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10 Jahre Asien erreicht

Erstellt von tomtom24, 02.03.2016, 11:59 Uhr · 14 Antworten · 1.953 Aufrufe

  1. #1
    Avatar von tomtom24

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    10 Jahre Asien erreicht

    Einige hier werden mich noch kennen, andere nicht. Für diese Leser folgende Infos: vor über 10 Jahren kam es mehr oder weniger aus dem Stand heraus, nach Asien auszuwandern. Das Auswandern selbst war mein Ziel schon immer, nur eben nicht Asien. Um mich etwas schlauer zu machen, habe ich damals das Internet genutzt - und bin zum Nittaya gekommen.

    Dieses Forum hat mich viele Jahre aktiv begleitet. Die Menschen hier haben mir zum Teil viel geholfen, ich konnte sehr viele brauchbare Infos für mich herausholen, meine eigene Meinung zu bestimmten Sachen überdenken usw. Auch habe ich etliche wirklich tollew Leute über das Forum persönlich kennengelernt. Für mich ist es daher selbstverständlich, dass ich meine Geschichte über diese Dekade hier veröffentliche. Auch hier, weil es in meinem Forum (über das Nachbarland) natürlich auch zu lesen ist. Aber Nittaya ist halt Nittaya ;)

    10 Jahre was, denken viele vielleicht. Andere werden denken, ja, vielleicht seit 10 Jahren in Kambodscha. Tatsächlich so in der Art. Aber noch viel mehr „10 Jahre“. Ja, ich habe ein „Jubiläum“. Ich werde das nicht nur hier veröffentlichen, sondern auch in meinem früheren Stammforum, dem Nittaya. Ich müsste dort theoretisch noch einen Account haben. Ansonsten ist es eins meiner Resumees. Wobei ich das letzte, ich glaub, zum 5-Jährigen geschrieben hatte.

    Ja, in der Tat, es sind 10 Jahre. 10 Jahre Asien. Aber es ist mehr als das. Mehr als nur 10 Jahre Asien. Es ist auch 10 Jahre nicht mehr in Deutschland. Es sind 10 Jahre mit Höhen und wirklich tiefen Tiefen. Darum geht es aber nicht. Es geht um die ganzen Erlebnisse. Da ist doch einiges zusammengekommen. Obwohl ich mich erst diese Woche selber dabei ertappt habe, über eine bestimmte Frage nachzudenken: bin ich jetzt wirklich kein „Newbie“ mehr? Bin ich asienerfahren? Oder doch noch derjenige, der nichts, aber rein gar nichts über Asien wusste, bevor ich hier her kam? Ich weiß es nicht. Ich selber sehe mich lieber immer noch als „Newbie“, als Neuling. Ich überschätze lieber alles, als dass ich es unterschätze. Vielleicht ist es auch das, was ich gelernt habe.

    Wie auch immer, ich habe beschlossen, dass ich hier meine Geschichte noch einmal erzähle. So, wie ich sie jetzt, nach 10 Jahren Asien am Stück sehe. Interessant wird dieses Jahr ohnehin. Denn es ist das erste Mal seit eben diesen 10 Jahren, dass ich nach Deutschland fliegen werde. Dann wird sicher alles anders sein. Denn natürlich hat sich die Sicht auf Vieles verändert. Vieles ist klarer. Die Beziehungen zu Menschen aus meinem Leben in Deutschland. Aber genau das ist ein Grund, dorthin zurückzugehen, jetzt, nach 10 Jahren. Wenn auch nur für kurz, denn es ist lediglich ein Urlaub.

    Wirklich asienerfahren bin ich gewiss nicht. Es dürfte mehr unter den Urlaubern geben, die selbst eben erst das erste Mal hier in Asien waren und die mehr gesehen haben. Deshalb bin ich aber auch gar nicht nach Asien gekommen. Was ich aber auf jeden Fall habe: ich habe Sachen erlebt, die ich mir so zuvor nie hätte vorstellen können. Sei es, weil zu abwegig, zu weit entfernt von unserer Denkweise oder andere Gründe. Es gibt auch Witziges. So sind es jetzt 10 Jahre Asien, dabei stand Asien nie auf meiner Agenda. Im Gegenteil.

    Ein Kumpel von mir war mit einer Hong Kong Chinesin zusammen, als ich um die 20 Jahre alt war. War ne attraktive Frau. Sie ist damals nach Deutschland gekommen und hatte meinen Freund besucht. Damals hatte ich aber auch das erste mal gesehen, wie eine Asiatin eine ordinäre Handtasche als „Waffe“ benutzen konnte im Falle von Eifersucht. Und ich habe eine Eifersucht kennengelernt, die mich eher abgeschreckt hat von Asien. Trotzdem bin ich hier gelandet. Ist halt wirklich so, wie man so schön sagt – es kommt immer anders.

    Nun gut, ich werde in den nächsten Woche, wenn ich Lust und Laune habe, hier langsam meine Geschichte schreiben, so wie ich sie heute, nach 10 Jahren sehe. Dinge, die vor 10 Jahren von Bedeutung gewesen wären, haben ihre Wichtigkeit verloren. Andere Dinge, denen ich kaum Aufmerksamkeit schenkte in meinem Leben in Deutschland, oder die ich gar herablassend betrachtet habe, haben an enormen Wert gewonnen.

    Nur eines kann ich gleich vorab schreiben. An sich wäre es ja ein guter Schlusspunkt gewesen. Aber ich schreib es einfach mal, bevor ich über die letzten 10 Jahre schreibe. Eine Frage oder ein Gefühl, je nach Stimmung und wie ich darüber gerade nachdenke, stellt sich immer wieder: würde ich noch einmal auswandern? Dazu eine klare Antwort. Es war die mit Abstand beste Entscheidung, die ich getroffen habe. Davon bin ich auch nach 10 Jahren noch überzeugt. Ich würde es also wieder machen. Ob ich etwas anders machen würde, weiß ich nicht. Klar, ich habe eine Menge Erfahrungen sammeln können – gute und schlechte. Aber sind es nicht gute UND schlechte Erfahrungen, die uns ausmachen? Ich denke schon. Daher sind alle Geschehnisse es wert, sie erlebt zu haben.

    Nun gut. In den nächste Tagen werde ich beginnen, das, was ich erlebt habe, hier aufzuschreiben. Keinesfalls sollte das jemand als nachahmenswert oder als Tipps zum Auswandern verstehen. Das sind Entscheidungen, die jeder für sich treffen muss – und außerdem auch völlig anders für sich entscheidet. Mit anderem Verlauf, mit anderen Interessen, mit anderen Fehlern und Glücksmomenten. Interessant ist für mich inzwischen auch eine ganz andere Frage geworden, weshalb ich mich auch entschlossen habe, dieses Jahr endlich den lange vorgenommenen Urlaub in Deutschland bzw. Europa nachzuholen. Bin oder wäre ich überhaupt noch fähig, in einer Gesellschaft wie in Deutschland zu leben?

    Der deutlichste Unterschied zwischen hier und Deutschland ist wohl die „väterliche Sorge“ des Staates, die hier fehlt. Solange Du niemand anderem auf die Füße trittst, machst Du hier, was Dir gefällt. Du planst Dein Leben langfristig nahezu auf Dich gestellt. Du triffst Entscheidungen ad hoc und weißt, sie werden nur für Dich Konsequenzen haben. Einen Staat interessiert das hier nicht. Es gibt Menschen, die ohne diese Führung zurecht kommen. Aber auch welche, die das nicht schaffen. Diejenigen, die das staatliche Regelwerk als Stütze oder Gerüst benötigen. Es unterscheidet aber auch viele Auswanderer von nicht ausgewanderten Menschen. Vielleicht fällt dem einem oder anderen auf, dass Expats und Ausgewanderte irgendwie anders sind.

    Das stimmt tatsächlich. Oft ruppig, oder als unfreundlich wahrgenommen, es gibt immer irgendwelche vermeintlich negativen Eigenarten, die besonders ins Auge stechen. So dachte zumindest ich. Das sehe ich heute anders.Doch vorweg, um das klarzustellen: ich rede nicht von denjenigen, die hier her kamen, weil sie hier mehr für ihre Rente bekommen oder das der einzige Weg ist, mit der scheinbar großen Liebe vereint zu sein. Unterm Strich, habe ich gelernt, sind diese Menschen hier innerlich zutiefst unzufrieden. Ihnen fehlt deutsches Essen, Regeln, das aus Deutschland gewohnte Verhalten. Um die geht es nicht, sondern um die, die die Entscheidung, Auszuwandern wegen des Auswanderns getroffen haben. Diese Menschen sind nicht wirklich so ruppig, wie ich es mir dachte.

    Nein, es sind einfach diejenigen, die sich von der einheitlichen Masse unterscheiden. Es sind diejenigen, die ihr Leben selbst in die Hand genommen haben. Das setzt einen schwierigen Charakter voraus. Oder sollte ich besser sagen, einen schweren Charakter. Denn nur ein schwerer Charakter kann schwere Dinge bewegen. Es sind die Menschen, die auch in Deutschland (oder woher wir kommen) auffallen. Weil sie so leben, wie sie wollen. Und dafür immer wieder anecken, ohne etwas Schlimmes gemacht zu haben. Nur, dass sie sich weniger um Regeln als mehr darum kümmern, so zu leben, wie sie es sich vorstellen – natürlich im Rahmen, anderen, Dritten nicht auf die Füße zu steigen.

    Wenn ich etwas mehr Zeit habe, werde ich weiterschreiben. Wohl am Wochenende oder im Lauf der nächsten Woche. Es geht um die Zeit, als ich wirklich null Ahnung hatte über Thailand, glücklicherweise erst den Norden und viel später Pattaya kennenlernte. Für diejenigen hier, die es nicht wissen: nach Thailand Kambodscha Thailand bin ich Ende 2010 Anfang 2011 wieder nach Kambodscha. Da ich nicht heiraten wollte und eine (für mich akzeptable) Firmenlösung auch nicht infrage kam, musste ich mich so entscheiden. Der für mich persönlich fast schönste Fleck auf der Welt wird jedoch immer Mae Sot bleiben. Nie habe ich mich so wohl gefühlt wie dort.

  2.  
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  3. #2
    Avatar von Yogi

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    Lass knacken, tomtom24

  4. #3
    Avatar von MadMac

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    Im Juli sind es bei mir 15 Jahre. Nicht eine Sekunde bereut. Freu mich auf Deine Geschichte!

  5. #4
    Avatar von messma2008

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    tom, schön zu lesen, dass es dich noch gibt.

  6. #5
    Avatar von tomtom24

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    Danke, messma. Unkraut vergeht nicht

    Und mir geht es sogar richtig gut, wenn ich das mal so ausdrücken darf.

    Bin noch am überlegen, wie ich schreibe. Entweder chronologisch oder thematisch. Kommen ja auch etliche Themen zusammen. Ich versuch mich jetzt aber erst mal ein bisschen im Nittaya einzulesen.

  7. #6
    Avatar von funnygirlx

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    Zitat Zitat von MadMac Beitrag anzeigen
    Im Juli sind es bei mir 15 Jahre. Nicht eine Sekunde bereut. Freu mich auf Deine Geschichte!
    bei mir sind es 26 jahre + ca 1monat

    dabei oft bereut, waere ich aber nicht gegangen ,so wuerde ich es noch mehr bereuen, und bin mir sicher , waere ich nicht gegangen, hatte ich vielmehr tage gehabt die ich bereut haette

    deshalb "ges. bilanz positiv"

  8. #7
    Avatar von Nokgeo

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    sawadee khrab,
    Wellcome ...
    Tomtom24...bin schon etwas neugierig..
    wartend..

  9. #8
    Avatar von Dur_Farang

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    Ich sage dir gleich von vorne weg, lege dir ein dickes Fell zu, dann solltest du gewappnet sein.

  10. #9
    Avatar von Nokgeo

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    ist eh..alles hier VIRTUELL..
    ok..werd mir meinen virtuellen special Schirm aufspannen.. smile.

  11. #10
    Avatar von strike

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    Zitat Zitat von tomtom24 Beitrag anzeigen
    *
    Schön wieder von Dir zu hören, @tomtom.


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