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100 Tage

Erstellt von jerry, 06.04.2005, 14:38 Uhr · 14 Antworten · 1.116 Aufrufe

  1. #1
    Avatar von jerry

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    100

    100 Tage

    ist sie jetzt bei mir.

    100 Tage angefüllt von Mißverständnissen, Verständigungsschwierigkeiten und sonstigen zwischenmenschlichen Problemen. Der Frage wird es gutgehen, kann es funktionieren, fühlt sie sich wohl. Der Sorgen um sie, dass sie sich hier einleben kann, was ich dafür tun kann, wie ich sie unterstützen kann.

    100 Tage aber auch, in der mir ihr lächeln selbst den misesten Tag versüßte, ich einen geliebten Menschen an der Seite hatte und, wer mag es einem verübeln, fantastisches Thaifood .

    100 Tage von denen ich sagen kann, dass sie die (bis jetzt) problematischsten in meinem Leben waren. Aber trotz aller Unwägbarkeiten und dem Wissen, dass die Schwierigkeiten damit kein Ende haben werden, ich bereue meine Entscheidung nicht, denn es waren 100 schöne Tage.

    Und so hoffe ich, dass es noch viele 100 Tage geben wird.

  2.  
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  3. #2
    Chonburi's Michael
    Avatar von Chonburi's Michael

    Re: 100 Tage

    Ja das ist schon etwas :-)

    wuensche dir und deiner Freundin das aus den anfaenglichen Schwierigkeiten eine Fundament des Verstaendnis wird.

  4. #3
    Avatar von FarangLek

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    Re: 100 Tage

    Auch chok dee von mir !!

    Buddha sei dank werden es nicht die letzten 100 Tage mit ihr ...

  5. #4
    Avatar von Thaiman

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    Re: 100 Tage

    Ich wünsche Euch beiden weiterhin alles Gute und viele schöne 100 Tage sollen folgen.

  6. #5
    Avatar von tira

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    Re: 100 Tage

    Zitat Zitat von jerry",p="233205
    ....100 Tage von denen ich sagen kann, dass sie die (bis jetzt) problematischsten in meinem Leben waren....
    Und so hoffe ich, dass es noch viele 100 Tage geben wird.
    jau jerry,

    ad 1 aber auch die aufregensten, odder.........

    ad 2 leider nein, das flimmern nimmt i.d.r mit dauer einer beziehung ab, das knistern schwindet,
    vertrautheit stellt sich da x ein.........

    gruss

  7. #6
    Kali
    Avatar von Kali

    Re: 100 Tage

    Hallo Jerry - das wird schon

    Dies waren meine ca. 150 ersten Tage.

    Und wir sind immer noch zusammen

  8. #7
    Avatar von FarangLek

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    Re: 100 Tage

    Zitat Zitat von Kali",p="233265
    Dies waren meine ca. 150 ersten Tage.
    "Dieser Beitrag existiert nicht !"

  9. #8
    Rene
    Avatar von Rene

    Re: 100 Tage

    Zitat Zitat von Kali",p="233265
    Dies waren meine ca. 150 ersten Tage.
    Kali, wohin verlinkst du denn :denk:

  10. #9
    Kali
    Avatar von Kali

    Re: 100 Tage

    sorry, ich setze ihn mal so rein...


    Ich dachte mir, das Wochenende steht vor der Tür, die nicht ausbleibenden Behördengänge – Anmeldung von Suay, Antrag auf Aufenthaltsgenehmigung, Änderung der Lohnsteuerklasse – sind erledigt, nun sollt Ihr erfahren, wie´s denn weiterging, das mit Suay und mir. Sozusagen als Betthupferl nach einem mehr oder weniger anstrengendem Tag.
    Zunächst ging es ja ohne Suay weiter. Ich saß also allein im Flugzeug nach Bangkok, und als wir die Gegend von Ban Tap Kung überflogen, überfiel mich auf einmal eine unbeschreibliche Melancholie. Ich hatte noch ihren Blick beim Abschied vor Augen, soviel Traurigkeit und Zweifel, die ich zunächst gar nicht einordnen konnte. Dazu kamen diese ganzen Selbstzweifel: war es jetzt so richtig, was ich da angefangen hatte? Wenn ich an die vier Wochen hinter mir dachte, kam mir alles noch so unwirklich vor. Ich war in eine vollkommen fremde Welt eingetaucht, die so ihre eigenen Gesetzmäßigkeiten hat, die mir bisher immer fremd waren. Und ich hatte vor, eine Frau nach Deutschland zu holen, für die unsere Welt total fremd ist. Als ich dann in Bangkok meine Fritten vertilgt und die ersten englischen Laute mit einem anderen Reisenden gewechselt hatte, hatte ich zunächst erst einmal das Gefühl: die Zivilisation hat mich wieder.

    Der Flug nach Frankfurt war so, wie wahrscheinlich alle Flüge sind. Dieses einschläfernde Geräusch der Triebwerke, das Gegröle einiger Hobby-Alkoholiker, zwischendurch ein wenig Seegang (3 – 4), und gegen Morgen einen Sonnenaufgang, der so anders war als die Perspektive von einer Schiffsbrücke aus gesehen.
    Der Schwager holte seine Frau und mich wieder ab, und ein paar Stunden später war ich wieder zu Hause. Tja, und da fehlte auf einmal etwas, etwas, was ich in Zukunft noch sehr oft vermissen sollte. Suay, die einfach da war, die man gar nicht großartig bemerkte, weil sehr ruhig, und jedes überflüssige Wort vermeidend. Nach einer halben Stunde hielt ich es einfach nicht mehr aus. Ich schwang mich auf mein Fahrrad, machte eine ausgedehnte Radtour, habe auf diesem Wege erst einmal wieder Besitz von meiner Heimatstadt ergriffen.
    Drei Tage später ging ich wieder arbeiten, wurde so wenigstens tagsüber abgelenkt. Internet hatte ich noch nicht, also verbrachte ich die Abende entweder bei Freunden und ging diesen mit meiner Sehnsucht auf den Keks, oder aber vor dem Fernseher. Sonntags wurde mit Suay telefoniert, wobei dann zwischendurch ihre Ängste zum Vorschein kamen, daß ich sie in ihrem Dorf vergessen würde. Es war aber zum Verrücktwerden. Ich sehnte mich nach dieser kleinen Frau, durch die mein Leben wieder einen Sinn bekommen hatte, und auf der anderen Seit kamen diese Selbstzweifel, weil ich einfach nicht wußte, auf was ich mich da einlassen würde. Die hier ansässigen thai-deutschen Ehepaar konnte ich wirklich vergessen, wie ich schon einmal erwähnte: anscheinend hatte bei denen derjenige gewonnen, der am schnellsten verheiratet war. Und genau das wollte ich nicht, heiraten um des Heiratens willen.
    Das Timing war so, wie ich mir das vorgestellt hatte. 5 Wochen nach meiner Heimreise konnte das Visum bei der Botschaft in Bangkok abgeholt werden, ich schickte Suay das Geld für das Ticket, und am 09.05. konnte ich sie wieder in die Arme nehmen. Mein Gott, war sie dünn, fast abgezehrt. Und sie erzählte, obwohl von den Reisestrapazen noch ziemlich geschlaucht, wie hart es für sie gewesen sein mußte in den vergangenen sechs Wochen. Die meiste Zeit gearbeitet – bei 40 – 45 Grad -, und anscheinend auch die ganze Zeit voller Zweifel, ob ich mein Versprechen auch einhalten würde. Dazu die mitunter nicht netten Kommentare einiger Mitbewohner aus dem Dorf, die meine alleinige Abreise wohl als Scheitern dieser Thai-Farang-Beziehung gesehen hatten ( oder wollten? ). Dazu die nicht gerade intakten familiären Beziehungen, die während dieser Zeit alles andere als aufbauend gewirkt haben mußten. Wir waren uns nach wie vor einig, daß wir zusammenbleiben wollten. Gegen Ende Mai (nach 3 Monaten Bearbeitungszeit) kamen denn auch die heißersehnten legalisierten Papiere von der Botschaft via Auswärtigem Amt, und eigentlich stand einer raschen Heirat nichts im Wege. Wenn da nicht noch die Geschichte mit der Trinkerei gewesen wäre. Suay trank wochenlang nichts, waren wir bei ihrer Schwester, füllte diese sie wieder ab, und wir hatten den größte Streß. Auslöser war die Feierei bei einer befreundeten Familie, bei der Suay sich wieder von ihrer Schwester abfüllen ließ, so, daß ich kurzentschlossen das Weite suchte – und ich hab´s gefunden. Suay rief abends noch an und teilte mir mit, daß sie dort übernachten würde, sie käme dann am Sonntag nachhause. Ich sagte, daß ich nicht da sein werde, sie könne erst am Montag kommen. Eigentlich schon fest entschlossen, die Beziehung schweren Herzens zu beenden, weil ich mir dieses Palaver nicht mehr antun wollte.
    Sie kam dann auch am Montagmorgen recht früh und machte einen ziemlich zerknirschten Eindruck. Nach zwei weiteren Tagen habe ich versucht, ihr klarzumachen, daß sie sich entscheiden muß. Entweder ich oder der Alkohol. Vielleicht hat es gewirkt, seitdem hat sie, auch bei ihrer Schwester, nichts mehr getrunken. Ihre Mutter meinte wohl, als sie ihr am Telefon erzählte, daß sie keinen Alkohol mehr trinken wolle:"Davon stirbst Du auch nicht!".
    Ich denke, Sanuk ist eine Sache, meine Selbstbestimmung eine andere.

    Ich habe mir selbst noch eine Probezeit zugebilligt, das Visum wurde erst einmal anstandslos auf 6 Monate verlängert, da wir zwischenzeitlich im Juli die Eheschließung beantragt hatten. Ja, und den Rest kennt Ihr, am 12.10. haben wir denn geheiratet. Auf die Frage, warum sie überhaupt hier bleiben wolle, antwortete sie mir wahrheitsgemäß:"Mai luu yuu tiinai!", sie weiß also nicht, wo sie bleiben soll. Aus ihrem Verhalten im Alltag will ich aber schließen, daß da doch so etwas wie Zuneigung da ist. Der Unterstützungsplan für Kinder und Mutter steht, und wir haben uns in unserem Leben eingerichtet. Und da lassen wir uns von keinem dreinreden. Daß da noch einige Überraschungen kommen können, nun, das haben mir ja die ´alten´ Thai-Hasen von Euch schon angedroht. Doch bin ich ein wenig vorbereitet, und Ihr seid ja auch noch da.

    Tja, was sich da vielleicht ein wenig amüsant lesen läßt, und bei dem ein oder anderen erinnerungsgemäßes Schmunzeln hervorlockt, hat zeitweise schon etwas ernstere Dimensionen. Meine Erfahrungen besitzen auch keine allgemein gültige Aussagekraft über Leben und Einstellung der Thai an sich. Sie beschränken sich auf 4 Wochen Dorfleben und Kenntnisse über die Struktur und der internen Kommunikation dieser einen Familie. Doch das Produkt aus diesen meinen Erfahrungen, die nur mitgeteilt werden können, aber nicht vermittelbar sind, wird prägend sein in meiner Beziehung zu Suay. Natürlich kann ich mir einiges anlesen – habe ich ja auch getan - , doch daß der Wan dienstgradmäßige Staffelungen besitzt, erkannte ich nach drei Tagen, daß vor jedem Haus das Schuhwerk der Besucher und Bewohner gestapelt ist, bemerkte ich auch recht schnell, und daß im Isaan eine andere Sprache gesprochen wird, hatte ich bereits vorher in Deutschland herausgefunden. Daß anscheinend die motivationssteigernden Aufwandsentschädigungen bei den Ämtern dort vor Jahren noch niedriger waren, habe ich hier im Forum erfahren.
    Gleichwohl ist meine Enkulturation in dieser unserer westlichen Hemisphäre eine andere als die einer Thai, die nie eine Schule besucht hat, sich Lesen und Schreiben im Verlauf der Jahre selbst angeeignet hatte, die im Nordosten Thailands aufgewachsen ist und einen Kampf geführt hat, den von uns keiner kennt, nämlich den ums Überleben. Und ich bin in unserer Nachkriegswohlstandsgesellschaft aufgewachsen, habe innerhalb meiner Möglichkeiten mit dem Leben herumexperimentiert, allerdings nicht ohne auch nur einen Tag meine sozialversicherte Existenz in Frage zu stellen. Daß da – wie nebenbei – auch die Gefühle mitunter zur Ware degradiert und als Gegenstand seelenzerfleischender sozialpädagogisch verbrämter Diskussionen benutzt worden sind, ist auch Bestandteil dessen. Nun, mein Leben ist eben auch so, wie es bis heute gelaufen ist. Und da prallt etwas aufeinander, nämlich zwei gänzlich verschiedene Kulturen. Das ist eine Herausforderung, die nichts mit meiner bisherigen Marinekameradschafts- und Briefmarkensammelmentalität zu tun hat. Ich habe etwas Neues gewagt, und ich muß ehrlich sagen, es ist eine Bereicherung für mein Leben, wie ich es vor einem Jahr noch für unmöglich gehalten hätte.
    Ich hab´s nicht bereut.
    In diesem Sinne, Euer nicht mehr zweifelnder Kali

    P.S. oder: Nachsatz, wie der alte römische Bergbauer zu sagen pflegt.....
    Bei dieser Gelegenheit meinen aufrichtigen Dank an die Betreiber dieses Forums, die eine Möglichkeit gefunden haben, daß eben sonne Leute wie wir das loswerden können, was anderenorts nicht so ohne weiteres machbar ist.
    Und wenn es mir dann noch im Verlauf der Zeit gelingt, mich mit diesen ganzen termini technici des Forums wie Thread, Thai Lakorns, Plainlists usw. auseinanderzusetzen, dann werden wir noch lange etwas voneinander haben. Doch sehe ich da keine Probleme, ich bin die Thai-Kultur angegangen, dann werde ich die Foren-Kultur auch noch schaffen.

  11. #10
    Avatar von Tomad

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    549

    Re: 100 Tage

    Zitat Zitat von Rene",p="233283
    Kali, wohin verlinkst du denn :denk:
    Wieso? Bei mir linkt der Link. :-)

    Thomas

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