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2007 - Road to Nowhere ....

Erstellt von Stalker, 16.06.2007, 18:08 Uhr · 126 Antworten · 12.411 Aufrufe

  1. #71
    Avatar von Stalker

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    Re: 2007 - Road to Nowhere ....

    Auf nach Sakaeo….

    Trotz der wenigen Stunden Schlaf bin ich fit wie ein Turnschuh, als ich mit Kid bereits gegen 05.30 Uhr das Hotel verlasse. Die Sonne geht bereits auf. Zwei Mopedtaxis fegen mit uns die noch fast leere Second Road hinunter, das Ziel „Bus-Terminal“ ist schnell erreicht.



    Wir sind zwar früh aufgestanden, aber anscheinend nicht früh genug. Der nächste passende Bus fährt erst um 08.35 Uhr.



    Nachdem Kid! die Bustickets gelöhnt hat, gehen wir zum nächsten 7eleven und genehmigen uns ein kleines Frühstück.

    Die anschließende Warterei könnte langweilig sein, ist sie aber nicht. Es macht Spaß die Leute zu beobachten, die in alle Himmelsrichtungen davon fahren. Das Busterminal mit den aufputschenden Schaffnern, die ihren Bus aufrufen, die Mischung der sich auf die Reise begebenden Menschen macht auf mich einen so vitalen, lebensnahen Eindruck. Und obwohl die Leute sicher alle ihre Sorgen und Probleme haben, kommt mir die Atmosphäre doch wesentlich entspannter vor, als der verbissene Alltag in Berlins öffentlichem Nahverkehr. Au weia, wenn da nicht der Thailand-Romantiker in mir durchkommt. Aber vielleicht ist es auch Kids Anwesenheit, die mich das alles durch eine rosa Brille sehen lässt. Kid als Glückshormonkatalysator für Stalker.

    Was erwarte ich von dieser Reise an die kambodschanische Grenze? Ich war noch nie in dieser Ecke Thailands, bin ein Fan des temporären Landlebens. Vor allem möchte ich Kid näher kennenlernen. Zwei Tage mögen nicht viel sein, genau genommen sind es ja nicht einmal zwei Tage - aber diese Zeit wird mir etwas Ruhe vom doch eher hektischen Pattaya oder Bangkok bringen. Ich bin gespannt und freue mich schon auf das „Abenteuer Provinz“.

    Inzwischen wendet Kid ihre Aufmerksamkeit von mir ab, um ein süßes Baby zu bestaunen, das mit Mama und Oma schräg hinter uns sitzt.



    Die drei müssen in die gleiche Richtung wie wir, haben aber für unseren Bus kein Ticket bekommen und werden so noch länger hier ausharren. Mir fällt die weiße Hautfarbe des Kindes auf. Wie sich herausstellt ist der Papa ein Australier und Mami fährt nun mit dem 8 Monate alten Baby aufs Dorf, nachdem Papa wieder ins Land der Kängurus abdampfen muss.

    Daahs Warnung vor der kinderfressenden Black Magic Cambodian Woman kommt mir wieder in den Sinn, was für ein Quatsch.



    Kid scheint das Kind sehr süß zu finden, aber ich denke, dass sich hier ein Verzehr - vor so vielen Leuten - als kompliziert gestalten wird. Das beruhigt mich etwas.

    Endlich nach nur knapp drei Stunden Wartezeit können wir es uns im klimatisierten Bus bequem machen.



    Kid teilt mir mit, dass wir in Aranyaprathet knapp zwei Stunden Aufenthalt haben, genug Zeit also, um entspannt Mittag zu essen. Ich freue mich mit ihr zusammen zu sein, merke, dass ich mich in sie verliebe, merke das Gefahr für Su besteht … und lasse es ganz einfach auf mich zukommen, was sollte ich auch sonst tun.



    Busterminal von Aran



    Am frühen Nachmittag erreichen wir dann Aran. Kid hat nicht zu viel versprochen. In einer zwar nicht schönen, aber vor der Hitze schützenden Halle, nehmen wir ein leckeres Mittagsmahl ein.







    Wir bestellen beide Khao Pad, Kid mit Gung, ich jedoch mit Schwein. Ich möchte noch zweifach gebratenes Rindfleisch haben, aber hier ist sie mir wieder zuvorgekommen, ist schon komisch, vielleicht kann sie ja meine Gedanken lesen - Black Magic Cambodian Woman ….



    Fortsetzung folgt…
    Stalker

  2.  
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  3. #72
    Avatar von Stalker

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    Re: 2007 - Road to Nowhere ....

    Ankunft….

    Das opulente Mal hat uns die Wartezeit auf den Bus Richtung Tha Phraya erheblich verkürzt. Die letzten Minuten vor der Weiterfahrt verbringen wir beim Smalltalk mit einer kanadischen Lehrerin, die auf eigene Faust Südostasien erkundet. Ihr Name ist Sally, sie ist 27 Jahre jung und lässt sich von Kid den besten Weg zur Grenze erklären. Eine nette junge Frau, die uns noch vom Grenzbus aus euphorisch zuwinkt. Inzwischen hat Kid den Transfer vom Bus zu ihrem Dorf organisiert und ihren Bruder mit Frau und zwei Mopeds angefordert.



    Der Bus nach Tha Phraya

    Nach weiteren 1,5 Stunden, die wir dieses Mal stehend im Bus verbringen, komme ich ans Ziel meines Ausfluges. Werde von Kids Bruder und seiner Ehefrau aufs herzlichste begrüßt. Kid selbst nimmt das eine Moped und bittet mich hinten Platz zu nehmen. Es ist so heiß, dass mir der Fahrtwind wie ein auf volle Kraft gestellter Fön vorkommt. Kid hat ihre Haare hochgebunden und die Haarspitzen peitschen mir während der Fahrt in Gesicht – man kann nicht sagen, dass sie langsam fährt. Plötzlich wird sie langsamer und deutet über ein Reisfeld hinweg auf ein paar Häuser. Ein Haus hat zwei Etagen und ein blaues Dach – Kids Palast.



    Auf dem Weg zu ihrem Haus werden wir von Leuten auf der Straße schon durch Rufen und Winken begrüßt – Wahrscheinlich rufen sie: „Hey Kid, was hast Du Dir denn da wieder für einen Farang geangelt!?“

    Das Haus ist zum Teil noch Bausstelle. Eine Mauer ist gerade am Entstehen. Der Verputz der unteren Etage muss noch gestrichen werden. Es fehlt noch eine Wand. „Schritt für Schritt“, erklärt mir Kid und ist stolz darauf zu versichern, dass Sponsorengelder den geringsten Teil der Baukosten abgedeckt haben.



    ... noch stehen nicht alle Wände...

    Als erstes begrüße ich Kids Eltern. Hocke mich ganz tief vor die Schlaganfallgeschädigte Mutter, nehme sie an den Händen. Sie sieht mich an und beginnt zu lächeln. Kid erklärt ihr und dem Vater mehrfach, wie mein Vitaminpräparat zu benutzen ist.



    Das Grün vor dem Haus ...

    In der unteren Etage des Hauses wohnen die Eltern, da die Mutter durch ihre halbseitige Lähmung nicht mehr in der Lage ist, die Treppe hochzusteigen. Hier ist auch die Küche und ein größeres Badezimmer im typischen Isaanstil. Das Hockclo wurde jedoch durch ein Sitzporzellan ersetzt. Im Obergeschoß befinden sich ein zweites, kleineres Badezimmer, sowie zwei Schlafräume und eine großzügige Terrasse.

    Das eine Zimmer gehört Kids 10-jährigen Sohn Bon, im zweiten schläft sie selbst. Die Terrasse bietet einen schönen Blick über angrenzende Felder. Ein angenehmer Luftzug bringt etwas Kühlung. „Are you ok?“, fragt mich Kid mit leicht besorgtem Blick. Sie hält mir ein Glas mit Soda hin, in dem einige Eiswürfel tanzen. „Entschuldige, dass ich Dir noch kein Bier anbieten kann, aber mein Vater hat das Trinken und Rauchen aufgegeben. – wir können ja nachher auf den Markt gehen, aber vielleicht möchtest Du ja erst einmal duschen.“

    Das Glas Soda bringt mir meine Energie zurück. Ich gehen mit Kid gemeinsam duschen… , das erste Mal das ich in der thailändischen Provinz 5ex im Bad habe. Recht entspannt setze ich mich dann erst einmal auf den Vorplatz des Hauses, während Kid mit einem der effizienten thailändischen Besen durchs Haus flitzt und sich dabei fast brüllend mit dem schier tauben Vater unterhält. Meine Aufmerksamkeit erregen die beiden pudelartigen Hunde ihres Sohnes, die – begrenzt durch eine an der obligatorischen Steintischbank angebundenen Leine – allerlei Faxen machen. Es handelt sich um die allseits beliebten Köter Pepsi und Bobby – quasi die Verkörperung von Wilhelm Buschs „Plisch und Plum“ in Thailand. Auf meine Frage, wann Kid die denn schlachten würde kommt von ihr nur dieses typisch-bellende Lachen, was versucht auch dieses Klischee beiseite zu räumen. Es dauert nicht lange und ein paar Kinder wollen dem weißen Mann „Hallo“ sagen.



    Anfangs noch schüchtern kann ich sie bald zu Fotos überreden. Die Herrin des Hauses betrachtet dies alles recht wohlwollend von ihrer Terrasse.



    Inzwischen erscheint auch Kids Sohn. Etwas scheu sieht er mich an und brauch erst die Aufforderung der Mutter, um mich willkommen zu heißen. Mit meiner Schokosammlung Marke „Celebrations“, kann ich dann aber die Kinder doch bestechen.

    Bon hat nicht lange Zeit zum Schokolade kauen. Kid jagt ihn ist Bad und ist dann damit beschäftigt den Bengel auf Hochglanz zu polieren. So habe ich Zeit, den schon mehrfach Blicke werfenden Nachbarn meine Aufwartung zu machen. Setze mich einfach bei Ihnen hin, biete ein paar Zigarillos an, komme mit meinen Rudimentär-Sprachbrocken ins Gespräch. Sofort wird ein mit Wasser und Eisstücken ausgestatteter Plastik-Kühl-Eimer herbeigeschafft. Bekomme die Alu-Schale in die Hand gedrückt und kann weiter meinen Durst stillen und Fotos machen.









    Bei den Nachbarn ...

  4. #73
    Avatar von tira

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    Re: 2007 - Road to Nowhere ....

    tach stalker,

    the road to nowhere nimmt konturen an, back to the roots/thailand basic

    gruss

  5. #74
    Avatar von Armin

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    Re: 2007 - Road to Nowhere ....

    Zitat Zitat von tira",p="499177
    tach stalker,

    the road to nowhere nimmt konturen an, back to the roots/thailand basic

    gruss
    Jetzt fängt es an spannend zu werden!

  6. #75
    Avatar von Stalker

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    Re: 2007 - Road to Nowhere ....

    Die „Black Magic Cambodian Woman“ gesellt sich zu uns, betätigt sich als Dolmetscherin. Nach einiger Zeit belanglosen Smalltalks ziehen wir beide los, um noch ein bisschen einzukaufen. Kids Grundstück liegt direkt neben Schule und Tempel, sozusagen ein Hotspot im Dorf.



    Da geht's lang Stalker...





    Einer der Spieler ist Kids jüngster Bruder...



    Wir überqueren das Schulgelände als wir Bons Rufen hören.



    Bon verfolgt uns...

    Er schließt sich uns an und ich schieße ein paar Fotos von Mutter und Sohn, die ich ihr inzwischen – Begeisterung auslösend und Liebesschwüre einheimsend – als Posterdrucke nach Thailand geschickt habe.



    DreamTeam ...

    Die Bezeichnung Markt erweckt wahrscheinlich den falschen Eindruck. Weniger als ein dutzend Händler bieten hier ihre Waren zum Verkauf an.







    Als sich Bon etwas länger an einem Verkaufsstand mit chinesischem Billigstspielzeug aufhält, wird er von Kid unsanft weggezogen. Das ist der Augenblick, in dem ich mir seine Zuneigung erkaufe. Ich gebe ihm 100 Baht und teile ihm mit, dass er damit machen kann was er möchte. Mit einem ungläubigen Lächeln, die Reaktion der gestrengen Frau Mama abschätzend, macht er sich zurück auf den Weg zum Spielzeugstand. Irgendeine Actionfigur oder Handfeuerwaffennachbildung wir wohl fällig sein. Weit gefehlt. Bon ist ein echter Schöngeist und erwirbt für 80 Baht ein Miniklavier. Sein Versuch, mir die 20 Baht Wechselgeld zurückzugeben scheitert, was ihn nochmals strahlen lässt.



    Der angehende Pianist ...

    Am späten Abend versteckt er die 20 Baht unter der Matratze in seinem Bett - selbst der Mutter traut er nicht. Kid hat Gemüse und Fleisch eingekauft. Wir laufen auf einem anderen Weg zurück und ergattern in einem kleinen Laden noch ein paar Flaschen Chang.



    Kid konzentriert sich aufs Wesentliche ... gut so








    Von dort geht es zum alten, fensterlosen Haus der Familie, das inzwischen von Kids ältestem Bruder (der uns mit seiner Frau vom Bus abholte) bewohnt wird.



    Dieser präsentiert uns sogleich seinen jüngsten Nachwuchs.





    Fortsetzung folgt…
    Stalker

  7. #76
    Avatar von Lupus

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    Re: 2007 - Road to Nowhere ....

    Macht weiterhin viel Spaß zu lesen.

    Deine Magierin scheint aber auch relativ starke Oberarme zu haben, was ich aber nicht unschön finde.

    Das ist der Augenblick, in dem ich mir seine Zuneigung erkaufe.
    Zugegeben, hier musste ich ein wenig schmunzeln.

  8. #77
    Avatar von Harry1

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    Re: 2007 - Road to Nowhere ....

    macht mir wirklich spass mitzulesen.
    danke Stalker

    gruß
    Harry

  9. #78
    Avatar von Stalker

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    Re: 2007 - Road to Nowhere ....

    @Lupus

    Kid ist mit 15 von zu Hause abgehauen, sich in der Armee beworbenn - hat aber nicht geklappt.
    Ihr Vater ist fürher Thaiboxer, später Trainer gewesen. Er wollte keine Tochter, deshalb hat sie schon als Kind "den harten" rausgekehrt.

    10 Jahre war sie dann als Hilfsarbeiterin auf dem Bau tätig. Bis sie mit 25 ihren Sohn bekam. Als ihr Mann sie dann sitzen gelassen hat, ist sie irgendwann nach Pattaya gekommen. Hat inzwischen ca. 8 Jahre als Bargirl, bzw. Gogotänzerin hinter sich. Wenn sie frei hatte ging sie früher oft ins Gym.

    Stalker

  10. #79
    Avatar von fred2

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    Re: 2007 - Road to Nowhere ....

    Kid, scheint ein guter Kumpel zu sein, mit dem man Pferde stehlen kann. Das ist in einem Land wo man als Farang des öfters übers Ohr gehauen wird viel wert.
    Ich denke, Du weist das zu schätzen. Ich wünsche Dir alles Gute mit ihr.

    Servus fred2

  11. #80
    Avatar von rusu

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    20

    Re: 2007 - Road to Nowhere ....

    hallo Stalker
    spannende Geschichte, lese immer wieder gerne mit

    Gruss
    rusu

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