte so auch nicht.

    Während ich also wartete und gemütlich Bananen und Kekse verspeiste wurde das Boot langsam voller und nach mehrmaliger Zählung von verschiedenen Personen starteten wir um 9:30 Uhr. Wieder ging es in der Schlucht weiter dem Fluss folgend an schmalen steigigen Stellen und auch weiteren Talabschnitten vorbei. Heute jedoch hielt das Boot erstaunlich häufig am Ufer um andere Nutzer zu- oder absteigen zu lassen. Zusteigewillige Passagiere winkten mit einem Hemd oder Pullover dem Boot zu, so dass auch wir Passagiere schon erahnen konnten, wo wir wieder halten würden.

    So kamen gut 50 Vögel in Bastkäfigen, ein Schwein und Reissäcke hinzu. Älteren Passagieren wurde beim Zu- und Absteigen geholfen und manchmal konnten wir erst nach dem Ablegen erkennen, wo sich da eine Ortschaft versteckt hatte. Teilweise passierten wir Uferbereiche mit gut 50 Personen, die mit ihren flachen Schüsseln nach dem Gold schürften und andererorts spielten und schwammen viele Kinder im Wasser und liesen sich von der Strömung tragen.

    Auch Holzverarbeitung konnte ich ausmachen. Dann waren breite Bereiche des Ufers und Waldes niedergerissen und unzählige Baumstämme lagen dort mehr oder weniger ordentlich herum. Einige Elefanten waren damit beschäftigt, die Bäume auf die vor Anker liegenden Schiffe zu rollen. Auffällig waren heute teilweise heftige Brände an den Hügeln ringsum. Die Flammen schlugen manchmal über die Baumkronen hinweg und trotz des Motors konnten wir teilweise die Brand geräusche hören. Danach hatten wir dann fast 3 Stunden einen ständigen Regen von verbrannten Blättern und der Brandgeruch wurde unser Begleiter während die Sonne nur fahl durch die Rauchwolken schien.

    Gegen 17 Uhr kamen wir nach dem Passieren der berühmten Höhle mit unzähligen Buddafiguren in Luang Prabang am Hafen an. Hier lagen auch wieder einige dieser uns jetzt schon sehr vertrauten Schiffe. Und schon bevor wir unser Gepäck aus dem rießigen Haufen herauspicken konnten, wurden uns schon die Offerten von gasthäusern gemacht.

    So nahm ich meinen Rolli und stapfte zur Straße hoch und nahm die erste Querstraße vom Fluss weg, um in die ruhigeren Bereiche zu kommen. Direkt vor mir ragte schon der Berg mit den Tempelanlagen heraus und rechts meinte ich schon die Mauer des Palastes zu erahnen, war doch die Straße auf den gesamten Bereich dadurch rechts entlang verschlossen.

    So wusste ich schon grob, wo ich mich befand und hörte jetzt aufmerksamer auf die Werbung der Vermieter. 4 Dollar für Einzelzimmer ohne Dusche und 6 Dollar für ein Doppelzimmer. Das hatte ich auch schon am Hafen so vernommen und konnte annehmen, dass es sich um eine annehmbare Größe handeln konnte. So folgte ich der Frau und wollte mir das Zimmer ansehen, hatte ich doch schon in Pakpeng eine Ahnung erhalten, was wir hier so vorfinden konnten. Sie zeigte mir jedoch ein Doppelzimmer und meinte dann, dass die Einzelzimmer belegt waren. So ging Sie auch nicht darauf ein, dass ich als Einzelperson das Zimmer auch nur für 4 Dollar haben wollte. Dann ging ich einfach wieder. So nicht meine Liebe ...

    In dem hinter dem Haus entlang führenden Gang begrüsste mich ein Kind sehr freundlich und führte mir seinen kleinen Rollkoffer vor, den er auch hinter sich herzog. So hielt ich und bewunderte seinen Koffer und durfte diesen auch mal nehmen. Ich stellte fest, dass er leer war, steckte schnell 10 Baht hinein und gab ihm diesen auf dem Boden zurollend wieder. Ich war schon um die nächste Ecke, bis ich die fröhlichen Worte der Überraschung vernehmen konnte.

    Kaum 50 Meter weiter - wieder auf einer größeren Straße - warb mich schon die nächste Wirtin für Ihr gasthaus an. Sie hatte ein freies Einzelzimmer und so buchte ich ein. Schnell hatte ich geduscht und mich umgezogen, und war schon wieder unterwegs. Ich wollte noch eine erste Erkundung machen und mir ein kleines Lokal für das Abendessen suchen. Die Bewegung tat mir nach dem langen Sitzen auf der Holzbank sehr gut.

    So fand ich viele Restaurants in allen Varianten. Wirklich sauber, gut hergerichtet, teilweise sogar richtig gehoben und auch völlig offen, so wie ich es eigendlich mochte. Nicht weit kam ich schon in dem Xiang Tempel und querte diesen. Am Ende der Straße - die kleine Fluss bildete eine Halbinsel auf der die Stadt lag - nahm ich die nächste für meinen Rückweg. Hier fand ich auch eins der kleinen Restaurants: offen, nur 3 Tische und alles sehr familiär.

    Doch da tat sich ein kleines Problem auf: Die Speisekarte war zwar teilweise in Englisch abgefasst, aber die Preise! Meine Güte - ich hatte mich vorher nicht über die Währung und den Umtauschkurs informiert. Reis mit Hühnchen 12.000, Kokussupper mit Reis und Hühnchen 15.000. Also fing ich an grob von den Preisen fürs Gastzimmer umzurechnen und nahm erst mal an, genug Bargeld (Baht) zu haben. Vor der Bestellung konnte ich durch Befragung des Wirtes sicherstellen, dass ich auch so bezahlen konnte und bestellte erheblich erleichtert eine Kokusnusssuppe und einen Bananenshake.

    Jetzt konnte ich entspannen. Damit war die letzte Hürde - Bezahlung - genommen. So beobachtete ich die ganze Familie bei Ihrem Tun. Der Vater richtete den Shake her, seine Frau kochte in der Küche und die beiden Töchter - so knapp 20 - räumten den kleinen Kleiderverkaufsstand für die Nacht zusammen. Nachdem ich den Shake hatte, ging der Vater mit seiner jüngsten Tochter - knapp über 1 Jahr - an der Hand herum. Vorne an der Straße hatte die Familie einen Verkaufsstand für Eis, Getränke und kleine Speisen und wenn Gäste kamen, wurden diese jetzt auch durch die Töchter bedient. Letzlich fand ich noch das 4. King - wiederrum eine Tochter.

    Die Supper schmeckte vorzüglich und die Dunkelheit hatte jetzt die Oberhand gewonnen. Nach der Bezahlung ging ich die Straße weiter richtung Palast und fand dann zwischen Palast und Berg einen Markt. Hier hatte man die Straße vollkommen gesperrt und auf den Bürgersteigen und in der Mitte befanden sich insgesamt 4 Reihen von Verkaufsständen, die sich alle auf dem Boden befanden. Seide, Tücher, Teakholz, Silberschmuck, Kleidung und sonstige einheimische Produkte fand ich auf die knapp 200 Meter Straßenlänge.

    So hatte ich zurück alles gesehen und mir hier meine Einkäufe für die Familie daheim vorgenommen. Kaum 5 Minuten später war ich wieder zurück im gasthaus und legte mich schlafen.

  8. #27
    Festus
    Avatar von Festus

    Re: 6 Wochen Chiang Mai und ...

    20. Tag - Mittwoch, 24. März
    Gegen 7 Uhr war ich wach. Lag es nun an der Ungeduld, die hiesige Kultur zu sehen oder an dem schon hörbaren Lärm der Menschen ringsum - ich war nicht böse deswegen. Gerade am frühen Morgen kann man viele Dinge im Alltag der Menschen sehen, die einem Besucher sonst nicht bemerkt.

    So habe ich auf dem Weg gleich ein paar Reisebüros gesichtet, habe aber leider aber außer den üblichen Werbeausschreibungen keine Visitenkarten gefunden. Im Kern ging es bei den Angeboten um ähnliche Touren, wie sie auch rund um Chiangmai möglich sind, jedoch die Höhle mit den vielen Buddhas ist hier etwas Besonderes. Die Touren auf dem Mekong mit den Slow- und Speedbooten muss ich wohl nicht erwähnen ...

    Erstaunlicherweise ging es selbst hier schon viele Internetcafes was mich aber eher zu der Frage verleitete, WARUM so viele Urlauber sogleich wieder mit der Heimat Kontakt haben müssen oder wollen. Ich nutzte das Internet, um eine (meine) Erzählung meiner Eindrücke evtl. auch gleich live einzustellen, aber nur bei den wöchentlichen Anrufen daheim erfuhr ich die nötigsten Neuigkeiten und meldete mich eben "am Leben" zurück.

    Schon auf dem Weg zum Frühstück sah ich weitere Ziele für meine Besichtigung - so golden, wie es durch die grünen Bäume glitzerte, konnte ich es auch nicht übersehen. So frühstückte ich doch zuerst in dem kleinen Open-Air Lokal wo ich von der Familie auch nett begrüßt wurde. Vorwiegend Mixgetränke mit Milch, Yoghurt und einheimischen Früchten nährten mich heute morgen.

    Dann begann ich meinen Weg in dem gleich gegenüber liegendem Tempel Xiang arbeitete ich mich bis zum Museum vor. Dort ging es dann die Treppen zum Berg hinauf, wobei ein Obulus zu entrichten war. Im unteren Bereich eher als öffentliches Gelände ausgelegt, waren im oberen Bereich zahlreiche Tempelanlagen angebracht. Ganz oben - zwischen unzähligen Buddhas und religiösen Darstellungen - gab es verschiedene Aussichten auf die Stadt und die Flüsse rundum. Viel Grün und friedlich !

    Richtung Flughafen ging es den Berg wieder herunter, wobei hier die Tempelstätten und Wohnbereiche fast bis runter an Straße reichten. Hier wollte ich noch 2 bekannte Tempelanlagen ansehen und entdeckte im ersten Bereich eine Aufklärungsunterricht zur Verhütung von Krankheiten und AIDS, dem ich - obwohl nichts verstehend - lange Zeit lauschte. Allein an den gezeigten Bildern konnte ich die ungefähre Thematik entnehmen. Ich hielt mich zwar gut 10 Meter im Hintergrund, aber dennoch wurde ich von der Leiterin auf eine ruhige und irgendwie wohlwollende Art kurz begrüßt. Ich grüßte zurück, blieb aber im Hintergrund, da ich genug Ruhezeit hatte und weiter die Gegen erkunden wollte.

    Als ich dann in einer Wechselstube etwas KIB eintauschen wollte, sah ich einen Hinweis - bzw. die Suche nach Hilfe bei Computern. Neugierig geworden suchte ich nach dem "Language-Project" und fand dieses in der Nähe des Marktes. Nach einigen Erklärungen und einer "Wiedererkennungsmarke" für meine Schuhe im Erdgeschoß wagte ich mich ins obere Stockwerk. Vorsichtig spähte ich in die Zimmer, um eine Person zu finden, mit der irgendwie eine Kommunikation möglich sein sollte. Meine vorsichtigen Bewegungen wurden aber richtig gedeutet und schon wurde die Dame, die hier das Projekt leitete, auf mich aufmerksam. So erzählte ich ihr von dem Aushang und das ich trotz meines Urlaubes sicher etwas Zeit zur Verfügung stellen könne. Den mir dann vorgelegten Laptop konnte ich zwar nicht reparieren, doch reichten die Erkenntnisse für eine Fehlereingrenzung aus.

    Auf dem Rückweg nahm ich den Weg entlang dem Nebenfluß und schaute den Kindern bei ihrem Bad zu und beobachtete einige Frauen bei der Wäsche am Fluss. Erstaunlicherweise war auch hier bei der Arbeit immer ein Frohsinn zu verspüren, ein stetiges Lächeln. Auch weiter bei einigen "Produzenten" der Raisbrote oder Kindern, die Backwaren unwahrscheinlich geschickt in Tüten verpackten, war trotzdem eine Fröhlichkeit zu verspüren die besonders, wenn sie bemerkten, dass ich ihnen allen gemütlich und interessiert bei der Fertigung zusah, offene und nicht befremdende Züge annahm.

    Weiter den Weg entlang gab es einen erstaunlich gut angelegten Bürgersteig, der jetzt langsam links herumg - der Flussbiegung folgend - etwas nach oben. Eine großer herabgefallener Palmwedel blockierte den Fußweg und normalerweise würden Fußgänger wohl einfach darüber steigen, aber ich machte mir die wenige Mühe den Wedel in das zu dem Palmen gehörende Grün zu werfen. Das jedoch wurde von einem jungem Mönch beobachtet, der gerade oben im Kloster seine Dusche nahm und mich ansprach. Ich hätte einen Blick für die Welt und würde nicht blind hindurchgehen und er würde mich gerne ins Kloster einladen, um sich mit mir zu unterhalten.

    Ich fühlte mich ertappt - nicht beschämt - ging aber auf seine Einladung ein und umrundete das Kloster bis zum Eingang. Kurze Zeit später kam er um die Ecke und wir querten das Areal im Gespräch über Herkunft und Eindrücke der Kulturen. Sein Bruder und er waren der Stolz der Familie, die hier Lernen durften und er auch erstaunlich gut Englisch sprach. Im Tempel wurden heute die Ziegel für das neue Gebäude hergestellt, was in der Gemeinschaft schon fast an Fliesbandarbeit erinnerte, jedoch sehr effektiv war.

    Das Abendgebet rückte näher und so lud er - viele andere auch - mich einfach zur Teilnahme ein. So war ich schließlich inmitten von gut 60 Mönchen und Schülern und beobachtete zuerst die teils umständliche Einrichtung in die Sitzposition mit dem Bedecken der Füße und anschließend lauschte ich dem fast 30 Minuten dauernden Singsang mit ihren dazugehörenden Bewegungen. Einige konnten die Texte auswendig, andere jedoch lasen immer wieder Passagen im Buch nach. Nach dem Gebet verabschiedeten wir uns, doch ich hoffe selber, ihn und die Schule wieder besuchen zu können. Ich will einfach wissen, was aus vielen geworden ist.

    Zurück Richtung meines Hotels betrat ich wieder das kleine Restaurant um dort Kokussuppe mit Hühnchen zu geniessen. Weiter enterte ich wieder die "Shopping-Zone" am Palast und machte meine Einkäufe. Ein Deckchen für einen Tisch mit laotischen Zeichen und Symbolen und 2 Stoffen in blauen und roten Tönen incl. goldfarbenen Mustern wechselten nach langen Verhandlungen und Begutachtungen (ca. 1,5 h) den Besitzer. Der Preis war mir weniger wichtig, als wiederum die Beobachtung der Verhandlungen, Tätigkeiten und Gespräche ringsherum. Alleine die Kontakte mit den Leuten hier, das Lachen waren meine Freude am Einkauf. So verließ ich die Zone erst nach fast 3 Stunden und war einfach gelöst, als ich wieder zu Bett ging.

  9. #28
    Festus
    Avatar von Festus

    Re: 6 Wochen Chiang Mai und ...

    21. Tag - Donnerstag, 25. März
    Wegen der bevorstehenden Rückreise war ich etwas früher wach und packte so nach meiner morgendlichen Dusche alles zusammen. So verlies ich das Hotel gleich mit dem kleinen Rolli und ging wieder in das kleine Restaurant zum Frühstück.

    Als ich dann los ging - ich wollte den Weg zum Flughafen zu Fuß machen und dabei weiter etwas sehen - kam der Wirt mit seinem Moped und brachte mich erst in ein Reisebüro. Dort übersetzte ihm dann der Besitzer das ich schon ein Tiket hatte und einfach nur zum Flughafen wollte. So brachte er mich dann dorthin. Auf dem Weg ging es über eine alte Eisenbahnbrücke, die jetzt für den normalen kleinen Verkehr genutzt wurde. Und das ist auch so gemeint, denn mehr als ein Tuktuk passte nicht auf die sehr enge Fahrbahn. Die Fahrzeuge mussten weiter nördlich die große Brücke nehmen.

    Der Flughafen war ähnlich klein wie auf Koh Samui: eine Lande- Startbahn und ein Abfertigungshaus. Zumindest gegenüber befand sich noch ein Komplex mit Restaurant. Um dann die Abfertigung zu errreichen mussten Ausländer 10 Dollar Gebühr zahlen. So saß ich dann mit Blick auf das Flugfeld in der Halle, die keinerlei Anhaltspunkte für Aufrufe oder Gates enthielt.

    Es waren doch knapp 50 Fluggäste anwesend und aus den wenigen Gesprächen konnte zumindest die Ankunft von 3 verschiedenen Maschinen erkennen, wenn die Zielangaben stimmten. Bis ich dann zum ´entern´ meiner Maschine nach Chiangmai aufgerufen wurde, waren insgesamt 4 Maschinen gelandet und drängten sich regelrecht auf dem Flugfeld. Zu Fuß ging es zur Propellermaschine, wobei wir nochmal in den Genuß der Hitze kamen. Der Start und der Flug verliefen ohne Besonderheiten. Doch eine Propellermaschine ist um einiges Lauter ...

    Nach der Landung in Chiangmai gab es erst einmal ausgiebige Unterhaltung mit Siriphorn und ihren Kollegen(innen). Mit einem Taxi - der Fahrer bot mir sogleich seine Wäscherei für die Reinigung meiner Kleidung an und später sogar noch Mädchen - für ich wieder ins Bourawong wo ich gleich alles umpackte, duschte und die Wäsche abgab.

    Nach einer Runde bis zu Boong arbeiteten wir etwas an ihrer Webseite als Visitenkarte. Dort holte mich Siriphorn dann ab und so gingen wir zusammen mit einer ihrer Kolleginnen sowie deren Mutter zum Essen im Osten der Stadtmauer. Es handelte sich um eine Selbstbedienungs- und Selbstkoch- Variante. Wir orderten einen Kochtopf mit Wasser, das zum kochen gebracht wurde und gingen mit unseren Tabletts am Buffet zum auswählen und mitnehmen der von uns ausgesuchten Rohmaterialien. Und da ich ja inzwischen beim Essen sehr mutig wurde, lag letztendlich fast alles irgendwo auf unserem Tisch.

    Während einer sehr lustigen Unterhaltung aßen wir gut 2 Stunden bei angenehmer Temperatur inmitten gut 300 anderer Gäste und holten immer wieder neue Speisen nach. Die Zufuhr von Getränken durchdie Bedienung war auch lückenlos und äußerst Freundlich. Nach dem Essen waren wir noch im Großmarkt im Norden und wurden dann leider von der Polizei aufgehalten. Ohne Helm kostete uns das je 100 Baht und einige Bemerkungen. Er hatte ja recht ...

    Wieder im Hotel angekommen schickte ich sie gleich weiter nach Hause. Wir hatten ja viel Zeit miteinander verbracht und ich mochte es nicht, wenn sie so spät noch auf der Straße unterwegs war. Ich konnte wieder mit dem Gedanken an Ausschlafen zu Bett gehen und ward trotz Hitze bald wieder eingeschlafen, nicht ohne vorher nochd en Anruf ihrer Ankunft daheim entgegen genommen zu haben.

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