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4 Wochen Asien

Erstellt von i_g, 25.05.2009, 18:28 Uhr · 53 Antworten · 6.272 Aufrufe

  1. #31
    i_g
    Avatar von i_g

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    Re: 4 Wochen Asien

    TomTom, ich antworte später!! Habe sehr wenig >zeit im moment..

    Hier ein paar Bilder von der Deponie. Ich erlaube mir mal auch Bilder mit den Menschen auf der Deponie einzustellen. Sollte deis nicht in ordnung sein, bitte ich um eine kurze Nachricht.
































  2.  
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  3. #32
    i_g
    Avatar von i_g

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    Re: 4 Wochen Asien

    Nachdem sehr ergreifenden und für mich persönlich, beschämenden Vormittag, wollte ich mir zum zweiten Mal das Toul Sleng Museum ansehen. An das erste mal im letzten Jahr hatte ich noch recht schemenhafte Erinnerungen. Nach dem Besuch des Museum, hatte ich mich mehrfach übergeben müssen und habe nach einigen Stunden Schlaf, mich hemmungslos betrunken, um die Bilder irgendwie aus meinem Kopf zu verdrängen. Geklappt hat es bis zum heutigen Tag nicht, wenn ich Bücher von Überlebenden lese, oder Berichte von dem aktuellen Tribunal kommen diese Bilder immer wieder, auch Nachts.

    Das dies hier auch ein Reisebericht ist der auch teilweise in Foren veröffentlicht wird, möchte, nein muss ich ein paar erklärende Worte dazu schreiben.

    Die ehemalige Schule Toul Svay Prey, wurde nach dem Sturz der Lol Non Regierung, durch die Red Khmer Rouge im April 1975, zu einem ..................., dem S21 (Security Office 21) umfunktioniert. In dem Lager wurden Menschen inhaftiert und mit grausamen Methoden gefoltert, um sie dem Verrat an der marxistischen Idee zu überführen, in der ersten Zeit hauptsächlich Angehörige der Regierung von Lol Non, später als das Misstrauen größer wurde auch Kader und Offiziere aus den eigenen Reihen der Red Khmer Rouge.
    Die aller meisten der Inhaftierten, die nicht bereits im S 21 gestorben waren, nach der Folter, wurden zur Exekution nach Choeung Ek gebracht.

    Zu einem Museum ist das S21 nach dem Einmarsch der vietnamesischen Truppen im Jahr 1979 umgewandelt worden.
    Vietnam brauchte dringend international eine Rechtfertigung, des Einmarsches und der darauf folgenden Besetzung von einem bis dahin „unabhängigen“ Staates.
    Die Roten Khmer haben, wie die ..... im NS Deutschland, penibel Buch geführt (weiß mich nicht anders auszudrücken, sorry!!!), wer was „gestanden“ hat und die Personen alle fotografiert.
    Diese Dokumente und Fotografien von den Inhaftierten, in Verbindung mit den vorgefunden Folterinstrumenten und den Zellen, waren ein beeindruckender Beweis und eine ausreichende Begründung der Besetzung des Landes durch Vietnam.

    Nachdem man ein Eintritt für das Museum bezahlt hat, geht man nach links zu dem ersten Gebäude, vor der Flucht der Wärter haben diese die letzten Gefangenen hingerichtet, die Gräber der letzten Opfer, sind vor dem Gebäude. An den Wänden, der unteren Zellen sind Bilder von den Opfern, ihnen wurde die Kehle durchgeschnitten. In den Zellen selber sind die Bettgestelle und die Hand und Fußfesseln zu sehen, auch eine Patronen Kiste, die wohl für die Extremente gedacht war ist noch da.

    Wenn man aus dem Gebäude raus kommt, läuft man an Turnstangen vorbei, die RKR haben diese zum Foltern benutzt, die Gefangen die dabei ohnmächtig wurden, wurden Kopfüber in einen Trog mit Wasser gesteckt, so dass sie schnell das Bewusstsein wiedererlangen und die Wärter weitermachen konnten....

    In dem zweiten Gebäude sind meterweise Porträt Fotografien der Gefangen zu sehen.
    Frauen, Kinder, Männer, Mütter mit ihren Babys auf dem Arm.
    Ich habe mir viel Zeit gelassen mir die Gesichter anzusehen, alle Fotografien haben eines gemeinsam, einen Blick den ich nie zuvor bei einem Menschen gesehen habe, Angst und Unverständnis über das was gerade mit ihnen geschieht.
    Eine Chronologie der Bilder ist nicht zu sehen, allerdings meine ich das die ersten Bilder recht früh gemacht worden sein müssen, die folgenden Bilder zeigen immer mehr ausgemergelte Menschen.
    In einem der Räume ist ein Bild zu sehen von recht großen Kleiderhaufen, darunter befindet sich eine Vitrine, wo ein Teil der Kleidungsstücke zu sehen ist.

    Büsten von Pol Pot und 3 weiteren Führern sind in einem Metallkäfig zu sehen, die Büsten sind wohl in der Vergangenheit mehrfach angegriffen worden, bzw. versucht worden diese zu zerstören.

    In weiteren Räumen sind weitere Bildwände aufgestellt worden, unter anderem von Gefangen die der Folter erlegen sind und die -öffnung der Massengräber in Choeung Ek.
    Es sind Bilder von Van Nath zu sehen, einer der wenigen die S21 überlebt haben, in dem er Bilder malen musste, von den Taten der RKR.
    In den oberen Etagen sind Zellen zu sehen, wo die Gefangen untergebracht waren. Ich bin für einen Asiaten etwas größer und etwas breiter. 1,70 und recht breitschultrig. In den Zellen konnte ich mich gerade einmal drehen. Hinlegen hätte ich mich nicht können, da die Zelle nicht lang genug war.

    Das dritte Gebäude ist ist komplett mit Stacheldraht verhangen. Nachdem eine Frau sich aus dem oberen Stockwerken in den Tod gestürzt hat, wurde dies zur „Sicherheit der Gefangenen“ eingeführt.

    In den oberen Etagen sind verschiedene Fotoausstellungen zu sehen, die von Zeit zu Zeit wechseln, auch ein Film über das S21 wird gezeigt, den ich aber nicht gesehen habe.

    Aktuell wurde eine Ausstellung gezeigt, wo Fotos von einer schwedischen Reisegruppe die 1978 durch Kambodscha geführt wurde, zu sehen.
    Es werden Szenen gezeigt wie, die RKR Kambodscha zeigen wollte.
    Schulen, Frauen und Männer bei der Feldarbeit, beim Essen und und und... interessant ist das ganze, durch die Kommentare von 78 und die aktuellen Kommentare, nachdem bekannt wurde was in dem Land von 75 bis 79 passiert ist.
    Es muss erschreckend sein, für die Reisegruppe dem Genozid so nahe gewesen zu sein und doch nichts mitbekommen zu haben. Die Kommentare von 78 sprechen für sich, auch die neuen Kommentare zeigen deutlich das erschrecken und die Scham des Autors. Immerhin hält er sich nicht zurück mit seiner (damaligen) Sympathie für die Kommunisten.

    In dem letzten Gebäude sind die Folterwerkzeuge ausgestellt und Bilder, die die den Empfang der RK Soldaten in Phnom Penh. In sehr vielen Büchern, wird der Empfang der Soldaten in der Hauptstadt beschreiben, die Euphorie der Menschen endlich „befreit“ worden zu sein und in Frieden leben zu können....
    Es ist sehr bedrückend die beschreibenden Worte in Bildern zu sehen.

    Ich fühlte mich nicht so schlimm wie beim ersten Besuch des Museums. Immerhin wusste ich dieses Mal was mich erwarten würde, aber kann man sich auf das gesehene vorbereiten? Ich denke, Nein, ich habe in Deutschland einige ehemalige ................... besucht, teils als Schulbesuch, teils aus Eigeninitiative.
    Aber das Toul Sleng Genozid Museum bleibt unerreicht, wie ja bereits beschreiben ist es von den Vietnamesen eingerichtet worden um zu zeigen warum sie in das Land einmarschiert sind. Daher auch die sehr direkte und offene Ausstellung.

    Ich muss an dieser Stelle einfügen das ich mich nicht so genau daran erinnern kann, oder möchte, ob die Beschreibung der Einzeln Gebäude so richtig ist, es kann also sein das ich einiges durcheinander gebracht habe. Ich bitte um Verständnis, aber das gesehene ist sehr verstörend.

    Nachdem ich mich noch etwas auf einer Bank ausgeruht habe um das eben erlebte, bzw. gesehene wirken zu lassen, habe ich mich von einem TukTuk Fahrer zurück fahren lassen, ich wolle mir am Abend noch einen Apsara Tanz anschauen, nach einer Empfehlung sollte die Fahrt zum Titanic Restaurant gehen, auch am Sisowath Quai, direkt am Fluss gelegen.
    Leider hatte ich vergessen, wo ich mich befinde und keinen Preis für die Fahrt abgemacht.... der Normalpreis dürfte bei 2 – 2,50 USD liegen... am Ziel angekommen, verlangte der Fahrer 8 USD... ich hatte ihm 2 Dollar gegeben, was er energisch ablehnte, nachdem ich ihn ebenfalls „energisch“ darauf aufmerksam gemacht hatte, das er nicht mehr bekommen würde, wurde eine etwas lautere Diskussion daraus, wir „einigten“ uns zum Schluss auf 3 USD... Da immer mehr Fahrer auf die Situation aufmerksam wurden, hätte ich auch mehr bezahlt... eine riesengroße Dummheit den Preis nicht vorher abzusprechen und sich anschließend noch auf einen lauten Streit einzulassen...aber es ist alles gut gegangen... Hätte auch anders ausgehen können, wo ich den kürzen gezogen hätte...

    In dem Titanic Restaurant, wird jeden Abend, ab 20.00 Uhr ein Apsara Tanz aufgeführt, ich war schon einige male in Kambodscha, habe es aber nie geschafft mir diesen Tanz einmal live anzuschauen.. Da ich zu früh da war, habe ich mir einen netten Platz reservieren lassen und bin zu einem Nachtmarkt, der am Wochenende stattfindet, auf der gegenüber liegenden Seite gegangen. Nicht ganz so viel Blödsinn, wie auf anderen Märkten in Thailand, aber ebenfalls sehr viele Kopien von Markenprodukten, aber auch ein paar Stände die wirklich schöne Handarbeiten aus lokaler (?) Produktion verkauft haben. Habe mir ein paar Figuren aus Stein und Holz gekauft. Bei den ausgerufenen Preisen, so lange handeln bis man ca. die Hälfte des ursprünglichen Preises erreicht hat ;), wer das Lächeln und die Freundlichkeit nicht vergisst, wird den tatsächlichen Wert des Produktes bezahlen
    Am Ende des Marktes sind sehr viele Garküchen aufgebaut, die wirklich lecker riechende Gericht anbieten. Neben den Küchen sind Stoffe/ Teppiche ausgelegt, wo sich die, meist Khmer, Familien hinsetzen und gemeinsam essen, ein fast romantischer Anblick. Insbesondere wenn man noch die Bilder aus dem Museum im Kopf hat.

    Zurück im Restaurant, hat es mir fast die Sprache verschlagen als ich in die Karte geschaut habe, die Preise bewegen sich auf dem Niveau, preiswerter Chinesen in deutschen Großstädten....
    Was soll´s, ich wollte den Tanz sehen und gegessen hatte ich noch gar nichts.
    Auf der Bühne saß ein Musiker der die ganze Zeit auf einem Bongo ähnlichen Instrument gespielt hat. Im ersten Augenblick eher nervend, nach ein paar Minuten unheimlich beruhigend und schön.
    Das Essen selber war in Ordnung, aber viel zu teuer.. und in meinen Augen eher auf den Touristen Gaumen ab geschmeckt....
    Der Tanz selber war wunderschön und sehr interessant zu sehen. Der Apsara Tanz wird ja auch Tanz der Götter genannt, die Tänzerin hatte während des Tanzes, ein ganz entrückten Blick. Exakt wie auf den Wandmalereien in Angkor Wat, oder den Relifen an den Tempeln.
    Die indischen Ursprünge des Tanzes sind sehr deutlich zu sehen, wobei ich den indischen Tanz als dynamischer und energischer empfinde. Auch den Ausdruck, bzw. die Geschichte die über den Tanz erzählt werden, wurde in dem Restaurant nicht erzählt, bzw. erklärt.

    Alles in allem würde ich den Abend in dem Titanic Restaurant, als typische „Touristen Attraktion“, oder deutlicher als Touristen Nepp bezeichnen.
    Das Essen war für das Geld völlig überteuert, der groß beworbene Apsara Tanz war sehr schön an zu sehen, aber ohne Erklärung dessen, nicht zu verstehen.

    Nach dem recht anstrengenden Tag habe ich den Abend recht schnell beendet und recht früh ins Bett gegangen....

  4. #33
    Avatar von strike

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    Re: 4 Wochen Asien

    Zitat Zitat von i_g",p="746121
    .........die Bilder irgendwie aus meinem Kopf zu verdrängen. Geklappt hat es bis zum heutigen Tag nicht, wenn ich Bücher von Überlebenden lese, oder Berichte von dem aktuellen Tribunal kommen diese Bilder immer wieder, auch Nachts...............
    Ging mir damals auch so.
    Vor allem die anschliessenden Gespräche mit Studenten damals und die Hinweise auf das wirklich beschämende Verhalten der EU, der USA und Thailandsgegenüber Kambodschas und Unverständnis der weiteren Unterstützung dieser Mörderbande durch diese "Menschenrechtsstaaten" blieben mir für immer in Erinnerung.

    Spätestens seitdem kenne ich den Unterschied zwischen dem Anspruch und der Realtität gelebter Realpolitik.
    Auch das Auftreten der UNO- und NGO-Organisationen werteten die Gesprächspartner alles andere als positiv.

    Gruss,
    Strike

  5. #34
    Mandybär
    Avatar von Mandybär

    Re: 4 Wochen Asien

    Wobei ich als besonders geschmacklos den Nachbau der Kambodialandkarte mit Totenköpfen am Ausgang des Museums empfunden habe.

    Mandybär

  6. #35
    i_g
    Avatar von i_g

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    Re: 4 Wochen Asien

    Möchte wer einige Bilder aus dem S21 sehen? Habe ein paar gemacht, allerdings sind in meinen Augen bessere Bilder im Internet zu finden.
    Ansonsten empfehle ich die Wikipedia, bzw. die Google Bildersuche.

    Zu den weiteren Teilen des rReiseberichtes, es ist schon sehr vieles fertig geschrieben, allerdings überlege ich im moment was ich davon besser für eine Online Veröffentlicung wieder heraus nehme. Wie gesagt in erster Line war das hier für mich gedacht...

    Gruß I_G

  7. #36
    Mandybär
    Avatar von Mandybär

    Re: 4 Wochen Asien

    Nur zu.


    Mandybär

  8. #37
    i_g
    Avatar von i_g

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    Re: 4 Wochen Asien

    Auf dei Bilder aus dem S 21 verzichte ich- wie gesagt wer welche sehen möchte, findet über Google sehr viel.

  9. #38
    i_g
    Avatar von i_g

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    Re: 4 Wochen Asien

    Die Nacht war wieder sehr unruhig und wenig erholsam, neben einigen privaten Sorgen, sorgten die Bilder vom erlebten und gesehenem, für sehr seltsame Träume..
    Da es noch recht früh war und die Wärme noch angenehm, habe ich mich zu einem Spaziergang entschlossen, hungrig war ich noch nicht, so das ich das Frühstück ausfallen lassen konnte.
    Spazieren gehen in Phnom Penh.. ein fast unmögliches unterfangen.. an jeder Ecke lauern irgendwelche Fahrer, die auf der suche nach neuen Opfern sind. TukTuk, Sir? Lady Massage, Sir? BumBum, Sir? Chickenfarm, Sir? Killing Fields, Sir? Shooting Range, Sir?, irgendwann fällt es sehr schwer immer wieder freundlich Nein zu sagen... Ignorieren ist wohl die beste Möglichkeit, aber „leider“ bin ich zur Höflichkeit erzogen worden..
    In der nähe des Hotels gibt es einen Basar, da er in erster Linie von Khmer besucht wurde, denke ich das es ein normaler Markt ist, wo die Khmer ihre Lebensmittel einkaufen. Es ist nicht ganz so schön wie die Lebensmittelmärkte wie in Thailand, aber trotzdem war es doch recht interessant dort zu schauen.
    Nett fand ich das man an sich jedem Stand mit Obst versorgen konnte, was auf Wunsch auch sofort geschält wurde.
    Unmengen an Papaya, Mango, Ananas und andern Früchten ersetzen mir mein Frühstück. Bei den bereist geschälten Früchten die auf den mobilen Wagen verkauft werden, bin ich immer etwas skeptisch, da man nicht weiß wie lange die schon so transportiert werden.. dazu kommt die liegen meist auf Eis...

    Die friedliche und entspannte Atmosphäre auf dem Basar habe ich richtig genossen, niemand der mich ständig anspricht, wohl eher wegen der Sprachbarriere, dazu der schöne Anblick der Waren. War sehr entspannend.
    Gehört habe ich des öfteren das Wort „Barrang“ und riesengroße Kinderaugen haben mich ganz erstaunt angesehen.. Ich fand es witzig, denke auch nicht das es unfreundlich gemeint war.

    Auf dem Rückweg zu dem Hotel bin ich an einem Massage Salon vorbeigekommen, da ich die letzten Tage nichts für mein eigenes Wohl getan hatte, schließlich ist es in erster Linie mein Jahresurlaub, entschloss ich mich für 90 Minuten Khmermassage.
    Drinnen wurde mir erstmal gesagt das es hier nur Massagen gibt und keinen 5ex! Dies allerdings in einer Deutlichkeit, die ich schon fast als unhöflich bezeichnen würde. Aber da ich genau dies gesucht hatte, war ich doch etwas erleichtert, das ich mich nicht gegen irgendwelche „Extra“ Leistungen wehren muss, die den Erholungsfaktor doch sehr schmälern...
    Die Massage war sehr gut, allerdings teilweise auch sehr schmerzhaft, keine Ahnung wo solch eine zierliche Person so viel Kraft her nimmt.
    Nach der Massage und der anschließenden Dusche fühlte ich mich aber sehr gut und war bereit weiter Phnom Penh zu Fuß zu entdecken.
    Leider stieg die Hitze zu einem unerträglichen Maß an, in der nähe des Central Markt, gibt es ein paar chinesische Lokale. Bestellt hatte ich nach einem Foto, da keine englische Karte da war... Interessant war das meine Suppe genau so aussah wie auf dem Foto Nur wie man eine Suppe mit Stäbchen essen kann, wird für mich ewig ein Geheimnis bleiben...
    Durch einen Mosumschauer bin ich gezwungen worden mich unter zustellen, eigentlich müsste ich schreiben Gott sei Dank... Die Gelegenheit habe ich genutzt meine Eltern anzurufen und ihnen mitzuteilen wo ich bin und das es mir gut geht...
    Wir sprechen mitunter einen ziemliches Kauderwelsch, eine Mischung aus Bengalisch, Deutsch und Englisch.... Einem Khmer waren die deutschen Worte aufgefallen und er sprach mich an, wo ich her komme. Er hätte etwas deutsch gehört, nachdem ich ihm erklärt hatte, was meinen Hintergrund angeht, war er sehr erfreut das er einen Gesprächspartner gefunden hatte mit dem er auf deutsch reden könnte. Was er auch erstaunlich gut und ohne merklichen Akzent sprach, er hat in der DDR studiert. Heute arbeitet er als Lehrer, Deutsch unterrichtet er allerdings nicht. Ein Intelligenter, wie witziger Gesprächspartner...

    Nach dem Regen bin ich zum Hotel gelaufen um mich etwas schlafen zu legen, der schlechte und zu kurze Schlaf der letzten Tage rächte sich dann doch zu sehr. Ärgerlich um die schöne Urlaubszeit..
    Auf dem Rückweg ging mir vieles durch den Kopf, die Bilder aus den vergangen Tagen und die Eindrücke von dem was ich heute gesehen hatte, waren doch etwas viel.
    Die Gegend um das Hotel und den Central Market würde ich als wohlhabend bezeichnen, trotzdem ist wenn man die Augen aufhält sehr viel Elend und Not zu sehen, auch wenn mir die Bilder sehr aus meinem Heimatland vertraut sind, zehrt das doch schon sehr am eigenen Seelenheil.
    Nachmittags bin ich dann noch mal zu den „Killing Fields“ gefahren. Ein bedrückender Ort.

    Die Killing Fields „Choeung Ek“, einer von vielen Orten in Kambodscha, die in der Zeit der Red Khmer Rouge, zum ermorden von Regime Gegner genutzt wurde. Der Ort befindet sich ca. 15-20 Minuten vom Stadtzentrum entfernt. Es handelt sich um mehrere Massengräber, die Opfer sind nach den Verhören im S-21, dorthin gebracht wurden. Nach den Bildern von Van Nath sind die Menschen dort in erster Line erschlagen worden. Munition ist teuer gewesen...Auch die gefunden Schädel zeigen meist Brüche auf der Oberseite. Einige der Gräber wurden geöffnet und die Skelette geborgen. Zum Teil sind die Knochen in einer Stupa „ausgestellt“.

    Die Fahrt nach Choeung Ek ist außerhalb von Phnom Penh, fast romantisch.. Die Strecke führt über eine Landstraße die durch Reisefelder und andere Felder führt. Durch das offene TukTuk riecht man die schöne Luft und kann sich am Anblick der fast unendlich wirkenden Felder erfreuen.

    Angekommen, war ich doch erfreut das außer mir keine anderen Touristen dort waren, leider hatten auch die Getränke Kioske schon geschlossen... Der Eintritt beträgt 3 USD. Auf dem Gelände sind verschiedene Schilder angebracht worden. „Hier sind die Deportieren abgeladen worden“ und ähnliches ist darauf zu lesen, ob es stimmt?
    Direkt hinter dem Eingangstor läuft man auf die Stupa zu. Im inneren sind die Knochen und Schädelknochen zu sehen, sortiert nach Geschlecht und geschätztem Alter. Auch gefundene Kleidungsstücke sind zu sehen.

    Die ausgehoben Massengräber sind als größere Gruben in dem Boden zu sehen, teilweise sind noch Knochen, Knochensplitter zu sehen. Auf Schildern ist zu lesen wie viele Menschen in den Gräbern gefunden wurden.
    Eine informations---- Installation zeigt den Weg den die Deportierten zurückgelegt haben, aus dem S-21 bis hierher. Auch ein paar Bilder von ausländischen Opfern und bekannteren Khmer ist zu sehen. Auch auf die Geschichte des Ortes wird eingegangen.
    Es gibt ein neu erbautes Dokumentationszentrum auf dem Gelände, leider hatte es geschlossen.

    Auf dem Rückweg sind mir ein paar westliche ......... entgegengekommen. Man darf nicht vergessen das es sich in erster Linie um einen Friedhof handelt, wo unzählige Menschen ermordet und begraben wurden!
    Die Frauen die ich hier als ......... bezeichne, sind in ultrakurzen HotPants und Spagetti Träger Tops, die die weibliche Anatomie sehr betonen, aufgelaufen, auch die sehr laute Kommunikation untereinander ist nicht nur mir negativ aufgefallen. Ein gewisses Maß an Anstand und Pietät, sollte man besonders an diesem Ort an den Tag legen...
    Das Problem der nicht angepassten Kleidung ist mir überall in Asien immer sehr negativ aufgefallen, der mein Fahrer und der andere unterhielten sich sehr belustigt auf Khmer. Mein Fahrer übersetzte mir das die jungen Damen, erst nach Diskussion mit dem Aufsichtspersonal auf das Gelände durften, im Königspalast hatten sie trotz lauter Protest keinen Zugang erhalten....

    Wer schon einmal auf dem Gelände des ehemaligen ................... Bergen Belsen, bei Celle war, hat ungefähr eine Vorstellung wie die Killing Fields aussehen. Man fühlt zwar eine gewisse Spannung aber vom Grauen was hier stattgefunden hat, hat man keine rechte Vorstellung im Kopf.

    Zurück in Phnom Penh, bin ich in ein Bistro am Fluss und habe ein leckeres Abendessen genossen. Der Barkeeper hat mich wieder erkannt und war sehr erfreut mich wieder zusehen, das großzügige Trinkgeld scheint doch Spuren hinterlassen zu haben

    Interessant war an dem folgen Gespräch, das er trotz einer eher einfachen Bildung, sehr wohl eine eigene Politische Meinung hat, die nicht darin endet, die verhassten Vietnamesen für alles verantwortlich zu machen.
    Das Gespräch kam so zustande, er würde auch gerne im Ausland leben, da sei das Leben ja viel einfacher und viel besser... Als ich ihn „aufgeklärt“ hatte, mit welchen Entbehrungen ich diese Reise finanziert hatte, nannte er mir seinen Tagesablauf, der meinem sehr ähnelte...
    Allerdings arbeitet er nicht für Reisen, sondern er hat eine Freundin, die er gerne ehelichen möchte, aber ohne ein japanisches Motorrad, kann er keine Familie gründen... auch die Ausrichtung der Hochzeit ist sehr teuer. Daher muss er noch lange sparen. Das größte Problem in seinem Land sei die Korruption, durch einen Unfall ist er verletzt worden und musste zu einem Arzt, der allerdings wollte ihn nur behandeln, wenn er was extra bezahlt. Was ihn in seinen Sparplänen sehr zurück geworfen hat. Normalerweise geht man in Kambodscha zu einer Apotheke und schildert seine Symptome um anschließend eine Arznei zu kaufen....

    Die Mittel die in Asien frei Verkauft werden sind schon der Hammer, selbst ein unvorsichtiger Doc. in Deutschland ist eher sehr zurückhaltend wenn es um starke Schmerzmittel geht, in Asien werden diese Tabletten auch bei einem leichten Schmerzen verabreicht, gesehen in Thailand und in Indien.

    Was ihn am meisten schmerzt ist das er in der Zeitung gelesen hat das es weltweit, zu einem Anstieg der Lebensmittelpreise gekommen ist, auch in Kambodscha. Aber warum muss seine Regierung, Reis exportieren, z.b. in den Niger? Auf mein Argument das es Geld in das Land bringt, war seine lakonische Antwort, was bringt uns Geld, wenn wir unsere eigenen Bedarf an Lebensmittel nicht mehr bezahlen können? Worauf ich nichts mehr zu erwidern wusste.
    Auf dem Rückweg zum Hotel habe ich mir noch einige CDs und DVDs gekauft. Kaum im Bett bin ich sofort eingeschlafen, wieder eine sehr unruhige und kurze Nacht.

  10. #39
    pef
    Avatar von pef

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    Re: 4 Wochen Asien

    Die Erwachsenen wurden nicht durch Gewehrschüsse ermordet,sondern mit den stacheligen Blättern der Agave hat man ihnen den Hals aufgeschlitzt. Kinder wurden ihn die Höhe geworfen und dann geschossen. Die Grausamkeiten sind für Europäer nicht vorstellbar.
    Die Killing Fields und das Tuol Sleng Museum haben auch mich sehr nachdenklich gestimmt.

  11. #40
    Avatar von strike

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    Re: 4 Wochen Asien

    Zitat Zitat von i_g",p="764414
    ...Die Frauen die ich hier als ......... bezeichne, sind in ultrakurzen HotPants und Spagetti Träger Tops, die die weibliche Anatomie sehr betonen, aufgelaufen, auch die sehr laute Kommunikation untereinander ist nicht nur mir negativ aufgefallen. Ein gewisses Maß an Anstand und Pietät, sollte man besonders an diesem Ort an den Tag legen....
    Habe ich im Tuol Sleng als noch bedrückender empfunden.
    Möglicherweise wissen die Leute nicht was auf sie zukommt.
    Vermuten, das ein Gefängnis eben ein Gefängnis wie in Deutschland 2009 ist

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